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Archiv: Beiträge 2023

Clara


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Freitag, April 28, 2023

Erstes Knallrot, Grellgelb und Tiefblau -

ansonsten Nässe


In den letzten Märztagen hatte es nachts auf den Höhen des Eggegebirges noch einmal ganz leicht geschneit, während es in den Tälern regnete. Dort dominierte die weiße Baumblüte das Land. "Baumschnee" wird dies von manchen Völkern genannt. Ich fuhr mit Clara auf die Höhen zum letzten echten Schnee :-)

Trotz des kalten Wetters hoffte ich an meiner alten Fundstelle erste Prachtbecherlingen zu sehen. Ja! Sie waren noch sehr klein, wohl gerade erst aus dem Boden vorgestoßen.

Ich kann mich an ihren knallroten Becherköpfen nicht sattsehen. Sie sind eßbar, aber ich würde nie einen von ihren abbrechen, weil sie ziemlich selten und auch einfach viel zu schön sind, um in der Pfanne zu bräunen.

Außer dem Knallrot entdeckte ich in den letzten, frostig kalten Märztagen im kleinen Henglarner Naturpark um Einzelquellen und um den Quellteich herum große und kleine Flecken von Grellgelb: die ersten Sumpfdotterblumen des Jahres.

Die Quellen sprudelten den ganzen Winter und Vorfrühling über, deshalb war das Wasser dort nie gefroren. Dies machte ihr frühes Blühen möglich.

Clara´s olfaktorische Neugier ist schier unbegrenzt. Wahrscheinlich erfährt sie während unserer Ausflüge mit der Nase mehr als ich mit den Augen. Ein Park ist für sie wegen der Hunde-Lokalnachrichten besonders interessant ;-)

Ende März war es bei uns vor allem naß. Ich beschränkte mich wegen des tiefen Matsches auf fast allen Wanderwegen auf schmale Nebenstraßen - und das auch nur während der Regenpausen. Praktisch hieß das, wir blieben öfter in Dorfnähe.

So kamen wir in Helmern an einer beeindruckenden, uralten Linde vorbei. Die Infotafel dabei erzählt die Geschichte des Dorfes. Besonders die aufgezählten, vielen Katastrophen im 14. Jahrhundert bringen nahe, wie schwer das bäuerliche Leben damals war. Viele Dörfer waren über Jahrzehnte ausgestorben, "wüst" geworden. Das Schicksal Helmerns dürfte exemplarisch für viele Dörfer auch in anderen Landstrichen sein. Für geschichtlich Interessierte habe ich diese Info hier eingebunden.

Ohne Clara wäre ich trotz aller Naturliebe viel weniger unterwegs, würde vermutlich meinem kranken Rücken mehr nachgeben. Ihre Freude, ihre Neugier draußen in Wald und Feld potenziert meine eigene. Sie ist eine phantastische Motivatorin :-)

Ja, es fehlt noch Blau, meine Lieblingsfarbe. Die erste Blumenpracht unseres Gartenjahres ist tiefblau. In der Natur sind blaue Blumen eher selten, anders als in Violett bis pink.

Es war kalt und regnete bei uns in den April hinein. Matschfrei war es so gut wie nirgends mehr. Stu stellte uns Handtücher und einen Topf mit warmen Wasser vor die Haustür um Claras Pfoten nach unseren Spaziergängen erst einmal zu baden. Sie nahm es mit Geduld hin.


Dienstag, April 25, 2023

Neue Quellen und der Atem des Frühlings


Ende März sahen wir das erste Grün und das erste Blühen von Bäumen. Die Weidenkätzchen strahlen im Zartgelb ihrer Staubgefäße, im Garten blühen lila Veilchen im Gras. Die Nymphe des Grün, Chloris, zeigte sich wieder - der Atem des Frühlings war zu spüren :-))

Ich spaziere im Frühling und im Herbst gerne über den Nordhang hinter unserem Dorf. Die alten Apfelbäume und die Wildrosen vor dem Blick übers Land erzählen von Fülle und Schönheit. Der Wechsel der Jahreszeiten verzaubert das Gelände wie das Gemüt. Er zeugt von Lebendigkeit, er weckt Kreativität und schenkt Inspirationen.

Ich glaube auch die wilden Tiere erfahren den Zyklus des Jahreslaufes als Anregung, Herausforderung und verläßliche Basis, der sie angepasst sind.

Ende März fuhr ich mit Clara nach Wochen einmal wieder zum Talweg des östlichen Holsteiner Baches, der an seiner Einmündung in die Altenau vorbei führt.

Unterwegs fiel mir an einer tieferen Stelle unter einer alten Eiche eine Wasserlache auf. Zunächst dachte ich, es sei eine große Pfütze, aber das konnte nicht sein, denn das Wasser sprudelte leicht! Elekterisiert ging ich hin... es war eine Quelle!

Genauer gesagt war dies eine Doppelquelle: aus zwei Löchern im Kalkuntergrund sprudelte es stetig hervor. Ich war so überrascht wie begeistert über diese Entdeckung. Der Karstuntergrund hier in unserer Umgebung macht so etwas möglich. Einen Löwenzahn in ihrer Nähe hatte die Quelle als den ersten der Saison schon zum Blühen gebracht. Ich werde sie weiter beobachten. Vermutlich wird sie über den Sommer versiegen. Mal abwarten... :-)

Weil das abfließende Wasser sich noch nicht mal auch nur die Andeutung eines Ablaufweges geschafft hatte, sondern sich nur oberflächlich über das Gras zum Bach herunter schlängelte, mußte die Quelle ganz neu sein.

Clara staunte über meine Begeisterung :-) Wasser, davon hat sie mehr als genug auf unseren täglichen Wegen in dieser Jahreszeit.

Als wir - aus ihrer Sicht ENDLICH - zurück zum Weg gingen, hielt ich ihr den Absperrungsdraht der Weide mit dem Fuß runter; aber sie sah mich stolz an und sprang wie ein Pferdchen ein paar Meter neben mir hoch darüber. Sie hätte mir auch gleich sagen können "Meine Liebe, behandele mich nicht wie eine Blöde" ;-)

Seit über 30 Jahren ist dies einer meiner mehr oder weniger regelmäßig genutzten Spazierwege, und jetzt diese Freude. Quellen haben seit ewigen Zeiten Mythen und Nymphen entstehen lassen, ihr Zauber wurde hier für mich wieder fühlbar :-)


Samstag, April 22, 2023

Alte Brücken und erste Frühlingsblumen


Ende März führte die Sauer immer noch Wasser, sogar so viel, dass die Furte überflutet blieben. Diesmal wollte ich mit Clara über die Brücke neben einer der Furten bei Ebbinghausen den Talweg noch ein Stück weitergehen als das letzte Mal.

Die Brücke besteht aus bemoostem alten Holz; ich fand sie romantisch, Clara pfotenfreundlich :-) Sie folgte mir ohne Zögern, nicht zu vergleichen mit ihrem Widerwillen gegenüber der neuen Stahlbrücke über den Holtheimer Bach noch vor ein paar Tagen.

Die Ufer der Sauer waren mit lila und weißen Lerchenspornblüten gespickt. Gelegentlich blüte das grellgelbe Scharbockskraut dazwischen. Und das dem Weg gegenüberliegende Steilufer war bis oben hin mit jungen Bärlauchpflanzen übersät. Noch roch es nicht nach Knofi, aber die Blüten würden sehr bald dafür sorgen ;-)

Clara differenziert alles (nicht nur) unterwegs nach "Vertrauen weckend" oder "erst mal bedenkenswert". Die Kategorie "Abhauen ist sicherer" gibt es auch, und "Ignorieren" ist ihre schärfste Form persönlicher Abneigung.

Auf unserem Rückweg lief Clara ohne Zaudern weiter vor und erstieg mit einem bedachtsamen, hohen Schritt die Brücke.

Meine Stiefel waren durch den vielen Matsch, den die Trecker bei den Frühjahrsfeldarbeiten auf dem Asphaltweg hinterlassen hatten, unterwegs schwer verschlammt. Deshalb ging ich einen Schritt in das Furtwasser, um sie etwas freispülen zu lassen.

Zu meiner Verwunderung tat Clara direkt neben mir das Gleiche. Naja, ihre Pfoten konnten eine Säuberung auch gut gebrauchen, aber ich glaube, das war ihr egal :-.)

Vielleicht war sie (besorgt-)interessiert, was ich da als nächstes vorhaben könnte?

Junger Bärlauch und Lerchensporn waren auch im Haxtergrund rundherum aus der Erde geschossen. Hier spazierten Clara und ich mit unserer Freundin und Bulldoggerin Ina Lindig nach langer Zeit einmal wieder am auch zur Zeit leeren Bachgraben entlang.

Es war Sonntagvormittag und so viele Leute mit ihren Hunden unterwegs, dass ich Clara einfachheitshalber an der Leine hielt. Bei alle den vielen Hundemarkierungen war sie so sehr mit Schnuppern beschäftigt, dass sie sowieso kaum zum Vorausgehen kam. Inas alter Bulldog Stan (ein Urenkel unserer Frieda) konnte leider wegen einer Kreuzbandverletzung nicht mitgehen. Clara erinnerte sich noch an Ina, jedenfalls ging sie gleich vertraut auf sie zu :-)

Hier im Naherholungsgebiet Haxtergrund gibt es auch Rundwege, die nicht gleich viele Kilometer lang sind. Wir bogen also in den Wald ab und mußten später zum Hauptweg zurück über eine schöne breite Holzbrücke. Nun, der Bachgraben war ja leer, also zog Clara den "Landweg" dem Brückengang vor. Jede Situation ist eben anders - da hat sie Recht! Als wir ihr aber nicht folgten, lenkte sie ein und nahm auch den Brückenweg. War ja aus vertrauenswürdigem Holz :-)

In dortigen Gasthaus "Waldklang" gab es ein vorzügliches italienisches Buffet. Clara beeindruckte, weil sie unter der Sitzbank verschwand und nicht bettelte. Ina meinte, da sei ihr Stan doch anders: "Als Belohnung für seine Begleitung erwartet er eine kleine kulinarische Teilhabe :-)"


Mittwoch, April 19, 2023

Kleineres Übel? Das ist hier die Frage!


Die alte Holzbrücke über den westlichen Holtheimer Bach war, wie ich (16.März 2023) erzählte, vor Claras Augen und zu ihrem Schrecken von einem Trecker mit Riesengabelstabler unzerteilt als Ganzes hoch gehoben und weg geschafft worden. Wir wollten sehen, ob die neue Brücke inzwischen angebracht worden war.

Der Wanderweg führt zunächst bachaufwärts an der Altenau entlang bis zu einer Moorsenke. Hier verschwindet der westliche Holtheimer Bach im Sumpf der Altenau. Noch ist das dort fast stehende Wasser klar, aber bald wird alles voll von Kröten- und Froschlaich sein. Dies sumpfig-moorige Bachtal ist ein Biotop für Reiher, Schwarzstörche, Enten, Wildgänse, Blesshühner und mehr.

Clara interessierte das Moor nicht, sie strebte weiter zur Annenkapelle, die auf einem Hügel mitten in Wiesen steht. Sie kam mit ans Bachufer weniger aus Freude am Bach als aus Gemeinschaftsgefühl.

Der Weg folgt dem sich im flachen Talgrund schlängelndem Bach. Clara erfreute sich selbst mit ihrem Renntraining auf dem sanften Wiesenhang unterhalb des steilen Waldhanges zur Straße hoch.

Die neue Brücke war angebracht, aber ich war enttäuscht, dass sie aus Stahl und nicht wieder aus Holz war. Clara mißfiel sie völlig!

Sie kennt diese Furt und mochte die alte Holzbrücke. Das Wasser auf dem breiten Furtstück ist im Sommer ein Rinnsal von höchsten zwei cm Tiefe, also aus Claras Sicht dann sogar schön die Pfoten kühlend. Sie mochte das Spiel: durch die Furt, dann über die Brücke zurück - und noch mal!

Die neue Brücke wollte sie nicht begehen. Ich kenne das, solche Metallraster mochten alle unsere Bulldoggen nicht unter ihren Pfoten leiden. Und glatte Metallflächen sowieso nicht!

Aber nun war das Wasser deutlich tiefer als gewohnt. Ihre Brust war schon bei einem unvorsichtigen Schritt in eine Bodenvertiefung klatschnaß geworden :-(

Ich stand mitten auf der Brücke und konnte so sehen, dass das Wasser ihr an zwei Stellen bis zum Hals gereicht hätte, wenn es auch wenig Strömung hatte. Ich befürchtete schon, dass unser Ausflug diesmal hier sein Ende finden würde, denn zwingen würde ich sie ohne Not nie zu etwas. Aber:

Sie entschied nach reiflicher Überlegung - still mitten im Wasser stehend - dass doch die Brücke das "Kleinere Übel" sei!

Der Weg führt von hier aus abseits vom Bach durch schönen Wald. Aber irgendwann mußten wir zurück über die Brücke, um wieder zum Auto zu kommen.

Sie hatte offensichtlich bei der Durch- oder besser Überquerung des Baches das Furtgeländes analysiert. Sie lief zu meiner Überraschung schnustracks auf die neue, leicht erhöhte Begrenzung der Furt zu. Dort sprudelte das Wasser zwar, war aber etwa nur pfotentief:

Ich stand auf der Brücke und freute mich: Sie hatte einen für sie optimalen Weg entdeckt!


Sonntag, April 16, 2023

Frühjahrshochwasser


Mitte März fuhr ich mit Clara zu Spazierwegen an der Altenau in unserem Dorf Henglarn, und von da aus bachaufwärts bei Atteln und bachabwärts bei Etteln. Das Frühjahrshochwasser war in diesem März beachtlich.

Etteln, Atteln und Asseln sind Nachbardörfer. Ihre Namen leiten sich von "Wasser, water" ab; zur namengebenden Besiedungszeit muß das Tal häufig starke Hochwasser gehabt haben. 1965 ertranken hier noch 7 Dorfbewohner im plötzlich ansteigenden Wasser. Als Konsequenz wurden Rückhaltebecken gebaut.

Bei Etteln wird ein flacher Teich von der Altenau abgeleitet. Er ist das Jahr über meist leer, so voll wie in diesem Frühjahr sah ich ihn selten.

Das Altenaubett ist direkt daneben circa 3 Meter tief. Das Wasser rauschte laut und schnell daher - Clara hielt deutlichen Abstand vom Ufer!

Die Altenau mündet unweit von unserem Zuhause in die Alme. Ich fuhr mit Clara zur großen Almeschleife beim alten Viadukt von Niederntudorf, das ist noch vor der Einmündung.

Unser Versuch dort ans Ufer zu gelangen scheiterte an den im und stellenweise unter Wasser liegenden Uferwiesen. Ich hatte zwar meine robusten Schnee-und-Schlamm-Stiefel an, aber Clara war sozusagen barfuß. Mit jedem weitern Schritt stieg ihr Mißtrauen in dies Unternehmen. Und dann begann es zu regnen. Clara hatte Recht: zurück zum Wanderweg, zurück zum Auto, wir sind schließlich vernünftig!

Am nächsten Morgen regnete es nicht mehr, wir fuhren zur Mündung der Altenau in die Alme bei Borchen. Von der Straßenbrücke aus sahen wir das heftige Wasserschauspiel. Es war bemerkenswert, weil beide Flüsse die meiste Zeit des Jahres trocken fallen.

Hinter der Straßenbrücke beginnt ein fester Weg die Alme bachaufwärts. Die Auwiesen sind durch einen Stacheldrahtzaun geschützt, das akzeptierten wir nach der gestrigen Wasserwiesen-Erfahrung ;-)

Wir spazierten weiter, für einen Montagmorgen war schon richtig was los: Radfahrer, Jogger, Hundeleute.... Borchen ist ein größerer Vorort von Paderborn. Von dort nach Westen streckt sich die westfälische Tiefebene aus. Clara und ich ziehen in der Regel die dünner besiedelte, entgegengesetzte Richtung Sauerland für unsere Ausflüge vor.


Donnerstag, April 13, 2023

Im Buchenwald und im Buchenforst


Mitte März fuhr ich mit Clara nach langer Zeit einmal wieder ins Riepenbachtal bei Atteln. Ich hatte im vorletzten Herbst hier eine stark meandrierende Bachstrecke entdeckt, auf deren Uferspornen riesige, frei gewaschene Wurzeln, die ihren Baum immer noch aufrecht hielten, mich stark beeindruckten.

In Atteln selbst ist der Riepenbach vor seiner Mündung in die Altenau nur ein leerer Weggraben, aber folgt man diesem in den sanft ansteigenden Wald, dann überrascht ein mächtiges, tief ausgewaschenen, steil abfallendes Bachbett. Wenn überhaupt, dann fließt nur im Frühjahr ein Wasserrinnsal unten im Grund.

Im letzten Sommer hatte ich diese Bachstrecke vom Weg aus nicht wiedergefunden, weil all die dicht an dicht wachsenden Babybuchen mit ihrem Blätterwald Einsicht und Eindringen tiefer als einen Meter hinein behindert hatten.

Jetzt waren alle Stämmchen noch nackt, das Gelände deshalb gut erkennbar. Clara rannte hindurch zur Bachbettkante. Sie wußte genau wo sie war! Aufgeregt lief sie dicht die Bachuferkurven entlang, sie erinnerte sich sichtlich an unsere damaligen lustigen Rutsch- und Krakselabenteuer abwärts.

An einer der damaligen Laubrutschbahnen überlegte sie, so wie damals runter zu schliddern. Ich wollte das aber nicht, denn der Grund unter dem Laub erschien mir ziemlich matschig. "Nein", sagte ich nur und Clara verließ die Kante. Auf ihre Folgsamkeit kann ich mich ziemlich verlassen :-)

Sie war nicht enttäuscht: wenn nicht diesen Spaß, dann finde ich anderen hier im Wald.

Sie lief los durch all die Buchenstämmchen hindurch - ohne eines auch nur zu streifen - Runde um Runde. Mit großglänzenden Augen sprang sie dann an mir hoch. Ihr Blick faszinierte mich, er war konzentriert, fokussiert, Widerstände bezwingend.

Am Folgetag spazierte ich mit ihr durch den Buchenforst auf dem Plateau oberhalb des Henglarner Totengrundes. Hier wachsen Babybuchen im Schutz der ordentlich verteilten Teenagerbuchen auf. Alle alten Buchen sind weg geerntet. Die Försterhand ist erkennbar.

Ich erfreute mich (unabhängig vom schönen Wetter :-) in einem Punkt an diesem Forst: Die filigranen Strukturen der Äste zeigen fraktales Wachstum im Kleinen und zugleich notwendige Überlebensanpassungen im Verbund miteinander. Wie so oft war meine Aufmerksamkeit eher nach oben gerichtet und Clara´s meist nach unten auf die Erde.

Irgendwann sah ich zu meiner Überraschung ein still stehendes Reh zwischen den kleinen Buchenstämmchen. Es beäugte uns, dann lief es quer über den Weg vor uns weg. Clara hob nur den Kopf und das Schwänzchen!

Der Forst endete ganz gradlinig wie abgeschnitten. Die ersten Häuser waren hinter einer Grünfläche zu erkennen. Clara blieb vor mir stehen. Wir kehrten um.

Clara hat hier keine Rennrunden gedreht, sie hat nur die Wegränder abgeschnuppert. Und ich verspürte keinen Impuls, die Bäume abseits des schnurgeraden Forstweges zu erkunden. Mir fiel auf, dass wir uns so angepasst an die beschränkenden Vorgaben verhielten, wie Bäume es in einem Forst auch tun. Ein Resonanzphänomen :-)


Montag, April 10, 2023

Abschiedsgruß des Winters


Mitte März, nachts war es frostig kalt, bei uns im Altenautal regnete es wieder reichlich, aber auf den Höhen östlich von uns fiel tatsächlich noch einmal etwas Schnee. Ich fuhr mit Clara auf die Blankenroder und Hardehausener Höhen, um noch einmal etwas davon zu schnuppern.

Die Altenau entspringt in Blankenrode, an unserer Lieblingsstelle dort ist sie erst drei Kilometer alt. Clara kennt den Steg dort gut, sie rannte auch gleich darauf zu und drüber weg. Ich dagegen rutschte beim ersten Schritt schon gefährlich aus: sie war komplett mit Glatteis überzogen. Clara mußte sozusagen darüber geflogen sein, denn sie war überhaupt nicht gerutscht! Ich brach unsere kleine Wanderung hier ab, und wir fuhren weiter zum Glasebachtal bei Hardehausen.

An den schmalen Glasebach ist ab Spätfrühling durch sein hohes Ufergras nur schwer nah heran zu kommen. Jetzt hing dieses durch Regen und Schnee verrottet zur Erde geneigt.

Ich mußte sehr aufpassen abseits des Weges nicht über Wurzeln oder Brombeerranken zu stolpern. Clara passiert sowas mit ihren vier Beinen nie. Auch vor den Dornen der in Bodennähe rankenden Brombeerzweige ist sie durch ihre festen Sohlen geschützt. Noch nie ist dort ein Dorn eingedrungen. Ich hatte dagegen schon blutige Kratzer durch die Jeansbeine hindurch.

Wir wanderten bis zum Glasebachteich. Der war randvoll, und das Wasser rauschte an der gegenüberliegenden Uferseite als brausender Wasserfall aus einem Duchlass in einem kleinen Stauwall heraus.

Auf unserem Rückweg betrachtete Clara plötzlich all die Rindenstücke am Wegesrand sehr genau. Die stammen von den vielen kranken Fichten des Kahlschlags der Vorjahre: diese waren dort geschält und inzwischen weitgehend abtransportiert worden.

Genüßlich und ausgiebig schubbelte sie sich den Rücken im Mulch, strampelte wieder wie ein Baby mit allen Vieren in der Luft herum und leckte sich die Lippen :-) Clara´s Freude ließ mich glücklich auflachen, und das schien sie noch zusätzlich zu animieren :-))

Im Rindenmulch hatte sie sich bislang noch nie geräkelt - ein neu entdeckter Genuß! Sie glaubt, dass so manches in der Natur irgendwie für sie nutzbar sein könnte, auch deshalb untersucht sie wohl vieles so genau :-)


Dienstag, April 4, 2023

Clara mag Bäche, aber überschwemmte

Furte sind nicht erwünscht!


Die 20 cm Schnee des "Lichten Winter" begannen schon am Folgetag wegzutauen, es war ja Mitte März und die Temperaturen positiv.

Am nächsten Morgen schien die Sonne, kein Dunst und keine Wolken trübten den Himmel. Es wurde mittags so warm, dass ich mir erst gar keinen Parka mehr anzog, als ich mit Clara zum Ottensgrund fuhr. Ich hoffte in diesem sanften Tal ein Rinnsal von Tauwasser zu entdecken, das in die Menne fließen würde; im Beitrag vom 22. März 23 beschrieb ich dieses Tal noch als "bachlos".

An unserem Wanderstartpunkt hinter Helmern war ich dann sehr überrascht: kein Rinnsal, sondern ein munterer kleiner Bach verwandelte über einige Meter hinweg den Weg zu einer Furt! Und nur noch ein Hauch von Schnee lag auf der Schattenseite des Tals.

Clara stakste durch und rannte dann gleich den gegenüberliegenden Hang hoch. Dort war es trocken! Ich wollte aber den Talweg gehen, das hieß drei Meter weiter noch durch das Wasser zu müssen. Sie ließ sich Zeit, machte erst noch oben ihren Haufen... sah, dass ich meine Meinung nicht gändert hätte und kam zur Furt zurück. Sie platschte durch und jagte dann freudespühend auf dem festen Weg daher :-)

Ein umgekippter Baum voller Weidenkätzchen hing über dem Weg, der Frühling lag in der Luft. Wir gingen zeitweise auf den Wiesen direkt entlang des sich schlängelnden Wassers weiter. Solange sie nicht dadurch mußte, war das ok für Clara :-)

An einigen Stellen spudelte es aus dem Boden hervor, nachdem es ein paar Meter zuvor in Schwalglöchern verschwunden war.

Auf unserem Rückweg ging Clara mit geänderter Vermeidungstrategie an die Furtdurchquerung heran! Sie überschaute zunächst die Wasserfläche nach allen Seiten und wählte dann den Weg aus, der ihre Pfoten am wenigsten dem Wasser ausetzen würde! Sie handelt mit Bedacht :-)

Am nächsten Tag fuhr ich mit ihr einmal wieder zum Altenau-Quellbach. Schneeglöckchen waren wie ausgestreut im Waldboden zwischen alten Brombeerranken erschienen. Wir gingen auf einem schmalen Wildwechsel ans Wasser.

Ich überlegte, wann oder warum Wasser von Clara als "in Ordnung", "erfreulich", "gefährlich" oder "untersuchenswert" eingeschätzt wird. An der überfluteten Furt wäre noch die Kategorie "Wasser gehört hier nicht hin" zu bedenken; Clara´s Verhalten erscheint mit öfter regelbasiert zu sein :-)

Dass sie in die junge Altenau ohne Zögern hineinging mag an ihrer Erinnerung liegen: "die Stelle ist mir bekannt und von mir als sicher sowie erfrischend befunden worden".


Samstag, April 1, 2023

Einen Tag lang herrschte der "Lichte Winter"


Das nasskalte Regenwetter Anfang März wurde schneekalt und schneenass. Dicke, wässerige Flocken trieben Clara in die Augen, für sie hieß das morgens im Garten "Augen zu und durch!"

In Alaska wird der Winter ab März der "Lichte Winter" genannt, weil dann die Tage schon wieder deutlich länger hell sind und in der Sonne der gleißende Schnee die Augen blenden kann.

Es schneite ununterbrochen bis zum Nachmittag des nächsten Tages. Der Schnee war langsam immer nasser geworden und wir waren glücklich, dass wir trockenen Kopfes hinaus konnten, bevor nur noch Regen fallen würde - wie in der dann folgenden Nacht. Über der Erde lag eine Dunstdecke, alles schimmerte matt weiß in weiß. Die Windräder waren vom Nebel verschluckt.

Wir fuhren bis zur Straßenabfahrt zum Naturschutzgebiet beim Hochmoor Eselsbett, denn da würde ich vorraussichtlich wegen der häufigen Nutzung durch landwirtschaftlichen Verkehr parken können. Rangieren auf diesem Neuschnee war für unser kleines Doggycar nicht empfehlenswert.

Clara nahm die Treckerspuren als willkommene Rennbahn. Ich nahm sie als Wanderspur, denn in dem nassen Schnee mußte man diese sich erst selber schaffen. Es ist witzig, dass Mensch wie Tier aus Bequemlichkeit (positiv gesagt aus Sparsamkeit bezüglich der eigenen Energievorräte) geeignete Umstände nutzen :-)

Clara und ich freuten uns über dieses späte Schneegeschenk des Winters. Eine lichte Welt, auf eine besänftigende Art eine heilende Welt, sich vorbereitend auf einen neuen Zyklus.

In den Wald spazierten wir diesmal nicht hinein; wir hätten gut in einem überschneiten Wasserloch landen können. Auf den Büschen und Bäumen lag der Schnee in Klumpen, manchmal sogar Brocken. Solch eine Ladung beim Durchstöbern auf den Kopf zu bekommen, das würde ziemlich naß machen.

Auf der Rückfahrt hielten wir an der Sauer bei Atteln an. Voller Wasser und und mit Schneeufer, das ist ein sehr seltener Anblick. Wir spazierten fröhlich und sogar hüpfend da auch noch herum. Der Parkplatz eines Gasthauses dort ist immer freigeschaufelt - zu unserem Glück.

Von unserem Haus aus wollte ich mit Clara keine Schneewanderung starten, denn die Straßen dort sind gesalzen. Nicht gut für Pfoten !


Dienstag, März 28, 2023

Von beiden Talenden aus durchs Menthal


Das Menthal bei unserem Heimatort Henglarn ist eines der romatischsten in unserer Umgebung. Anfang März erkundete ich mit Clara erstmalig den zweiten Quellbach der Menne, der beim höher gelegenen Ort Helmern beginnt. Die Menne gab dem Tal seinen Namen, sie ist ein Bach, der nur in regenstarken Zeiten Wasser führt.

Zunächst geht man durch ein Wiesental, den Ottensgrund, wie ich im vorletzten Beitrag schrieb.

Dann, circa einen Kilometer vor der Mündung in die Menne, wird das Tal eng, steil und wild bewachsen. Der Pfad führt an einem Felsdurchbruch des Baches entlang. Trotz der vielen Winterregenfälle war des Bachbett leer. Hierr versickert das Wasser schnell im Karstuntergrund.

Clara versuchte nach einem Blick hinunter gar nicht den Pfad zu verlassen. Ich bin sehr dankbar, dass ihre Neugier sich in sehr vernünfigen Grenzen hält. Anders war das am Ende der Talenge, wo sich das Tal wieder in seiner Lieblichkeit öffnet :

Sie warf sich die drei Meter Lehmabhang in weiten Sprüngen hinunter auf die weite Wiese und lief auf die Bank am Bachufer zu! Sie sah erstaunt zu mir hoch, weil ich nicht wie sonst an dieser Stelle nachkam.

Sie hatte von oben gleich erkannt wo sie war, obwohl wir sonst immer nur vom entgegengesetzten Wegende aus dorthin gewandert waren. Ich hatte mich dann auch stets die Lehmwand hinab gehangelt, da wir zurück immer an der gegenüberliegenden Talseite gingen. Aber diesmal blieb ich oben, da ich sehr bezweifelte, wieder gut hinauf zu kommen. Zurück zum Auto mußten wir ja den selben Weg auf der selben Talseite nehmen.

Am nächsten Tag wanderte ich mit Clara vom anderen Ende her, also von Henglarn aus, bis zum Zusammentreffen der Menne und des Helmer Baches. Von unten sah der Lehmhang nach all dem Regenwetter auch eher nach einer Überforderung für mich aus.

Wir waren den Menthalweg wegen Waldarbeiten lange nicht mehr gegangen. Inzwischen waren alle Stammstapel weggeräumt und der Weg auch nicht mehr verschlammt. Clara lief - immer wieder auf mich wartend - freudig vor. Ein Specht hämmerte und ein Greifvogel segelte über uns.

Zum Zusammenfluß der Bäche geht es steil einen Trampelpfad hinab. Clara entschied - ohne einen fragenden Blick zu mir - hinuter zu gehen, sie war sich aus Erfahrung sicher, dass ich das Gleiche vorhatte ;-)

Gleich hinter dem Durchbruch der zwei Bäche aus der Felsenenge öffnet sich eine weite Wiese. Clara rennt hier von ihrer guten Laune angetrieben immer einige Lustrunden :-)

Es war für uns beide eine Freude, diesen schönen, einsamen Weg einmal wieder gegangen zu sein. Bald würde das erste Grün hervorbrechen. Die Knospen an Gebüsch und Bäumen waren schon saftig dick; eine Zaubernuß blüte :-)


Samstag, März 25, 2023

Clara weiß den (meteorologischen)

Frühlingsanfang


Der 1. März wird als der meteorologische Frühlingsanfang definiert. Am letzten Februartag spazierte ich mit Clara im Sonnenschein, sie war fröhlich und interessiert, schnupperte wie immer im Wald und auf Wiesen aufmerksam den Boden ab, um dann hin und wider mit ernster Miene zu markieren.

Am 1. März war das Wetter ungefähr gleich kalt und sonnig. Wir wanderten ein bißchen am Piepenbach in Dalheim entlang, und dort sah ich am Abfluß eines kleinen verwilderten Teiches die ersten Eiszapfen dieses Winters.

Über uns kreiste ein Kolkrabe, er hörte nicht damit auf seinen tiefkrächzenden Ruf zu wiederholen, und nach kurzer Zeit flog seine Angebetete zu ihm hin. Die beiden vollführten noch keinen Paartanz, aber sie spielten in der Luft so etwas wie einen ersten Flirt. Clara und ich beobachteten die Beiden eine ganze Weile. Ich rief ein paar Mal "krächhh", einer von ihnen kam etwas tiefer und taxierte uns kurz, fand uns bedeutungslos und widmete sich wieder dem gemeinsamen Flugspiel. Ich lachte "passend zum Frühlingsanfang!" Raben sind wegen ihrer Klugheit, ihres Witzes und ihrer Kommunikationsfreude meine Lieblingsvögel :-)

Die Rückfahrt unterbrach ich oberhalb unseres Zuhauses zu einem weitern Spaziergang, denn weder Clara noch ich hatten schon genug vom Draußensein. Clara spazierte zunächst auf der Wiese herum und untersuchte ein paar Mauselöcher. Und dann .... :

Sie rollte sich hingebungsvoll im Gras, zeigte den Bauch der Sonne, fühlte den ersten Hauch des Frühlings... Sie sah aus wie ein glücklich strampelndes Baby :-)

Hier auf der Höhe blies uns erstmals seit Tagen kein kalter Wind mehr entgegen, auch ich konnte mir ein Sonnenbad vorstellen :-)


Mittwoch, März 22, 2023

Der Winter verweigerte noch seinen Rückzug


Ende Februar zeigten sich die ersten Farben in Wiesen und Wald. Trotz des nieselnassen Wetters zog es uns nach draußen. Unsere Altenau führte Wasser bis zum Rande. Dass sich vor der Brücke in Atteln ein Schwalgloch (Ponor, Bachschwinde) verbirgt würde man um diese Jahreszeit nicht vermuten.

Auf dem schmalen Uferpfad war Clara nicht zum Rennen aufgelegt, denn das hoch stehende Wasser rauschte und plätscherte überraschend laut. Wenn hier überhaupt mal Wasser im Bach ist, dann ist es trübe und still. Also schaltete sie lieber einen Gang runter.

Ende Februar wehrte sich der Winter noch gegen seine unausweichliche Niederlage. Es herrschte kaltes, nasses Nieselwetter, dies verdarb mir dann doch die Lust raus zu gehen. Clara ist in dieser Hinsicht robuster. Drei Tage hatte ich mit ihr keinen Ausflug ins Gelände gemacht, da hatte sich Energie in ihr angestaut, wie ich am Folgetag merkten sollte.

Wir fuhren zum Schwarzbachtal, weil dort ein asphaltierter Dammweg durch den Wald führt. Vom Schlamm sonst überall hatte ich allmählich genug! Auf dem weichen Waldboden dort unter den alten Eichen tobt Clara sich besonders gerne aus. Plötzlich stürmte sie auf mich zu und rammte mir "so nebenbei" das linke Bein vom Boden weg - so teilte sie mir ihren Spaß am Dasein mit...

Ich lag auf den Knien, der Unterschenkel tat weh. Aber da sie ihn so gerade gerammt hatte, dass er sich im Umfallen nicht verdrehte, war ich nach ein paar Atemzügen wieder schmerzfrei auf beiden Beinen. Gelegentlich beweist sie der Welt und sich selbst durch Ramba-Zamba, dass sie ein Bulldog ist! Ich sollte das wissen ;-)

Die nächste Nacht brachte tiefen Frost, sogar unser kleiner Gartenteich war dick zugeeist.

Der Tag entwickelte sich kalt, klar und sonnig. In der Mittagssonne sah man unsere vier Goldfische unter dem Eis im Winterschlaf. Ich beschloß einen uns neuen Weg in der Sonne zu gehen: Ins Menthal vom Helmer Zufluß diesseits der Autobahnbrücke aus.

Dieses Talstück ist sanft, es hat keinen der sonst hier typischen Steilhänge. So kann es in Gänze landwirtschaftlich als Weideland genutzt werden. Es strahlte für mich so etwas wie Gemütlichkeit aus.

Eigentlich hatte ich vor bis zur Einmündung ins wildere, steile Menthal zu wandern. Aber ein alter Mann, der fragte ob er sich zu mir auf die Schutzhüttenbank setzen dürfe, kam von dort. Er sagte da sei der Weg ganz vermatscht von Treckern. Also ließ ich es für dieses Mal. Außerdem war es schön, an diesem so sonnigen Wintertag einmal nur zwischen stillen Wiesen zu wandern.

Der Bach im Talgrund ist ein Abfluß für nicht versackertes Regenwasser. An einigen Stellen war gar kein Bachbett in den Wiesen erkennbar, an anderen war es leer. Ich war deshalb überrascht, als ich eine sachte fließende, schmale Wasserspur entdeckte, die in einer Lache begann. Mein spontaner Gedanke war richtig: ich ging hin, es war tatsächlich eine Quelle!

Das versickerte Regenwasser der letzten Wochen hatte die Hohlräume im Karstuntergrund so gefüllt, dass es aus diesem kleinen runden Wiesenloch als Quelle hochstieg. Ich freute mich sehr, sie entdeckt zu haben :-)


Sonntag, März 19, 2023

Auf schönen Wegen am östlichen

Holtheimer Bach


Der östliche Zweig des Holtheimer Baches füllt sich aus vielen natürlichen Regenabflußrinnen aus den Höhen südöstlichlich des Dorfes. Hier waren Clara und ich auch noch nie gewesen, also hin!

Streckenweise muß man hier die Typbezeichnung "Kastentäler" für unsere Täler als genau richtig anerkennen. Es geht senkrecht ab und dann liegt im Rechten Winkel dazu der horizontale Talgrund. Nur solange die Bäume laubleer sind und im Licht reflektierendes Wasser die Bäche füllt - so wie Mitte Februar - läßt sich dies aus der Höhe so deutlich erkennen.

Clara und ich erfreuten uns an diesem Weg und wiederholten die kleine Wanderung gleich am nächsten Tag mit Freundin Gaby. Diesmal folgten wir dem Bach bis nach Marschallhagen, einer ehemaligen Glashütte. Der Weg dorthin verläßt die steile Uferwand nach einer Weile und es geht weiter durch ein sanftes Wiesental. Von der ehemaligen Glashütte steht nur noch ein altes Fachwerkhaus mit bäuerlichen Nebengebäuden. Es ist sehr gut renoviert und sogar bewohnt, obwohl auf beiden Zugangswegen Autoverkehr verboten ist.

Wir erfreuten uns noch an den ersten Frühlingsblumen, bevor wir zurück wanderten. Zuhause zeigten sich auch die ersten Blüten im Garten :-)

Es war klar, wir würden weitere Pfade am und zum östlichen Holtheimer Bach erkunden. Clara und ich taten es eine Woche später - nachdem der erneute Regen wieder aufgehört hatte und die Sonne bei Minusgraden strahlte.

Wir starteten am östlichen Dorfrand, dort beginnt auch der Wald neben einem wunderschönen Loghouse. Bald sahen wir das Fachwerkhaus der alten Glaserei zwischen den Bäumen hindurch auf der Anhöhe. Eine Brücke führt über den Bach dort hin.

Wir folgten dem Bach nicht weiter, denn hier kreischten Motorsägen und Trecker, die so breit wie der Weg waren, überholten uns und kamen uns beladen schon bald wieder entgegen. Deshalb wichen wir auf einen Seitenweg aus, der auf eine zum Teil noch natürlich bewaldete Höhe führt.

Wir hatten einen Horizont ohne Windräder neben und vor uns - das ist heutzutage eine seltene Freude. Daueranstiege sind aber inzwischen für mich beschwerlich geworden. Nach einer Weile kehrten wir um.

Clara lief erstaunlich schnell zurück, sie "zog" mich sozusagen mit. Mir war klar, sie befürchtete wieder einem riesigen Stämmetransporter zu begegnen. Die hatten sie auf dem Hinweg - aus Mangel an Ausweichmöglichkeiten nur einen Meter neben uns - schicksalsergeben zittern lassen.

Auf der Rückfahrt nach Hause passierten wir den sehr flachen Teich neben der Straße vor Holtheim. Er erinnert mich an die vielen Teiche meiner Kindheit, als noch nicht alles Wasser in Drainagen abgeleitet wurde.

Er war komplett und bis zum Boden eingefroren. In der Sonne hatten wir gar nicht mehr bemerkt, wie kalt es war :-)


Donnerstag, März 16, 2023

Auf schönen Wegen am westlichen

Holtheimer Bach


Der westliche Zweig des Holtheimer Bachs mündet im kleinen Moor bei der Husener Annenkapelle in die Altenau. Dieses Restmoor an einer der Teichseiten kann sich durch die Naturschutzmaßnahmen wieder vergrößern :-). Hier finden die jährlich wiederkehrenden Schwarzstörche und die hier überwinternden Silberreiher hinreichend Nahrung.

Mitte Februar herrschte nachts noch Frost, aber tagüber wurde es schon angenehm warm. Am Teich, dem morastigem Moorrest und dem lustig fast in Kreisen meandrierenden Bach spazieren Clara und ich häufiger entlang.

Ich wollte jetzt einmal weitere Teilstrecken dieses Holtheimer Baches bis hin zu seiner Quelle im Westen des Dorfes erkunden. Aber an der ersten Holzbrücke war Stopp: die wurde just in diesem Moment von einem Trecker mit Gabelstablervorbau in ihrer Gesamheit hochgehoben, um 90 Grad gedreht und weggefahren! "Nächste Woche wird die neue Brücke angebracht", erfuhren wir.

In Clara löste dieses gewalttätige "Monster-Ding", dem wir uns wider alle Hundevernunft näherten, haarsträubende Gefühle aus.

Sie hielt mich fest im Blick. Meinen Spaß dieses Manöver beobachten zu können verstand sie zwar nicht, aber er gab ihr Zuversicht nicht selbst Opfer des "Dings" zu werden ;-) Ich nahm sie an die Leine, sie verzog sich so weit wie möglich unter das Gebüsch. Ich schmunzelte: unser Kosmo hätte dieses Großgerät heldenhaft wütend zu vertreiben versucht ;-)

Also zurück zum Auto und einen Weg zum Bach weiter bachaufwärts Richtung Holtheim suchen! Wir fanden einen solchen bald in der Nähe der Holtheimer Bachbrücke. Clara rannte gleich auf diese zu und drüber - schließlich war hier KEIN Zerstörer tätig!

Da wir südwestlich von Holtheim noch nie spazieren waren, hatte ich im Internet nach Sehenswertem gegoogelt. Ich fand bei Wikipedia diesen Hinweis:

"Von der Motte (Turmhügelburg) hat sich ein 23 × 12 m großer und 2–3 m hoher, gut sichtbarer Hügel erhalten. Der Turmhügel wurde durch einen Graben von der Terrasse östlich des Baches abgetrennt. Die Wüstung Sewardissen schließt östlich an. Es sind noch Wohnpodien im Gelände zu erkennen. Weiter oberhalb wurde das Bachtal von einem weitgehend zerstörten, als Mühlendamm interpretierten Damm gesperrt."

Die Reste dieser Turmhügelburg mußte irgendwo am Wanderweg zwischen der Holtheimer Bachbrücke und der gerade abmontierten bei der Annenkappelle liegen. Eine dammartige Abtrennung fand ich, aber Reste eines wie beschriebenen Hügels nicht. Es führte auch kein Pfad an der Hangseite hoch, und tief durch das Gestrüpp wollte ich mich nicht auf Gutglück durchschlagen. Wie es der "Zufall" so will, kam uns an der Stelle dieses "Dammes" ein alter, einheimischer Wanderer entgegen. Er wußte nichts von den Resten eines Turmhügels. Und hinter dem Damm seien in seiner Kindheit Fischteiche gewesen. Naja, die Reste des (Schutz-)Dammes aus dem 11. Jahrhundet hatten wir jedenfalls gefunden :-)

Irgendwann machten wir kehrt. Da so sonniges Wetter herrschte, fuhr ich noch ins Dorf Holtheim hinein. Der Karte nach begann der Bach dort am Ende einer Straße, die "Zum Brunnen" heißt. Das ließ hoffen :-)

Zu unserer Überraschung war die Quelle tatsächlich tief wie ein Brunnen angelegt. Das hoch quellende Wasser gurgelte laut unter unseren Füßen und sprudelte jenseits der Straße als Bächlein heraus. Das Ganze ist als schöner Picknickplatz gestaltet. Wir werden ihn im Frühling vielleicht einmal nutzen :-)


Montag, März 13, 2023

Die ganze Sauer führte im Februar Wasser


Unsere Sauer ist ein Paradebeispiel für Bäche in karstigem Gebiet. Durchgehend Wasser führt sie um den Februar herum, ganzjährig fließt es nur in einem ihrer Quellbäche. Das Wasser verschwindet in Schwalglöchern (Ponore). Wir erleben sie deshalb fast immer nur als trockenes Bachbett. Mitte Februar wanderten Clara und ich bei Ebbinghausen entlang von Uferstellen, die wir voll Wasser noch nicht erlebt hatten.

Solcher Art Bäche heißen übrigens oft "Sauer", ein altes Synonym für "trocken". Spaß am Rande: ein "Trockener Wein" ist nicht trocken, sondern leicht sauer :-)

Das klare Wasser floss ziemlich schnell, es drückte die langen Halme im Grund waagerecht um. Clara konzentrierte sich allerdings auf das fette Gras am Ufer.

Am nächsten Tag schien die Sonne, es wurde bis zu 8 Grad warm! Ich packte Clara ins Auto und fuhr nach Grundsteinheim, dem urtümlichsten Ort unserer Gemeinde Lichtenau. Die Sauer führt mitten durch dieses - keine 500 Einwohner zählenden - noch bäuerlich geprägte Dorf.

Die Sauer macht hier eine große Schleife entlang eines steilen Kliffs, auf dem wir entlang spazierten. Der Weg beginnt an einer Aussichtskanzel. Hier gibt es eine bedeutende Höhle, die aber gefährlich und deshalb für Besucher geschlossen ist. Ihr alter Name ist "Wiawelsluok". Sie ist knapp 350 Meter lang. Es gibt Kammern mit bis zu 10m Länge aber auch sehr enge Stellen ("Angströhre" nur ca. 30 cm hoch). Nach oben gehen mehrere Schlote vom Höhlengang ab, die wenige Meter unter der Erdoberfläche enden. In den Steilwänden hier und um das Dorf herum werden besonders viele Fossilien urzeitlicher Meerestiere gefunden.

Wir gingen anschließend in den großen, alten Steinbruch am Dorfrand. Echt beeindruckend.

Auf der Rückfahrt sah ich am Dorfende einen Asphaltweg zur Sauer, die hier zwischen Wiesen und Weiden fließt. Ich ging mit Clara an die Furt.

Clara lief wie üblich vor - und zu meiner großen Überraschung ging sie gleich ins Wasser rein! Muß am Wetter liegen, sagte ich mir. Ich rief sie schnell zurück, denn die Strömung war nach meinem Gefühl nicht zu unterschätzen!

Sie kam gleich auf das Ufer zurück. Wenn ich einen Kommandoton anschlage, nimmt sie das sehr ernst :-)


Freitag, März 10, 2023

Quellen und Quellschwemmkegel


Wir leben in einem Karstgebiet, das heißt es gibt reichlich unterirdische Bäche und Höhlen. Das macht unsere Gegend quellenreich und manche Bäche verschwinden ganz oder streckenweise im unterirdischen Reich und tauchen mehr oder weniger weit weg als Quasi-Quelle wieder auf.

Unser Dorf Henglarn liegt unmittelbar an einem größeren Quellbereich. Die einzelnen "Pötte", wie die kleineren Quelllöcher hier genannt werden, laufen bei starkem Regenwetter über und füllen ebenso wie der große Quellteich die Altenau.

Wikipedia: "Unter Karst versteht man in der Geologie und Geomorphologie unterirdische Geländeformen (Karsthöhlen) und oberirdische Geländeformen (Oberflächenkarst) in Karbonatgesteinen (auch in Sulfat-, Salzgesteinen und Sandsteinen/Quarziten), die vorwiegend durch Lösungs- und Kohlensäureverwitterung sowie Ausfällung von biogenen Kalksteinen und ähnlichen Sedimenten mit hohem Gehalt an Calciumcarbonat (CaCO3) entstanden sind. Hauptmerkmal ist der überwiegend unterirdische Wasserhaushalt, der nicht auf einer primären Porosität des Gesteins beruht, sondern sekundär und in geologischer Zeit auf einer Korrosion des Gesteins, der Verkarstung."

Eine geologische Besonderheit sind die Quellschwemmkegel bei Henglarn und Tudorf. Ende Januar bis Mitte Februar hatte es sehr viel geregnet, die Quelllöcher in Niederntudorf mußten bis zum Rand voll sein. Einen Kegel aus Verwitterungsstoffen, die hier mit dem Grundwasser hochgedrückt werden, hatten sie noch nicht bilden können, sie sind dazu (geologisch betrachtet) nicht alt genug.

Den Spaziergang an den Quelllöchern vorbei fand Clara nicht so berauschend, denn auf der einen Seite vom Asphaltweg war ein Zaun und auf der anderen nur Felswand. Sie liebt Erkundungsspielräume :-)

Der Wanderweg zum Quellschwemmkegel bei Henglarn führt durch ein romantisches, einsames Wiesental entlang der in Regenzeiten wasserführenden Menne.

Der dortige Quellschwemmkegel bildete über lange Zeiten hinweg einen flachen, aber riesenbreiten Kegel. Diese Quelle presst ihr Wasser mit den Schwebstoffen nicht an ihrer Spitze heraus, sondern ebenerdig im Kreis rund um den Kegelrand. Deshalb verbreitert er sich auch langsam weiter, ohne dabei höher zu wachsen.

Als wir vor über 30 Jahren herzogen durchwanderten Stu und ich mit unserer Alma (1981-1994) erstmalig dieses Tal. Ich wunderte mich über das im Kreis aus der Erde austretende Wasser. Es schien aus dem "Nichts" zu kommen. Die leichte Kegelform in der Wasserkreismitte fiel mir erst auf, als ich über diese seltsame Kreisquelle nachgelesen hatte. Ihr Wasser versickert immer noch talabwärts in den Wiesen und speist die Menne nur über das Grundwasser.

Es war ein strahlender Vorfrühlingstag. Clara hopste und rannte vor Lebensfreude über die Wiesen. Ein laut und stetig hämmernder Specht war mit Nestvorbereitung beschäftigt. Und ich hatte Lust zu singen ;-)


Dienstag, März 7, 2023

Zum Rabenstuhl, zum Schweinskopf und

zur Dicken Buche


Als der Regen seinen Dauersegen Anfang Februar für einen Tag unterbrach, machte ich mit Clara gleich drei kleinere Ausflüge. Ich hatte ich mir neue Ziele in der Wander-App Komoot heraus gesucht. Zu meiner Überraschung fand ich dort einen Hinweis auf ein Denkmal an Stelle des früheren Galgens unweit von uns direkt an einer Plateaukante bei Haaren. Also hin !

Die meisten Dörfer hatten früher Galgen, aber die Erinnerung daran wird selten aufrecht erhalten. Auf einer Wanderkarte aus den 70er Jahren wird ein Berg bei Husen noch der "Galgenberg" genannt. Heute ist er namenlos. Galgen wurden stets auf erhöhtem Gelände aufgestellt. Einerseits flog im alten Götterglauben die Seele eines Sterbenden mit dem Wind ins Jenseits, und andererseits kamen die Galgenvögel (Raben) so besser an ihr "Rabenaas" heran. Dieser Galgen wurde übrigens volksmundlich "Rabenstuhl" genannt. Kurioserweise hörten wir tatsächlich dort oben auf der Höhe einen Kolkraben rufen.
Übrigens: die am Galgen baumelnden Toten waren die "Hampelmänner." Sagt einiges über die damalige Erziehung, dass sie zum Spielzeug wurden...

Clara und ich wanderten vom Galgenstandort aus weiter entlang der Bruchkante des Plateaus. Auf diesem waren viele neue Windräder gebaut worden. Wir sahen nicht hin! Die Abhangseite war interessanter - Clara wälzte sich dort plötzlich im nassen Laub. Ich war erleichtert, dass (wenigstens) ich dort kein Aas wahrnahm...

Wir fuhren dann weiter nach Bleiwäsche. Dort spazierten wir auf einem festen Forstweg über einen Bergstrang namens "Schweinskopf", der für hiesige Verhältnis ziemlich hoch ist: knapp 500 Meter über NN. Die Sonne schien, es war eine Freude.

Bei dem dicken Felsblock an der höchsten Stelle des Wanderweges beginnt ein Skulpturenpfad. aber der war so matschig, dass wir ihn ein anderes Mal gehen werden. Wir spazierten gemächlich den Hauptweg zurück und fuhren Richtung Zuhause.

Das Wetter war so schön, dass ich halbwegs noch einmal einen Halt einlegte. Ich wollte sehen, ob dieser viele Regen den Minibach im Tal der Dicken Buche gefüllt hatte. Er hatte! Seit Jahren erstmalig wieder!

Clara spazierte durch die Furt, nicht etwa aus Spaß am Plantschen (das hat sie nur im Hochsommer), sondern weil der Weg nun mal dadurch führt... Wir waren inzwischen über drei Stunden unterwegs und ich wollte nun nach Hause. Für die nächsten Tage war wieder Regen angesagt... nun, wir hatten diesen Sonnentag gut genutzt :-)


Samstag, März 4, 2023

Hunde haben einen "Riecher" für Absichten


Hunde haben einen Riecher (nicht nur wörtlich) für unsere Absichten. Das Highlight jeden Tages für Clara ist unser Spaziergang in die Wälder und Felder. Ich weiß nicht woran sie merkt, dass ich genau das vorhabe, wenn ich vom Sofa oder Schreibtisch aufstehe.

Jedenfalls verfällt sie dann in einen Freudenrausch, zittert vor Ungeduld trommelt mit den Vorderpfoten auf den Fußboden und springt zwischendurch im Kreis herum. Es macht dann Mühe ihr das Halsband richtig anzuziehen ;-)

All das unterbleibt, wenn ich vom Sofa oder Sessel aufstehe um z.B. einzukaufen, oder wenn ich irgendwas in der Küche oder sonst wo im Haus erledigen will. Sie hat wie alle Hunde ein spezielles, hoch differenzierendes - nicht nur olfaktorisches - Sensorium für die energetische Ausstrahlung unserer Absichten - sofern diese für sie von Relevanz sind.

Ich glaube wir Menschen haben auch solche Talente, pflegen sie nur weniger, da uns die Sprache dieser Notwendigkeit weitgehend enthebt.


Mittwoch, März 1, 2023

Den ganzen Tag unter einem Dach zu bleiben

kann durchaus angebracht sein.


Anfang Februar regnete und regnete es. Aber um bei guter Laune zu bleiben half es sich zu sagen: "wir brauchen dies Regenwasser als Grundwasser für den Sommer, denn es wird hier irgendwo im Karstgrund versackern!" Naja, und wenn es nicht regnete, nieselte es: Ich sah mich dann in der Pflicht mit ihr wenigstens kurz raus zu gehen. Sie sah das, wie mir schien, ein wenig anders.

An einigen dieser nassen Tage führten Claras einzige "Ausflüge" deshalb nur ins Restaurant, für sie - und für eine Bulldogge eher ungewöhnlich schüchtern - allerdings ein eingeschränktes Vergnügen:

Picknick beim Wandern oder gemeinsames Naschen auf dem Sofa ist toll, meint sie. Futter auf einem Tisch weniger, da nicht in ihrem Blick und die Verteilung dadurch nicht mit Blickkontakt regelbar. Man muß betteln oder besser gleich aus Selbstrespekt den Raum verlassen :-(... Essbares aber auf einem Tisch und dazu auch noch unter fremden Leuten, denen man natürlich erst mal nicht trauen kann, das ist aus ihrer Sicht keine erstrebenswerte Situation! Deshalb zieht sie sich dort unter unsere Stühle zurück und rührt sich nicht mehr. So hält sie sich für fast unsichtbar. Und sie ist es auch: Wir hören oft beim Hinausgehen die überraschte Bemerkung: "Oh, Sie haben ja einen Hund dabei!" Dass sie brav in Restaurants mitgeht liegt an ihrem übergeordnetem Grundsatz "Dabeisein ist alles!" Wir entschädigen sie für die ihr mißliebige Situation mit einer Abgabe von unseren Gerichten. Sie nimmt diese als unsere Entschuldigung huldvoll entgegen :-)

Ansonsten heißen Regentage für Clara Schlaftage! Sie träumt dann oft unterwegs zu sein, wie ihre schnellen Beinbewegungen und ein gelegentliches Schnüffelgeräusch und leises Bellen offenbaren. Ihr geht es gut, sie erlebt ihre Abenteuer, leite ich daraus ab, während Stu und ich uns lesend oder surfend an Abenteuern anderer Art erfreuten.

Wenn Stu sich zu einem Schläfchen zwischendurch hinlegt, steigt sie gleich zu ihm auf´s Bett und macht Andrückie. Das genießen beide :-) Manchmal legt sie sich aber auch von sich aus auf´s große Bett im Schlafzimmer wegen des Giebelfensters: Nachbarn zu beobachten macht nicht nur Klatschtanten Spaß, sondern scheint von allegemein menschlich-hündischem Interesse zu sein. Hat wohl - positiv betrachtet - was mit Wachsamkeit zu tun :-)

Ungeduld zeigt Clara dabei nicht, sie geht auch nur in den Garten, wenn sie muß.

Aber! Wenn sie eine der drei Straßenkatzen auf ihrem Baum, ihrer Wiese oder vor ihrem Vogelhäuschen sieht, dann schlägt sie gleich Kriegsalarm! Im Fall unseres oft belauerten Vogelfutterplatzes ziehen wir beide sofort in die Schlacht - die Katze zieht allerdings die Flucht der Schlacht vor ;-)

Clara hat viel Sinn für ihre häusliche Idylle :-)


Dienstag, Februar 28, 2023

Intelligenzspiel aus Plastik -

Clara: "gewöhnungsbedürftig aber gut"


Unsere Leser wissen, dass Clara alles aus Plastik nicht mag. Um ihr diesen Widerwillen abzutrainieren kauften wir ihr ein "Intelligenzspiel" - im Grunde ist es ein Leckerli-Versteckteller - aus Plastik. Ich füllte ihn und setzte ihn aufs Sofa vor sie ihn. Da das "Ding" dabei typische Plastik-Klappergeräusche von sich gegeben hatte, sprang Clara runter und sah mich vorwurfsvoll an.

Ich ignorierte sie und das "Ding" mit dem Erfolg, dass sie nach einiger Zeit, sich unbeobachtet wähnend, aufs Sofa zurücksprang und mit lang gestrecktem Hals die Witterung aus dem "Ding" näher untersuchte. Als ich mit dem Handy zu ihr kam fühlte sie sich in ihrer Konzentration gestört und lief aus dem Zimmer. Alles Neue will sie frei aus sich selbst heraus, sozusagen ohne Druck, untersuchen können. Also beachteten wir sie und ihren nächste Annäherung an das "Ding" nicht offensichtlich. Sie stubste es diesmal mit der Nase an, stellte fest, dass es zwar wieder leise Klappergeräusche machte, sich aber dabei nicht rührte. Gut, es hatte den Test bestanden! Nun nahm sie ganz vorsichtig das erste, offen sich anbietende Leckerli, und weil das "Ding" weiter bewegungslos blieb, gleich noch ein zweites. Das leise Geräusch dabei nahm sie hin!

Die anderen Leckerli waren unter Plastikschiebern versteckt. Vorsichtig schob sie die am Außenrand mit der Zunge beiseite, freute sich über den Erfolg - das heißt über das Leckerli - und jetzt durfte ich mich mit der Handykamera neben sie setzten. Schließlich wußte sie nun alles über das "Ding", was sie meinte wissen zu müssen.

An die Leckerli im äußeren länglichen Fach kam man aber nur, wenn man zuvor die Ringschieber innen im Teller verschob. Das wußte sie nicht und ärgerte sich über die Widerspenstigkeit der äußeren Langschieber. Sie biß nun daran rum, als das auch nicht half haute sie mit der Pfote drauf - auch ergebnislos. Als sie dabei einmal den dicken Knopf in der Mitte traf, quiekte das "Ding". Ich war erstaunt, dass sie dies überhaupt nicht störte. Nun, sie sollte das "Ding" nicht als frustrierend erleben, deshalb schob ich bald die Ringregel beiseite, eine Hilfe, die sie gerne zuließ :-)

Mir wurde dadurch klar, dass nicht das Klappergeräusch sie irritierte (Donner und Co lassen sie auch kalt), sondern dass es die Bewegung von Plastikartikeln ist: z.B. ein fliegender oder rollender Ball; ein Gartenschlauch in meiner Hand oder ein Wäschekorb, den ich über sie hinwegtrage. Auch Mülltonnen werden auf die Straße gerollt: wer weiß, ob die nicht einen E-Motor haben und ferngesteuert werden können ??

In den nächsten Tagen stellte ich ihr das gefüllte "Ding" abends vor unser Bett und kümmerte mich - einschlafend - nicht weiter drum. Allerdings war ich erstaunt, dass sie nach zwei Abenden in der Lage gewesen war es weitgehend geräuschlos zu leeren.

Vor ein paar Tagen legte ich das gefüllte "Ding" auf den Teppich im Arbeitszimmer. Ich saß am Computer und beobachtete sie: sie verschob zu meinem Erstaunen zuerst die inneren Schieberinge mit der Pfote und dann erst die äußeren Schieber, also genau so, wie es logisch und logistisch unter geringstem Frust zum Ziel führt. Sie hatte das still für sich selbst heraus gefunden. Sie handhabt dies Vorgehen aber nicht konsequent. Sie ist klug, aber es fehlt ihr an intellektueller Disziplin ;-))

Tage später legte ich Clara diesen Versteckteller und ihren geliebten "Puschel", einen Versteckteppich von Silvia Wolf :-), mit Käsestückchen gefüllt vor die Nase. Sie ging abwechselnd an den Puschel und an das "Ding". Der Puschel war zuerst geleert, das "Ding" war widerspenstiger.

Letzter Versuch war das Umkippen und Rumschupsen. Es kam nichts mehr raus, es war leer. Der ihm noch anhaftende Käseduft gefiel ihr so, dass sie das "Ding" noch länger hingebungsvoll ableckte. Ihre Haltung Plastik gegenüber ist zumindest differenzierter geworden ;-)


Samstag, Februar 25, 2023

Dieser Winter erinnert sich (und uns)

an früher.


Ein winterfester Weg mit Parkplatz führt hinter Husen an der Altenau entlang. Im November bewunderten wir dieses Tal schon im überwältigenden Schneeglitzer-Überall. Ende Januar strahlte die Schneelandschaft bescheidener.

Da Bäume und Äste sich schwarz vom weißen Waldboden abgrenzten, konnte man die vom Wind gestürzten Exemplare samt Wurzelteller sehr gut noch meterweit mitten im Wald ausmachen. Ein Wald bezaubert auch durch sein inneres, kreatives Chaos, dachte ich erfreut. Der schwarze Bach grenzte sich von seinem weißen Ufer auch optisch wunderbar ab.

Clara fühlte sich durch die Weichheit des Schnees wohl an Moos und Fichtennadelbetten erinnert: Sie warf sich plötzlich auf den Rücken, um sich darin zu schubbeln - bis sie im Graben landete :-)

Noch einige andere Lieblingswanderwege waren mit dem Auto erreichbar: Auf der langen Zufahrt durch weite Felder hin zum Wanderparkplatz hinter Holtheim war der Schnee von einem Trecker an die Seite geschoben worden.

Ich hoffte bei den dort zwar forstmäßig zu dicht stehenden, weitgehend jedoch noch gesunden Nadelbäumen das gute Wintergefühl eines Schutz bietenden, allem Wetter und jeder Jahreszeit trotzenden Waldes zu finden. Ja, diese Hoffnung erfüllte sich auch für die Waldtiere.

Ein Reh stand still unter dem vor hartem Frost schützenden Dach aus schneebedeckten, breit gefächerten Fichtenzweigen. Der Boden war darunter moosig und fast schneefrei.

Ich entdeckte es nur deshalb, weil ich in der Hoffnung vielleicht ein Tier zu bemerken aufmerksam den Wald rechts und links des Weges im Auge behielt. Clara ist mit ihrer Nase per se eine konzentrierte Beobachterin des Geschehens um sich herum. Als wir stehen blieben und es anschauten sprang es tiefer in den Wald hinein weg. Ich freute mich, dass es ihm dort gut ging - jedenfalls besser als in all den Kahlschlaggebieten...

Am letzten Januarsamstag schien die Sonne wieder gleißend auf Schnee. Es war ein Bilderbuchwintertag :-)

Clara und ich zeigten Gaby den Menhir bei Kleinenberg, die "Bühlheimer Großmutter". Clara freut sich immer, wenn Gaby oder Hanni mit spaziert: sie führt dann ein/ihr Rudel durch den Wald :-)

Unweit des Menhirs entdeckten wir ein Stilleben besonderer Art: eine einsame, leere Flasche Roséwein auf schneebedecktem Tisch. Hier wurde fein der Winterwald und die Liebe gefeiert, vermutete ich lächelnd. Jedenfalls ärgerte ich mich nicht wie sonst über solche Hinterlassenschaften.

Am nächsten Tag kündigte sich wärmeres Wetter an, die Luft war diesig und wasserträchtig. Ich fuhr mit Clara über die Hegge zum höher gelegenen Naturschutzgebiet Glasebachtal bei Asseln.

Dort hatte jemand Naturschutz=Tierschutz persönlich ernst genommen und entlang des Wanderpfades Äpfel und mehr für die bedrängte Vogelwelt auf Äste gespießt.

Hier gibt es Quellen und Teile des Tales werden zum Moor renaturiert. Es leben noch seltene Wasservögel hier und im Frühjahr kann man Fröschen & Co begegnen :-)

Der Schnee würde nicht mehr lange liegen, der Wetterbericht sagte Temperaturen bis 8 Grad und viel Regen voraus. Jedenfalls: danke an den Wintergott für seine Zeit bei uns :-)


Mittwoch, Februar 22, 2023

Hund (Man) sollte sich auf Gewohntes

nie so ganz verlassen


Die Tage zum Januarende hin fuhr ich nicht mehr auf Straßen mit dem Hinweisschild "Kein Winterdienst". Die Temperatur schwankte um den Gefrierpunkt herum, der nachts fallende Schnee war oft glatt und Wendeversuche brachten mich nur ins Rutschen.

Die Ränder der kleinen Straßen "Mit Winterdienst" waren vom geräumten und seitlich abgeworfenen Schnee verengt und deshalb auch meist ohne Parkmöglichkeiten an den abzweigenden Forstwegen. Also waren unsere Spaziermöglichkeiten zwar schneebegrenzt, aber auch wunderbar durch Schnee und Eis verschönt. Die Winterwelt strahlte hell, die Trübsinn fördernde Düsternis wie weggeblasen. Eingeschränktes Autofahren war ein sehr kleiner Preis dafür ;-)

Wir starteten einen unserer Schnee-Spaziergänge über den Totengrund-Forstweg ausnahmsweise am Dorfende direkt von der Hauptstraße aus, denn dort gab es auf festem Schnee eine Parkmöglichkeit. Zunächst führt der Weg hier an Viehweiden auf der flachen Hangseite vorbei, was Clara aber durchaus beachtenswert fand. Bald wird auch diese Talseite steiler und man wandert beidseitig durch Wald und eine relative Ursprünglichkeit.

Plötzlich querte ein Fuchs etwa 4 Meter vor Clara den Weg. Sie, ich ein paar Meter hinter ihr und der Fuchs blieben stocksteif auf der Stelle stehen. Clara und Fuchs starrten sich ein paar Sekunden lang forschend an - dann lief der Fuchs schnell weiter seinen Weg. Und Clara überdachte noch in Ruhe ihre erste Begegnung dieser Art :-)

Dieser Forstweg durch den Totengrund war nach ein paar Tagen für einen PKW mit guten Winterreifen wieder befahrbar. Wir fuhren also los zu unserer gewohnten Parkstelle einige Kilometer weiter am Picknickplatz.

Clara donnert sobald sie aus dem Auto gesprungen ist immer zuerst los, manchmal auch recht weit, um ihren Haufen rauszutreiben. So rannte sie auch diesmal auf dem Hauptweg vor. Aber ich ging nicht diesen, sondern nach langer Zeit einmal wieder den am Picknickplatz abzweigenden Hangweg weiter. Clara hatte das nicht mitbekommen, also rief ich sie einmal, zweimal. Dann sah ich sie weiter unten durch die einzelnen Baumstämme und Büsche hindurch auf dem Hauptweg: Sie rannte zurück - schmiß sich ohne Bremsung in Schräglage wie ein Motorrad durch die spitzwinklige Kurve den Hangweg hoch - machte eine Vollbremsung direkt neben mir - und legte umgehend den zweiten Teil ihres Haufens ab.

Wie zauberhaft ist denn das, strahlte ich sie verblüfft über so viel Gehorsam an! Nun, vielleicht war es Gehorsam gemischt mit Sorge, mich sonst aus den Augen zu verlieren :-)

Drei Tage danach: Clara hatte sich gemerkt, dass ich letztes Mal vom Picknickplatz aus einen anderen Weg als gewohnt gewählt hatte. Deshalb lief sie vom Auto aus gleich diesen anderen Weg hoch. Sie sah sich aber schon nach ein paar Metern um! Ich neckte sie, indem ich diesmal wieder den gewohnten Hauptweg wählte. Sie machte kehrt, rannte an mit vorbei und erledigte ihr Geschäft etwas später :-)

Naja, man sollte sich auf Gewohntes nie so ganz verlassen, lachten Stu und ich, als ich es ihm zuhause erzählte :-))


Donnerstag, Februar 16, 2023

Schneelaune :-)


Es schneite weiter! Am nächsten Morgens trödelte Clara - nun nicht mehr überrascht - über die Schneewiese zu ihrem Pottiplatz. Dann besah sie sich das leichte Schneetreiben von der trockenen Ecke unter der großen Tanne aus und beschloß noch nicht zurück ins Haus zu kommen.

Ich ging zu ihr - darauf hatte sie nur gewartet: sie jagte mich mit Füßefassen und ich schubste sie lachend wieder weg. Das ist unser Raufspiel - bloß selten schon am frühen Morgen :-)

Es gefiehl ihr draußen im Schneegarten!

Nachmittags schneite es nicht mehr, und so fuhr ich mit Clara zum Wanderweg auf dem Nordhang oberhalb unseres Dorfes. Die schmale Straße dort hoch war befahren genug gewesen, um jetzt ziemlich schneefrei zu sein. Die Luft oben auf dem Kammweg war feucht, der grau verhangene Himmel hing tief, es würde noch mehr schneien - oder regnen. Ich hörte weiter weg ein Wiehern, und bald darauf jagte etwas gespenstig ein Mädchen auf einem Schimmel über die einsamen Schneeflächen an uns vorbei. Vielleicht würde auch ein Sturm aufziehen, dachte ich unwillkürlich.

Clara lief vor, sie behielt mich aber im Ohr. Wurde ihr mein Schritt im Schnee zu leise, das heißt war ich ihr zu weit zurück geblieben, dann kam sie immer wieder fröhlich zurück gerannt, um mich anzutreiben, zu ermuntern, oder einfach nur aus Zusammengehörigkeit.

Das Wetter hielt sich um de Gefrierpunkt herum. Und es schneite in den nächsten Nächten leicht in den Tag hinein. Ich fuhr mit Clara das gleiche Sträßchen zur Parkbucht hoch, da es glatteisfrei geblieben sein würde und es auch war: einige Trecker hatten das Eis auf dem Asphalt krumpelig und somit für Reifen griffig gefahren.


Montag, Februar 13, 2023

Der Winter kam zurück :-)


Mitte Januar wurde es wieder kalt und statt des traurigen Regenwetters fiel eines Nachts etwas Schnee. Die Wolken lockerten auf, die Sonne schien. Nicht nur ich, auch Clara freute sich darüber :-)

Schnee bleibt bei uns nie lange liegen, also zog ich mit Clara morgens gleich los in den höher gelegenen Wald am Dorfende.

Es begann auch schon wieder zu tauen. Von den Bäumen fielen dicke, schwere Wassertropfen immer wieder auf uns. Mein Haar wurde richtig naß davon. Auf dem Schnee sah man unter den Bäumen erstaunlich große Taulöcher dicht bei einander, geschlagen von jeweils einem Supertropfen.

Clara scherte sich nicht um diese Tropfen: offenbar macht sie einen Unterschied zwischen unregelmäßigem "PLATSCH" und stetigem "platschplatschplatsch".

In der nächsten Nacht sank die Temperatur auf -6 Grad und erreichte tagsüber auch nicht den Schmelzpunk. Ich fuhr mit Clara los, aber Schnee fanden wir nur noch auf den höhergelegenen Plateaus. In den Schluchten war am Vortag bis zum Abend nahezu alles weggetaut gewesen.

Auf der Waldhöhe Richtung Büren lag der Schnee auch noch auf den Ästen. Ein längerer Baumstumpf am Wegrand war mit Brombeergestrüpp so umwuchert, dass er eine fast wie ein Iglu für Kleintiere eine Winterwohnung bot.

Für Clara gab es auch Gutes: ein Stamm war so gebrochen, dass er für Clara sowas wie ein Trimm-Dich-Gerät hergab :-)

Mal sehen, wie lange unser "Winterurlaub zuhause" anhält ;-)


Freitag, Februar 10, 2023

Ein Menhir: die "Bühlheimer Großmutter"


Durch Rumstöbern im Internet über unsere Gegend, das heißt speziell das Eggegebirge, fand ich Mitte Januar den Hinweis, dass einer von insgesamt nur drei Menhiren in NRW hier bei uns in Kleinenberg steht, einem zu Lichtenau gehörendem Dorf. Er steht tatsächlich Luftlinie nur 13 km von unserem Haus entfernt. Am nächsten regenfreien Nachmittag also nichts wie hin.

Der Stein steht in einem zur Zeit schon vorfrühlingshaft durchnäßten Wald. Von einem Forstweg biegt ein Pfad aufwärts zu ihm ab, der mit einem "Magischen Tor" oder je nach Sichtweise "Magischem Wächter" - einer die Stimmung aufgreifende, schwebende Holzskulptur - beginnt.

Wikipedia: "Menhir ist eine aus dem Bretonischen entlehnte Bezeichnung für einen vorgeschichtlichen, hochragenden Steinblock, der auch als Hinkelstein bekannt ist. In der prähistorischen Archäologie bezeichnet das Wort einen länglichen Einzelstein (bretonisch maen „Stein“ und hir „lang“), der in vorgeschichtlicher Zeit von Menschen aufrecht gestellt wurde." Der Zweck dieser Steinstellungen ist bis heute unklar, es werden aber allgemein kultische Gründe vermutet, die allerdings nicht mit Grablegungen in Zusammenhang stehen. Die bekanntesten Menhir-Aufstellungen sind das Menhirfeld von Carnac (Bretagne) und Stonehenge (England).

Es ist unklar, ob dieser Menhir ursprünglich hier stand oder im Mittelalter hierhin umgesetzt wurde, um ihn als Grenzstein zu nutzen. (Infotafel) Aber auch in diesem Fall dürfte er aus der näheren Umgebung stammen. Er wurde leider im Mittelalter "christianisiert", das heißt durch eingemeißelte christliche Symbole wie einem Bischhofsstab umgewidmet.

Der Sage nach verwandelte sich hier eine alte Frau aus Bühlheim (bei Kleinenberg) in einem kalten Winter in diesen Stein. Daher sein Name "Bühlheimer Großmutter".

Im Paderborner Raum gibt es die höchste Dichte von Großsteingräbern in NRW, bei uns Steinkistengräber genannt. Unser Dorf Henglarn hat z.B. eines und unsere direkten Nachbardörfer die Altenau bachauf- und abwärts haben auch jedes eins. Es wird angenommen, dass diese Bestattungsart sich vor circa 7000 Jahren in Europa auszubreiten begann, etwa zeitgleich mit der Aufstellung der ersten Menhire. Im Verhältnis zur Bevölkerungsdichte insgesamt war unsere Gegend in prähistorischen Zeiten dicht bewohnt.

Clara und ich freuen uns darüber, dass wir heute in NRW hier mit am wenigsten dicht bevölkert sind. Es gibt immer noch etwas Naturlandschaft :-)


Dienstag, Februar 7, 2023

Auf der Suche nach dem Kleinenberger

Opferstein


Als Stu und ich jünger waren bereisten wir die Welt, heute als Alte sind wir mit kleinen Ausflügen zufrieden - aber irgend etwas Neues zu erkunden, dieser Abenteuergeist ist immer lebendig.

Eine Fundgrube ist für mich die Wander-App Komoot. So entdeckte ich einen Hinweis auf eine besondere Steinbildung - Opferstein genannt - in den Wäldern bei Kleinenberg unweit von unserem Zuhause. Es handelt sich - wie beim Opferstein von Willebadessen Beitrag 28.10.21" - um eine Steilwand mit einen platten oberen Ende, dem Opfertisch sozusagen.

Meinen ersten Versuch diese Felswand zu besuchen unternahm ich Mitte Januar an einem sonnigen Nachmittag vom weiter unterhalb entlang des Steilhanges führenden Waldweg aus. Ich scheiterte damit, denn ich fand den letzten Aufstiegspfad einfach nicht.

Das Hochkrackseln einfach so zu versuchen brach ich bald ab, da ich keine Ahnung hatte, ob ich wirklich bei der Opferstein-Felswand ankommen würde. Und das klatschnasse Laub machte den Boden zudem ziemlich rutschig. Aber Clara hatte dabei ihren Spaß gehabt :-)

Unseren zweiten Versuch den Opferstein zu finden starteten wir zwei Tage später von obenhalb statt von unterhalb der Felswand mit dem Opferstein-Oberende. Wir nahmen den schmalen Wanderpfad entlang der Höhenkante.

Dieser Weg bietet weite Aussichten. Und es gibt mehrere Hinweisschilder zum Opferstein und anderen "Mythischen Steinen" knapp unterhalb der Bruchkante des Plateaus.

Diese "Death End"- Abwärtspfade zu den Steinen wagte ich nicht alleine mit Clara zu gehen, denn sie sind beängstigend schmal und steil. Ich würde sie an der Leine halten müssen, einfach weil sie keine Bergziege mit Erfahrung in fast alpinem Gelände ist.

Ich brauche in steilem Gelände meine Hände frei, um mich an Ästen oder Steinen festhalten zu können. Wir werden zu diesem kleinen Abenteuer einmal meine Freundin Gaby mitnehmen. Sie hält in solchen Situationen Clara an der Leine auf dem Weg oben bei sich fest. Clara gehorcht meinem "Bleib!" aber nur unter Protest. Sie meint, ich unterschätze sie :-)

Es begann wieder zu regnen.... bei trockenerem Wetter werden wir diesen so schönen Pfad demnächst ein ganzes Ende weiter wandern.


Samstag, Februar 4, 2023

Pfadfinderin Clara Lee


Gegen Mitte Januar wurde es für ein paar Tage sonniger, trockener und etwas kühler. Wunderbar, Clara und ich fuhren zur "Kahlen Platte", im Volksmund auch "Himmel" genannt. Noch heute wird dort das Osterfeuer entzündet, vermutlich war hier ein altsächsischer Kultplatz.

Das Gelände ist wirklich eine Platte (Plateau) mit einer scharfen, bewaldeten Abbruchkante ins Altenautal, die unter Naturschutz steht. Es gibt mehrere Aufstiegspfade dorthin. Wir lieben den Pfad genau entlang dieser Kante.

Seit unserem letzten Besuch im Herbst war dieser Pfad von Baumbruch an einigen Stellen nur schwer passierbar geworden. Clara fand das großartig! Sie kennt dies Gelände genau und weiß, wie sie weiterkommt ohne abzustürzen oder abzurutschen. Ich überlasse ihr hier inzwischen die Führung.

Sie scheint auch zu berücksichtigen, durch welche Baumsperren ich besser durch- oder drüber komme. Als sie jung war entschied ich darüber eine Umgehung der Sperre oder ein Übersteigen zu versuchen. Meine Auswahlkriterien scheint sie übernommen zu haben. Ich meine, das ist eine große Lernleistung.

Clara ist in einer Hinsicht ein undomestizierter Hund: die sich selbst gestaltende Natur ist ihr Zuhause. Dem, was wir Zivilisation nennen, begegnet sie (außer in der Futterfrage ;-) mit Mißtrauen. Ich fühle mehr und mehr genau so.


Mittwoch, Februar 1, 2023

Lustlose Regenstimmung


Anfang Januar stiegen die Temperaturen auf über 10 Grad an und es regnete, schauerte, nieselte ins verrottete Laub und füllte die Pfützen. Man konnte nicht von Sonnenstunden zwischendurch sprechen, sondern nur von auflichtenden Minuten.

Ich fuhr mit Clara an einem solchen Tag auf das Plateau oberhalb von Quellbach der Altenau. Dort gibt es laut Wanderkarten lange Wanderwege ganz durch Wald bis nach Hardehausen. Der Höhenunterschied zum Altenau- und Schwarzbachtal liegt um die 100 Meter (circa 300 m.ü.M. bis 400 m.ü.M.) und die Hänge gehen mancherorts fast senkrecht ab.

In diesem Waldteil waren wir noch nie gewesen, das heißt Clara stürmte nicht vor, sondern ging wie immer auf neuen Wegen besonnen voraus wie ein gewissenhafter Scout.

Fichtenkahlschlag wechselt sich dort oben mit Buchenwald ab, und es gibt dazwischen Naturschutzinseln. An einer einsamen Wegkreuzung trafen wir auf eine im Bau befindliche Wanderhütte im Loghouse-Stil. Die Wandervereine pflegen die Wege hier in der Egge wirklich gut - aber die Forstarbeiter verschlammen sie zur Zeit wieder mit ihren großem, weit hörbarem Gerät.

Von Winter war nichts zu spüren, es herrschte nasse Spätherbststimmung. Ich beschloß erst wieder bei (aus menschlicher Sicht) freundlicherem Wetter hier auf die Höhe zu fahren. Clara war meiner Meinung, wie sie durch eine gewisse Lustlosigkeit zeigte.

Am nächsten Tag fuhr ich mit ihr wegen dieses anhaltend grauen, wasserschwangeren Himmels nur zum Totental am Dorfende. Der namengebende alte Pferdefriedhof am Talende passte zur (auch politischen) Wetterlage : "trübe Aussichten".

Clara war noch lustloser, vielleicht lag das aber auch mit an mir, denn ich empfand diesen Spaziergang - ebenfalls aus Lustlosigkeit - mehr als Pflicht denn als Freude. Um ihre Stimmung aufzuhellen ging ich mit ihr an den Rand des leeren Bachbettes und forderte sie zweimal auf "Lauf runter". Schließlich liebt sie es sich so auszupowern. Einen dritten Versuch, sie so aufzumuntern, unterließ ich einsichtig.

Sie gehorchte, mehr nicht. Also hat sie auch so ihre Stimmungen, das ist sympathisch menschlich ... ;-)


Samstag, Januar 28, 2023

Ein schöner Weg mit Hindernissen

und vorbei an Steilkanten


Der Januar begann bei trüben Himmel, aber die Waldbäche hatten begonnen sich durch den Regen zu füllen und plätscherten in die Täler. Ich beschloß mit Clara seit langer Zeit mal wieder den Hangweg entlang der Altenau hochzusteigen, der durch ein kleines Naturschutzgebiet führt.

Der Weg war noch wilder, als ich ihn in Erinnerung hatte: viele den Hang im Sturm entwurzelte und runter gestürzte Baumstämme mußten zu Clara´s Freude umrannt, unterwandert oder übersprungen werden.

Sie liebt solche Herausforderungen! Und sie zeigt das neben "Zooming" durch begeistertes Zupacken und Brechen von Ästen oder auch durch Vorwärtszerren an meinen Stiefeln; am liebsten würde sie mit mir einen wilden Tanz aufführen. So ganz schnell kann sie in solch "echter" Natur ihre leidenschaftliche Freude daran nicht mäßigen :-)

Unter dem Laub war der Weg etwas matschig; auch das mag Clara, denn das gibt Grip. Sie ist ein Kraftpaket und liebt es, dies zu sein :-)

Ich kann ihr aber nicht viele solcher aufgegebenen und jetzt verwilderten Forstwege in unserer Gegend bieten... Am nächsten Tag erkundeten wir in einer Sonnenstunde diesen schönen Waldweg vom selben Ausgangspunkt aus, diesmal aber in Richtung Süden bachaufwärts. Er führt auf halber Höhe des Abhanges entlang. Durch die kahlen Bäume hindurch wirkte der Quellbach der Altenau in den Wiesen wie ein vom Gras verdecktes Rinnsal.

Der horizontal gelagerte Kalkstein zeigt von hier aus sehr deutlich einige seiner steilen, nackten Bruchkanten. In einer weitläufigen und großflächigen Kurve fanden wir bei einem Gedenkstein vor "Ottos Eiche" einen Rastplatz.

Hier spielte ich mit Clara "Hölzer werfen, Hölzer schnappen". Sie hatte sich auf diesem ihr bislang fremden Teil des Altenautalweges nämlich nicht ausgetobt. Sowas tut sie nur in ihr bekanntem oder weit übersichtlichem Gelände. Kluges Verhalten, finde ich :-)


Mittwoch, Januar 25, 2023

Nasses Wechselwetter...


Die Tage "zwischen den Jahren" wurden zunächst von Dauerregen und dann von Schauern beherrscht. Für Clara hieß das, einige Tage zuhause zu bleiben. Sie war sehr damit einverstanden, wollte sogar erst dann in den Garten raus, wenn einzuhalten nicht mehr möglich war!

Aber sie freute sich auch bei Regen, wenn wir ABENDS sagten "Clara kommt mit", denn sie weiß, um diese Tageszeit geht es in ein Restaurant. Und das wiederum bedeutet "Clara BEkommt mit" :-)

Das trübe Weihnachtswetter machte mich mehr trübsinnig als sie! Als sich irgendwann Regenpausen bildeten war die Devise "Komm, raus aus dem Haus!". Claras gute Laune steckte mich draußen sofort an!

Die altbekannten Wege lockten mich in diesen nassen Wintertagen wenig. Wir fanden zu meiner Freude neue Wege im nahe gelegenen Waldgebiet "Marschallhagen".

Zu meinem Erstaunen gab es dort neben Kahlschlagflächen auch einige gesunde Fichten-Monokulturen; vielleicht hatten diese Fichten der Borkenkäferepidemie widerstanden, weil sie noch relativ jung waren, das heißt sie reichten höchstens um die 6/7 Meter hoch.

Vom Wanderparkplatz aus gehen 6 Wege ab. Am nächsten Tag spazierten wir in einer regenfreien Stunde den Weg zu einem "Baumpark" bei einer Waldhütte mit Spielplatz.

Der "Baumpark" wurde angelegt als Dokumentation der heimischen Baumarten: seit 1989 wird jedes Jahr der "Baum des Jahres" dazu gepflanzt und das abgegrenzte Areal als kleiner Erholungspark gepflegt. Eine gute Idee!

Öde wurde es, als wir den Weg weiter gingen. Frischer Kahlschlag weit und breit. Mit schweren Baggern waren alle Wurzelteller rausgerissen und sorgfältig in ordentlichen Reihen aufgeworfen worden. Wir kehrten um!

An Silvester regnete es nicht. Wir fuhren nach langer Zeit mal wieder in den Borchener Buchenforst, den wir wegen seiner Zeckenkolonien von Frühling bis Herbst strikt meiden.

Hier war in den letzten Jahren kein Baum gefällt worden, das heißt: weder der Waldboden noch die Wege waren von schwerem Gerät durchfurcht und auch nicht von Stammstapeln gesäumt. Es handelt sich hier um keinen Wald, sondern um einen Forst, dem typischerweise Gestrüpp und Unterholz fehlt. Die Buchen stehen eng in Reih und Glied, sie sind noch zu jung und dünn, um mit Gewinn geerntet zu werden... Ich finde solche gleichförmigen Forste wenig anregend.

Nun, aber Clara hatte großen Spaß im getrocknetem Laub rumzurennen. Vor guter Laune versuchte sie mich zum Mitrennen zu animieren - indem sie mich (erfolglos) an den Stiefelschnürriemen (wie an einer Leine) vorwärts zu ziehen versuchte :-)


Donnerstag, Januar 19, 2023

(Vorläufiges ?) Winterende


Vierter Adventsonntag: Laut Wettervorhersage sollte dies der letzte Schneetag sein. Der Himmel war schon wolkig und der Wind zeigte erste Böen, die den Schnee wie Puder von den Ästen fegten. Eine Warmfront zog auf.

Ich fuhr mit Clara zum Wanderweg durch´s Schwarzbachtal. Der Wald dort wird weitgehend von alten Eichen geprägt - und das bedeutet für Clara es gibt unter denen Platz zum Rumrennen.

Clara schoß unten den majestätischen Eichen wie eine Gewehrkugel los durch´s mit Schnee nur bestäubte Laub. Als ich sie fast nicht mehr sehen konnte machte sie im gleichen Tempo kehrt, stellte kurz fest, dass ich einverstanden mit ihrer Aktion war - und erneut ab ins Weite!

Als das Tauwetter in der Nacht und in den folgenden Tagen in solides Regenwetter überging und die Wanderwege zu Wasserpfaden geworden waren, neigte sich Claras Outdoor-Begeisterung einem deutlich niederen Level zu. Nun, die breiteren Forst- und Feldwege sind meist als Dammwege angelegt. Also ging´s in Regenpausen raus!

Jäger waren im Gelände um unsere Dörfer herum unterwegs. Ein lauter Knall aus einem großkalibrigen Gewehr ließ Clara beim Spaziergang verschreckt hochspringen. Sie sah mich fragend an, ich antwortete ihr: "Das ist weiter weg, keine Sorge!" Bein nächsten Schuß streckte sie nur noch ihren Kopf hoch.

Schließlich war kein knallendes Ungeheuer auf uns zu gekommen. Außerdem glaubt sie mir in der Regel, es sei denn sie weiß - was auch immer - durch ihre Nase und Ohren besser. Wenn sie warnt, dann glaube ich ihr :-)


Montag, Januar 16, 2023

Tiefgefrorener Schnee


Mitte Dezember: Neuschnee war nicht mehr gefallen, die auf den Ästen und auf dem Grund liegenden Schneeflocken hatten sich in den letzten Tagen in der Kälte zu wunderschönen Eiskristallen verdichtet. Auf der nackten Höhe hinter unserem Dorf waren sie Wind und Wetter ausgesetzt und knubbelig geformt.

Es wehte ein kalter Wind, und als uns dann auch noch zweimal ein Trecker entgegen kam, beschloß ich in den Wald Richtung Blankenrode zu fahren und dort weiter zu spazieren.

Dort, im windgeschützten Tal der erst 5 Kilometer alten Altenau zeigte der tiefgefrorene "Altschnee" Ähnlichkeit mit feinem Gefieder oder auch rauhem Fell. Es wunderte mich nicht, dass die Eskimos acht verschiedene Worte für acht verschiedene Formen von Schnee nutzen.

Der Himmel strahlte den ganzen Tag tiefblau, und der Schnee reflektierte sein Licht in Gletscherblau. Stille lag über dem Land, nur der Schnee knirschte unter unseren Schritten.

Der Schnee bildete mit den Zweigen von Sträuchern als Gebälk warme Höhlen für kleinere Wildtiere. Clara schnupperte dort oft besonders intensiv vorsichtig hinein. Sie ist neugierig, aber nicht am Jagen interessiert - eher an freudlicher Kontaktaufnahme, was ihr aber bislang nur eingeschränkt bei einem Igel gelang, denn der rannte wenigstens nicht weg. Sie stupste ihn vorsichtig mit der Pfote an seinem Stachelrücken an, als er darauf nicht reagierte ging sie enttäuscht weiter ;-)

Die Bachwiesen sind hier voller Sumpflöcher, aber die waren komplett fest zugefroren. Clara stapfte viel vorsichtiger als ich zum kleinen Quellbach hindurch - nun, sie hat auch kürzere Beine als ich und die vereisten Löcher waren unter dem Schnee nicht zu erkennen. Ihren Bauch hält sie nämlich gerne trocken und somit warm - und deshalb aus allem Schnee heraus.

Clara ist eine vernünftige, tierliebende, sozusagen kultivierte Bulldogge ;-)


Freitag, Januar 13, 2023

Im Tierpark Hardehausen


Schnee und Frost blieben über eine Woche bis in die Täler hinein bei uns! Ich fuhr mit Clara über die schöne Hochstraße zum Hardehausener Tierpark um die Bisons, Wildpferde und Wildschweine einmal im Schnee zu erleben. Der Tierpark liegt im Hammerbachtal, ein wenig Schnee lag bis zum Grund am Bachufer.

Der vom Bach abgeleitete Fischteich war komplett zugefroren.

Der Wanderweg führt nach einer Weile an den Weidegründen der Tarpane (Wildpferde) vorbei. Die meisten hatten sich um das Heu am Stall geschart, sie beachteten das Geschehen auf dem Weg garnicht. Clara ihrerseits schenkte ihnen auch kein Interesse :-)

Anders die Wildschweine: sie sind neugierig, die Jährlinge kamen bis knapp an den Elektrozaun heran. Clara reagierte zunächst mißtrauisch, aber nach einer kleinen Weile sprang sie spielerisch auf sie zu und zurück, und dann wiede das Gleiche. Leider gelang mir kein scharfes Bild davon.

Wir begegneten vielen Menschen im Park - aber keiner hatte einen Hund dabei. Ein Paar meinte zu mir "unserem Kleinen ist der Weg zu kalt für seine Pfoten." Naja, eine Bulldogge ist eben robust :-)

Claras Verhalten fremden Menschen gegenüber hat sich über die Jahre geändert. Früher machte sie einen Bogen um Leute, wirkte unsicher, in jedem Fall möglichen Stress vermeidend. Inzwischen umkreist sie Fremde unterwegs, beobachtet sie - auf diese Art testend - genau: "Bist du rudelgeeignet, willst du mit uns gehen?" Der Kommentar der Leute früher war oft: "Ist sie ängstlich?" Jetzt wird gestaunt und oft gelacht: "Die ist neugierig!" Auch eine alte Dame mit zwei Wanderstöcken begenete uns, die Angst vor Clara zeigte: "Diese Rasse kann man leicht scharf machen, nicht wahr?" Ich antwortete: "Wenn Sie mit ihren Stöcken auf mich einschlagen und ich schreie, dann hoffe ich dass sie scharf ist ;-)" Die Dame lachte los: "Das hoffe ich für Sie auch!"

Nun, leider waren weder die kleineren Waldbisons noch die großen Flachlandbisons vom Weg aus zu sehen.... sie haben jeweils weite Gelände zur Verfügung, die sie eben gerne durchstreifen. Also fuhr ich mit Clara am nächsten Tag wieder hin. Wir hatten Glück!

Während ich viele Fotos dieser gewaltigen Freunde machte, beobachtete Clara etwas unterhalb den Weg und unterhielt ein paar Vorbeigehende mit ihrem zurückhaltenden "Anflirten" ;-) Berühren läßt sie sich allerdings nie. Solchen Versuchen weicht sie durch sofortigen Rückzug aus. Auch Leckerli nimmt sie von Fremden erst mal nicht an.

Zufrieden wanderten wir zum Parkplatz zurück. Ich hatte meine Freude an den Tieren, und Clara an den Menschen gehabt :-)


Dienstag, Januar 10, 2023

Schöner geht fast nicht :-)


Mitte Dezember - und noch immer lag Schnee! Und es wurde richtig kalt! Entlang der Altenau war die weiße Decke in den Dörfern sehr dünn. Aber der Bach selbst in der Dorfmitte, wo er nicht in Kalhhöhlen versickert war, trug feine Inseln von Eis mit herrlichen Kristallborden an den Rändern.

Aber der Altenautalweg war nicht so attraktiv wie der Kammweg der Hegge oberhalb unserer Dörfer. Ich fuhr mit Clara dorthin hoch, weil sie dort frei im Gelände laufen kann und ich den winterliche Waldzauber so liebe.

Die Sonne stieg die ganze Woche lang jeden Mittag aus dem Frühdunst empor, alles strahlte unter ihr und der tiefblaue Himmel ließ den Schnee noch gleißender scheinen. Am späteneren Nachmittag versank sie vor ihrem Untergang wieder sanft in weißem Dunst.

Schneeballwerfen spiele ich nicht mit Clara, weil sie es nicht sonderlich mag. Ich traf sie als Welpen mal mit einem weich-nassen Schneelball - sie sah mich an, als hätte ich sie mit Regen beworfen.... ;-)

Aber "Neli suchen" ist ein Lieblingsspiel. Einmal hatte ich mich, während sie genüßlich Gras fraß, hinter einem Brombeerstrauch klein gemacht, sie sah mich nicht gleich, auch mit lang gestrecktem Hals nicht - und rannte nach einer Denkpause entschlossen Richtung Auto. Sie dachte richtig, dass ich dort schon wieder früher oder später auftauchen würde. Das Auto war noch weit weg, deshalb lief ich sofort zum Weg zurück und sie begeistert auf mich zu. Sie freute sich, mich aus meinem Versteck rausgetrieben zu haben. Das ist ein "mit Trick finden" ;-)

Die Temperaturen sanken auf tagsüber -8 Grad, das macht die Luft trockener und die Kälte ist dadurch nicht mehr unangenehm. Clara rennt rum, als Bulldogge macht ihr bekannterweise nur Hitze was aus. So gesehen gehöre ich zu ihrer Spezies ;-)


Samstag, Januar 7, 2023

Der Winter blieb eine Weile bei uns :-)


Die Schneedecke von Anfang Dezember hielt einige Tage, dann wieder ein kurzes Tauwetter-Intermezzo mit viel Nebel und nassen Pfoten.

Clara vermied die Wegpfützen, indem sie auf den schneebedeckten Wegrändern lief, rannte, lachte und hüpfte :-)

Kaum zu glauben nach all den warmen Wintern, der Schnee kam schon nachts am selben Tag mit Väterchen Frost als seinem Unterstützer zurück!

Ich fuhr mit Clara zum renaturierten Teil der Altenau bei Husen, auf die Höhen brauchte ich gar nicht zu fahren, schon hier war jeder Baum und jedes Ästchen bis in seine Spitzen weiß und glitzernd ummantelt. Die schmelzenden Schneekristalle waren an den Ästen wie zu Glas gefroren. Eine Verzauberung, die in solcher Pracht auch in schneesicheren Gebieten nicht Alltag ist.

Wir spazierten bachaufwärts. Dies ist eine beliebte Wanderstrecke, aber uns begegnete, obwohl es Freitagnachmittag war, nur ein alter Mann mit seinem Jagdhund.

Wir wanderten entlang der sich wieder durch das Tal schlängelnde Altenau auf einer ehemaligen Straße am Rande der Talwand. Um den Bach selbst herum beginnt ein Auwald sich stellenweise in feuchten Mulden neu zu entwickeln. Das Tal wird wieder schön!

Meistens ärgert sich Clara hier über den Stacheldraht zum Bach hin, weil ich das Explorieren dort nicht erlaube - zumal in den anderen Jahreszeiten vereinzelt kleine Herden urig aussehender Rinder dort rumstreifen.

Diesmal aber versuchte sie erst gar nicht unter dem Zaun durchzuhuschen - dort schien es ihr offensichtlich etwas unwegsam - und am Wegrand gab es genug neue Infos zu erschnuppern ;-)

Zum vollkommenen Bilderbuchwinter fehlt nur eine strahlende Sonne und etwas mehr Kälte, damit der so zarte, kristallene Baumschmuck unter ihr nicht taut. Nun, diese Hoffnung sollte sich auch noch erfüllen :-)


Mittwoch, Januar 4, 2023

Schneien ist fast wie Regnen :-)


Anfang Dezember: Nur für einen Tag hatte sich Tauwetter durchgesetzt, dann wurde es wieder kälter. Ich jubelte, als ich frühmorgens in den Garten sah: völlig unerwartet war er dick in Weiß gepackt. Clara lag noch bei Stu auf dem Bett :-)

Als die Beiden später herunter kamen und ich Clara in den Garten rausließ, da zeigte sie wenig Lust sich beschneien zu lassen. Sie ging schnurstraks zu ihrem meist trockenen Pippi-Platz unter den Tannen.

Ihr bevorzugter Potti-Platz liegt im hintersten Gartenwinkel. Den Weg dorthin brach sie ab, zu ungemütlich!

Sie ging zurück zur schneefreien Stelle in der anderen Gartenhälfte und beschnupperte einen Apfel. Also war Wurfspielen mit Äpfeln angesagt! Der Baum trug noch reichlich Vorrat :-)

Ich warf ihr einen Apfel zu, aber als der unsichbar für sie im Schnee verschwand, blieb sie verdutzt regungslos stehen. Sie dachte wohl nach, denn beim zweiten Apfel verstand sie was los war, lief hin und scharrte ihn frei :-)

Es schneite bis in den Nachmittag weiter. Autofahren wollte ich nicht, vormittags hatten schon drei LKW im Dorf quer auf der Straße gestanden.... Als es kaum noch schneite ging ich deshalb mit Clara nur runter in unseren Dorfpark an die zur Zeit wasserlose, dafür mit Schnee gefüllte Altenau.

Am nächsten Tag begann die Pracht langsam zu schmelzen, aber so viel Schnee taut nicht in drei Tagen auf :-)


Sonntag, Januar 1, 2023

Und wieder Schnee :-)


Zu unserer großen Überraschung wurde es Anfang Dezember richtig kalt; wir hatten Schnee, zunächst nur für einen Tag, aber dann beschloß der Winter seinen Besuch bei uns doch nicht so abrupt abzubrechen!

Ich fuhr am ersten Schneetag mit Clara zum Höhenkamm des Eggegebirges hinter Kleinenberg und meine Hoffnung erfüllte sich, ein paar schöne, beschneite Nadelbäume, sozusagen Weihnachtsbäume zu finden, die die Borkenkäferseuche überlebt haben. Sie stehen an den Weg- Wiesen- und Kahlschlagrändern, denn hier wird ihnen Licht und Raum zum Leben gelassen.

In diesem Gebiet waren große Fichten-Monokulturforste gepflanzt worden, welche die Verbreitung der Seuche überhaupt erst ermöglichten. Der dann nötige Kahlschlag weit und breit machte mich traurig und auch wütend, deshalb war ich seit Sommer 2021 (Beitrag 16.10.21) nicht mehr dort gewesen. Immer noch gibt es einige Flächen voller toter Fichten; doch mit dem feinem Pulverschnee auf den toten Zweigen wirkten sie nicht mehr erschreckend, sondern zart, sogar schön. Dieser Wandel in meiner Wahrnehmung überraschte mich selbst.

Clara hatte andere Gedanken im Kopf als ich; Nasen erzählen schließlich andere Geschichten als Augen ;-)

Clara rannte viel herum, vorzugsweise auf Wildwechseln in den Wald hinein. Sie kam, was sie selten macht, auf Zuruf zweimal nicht zurück!

Ich dachte sie macht sich über Aas her.... lebenden Tieren folgt sie nämlich nicht (Ausnahme: in ihrem Garten verjagt sie alle). Ich war gezwungen ihr gebückt in den Busch zu folgen... es war kein Aas, es war Losung von Rotwild! Nur mit harter Stimme und bösem Blick brachte ich sie dazu, davon abzulassen.

Eine Winterdecke wollte Clara als Junghund um Nichts tragen, sie hielt die für sowas wie eine Zwangsjacke. Danach versuchte ich auch nicht mehr ihr diese anzuziehen. Also mußte sie sich viel bewegen, um warm zu bleiben. Um sie nicht an der Leine im langsamen Gang neben mir frieren zu lassen, oder sie Kot & Co suchen zu lassen, spielte ich mit ihr auf dem Rückweg zur Ablenkung von den Wildwechseln "lauf" und "komm". Eine beidseitige Freude :-)

Für Clara und mich bedeutete dies einen Freudentag - am nächsten Tag würde es laut Wetterbericht wieder heißen, in Nässe unterwegs zu sein. Naja, sie lebt die Weisheit "es ist wie es ist".


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, geboren 1945 in Wuppertal, hat seit inzwischen 37 Jahren Englische Bulldoggen und ist Gründungs- und Ehrenmitglied des "Verein der Freunde Englischer Bulldogs e.V.".

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Cornelia
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