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Archiv: Beiträge 2025
Clara
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Beiträge "Clara": September, Oktober, November, Dezember 2025 siehe unten
Freitag, Dezember 19, 2025
Wetter und Stimmung bleibt verhangen
Das giftresistente, weißliche Moos auf dem bleihaltige Boden war zu Schwämmen mit Wasser vollgesogen. In der Regel erleben wir es hart und schwarz verkrustete. Es war diesmal so weich, daß Clara mit Freude ihre schnellen Runden darauf drehte. Ich war schließlich überhaupt nur rausgefahren, damit sie ihren Spaß hätte. Aber so groß, daß sie sich im Moos rumrollen würde, war ihr Spaß wiederum nicht.
Nach ein paar Rennrunden rief ich sie zum Auto zurück. Mir tat der Rücken beim Gehen mehr als gewöhnlich weh. Ich überlegte für Clara auf der Rückfahrt an der jungen Altenau hinter Blankenrode noch einen Stop zu machen. Und mich interessierte zu sehen, wieviel Wasser das häufige Regnen der letzten Tage dem Quellrinnsal der Altenau geschenkt hatte.
So ein plätscherndes Bächchen erfreut mich immer. Clara lief vorsichtig und breitbeinig auf den rutschigen Steg. Sie wartete, ob ich ihr nachkäme. Aber das bemooste Holz war mit zu rutschig. Mit meinen Rückenproblemen wäre es waghalsig gewesen, es zu versuchen.
Clara nimmt immer Rücksicht auf meine Tagesverfassung. Sie trottete vor mir her zurück zum Auto.
![]() Am nächsten Tag ging es mir besser, mein Rücken verhielt sich friedlich. Ich fuhr mit Clara zur Altenau bei Husen, wo ihre Warmwetter-Badezone ist.
In den paar Kilometern weiter bachabwärts von Blankenrode bis Husen hatte die Altenau reichlich an Wasser dazu gewonnen. Clara zeigte kein Interesse am Bach selbst. Sie setzt dem Wetter und der Situation angemessene Prioritäten :-)
Wir spazierten unsere Standardstrecke. Das Wetter schenkte uns seine Gunst: die Sonne schien ein wenig durch Wolkenrisse hindurch und es fielen keine noch so kleinen Regentropfen. Clara war zufrieden. Und ich auch :-)
Dienstag, Dezember 16, 2025
Die dunkle Vorweihnachtszeit
Ich entschied mich für die Asphaltwege auf der nördlichen Hochebene oberhalb unseres Dorfes. Dort würde Clara wenigstens nicht eingeschlammt werden. Die Felder rundum waren in den letzten Jahren zu Windradanlagen umfunktioniert worden.
Ich hoffte trotz der massiven Wolken auf einen roten Sonnentuntergang. Ja, der Streifen Horizont unterhalb der mächtigen Wolkendecke zeigte sich tatsächlich spektakulär! Wild und intensiv wie ein Weltenbrand!
![]() Am Ersten Adventsonntag besuchte ich mit Gaby schon morgens den kleinen Adventsmarkt unseres Dorfes Henglarn. Nur Dorfbewohnen boten ihre Handwerks- und Kochkünste bei Weihnachtsmusik an: Bratapfellikör, Burger von Galloway-Rindern, selbsgeschleuderten Honig, Laubsägefiguren, gestrickte Mützen und mehr. In der Scheune gab es eine Vorlese- Märchenhöhle, alte Bücher mehr. In einer zweiten Scheune dufteten von den Landfrauen gebackene Kuchen noch und noch. Wir aßen Spekulatiustorte und Bratapfelbaiseetorte. Das Dorf feierte bis in den Abend und lockte Besucher aus der ganzen Umgebung an.
Anschießend luden wir zuhause Clara in Auto fuhren in die Buchenwälder auf die Eggehöhen. Es war so warm geworden, daß ich auf einen Parka verzichtete. Gaby ist noch sehr gut zufuß. Sie marschierte flotten Schrittes den Waldweg weiter, als ich eine Rückenentspannungspause brauchte. Auf meinem Höckerchen spielte ich mit Clara in der Zeit, bis sie zurückkam, Anrempeln und Stöckchen werfen. Naja, Stöcke interessieren sie weniger, aber ein kleines Raufspiel begeistert sie. Sie weiß genau, wie fest sie mir in Arme oder Beine greifen darf. Wenn ich sie ziemich fest wegschubse, springt sie in einem Kreis zurück und erwartet begeistert den nächsten Schubser :-)
Als Gaby genug gelaufen und Clara genug gebalgt hatte, gingen wir den stillen, einsamen Waldweg zurück zum Auto.
![]() Viele Tage lang spannte sich Anfang Dezember eine dunkle Wolkendecke über den Horizont. Es würde darunter oder darüber gegen Sonnenuntergang vielleicht reizvolle Lichtspiele geben.
Ich fuhr deshalb mit Clara an einem Nachmittag in den verwilderten Mischwald auf der Vienenburghöhe.
Der Waldboden war naß. Und wo man in den Wald hinein gelangen konnte, war er zudem durchfurcht von Wildschweinrüsseln. Clara zeigte keinerlei Lust hier rumzurennen, nicht mal zum Rumstöbern. Ich auch nicht. Wir gingen wieder auf den Weg zurück.
Als die Sonne hinter der Wolkenbank verschwand, brachte sie deren Ränder zum Leuchten. Wir fuhren nach Hause.
Samstag, Dezember 13, 2025
Eiseskälte, dann nebeliges Tauwetter
Es war fast 4 Uhr nachmittags, die Sonne würde in Kürze untergehen. Aber es sah nicht nach Abendrot aus. Wir fuhren zurück: der Wind wirkte im Gesicht wie Spitzen aus Eis.
Die Straße nach Hause führt in Husen direkt an der Altenau vorbei. Ich sah, daß die Bachufer vereist waren und hielt dort an. Fließende Wasser vereisen nicht so schnell, es braucht dazu stabile Minusgrade.
Hier im Tal war der Wind weniger heftig. Wir spazierten also noch mal kurz am Ufer entlang. Es wurde schnell dunkel.
![]() Am nächsten Tag wurden die Temperaturen leicht positiv. Vielleicht würde der Ettelner Fischteich noch vereist sein - wir nahmen Gaby mit und hin! Die Altenau war hier knochentrocken leer. Nach Husen bachabwärts sind größere Schwalglöcher, die Altenau fließt ab dort im unterirdischen Höhlen- und Kanalsystem des Karstgrundes weiter. Der neben dem Bachbett liegende Fischteich wird der Fische wegen über Pumpen in diesen Untergrund auf einem Mindeswasserstand gehalten.
Am Wegrand rund um den Teich stehen viele Bänke. Die nutzte ich wegen meines kranken Rückens alle. Gaby wurde es dabei zu kalt. Sie lief flotten Schrittes um den Teich rum, sie überrundete uns sozusagen :-) Clara blieb wie immer bei mir stehen, lief ihr nicht nach, aber verfolgte Gaby mit den Augen. Genau an dem Punkt, an dem der Weg hinter Gaby länger wurde als der Weg vor ihr, drehte Clara sich in diese Richtung um. Als Gaby dann die Rundung hinter sich hatte, lief sie ihr entgegen.
Am Südufer des Teichs grasten ein geschecktes Pferd und drei Esel hoch über dem Bachbett. Ich liebe Esel; sie sind nämlich dem Bulldog ähnlich: Selbstentscheider, mutig und klug! Das Pferd ignorierte uns weiter grasend. Aber die Esel beobachteten uns, um sich eine Meinung über uns bilden zu können :-)
Der Fischteich war noch teilweise zugefroren. Langsam bildete sich Nebel. Tauwetter.
Mittwoch, Dezember 10, 2025
Immer noch Schnee
Es war halbvier Uhr, die Sonne würde bald untergehen. Wir stapften über den Schnee. Die Tannen - diesmal keine Fichten - hatten sich selbst vermehrt: die Zöglinge wuchsen gerade außerhalb des Schattens der Muttertanne. Das gleißende Sonnenlicht gab das Seine zum Zauber dieser Stunde.
Wir fuhren nach einer stillen Weile der untergehenden Sonne entgegen zurück.
![]() Der Schnee und die Kälte hielten auch am nächsten Tag noch an. Wir nahmen Gaby mit zu einem Waldstück hinter der Autobahnbrücke bei den Bleikuhlen.
Clara war glücklich: mit Gaby im Rudel verbindet sie Rennen, auspowern, ihre Kraft auszuleben. Und das erlebt sie als Glück, sie ist dann im Flow. Nach einer Weile kamen wir an einiger Zeit Infotafel über Fledermäuse vorbei. Gaby stieg zu einem im Baum hängenden Kasten an einem Baumstamm hinter der Infotafel hoch. Von Weiten sah er wie ein Vogelhäuschen aus. Von Nahem hatte es aber sowas wie eine Ausflugsklappe.
Wenn Gaby vorgeht bleibt Clara neben mir bei meinem Pausen-Höckerchen geduldig stehen. Auch wenn ich sagte "Lauf zu Gaby" bleibt sie bei mir. Sie rennt erst los, wenn ich aufstehe. Dann ist sie sicher mich nicht zurückzulassen. Ich stehe schließlich auf um wieder loszugehen. Wie wunderbar: sie würde mich nie zurücklassen.
Sonntag, Dezember 7, 2025
Der erste Schnee
Ich fuhr mit Clara nach Blankenrode, unseren höchst gelegenen Lichtenauer Dorf. Bei uns in Henglarn lag nur ein Hauch von Schnee.
Kaum aus dem Auto, rannte Clara zur ersten keinen, wenig bewachsenen Schneefläche am Waldrand und warf sich rücklings rollend rein! Vergnügen pur :-). Wir gingen dann den schmalen Pfad Richtung Wüstung weiter. Er ist so schmal, daß man dem Schnee wirklich nahe kommt :-)
Ich liebe sonders die Tage mit Neuschnee, wenn er noch auf jedem Ästchen liegt und so den Wald in eine glitzende, versponnene Welt verwandelt.
Durch die Tierspuren im Schnee kann ich sehen, daß Clara diesen mit der Nase folgt. Kein Großwild war hier unterwegs, ein Hase und andere Kleintiere.
Clara lief wie immer vor. Aber sie rannte nicht hin und her, ihr war zu meinem Erstaunen nicht kalt. Sie ist eine robuste Wildnisliebhaberin :-)
Nach einer Weile gingen wir zurück. Das Sonnenlicht und seine Reflektionen im Schnee, dieses Übermaß an Helligkeit hat eine wunderbar erhellende Wirkung auf das allgemeine Lebensgefühl.
Donnerstag, Dezember 4, 2025
Ein besonders schöner Waldweg und die versuchte Rettung einer Blaumeise
Ich staunte über die riesigen Fichten und Laubbäume. Ein Wald wie aus meiner Kindheit, seine Geheimnisse und seine Besucher schützend. Clara freute sich auch, sie trottete nicht, sondern lief vor mir her und immer wieder mal zu mir zurück, anstatt am Wegrand auf mich zu warten. Sie hatte sozusagen ein erhöhtes Mitteilungsbedürfnis :-)
Wir blieben auf dem Weg, obwohl mich die gelegentlichen Felsbrocken anlockten. Es ging mir zu steil bergab, mein kranker Rücken warnte mich.
Die nach Erde, Laub und Nadelbäumen duftende Waldluft tat gut. So tief wie unterwegs in einem alten Wald atme ich selten ein.
Diesen Waldweg würde ich bald wieder gehen. Ich werde dann Gaby mitbehmen; sie freut sich, wenn ich ihr neue Wege zeige.
![]() Clara liebt und schützt Vögel Ich erzählte im Beitrag vom 13. September 2020, daß Clara eine im Garten auf der Wiese liegende Taube vorsichtig ins Haus brachte und sie mir in den Schoß legte. Die Taube lebte, war aber schockstarr. Sie blutete nicht. Gut, wir legten sie geschützt neben eine Hecke in den Garten zurück. Nach einiger Zeit flog sie davon. Ich hatte das für ein einmaliges Erlebnis gehalten, das war falsch. Clara kam vor ein paar Tagen von ihrem "Pippi-Gang" mit einer Blaumeise im Maul aus dem Garten zurück. Sie sprang damit zu mir auf´s Sofa und legte sie neben mir ab.
Stu meinte, er habe, als er Clara in den Garten ließ, den Vogel vor unserem Wohnzimmerfenster auf der Terrasse liegen sehen. Sie sei vermutlich vor die Fensterscheibe geknallt und gestorben. Aber sie lebte! Aus ihrem etwas geöffnetem Schnäbelchen sah ich sie atmen. Stu legte sie auf das Hochbeet neben einen kleinen Strauch. Aber sie erholte sich nicht. Als wir später nachsahen war sie tot. Wir haben auf die Fenster zum Garten hin die Silhouetten großer Raubvögel auf´s Glas geklebt. Aber das hilft nicht immer. Jedes Jahr sterben vielleicht zwei oder drei Vögel an dem harten Aufprall auf´s Glas. Vermutlich unerfahrene Jungvögel. Traurig.
Montag, Dezember 1, 2025
Im Buchenwald und im Tuffquellgebiet
Die Buchen hatten alles Laub abgeworfen. Es bedeckte jetzt auch den ganzen Grund des leeren Bachbetts. Das gelbes Gebüschblattwerk schenkte noch einen schönen Kontrast dazu.
Das diesig-kalte Wetter erzeugte auch in Clara keine große Abenteuerlust. Sie hatte beobachtet, daß ich zuhause Leckerli in meine Gürteltasche gesteckt hatte. Und diese Tatsache lenkte ihre Erwartungen sowieso in die entsprechende Vorzugsrichtung ;-)
![]() Ein sonniger Tag im letzten November-Drittel! Ich fuhr mit Clara ins obere Riepental oberhalb von Koster Dalheim. Bestimmt zwei Jahre waren wir nicht mehr dort gewesen. Ich war überrascht ein neues Infoschild mit der Überschrift "Tuff - ein Lebensraum aus Wasser und Kalk" zu sehen.
Die Schlucht des Talgrunds ist sehr schmal. Der Abstieg ans Wasser ist verboten, aber auch schwierig zu bewältigen wegen Bruchholz, Gestrüpp und sattgrünem Sumpfgras.
Nach einer Weile gingen wir zurück zum Auto. Am Weg bei den früheren Fischteichen im Tal hielten wir noch mal an.
Ich freue mich sehr, daß dieses besondere "Tuffquellgebiet" renaturiert wird :-)
Freitag, November 28, 2025
Es ist schön in Ostwestfalen zu leben :-)
Ich staunte über die Absonderlichkeiten unter den Pilzen. Auf einem Baumstumpf wuchsen winzige weiße "Geweihförmige Holzkeulen" neben großen Totholzpilzen im den Stumpf bedeckenden Moos. Eine Welt für sich. Clara unterhielt ich mit dem Aufspüren von ganz kleinen Leckerli. Ich warf sie so weit ich konnte ins dichte Laub. Sie ging in immer engeren Kreisen schnuppernd herum, bis sie die Landestelle des Leckerli tatsächlich eingekreist hatte. Ich hätte manche nicht wiedergefunden in diesem Laub. Sie aber wohl!
Mit Geduld und geschickter Zunge gelang es ihr alle aus dem tiefen Laub heraus zu packen. An Rumspringen zeigte sie deulich weniger Lust bei dieser Alternative :-)
![]() Jeden Tag schien die Sonne für ein/zwei Stunden zwischen Morgennebel und Abendnieselregen. Diese nutzte ich dazu mit Clara raus zu fahren.
Ich wollte einmal wieder die freie, weite Sicht von den Höhen aus genießen. Unweit unseres Taldorfes Henglarn spazierten wir deshalb an einem der Waldrander entlang auf dem südlich angrenzenden Hochplateau. In den Feldern am Waldrand grünte Wintergemüse. Leider vergällen hier im Kreis Paderborn inzwischen jedes Jahr mehr Riesenwindräder die freie Sicht zum Horizont. Die Umweltprobleme treiben überall so manche zu Über- (und auch Unter-)treibungen in ihrem Lösungswillen. Wir gingen in den Wald hinein: Hier vergißt man, dass man deswegen plötzlich mitten in einem neuartigen Indusriegebiet wohnt.
Die Bäume hatten alle ihr Laub abgeworfen, aber die Büsche zeigten sich immer noch in herbstlichem Gold. Clara erfreute sich daran im Laub herumzuspringen.
![]() Die Stimmung in den hiesigen Resten der Fichtenwälder erleben wir als sehr anders als in unseren Buchenwäldern: dichter, dunkler, unzugänglicher. Am nächsten Tag nutzen wir die Sonnenstunden um wieder in der Hegge nördlich unseres Heimatdorfes Henglarn weiter die verwilderten Reste des dieses Jahr so glückspilzreichen Fichtenforstes zu erkunden.
Wir gingen am Rand von Lichtungen entlang, denn das auf dem Waldboden sehr dicht bei- und aufeinander liegende Fichten-Bruchholz sah gefährlich spitzkantig und splitterig aus. Den ganz wunderbaren und das Immunsystem stärkende Duft der Fichten atmete ich mit großer Lust tief ein. Das aus Japan stammende und auch bei uns inzwischen ziemlich populär gewordene "Waldbaden" war hier wirklich eine Sinnen- und Seelenfreude.
Clara, Stu und ich haben Glück, hier in Ostwestfalen zu leben: Immer wieder Reste ursprünglicher Natur und zugleich jeden Zivilisations-Komfort.
Dienstag, November 25, 2025
Dolinen am Sandwiesenweg und eine lustige Begegnung im Supermarkt
Zuerst führt der Weg an einer Doline vorbei. Wir hatten sie schon voll Wasser erlebt, aber jetzt war sie ein großes, kreisrundes, laubbedecktes, flaches Loch am Wegrand. Ich hatte das Gefühl, seit unserem letzen Besuch vor vielleicht einem Jahr hatte sich der Durchmesser etwas vergrößert und die Tiefe leicht vermindert. Eine Wirkung des Regenwassers, die es wie einen Trichter abfließen läßt. Der Trichter füllt sich nur von unten bei sehr hohem Wasserstand des Grundwassers.
Gaby und ich spazierten um die Doline herum, aber Clara jagte mit Vergnügen ein paar Mal runter und rauf durch sie hindurch. Am nahen und weiten Dolinenrand wuchsen viele Pilze. Die großen Mönchsköpfe beeindruckten mich besonders. Durch Google erfuhr ich, daß nur Unreife tatsächlich wie kahle Köpfe aussehen ;-)
Als nächstes kamen wir an den "Dreizehn Eichen" vorbei. Sie bilden eine schattengebende Bauminsel in einem sehr weitreichenden Wiesengelände. Diesmal sahen wir keine Rinderherde dort weit verstreut grasen. Gaby meinte; "Erstaunlich, daß noch niemand einen Golfplatz daraus gemacht hat. Sehr gut!"
Wenn man weiter geht kommt man zum "Hungerbrunnen", eine Quickspringe. Die Quelle springt zwischen den Wurzeln eines mächtigen, alten Baumes hervor, aber das nur selten nach sehr viel Regen. Vor Jahren rannte Clara einmal begeistert vom Weg aus runter in den Quellbach rein. (Beitrag 4.Juni 23)
Clara erinnerte sich an ihr Quellbad: sie lief zielsicher runter zum Grund unterhalb der Wurzeln. Sie blieb kurz enttäuscht stehen, aber solch ein Gefühl hält nie lang bei ihr vor. Es gibt für sie immer etwas Anderes zu finden, das ihr Freude macht - auch auf einem Rückweg :-)
![]() Vor Kurzem stand im Supermarkt ein Paar in Motorradanzügen an der Kasse vor mir. Das Rückenteil der Mannes zierte ein Bulldog! Ich fragte ihn, ob ich seinen Rücken fotografieren dürfe. Er fragte staunend zurück "Den Rücken?" "Ja, ich habe eine Bulldogge und finde Ihre Jacke toll." :-) "OK", er stellte seinen Rücken in Pose.Die Jacke seiner Frau zierte kein Bulldog. Ich fragte sie: "Warum haben Sie keinen Bulldog auf der Jacke?" "Das ist eine Vereinssache. Nur Männer dürfen das!" Sie lachte, als sie es sagte: also eher keine Diskriminierung von Frauen, dachte ich.
Zum Schriftzug "Army Vets" fiel mir spontan nur die amerikanische Bezeichnung von Tierärzten "Vets" ein. "Army", was daneben stand, war klar ein Bezug zur Armee. Ich fragte verwundert: "Haben Sie mit Tierärzten der Armee zu tun?" Er sah mich an, als wäre das eine nur absonderlich zu nennende Assoziation zu seiner Jackenaufschrift. Bei dieser Reaktion schaltete ich: "Klar, es meint "Veteranen!". "Bei "Vets" im Kontext mit Bulldogs dachte ich zuerst an Veterinäre", erklärte ich etwas beschämt über meine Begriffsstutzigkeit. Ich zeigte dem Paar im Handy ein Foto von Clara. "Wie süß, so lieb und so schön" freute sich die Frau. Auch er fand Clara toll. Beide erzählten kurz noch liebevoll von ihrem Hund, einer Hütehündin.
Ich lachte anschließend über mich selbst: spontan einen Zusammenhang zwischen Armee, Bulldoggen und Tierärzten zu sehen war einfach komisch.
Schließlich wird heute nicht mehr mit Pferden und Lanzen gekämpft. Und der Bulldog ist schon lange kein Kampfhund mehr :-))
Samstag, November 22, 2025
Goldener Wald, Wellness und Pilze
Die drei kleinen Tannenkümmerlinge, die ich mit Wasserflaschen über das trockene Frühjahr gerettet hatte, zeigten ihre festen grünen Spitzen. Jetzt im Herbst und Winter würden ihre Wurzeln wachsen, damit können sie im nächsten Frühjahr mehr Wasser aus dem Boden ziehen :-)
Clara trottete vor mir her. Abenteuerlust löste dieser Weg bei ihr nicht aus. Aber sie war zufrieden überhaupt draußen in der Natur zu sein :) Am nächsten Tag fuhr ich mit ihr zu den schönen Buchenwäldern am Hang des Sauertals hinter Ebbinghausen. Diesmal hatte ich kleine Lachsleckerli dabei. Mal sehen, wie sie die im dicht liegenden Laub findet ;-)
Clara hatte die Lachsleckerli im Gürtel gerochen. Sie schob mit ihrer Nase das Laub auseinander um mir zu signalisieren, daß ich sie endlich werfen sollte. Zuhause abends im Wohnzimmer verteile ich neuerdings schon mal Wurststückchen unter einem Sessel oder in irgendwelchen Ecken. Sie sucht jetzt jeden Abend den Wohnzimmerboden ab - mit der Wirkung, daß ich ihren Wünschen oft nachgebe und welche verteile. Ein dezenter aber sehr klarer Hinweis, was sie von mir wünscht ;-) Erfülle ich diesen Wunsche nicht, legt sie sich nach einer kurzen Weile zu mir aus Sofa und läßt sich kraulen. Sie sucht nicht weiter auf dem Teppich rum, hat verstanden, daß es nichts gibt.
Ich weiß nach dem Werfen manchmal selbst nicht genau, wo das Leckerli im Laub gelandet ist. Clara schiebt das Laub solange auseinander, bis sie es hat. Ihren Erfolg erkenne ich an ihrem Kauen. Pilze sah ich hier nicht. Der Abhänge rechts wie links waren mir aber auch zu steil, um dort zu suchen. Am späten Nachmittag des nächsten Tages fuhr ich mit Clara wieder zum Heggeweg. Wir entdeckten eine uns neue Waldbucht, die Clara und mir besonders gut gefiel. Die Luft duftete nach Fichtennadeln und Erde. Das Gras unter dem nassen Laub war mit Moos durchsetzt. Clara schnüffelte wie üblich herum, ja und dann warf sie sich auf den feuchten, weichen Boden und machte ihre geliebten Faßrollen! Ich hatte wegen der nassen Laubschicht nicht damit gerechnet. Aber diese Laubschicht schützte ihr Fell vor der nassen Erde darunter.
Ich entdeckte hier an den Waldkanten erstaunlich viele Pilze ganz unterschiedlicher Arten. Pilze haben oft lustige Namen, die ich mir von Google Lens habe sagen lassen. Es steht aber jedesmal "wahrscheinlich" bei der Identifizierung dabei. Hier Beispiel 1 und Beispiel 2 :-). Es wurde langsam kühl. Mit dem Sonnenuntergang fuhren wir zufrieden heim.
Unsere alten Mischwälder sind wunderschön und es ist gesund, ihren Duft einzuatmen.
Mittwoch, November 19, 2025
Rennen, Plantschen und Pfifferlinge im Schwarzen Bruch
Clara und ich nahmen an einem klaren, sonnigen Tag Anfang November Gaby mit dorthin. Für Clara ist das immer ein Highlight, denn Gaby und ich spielen mit mir "Hol mich", das bedeutet sie rennt dann mit Karacho zwischen uns hin und her. Mit mir alleine ist es vergleichsweise langweilig, zumal ich wegen Rückenproblemen Sitzpausen brauche.
Das Schwarze Bruch ist ein Teil des früheren, weiträumigen Hochmoores. Der befestigte Pfad führt entlang eines Moorbaches. Zwischen den alten Bäumen finden sich immer wieder moorige Senken, Rinnsale und Wasserlachen.
Der Pfad führt an einigen riesigen, ausgeschwemmten und hochgekippten Wurzeltellern vorbei. Ihr Wurzelwerk ist beeindruckend. An einer Stelle führt ein nur fußbreiter Steg über den Bach in echte Wildnis hinein. Genau hier hatte ich damals Steinpilze gesehen.
Die Fichten und Tannen an dieser Stelle sind unglaublich hoch gewachsen. Eine Besonderheit fällt auf: der Stamm einer mächtigen Mutterfichte ist gegabelt wie ein Laubbaum! Und ihr Nachwuchs rundherum auch. Und hier wuchsen reichlich zarte braune Lamellenpilze. Gaby pflückte einen. Google Lens klassifizierte ihn als echten Pfifferling!!! Der ist ja noch viel seltener als der Steinpilz! Ein kleiner Bach schlängelte sich Lachen und Inselchen bildend zum Moorbach. Es war abenteuerlich hier durchzu schlagen. Clara untersuchte die Wasserstellen.
Clara lief etwas tiefer ins Bruch hinein - und sprang ins Wasser. Sie rannte und sprang durch den kleinen Bach, die Tropfen flogen herum! Ganz sauber kam sie bei mir wieder an Land. Ich staunte und lachte. Ist schließlich kein Badewetter mehr. Sie rannte über den Waldboden zurück zu ihrer Einstiegsstelle bei Gaby - und wieder rein ins Wasser! Eine neue Runde Wasserrennen! Dreimal wiederholte sie diesen Riesenspaß! Danach rannte sie nicht mehr durch das Wasser zu mir, sondern von Gaby aus daran zurück. ich dachte jetzt hat sie geniug davon. Aber: ich lag völlig falsch! Zu meiner völligen Überraschung sprang sie direkt neben mir mit einem Kopfsprung wieder hinein!!!
Ich glaube sie wollte mir zeigen, wie glücklich sie ist :-) Obwohl der Bach durch Moor floß, war ihr Fell nach ihrer Wasserorgie ganz sauber. Nur abends, als sie Stu ihren Gutenachtkuß gab, meckerte er, daß sie nach Moder riechen würde. Ich wies ihn darauf hin, daß auch sein Whisky aus Moorbächen hergestellt wird. "Ich denke eine Dusche ist überflüssig!"
Wir spaziertem noch etwas weiter. Ich freute mich, dass am Moorteich ein Glückspilz stand. Gaby meinte, solch einen wunderbarer Tag in purer Natur erlebt man nicht oft. Stimmt, auch aus Claras Sicht :-)
Sonntag, November 16, 2025
Auf der Höhe zwischen Helmern und Henglarn
Ein schöner, nicht zu langer Rundweg führt zunächst nah an der steilen Kante zur Schlucht des Baches entlang, der (wenn es mal stark und ausdauernd geregnet hat) in der Menn bei Henglarn mündet.
Das Laub der Bäume und Büsche zeigte Variationen von Gelb, Orange, beige, rot, Braun und immer noch Grün. Der Goldene Oktober ist dieses Jahr ein Goldener November :-)
Je weiter wir kamen, um so schlammiger wurde der Weg. Schwarzwild liebt so etwas. Schließlich war der gesamte Weg eine mehr oder weniger aufgewühlte, matschige Wildschweinspur.
Halbwegs in der Mitte des Rundweges steht eine markante Baumruine. Ich wußte, daß ab dort im Weg oft ganze Wasserlachen stehen. Deshalb beschloß ich, lieber zurück zu gehen, als Clara schmutzig wie eine Sau werden zu lassen :-)
Kurz vor dem Hauptweg, wo unser Auto stand, kam uns ein Paar mit zwei unangeleinten Terrierartigen entgegen. Sie gehorchten null, liefern kläffend auf Clara zu. Sie liebt ja Hunde, aber diese ließ sie links liegen. Sie blieb, den Kopf von ihnen abgewand, einfach nur ruhig stehen. Die Beiden kamen ihr zähnefletschend bis auf zwei Meter nah. Dann stoppten sie, die sich nicht provozieren lassende Clara böse ankläffend. Claras Haltung "Ich hab keinerlei Interesse an euch!" wirkte deeskalierend. Das Herrchen war inzwischen bei seinen Terriern angekommen und leinte sie an. Er meinte: "Die wollen nur spielen". Naja, ein Glück, daß Clara eine kluge Bulldogge ist!
Donnerstag, November 13, 2025
Fliegenpilze, wo alte Fichten stehen
Am Rand eines großen Stapels von Fichtenstämme hatten sich Fliegenpilze durch die Erde geboxt.
Vor Kurzem hatte hier im Wald eine Messe der Forstwirtschaft stattgefunden. Dafür waren Abstellplätze für deren Riesengeräte mit Holzspähnen in den Buchten des Waldes abgedeckt worden. Für Uns war das durchaus komfortabel, um an die tieferen Stellen des ehemaligen Fichtenforstes heran zu kommen. Fliegenpilze brauchen das Wurzelwerk von Fichten oder Birken zum Leben. Er ist ein (Schamanen-)Pilz der borealen Wälder. Ein "Glückspilz" :-)
Die Fliegenpilze hatten allesammt so gut wie keinen Schneckenfraß erdulden müssen. Trotz der Feuchtigkeit des Wetters waren kaum Schnecken unterwegs :-)
Im Nadelwaldstreifen selbst war nichts von Pilzen zu sehen. Clara stakste ziemlich leidenschaftslos über die vielen Bruchäste am Boden. Sie jagte nicht rum, schnüffelte.
Es war schwierig sich mit meinem Höckerchen am Gürtel durch das spitze Gehölz durchzuschlagen. Nach einem kurzen Versuch ließen wir es; wir gingen am Rand der für die Messe geschaffenen Buchten entlang weiter.
In einer dieser Buchten ragte allein und mitten in den Holzspähnen ein prächtiger Fliegenpilz hoch hinaus. Er war ungewöhnich schön: Der Hut - noch ganz intakt und noch voll mit seinen typischen weißen Hautflocken besprenkelt - hatte sich zu einem flachen Kelch geformt. Darin hatten durch Wind und Regen einge fliegende Ahornsamen ein Nest gefunden.
Clara stöberte noch was herum, ich genoß die wunderbare Hebststimmung noch von meinem Höckerchen aus. Wunderschöne Tage, die der November brachte :-)
Montag, November 10, 2025
Fliegenpilze auf der Hegge
Ich war völlig überrascht, gleich beim Aussteigen aus dem Auto einen roten Fleck am Wegrand zu sehen: ein Fliegenpilz!
Dann wurde mir klar: wir waren in einem Buchenforst, aber an den Forsträndern war ein breiter Streifen alter Fichten des früheren Waldes stehen gelassen worden: Fichten- (und Birkenwurzeln) sind die biotopische Heimat des Fliegenpilzes. Also stapfte ich vorsichtig über das am Boden liegende Gehölz in den Wald hinein und hielt Ausschau nach roten Flecken auf dem Waldboden.
Ja, und dann sah ich einen einsamen Gesellen im Laub leuchten! Ich wollte gerne ein Foto mit Clara von ihm machen und lockte sie zu ihm hin. Man sieht den Erfolg auf den Fotos ;-)
Ich freute mich! Wir gingen weiter den Rand des Waldes im Auge behaltend. Ja, wir hatten noch mehr Glück: in einer Waldnische entdeckte ich einen wunderschönen noch jugendlichen Glückspilz :-)
Am nächsten Tag fuhr ich mit Clara wieder zu dieser Waldstelle. Es hatte über Nacht geregnet, also Pilzwachstumswetter :-) Mal sehen, wie sich diese winzige Glücks-Kolonie weiter entwickelt, dachte ich.
Es waren weitere kleine Fliegenpilze aus der Erde geschossen :-). Der Regen hatte an den Halberwachsenen die Weißen Flocken weiter abgewaschen und die Erwachsenen hatten ihren Hut zum Kelch hochgewölbt und ein wenig Wasser darin gesammelt. Nebenbei - ich hatte auch noch Augen für andere Pilze ;-). Ein strahlender Anis-Champignon sprang mir auch ins Auge. Ich mußte am nächsten Tag wieder zu diesem Waldstück fahren. Ich wollte sehen sehen, wie sich diese Gesellen Tag für Tag verändern.
Clara nahm es hin. Sie trödelte schnuppernd herum, ohne zum Weitergehen zu drängeln. Solch eine liebe Bulldogge :-)))
Freitag, November 7, 2025
Einmal wieder im wilden Bündeltalwald und "Hunde schlafen biologisch sinnvoll im Bett"
Damit Clara ihren Rennspaß haben würde, verließen wir den Weg und stapften wild (Clara) beziehungsweise vorsichtig (ich) bis an die Kanten des Steilhangs zum Bachbett, das mindestens drei Meter tiefer lag. Ich machte eine Pause auf meinem Höckerchen während Clara den Steilhang in Gedanken abschätzte und sich entschied entschied oben zu bleiben. Es gab dort genug für sie zu erkunden :-)
Weiter bachabwärts wurde die vom Wasser geschaffene Schlucht breiter und die Kanten weniger steil. Die unterschiedlich starken Hochwasser hatten sogar Uferterrassen gebildet. Das gefiel Clara besonders :-)
Die Steine des Bachgrundes lagen alle noch frei; der Laubfall stellte sich in diesem Jahr deutlich später ein als in den Vorjahren.
Clara liebte diesen Hang, sie lief ihn rein aus Spaß ein paarmal rauf und runter. Und das machte mir Spaß :-) ![]() Hunde schlafen „biologisch sinnvoll" im Bett Ich weiß, daß viele Bulldogs bei ihren Menschen auf dem Bett schlafen. Sie sind eben Familie. Viele Hundehalter lehnen das aber ab, meinem Gefühl nach die meisten. Ich war freudig überrascht dieser Tage den Artikel unten von einem Hundeprofi im Internet zu finden: Hundeprofi Martin Rütter begründet, warum Vierbeiner im Bett schlafen dürfen. Seine Ansicht könnte viele überraschen und gängige Vorbehalte auflösen. Quelle
Im Podcast „Mit den Waffeln einer Frau“ sprach Martin Rütter mit Moderatorin Barbara Schöneberger über das Thema. Schöneberger gab zu, dass sie gerne mit ihrem kleinen Hund im Bett kuschelt. Martin Rütter beruhigt sie: „Eines der meistverbreiteten Missverständnisse ist: Der Hund gehört nicht ins Bett. Aber es gibt überhaupt keinen Grund dafür.“ Er erklärt, dass es sogar „biologisch sinnvoll“ sei, den Hund im Bett schlafen zu lassen. „Wenn wir vom durchschnittlich getakteten Hund ausgehen, gibt es eigentlich nichts Natürlicheres, als nah an ihm zu übernachten. Das ist ja biologisch erstmal sinnvoll“, führte er aus. Hunde sind schließlich „soziale Rudeltiere“ und bevorzugen es, in der Nähe ihrer Menschen zu sein. Natürlich gibt es Ausnahmen, denn manche Hunde suchen mehr Nähe, während andere Distanz bevorzugen – „genau wie bei unterschiedlichen Menschen“.
Dienstag, November 4, 2025
Goldenes Laub und eine Kuh auf Abwegen
Wir kamen an friedlich grasenden Rinderherden vorbei und parkten dann bei einer Jagdkanzel, wo der Weg sich langsam der Altenau nähert. Nach einer Weile hörten wir die Altenau leise plätschern, ein heiter stimmendes Geräusch.
Nach einiger Zeit entdeckten wir zwischen all dem Gras- und Brennesselgestrüpp einen Wildwechsel zum Bach selbst. Clara lief nach einem kurz fragenden Blick auf mich vor. Gaby und ich stapften ihr vorsichtig nach. Das Wasser war ganz klar, einige Laubblätter schwammen wie Schiffchen darauf an uns vorbei.
Mein Rücken hatte genug und wir gingen mit Pausen das Sonnenwetter genießend zurück. Nach einer Weile sahen wir weit vor uns eine Kuh mitten auf dem Weg. Sie fraß gemächlich genießend etwas auf dem Weg, es mußten den Bäumen nach Kastanien sein. Ihre Herdengenossen beobachteten sie, zwischendurch sich mit einfachem Gras begnügend, von jenseits des Zauns. Irgendwie mußten wir die Kuh vom Weg bringen, um mit dem Auto an ihr vorbei zu kommen. Wir lachten und überlegten, sie mit Streicheln und sanftem Druck an den Weiderand zu schieben. Clara wurde dafür zunächst ins Auto gesetzt.
Gaby ging vor und ich folgte im Schritttempo mit dem Auto. Die Kuh blieb leider links auf der Waldhangseite, rechts die Weide mit ihren Herdenfreunden interessierte sie null. Da sie keine Ziege war, würde sie auf den Hang kaum ausweichen können. Dumme Sache. Ich sorgte mich langsam, daß sie weiter vor uns her bis zur Landstraße trotten würde, das wollte ich in keinem Fall, sie hätte dort angefahren werden können. Naja, wir hatten ja alle Zeit. Clara beobachtete das Ganze aufmerksam stillstehend von der Hinterbank aus. Gaby stieg ins Auto ein - Gutes Zureden hatte die Kuh nicht zur Einsicht gebracht. Aber sie trottete weiterhin, sich Futterpausen gönnend, vor uns her.
Ich fuhr nun langsam an die heran. Sie blieb nach einer Weile mit den Hinterbeinen so wie gewünscht am Wegrand stehen, mit den Vorderbeinen aber noch nicht. Ich hatte das Seitenfenster auf und klopfte sie freundlich auf die Schulter. Das half: sie ging einen Schritt mehr beiseite. Prima! Ich streichelte ihr den Hals und sie ließ uns vorbei :-)) Und Clara legte sich entspannt auf der Rückbank nieder! ![]() Am nächsten Tag erschien die Sonne gegen Mittag. Clara ins Auto gepackt, und auf in den Goldenen Wald. Ich entschied mich für den Weg bei der Wüstung Blankenrode.
Dieser Weg ist so schmal und von Ästen überhangen, daß er streckenweise wie ein Tunnel wirkt. Ich freute mich, wie die Sonne das Blätterdach über uns in grün und bronze leuchten ließ. Eine von Schwarzwild aufgerissene Erdspur zog sich neben dem Pfad entlang. Ich wunderte mich, daß uns bei dieser hohen Anzahl von Wildschweinen in unserer Gegend weder Eins allein, geschweige denn eine ganze Rotte über den Weg gelaufen war. Glück gehabt, denn die sind nicht ohne! Nach einer Weile begann es zu nieseln, Wolken zogen heran, und wir zogen ab nach Hause.
Samstag, November 1, 2025
Kurze Wege, ein Wildschweinschädel und Fliegenpilze
Der unter Naturschutz stehende Teil des Nordhangs reicht bis Ebbinghausen. Der verwilderte Pilgerweg führt dort entlang. Wir fuhren bis hin, aber von seiner süßen Brombeerpracht und dem blühenden Klee (Beitrag 16.8.25) war nichts übrig geblieben: nun dominierten dunkle Ranken - gelegentlich mit blutroten Hagebutten durchsetzt - vor düsterem Himmel. Auch faszinierend, aber nicht herzerwärmend.
An einem dieser trüben Tage mußte ich nach Lichtenau einkaufen fahren. Was soll´s, dachte ich, ich nehme Clara mit. Mit Glück erwischen wir eine Regenpause, wenn wir an dem so schönen Mischwald hinter Ebbinghausen vorbei kommen.
Endlich kam an einem dieser Tage Mitte Oktober nachmittags die Sonne heraus. Da es reichlich geregnet hatte hoffte ich, daß an den Eselsbettweiden hinter Lichtenau Fliegenpilze die weichen Erde durchbrochen hatten. Letztes Jahr waren an dem diese Weiden begrenzenden Birkenrain hunderte Fliegenpilze gewachsen!
Hinter dem Gatter zu den leeren Weiden stand hochgewachsen ein stolzer Fliegenpilz. Ich war begeistert und hielt an, um ihn zu fotografieren. Im Farn am Rand des Sträßchens entdeckte ich dann noch einige versteckte mehr. Ich liebe diese Genossen, sie verkörpern für mich die magische Welt der Kindheit. An der Weggabelung parkte ich bei der Sitzbank unter einer riesigen Buche und Eiche. Und dann sah ich es: ein Wildschweinschädel war über dieser Bank an der Buche angebracht worden! Mir fielen dazu gleich die Totempfähle der Nordwestlichen Indianer ein.
Zwei Wanderer kamen vorbei und bewunderten dieses Totem ebenso wie ich. Die Hauer im Kiefer waren, wie wir feststellten, eindeutig einem Wildschwein zuzuordnen. Für einen Eber waren sie zu klein. Wildschweine sind unsere letzten wehrhaften Wildtiere, sieht man von den wenigen wieder zugewanderten Wölfen ab.
Irgendwie paßte der Schädel zu dieser Ecke von verwildertem Wald mit seinen Baumgiganten und den Fliegenpilzen. Clara wollte endlich spazieren gehen. Sie hatte Recht! Ich packte mein Höckerchen und wir gingen los :-)
Dienstag, Oktober 28, 2025
Rumrennen im stillen Wiesental und die Freuden der Apfelzeit :-)
Gaby lief durch die Mitte des Tals und ich über den Seitenpfad jenseits des Bachbetts. Clara hatte so Gelegenheit sich im Hin-und-Her zwischen uns auszutoben. Sie genoß das :-)
Eine oder mehrere Wildschweinrotten hatten mit ihren Rüsseln eine große Wiesenfläche Boden aufgewühlt. Ich sah keine Jagdkanzel in der Nähe, also eine ziemlich sichere Futterstelle für sie.
Die Sonne schien ins Tal, unterbrochen von über den Himmel ziehenden dicken, dunklen Wolkenbänken. Das Tal zeigte sich dadurch oft längs geteilt in Licht- und Schattenseite.
Auf Höhe der Bauminsel im Tal hörte der Pfad auf: er war ab dort von Wald zugewuchert. Der Weg gegenüber auf halber Höhe der anderen Uferwand war unerreichbar: viel zu steil! Also gingen wir - manchmal über die Wiese und manchmal den - Talpfad zurück. Zuhause wollte Clara gut gelaunt gleich in den Garten. APFELZEIT! Das viele Rennen hatte sie wohl hungrig gemacht ;-)
Sie holt sich zur Zeit oft einen abgefallenen - aber nie einen verfaulten - Apfel ins Haus und verspeist ihn genüßlch auf dem Sofa :-)
Samstag, Oktober 25, 2025
Wieder im schönen Lichtenauer Sauertal
Gaby wünschte sich wieder auf dem Alten Postweg das schöne, stille Sauertal als Ziel. Wir spazierten hinter der ersten trockenen Furt entlang des trockenen Bachbetts. Es war überwuchert von Weiden, die manchmal sogar mitten aus dem Stamm einer gefallenen, eine Brücke bildenden Altweide wuchsen. Faszinierend!
Am Ende des Weges überragte eine mächtige Weide die Sitzbank und den Bach. Sie wuchs aus dem tief gelegenen Bachbett heraus.
Einer kreisenden Raubvögel hatte hier einen anderen Vogel gerissen. Clara schnupperte daran, aber Federn ohne jeden Fetzen Fleisch sind auch als Spielzeug nichts wert, entschied sie.
Gaby spazierte über die Weide weiter bis zum Wäldchen. Clara war zunächst unentschlossen, ob sie ihr nachlaufen sollte. Ich rief das Kommando aus dem Man-Trailing-Kurs: "Such!". Seit mein Rücken so schmerzhaft geworden ist, hatten wir deswegen nicht mehr daran teilgenommen. Clara hatte dies Trailing geliebt. Nun hat sie einen Ersatz dafür :-)
Wir wiederholten das Man Trailing noch ein paarmal. Clara war begeistert und schließlich glücklich ausgepowert :-) Auf der Rückfahrt des Weges entlang des Bachbettes kamen wir an einem ungewöhnlich großen Schaf vorbei, das von der letzten Regenschauer noch ziemlich naß war. Sein langhaariges Fell ringelte sich lustig - wie eine nassgewordene Dauerwelle!
Es kam neugierig und alleine auf uns zu. Google-lens informierte: "Alpines Steinschaf, eine alte und vom Aussterben bedrohte Schafrasse". Also eine Rasse, die sich noch gegen Wölfe verteidigen könnte. Clara signalisierte Respekt :-)
Montag, Oktober 13, 2025
Frühherbst - Kurze Spazierwege und zwei Bulldog-Fundstücke
Ich setzte mich auf mein Höckerchen und Clara schnupperte rum. Dann sah sie mir einmal kurz und kritisch direkt in die Augen - und rannte wie aus der Rakete geschossen los, aus meiner Sicht- und dann auch aus meiner Hörweite! Ich glaube dieser Blick war eine Lageabschätzung, wie ich wohl auf ihre geplante Weitlaufaktion reagieren würde!
Nach kurzer Zeit rief ich sie. Null Reaktion. Nicht mal auf den Ruf "Leckerli" reagierte sie. Naja, mir blieb nichts anderes übrig als immer wieder mal "Clara" zu rufen. Dann, nach einigen Minuten hörte ich sie zurück kommen. Aber: nicht zu mir, sondern sie rannte unverändert schnell in einem großen Bogen um um herum! und auf ein Neues ab in den weiten Wald! So verband sie ihren Gehorsamswillen gekonnt mit ihrem Drang sich einmal bis aufs Mark auszutoben. Ich lachte anerkennend :-)
![]() Anfang Oktober färbten sich die ersten Bäume gelb, orange und ein wenig rot. Ich liebe den Frühling und den Herbst besonders: sie sind Zeiten des Übergangs, der Entwicklung in neue Lebensphasen. Im Riepenbachtal bei Atteln kann man das langsame Schlafengehen der Bäume besonders gut beobachten, weil der Wald hier steil ansteigt. Er zeigt dadurch viel Profil. Ich fuhr mit Clara an einem Tag Anfang Oktober hin, an dem die Sonne immer wieder die Wolken durchbrach.
Clara stapfte gleich in die saftige, nasse Wiese hinein. Ich setzte mich auf dem Talweg am zugewucherten Bachrand auf mein Höckerchen. Von hier aus konnte ich ihre Grasernte ;-) gut beobachten. Sie ging zielgerichtet nur zu den zu den Süßgräsern zählenden Queckengrasbüscheln. Halb beißend, halb reißend zog sie deren große, feste Grasblätter heraus und kaute dann noch ausgiebig darauf rum. Vermutlich macht sie die langen Gräser so für sich besser schluckbar.
![]() Clara und ich waren länger nicht mehr den "Glockenblumenweg" auf halber Höhe oberhalb des Quellbachs der Altenau gegangen. An einem nebeligen Morgen fuhren wir hin. Der Dunst wurde bald Nieselregen.
Viel Schwarzwild war hier unterwegs gewesen. Den halben Weg entlang hatten die Sauen die Erde aufgebrochen und nach Futter gewühlt. Einer der Wildwechsel sah mir verdächtig nach ihrer "Rutschbahn" runter auf den Weg aus. Ich mag die stille Stimmung dieses Weges, auch ohne blühende Glockenblumen :-)
![]() Zwei Bulldog-Fundstücke Meine Schwester Gunda machte im Spätsommer einer Reise durch Estland. In Tallinn, der schönen, mittelalterlichen Hauptstadt stand sie bei einem Spaziergang unverhofft vor einer Bulldog-Statue :-)
Eine noch größere Überraschung erlebte ich, als ich vor Kurzem morgens mein Handy anmachte und diesen Bericht über die Morgenandacht im NDR vor Augen hatte! Ich höre nie den NDR, und Predigten sowieso nie.... Ich freute mich riesig über diesen Morgengruß. Und die fromme Botschaft gefiel mir :-)
Werbung auf´s Handy zu bekommen, naja, das ist eben so. Ich bekomme meistens Werbung von Hundefutter und sonstigen Bezügen zu Hunden. Daß man individualisierte Werbung bekommt, wenn man bloggt oder sonstwie im Netz unterwegs ist, das ist noch das relativ Gute daran. Aber eine Predigt mit einem Bulldog als Botschafter - so wie Werbung plötzlich auf dem Bildschirm - das ist so ungewöhnlich, daß man an keinen Zufall glauben mag. Das ist Liebeszauber :-)
Freitag, Oktober 10, 2025
Ein Platz im Wald namens "Ewigkeit"
Wir parkten an einer Stelle namens "Ewigkeit" bei einer Weggabelung. Ein Förster fuhr dort vorbei, als wir gerade ausgestiegen waren. Er wies darauf hin, dass dort kein Wanderparkplatz sei - ich zeigte ihm mein Höckerchen und erklärte, ich sei gehbehindert, aber wolle auch mal wieder in den Wald hinein. Er fuhr verständnisvoll winkend weiter. Ich rief ihm noch ein "Danke" hinterher :-)
Nur wenige Meter hinter der Schutzhütte entdeckte ich unter Birken und Fichten Fliegenpilze :-)). Ich liebe sie ob ihrer schönen Einzigartigkeit. Sie zaubern mich in die Träume meiner Kindheit zurück.
Bei Weitergehen entdeckten wir auch Butterpilze und Birkenpilze. Zu meiner großen Freude auch einen Waldchampignon!
Ein Jäger (und Heger) aus Kleineberg überholte uns auf dem Fahrrad. Er zeigte uns Fotos aus diesem Wald von einem Hirsch in seiner Herde, einer zwei Ricke, die zwei Junge säugte - und eine unglaubliche Pracht von Steinpilzen, die er ein paar Tage zuvor gesammelt hatte. Er zeigte uns seine genaue Fundstelle, sagte aber: "bis heute sind noch keine nachgewachsen. Warten Sie erst den nächsten Regen ab".
Dieser Wald war über weite Strecken hinweg ein fast reiner, dichter Birkenwald, durchsetzt mit jungen Fichten. Ein borealer Wald. Ich fragte den Jäger, ob die Birken gesetzt worden seien. "Nein", antwortete er. "Stürme hatten die von Borkenkäfern geschwächten Fichtenforste abrasiert, das dadurch auf den Boden fallende Licht ließ die Birken hochschießen."
Der schmale Pfad führte bald zu einem gerodeten Tal. Gaby ging ein wenig weiter um den weiten Blick zu genießen. Ich machte eine Hockerpause. Clara blieb so wie immer bei mir. Sie verläßt mich grundsätzlich nicht, selbst wenn ich sie auffordere "Geh mit Gaby". Aber sobald sie ihre Schritte wieder hört, läuft sie ihn um ihr sozusagen Dampf zu machen: "Los, zurück zum Rudel!"
Zurück nach Hause fuhren wir den Forstweg weiter bis Kleinenberg. Von der Waldhöhe aus hatten wir ein schönen Blick auf das Dorf. Dieser zum Teil verwilderte, natürliche Wald ließ mich ein wenig bedauern, dass ich nicht mehr gut gehen kann. Auf der anderen Seite war ich dankbar ihn überhaupt entdeckt zu haben und in ihn hineinschnuppern konnte :-)
Dienstag, Oktober 7, 2025
Alter Postweg entlang der Sauer und ein gutes Zuhause für Ziegen und Schweine
Clara ging erhobenen Kopfes voraus; sie vergißt keinen Weg, den sie einmal ging. Ich setzte mich zwischendurch zur Rückenentlastung auf mein Anglerhöckerchen. Ich war im Klinikum Bielefeld-Bethel bei einem Spezialisten. Seine Beurteilung der Situation: "Die Wirbelsäule ist 80 Jahre alt und ziemlich verschlissen". Eine OP würde keinen Benefit bringen. Ok, dann bleibt es bei der Schmerztherapie. Diesmal gingen wir bis zum Wegende nach der zweiten Furt. Dort steht eine Bank im lauschigen Schatten der Uferweiden und Eschen.
Rund um die Bank hatten unzivilisierte Zeitgenossen Müll jeder Art hinterlassen. Ich habe mir abgewöhnt mich darüber zu ärgern, denn damit schädige ich nur meine eigene Stimmung. Stattdessen habe ich immer eine Mülltüte i n der Gürteltasche, räume den Müll darein und freue mich dann an der wieder ungeschändeten Natur.
Zurück am Dorfende von Lichtenau parkten wir um zärtlich verschmuste Ziegen und unglaublich gemütliche, dicke, runde Schweine zu bewunderten. Diese Schweine waren wirklich Borstentiere, wie der beeindruckende Borstenkamm auf ihrem Rücken bewies!
Ihr Besitzer, ein starker junger Mann, baute gerade ihren Stall etwas weiter aus. Er hält sie sich aus reiner Freude, erzählte er. Wir fragten ihn, was er beruflich mache. Seine Antwort: "Polizist im Strafvollzug". Ich schmunzelte innerlich: "Da sind echte Schweine tatsächlich ein passender Ausgleich ;-)" Nebenbei: Er erzählte auch, daß Scheine nie ihren Stall bekoten, das täten nur die Ziegen. Schweine hätten ein definiertes Outdoor-Klo! Am nächsten Tag fuhr ich mit Clara noch einmal hin. Lachende Kinder fütterten die Ziegen und Schweine. Josef, ihr Besitzer sagte: "Die haben jeden Tag Kinder als gegenseitige Unterhaltung zu Besuch :-) Unweit dieser glücklichen Ziegen und Schweine ist die Bachschwinde der Sauer. Ich ging mit Clara hin ins leere Bachbett.
Zunächst sieht man trichterformige Löcher, in und bei denen sich lose Holzteile angesammelt haben. Sie sind kleine Bachschwinden, im Beitrag vom 19. April diesen Jahres ist zu sehen, wie das Bachwasser darin verschwindet. Wir kraxelten vorsichtig weiter über die Steine des Bachbettes bis hin zum im Sommer 2013 plötzlich entstandenen Schwalgloch. Wie sehr es sich seitdem verwandelt hat, von Regen und Fluten fast zugespült wurde, darüber fand ich eine beeindruckende Fotodokumentaion im Internet!
Es fasziniert mich, wie vergleichsweise schnell sich in Karstgebieten durch die Kraft des Wassers Landschaftsmerkmale ändern können!
Samstag, Oktober 4, 2025
Kurze Gänge, ansonsten: eine Esel - Alpaka - Gemeinschaft mitten im Dorf
Im Wald standen die Buchen locker verteilt bis zu einer kleine Lichtung, die als Schlucht runter führte. Schon nach den ersten Schritten im Wald juchzte Clara, warf sich auf den Rücken und rollte sich in Faßrollen herum.
Ich ging mit Clara - unterbrochen von kleinen Sitzpausen auf meinem Anglerhocker - bis zur Lichtung weiter.
Ich hielt nach Pilzen Ausschau, fand aber nur einen als schleimige Angelegenheit. In Buchenwäldern sind hier eh wenige zu finden. Dafür freute ich mich am Duft des Waldmeisters :-)
![]() An einem Tag ging Stu mit Clara und mir auf dem Nordhang hinter unserem Dorf mit spazieren. Nun ja, er hat auch Rückenprobleme, deshalb blieb er gleich auf der ersten der drei Bänke sitzen. Clara und ich gingen weiter - aber Clara unwillig. Sie sah sich ständig um, wo Stu bliebe.
Auf der zweiten Bank war es auch genug für mich: Mein Bandscheibenvorfall bremste mich aus. Als wir zurück zur ersten Bank kamen und dort kein Stu mehr saß, wurde Clara unruhig, ging schnüffelnd um die Bank herum und rannte dann entschlossen zum Auto zurück. Logisch: wohin sollte er sonst verschwunden sein ?! Auf dem Rückweg nach Hause kamen wir an dem Bauernhof vorbei, wo ein Esel und ein Alpaka auf der Hofweide grasen. Beide sind Herdentiere, deshalb soll man sie nie alleine halten. Diese beiden sind offensichtlich mit ihrem Herdengenossen zufrieden.
Für Außenkontakte jeder Art fählt sich offensichtlich das Alpaka zuständig. Der Esel will, wie es scheint, seine Ruhe haben. Und Clara wartet immer erst mal ab; diesmal im Auto. Ein anderer Hof hält am unteren Nordhang eine Ziegenherde. Es ist lustig anzusehen, wie sich alle Ziegen mit ihren Zicklein auf dem Kletterstamm aufhalten - egal ob es dabei ein Gedränge gibt ;-)
Mittwoch, Oktober 1, 2025
Faszination Bäume
Kein Wunder, daß die alten Waldvölker einen Baum als den Lebensbaumes ansahen und sich selbst - als Abkömlinge von Baumen - in Stammbäumen verewigten. Andererseits war der Wald auch Inbegriff des Dunkelgefährlichen. Trolle sehen ihnen ähnlich.
Ich setzte wegen meines Rückenproblems schon nach einem kleinen Wegstück auf mein Höckerchen und forderte Clara auf, sich umzusehen. Sie war aber nicht in Stimmung, sie blieb lieber bei mir. Ich habe noch nicht herausgefunden, welcher Wald sie wann inspiriert und glücklich macht. Das Wetter wird eine Rolle spielen, vielleicht aber auch meine Verfassung.
Sie hatte jedenfalls keine Lust sich auszutoben, also fuhren wir wieder nach Hause. Am nächsten Tag fuhr ich mit Clara zur Weide mit der gespaltenen Esche, der abgetrennte Stammteil liegt auf der Weide und wuchs, der Lage angepasst, munter weiter! Vor einem Jahr (Beitag 10. August 24") war ich zuletzt dort gewesen. Also mal sehen, ob dieser Teilstamm immer noch unerschrocken weiter wächst!
Er war weiter gewachsen. Seine Äste auf der Oberseite des Stammes ragten schon neue Stämme etwa zwei Meter hoch!
Ich schob mich unter den liegenden Teilstamm. Auch diesmal staunte ich, wie er durch die löcherige Rinde ernährt wurde.
Bäume geben so gut wie nie auf! Ein Vorbild an Phantasie und Willen zum Weiterleben.
Sonntag, September 28, 2025
Die Kunst des Suchens ;-)
Der völlig verwilderte Waldstreifen zwichen totem Fichtenforst und den Feuchtwiesen im früheren Moorgebiet "Eselsbett" ist lang genug, um immer wieder auf uns noch fremde Baumpersönlichkeiten zu treffen. Clara erlebt solche Bäume als Spielplatzgestalter :-)
Da ich trotz starker Medikamente nur sehr beschwerlich gehen kann, unterhalte ich Clara damit, winzige Leckerli von einem Stammplatz aus - wörtlich gemeint - so weit ich kann zu werfen. "Such" brauche ich dann gar nicht mehr zu rufen :-)
Da Clara ohne Anlass nicht in Wurzelburgen einsteigt, warf ich das Leckerli in genau eine solche hinein. Naja, ein Leckerli ist ein starker Grund, es zu tun ;-) Ich warf das nächste Leckerli genau dann, als Clara nicht zu mir hinsah, den sonst wäre sie der Wurfrichtung meines Armes gefolgt. Ich rief "Such" und sie ging zur gleichen Wurzelburg, wo sie das letzte Leckerli fand. So nach dem Motto: Wo schon mal was lag, wer weiß? Sie roch dort keines, hob ihre Nase hoch, aber trotz vibrierender Nasenköcher nahm sie keine zielführende Witterung auf. Sie sah mich an, ich verriet ihr auch nichts. Sie dachte nach und lief dann zu einem ganz ähnlich gewachsenen Baum. Auch er hatte einen liegenden Stamm, der sich erst nach einer Weile in die Senkrechte erhob. Das war ihre Ableitung aus der ersten Erfahrung, welche Verstecke ich wohl bevorzügen würde!
Sie schüffelte im Kreis alles um meinen Baumstumpfsitz herum ab, und fand es schließlich im Laub. Mit Küßchen und großen Augen brachte sie mich dazu, sie noch reichlich weitere Leckerli suchen zu lassen. Wenn ihre Suche für ihren Geschmack zu lange dauerte, meinte sie es wäre angebracht, ich würde einfach ein neues Leckerli werfen. Kann ich verstehen, tat ich aber nicht ;-) Als ich ihr sagte, daß ich keine weiteren Leckerlis mehr hätte, akzeptierte sie das. Sie lief rum, und dann warf sie sich ins trockene, weiche Laub für eine kurze Rückenrubbelei. Dann einen Sicherungsblick rundherum, keine Störung war zu erwarten, also noch mal ausgiebiger dies Vergnügen :-))
Dieser Waldstreifen bildete das spitze Ende zwischen zwei Wegen. Wir gingen den anderen zum nahen Auto zurück.
Clara war zufrieden. Ich auch.
D0nnerstag, September 25, 2025
Blüten und Beeren in einem herrlichen Mischwald
Ich suchte weiter nach uns noch unbekannten Wegstrecken und entschied deshalb auf der Straße zwischen Ebbinghausen und Lichtenau einfach in einen Waldweg abzubiegen. Ich war überrascht, ja bezaubert, welch schöner Mischwaldstreifen rechts und links dieses Weges sich vor uns öffnete.
Wir erkundeten ihn nur ein kleines Stück weit. Ich beschloß ihn an einem der nächsten Tage mit Freundin Gaby, die inzwischen von ihrem Langzeitauenthalt in den USA zurück ist, etwas weiter zu erkunden. Gaby ist sehr geduldig und verständnisvoll meinen vielen kleinen Pausen gegenüber. Am Rande: Ich habe im November einen Termin im Wirbelsäulen-Zentrum der berühmten Neurologischen Klinik Bethel, um die Möglichkeiten einer Operation auszuloten. Wenn sich diese Option nicht eröffnet, werde ich mich auf eine Dauerschmerztherapie mit opioiden Medikamenten einlassen müssen. Hauptsache ich kann wieder besser gehen.
Die Wegränder waren offensichtlich erst kürzlich von den übermächtigen Gestrüppkanten der Brombeerwildnis freigeschnitten worden. So kamen Gaby und ich an die schwarze Beerenpracht heran, die im Inneren des Gedörns gewachsen waren. Lecker :-)
Dieser Wald zeigte alle drei Ebenen eines nätürlichen Mischwaldes: das Oberholz riesiger alter Bäume, das Mittelholz der jüngeren Bäume wie Buchen, Eichen, Lärchen und Fichten und das Unterholz der Büsche und des rosa strahlenden Springkrautes. Wälder mit diesen typischen drei natürlichen Etagen sah ich zuletzt in Naturschutzgebieten der Tropen und in borealen Wäldern.
Richtung Lichtenau war dieser herrliche Waldstreifen entlang des Weges schmal. Man sieht dort gelegentlich einen einzelnen Propellerflügel hinter den Laubkronen auftauchen. Deren Rauschen war als Hintergrundrauschen den ganzen Weg entlang leise hörbar. Richtung Ebbinghausen geht der Waldstreifen entlang des Weges in einigem Abstand in einen normalen Buchenforst über. Dieser Weg führt durch wirklich einem Naturwald sehr nah kommenden Waldstreifen.
Wenn das Laub gefallen ist, dann hört man nicht nur, sondern sieht auch die vielen, ganz nahen Windräder. Traurig für viele Wildtiere und uns Naturfreunde; Kernkraft würde nicht jede Landschaft zersetzen...
Montag, September 22, 2025
Im Wiesental am Quellbach der Sauer: Galloway Rinder und viele leere Weiden
Ich war überrascht, daß wir statt Kornfeldern eine weiträumige Weide mit Galloway-Rindern vorfanden :-). Clara und ich stiegen aus dem Auto. Ich freute mich, aber Clara zeigte deutliches Mißtrauen, als die Tiere neugierig-gelassen auf uns zu kamen. Mit ihren weit geschwungenen Hörnern sehen die Galloways majestätisch aus. Es fiel mir auf, daß die Kälber nicht wie bei den "normalen" Kühen neben ihren Müttern herliefen, sondern sich wie in einem Kindergarten eher beieinander aufhielten. Clara war, je näher diese wehrhaften Rinder auf uns zukamen, weiter zurück gewichen. Sie war nicht auf Abenteuer aus ;-)
Hinter den Wiesen mußte den Bäumen nach die Sauer entlang fließen. Solche natürlich belassenen Bäche sind ein Freude, also hin!
Clara war so gut gelaunt, daß sie sich ins Gras warf und sich genüßlich rumrollte. Mildes Wetter, trockenes Polstergras, und die Rinderkolosse waren weit weg :-). Ich machte eine Rückenentspannungspause auf meinem Höckerchen und ließ ihr Zeit :-) Als wir am Bach ankamen fanden wir bald eine nicht völlig zugewachsene Uferstelle. Das Wasser plätscherte steil abwärts unter uns. Ich sagte "Nein", was Clara sofort respektierte und gar nicht erst versuchte runter zu springen. Allerdings glaube ich, mein "Nein" entsprach sowieso ihrer eigenen Meinung: Baden macht nur bei heißem Wetter Sinn ;-)
Wir überquerten nun zurück zum Auto erneut die weite, wilde Wiese. Den Zäunen nach zu urteilen waren all diese Wiesen einmal einmal Weiden für Kühe gewesen. Wir gingen auf unserer eigenen Spur zurück; sie sah aus eie ein passabler Wildwechel, was sie in gewisser Weise ja auch war ;-)
Clara beschloß die herrlichen Vorzüge dieses weichen, hohen Grases noch einmal zu genießen :-)
Wie schön, dieses Tal war eine Überraschungsentdeckung :-)
Freitag, September 19, 2025
Frühherbst im Wald
Wegen meiner Rückenprobleme fuhr ich einige Tage mit Clara nur zum Puttenholzweg, da dort an der Feldseite alle paar Meter mindestens ein Baumstumpf steht, auf den ich mich setzen kann. Es ist bewundernswert, wie Clara in ungetrübter Laune hinnimmt und stets schnuppernd sowie zugleich wachsam ganz in meiner Nähe bleibt! Die Bank unter der uralten Buche ist eine meiner Lieblingsplätze in unseren Wäldern. Clara hält den dort vorbeiführenden großen Wanderweg im Auge. Sie gibt mir Bescheid, wenn sich von dort jemand nähert: in der Regel bevor ich etwas mitbekomme :-)
Ein Veilchen zeigte noch stolz seine letzte Blüte, die meisten Gräser und Kräuter aber zeigten ihre Samenfülle.
Die Vegetation am Boden war herbstlich geworden. Noch ein paar robuste Disteln blühten, was einen einsamen Schmetterling erfreute und dicht nebeneinander zwei Waldhummeln fleißig den letzten Vorrat sammeln ließ.
![]() Viele natürliche Sitzmöglichheiten gibt es auch im Urwaldstreifen am Eselsbett. Zu sitzen entspannt meinen Rücken und macht ihn erst mal wieder schmerzfrei. Clara und ich lieben dieses Waldstück ganz besonders, denn jeder alte Baum zeigt eine ausgeprägte Individualität - und schafft einen freien (Hundespiel-)Platz um sich herum.
Ich staune immer wieder, wieviel Vorbild der Wald den Menschen war: Wassertonnen, Wasserrinnen bis hin zu Wasserleitungen, Sitzmöbel und auch Waffen.
Nicht nur Bäume, auch Waldtiere regten die Phantasie des frühen "Homo Faber" an: Spechte hämmern, Würmer bohren und der Biber (Beawer) "webt" seine Dämme. In Alaska bestaunte ich solch einen Biber-Schutzwall ganz nah von einem Boot an. Die Äste waren tatsächlich wie gewebt miteinander verbunden. Dies Netz aus Ästen war dann mit Schlamm abgedichtet worden. Alles etwas "unordenlich", aber voll funktionsfähig.
Dienstag, September 16, 2025
Pferde- und Kuhweiden
Ich spazierte mit Clara ein Stückchen durch den Wald am Mittelberg und dann an seinem Rand über die Feldkante zurück. Wegen meiner stärker gewordenen Rückenprobleme (als Folge einer nötigen Versteifung vor 16 Jahren) sind meine Gänge mit Clara sehr kurz geworden, aber dafür durch meine vielen Pausen langsamer: sie kann so ausgiebig schnuppern, wie sie will :-)
Das Korn war hier noch nicht gemäht, und am Rand zum Wald blühten Sonnenblumen dazwischen. Ich vermute die hatten sich letztes Jahr hier ausgesät als Teil der Gründüngung, die zur Bodenregenerierung zwischen den Weizenjahren eingeschoben werden. Am nächsten Tag fuhr ich vom Hexenplatz aus auf den Mittelberg. Hier gibt es einen Weg zwischen Wald und Feldern. Der Wald schützte sich durch dichtes Beerengesträuch vor Eindringlingen. Ich aß so viele von den süßen Brombeeren, wie ich konnte ;-)
Auf den Feldern wuchs Klee und zwischendrin herrliche Sonnenblumen. Sie waren dieses Jahr mit der Gründungung dran.
Clara schnupperte im Klee :-) .... Dann sah ich hinter dem Kleefeld Pferde, wir gingen weiter bis zum Zaun ihrer Weide. Als sie uns sahen kamen sie neugierig näher.
Elegante, freundliche Tiere :-) - nun, aus meiner Sicht! Clara war voller Respekt oder Vorsicht - oder beides. Sie ging auf dem Weg zurück auf Sicherheitsabstand. An einem der nächsten Tage fuhr ich mit ihr nur auf die südliche Höhe hinter unserem Dorf Henglarn. Hier weidete auf weiträumigen Wiesen eine Kuhherde mit ihren Kälbern.
Clara kennt Kuhherden als "Verteidigungsfront" für ihre Kälber. Das ist für sie in Ordnung und wenig beängstigend, da sie nie vorhat diese anzugreifen :-)
Ich schonte meinen Rücken auf der lauschigen Bank an der Weide - und Clara lief vergnügt auf die gemähte Gründüngerwiese am Rand der ziemlich steilen Regenwasserschlucht. Diese Art von Tälern ist typisch für unsere Karstlandschaft.
Samstag, September 13, 2025
Spätsommer im Wald und auf der Weide
Kühe hatten hier schon länger nicht mehr geweidet. Die Rinderhaltung sei sehr viel aufwändiger als Schweinehaltung, hatte mir neulich eine Landfrau erklärt. Vermutlich liegt es daran, daß ich jeden Sommer weniger Rinderherden auf den Weiden sehe.
Schafherden sollen sich wegen der niedrigen Wollpreise nicht mehr lohnen. Ein Bauer erzählte mir, daß deswegen bis auf eine Handvoll Bauern hier in unseren Dörfern keiner mehr Schafe halten würde. Schafherden seien im Grunde zum Hobby geworden. Um so mehr freute ich mich, diese kleine Herde vom Auto aus am Wegrand zu entdecken.
![]() Gegen Ende August wurde das Wetter wieder kühl und regnerisch. Ich fuhr mit Clara zum Waldgebiet zwischen Hardehausen und Kleinenberg. Die Brombeeren waren dieses Jahr so süß und saftig, wie lange nicht mehr. Und das Heidekraut blühte :-)
Der Weg stieg duch ein gerodetes Waldgebiet leicht an. Ich setzte mich auf einen Stamm und machte eine Pause. Wegen meiner Rückenprobleme brauche ich solche Sitzpausen mal mehr, mal weniger. Meinen neuen superleichten Minimini-Sitzhocker hatte ich nicht mit, ich brauche ihn nur auf Wegen, die keine natürlichen Sitzmöglichkeiten bieten.
Clara nutzte die Pause, um im hohen Gras auf Spurensuche zu gehen. Aber sie blieb in Hör- und "Sichtweite" :-)
Auf der Höhe begann dann der Wald mit seinen vom Wasser geschaffenen Schluchten. Dieses Waldstück wollte ich besser einmal bei trockenerem Wetter erkunden.
Mittwoch, September 10, 2025
Etteln bis Husen: Idyllische Plätze an der Altenau
Clara lassen wir vor Restaurantbesuchen immer erst Pipi machen. Der Altenau in Etteln waren Clara und ich von der Kirche aus bislang noch nicht auf dem Parkweg bachabwärts gefolgt. Also nahmen sie und ich mal diesen Weg.
Stu wartete im Auto auf uns - und das machte Clara nervös. Vor Jahren hatte uns Stu mal auf einer Höhe zum Wandern ausgesetzt - und Clara damit entsetzt: Er wartete nicht, er fuhr weg! Sie rannte dem Auto nach, als hinge ihr Leben davon ab. Als sie es nicht mehr sehen konnte gab sie auf. Ich tröstete sie, und sie glaubte mir nach einer kleinen Weile, daß ihre Welt nicht gefährdet ist - und daß Stu zuhause sein wird, wenn auch wir wieder dort sein würden. Wir spazierten an der Ettelner Altenau entlang, bis sie ihre Geschäfte erledigt hatte. Stu hatte im Schatten geparkt und gewartet, alles war gut.
Im Cafe setzten wir uns in den Garten. Von der Kuchensahne bekommt Clara immer etwas ab. Sie liebt Sahne; deren letztes Duftmolekül leckt sie sich noch genußvoll von der Nase!
An diesem Tag war dies Claras einziger Ausflug; es war mir noch zu heißes Wetter für Anstrengungen.
![]() Am Folgetag fuhr ich mit Clara zum Dorfrand von Husen an die Altenau. Der Westliche Holtheimer Bach führte ihr kurz vorher noch immer etwas Wasser zu.
Hier war in Husen ein kleiner Spielplatz an der Altenau angelegt worden. Morgens ist dort in der Regel nichts los, aber jetzt ist Erntezeit: ein Weizenfeld reicht direkt heran - und der Krach der riesigen Mähmaschine irritierte nicht nur Clara, sondern auch mich.
Wir gingen über die Straßenbrücke auf die andere Uferseite unterhalb der Hauptstraße. Bäume versperrten den Blick auf die Felder und dämpften den Krach der Mähmaschine. Clara stieg nun von hier aus wieder ins Wasser runter.
Henglarn hat einen wunderschönen Naturpark und auch Spielanlagen an der Altenau; siehe Beitrag vom 1. September. Husen hat eine schöne kleine Spielanlage und Picknick-Nischen am Bach. Zwischen Husen und Henglarn liegt Atteln mit einem kleinen Anger am Ufer der Altenau. In dessen Mitte steht eine alte Tanzlinde. Kurz darauf wird die Altenau jeden Sommer von einem Schwalgloch komplett verschluckt. In Henglarn startet sie dann sozusagen neu mit den dortigen Quellen.
Sonntag, September 7, 2025
Wasserwandern in der Altenau bei Husen
Sie stieg die sanfte Uferböschung runter und ein paar Schritte auch ins Wasser rein. Bei den milden Temperaturen sah sie keinen Grund, sich mehr als die Pfoten zu benässen, hieß das für Clara.
![]() Zwei Tage später schoß die Temperatur auf 34 Grad hoch. Uns Savorys ist das viel zu heiß. Deshalb fuhr ich mit Clar zur gleichen Badestelle - aber ich in Wassersandalen und kurzer Hose. Clara wußte gleich, was das bedeutet :-) Unsere Wasserwanderung in der Frühlingshitzewelle machten wir bachaufwärts, diesmal deshalb bachabwärts. Diesen Weg waren wir wegen eines großen Lehmlochs im Bachbett früher noch nicht gegangen. Einmal weil es wirklich tief reichte und zum Anderen, weil das Wasser in diesem Pool vom gelösten Lehm immer trübe ist.
Ich versuchte am Ufer auf dem schmalem Lehmstreifen unten am Uferhang zu bleiben... und rutschte auf dem Lehm wie auf Seife steil ab ins tiefere Wasser. Bevor meine Shorts nass wurden, konnte ich mich an einem Buchenstämmchen festhalten - es hielt! Ein Griff zum nächten Stämmchen, und ich schwang mich auf den höheren, wieder felsigen Bachboden. Clara hatte dies Loch durchschwommen und mich dann bei dieser Aktion vorsorglich im Auge behalten. Nun spazierte sie mit erhobenem Schwänzchen weiter :-)
Es wechseln hier flache Bachbettstrecken mit leicht ausgewaschenen, aber deutlich tieferen ab. Man muß die Augen aufmerksam auf den Boden gerichtet halten, um nicht im Wasser zu landen. Jedenfalls als Zweibeiner ;-)
An den Ufern der Altenau wachsen mache verrückt gestaltete Bäume. Wie abstrakte Kunstwerke. Meistens sind es Weiden, die mit ihren Beschneidungen kreativ umgehen. Ich staune immer wieder darüber.
Dann ging es wieder nach Hause. Keiner von uns setzte sich an diesem Tag in den Garten - im Haus war es entschieden kühler !
Donnerstag, September 4, 2025
Trockenen Fußes durchs Bachbett der Altenau zwischen Atteln und Henglarn
In diesem Teil des Bachbettes war ich noch nicht rumspaziert; wir kannten es bislang nur vom Ufer aus. Hier lag keinerlei Müll hier herum, auch kein angespülter an den Uferhängen. Das freute mich sehr!
Das Altenaubett ist hier breit und die Uferhänge hoch. Wir hatten schon Winterhochwasser, die das Tal in seiner ganzen Breite überflütet hatten. Das letzte im vorletzten Dezember. Ich war wieder fasziniert von den Baumriesen am Ufer und der weitgehenden Naturbelassenheit des Bachs. Im Tiefflug floh eine Ente vor uns davon - aber nicht weiter als vielleicht 20 Meter. Clara machte ihr offensichtlich nicht wirklich Angst :-)
An der Furt und der Brücke dahinter wollten wir zurück nach Hause abbiegen. Am Brückenaufstieg am Fuß einer großen Kastanie hatten Kinder irgendwann mal einen kleinen Zwergengarten angelegt. Zu meiner Überraschung lag jetzt ein Stein mit der Aufschrift "Jesus lebt" dabei. Symptomatisch für die Verzwergung der Kirchenmacht, dachte ich.
Von der Brücke aus sah ich eine Entenmutter mit vier schon ziemlich großen Kücken auf der schmalen Spur eines meandrierendem Restwasserrinnsals bachabwärts in Richtung des Quellbachzuflusses schwimmen. Wie schön :-)
Montag, September 1, 2025
Die Henglarner Quellen
Ich ging mit Clara durch unseren Quellen-Dorfpark. Die größte Einzelquelle führte wenig Wasser, aber da im Quellteich weitere kleine Quellen entspringen, drückt sich insgesamt genug Wasser hoch, um den Quellteich nicht trocken fallen zu lassen.
Die große Einzelquelle sah vom höher gelegenen Sträßchen aus wie eine Schlammkuhle mit einer großen Pütze drin aus. Für ein Foto zwängte ich mich durch riesige Brennesseln, die mich sogar durch die Jeans erwischten. Zwischen dieser Quellen und dem Quellteich liegt eine große Spielwiese mit einer Kneippanlage. Eine Pumpe füllt das Becken mit Wasser aus circa 30 Meter Tiefe. Es war früher Morgen und noch keine Sommerfrischler waren hierhin angeradelt. Wir gingen zum so schönen Quellteich hinter der Wiese.
Das Wasser stand tief, wodurch sich nur minimal überflutete Einbuchtungen gebildet hatten. Kleine Algenteppiche lagen darauf.
Enten fühlten sich hier sichtlich wohl. Auf ein paar dicken Steinen am Ende einer kleinen Landzunge sitzen immer einige. :-) Das leutend rosa, großmäulige Springkraut blüht jetzt im Hochsommer in voller Pracht. Sein verlockender, gierigen Blütenschlund läßt mich lachen.
Unser Henglarner Quellpark ist beliebt. Ab dem späten Vormittag wird er besonders im Sommer von Einheimischen und Urlaubern viel besucht.
Clara und ich genießen diese Naturinsel lieber in Stille. Wir gingen nach Hause.
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