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Archiv: Beiträge 2019 bis 2016 zum Thema

Haltung, Wesen, Verhalten, Kommunikation


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Mittwoch, Juli 31, 2019

Die Entwicklung des

Welpenaugen-Ausdrucks

Quelle: ScienceDaily (Juni 17, 2019)


Hunde haben neue Muskeln um die Augen entwickelt, um besser mit Menschen zu kommunizieren. Neue Forschungen, die die Anatomie und das Verhalten von Hunden und Wölfen vergleichen, legen nahe, dass sich die Gesichtsanatomie von Hunden im Laufe von Tausenden von Jahren speziell geändert hat, um eine bessere Kommunikation mit Menschen zu ermöglichen.

Das Forschungsteam unter der Leitung der vergleichenden Psychologin Dr. Juliane Kaminski an der Universität von Portsmouth bestand aus einem Team von Verhaltens- und Anatomieexperten in Großbritannien und den USA. In der ersten detaillierten Analyse, in der Anatomie und Verhalten von Hunden und Wölfen verglichen wurden, stellten die Forscher fest, dass die Gesichtsmuskulatur beider Arten bis auf die Augen ähnlich war. Hunde haben einen kleinen Muskel, der es ihnen ermöglicht, ihre innere Augenbraue stark anzuheben, was Wölfe nicht tun.

Dr. Kaminski sagte: "Der Beweis ist zwingend, dass Hunde einen Muskel entwickelt haben, um die innere Augenbraue zu heben, nachdem sie von Wölfen zu Hunden domestiziert wurden. "Wir haben auch das Verhalten von Hunden und Wölfen untersucht. Wenn Hunde zwei Minuten lang einem Menschen ausgesetzt waren, hoben sie ihre inneren Augenbrauen stärker und intensiver als Wölfe.

Die Ergebnisse legen nahe, dass ausdrucksstarke Augenbrauen bei Hunden auf unbewusste Vorlieben des Menschen zurückzuführen sind, die die Selektion während der Domestizierung beeinflussten. Wenn Hunde ihre Augenbrauen heben, scheint dies beim Menschen einen starken Wunsch nach Pflege hervorzurufen. Es ist ein Selektionsvorteil gegenüber anderen und verstärkt das Merkmal "Hündchenaugen" für zukünftige Generationen." Dr. Kaminskis frühere Untersuchungen zeigten, dass Hunde ihre Augenbrauen beim Betrachten signifikant stärker bewegten als beim Nicht-Betrachten.

Die leitende Anatomin Professorin Anne Burrows von der Duquesne Universität in Pittsburgh, USA, sagte: "Um festzustellen, ob diese Augenbrauenbewegung ein Ergebnis der Evolution ist, haben wir die Anatomie und das Verhalten dieser beiden Arten im Gesicht verglichen und die gefunden Muskel, der das Heben der Augenbrauen bei Hunden ermöglicht, war bei Wölfen eine spärliche, unregelmäßige Ansammlung von Fasern. "Die Bewegung der hochgezogenen inneren Augenbrauen bei Hunden wird von einem Muskel angetrieben, der bei ihrem nächsten lebenden Verwandten, dem Wolf, nicht immer vorhanden ist.

"Dies ist ein bemerkenswerter Unterschied für Arten, die erst vor 33.000 Jahren getrennt wurden, und wir glauben, dass die bemerkenswert schnellen Veränderungen der Gesichtsmuskulatur direkt mit der verbesserten sozialen Interaktion der Hunde mit dem Menschen zusammenhängen können." Professor Waller sagte: "Diese Bewegung lässt die Augen eines Hundes größer erscheinen, was ihnen ein kindliches Aussehen verleiht. Sie könnte auch die Gesichtsbewegung nachahmen, die Menschen machen, wenn sie traurig sind. "Unsere Ergebnisse zeigen, wie wichtig Gesichter sein können, um unsere Aufmerksamkeit zu erregen, und wie kraftvoll der Gesichtsausdruck in der sozialen Interaktion sein kann."

Der Koautor und Anatom Adam Hartstone-Rose von der North Carolina State University, USA, sagte: "Diese Muskeln sind so dünn, dass man sie buchstäblich durchschauen kann - und doch scheint die Bewegung, die sie zulassen, einen so starken Effekt zu haben, dass es scheint sie entwickelten sich unter erheblichem evolutionären Druck. Es ist wirklich bemerkenswert, dass diese einfachen Unterschiede im Gesichtsausdruck dazu beigetragen haben, die Beziehung zwischen frühen Hunden und Menschen zu definieren." Weichteile, einschließlich Muskeln, können im Fossilienbestand nicht überleben, was das Studium dieser Art von Evolution erschwert. Die einzige Hundeart in der Studie, bei der der Muskel nicht vorhanden war, war der Siberian Husky, einer der ältesten Hunderassen.

Es ist nicht bekannt, warum oder wann der Mensch zum ersten Mal Wölfe aus der Kälte hereinbrachte und die Entwicklung vom Wolf zum Hund begann, aber diese Forschung hilft uns, einige der wahrscheinlichen Mechanismen zu verstehen, die der Domestizierung von Hunden zugrunde liegen.


Mittwoch, Juli 17, 2019

Der Besitz eines Hundes

wird durch unser Erbgut beeinflusst

Quelle: ScienceDaily (Juli 24, 2018)


Ein Team schwedischer und britischer Wissenschaftler hat die Heritabilität des Hundebesitzes anhand von Informationen aus 35.035 Zwillingspaaren untersucht. Die neue Studie legt nahe, dass genetische Variationen mehr als die Hälfte der Variationen von Hundebesitzerschaft erklären, was impliziert, dass die Entscheidung einen Hund zu halten stark von der genetischen Ausstattung eines Individuums beeinflusst wird.

Hunde waren das erste domestizierte Tier und haben seit mindestens 15.000 Jahren eine enge Beziehung zum Menschen. Heutzutage sind Hunde in unserer Gesellschaft weit verbreitet und sollen das Wohlbefinden und die Gesundheit ihrer Besitzer verbessern. Das Team verglich die genetische Zusammensetzung von Zwillingen (unter Verwendung des schwedischen Zwillingsregisters - dem größten seiner Art in der Welt) mit dem Besitz von Hunden. Die Ergebnisse werden erstmals in Scientific Reports veröffentlicht. Ziel war es festzustellen, ob Hundebesitz eine vererbbare Komponente hat.

"Wir waren überrascht zu sehen, dass die genetische Ausstattung einer Person einen signifikanten Einfluss darauf zu haben scheint, ob sie einen Hund besitzt. Daher haben diese Ergebnisse erhebliche Auswirkungen auf verschiedene Bereiche, die mit dem Verständnis der Hund-Mensch-Interaktion in der Geschichte und in der Moderne zusammenhängen. Obwohl Hunde und andere Haustiere auf der ganzen Welt normale Haushaltsmitglieder sind, ist nur wenig bekannt, wie sie sich auf unser tägliches Leben und unsere Gesundheit auswirken. Vielleicht haben manche Menschen eine höhere angeborene Neigung, sich um ein Haustier zu kümmern als andere" sagt Tove Fall, Hauptautor der Studie und Professor für Molekulare Epidemiologie am Department of Medical Sciences und am Science for Life Laboratory der Universität Uppsala.

Carri Westgarth, Dozent für Mensch-Tier-Interaktion an der Universität von Liverpool und Mitautor der Studie, fügt hinzu: "Diese Ergebnisse sind wichtig, da sie darauf hindeuten, dass der vermutete gesundheitliche Nutzen des Hundebesitzes, über den in einigen Studien berichtet wurde, teilweise durch unterschiedliche Genetik der untersuchten Menschen erklärt werden kann. "

Das Studium von Zwillingen ist eine bekannte Methode, um die Einflüsse von Umwelt und Genen auf unsere Biologie und unser Verhalten zu entflechten. Da eineiige Zwillinge ihr gesamtes Genom gemeinsam haben und nicht identische Zwillinge im Durchschnitt nur die Hälfte der genetischen Variation, können Vergleiche der paarweisen Übereinstimmung des Besitzes von Hunden zwischen den Gruppen ergeben, ob die Genetik eine Rolle beim Besitz eines Hundes spielt. Die Forscher stellten fest, dass die Übereinstimmungsraten beim Besitz von Hunden bei eineiigen Zwillingen viel höher sind als bei nicht identischen. Dies stützt die Ansicht, dass die Genetik tatsächlich eine wichtige Rolle bei der Entscheidung für den Hundebesitz spielt.

"Diese Art von Zwillingsstudien können uns nicht genau sagen, welche Gene betroffen sind, aber zumindest zum ersten Mal zeigen, dass Genetik und Umwelt bei der Entscheidung für den Hundebesitz eine gleichberechtigte Rolle spielen. Der nächste naheliegende Schritt besteht darin, herauszufinden, welche genetischen Varianten dies beeinflussen und wie sie sich auf Persönlichkeitsmerkmale und andere Faktoren wie Allergien auswirken", sagt Patrik Magnusson, leitender Autor der Studie und außerordentlicher Professor für Epidemiologie am Institut für Medizinische Epidemiologie und Biostatistik des schwedischen Zwillingsregister Karolinska Insitutet und Leiter des schwedischen Zwillingsregisters.

"Die Studie hat große Auswirkungen auf das Verständnis der tiefen und rätselhaften Geschichte der Domestizierung von Hunden", sagt der Zooarchäologe und Co-Autor der Studie Keith Dobney, Lehrstuhl für Paläoökologie des Instituts für Archäologie, Klassik und Ägyptologie der Universität Liverpool. "Jahrzehntelange archäologische Forschungen haben uns geholfen, ein besseres Bild davon zu erstellen, wo und wann Hunde in die menschliche Welt gelangten. Dank moderner und alter genetischer Daten können wir jetzt direkt untersuchen, warum und wie."

ANMERKUNG:
Man weiß heute aus den Forschungen in der Genetik und der Epigenetik, dass die natürliche Umwelt sowie kulturelle Prägungen durchaus Einfluss auf die biologische Vererbung haben. Und es fasziniert mich, dass die Jagdgemeinschaft unserer frühzeitlichen Vorfahren mit domestizierten Wölfen sich offensichtlich genetisch manifestiert hat. Hundeliebe ist demnach nicht nur eine Frge der individuellen Prägung, sondern sie scheint sich diesen Forschungen nach als Zuneigung zu Hunden in vielen Individuen genetisch erhalten zu haben.
Eigentlich ist das nicht so überraschend, denn umgekehrt ist die Menschenliebe im Hund wohl zweifelsfrei genetisch verankert.

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Samstag, März 30, 2019

Hunde verstehen, was in Ihrem Gesicht

geschrieben steht

Quelle: ScienceDaily (Juni 20, 2018)


Hunde sind in der Lage, die Emotionen hinter einem Gesichtsausdruck zu verstehen. Die Studie von Marcello Siniscalchi, Serenella d'Ingeo und Angelo Quaranta von der Universität von Bari Aldo Moro in Italien, veröffentlicht in der Springer-Zeitschrift "Learning & Behavior" zeigt, wie vernetzt Hunde mit Menschen verbunden sind. Die Forschung liefert auch Beweise dafür, dass Hunde unterschiedliche Teile ihres Gehirns verwenden, um menschliche Emotionen zu verarbeiten.

Durch den engen Kontakt mit Menschen haben Hunde spezifische Fähigkeiten entwickelt, die es ihnen ermöglichen, effizient mit Menschen zu kommunizieren und zu interagieren. Kürzlich durchgeführte Studien haben gezeigt, dass das Hundehirn die emotionalen Signale in der Stimme, in Körpergeruch und Körperhaltung einer Person aufnehmen und ihre Gesichter lesen kann.

In dieser Studie beobachteten die Autoren, was passiert war, als sie 26 Fütterungshunden die Gesichter der beiden Erwachsenen (ein Mann und eine Frau) präsentierten. Die Bilder wurden strategisch an den Seiten der Sichtlinie der Tiere platziert und die Fotos zeigten ein menschliches Gesicht, das eine der sechs grundlegenden menschlichen Emotionen ausdrückt: Wut, Angst, Glück, Traurigkeit, Überraschung, Ekel oder Neutralität. Die Hunde zeigten eine stärkere Reaktion und Herzaktivität, als sie Fotografien sahen, die emotionale Zustände wie Wut, Angst und Glück auslösten. Sie brauchten auch länger, um die Fütterung fortzusetzen, nachdem sie diese Bilder gesehen hatten. Die erhöhte Herzfrequenz der Hunde zeigte an, dass sie in diesen Fällen einen höheren Stress hatten.

Außerdem neigten Hunde dazu, ihren Kopf nach links zu drehen, wenn sie menschliche Gesichter sahen, die Wut, Angst oder Glück ausdrücken. Das Gegenteil passierte, als die Gesichter überrascht aussahen, möglicherweise weil Hunde dies als einen nicht bedrohlichen, entspannten Ausdruck sehen. Diese Befunde unterstützen daher die Existenz einer asymmetrischen emotionalen Modulation des Gehirns von Hunden, um grundlegende menschliche Emotionen zu verarbeiten. "Offensichtlich erregend, scheinen negative Emotionen von der rechten Gehirnhälfte eines Hundes und positivere Emotionen von der linken Seite verarbeitet zu werden", sagt Siniscalchi.

Die Ergebnisse stützen die Ergebnisse anderer Studien, die an Hunden und anderen Säugetieren durchgeführt wurden. Diese zeigen, dass die rechte Gehirnhälfte eine wichtigere Rolle bei der Regulierung des sympathischen Abflusses zum Herzen spielt. Dies ist ein grundlegendes Organ für die Kontrolle der für das Überleben notwendigen Verhaltensreaktion „Kampf oder Flucht“.


Sonntag, März 17, 2019

"Bist ein guter Junge"

Über die Bedeutung von "Dog Talk"

Quelle: ScienceDaily (Mar. 6, 2018)


Wissenschaftler der University of York haben gezeigt, dass "Dog Talk" (zu Hunden sprechen) für den Beziehungsaufbau zwischen Haustier und Besitzer wichtig ist, ähnlich wie "Baby Talk" die Bindung zwischen einem Baby und einem Erwachsenen fördert. Sprachinteraktionsexperimente zwischen erwachsenen Hunden und Menschen, die als "Dog Talk" bezeichnet werden, zeigten, dass dadurch die Aufmerksamkeit gestärkt wird und Menschen dabei helfen kann, sich sozial mit ihren Haustieren zu verbinden. Bei erwachsenen Hunden machte "Dog Talk" dagegen wenig aus.

Frühere Studien zur Kommunikation mit Hunden hatten nahegelegt, dass eine hohe Stimme mit übertriebener Emotion, genau wie Erwachsene mit Babys sprechen, die Bindung an Welpen verbessert. Die Wissenschaftler haben mit neuen Experimenten getestet, ob dieses "Dog Talk" die Hunde in irgendeiner Weise fördert, oder ob Menschen es einfach nur deshalb tun, weil sie dazu neigen diese wie ihre Babys zu behandeln.

Dr. Katie Slocombe von der Abteilung für Psychologie der Universität York sagte: "Es wird angenommen, dass ein spezielles Sprachregister, das als "infant-directed" (an Säugling gerichtet) bekannt ist, diesem das Erlernen der Sprache erleichtert und die Art und Weise verbessern soll, in der ein menschliches Baby mit einem Erwachsenen verbunden ist. Diese Form der Rede hat einige Ähnlichkeiten mit der Art und Weise, in der Menschen mit ihren Hunden sprechen, die als Hunde-gerichtete Sprache bekannt ist.

"Diese hohe rhythmische Sprache ist bei menschlichen Interaktionen mit Hunden in westlichen Kulturen üblich, aber es ist nicht viel darüber bekannt, ob sie Hunde ähnlich fördert wie Babys. "Wir wollten uns dieser Frage widmen und sehen, ob die Art und Weise dieses Sprechens die soziale Bindung zwischen Menschen und Hunden beeinflußt."

Im Gegensatz zu früheren Experimenten setzten die Forscher reale Menschen und keine Lautsprecher in den selben Raum mit den Hunden. Dies machte die Situation für die Hunde viel natürlicher und half dem Team zu erkennen, ob die Hunde nicht nur auf "Dog Talk" reagierten, sondern auch motiviert waren, mehr Zeit mit der Person zu verbringen, die auf diese Weise mit ihnen gesprochen hatte. Die Forscher führten eine Reihe von Experimenten in "Dog-directed" Sprache mit erwachsenen Hunden durch, zum Beispiel "du sind ein guter Hund" und "gehen wir spazieren?" und eine Reihe von Experimenten mit anderen Personen in "Adult-directed" (an Erwachsene gerichtet) Sprache, in der kein hunderelevantes Thema vorkam, beispielsweise "Ich bin gestern Abend ins Kino gegangen". Ebenso wurden Versuchsreihen gebildet, in denen in hoch emotionalem Tonfall nicht für Hunde relevante Satzinhalte gesagt und in nicht emotionalem Ton für Hunde relevante Inhalte.

Die Aufmerksamkeit während der Reden wurde gemessen und anschließend durften die Hunde wählen, mit welchen der Sprecher aus allen Versuchsreihen sie physikalisch interagieren wollten. So konnten die Forscher beurteilen, ob es der hohe emotionale Ton der Sprache war, zu dem sich die Hunde hingezogen fühlten oder die Worte selbst.

Alex Benjamin, Doktorand an der psychologischen Abteilung der Universität, sagte: "Wir haben festgestellt, dass sie häufiger mit den Sprechern interagieren, die in "Dog-directed" Sprache hunderelevante Inhalte gesagt hatten. "Als wir die beiden Arten von Sprache und Inhalt vermischten, zeigten die Hunde keine Präferenz für einen Sprecher gegenüber dem anderen.

Dies legt nahe, dass erwachsene Hunde hunderelevante Wörter hören müssen, die mit einer hohen emotionalen Stimme gesprochen werden, um sie relevant zu finden. "Wir hoffen, dass diese Forschung für Tierhalter, die mit ihren Hunden interagieren, sowie für Tierärzte und Rettungskräfte nützlich ist."


Eine Erfahrung von mir als Anmerkung

Als Berta noch jung war, klagte ihr Frauchen Doris, dass Berta überhaupt nicht an der Leine spazierengehen wolle. Sie würde nur bocken. Bei meinem Besuch dann bei ihr nahm ich Berta an die Leine und Doris ihren Willie. Berta bockte wie zu erwarten, und ich begann leise mit ihr zu sprechen, ununterbrochen erzählte ich ihr irgendwas Liebes - und sie ging brav neben mir her, solange sie meine Stimme hörte :-)

Auf diese Idee brachte mich die Erinnerung an ein Erlebnis Jahrzehnte zuvor in Arizona (1971):

Ich wollte einen Reitausflug ins Gelände mitmachen und schloß mich einer Gruppe anderer Touristen an. Ein Cowboy suchte für jeden ein passendes Pferd aus, nun, damals war ich jung und sportlich, ich bekam wohl deshalb "Winchester" zugeteilt, der, wie sich sehr schnell herausstellte, gelinde gesagt schwierig war. Schon nach Kurzem ging er mit mir durch, ich umklammerte seinen Hals um den tiefhängenden Ästen auszuweichen und um nicht runter zu fallen... Dieser Cowboy kam uns nach und peitschte Winchester auch noch von seinem Pferd aus. Er brüllte mich an: "Can´t you people ride in Germany?"... Ein Reiter aus der Gruppe galloppierte jetzt zu mir hin und blieb für den Rest des Ritts dicht hinter mir - ich zitternd immer noch auf Winchester - und flüstert ununterbrochen sanft und ruhig zu ihm hin. Ich fasste es nicht: Winchester brachte mich ruhig zur Ranch zurück.

Ich fragte den Pferdeflüsterer, er war ein alter, kleiner, bärtiger und wettergegerbter Mann, was er Winchester bloß erzählt habe. Er lächelte und meinte "nichts Besonderes... man muß einfach nur reden."


Mittwoch, November 22, 2017

Unter Wölfen


Unweit unseres Hotels in Niederhaverbeck liegt das Wolfcenter Dörveden. Ich wollte schon länger dort einmal hin und mit Wölfen schmusen - dort ist das mit zwei handaufgezogenen Polarwölfen (Hudson Bay Wölfe) möglich! Ich hatte mich für diesen Vormittag fest angemeldet, und das Wetter spielte weiterhin mit.

Kosmo blieb im Auto und Stu ging zum Fotografieren mit. Die europäischen Wolfsrudel empfingen uns mit lautem, langtönigem Geheul, abgestimmt wie ein Chor - ein melodischer Sound voller Inbrunst. Ich heulte mit, wunderbar bewegend dieser Einklang...

Auf dem Weg zum Gehege der zwei menschenfreundlichen, weißen kanadischen Wölfe, vorbei an einem der Baumhäuser direkt über einem Wolfsgehege, sah ich auf der Infotafel über die Caniden-Familie, als Vertreter unserer Hunde - einen BULLDOG !! Welche Freude :-)

Dann kam die Biologin des Center, Imke, um mit mir und einer weiteren Frau ins Gehege zu Kimo und Dana hineinzugehen.

Brille und Haarspange mußten wir zur Schadensvorbeugung abgelegen, was sich schon nach drei Minuten als berechtigt erwies :-) Auch die Jacke aus kratzfestem Material, die das Center stellte, war sehr sinnvoll.

Doch bevor es ins Gehege ging wurden wir eingewiesen: "Der Wolf entscheidet, ob und wieviel Kontakt es geben wird." Um ihn zu ermuntern mit uns zu spielen oder zu schmusen sollten wir uns kleinmachen, hinhocken oder setzen. Und sollte er sich sogar vor uns hinlegen und den Bauch zeigen, dann sollten wir uns auf den Boden hocken. "Nie ihm 'von oben kommen', nicht oben auf dem Kopf streicheln, nur seitlich, am liebsten die Ohren. Auch am Brustbein kraulen oder die Schenkel-Innenseite, das liebt er." Sie ermahnte uns, dass wir in seinem Gehege seine 'Gäste' sind, und ob willkommen oder nicht, dass sei seine Entscheidung. "Er ist kein Hund, der Befehle befolgt, er ist ein wildes Tier."

Wir sollten auch unter keinen Umständen in den hinteren Abschnitt des Geheges gehen, das sei ihr Privatbereich und tabu. Wie menschlich, mußte ich schmunzeln :-) Dann wollte sie noch wissen, ob wir Angst hätten. Das hatte weder ich noch die andere Frau. (Eher unsere Männer, die wollten 'kein Risiko' und bleiben draußen ;-)

"Angst ist schlecht, Respekt ist gut" meinte Imke dazu.

Ich setzte mich auf die Bank, um den Wölfen auf Augenhöhe zu begegnen. Mir ging durch den Kopf, dass Wölfe da wohl ähnlich wie Menschen empfinden: Kleine Parteien wollen immer unbedingt 'auf Augenhöhe' von den großen behandelt werden; das scheint Vertrauen-bildend zu sein, man kann auch sagen Angst- und damit Aggressions-mindernd. Will man Verhandlungserfolge (oder mit einem Wolf schmusen), ist es als Größerer klug darauf einzugehen. Und übrigens: begegnet einem ein Wolf im Wald ist es auch ratsam sich klein zu machen: dann wirkt man harmlos auf ihn.

Kimo war gegeistert, als ich mich auf die Bank setzte. Er überfiel mich geradezu - und er war tatsächlich sanfter als Kosmo! Als ich das später zu Stu sagte, meinte er nur: "Was erwartest Du von einem BULLDOG?"

Erst nachden Kimo und Dana mich sozusagen grundsätzlich zu ihrem 'Freund' erklärt hatten, wollten sie mehr über mein Umfeld erfahren: sie schnupperten an meinen Schuhen herum. Kosmos Duft war für sie nicht weiter von Bedeutung - übrigens ihr Duft für Kosmo später auch nicht. Er war deutlich mehr an den Kochgerüchen im Wolfscenter-Bistro interessiert, in das er mit hinein durfte.

Nach vielleicht 20 Minuten jagten Kimo und Dana sich in Hochstimmung tollend und spielend durch ihr Gehege. Ihre so geschmeidigen Bewegungen, ihr gleitender Lauf, sie sind so schöne Tiere. Zurück wollten sie wieder mit mir schmusen, spielen, ... Kimo kam von vorne an, Dana von hinten. Und ausgerechnet zwischen meinen Beinen zankten sie sich angiftend - genau wie Frieda und Kosmo - um den '1. Zugriff' auf mich. Kimo setzte sich schnell durch - genau wie Kosmo gegenüber Frieda es als der stärkere tat. Nach dem ersten Schrecken mußte ich lachen.

Auf der Basis von Respekt: Die Wölfe vertrauten mir - und ich ihnen :-)

Kimo legte sich dann noch vor uns hin. Er zeigt längst nicht immer so großes Vertrauen. Manchen Besucher lassen die beiden Wölfe auch einfach nach kurzem Beschnuppern links liegen... Gefährlich waren sie aber noch nie für diese, es wurde jedoch auch noch kein Besucher übergriffig dominant ihnen gegenüber. Wegen unangemessenen Verhaltens mußte Imke nur einmal aus Sicherheitsgründen einen Mann aus dem Gehege rauswerfen. (Die Fotos im Gehege machte Imke mit meinem Handy.)

Imke, die uns begleitende Biologin, begann schließlich zu heulen.

Kimo und Dana unterbrachen sofort alles Spiel, standen still, hoben ihre Köpfe und heulten, ja sangen mit; wir zwei Frauen auch, sogar unsere Männer draußen vorm Zaun ließen sich dazu verführen... Dann heulten auch alle anderen Wölfe mit... Es ist ein schwer zu beschreibendes Gefühl, diese Urlaute von Einklang in der Natur. Ich war tief im Herzen glücklich. Und die Wölfe in ihrer hingebungsvollen Konzentration auf diesen Augenblick sicher auch. Gemeinsam mit ihnen voll im Flow - wunderbar...

Bevor wir Kosmo aus dem Auto holten, gingen wir noch einmal zu den Europäischen Wölfen.

Es hatte einen Wildunfall gegeben: ein Damhirsch war vor ein Auto gekommen und sein Körper (ohne das Haupt) war als Futter ins Wolfcenter gebracht worden. So konnten wir von einer Plattform aus das Reißen beobachten. Es ging streitlos, sozusagen 'geordnet' dabei zu.

Mir ist unter diesen Wölfen sehr bewußt geworden, worin sie sich von Hunden unterscheiden.

Hunde ordnen sich dem Menschen unter; ja sie wollen und brauchen unsere Führung. Wölfe dagegen verhalten sich - und entscheiden - selbstverantwortlich über alles, was ihnen begegnet. (So gesehen hat der Bulldog mit seinem Dickkopf noch so einiges Wölfische an sich :-) Bekommen Hunde nicht die benötigte Führung durch den Menschen, so regredieren sie meist notgedrungen zu einem überforderten "Wolf", tanzen ihrem Besitzer auf dem Kopf rum und können gefährlich werden.

Mir ist aber auch die große Ähnlichkeit im Verhalten zwischen Hund und Wolf sehr aufgefallen: Hunde mögen es zum Beispiel ebenso wenig, wenn sie oben auf den Kopf getätschelt werden. Auch Hunde springen Menschen an, um mit ihnen mehr 'auf Augenhöhe' zu kommen. Sie schmusen und spielen wie diese, kennen Eifersucht und Wettbewerb. Und sie lieben ihr (menschliches) Rudel wie ein Wolf das seine.

Mir wurde auch eine besondere Gemeinsamkeit von Wölfen und Menschen klar: Ihr Heulen ist unser Chorgesang. Archaische rituelle Chorgesänge, Nationalhymnen... bis hin zu Kirchenchören, Gesangsvereinen und dem Mitgrölen auf Rockkonzerten - es macht glücklich im Gefühl des Zusammenstehens.


Dienstag, Oktober 10, 2017

Zungensprache - Zungenspiel :-)


Ein paar Jahre schon habe ich keinen eigenen Beitrag mehr über "Zungenfotos" gebracht. Dabei ist die Bulldogzunge durch ihre Größe und Faltungensvielfalt so aussagekräftig wie seine Mimik insgesamt.

Die große Bulldogzunge ist natürlich zuerst einmal ein Schwitzorgan, ein Temperatursenker auch über den sie abkühlenden Atemstrom.

Abgesehen davon wirken Bulldog-Zungenbilder auf mich stets lustig. Vielleicht deshalb, weil sie in ihrer Größe so ursprünglich direkt Gefühle und Absichten verrät. Sie "spricht" auf ihre Weise.

Blickkontakt suchen und die Zunge dabei einzuziehen meint oft: "Hör mir zu!" Diese Fotos von Kaskades Stolp zeigen das sehr schön.

Auch ausnahmsweise einmal KEINE Zunge zu zeigen, ist eine Aussage: hohe Konzentration, Einsatzbereitschaft! Auch mensch würde in solch einer Situation schweigen :-)

Beim miteinander Toben bleibt die Zunge, um sie zu schützen, sorgsam eingezogen. Auch beim Bellen bleibt die Zunge eingefaltet im Maul. So verläßt der Ton das Maul "unverschlabbert" wie bei einer Trompete :-)

Auf den Fotos hier bellt mich ein 5 monatiger Welpe in Köln durch das Fenster (Galerie Klaus Benden) an. Er und ich sahen uns gleich überrascht an, ich ging in die Galerie hinein und er begrüßte mich sogleich zu meiner Freude (und zum Staunen seines Herrchens) stürmisch-lieb!

Die Zunge formt sich beim Trinken zum "Schöpflöffel" nach hinten (Siehe Beitrag vom März 20, 2015). Auf dem Foto oben von Dicki Borgert formt sie sich nach vorne zum "Greifinstrument" sehr praktisch: Mit dieser muskulösen Zunge läßt sich Sahne wie Wasser schöpfen und Leckerli - fest wie mit einer Hand - aufgreifen.

Oben noch einmal, weil sie so gekonnt ist, Dicki´s Zungenrolle. Diesmal beim Gähnen, das in Appetit übergeht..." :-) Apropos Gähnen ;-)

Unten ein Foto von Alex Schnabel: mit ihrer Profi-Kamera hat sie gut festgehalten, wie ihr schon 10jähriger Stanley seine Zunge zur Abkühlung als "Fächer" nutzt.

Jetzt ein wunderschönes Video über ein zärtliches "Zungenspiel" :-)

Und ein Video über diese lange Zunge als perfektes "Auslutschwerkzeug" :-)

Zum Schluß ein weiteres reizendes "Zungenspiel"-Video. Und viel Spaß mit Ihrem eigenen Bulldog dabei :-)

HINWEIS: Wenn Sie ganz oben in der grauen Referenzspalte den Suchbegriff "Zunge" eingeben, finden Sie viele Links zu Beiträgen über die große Bulldogzunge.


Montag, September 18, 2017

Hunde können die Perspektive des Menschen

übernehmen

Quelle: ScienceDaily (Apr. 7, 2017)


Menschen sind in der Lage, das Verhalten anderer zu interpretieren, indem sie ihnen mentale Zustände (und sich selbst) zuordnen. Durch die Übernahme der Perspektiven anderer Personen können sie deren Emotionen, Bedürfnisse und Absichten erkennen und entsprechend reagieren. Im Tierreich ist diese "Theory of Mind" ein sehr umstrittenes Thema.

Kognitionsbiologen des Messerli Forschungsinstituts (Uni Wien) konnten mit einem neuen Testverfahren nachweisen, dass Hunde nicht nur feststellen können, ob ein Mensch eine Nahrungsquelle im Auge hat und deshalb weiß, wo das Essen verborgen ist. Sie können dieses Wissen auch anwenden, um entsprechende Hinweise von Menschen richtig zu interpretieren. Diese Perspektive ist ein wichtiger Bestandteil der sozialen Intelligenz. Es hilft Hunden, mit der menschlichen Umwelt fertig zu werden.

Die so genannte "Theory of Mind" beschreibt die Fähigkeit des Menschen, mentale Zustände wie Emotionen, Intentionen, Wissen, Glauben und Wünschen zu verstehen. Diese Fähigkeit entwickelt sich bei Menschen innerhalb der ersten vier oder fünf Jahre des Lebens, während sie in der Regel bei Tieren nicht angenommen wird. Indikationen, dass Tiere mentale Zustände oder sogar Erkenntnisse von anderen verstehen können, wurden bisher nur bei Affen und Raben gefunden. Hunde wurden mehrmals getestet, aber die Ergebnisse waren widersprüchlich.

Mit einem neuen experimentellen Ansatz konnten Kognitionsbiologen aus dem Messerli Forschungsinstitut nun einen soliden Beweis finden, dass Hunde unsere Perspektive, unseren Gesichtspunkt einnehmen können. Durch Einnahme der Position eines Menschen und durch Folgen seines Blickes verstehen die Hunde, was der Mensch sehen konnte und folglich auch wissen. Diese Fähigkeit, Wissen zuzuschreiben, ist nur ein Bestandteil der Theory of Mind, aber einewichtiger.

Den richtigen Informanten identifizieren

Das sogenannte Guesser-Knower-Paradigma ist ein Standardtest in der Erforschung der Zuordnung von Wissen von anderen. Bei diesem Experiment handelt es sich um zwei Personen: ein "Wisser", der das Essen, unsichtbar für den Hund, in einem von mehreren Lebensmittelcontainern versteckt oder weiß, wo jemand anderes ihn versteckt hat, und ein "Rater". Der Ratende war entweder nicht im Zimmer gewesen oder bedeckte seine Augen während des Essenversteckens. Eine nicht transparente Wand blockiert die Sicht der Tiere auf das Essen. Danach werden die beiden Menschen Informanten, indem sie auf verschiedene Lebensmittelbehälter hinweisen.

Der Wisser weist immer auf den Essensbehälter und den Rater auf einen anderen hin. Alle Behälter riechen nach Nahrung. "Um das Essen zu bekommen, müssen die Hunde erkennen, wer das Versteck kennt, und wer nicht. Sie müssen den Informanten identifizieren, auf den sie sich verlassen können, wenn sie sich für Lebensmittel-Container entscheiden", sagte Hauptforscher Ludwig Huber. In etwa 70 Prozent der Fälle wählten die Hunde den vom Wissenden angezeigten Container. Dieses Ergebnis war unabhängig von der Position des Nahrungsmittelcontainers, der Person, die als der Wisser fungierte und wer als Rater.

Hunde können menschliche Perspektiven übernehmen

ANMERKUNG:

Wenn Hunde den Unterschied erkennen können, ob jemand "etwas weiß" und nur "etwas rät", dann müssen sie ein sehr feines Gespür für Sicherheit und auch Ehrlichkeit des Anderen besitzen. Man sagt ja auch, sie würden "schlechte Menschen" erkennen und uns vor ihnen warnen.

Ich wage zu bezweifeln, dass Menschen bei einem solchen Test gleich gut wie sie abschneiden würden...

Das einzige Ziel dieser Testreihe war es jedoch, eine in Neuseeland durchgeführte Studie selbstständig zu bestätigen. Ein deutlicher Beweis dafür, dass Hunde in der Lage sind unsere Perspektive zu übernehmen und zu nutzen, wurde in einem neuen, vom Team entwickelten Test, dem sogenannten "Rater Wegschauen" Test, entwickelt:

In diesem neuen Experiment verbirgt eine dritte Person in der Mitte das Essen. Diese Person gibt später den Hunden keine Hinweise. Die potenziellen Informanten knieten links und rechts vom Verstecker und sahen auf die gleiche Seite und leicht nach unten. So sah einer der Beiden zum Essen hin, und der andere sah von ihm weg. "Das bedeutet, dass die getesteten Hunde, um das Essen zu bekommen, beurteilen mussten, wer der Wisser ist, indem er die Perspektiven der Informanten annimmt und ihren Blicken folgt", erklärte Huber. Auch bei diesem Test, der für die Tiere sehr schwierig ist, wurden etwa 70 Prozent der Versuche beherrscht.

Die Annahme der menschlichen Perspektive führt zu unsichtbaren Speisen

In der Lage zu sein, die Perspektive eines Menschen zu übernehmen, erfordert jedoch nicht die Fähigkeit, Intentionen oder Wünsche zu verstehen. "Aber die Studie zeigte, dass Hunde herausfinden können, was Menschen oder Artgenossen sehen oder nicht sehen können", erklärte Huber. "Indem sie die Positionen der Menschen annehmen, finden sie heraus, was die Menschen sehen und deshalb wissen - und folglich, wem sie vertrauen können oder nicht."

In ähnlichen Experimenten konnten Schimpansen und wenige Vogelarten wie Raben den Wissensstand und auch die Absichten der Menschen verstehen und ihr eigenes Verhalten entsprechend ändern. Für Hunde gibt es bisher nur vorgegebene und vage Anzeichen. Aber Hunde verstehen unser Verhalten sehr gut, zum Beispiel unsere Aufmerksamkeit. Sie können von direkt sichtbaren Hinweisen wie Gesten oder Blicken lernen.


Dienstag, Dezember 6, 2016

"Bürger-Wissenschaftler"

tragen zur Hundeforschung bei

Quelle: ScienceDaily (Sep. 16, 2015)


Fünfhundert "Bürger-Wissenschaftler" aus der ganzen Welt haben Daten zu einer Studie zusammen getragen, die untersucht, was in den Köpfen ihrer Hunde vorgeht.

Dies Forschungsprojekt analysiert die gesammelten Daten von 500 Hundebesitzern, die die gleichen Spiele zu Hause spielten, welche die Forscher im Labor verwenden, um mehr über die kognitiven Fähigkeiten und Problemlösungen von Hunden herauszufinden. Bei fünf der sieben analysierten Tests entsprachen die Daten der Bürgerwissenschaftler denen, welche in den Labors der Duke University (Durham, UK) und anderswo produziert wurden.

Zum Beispiel: in einem der Spiele-ähnliche Tests folgten viele der Hunde mehr ihrer Erinnerung als ihrem Geruchssinn, um eine versteckte Belohnung zu finden. Die Hunde sahen zu, wie ihr Besitzer Essen unter einem von zwei Tassen versteckte. Dann, während die Sicht des Hundes verdeckt war, tat der Besitzer das Essen unter die andere Tasse. Wenn Hunde die Nahrung riechen konnten, sollten sie in der Lage gewesen sein, die korrekte Schale zu wählen, aber die Testteilnehmer stellten fest, daß die meisten Hunde dorthin gingen, wo sie zuletzt die Nahrung sahen.

"Das sind nur Spiele", sagte Projektleiter Hare: "Die Besitzer lieben es, sie zu spielen, und die Hunde lieben es, sie zu spielen. Ich erkannte, dass mehr Leute sie spielen könnten, wenn sie online (Dognition.com) waren." Mehr als 17.000 Hundebesitzer von Durham (UK) bis Finnland haben sich angemeldet und teilen ihre Daten mit den Forschern. "Die Daten, die diese Hundebesitzer produzieren, sind Qualitätsdaten", sagt Senior Researcher Evan MacLean, "Sie stimmen mit den Ergebnissen aus den Spitzenforschungsgruppen auf der ganzen Welt überein."

Laut MacLean wurden die Ergebnisse "Erinnerung-über-Geruch" in sieben verschiedenen Forschungsgruppen und mehr als ein Dutzend verschiedener Studien repliziert. "Die meisten Leute denken, dass Hunde ihren Geruchssinn für alles nutzen", sagte MacLean. "Aber eigentlich nutzen Hunde bei der Lösung von Problemen eine ganze Reihe von Sinnen."

Die Analyse der ungewöhnlich großen Datensätze, erstellt von Dognition.com, hat auch ergeben, dass alle Hunde eine einzigartige Reihe von kognitiven Fähigkeiten haben, die sie verwenden, um durch die Welt um sie herum zu navigieren. Einige Hunde wurden gefunden, die gute Kommunikatoren waren, einige hatten bessere Erinnerungen und andere waren besser darin, die Perspektive ihrer Besitzer einzunehmen.

"Die meisten Leute denken an Intelligenz als ein Glas, das mehr oder weniger voll ist", sagte Hare. "Aber Intelligenz ist eher Eiscreme, jeder hat eine andere Geschmacksrichtungen." In einer Sache gut zu sein bedeutet nicht, es in allem Anderen auch zu sein."

Hare sagte, diese Art von Befunden sind nur möglich mit den großen Datensätzen, die Bürger-Wissenschaftler erzeugen können. "Sehr viel ist möglich, wenn du so viele Daten hast", sagte Hare. "Ich freue mich auf Hundebesitzer, die alle großen Fragen beantworten, die Wissenschaftler seit Jahrzehnten verwirrt haben."


Ergänzende Anmerkung zum Artikel

Es geht mir manchmal so, dass ich über die Ergebnisse von Hunde-Verhaltensforscher denke: das ist doch sowieso klar! Dies Datenmassen-Experiment zeigt besonders deutlich, dass die Wissenschaft unser Hundehalter-Erfahrungswissen bestätigt.

Das Vertrauen in den Menschen, wie z.B. die Überzeugung "mein Mensch betrügt mich nicht" bestimmen das Verhalten unseres Hundes ganz wesentlich. Im oben berichteten Beispiel vertrauen die Hunde darauf, dass die Futtertasse dort ist, wo ihr Mensch sie hingestellt hat - und dass dieser ihn nicht reinlegt, indem er die Tasse heimlich vertauscht. So geht man mit seinem besten Freund ja schließlich auch nicht um :-)

In Zusammenhang mit den Ergebnissen oben, finde ich die Studie "Was ist wichtiger: Futter oder Zuwendung?" (siehe Beitrag vom 26. November 16) besonders interessant. Deren Ergebnis "Hunde sind mit Menschen hypersocial" wird hier einmal mehr bestätgt.


Mittwoch, September 14, 2016

Der Ton macht die Musik, Teil II


Kaum hatte ich den Beitrag unten über Friedas Empfindlichkeit dem Tonfall gegenüber, in dem ich etwas von ihr wünsche, geschrieben, da erschien in der "FAZ", die wir abonniert haben, in der Rubrik "Natur und Wissenschaft" ein Artikel zu diesem Thema.

Diese faszinierenden Forschungsergebnisse will ihn Euch nicht vorenthalten :-)


Samstag, September 10, 2016

Der Ton macht die Musik, Teil I


Dass unsere Frieda freundlich gesagt sensibel reagiert, wenn sie früh aufstehen oder spät abends noch mal in den Garten gehen soll, darüber schrieb ich schon einige Male. Und in diesen Situationen amüsierte mich ihr knurrender Dickkopf auch nicht gerade.

Das muß auch anders gehen, dachte ich. Und mir fiel die Geschichte ein, die Martina Stolp uns über Kaskdes erzählt hatte: "Man muß "bitte" zu ihr sagen!" (Siehe Beitrag vom 11. Januar 2015) Kaskades ist Friedas Enkelin, und vielleicht hat Frieda die gleiche "delikate" Veranlagung.

Also säuselte ich vor einigen Wochen abends nach dem Spätkrimi "Meine allersüßeste feine Frieda, möchtest Du vielleicht noch einmal Pipi machen? Ich hetze Dich nicht, nein, ich bin ganz ganz lieb, weil Du es ja auch bist. Du bist so eine gute liebe Frieda,...."

Skeptisch ging ich mit Kosmo schon zur Terrassentür - ich glaubte es fast nicht, sie kam sofort schwänzchenwackelnd hinter uns her :-) Zufall? Nein. Sie steht seitdem jeden Abend und Morgen gut gelaunt und nahezu sofort auf, wenn ich oder Stu statt des früher üblichen kurzen Rufs "Aufstehen!" liebevoll und in sanftmütig singendem Tonfall ihr erzählen, dass es ein schöner Morgen ist und sie eine wunderbare Frieda. Mir fällt nur folgende Erklärung dazu ein:

Sie erlebt wohl eine kurz und knappe Ansprache als unverdient unfreundlich. Sie hat doch nichts getan, um solch eine "Unhöflichkeit" zu verdienen und knurrt entsprechend unhöflich zurück.... Der Ton macht die Musik, auch bei ihr :-) Kosmo ist da anders, eben ein Kerl ;-)


Dienstag, September 6, 2016

Verhaltensgenetik: Angst und Aggression

Quelle: ScienceDaily (Aug. 10, 2016)


In der Hunde-Verhaltensgenetik gibt es erste bestätigte Ergebnisse:

Es gibt neun Angst/Aggressions-Wesensmerkmale.

Während viel über die Biochemie von Angstzuständen verstanden wird, ist nur wenig über die damit verbundenen genetischen Variationen bekannt. Eine neue Studie berichtet, dass beim Hund die genetische Veranlagung für Aggression gegenüber seinem Eigentümer oder einem vertrauten Hund sich von der Angst und Aggression gegenüber unbekannten Menschen und Hunden unterscheidet. Die Forscher identifizierten etwa 12 Gene, die mit diesen Merkmalen in Verbindung stehen.

"Unser Hauptfokus lag auf spezifischen Genen, die mit für Aggressionen gegenüber fremden Menschen und Hunden relevanten Genen in zwei Genomregionen verbunden sind", sagte Carlos Alvarez, PhD, Principal Investigator in dem Zentrum für Molekulare und Humangenetik im Forschungsinstitut des Nationwide Children's Hospital. "Diese Gene gehören konsistent zur Kernangst und Aggression des Neuralweges, der als Amygdala-Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren Achse bekannt ist." "Die Ergebnisse werden sich nicht nur auf die wichtigsten Hundeverhaltensprobleme beziehen, sondern sind wahrscheinlich auch von großer Bedeutung für die menschliche Angststörungen."

Die unmittelbaren Auswirkungen dieser Ergebnisse betreffen die Tierverhaltensmedizin, wie Gentests zur Risikoabschätzung bestimmter Arten von Angst und Aggression. Langfristig sind sie ermutigend für Erwachsene und Kinder mit Angststörungen.

Da diese Risikovarianten alle Hunderassen betreffen, bietet sich eine ideale Testsituaton für Veterinäre neue biochemischen Therapien zu entwickeln. Sobald festgestellt wird, welche neuronalen Schaltkreise durch die (genetische) Risikoänderung betroffen sind, wird dies wahrscheinlich zu Medikamenten führen, welche emotionale Verhaltenseffekte verringern oder verstärken können. Diese könnten sofort mit der Zustimmung des Hundebesitzers getestet werden. Und wenn diese Therapien bei Hunden wirksam sind, dann können sie bei Menschen mit ähnlichen Verhaltensstörungen angewendet werden. Die Erkenntnisse über die Neuralwege wird auch zu der Entwicklung von Biomarkern führen, die verwendet werden können, um die Patienten herauszufinden, die am wahrscheinlichsten auf solche Behandlungen reagieren.

"Dieses Projekt hat gerade erst begonnen", sagte Dr. Alvarez. "Wir sind weiterhin dabei zu forschen und andere Gene zu identifizieren, die mit Angst/Aggression verbunden sind. Wir sind gespannt, was diese Forschungen weiterhin aufdecken werden."


Kommentar: Politik- und Zuchtkritik

Es gibt immer noch Bulldog-Zuchtlinien, in denen sich ein ängstliches Wesen dominant vererbt. Das liegt daran, dass Jahrzehnte lang körperliche Rassenmerkmale - bei Vernachlässigung von Wesensmerkmalen - entscheident für die Zuchtauswahl waren. Leider geschieht das in manchen Zuchtvereinen auch heute noch: es geht dabei um Pokale als Marketingvorteil!

Ein einzelner ängstlicher Welpe kann aber auch bei Paarungen ausgeglichener, nicht verwandter Bulldogs in jedem Wurf dabei sein. Irgendein ängstlicher Vorfahre hat sich dann nach den Zufallsprinzip genetisch durchgesetzt.

Einen männlichen ängstlichen Welpen sollte man später nicht kastrieren lassen, denn das Testosteron stärkt ihn mental; es gleicht die ererbte Ängstlichkeit etwas aus. Das Risiko, dass er ein Angstbeißer wird, verringert sich dadurch.

Die Erziehung eines ängstlichen Bulldogs sollte darauf abzielen ihm/ihr Vertrauen in die Außenwelt zu stärken: feste Regeln und stabile Führung sind dafür wichtig. Solch ein Hund fühlt sich überfordert und reagiert ängstlich bis aggressiv, wenn er Einschätzungen und Entscheidungen bezüglich Fremden und/oder fremden Situationen selbst treffen soll. Starke Führung durch den Menschen hilft ihm, denn er ist weniger ein Selbstentscheider als der Bulldog im Allgemeinen.

Die Studienergebnisse oben berühren die Frage der geerbten Wesenseigenschaften bestimmter als aggressiv eingestufter Rassen.

Bestimmte Rassen (einige der "Listenhunde" - der heutige Englische Bulldog gehört nicht dazu) wurden duch eine Zuchtauswahl geschaffen, die auf ausgeprägte Aggression angelegt war, und es in bestimmten Milieus auch noch ist.

Trotzdem gibt es in den Würfen von auf Aggression angelegten Zuchten auch immer wieder sanfte Welpen dabei. Was alle Fachleute sagen stimmt, man kann Aggression keinesfalls allgemein an einer Rasse festmachen.

Die Behörden zeigten durch ihre grob verallgemeinernde Rasselisten-Regelung der "gefährlichen Hunde" Unbelehrbarkeit zulasten der Hunde und ihrer Menschen. Und sie agierten populistisch - was sie bei Anderen stets und ständig lauthals verurteilen :-((! Die Rasselisten gehören in allen Bundesländern abgeschafft. Statt dessen wäre es zielführend jeden Hundehalter einem "Hundehalter-Eignungstest" zu unterziehen, auch und besonders im Interesse der Hunde.

Ich plädiere für stärkere gesetzliche Regelungen und Kontrollen in der Hundezucht allgemein: Qual- und Aggressionszucht gehören nicht mehr in unsere Welt!


Fortsetzung HIER !

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Cornelia
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, geboren 1945 in Wuppertal, hat seit inzwischen 37 Jahren Englische Bulldoggen und ist Gründungs- und Ehrenmitglied des "Verein der Freunde Englischer Bulldogs e.V.".

Jetzt sollen die Bulldogs zusätzlich hier ihr eigenes deutsches Weblog bekommen. Jeder Leser kann Blog-Beiträge an Cornelia schicken, Eure Bulldog-Anekdoten, -Fotos und -Tipps für's Blog sind willkommen. Der jeweilige Autor behielt sein Copyright an Bildern und Text, gab aber Cornelia ein einmaliges, unwiderrufbares Nutzungsrecht für eine Veröffentlichung in diesem Blog.


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Update: 21. 3. 2008

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