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Archiv: Beiträge 2022

Clara


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Samstag, Oktober 22, 2022

Pilze, Autos und was es sonst noch so gibt...


Ende September wurde es regnerisch, kühl, die häusliche Gemütlichkeit tat gut. Auf meinen Waldgängen mit Clara trug ich wieder meine hohen und ziemlich rutschfesten bayrischen Wanderschuhe. Am einem dieser Tag zog ich mit ihr los ins Schwarze Bruch.

Manche Menschen haben Angst in solchen Landschaften; zu meinem fassungslosen Erstaunen meinte neulich eine Frau ernsthaft zu mir: "in Wäldern sind Mörder". Das erinnert an die Mär vom ewig "bösen Wolf". Angst vor und in der Natur ist Ausdruck einer Entfremdung auch von der eigenen Natur. Gefühle genereller Angst und eigener Machtlosigkeit sind meistens die taurige Folge.

Clara scheut Menschenmassen, so wie ich zunehmend auch. Einem einzelnen Wanderer, seltener Wanderin, begegnen wir immer wieder mal im Wald. Das ist in der Regel sogar nett. Man sieht sich in die Augen und lächelt sich an. Oft werden auch ein paar Sätze ausgetauscht. Dann will jeder wieder seinen eigenen Weg gehen. Wir Savorys gehören zu denen, die unter Coronabeschränkungen nicht leiden - höchstens darunter, dass es inzwischen auf dem Land weniger Restaurants gibt ;-)

Zurück zum Ausflug ins Schwarze Bruch. Zu meiner Überraschung fuhr plötzlich ein grauer PKW unweit der Waldkante über den gemähten Weg in einer Distelwiese. Bauer oder Jäger? Aber die fahren größere Wagen, und ein kleiner wäre eher grün. Wie auch immer, der verschwand Richtung Straße. Clara und ich suchten nun weiter (leider erfolglos) nach Steinpilzen und Filzigen Röhrlingen. Dafür präsentierten sich uns prächtige Totholzpilze.

Nach vielleicht 20 Minuten kam der graue Kleinwagen zurück aus Richtung Straße und donnerte wieder über den Grasweg in der Wildwiese an uns vorbei ins hintere Naturschutz-Gebiet oder zu den Feuchtwiesen seitlich davon. Clara entschied, dass der das nicht darf! Sie hat mit Sicherheit auch meinen Ärger über diese "Naturschändung" gefühlt, war meiner Meinung - und handelte :-)

Sie rannte in Riesensprüngen hinter ihm her... so schnell und entschlossen hatte ich sie noch nicht erlebt. Ich hatte es auch noch nicht erlebt, dass sie eine Autoverfolgung in Feld und Flur nicht abbrach. Der Wagen fuhr Richtung Sumpf, vorbei an den Teichlöchern... ich sah ihn nicht mehr, es war zu weit weg. Der Fahrer mußte dort im Gelände einen offensichtlich befahrbaren Pfad kennen. Ich rief, dann brüllte ich nach Clara. Im Kopf weiß ich, dass sie jeden Weg zurück findet. Aber im Bauch war ich beunruhigt wegen des weitgehend wild gelassenen, unebenen Geländes. Nach einger Zeit sah ich Bewegung in den Grashalmen, sie rannte zurück, fand eine Passage durch ein Brombeergeranke... sie schnaufte noch gewaltig. Ich lobte sie für ihr Zurückkommen :-)

Clara verfolgt kein Reh, nicht mal ein Huhn animiert sie zu irgendeiner Aktion. Sie jagt nur Autos und das wiederrum ausschließlich auf Naturwegen. In bewohnten Gebieten weicht sie denen furchtsam aus, sie weiß, da dürfen die sein. Zuhause machte ich Witze und erzählte Stu "Unsere Clara entwickelt sich vom Naturfreund und Kulturfeind ;-)"


Mittwoch, Oktober 19, 2022

Besuch von Gunda


Meine Schwester Gunda ist ein Wandervogel, also waren wir auch während ihres dreitägigen Besuches bei uns viel unterwegs.

Das Wetter schauerte viel, aber in den trockenen Phasen waren wir gleich wieder draußen. An der wieder munter fließenden, an manchen Stellen sogar stark strömenden Altenau gedieh die buschig-beerige Uferbewachsung prächtg!

Clara stürmte zu meiner Überraschung ins Wasser rein, obwohl der Tag eher kühl als warm war. Vielleicht gewinnt sie durch ihre Sommererfahrungen Spaß am Wasser selbst; vielleicht wollte sie aber auch nur Gunda ihre neue Spaßwelt vorführen :-)

Leider waren wir nicht schnell genug mit dem Fotografieren, um Claras Wassersprünge festzuhalten.

Ich zeigte Gunda auch einiges, was sie hier noch nicht kannte: zuerst den Mühlbach mit seiner Quelle "Blauer Pott" im Nachbardorf, den wir selbst erst neulich entdeckt hatten, da er auf Privatgelände liegt. Sie war so überrascht von ihm wie beeindruckt!

In den durch den Regen wieder feuchten Wiesen hier im Altenautal entdeckten wir zu meiner riesigen Freude einen Schwarzstorch bei der Futtersuche, der erste seiner Art für mich in diesem Jahr :-)

Bei Gundas Besuch im letzten Herbst waren wir zu den Teufelsteinen (Beitrag 16.11.21) am Klippenweg des Eggegebirges unterwegs. Diesmal gingen wir ihn in der anderen Richtung bis zu den Teutonia Klippen.

Clara hielt ich wie stets hier wegen der gefährlichen und ungesicherten Steilkante entlang des Pfades an der Leine. Sie nimmt das gelassen hin :-) Solche Höhenwege üben einen besonderen Zauber aus. Gunda und ich sangen das Lied unserer Kindheit "...Lauschen woher der Sturmwind braust, schauen was hinter den Bergen haust, und wie die Welt so weit..." Clara fand das gut, sie wackelte dazu mit ihrem Schwänzchen :-)

Bei Dalheim gibt es ein kleines Arboretum. Immerhin gibt es dort einen Mammutbaum und einen Riesenlebensbaum! Es ist dort ziemlich verwildert.

Clara donnerte so begeistert los, dass wir sie nicht mal mehr hörten... Aber auf Zuruf kommt sie ja immer gleich zurück. So einen "gehorsamen" Hund gibt es selten. Clara wurde nicht darauf trainiert, sie ist einfach so. Ich glaube auch deshalb lieben und schätzen sie alle in Stu´s und meinem Umfeld.

Randbemerkung:

Als ich Gunda im Sommer in Aachen besuchte, machten wir einen Ausflug zum nahe gelegenen "Ar(t)boretum Mefferscheid" in Belgien. Weil Clara nicht mit war, und dies IHR Blog ist - schrieb ich damals nicht darüber. Da dieses Arboretum aber so ungewöhnlich beeindruckend und auch mit Baumkunst durchsetzt ist, nehme ich den Besuch des kleinen Dalheimer Arboretum zum Anlass, Fotos von diesem so wundervollen Ar(t)boretum doch noch zu zeigen :-)


Donnerstag, Oktober 13, 2022

Endlich Regen und -

Clara erlebt im Wald Freiheit und Glück


Anfang September hatte es zwei Tage lang geregnet, die Natur und auch ich atmeten erleichtert auf - sogar Clara zeigte sich weniger wasserscheu als sonst, sie inspizierte ihren Garten - immerhin bei schwachem Regen - ausgiebig ;-)

Mich faszinierte der Himmel, denn die erhöhte Luftfeuchtigkeit ließ dort bizarre Muster entstehen. Und wir erlebten an einem Abend einen vollendeten doppelten Regenbogen :-)

Bald würde die Hirschbrunft geginnen, deshalb fuhr ich mit Clara wieder einmal zum Wildpark bei Willebadessen, aber es war noch nicht soweit.

Wir spazierten zur Mineralwasserquelle unweit der Rotwildgehege. Und zum ersten Mal erlebte ich diese Quelle leer. Ein wenig Wasser stand aber noch im Bett des Abflußbaches.

Etwas später regnete es mehrere Tage leicht, aber fast durchgehend, und das ließ mich auf Stein- und Glückspilze hoffen. Also stöberten Clara und ich am nächsten regenfreien Tag mit Gaby, die wir gelegentlich zu einem unserer kleinen Ausflügen mitnehmen, in einem unserer Pilzwälder herum.

Aber nein, es war noch zu wenig Regen, wir sahen im Wald nicht mal einen Bovist. Dafür wie zum Spott aber einen einzelnen, einsamen Stinkmorchel. Naja, wir beschlossen nach dem nächsten Regen noch mal auf Pilzsuche gehen.

Nun, zur Pilzsuche bleibt man nicht auf den Waldwegen, man schwärmt aus in den Wald selbst. Wie gesagt, wir fanden keine Pilze, aber Clara geriet in einen Glücksrausch - so mitten im wilden Wald rennen, springen, stöbern zu können - ihr Glück war absolut ansteckend!

Sie flippte aus, riß mich an den Hosenbeinen um mit ihr loszurennen, sie sprang an Gaby hoch, sie schwang sich über liegende Baumstämme und Brombeerranken in höhen Bögen hinweg.

Alte Bäume oder auch nur deren Ruinen bilden oft bizarre Gestalten, sie regen die Phantasie an, Märchen werden zur Verführung :-) Dieser urtümliche Wald weckte auch in mir Urgefühle. Und Clara war berauscht von der Welt, beherrscht vom Glück des Lebens.


Montag, Oktober 10, 2022

Auf dem Klippenweg


Im Juli zeigte ich unserer Freundin Hanni den altsächsischen Kultstein "Fauler Jäger". Direkt heran und an ihm vorbei zur oberen Platte des nahen Opfersteins kamen wir leider nicht, denn der Weg und das Gelände rund herum waren leider noch nicht von den im Wintersturm gefallenen Bäumen freigeräumt und für unsere Freundin Hanni, da sie eine Gehstütze braucht, unzugänglich.

Der Weg entlang dieser Kultorte ist Teil eines Wanderweges entlang der gesamten östlichen Kliffkante des Eggegebirges. Wir nahmen uns vor später im Jahr von dort aus diesen aufregenden Klippenweg in der anderen Richtung zu gehen: so geschehen Mitte September.

Der Weg zur Kliffkante führt über eine gerodete Höhe, die sich zur Heide entwickelt hat. Wir konnten weit nach Norden bis zum Teutoburger Wald blicken. Dieses Teilstück des viele Kilometer langen Klippenweges kannte ich noch nicht und war fasziniert von der gewaltigen, schroffen Tiefe neben uns und dem weiten Blick hinweg über die Ebene unten.

Ich hielt Clara an der kurzen Leine, denn stellenweise war der Steilhang nur einen Meter vom Pfad entfernt. Clara würde, wenn sie durch irgendetwas erschreckt würde, vielleicht dorthin springen... unvorstellbar entsetzlich!

Immer wieder lagen an der Steilkante durch Verwitterung offen gelegte Felsbrocken herum. Und der Februarsturm hatte die letzten dort noch wachsenden Nadelbäume entwurzelt oder gekippt. Freiwillge hatten den schmalen Weg im Laufe des Sommers wieder frei geräumt :-)

Dieser Klippenpfad führt durch Wildnis, die Hanni und mich wunderbar durchatmen ließ in unserer ansonsten oft überregulierten Welt :-)

Clara erlebte dies anders, an der Leine ist sie ja tatsächlich reguliert. Deshalb gehe ich mit ihr meistens durch Gelände, wo sie gefahrlos frei ihrem Herzen folgen kann :-)


Freitag, Oktober 7, 2022

Abschied von Sommer und Hitze


Erst gegen Mitte September war die Sommerhitze vorbei. Anfang September drückte die Schwüle bei zugleich Sorgen bereitendem Regenmangel viele Gemüter noch nieder.

Der Kahlschlag der vergangenen Jahre trug zur Austrocknung des Bodens bei. Sumpflöcher und moorige Senken waren mit Moos zugewachsen, welches auch schon gelb wurde. Amphibien sind Erinnerung geworden. Und stehende Gewässer wie der Meerhofer "Neue Brunnen" waren spinatgrün eingetrübt.

Die in unserem Dorf renaturierte Altenau war über die heißen Wochen hinweg nicht ganz trocken gefallen, Clara reichte das Wasser zum Pfotenkühlen, Bauchkühlung war nicht mehr unbedingt nötig!

Nachdem sie den Frischwasser-Zufluß vom unweit gelegenen Quellteich genau inspiziert hatte, wollte sie weiter. Das Wandern ist der Clara Lust ;-))

Ich fuhr mit ihr drei Dörfer weiter bachaufwärts in den Wald am Steilhang des Tales. Hier floß im Altenaubett auch noch etwas Wasser - aber die früheren Fischteiche im breiten, damals moorigen Talgrund waren knochentrocken.

Sie freute sich, schnupperte gleich los was es dort so gab und gibt ;-) Der schmale Pfad war von den Sturmschäden frei geräumt, aber hangab- und hangaufwärts daneben türmte sich das Bruchholz.

Der Weg näherte sich der Talsohle und plötzlich schwirrten zu meiner Überraschung Mücken um mich herum... es mußte Wasser oder Sumpf in der Nähe sein.

Dann sah ich es: Schilf in einem Wasserloch. Vom alten, früher talfüllenden Moor war es übrig geblieben. Es war eingezäunt, aber wegen der Mücken zog es mich und sogar Clara nicht hin.

Als wir weiter gingen sahen wir in einem der früheren Entwässerungsgräben noch ein altes Wehr und ein ganz kleines restliches Sumpfloch.

Wir sahen groß aufschwellende Baumpilze, hier im Tal herrschte tatsächlich noch eine gewisse Restfeuchtigkeit. In den Wäldern drumherum auf den Höhen waren die Baumpilze zum Sommerende hin verholzt wie Rinde.

Steinpilze und Fliegenpilze sah ich bis Mitte September jedenfalls überhaupt noch nicht :-( Clara ist das egal, sie ist - im Prinzip - eine Carnivore ;-)


Samstag, Oktober 4, 2022

Apfel-Boule


Unser alter Apfelbaum trägt seine süße Pracht erst ab dem Spätherbst. Alle Äpfel, die er wegen Wassermangel nicht bis zur Reife durchbringen kann, wirft er klein, sauer und viele von Vögeln halb aufgefressen ab.

Nur die angefaulten sammel ich für den Kompost täglich ein, weil Wespen sich darüber hermachen und ich Angst habe, dass Clara beim Beschnuppern gestochen wird. Die noch festen finden eine andere Verwendung :-)

Clara frißt diese Äpfel erst dann, wenn sie rot und süß sind - also sehr spät im Jahr, nachdem die Wespen verschwunden sind. Mit den nicht angefaulten unreifen Äpfeln spielte Stu mit Clara Ball - er nennt es "Apfel Boule" :-)

Clara war zunächst zögerlich, sie vermeidet es uns hart anzustupsen oder anzurempeln :-)

Ausnahme: wenn ich auf allen Vieren auf der Wiese auf sie zukomme, dann denkt sie (zu Recht), ich würde Bulldog-Kraftspiele mit ihr wünschen. Nun, einen blauen Fleck bekomme ich dabei trotzdem nie ab, nur schon mal einen Krallenkratzer :-)

Im Garten haben wir auch einen Zierapfelbaum mit Mini-Äpfelchen. Die sind ab Mitte August reif, lieblich rot und zuckersüß. Ich plückte einige, um sie Clara als "Miniapfel Boule" zuzuwerfen.

Den ersten im Maul - und der wurde umgehend genüßlich gefressen! Um sie im Spiel zu halten, warf ihr einen nach dem anderen zu :-)

Sie ließ sich darauf ein, schob den süßen Genuß auf, bis ich mit dem Zuwerfen aufhörte.

Sie hoffte nach Beendigung ihres Desserts auf mehr. Sie bekam das Mehr natürlich .-)


Samstag, Oktober 1, 2022

Hunde können meditieren


Ich glaube dieses ganz In-ihrer-Mitte-ruhen können Hunde leichter als Menschen. Sie erleben sich aus ihrem Gefühl und Instinkt heraus als Teil der Natur, als Teil des Ganzen.

Eine kulturbedingte Entfremdung bis hin von sich selbst dürften sie nicht kennen. Das ist vermutlich die Basis, warum sie viel besser als Menschen mit Not, Krankheit und Tod zurecht kommen. Und sie machen sich selbst nicht unglücklich, weil sie sicherlich weder einen unkontrollierten Gedankenzirkus noch eine eingrenzende Ideologie im Kopf haben :-)

Ihre Art das Leben zu lieben ist Teil des Zaubers, den sie auf uns ausüben. Ein Zauber, der uns einbindet und so für uns heilsam ist.


Mittwoch, September 28, 2022

Wasserspiele gerne, wenn

ein Mitspieler da ist!


Zu der Brücken-Wasserstelle der Altenau bei Atteln ging ich in den heißen August-Tagen häufiger mit Clara. Eines Mittags begenete uns eine junge Frau mit einem kleinen, freundlichen Hund. Wir ließen beide unangeleint in den Bach zum Spielen.

Pepino, wie Frauchen Claudia erzählte ein Nothund aus Südeuropa, sah zwar einem Terrier ähnlich, hatte aber rein gar nichts von deren oft reizbarem Charakter.

Clara erkannte sein liebenswürdiges Wesen sofort und umwarb ihn freundlich. Er ließ sich schnell auf sie ein :-)

Claudia warf nun Pepino ein Stöckchen zu. Clara freute sich, sie dachte jetzt gäbe es ihr Lieblingsspiel (wie mit Teddy, siehe unten) um gemeinsame Beute.

Aber Pepino hatte wohl ein hartes Leben hinter sich, Beute mußte dort um jeden Preis vertreidigt werden! Claudia tadelte sein Knurren. Und Clara ließ von ihm ab. Konflikte, darauf verzichtet sie gerne. Pepino ging zu Claudia um diese wieder gut zu stimmen.

Clara war enttäuscht, das sah ich ihr an. Sie überlegte, ob sie irgendwie doch noch zu ihrem Stöckchenspiel käme.

Also ging sie auch zu Claudia, umschmeichelte sie und machte Pepino klar, dass sie eine völlig friedliche Mitspielerin ist.... Vielleicht überlegte sie auch, wenn Claudia ihr ein Stöckchen zuwerfen würde, ob sie dann Pepino das Stöckchenjagen als Spiel beibringen könne ??

Claudia warf keine Stöckchen mehr. Ich dachte, dass Beutedenken nicht nur Hunde entzweien kann, sondern ganze Nationen... Aber Hunde, Wölfe und Tiger sind meist klügere Konfliktlöser....

Clara hat sich so über Pepino gefreut, dass sie sich nicht nur im Wasser kühlte, sondern darin spielte. Wie schön :-))


Sonntag, September 25, 2022

Happy mit Teddy


Clara und Teddy haben ein wöchentliches Date in unserem Garten. Wie die Beiden spielen macht nicht nur sie selbst, sondern auch uns glücklich. Das Highlight ist jedesmal das Stöckchenspiel.

An heißen Tagen gibt es allerdings gemächliche Verschnauf- und Saufpausen zwischendurch :-)

Im Laufe der Zeit veränderten sie dies Spiel: es ging zuerst um den unumstrittenen Besitz des Stöckchens, dann irgendwann um´s stetige Abjagen und wieder Abjagen lassen, um es wieder erjagen zu können.

Es ist wie bei einem menschlichen Ballspiel: der immer wieder neue Jagderfolg begeistert.

Inzwischen ist das Spiel wieder in eine neue Phase eingetreten: es hat sich zu einem Mannschaftssport entwickelt, wobei beide in der gleichen Mannschaft sind!

Sie kauen beide an einem Ende des Stöckchen genüßlich rum, um freuen sich am gemeinsamen Besitz!

Damit das nicht langweilig wird, rennt dann immer mal sie oder er mit dem Stöckchen weg, der jeweils andere muß es zu packen kriegen, und das gemeinsame Rumkauen geht weiter :-)

Wir sind beeindruckt von dieser Entwicklung. Die Beiden zeigen mehr Lebenstalent als "Homo Sapiens".


Donnerstag, September 22, 2022

Den Bauch kalt baden :-)


Ende August spazierte ich bei Tageshitze mit Clara zu einer Wasserstelle an der Altenau, an der das Bachbett steiniger als an der Henglarner Furt ist. Clara mag die Stelle, sie geht mit den Pfoten ganz gern hinein.

Aber diesmal rannte sie über die schmale Fußgängerbrücke vor, am Picknicktisch vorbei und den kleinen Abhang runter gleich ins Wasser rein! Ihr war sehr warm.

Ich zog meine Wassersandalen an und ging mit hinein ins flache, aber noch fleißende Wasser.

Bachabwärts hatten Kinder einen kleinen Damm gebaut, an einer Seite floß das Wasser durch, und dahinter war es denn auch tiefer. Clara begriff das sofort und hielt sich an die flache Bachseite. Eine unkontrollierte nasse Bauchkühlung - geschweige denn Gesamtkühlung - war unerwünscht!

Nach einer Weile spazierten wir den Weg direkt an der Altenau entlang weiter. Brennesseln und anderes Gestrüpp war abgemäht worden, so kamen wir an zwei weiteren Stellen zwischen hohen Erlen, Weiden, Eschen, einem Pflaumenbaum und Buchen ans Bachbett heran.

Besonders schön ist es, wo ein kleiner Zufluß in die Altenau mündet. Er führte mehr Wasser als diese selbst und füllte sie etwas auf.

Je weiter wir bachaufwärts gingen, um so weniger Wasser. Es wurde so wenig, dass man quasi "auf dem Wasser gehen" konnte :-)

Also gingen wir bachabwärts wieder zurück zur Badestelle an der Brücke. Aber eine zweite Bauchkühlung verlockte Clara nicht mehr dazu ans Wasser runter zu gehen :-)


Freitag, September 16, 2022

Besonders kleine Kinder lieben Bulldoggen


Stu und ich haben die Erfahrung gemacht, dass besonders kleine Kinder speziell die Bulldogge lieben. Ich erzählte im Blog immer wieder mal davon, wie sie spontan auf unsere Bulldogge zuliefen und sie liebhaben wollten. Wir erklären uns das durch ihren leicht humanoiden Kopf: kurzer Kiefer und die Augen frontal nach vorne ausgerichtet. So gesehen erinnert er auch an einen Kuschel-Teddy :-)

Vor Kurzem erlebten wir wieder solch eine herzerfrischende Episode. Wir saßen mit Freunden in einem besonders bei Hundemenschen beliebten Gartenrestaurant. Es grenzt unmittelbar an einem wunderschönen Waldpark, ideal geeignet für einen anschließenden Spazierganz mit Hund.

Ein circa vierjähriger Knirps mit großer runder Brille auf der Nase kam - an anderen Hunden schnurstracks vorbei - auf Clara zu, kniete sich vor sie hin und fragte, ob er sie streicheln dürfe.

"Klar", sagten wir, als auch schon seine Mutter laufend hinterher kam und das verhindern wollte. Wir besänftigten sie, aber sie erklärte uns freundlich "ich habe selbst Angst vor Hunden, nur nicht vor so ganz kleinen" und zeigte auf zwei Mini-Hunde unterm Nachbartisch. Aber ihr Junge hatte nur Clara im Sinn, und weil diese sich nicht rührte, also völlig "brav" blieb, gab sie ihrem Sohn etwas nach. Der setzte sich vor Clara hin und meinte zu uns: "Ich setzte meine Brille ab, damit sie mich besser küssen kann!"

Die Mutter wußte nicht, ob sie schreien oder mit uns lachen sollte - sie entschied sich für´s Lachen, nahm Sohnemann an die Hand und sie gingen zurück zu ihrem Tisch.


Dienstag, September 13, 2022

Am Wegesrand


Heiße, bei manchmal wolkenbedecktem Himmel schwüle Tage beherrschten die zweite Augusthälfte. Wir erlebten im ganzen Monat nur drei Regentage.

Weder Clara noch ich fühlten Abenteuerlust in uns aufsteigen. Kleine Gänge am Tagesrand, und Augen - wie Nase - gerichtet zum Wegesrand.

Herrlich reife Brombeeren aß ich unterwegs an Waldwegrändern und Kahlschlaghängen.

Auf dem Waldweg durch die Vienenburghöhe überquerte seit dem Frühsommer jetzt schon zum dritten Mal eine Riesenraupe unseren Weg. Die war bestimmt 8 cm lang und dick wie mein kleiner Finger. Am Kopf trug sie vier Hörner wie Scheinaugen! Außer Kohlweißlingen, Zitronenfaltern und Pfauenaugen hatte ich hier noch keinen Schmetterling gesehen...

Ich fand diese Raupe in Wikipedie; aus ihr entwicklet sich der "Mittlere Weinschwärmer", ein wunderschöner, pink-brauner Nachtfalter. Naja, nachts spaziere ich nicht hier rum...

Ich wunderte mich etwas, dass Clara diese sich ziemlich schnell vorwärts robbende Raupe komplett ignorierte. Sie beschnupperte statt dessen unbeirrt eine einsame Kamille mitten im Weg. Da hatte wohl jemand Bedeutender sein Revier markiert.

Erleichtert bin ich, dass sie sich auch nie für den von Kirsch- und anderen Kernen durchsetzten Kot von Waschbären und Mardern interessiert, sie wendet nicht mal den Kopf hin. Anders ist das mit Kot von Wiederkäuern wie Rehen, Hirschen usw. - und Menschen !

Feldwege mieden wir wegen der andauernden Hitze weitgehend. Und auf den Weiden stehen ja noch die Rinder, die wir nicht beim Durchwandern aufmischen wollten.

In unseren Wäldern dominieren die Buchen, Eichen dagegen sehen wir hier immer wieder mal einzeln stehend an Wegesrändern von Weiden. Sie sind alt und gewaltig ausladend. Sie geben dem Vieh viel Schatten.

An den Wegen durch weitgehend natürlich belassenen Wald, in dem deshalb Unterholz wachsen kann, sind die Brombeerdornenranken oft undurchdringlich dicht, sie ließen uns vielerorts nicht in den Wald selbst hinein. Und Ansammlungen mannshoher Brennesseln schreckten uns ebenso oft ab. Neben Dornenkratzern hatte ich auch schon reichlich Mückenstiche.... aber keine Zeckenbisse, weil wir die mit ihnen verseuchten Wege im Sommer konsequent meiden.

Es gibt gute Gründe für uns, sich auf den Herbst zu freuen :-)


Samstag, September 10, 2022

Clara stürmt in die Altenau


Der August war schon für mich als Kind ein ziemlich ungeliebter Monat, er war mir zu heiß. Jetzt im Alter fühle ich das noch stärker. Die Schwüle an manchen Tagen dämpfte meine Freude an der Natur. Auch Clara war träger als gewohnt.

So empfanden wir es als Glück, dass die Altenau im Dorf immer noch Wasser führte, denn die Quellen im Dorfteich sprudelten hinreichend um sie aufzufüllen. Statt mit Clara im Waldschatten zu spazieren, ging ich an manchen Abenden mit ihr nur zur Holzbrücke am Dorfende.

Zu meiner Überraschung stürmte sie gleich ins Wasser hinein! Es war also auch ihr unangenehm warm.... Es machte ihr sogar nichts aus, dass ihr Rücken und Hals dabei naß gespritzt wurden, das vermeidet sie sonst nach Möglichkeit :-)

Bei der Brücke verläuft eine alte Furt, wegen ihrer Steinränder ist das Wasser hier so gut zugänglich. Ich folgte dem Ufer ein wenig, aber es ist sehr schlammig und verwildert. Ich gab bald auf.

Clara mag trübes Wasser nicht, denn sie sieht gern den Grund unter ihren Pfoten. Sie wirbelte den Schlamm natürlich auf, aber sie und stapfte weiter darin herum, allerdings nicht mehr so stürmisch wie in den ersten Minuten.

Es ging ihr an diesen heißen Tagen klar nur um die Abkühlung. Spielen und Abenteuern sieht bei ihr sie ganz ist anders aus - und hat nicht unbedingt mit Wasser zu tun :-)


Donnerstag, September 1, 2022

Helle Mondnächte, kühle Talgründe, süße

Brombeeren und zufriedenes Nichtstun


Die Augusthitze machte glücklicherweise nicht nur mich träge, sondern auch Clara. Sie war zufrieden mit Mini-Spaziergängen am Tagesrand. Wir erkundeten auch keine neuen Wege, blieben im nahen Umkreis von Zuhause.

Nachts zeigte der Himmel seine Milliarden Sterne und zum Vollmond weckte er Ahnungen des nur Fühlbaren. Ich legte mich häufig eine Weile träumend in die Hängematte und Clara hielt treu Wache.

Auf den Wiesen dominiert im Hochsommer das Gelb der Sonnenblumen, aber das Gelb des Johanneskrautes als Symbol des Mittsommers verblasst, welkt dahin. Die so schöne, kühl-blau und sanft wirkende Wegwarte ziert statt seiner die Feldraine.

Freude an offenen Feldwegen hatten wir nur abends. Tagsüber suchten wir die kühlen Waldgründe in der Nähe auf. Sie schenken frische Luft, einfach pure Erholung !

Der Totengrund am Dorfrand war unter den hohen Buchen in der Taltiefe kühl und so dunkel, dass ich die Kamera auf 'Nacht' einstellte. Ich atmete mit Freude durch! Clara zeigte hier Interesse nicht nur am Gras, sondern am Rundherum - so wie zu (aus ihrer und meiner Sicht) angenehmeren Jahreszeiten. Ich summte das romantische Lied "In einem Kühlen Grunde" und dachte an die alten Gasthäuser meiner Kindheit, die nicht nur "Im Kühlen Grund" hießen, sondern dort auch standen.

Der Totengrund ist bei Hitze unser Standard-Morgenweg: Ein Kühler Grund ist der Kontrapunkt, den der Sommer braucht um genießbar zu sein!

Der renaturierte Piepenbach in unserer Nähe läuft ein Stückweit durch ein verwildertes Waldtal. Leider liegt zwischen Talweg und Bach mit Stacheldraht eingezäuntes Weideland. Und der Höhenweg ist für mich kein Sommervergnügen, deshalb waren wir im August nur einmal dort um zu sehen, ob der Bach noch Wasser führt. Ich freute mich, er war nicht ausgetrocknet. Wir hatten schon wasserärmere Sommer hier.

Eine große Freude ist das Tal der Dicken Buche und an seinem Ende die von Brombeeren umsäumte Waldhöhe. Clara und ich waren auch mit Hannelore dort.

In den letzten Jahren vertrockneten die wilden Brombeeren schon kurz nach der Blüte. Aber dieses Jahr sind sie wegen des wenigen Regens zwar klein, aber zuckersüß und hoch aromatisch. Es war für sie Regen genug. Und die Süße ermöglichte ihnen der ständige Sonnenschein.

Nach dem morgendlichen Rundgang über das Plateau oberhalb vom Dicke-Buche-Tal setzten wir uns unter diese und genossen eine Stunde des ziellosen Nichtstuns - im Sinne von Benjamin Franklin: "Zufriedenheit ist der Stein der Weisen, der alles in Gold verwandelt, das er berührt."

Wir erzählten uns besondere Erlebnisse und beleuchteten die Welt- und Seelenlage dieser Zeit von vielen Seiten. Clara indes freute sich ihre Kraft einmal wieder beim Rauf- und Runterrennen des Hanges hinter der Buche zu spüren :-)

An ihrer Rückseite bildet diese Buche eine so große Höhle, dass ich mich hätte reinhocken können. Wir versuchten Clara für ein Foto hinein zu locken. "Unsinn", meinte sie, "da würde ich nur bei Sturm, Hagel, Krieg oder Meteoritenregen reingehen".

Manchmal ist sie sehr rational !


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, geboren 1945 in Wuppertal, hat seit inzwischen 37 Jahren Englische Bulldoggen und ist Gründungs- und Ehrenmitglied des "Verein der Freunde Englischer Bulldogs e.V.".

Jetzt sollen die Bulldogs zusätzlich hier ihr eigenes deutsches Weblog bekommen. Jeder Leser kann Blog-Beiträge an Cornelia schicken, Eure Bulldog-Anekdoten, -Fotos und -Tipps für's Blog sind willkommen. Der jeweilige Autor behielt sein Copyright an Bildern und Text, gab aber Cornelia ein einmaliges, unwiderrufbares Nutzungsrecht für eine Veröffentlichung in diesem Blog.


Cornelia
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