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Archiv: Beiträge 2019

Clara


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Mittwoch, März 20, 2019

Schuldgefühle - und der Bulldog findet

seine eigenen Ausreden


"Wenn Ihre Hunde einen Tatort inszenieren, um Ärger zu vermeiden." LINK ZUM VIDEO !

Die kognitive Intelligenz des Bulldogs ist beeindruckend - aber welche Lösung ein Pärchen in einer für sie kniffeligen Situation darbieten, topt alles, was ich bisher sah :-)

Nicht nur dass sie auf diese Lösung kamen, um Ärger nach ihrer Untat zu vermeiden, nein, sie haben sich auch noch darüber verständigt!

Unser Kosmo wollte immer der "Gute Junge" sein und neigte deshalb schnell zu Schuldgefühlen. Vielleicht hatte das aber auch Methode: so viel Einsicht und Reue, wie er zeigte, erzeugt ja mehr Mitgefühl, ja Trost statt Tadel. Seine Mutter Frieda als Chefin war hartgesottener als er: sie beschwichtigte nach unerlaubten Taten mit Charme: "Vergessen wir es". Das hatte auch Erfolg :-)

Ich erinnere mich, dass sie als leidenschftliche Gärtnerin einmal frisch gesetzte Pflanzen wieder ausgegraben hatte. Ich kam sauer auf die Beiden zu, nun, sie sah sah zwar weg zur Seite, aber wackelte dabei unschuldig mit ihrem Schwänzchen. Er, der Nicht-Gärtner, ließ den Kopf hängen und machte sich demütig klein, Tadel erwartend. Ich tröstete ihn Unschuldslamm - über sie mußte ich lachen, sie hatte schon verstanden, sonst hätte sie mir in die Augen gesehen!

Sie ist sich mit ihren 10 Monaten noch nicht in Allem sicher, was erlaubt ist, deshalb geht sie auf "Nummer Sicher" und benimmt sich sehr brav. Sie sucht viel Augenkontakt um uns zu "lesen". Ihr Motto: "Vorsicht schützt vor Ärger" :-)

Clara stellte einfach noch nichts Ärgerliches an. Und dass sie einmal einen Kuli zerbissen und verschluckt hatte, das waren wir selbst schuld: wir hatten den auf ihrer Decke fallen und liegen gelassen! Ihr "ich bin unschuldig" stimmt (noch ;-)


Mittwoch, März 13, 2019

Clara´s erste Läufigkeit und das Thema

Kastration als Krebsvorsorge


Clara zog ihre Kindheit etwas in die Länge, statt mit 6 oder 7 Monaten - wie meine früheren Bulldoginnen - wurde sie erst mit 9 Monaten läufig. Jetzt ist sie vorbei, Clara ist nun ein Teenie :-)

Ja, ihre "Klein-Mädchen-Schüchternheit" zeigt sich weniger; sie kämpft ganz schön ordentlich auf der Wiese um das Frisbee mit mir :-) Und ihr seltenes Bellen ist kei quieksiges "Schütz mich"-Rufen nach uns mehr, sondern ein tiefes "Wag es nicht"-Drohen nach draußen.

Zum Thema Höschen gibt es viele lustige Bilder "Marke Eigenbau", hier von Stiene und ein drohendes aus dem Internet ;-)

Clara ließ sich ihr Höschen widerstandslos und sogar geduldig an- und ausziehen, so wie sie in Allem brav ist. Der berühmte bulldoggige Eigensinn zeigt sich bei ihr (bislang ?) nur dann, wenn sie Neues lernen soll: "ich probiere das erst mal GANZ ALLEINE aus oder garnicht!". Jeder Bulldog ist fraglos anders, so wie jeder Mensch :-)


Kastration der Hündin als Krebsvorsorge ?

Grundsätzlich bin ich eine Befürworterin der Kastration der Hündin, wenn nicht vorgesehen ist mit ihr zu züchten. Die Frage ist das Wann.

In der Natur ist es vorgesehen, dass weibliche Tiere (auch der weibliche Mensch) regelmäßig Junge zur Welt bringen. Die für die jeweilige Population das Überleben sichernde Überlebensrate der Jungtiere wird in der Natur biologisch geregelt durch Gefressenwerden, Krankheit, Hungersnot, Kämpfe usw. Aber wir und auch unsere Haushunde leben nicht mehr in der Wildnis, das Wachstum unserer Gemeinschaften wird von uns kulturell durch Geburtenkontrolle erreicht, für die Hunde heißt das Kastration.

Es ist heute Alltagswissen, dass bei unkastrierten Hündinnen eine deutlich höhere Wahrscheinlichkeit besteht an Brustdrüsenkrebs zu sterben. Weniger bekannt ist, dass dies nicht für alle unkastrierten Hündinnen gilt, sondern nur für solche, die zu ausgeprägten Scheinschwangerschaften neigen.

Der Grund ist einsichtig: Die aktivierten, angeschwollenen Milchdrüsen werden hormonell zur Milchproduktion getrieben - aber sie finden keine Abnehmer. Dies führt zu mehr oder weniger schweren Entzündungen des Brustgewebes. Wiederholt sich das nach jeder Läufigkeit, besteht eine nicht zu unterschätzende Wahrscheinlichkeit, dass dieser Reizzustand der Drüsen irgendwann in Krebs umschlägt. Die Kastration der Hündin ist deshalb durchaus auch als medizinische Prophylaxe zu verstehen.

Aus den USA kommt die Empfehlung schon vor der 1. Läufigkeit zu kastrieren, Rüden entsprechend früh. Die Gründe dafür hängen mit den Haftungs-Versicherungen für Hunde zusammen: die zu zahlenden Prämien sind dann für den Halter niedriger, weil statistisch belegt ganz früh kastrierte Hunde - also mental nicht "voll erwachsene" Hunde - weniger zu Aggressionen neigen und damit weniger Haftungskosten erzeugen.

Im Umkehrschluß heißt das, unsichere Hunde oder gar Angsthunde (wenn nicht Traumata die Angstursache sind) sollten erst etwas später kastriert werden, weil sonst die Persönlichkeits-Stärkung wegfällt, welche die Geschlechtshormone in der frühen Jugend bewirken.

Im Sinne einer vollen Persönlichkeitsentwicklung des Bulldogs empfehle ich deshalb, bei der Hündin wenigstens die 1. Läufigkeit abzuwarten, denn dann ist sie kein vorpubertäres, welpig-verspieltes Wesen mehr, sondern immerhin schon ein "Teenie" ;-). Das gilt auch für die Jungrüden. Ich selbst lasse und ließ erst nach der 2. Läufigkeit kastrieren.


Sonntag, März 10, 2019

Die Sonne lockte schon ins Freie


Mitte Februar stiegen die Temperaturen bei uns in Ostwestfalen auf 17 Grad Celsius, die Sonne brannte die erste Bräune ins Gesicht. Die Spaziergänger freuten sich, nicht mehr wie noch kurz zuvor durch Matsch laufen zu müssen, sie lächelten und grüßten sich gut gelaunt.

Und wir freuten uns besonders, dass die Bäche und Teiche noch voller Wasser waren - im Frühsommer fallen sie hier seit ein paar Jahren für Monate trocken.

Der Kurpark von Bad Wünnenberg war an diesem ersten Sonnenwochende des Jahres so voller Menschen mit Kindern und Hunden, mit Rollstuhl- und Radfahrern, dass Clara keine Zeit blieb, den Rehen, Pferden und Ziegen Aufmerksamkeit zu schenken.

Stu war auf seiner ersten Motorradtour in diesem Jahr mit Freund Frank unterwegs, und so wanderten Clara und ich mit Freundin Gaby durch den weitläufigen Park.

Montag und Dienstag war immer noch Sonnenwetter, und Clara und ich gingen mit Stu gemeinsam in den Kurpark. Jetzt waren nur wenige Kurgäste dort unterwegs und die Sitzbänke leer.

Dass Clara in einen der kleinen Bäche hineingegangen wäre, dazu war es ihr aber noch längst nicht warm genug ;-)


Donnerstag, Februar 28, 2019

Gänse... ;-)


Im Paderborner Paderquellgebiet :-)


Montag, Februar 18, 2019

Ausflug zum Valentinstag


Stu und ich hatten Lust den diesjährigen Valentinstag mit Clara in unserer Hochzeitsburg - der Trendelburg - zu feiern, zumal wir jetzt seit 40 Jahren ein Paar sind.

Diese romantische Ritterburg wurde dem Rapunzelmärchen der Gebrüder Grimm gewidmet; Rapunzel ist ein anderer Name der Trendula, die ihren Prinz an ihrem langen Zopf in ihr Turmgefängnis hochzog.

Wir genossen köstliche Speisen - Clara bekam von allem ab - bei überaus hundefreundlichem Service.

Dann ging es weiter zum nahe gelegenen Urwald, dem Reinhardswald im Weserbergland, Nordhessen. Fotos einiger seiner bizarren, die Phantasie anregenden Baumriesen sind in vielen Büchern und Kalendern zu finden.

Clara tobte himmelhochjauchzend durch die Lichtungen, blieb aber immer in unserer Nähe - auch zum Füßebeißen aus Wanderleidenschaft :-)

Sie nimmt die Welt für einen Bulldog auffallend stark durch ihren Geruchssinn wahr. Sie war fasziniert von all den Gerüchen, gelegentlich sollen hier sogar Wölfe durchziehen. Die Nase hielt sie oft am Boden, und dann machte sie wieder einen langen Hals und schnupperte gen Himmel, was der Wind ihr erzählte :-)

Mich ziehen die uralten Baumriesen immer wieder in ihren Bann. Dieser Wald ist jetzt im Spätwinter sehr licht, im Sommer wuchert der Farn in den Lichtungen und dann rieche sogar ich den berauschenden Holz-, Erde- und und Kräuterduft hier :-)


Donnerstag, Februar 14, 2019

"Das ist nicht in Ordnung!"


Unsere Clara Lee hat sich, als sie bei uns einzog, ein sehr präzises Bild ihres Zuhauses eingeprägt. Und sie ist der Meinung, genau so hat es nun auch zu bleiben, alles Andere ist nicht in Ordnung - oder auch einfach in Unordnung.

An gelegentliche Wäschekörbe im Flur hat sie sich inzwischen gewöhnt und schleicht daran vorbei. Aber zum Beispiel ein rumstehender Amazon-Pappkarton wird angebellt, bis wir ihn zum Müll rausgebracht haben. Sie fordert Ordnung ;-))

Sie sitzt gerne oben am Glasgiebel des Schlafzimmers und beobachtet von dort, ob auch alles draußen seine Ordnung hat.

Neulich holte ich Kaminholz vom Stapel neben dem Trennzaun zum Vordergarten unterhalb des Glasgiebels rein und wurde heftig und dunkel von oben angebellt. Sie hatte mich nicht gleich identifiziert, erst als ich "Clara, ich bin´s" rief, wurde sie still.

Geräusche und Klappern am Briefkasten meldet sie inzwischen auch. Ihr Sinn für etwas, das "nicht in Ordnung" ist, macht sie wachsam.

Neulich dachten wir allerdings kurz, sie ist eine "Zwangsneurotikerin" ;-)

In der Küchennische neben ihrem Fresstopf hatte immer noch Kosmo´s großes Kissen gelegen, von dem aus er mich beim Kochen beobachtete. Nun, Clara würde das nie nutzen, soviel war inzwischen klar, sie betritt die kleine Küche nämlich nur, um ihren Topf zu leeren. Deshalb räumte ich das Kissen weg und stellte die Einkaufstasche und einen Hocker in diese Nische.

Das ist so "nicht in Ordnung", meinte Clara genervt bellend. Sie ging nicht mehr in die Küche rein! Futter hin oder her!

Am nächsten Tag trug Stu sie deshalb kurz entschlossen rein und machte das Hundegitter hinter ihr zu. Wir dachten sie macht jetzt Theater - aber nein! Sie begann sofort zügig ihren Topf zu leeren! Sie stellte sich dabei aber seitlich zum Topf so, dass sie dieses "Nicht-in-Ordnung" nicht sehen mußte.

Angst hatte sie also nicht neben Tasche und Hocker zu fressen, sie hatte einfach nur ein unangenehmes "Unordnungs-Gefühl". Nach zwei Tagen "übersah" sie des Appetits wegen Hocker und Tasche auch nicht mehr, sie hatte die neue Menschen-Ordnung akzepiert :-)

Schöne Geschenke zu zerbeißen, wie oben im Bild ein neues Geschenk von Alexandra Bombek, ist für unser Persönchen allerdings "in Ordnung", ein angeknabberter Fensterbalken auch. Naja, ein selbstbestimmtes "in Ordnung" ist auch für uns Menschen etwas ganz Anderes ;-))


Dienstag, Februar 5, 2019

Wie Clara Freundschaften schließt


Um es gleich auf den Kern zu bringen: sie beobachtet ihr menschliches Gegenüber erst einmal, mindestens zehn Minuten lang. Auch Lockangebote wie Hühnerfüße oder Rinderhack bringen sie davon nicht ab. Sie ist unbestechlich :-) Menschen, die nach Hund riechen, genießen allerdings Kredit bei ihr!

Neulich besuchte uns Ina Lindig, sie ist das Frauchen von Stan. Clara saß auf dem Sofa neben mir und Ina gegenüber auf einem Sessel. Vielleicht einer Viertelstunde beobachtete Clara Ina unauffällig, dann legte sie sich entspannt neben mich hin - sie hatte sich eine offensichtlich freudliche Meinung über Ina gebildet.

Ina stand auf und ging zu ihr hin, das Schmusespiel der Beiden begann :-)

Wenn Besucher gleich als erstes auf sie zugehen und sie mit Leckerli "verführen" wollen, findet sie das aufdringlich. Sie geht diese Menschen dann aus dem Weg. Mit wem sie schmust und spielt ist IHRE Entscheidung :-)

Letzte Woche überraschte sie mich: sie hatte ihre 1. "Grundschulstunde" bei Trainerin Sabine Schnapp. Sabine ist eine sehr einfühlsame und kompetente Hundefrau. Ich bin begeistert :-)

Es war während der ersten einfachen Übungen wie man sich als Hund (und Halter) bei Ablenkungen - z.B. durch Begegnungen unterwegs - optimal verhält. Diesmal ging es um eine Begegnung mit einem hockenden Menschen mit Leckerli in der Hand. Clara ignorierte das Leckerli - aber leckte Sabine das Gesicht ab. Sie ist offensichtlich auch begeistert von ihr, denn SIE ergriff die Schmuse-Initiative. Bei Übungen mit den anderen Kursteilnehmerinnen verhielt sich Clara nämlich korrekt und gehorsam nur auf mich bezogen.

Mehr über den Unterricht ein anderes Mal; Stu wird erst einmal mitkommen und Fotos machen.

Aus ihrem Welpenleben heraus glaubte Clara anfänglich: alle Hunde sind spielfreudig und lieb! Inzwischen hat sie Lebenserfahrung: es gibt auch unfreundliche Hunde - und fremde Menschen können sich als Freunde entpuppen ;-)

Da Clara grundsätzlich Hunde liebt, gehe ich mit ihr meist solche Wege, auf denen sie immer welche antreffen kann. Das ist hier besonders der Talweg, denn auf diesem bleibt Schnee nie liegen, das macht ihn für die Rentner, die wie ich meist morgens mit ihrem Hund unterwegs sind, sicher und angenehm. Clara freut sich über jeden Hund, dem sie dort begegnet, signalisiert ihm durch ihre rücksichtsvolle Respekthaltung ihre freundliche Absicht und erweckt damit Gegenrespekt und Neugier :-)

Da ich Schnee aber so liebe, gehe ich zur Zeit mit Clara auch gerne den einsamen Höhenweg hinter unserem Haus, weil sich dort der Schnee noch hält:

Zurück zum Thema Hundekontakte:

Vor einiger Zeit kam uns auf dem Talweg ein schwarzer Dackel entgegen. Ich merkte ihm nichts Besonderes an, aber Clara streckte diesem nicht - wie es eigentlich typisch für sie ist - in freundlicher Haltung ihre Nase entgegen, sondern machte einen Bogen um ihn.

Ich war erstaunt über dies Verhalten und fragte seine Besitzerin zweifelnd: "Ist er lieb?" "Kann man nicht sagen", war die Antwort! Und Clara hatte das unmittelbar erkannt.

Clara ist völlig instinktsicher Hunden gegenüber. Trainerin Sabine schloss daraus auch gleich rchtig, dass sie bis wir sie von der Züchterin (mit 17 Wochen) abholten mit mehreren Geschwistern zusammen lebte.

Nun, Menschen ebenso schnell und sicher zu lesen wie Hunde, daran lernt sie noch weiter :-) Aber aufdringlich wird sie nie werden, das ist nicht ihre Natur :-)


Mittwoch, Januar 30, 2019

Winterwanderungen


Diese klaren, kalten Wintertage, wie sie Ende Januar herrschten, lockten zu weiten Spaziergängen im gleißenden Sonnenschein. Da Stu wegen seiner Arthrose nicht mehr weit läuft, freue ich mich in meiner neuen Freundin Gaby aus unserem Nachbardorf eine Mitwanderin gefunden zu haben. Sie ist auch Clara´s Freundin!

Besonders gern gehen wir in den Hardehausener Wildpark mit seinem Wisentgehege und Aufzuchtstation.

Clara liebt Tiere ganz allgemein, vor fremden Menschen zeigt sie mehr Zurückhaltung als vor diesen - wie Recht sie hat! Die Wisente erschreckten sie trotz ihrer Massigkeit jedenfalls nicht - vielleicht weil sie nach Pflanzenfressern riechen. Sie zog sich auch nicht zurück, als diese nah an den Zaun kamen.

Die rückgezüchteten Urpferde und das Rotwild hielten leider von uns Besuchern Abstand, Clara kam ihnen also für eine Bekanntschaft nicht nah genug.

Ein paar Tage später, das Wetter war jetzt richtig wintereisekalt, spazierte ich allein mit Clara durch den Wildpark.

Die Temperatur war bis Mittag nicht höher als -7 Grad Celsius gestiegen, deshalb zog ich ihr Friedas Mäntelchen an. Es steht auch ihr gut :-). Der See war ganz zugefroren, und es schneite leicht.

Uns begegnete nur ein junger Beagle mit einem älteren Paar, und der freundliche Herr fotografierte Clara mit mir auf meine Bitte hin :-)

Eine Wanderung durch das Silberbachtal erfüllte auch alle Träume von einem strahlenden Wintertag in der Natur:

Der Hinweg zur Silbermühle war von Sonne überstrahlt. Der Rückweg durch die frühe Abenddämmerung, nach einer Pause bei Kakao mit Sahne im Mühlenrestaurant, ließ uns dann an die Urwälder der Märchen bei den Gebrüder Grimm denken.

Clara dagegen genoß es, den schmalen Pfad jetzt nicht mehr mit all den vielen Sonntagswanderern - mit Kind und Kegel dabei - teilen zu müssen.

Kaum zu fassen, aber auf dem Hinweg mußte sie sich auf einem steinigem, halbmeter breitem Teilstück des Abhangweges eng an einem Mann vorbeidrücken, der einen Kinderwagen hoch überm Kopf über die Steinbrocken trug, das Baby hatte die Mutter an sich gedrückt... anders kamen die nicht weiter... Clara fand das beängstigend, ich aber auch! Zwei ihr Mountainbike schiebende Männer kamen uns auch noch entgegen, die machten vor uns klugerweise kehrt, und Klein-Clara reckte sich erleichtert wieder hoch :-)


Sonntag, Januar 27, 2019

Clara´s Fragen zur Mobilität :-)


Ich schrieb im Beitrag vom 17. Januar, dass Clara ihr Auto und ihre Einstiegstür genau kennt. Nun, neulich erfuhren wir, dass sie sich auch die Parkstelle merkt, an der sie zum Wandern aussteigt.

Ich wollte mit ihr den renaturierten Bach und kleinen See in der Nähe entlang laufen, Stu war dieser Fußweg segen seines schmerzenden Knies aber zu weit. Ich stieg also mit Clara am ihr wohl bekannten Parkplatz aus.

Stu fuhr weiter zum anderen Ende dieses kleineren Wandergebietes, um uns etwas später von dort entgegen zu kommen. Als Clara ihn dann von weitem sah, blieb sie stutzend und schnuppernd stehen, ist er das überhaupt ?? Sie wunderte sich offensichtlich, wo er plötzlich herkam und lief dann - diese Frage fallen lassend - freudig schwanzwackelnd zu ihm hin :-)

Clara will immer alles was ihr neu ist - Dinge, Personen, Situationen - zuerst einmal auf Abstand halten. Dann pflegt sie zu beobachten und zu überdenken - überreden läßt sie sich nicht - naja wir wissen: Bulldogs sind Selbstentscheider. Wenn sie sich ein Urteil gebildet hat entscheidet sie, und dann handelt sie. Somit ist sie ihrer Meinung nach stets auf der sicheren Seite ;-) Wie sie Treppensteigen lernte - siehe Beitrag vom 26. Oktober 2018 ist eine Paradebeispiel dafür :-)

Ein Einschub zum Treppensteigen, das ist ja auch eine Frage der Mobilität :-)

Klein-Clara ging zunächt die Treppe Schritt für Schritt hinauf und hinunter. Dann verfeinerte sie irgendwann die Aufsteigetechnik: sie hopst nun, dass heißt beide Vorderbeine und beide Hinterbeine stellt sie jetzt gleichzeitig auf die nächthöhere Stufe. Das geht schneller.

Absteigen dagegen machte sie bis vor ein paar Tagen immer noch in der alten Technik rechtes Vorderbein runtersetzen auf die nächstuntere Stufe, dann das linke Vorderbein runtersetzen; die Hinterbeine entsprechend. Das wurde langsam umständlich für sie, denn es ging so nur im Zickzack runter. Der Grund: sie ist gewachsen und ihr Körper ist jetzt deutlich länger als die Stufenflächen tief sind. Jetz hopst sie auch die Treppe runter wie hinauf - aber nur auf der geraden Strecke. Die Treppenkurve nimmt sie immer noch langsam Schritt für Schritt. In der Außenkurve sind die Stufenflächen ja auch breiter geschnitten.

Clara lernt nicht nur stetig weiter, sie optimiert ihre gelernten Prozesse auch :-)

Zurück zur Geschichte:

Mit Stu gemeinsam ging es nun zum Auto, das am Ende dieses Weges stand. Clara erkannte es von weitem, blieb stehen, sah uns fragend an, wir sagten ihr sie habe es richtig erkannt, und sie ging weiter schnurstraks auf es zu - aber nicht wie sonst zu ihrer Einstiegstür, sondern um es herum zur hinteren Stoßstange. Sie steckte den Kopf sogar darunter und beschnupperte intensiv den Auspuff! Dann ging sie rum zu ihrer Einstiegstür.

Wir staunten - und dann lachten wir: "Sie beschnuppert es wie einen Hund, Auspuff als Popo!" Neben der visuellen Bestätigung, dass es ihr Auto war, brauchte sie wie es schien noch eine olfaktorische - denn sie hatte ihr Auto ja ganz woanders verlassen - wie kam es bloß hier hin? War es wirklich ihr Auto ???


Donnerstag, Januar 24, 2019

Regen, Matsch und Pfützen


Wir hatten hier in Ostwestfalen eine regelrechte Regenzeit. Clara erwartete schon nur noch Nässe draußen. Rief ich "Pipimachen, komm" so schüttelte sie sich noch im Wohnzimmer. Aber den Regen nahm sie dann draußen ungerührt hin. Sie stöberte durch die Büsche, sammelte Steine, beobachtete die Amseln an den Äpfeln auf der Wiese und rannte ihre Runden und Schleifen.

Drinnen mußte ich sie dann, wenn sie genug rumgesprungen war, mit einem großen Handtuch trocken rubbeln. Nun, inzwischen haben wir zu meiner großen Freude wieder Winter- statt Regenzeit :-)

Clara´s Unempfindlichkeit gegenüber Regen ließ mich erstaunen, dass sie bei Spaziergängen während dieser Regenwochen (in den kleinen Regenpausen) entlang unserer Hochwasser führenden Altenau jede Pfütze und Lache konsequent mied. Wasser von oben war ok, Wasser unten auf dem Boden aber nicht! Bei meinen früheren Bulldogs erlebte ich im Regen gänzlich Anderes, aber durchaus Lustiges: mehr darüber im Beitrag vom 23. Mai 2007; bis zu diesem Datum srollen.

Wir erklären uns Clara´s Verhalten so: sie weiß, gegen Regen kann sie nichts machen, deshalb läßt sie sich von ihm aber nicht den Spaß verderben. Pfützen und Matsch aber kann sie dagegen umgehen, also tut sie es.

Spazierengehen mit Clara ist bei fast jedem Wetter eine Freude. (Und sie hält uns auf diese Art auch fit ;-)

Clara zieht nie aus Ungeduld oder aus Abenteuerlust an der Leine, das ist wirklich angenehm für uns. Sie bleibt uns immer nah, auch wenn wir ein Päuschen auf einer Bank am Weg machen. Sie setzt sich neben uns hin, beobachtet das Spiel der Blätter und erschnuppert dabei neugierig, was der Wind ihr über die Umgebung erzählt :-)

Stu und ich schmunzeln: "Clara ist für ältere Leute wie uns ein Glücksfall" :-)


Montag, Januar 21, 2018

"Sowas gibt es doch nicht!"

oder: Lange Leitung ;-)


In dezemberlicher Abenddämmerung sah Stu zufällig aus dem Fenster auf unseren kleinen Gartenteich, während Clara im Garten ihre Inspektions- und Spielrunden genoß.

Da landete plötzlich ein Reiher auf den Steinen an diesem Teich. Clara stand erstarrt vielleicht drei Meter daneben. Jetzt sah der Reiher sie und startete sofort heftig flügelschlagend hoch.

Clara stand bewegungslos mit offenem Maul immer noch an an der selben Stelle, erzählt Stu. Sozusagen Schockstarre.

Dann kam sie langsam ins Wohnzimmer rein, stand wieder still und sah weiter Richtung Teich. Nach vielleicht drei Minuten kam ein "Wuff" aus ihren Maul. Sie hatte jetzt zu einer Meinung über dieses "Ereignis der 3. Art" gefunden und sie verließ entspannt diese "Sowas gibt es doch nicht!-Szene". Stu kommentierte ihr Wuff: "Lange Leitung" ;-)

Unser Clarachen ist schreckhaft plötzlichen Geräuschen und Bewegungen gegenüber. Sie läuft dann erst mal weg. Aber dieser startende Reihe neben ihr brachte sie derart aus der Fassung, dass sie nicht einmal flüchtete. Starr vor Schreck, kann man sagen. Sie hatte sich mit ihrem verspäteten Wuff selbst beruhigt und auch bestätigt :-)

Im Oktober beobachtete ich einen Reiher, der sich den letzten dicken Goldfisch aus dem Teich schnappte. Sehr elegant machte er das. Ich werde wieder neue Goldfische als Reiherfutter kaufen - mein Herz gilt den Wildtieren.

Wir sind gespannt, wie Clara darauf reagiert. Möglicherweise wird sie dann sofort warnend und/oder drohend bellen, denn zu dieser Reaktion hatte sie sich ja nach längerem Überlegen als angemessen entschieden :-)


Donnerstag, Januar 17, 2019

Gewohnheitstier ;-)


Gewohnheit gibt Sicherheit, ich glaube das ist der Hauptgrund, warum Tier wie Mensch Gewohnheiten entwickeln. Clara hat eine spezielle Gewohnheit entwickelt, die uns immer wieder schmunzeln lässt:

Als 14kg-Welpe stieg sie immer über einen Hocker auf die relativ hohe Fernsehliege, aufs mittelhohe Sofa und aufs weniger hohe Bett auch. Das machte ja auch Sinn, wenn man nicht immer wieder hochgehoben werden will.

Doch nun ist sie 21kg stark und hat deutlich längere Beine bekommen. Aber sie besteht immer noch auf dem Hocker an seinem "richtigen" Platz !

Stu erzählte kürzlich: Er lag auf der Fernsehliege und Clara wollte zu ihm rauf. Sie stellte sich auf den Hocker, ABER - der stand für einen Sprung von dort auf die Liege zu weit weg. Sie bellte Stu an: "Bitte, stell das Ding näher. Ich will zu dir!"

Stu tat ihr den Gefallen lachend. Dabei wissen wir, dass sie im "Notfall", wenn sie z.B. dort von unseren Leckerli abhaben will oder wenn etwas mit Krach umfällt und sie sich in Sicherheit bringen will, ganz locker ohne Hocker aus dem Stand hochspringt.

Von der Liege runter hat sie den Hocker nie benutzt. Der ist ja auch ein kleineres "Ziel" als der Boden ;-)

Noch ein zweites Beispiel: Spazierengehen bedeutet oft erst einmal ein Stückchen Autofahren. Claras Eingangstür in ihr "Doggymobil" ist hinten rechts. Und zwar weil die rechte Autoseite beim Parken in der Regel die verkehrabgewandte Seite ist.

Als wir sie einmal links ins Auto herein heben mußten, weil wir rechts zu dicht eingeparkt worden waren, sperrte sie sich "das ist so nicht in Ordnung". Sie tat so, als wüsste sie nicht mehr wie man die Pfoten auf den Sitz legt, um nur noch den Popo hochgeschoben zu bekommen.

"Was immer so war, kann nicht plötzlich falsch sein" scheint ihre Direktive zu sein. Sie entscheidet in kulturabhängigen Fällen grundsätzlich, in naturbedingten dagegen wie wir Menschen situativ :-))


Donnerstag, Januar 10, 2019

Erstaunlich, was Clara alles begreift :-)


Die ersten Male hielt ich es für Zufall, aber seit über 5 Wochen geht es jeden Morgen so:

Sobald es draußen hell ist, hole ich Schaufel und Schieber um Claras Häufchen einzusammeln und im Kompost hinter einer Tür im seitlichen Vordergarten zu entsorgen. Clara begleitet mich dabei stets freudig umtänzelnd um mich so zu einem kleinen "Kampfspiel" zu animieren. Aber ich sammel zuerst die Häufchen im Gebüsch suchend ein, wo sie sie verschämt hinmacht.

Es war im November, Clara rannte ihre Runde, blieb circa zwei Meter neben mir mit Schaufel und Schieber in meiner Hand stehen, hockte sich hin und machte einen Haufen! Prima, dachte ich, das erspart mir Suchen! Am nächsten Morgen das gleiche "Geschenk", am übernächsten wieder... Es blieb dabei. Gelegentlich ist es kein Haufen, sondern ein Bach - dann hat sie keinen Haufen parat, also ersatzweise der Bach!

So etwas habe ich noch nie erlebt oder gehört! Sie hatte begriffen, dass es mir um ihre Haufen ging, das riecht sie schließlich, und so trug sie das ihr Mögliche für mich dazu bei. Und mir direkt vor die Schaufel.

Wie lieb ist Sowas! Und wie sensibel erfassend und gleich umsetzend, was aus meinem Tun heraus sie als angesagt versteht! Ich staune immer noch darüber. Sie ist auf Harmonie und Liebe bedacht und angelegt, wie wunderbar.

Nach der Morgentoilette wird Frühsport auf Bulldoggenart getrieben: wir jagen und kicken uns die Äpfel zu; Vollkreise zu springen und mich ins Hosenbein zu packen gehört für sie auch dazu :-)


Donnerstag, Januar 3, 2019

Silvester: Clara blieb die Ruhe selbst,

immerhin wackelte im Haus ja nichts!


Da wir Keine Ahnung hatten, wie sich Clara bei der Silvesterknallerei verhalten würde, hatten wir die Einladung unserer Freunde dieses Jahr nicht angenommen, sondern waren nach einem regenfeuchtem Spaziergang zuhause geblieben und gegen 10 Uhr ins Bett gegangen. Clara wie immer in der Mitte zwischen uns.

Im Laufe des Abends gingen schon so einige Knaller los, Clara bellte die ersten Male, entspannte sich aber sogleich wieder, weil Stu und ich entspannt geblieben waren; und schließlich hatten die Knaller ja auch nichts angerichtet.

Als dann um Mitternacht das Feuerwerk losging, saß sie zwischen uns auf dem Bett und sah (wie wir) dem Lichterspiel am Himmel hinter dem Glasgiebel zu. Sie hechelte zu unserem großen Staunen nicht einmal, und die dauernden lauten Knaller ließen sie nicht mit der Wimper zucken. Sie fühlte sich sicher, und das Lichterspiel schien ihr sogar zu gefallen.

Dann am Morgen: Ich wechselte die Wandkalender im Schlafzimmer aus, die großen Dinger raschelten, und Klein-Clara zog sich leicht zitternd hinter die Gardine zurück! Stu ermunterte sie dann gleich mit Leckerli :-)

Ich mußte lachen. Offensichtlich ist es nicht die Lautstärke eines Geräusches, welche sie beunruhigt, sondern die Entfernung davon zu ihr. Weiter weg mag die Welt untergehen, aber direkt bei ihr darf sich nichts in der als stabil erlebten Umwelt verändern! Das könnte ja ein Erdbeben und mordsgefährlich sein ;-)

In der Natur fühlt Clara sich IMMER Zuhause !


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Cornelia Savory-Deermann Cornelia Savory-Deermann

Cornelia
Savory-Deermann
, geboren 1945 in Wuppertal, hat seit inzwischen 37 Jahren Englische Bulldoggen und ist Gründungs- und Ehrenmitglied des "Verein der Freunde Englischer Bulldogs e.V.".

Jetzt sollen die Bulldogs zusätzlich hier ihr eigenes deutsches Weblog bekommen. Jeder Leser kann Blog-Beiträge an Cornelia schicken, Eure Bulldog-Anekdoten, -Fotos und -Tipps für's Blog sind willkommen. Der jeweilige Autor behielt sein Copyright an Bildern und Text, gab aber Cornelia ein einmaliges, unwiderrufbares Nutzungsrecht für eine Veröffentlichung in diesem Blog.


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Update: 21. 3. 2008

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