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Archiv-Organisation vom 15. Juli 2009:
Archiv Mai 2005 - August 2008 :
Die Beiträge September 2008 bis heute erreichen Sie über das Thematische Inhaltsverzeichnis.
Zuchtfragen und Genetik
Anfangsfolge (2008 und 2007)
Fortsetzung (2006 und 2005): HIER!
Sonntag, Juni 22, 2008
Ahnenverlustkoeffizient und Vitalitätsverlust
Bis vor ein/zwei Jahren war mein Wissen über Vererbungsprozesse auf das 1x1 der Genetik - das heißt
auf die Mendelschen Gesetze - beschränkt. Ich hielt deshalb auch die Linien-Inzucht für ok.
Das hat sich geändert, seit wirklich gute Bücher über neue Forschungsergebnisse der Genetik auf dem Markt sind.
Zwei davon habe ich im letzten Beitrag besonders erwähnt, einige weitere sind in der grauen Spalte rechts unten
zu finden.
Welch beschränkte Sichtweise ... !
Ich glaubte (wie die meisten Züchter) bis vor ein/zwei Jahren, dass Linien-Inzucht die guten Anlagen
durch Reinerbigkeit (Homozygotie) verfestige - und hatte keine Ahnung, dass Reinerbigkeit schwere Defizite bei ALLEN
Lebensprozessen mit sich bringt. (Darauf gehe ich unten noch ein.) Auch ich glaubte, der bei Linien-Inzucht
nach circa 7 Generationen auftretende gesundheitliche Kollaps
der Nachkommen könne durch rechtzeitiges, einmaliges Auskreuzen verhindert werde;
welch naive Sichtweise, wie ich heute weiß!
Am Rande: Viele Züchter haben ihre "Geheimrezepte", wie Linien-Inzucht optimal im Sinne von
phänotypischer Gestaltverbesserung (das heißt im Sinne von Ausstellungsgewinnen) modifiziert werden kann.
Beliebt ist dabei die Methode, den gleichen Vorfahren jeweils bei Mutter und Vater in versetzten
Generationsebenen einzusetzten. Nach Dr. Münnich vermindert diese Methode minimal den Schaden durch
Reinerbigkeit, vermeidet ihn aber keinesweg!
Die über circa 50 Jahre extrem betriebene Linien-Inzucht hat den Genpool der Rasse
ausgedünnt bis zur Bestandsgefährdung! Wieso?
Weniger Genvarianten heißt weniger Möglichkeiten zu überleben!
Wie bereits im letzten Beitrag angedeutet, bedeutet eine Verminderung an Mischerbigkeit (Heterozygotie)
eine Verminderung an unterschiedlichen Gen-Varianten (Allele), und damit eine Verminderung an Reaktionsmöglichkeiten
ALLER Körper-Regelsysteme (Verdauungs-, Immun-, Hormon-, Stoffwechsel-, Temperatur- Nervensystem usw). Denn die
unterschiedlichen Allele (Genvarianten) sind die Blaupausen, die Matrix, für ALLE Enzyme und Botenstoffe, die
jede Leistungsfähigkeit, jede Vitalität begründen, ja die den Körper überhaupt am Leben halten!
Der VDH empfiehlt inzwischen keinen Welpen zu kaufen, bei dem ein Ahne in den letzten 3 Generationen doppelt
auftaucht. Die Wissenschaft empfiehlt sogar die letzten 4 Generationen so zu berücksichtigen.
Was heißt das praktisch?
Fragen Sie die Züchter, ob sie überhaupt um den AKV wissen!
Wenn kein Ahne doppelt auftaucht, gibt es über 4 Generationen 16 Ahnen. Taucht ein Ahne zweimal auf
und ein anderer Ahne dreimal, so vermindert sich die tatsächliche Ahnenanzahl auf 13 Ahnen.
Der Ahnenverlustkoeffizient (AKV) errechnet sich dann so * 13:16=0,812 * der AVK ist somit 88,1%
Je kleiner der AKV, umso höher ist der Inzuchtgrad! Man könnte auch sagen, dem Welpen fehlen in diesem
Beispiel 12% an möglichen
(Anpassungs- oder Abwehr-) Reaktionen auf seine Umwelt. Und dabei bleibt unberücksichtigt, wieviel
Mischerbigkeit schon auf Grund jahrzehntelanger Linien-Inzucht in den Ahnen davor verloren ging....
Jetzt als Welpenkäufer darauf zu achten, dass wenigstens in den letzten 4 Ahnen-Generationen kein Ahnenverlust auftrat,
das heißt einfach die persönliche Notbremse zu ziehen...
Am Rande: Ich habe erfahren, dass bei 3 Bulldog-Züchtern inzwischen alle
Welpeninteressenten nach den Ahnentafeln fragten, genau um für sich persönlich die Inzucht-Notbremse zu
ziehen. Es freut mich sehr, dass wohl auch unsere Aufklärungsarbeit hier im Blog und beim
VdFEB (1980-2009) ein wenig dazu beitrug.
Copyright © Cornelia Savory-Deermann
am 22ten Juni 2008; Email Adresse
Freitag, Juni 20, 2008
Populations- bzw. Quantitative Genetik
In der Erforschung genetischer Prozesse hat die Wissenschaft in den letzten Jahren Riesenfortschritte gemacht.
Ein Begriff, welcher im Zuge dieser Entwicklung immer mehr an Bedeutung gewann, ist
"Populations- bzw. Quantitative Genetik". Was ist damit gemeint?
Die Mendelschen Erbsen-Experimente und deren Ableitungen basieren auf Merkmalen, die durch ein
einziges Gen bestimmt sind.
Die Wirklichkeit ist aber bei höher entwickelten Tieren viel komplexer :
die allermeisten Merkmale werden durch viele Gene an vielen Gen-Orten bestimmt (polygene Erbgänge),
und wie diese zusammenwirken, das ist das Forschungsgebiet der Quantitativen Genetik.
Friedmar Krautwurst erläutert dazu:
"Erst wenn ein bestimmtes Mindestquantum an Genen erreicht ist, kommt es zur
Manifestation der Merkmale und Eigenschaften, die im Unterschied zu den qualitativen (durch nur 1-Gen bestimmten
Merkmalen)
von der Umwelt stärker beeinflußbar sind und demzufolge einen niedrigen Erblichkeitsgrad aufweisen, man bezeichnet
sie auch als umweltlabil."
Wir verstehen, dass zur Erforschung solcher umweltlabiler Merkmalausbildungen auf ganze Populationen zurückgegriffen
werden muß, um unterschiedliche Umwelteinflüsse mit in die Untersuchungen einbeziehen zu können.
Die "Quantitative Genetik" steht also im sehr engem Zusammenhang mit der "Populationsgenetik", bei der
die genetischen Zusammenhänge von Populationen und deren Veränderungen untersucht werden.
Was bedeutet das für den Bulldog?
Je kleiner eine Population, um so schneller gerät diese in die Spirale der Inzuchtdepression. Das erklärt
sich daraus, dass die genetische Vielfalt bei kleinen Populationen geringer ist als bei großen, einfach
weil dort die Anzahl der Individuen geringer ist.
Die Bulldogs in Deutschland sind eine sehr kleine Population, und damit besonders gefährdet. Hinzu kommt, daß
viele Bulldog-Zuchtvereine die Paarung mit Hunden verbieten, die nicht dem gleichen Zuchtverein angehören.
Das ist unverzeihlich in Bezug auf die genetische Vielfalt und damit Vitalität der Welpen.
Desweiteren verkleinert sich der Genpool gewaltig, weil immer wieder vorzugsweise mit den gleichen "Champions"
gedeckt wird.
Friedmar Krautwurst bemerkt dazu:
"Mit den gegenwärtig noch vorwiegend praktizierten, eher primitiven Formen der Hundezucht,
die dem genetischen Wissensstand nicht mehr entsprechen, gehen erbliche Leiden und verkürzte Lebenserwartung der
Hunde einher....Man kann sich gelegentlich nicht des Eindrucks erwehren, dass Züchter und Zuchtverantwortliche
die über 80 Jahre erforschte 'Populations- bzw. Quantitative Genetik' nicht einmal dem Namen nach kennen."
Was heißt "Inzuchtdepression"?
Hier möchte ich ein Zitat aus dem 2. abgebildeten Buch bringen. Die bekannte Kynologin Dr. Helga Eichelberg
(Vorsitzende der "Gesellschaft zur Förderung Kynologischer Forschung" und VDH-Obfrau für Wissenschaft und Forschung
sowie Vorsitzende des wissenschaftlichen Beirates des VDH) schreibt
DIES über Inzuchtdepression.
Abschließend kann ich sagen: Züchter müssen endlich beginnen in Populationen und nicht mehr
in "Linien" zu denken, wenn der Bulldog überleben soll!
Copyright © Cornelia Savory-Deermann
am 20ten Juni 2008; Email Adresse
Donnerstag, Februar 21, 2008
Der Bulldog im vom VDH-empfohlenen Buch:
"Hundezucht" (Herausgeberin Dr. Eichelberg, 2006)
Das Überraschende an diesem Buch ist, dass es ausgerechnet der Dachverband (VDH) vieler stockkonservativer,
oft kommerziell ausgerichteter Rassehundezuchtvereine empfiehlt.
Einzig der Howaward-Zuchtverein wird im Buch als derzeit wandlungsbereit in Bezug auf Zuchtmethoden genannt, die
sich inzwischen als den Bestand gefährdend offenbart haben. Gemeint sind primär die Linienzucht
und die Championzucht!
Die traditionelle Bulldog-Zucht nimmt in diesem VDH-Buch die beschämende Rolle ein, als Negativbeispiel
(siehe links) genannt zu werden: Extremzucht bis zur Qualzucht!
In Bezug auf die generelle Gebär-Unfähigkeit bei Bulldogs (wie es links formuliert ist) muß gesagt werden,
dass es außerhalb des VDH/ACEB durchaus Hündinnen gibt, die natürlich werfen können!
Als Beispiel nenne ich hier die Zucht von
Rafaela Schuda in der Nähe von Potsdam. In den USA
finden wir die natürlich werfenden und natürlich deckenden Bulldogs auch selten, allerdings (prozentual) viel
häufiger als hier.
Allgemein über das Buch:
Das Buch behandelt alle Fragen zur Zucht und zur Aufzucht. Die Kapitel über die Aufzucht sind
alle sehr gut - aber zu diesem Thema gibt es auch sonst noch vergleichbar gute Literatur.
Den großen, besonderen Wert des Buches machen die Kapitel über Genetik und Zucht (Autorin Dr.
Helga Eichelberg) aus. Die Ergebnisse der Populationsgenetik
sind ganz außergewöhnlich aktuell und für jedermann verständlich
beschrieben. Und Frau Dr. Eichelberg scheut sich nicht, daraus praktische Konsequenzen für
die Hundezucht abzuleiten und zu fordern! Sie liebt Hunde, das wird völlig klar: sie kein Lobbyist der Züchter, sondern
der Hunde!
Unter dem Stichwort "Züchterische Kreativität" führt Frau Dr. Eichelberg aus, dass das in früheren
Zeiten angestrebte Zuchtziel, nämlich eine möglichst große Annäherung an den Standard, längst erreicht sei!
Und was sei nach Erreichung dieses Zieles naheliegend gewesen? Darüber hinauszuschießen ....
Und damit landete die heutige Rassehundezucht, wie sie sagt, in der Falle der Überinterretation des Standards,
das heißt in der mehr oder weniger tierquälerischen Extremzucht!
Die Devise muß also heute nicht mehr wie vor Jahrzehnten heißen: "Hin zum Standard", sondern:
"Zurück zum Standard"
Als Haupt-Hindernisse auf diesem Weg nennt Frau Dr. Eichelberg einerseits die beherrschenden kommerziellen
Interessen vieler Züchter, an anderer Stelle aber auch die Hundekäufer:
Im Kapitel "Hunde, eine lange Geschichte" geht die Autorin (Eichelberg) auf Erfolge und Entgleisungen
der Hundezucht ein. Als "Entgleisung heute" führt sie an:
praktisch jeder kann sich einen
Hund halten, auch als "Statussymbol oder zur Aufwertung fehlender Eigendominanz". Wie wahr, sehen
Sie sich nur um :-((
Was können wir als Bulldog-Lobby für den Bulldog tun?
Im VdFEB (1980-2009) sind erste Überlegungen angelaufen, wie Züchter
gefördert werden können, wenn sie Bulldog-Würfe haben, :
- deren Vorfahren (4 Generationen) in der Ahnentafel nicht doppelt erscheinen,
- deren Elterntiere nach Gesundheit, gutem Wesen und weder über- noch untertypisiertem Erscheinungsbild
ausgesucht wurden,
- deren Aufzucht- und Haltungsbedingungen vorzüglich bulldog-gerecht sind.
Copyright © Cornelia Savory-Deermann
am 21ten Februar 2008; Email Adresse
Montag, Februar 11, 2008
Aufklärung statt Vorurteil :
Fellfarbe "weiß"
Im letzten Beitrag stelle sich die kleine
'SAT1-Bulldogge Lotte' in ihrer schneeweißen Pracht vor.
Dies ist ein gegebener Anlass über die genetischen Hintergründe der Fellfarbe "weiß" zu informieren :
Heute also etwas Aufklärung gegenüber dem auf Halbwissen beruhenden
Vorurteil mancher Bulldogzüchter gegenüber dieser so feinen, weißen Fellfarbe.
Meine allererste Bulldoge
'Ziska v.d. Eisenschmelz' war reinweiß und eine gute Zuchthündin (damaliger Zwinger "Cincinatti" von K.
Wolfsjäger). Unser Kosmo stammt über seinen Vater James
in der 9. Generation von ihr ab. Eine Nachkommin von Ziska und Ahnin
von Kosmo war ebenfalls reinweiß: Abigail (3. Generation), auch sie eine sehr gute
Zuchthündin, die zudem uralt wurde.
Ich liebe die weißen Bulldoggen, da sich für mich wundervolle
Erinnerungen damit verbinden.
F. Krautwurst geht in seinem Buch "Praktische Genetik für Hundezüchter" (2002) sehr
ausführlich auf die genetischen Bedingungen von Fellfarben ein. Sein Buch ist meine Haupt-Quelle über die Gen-Orte
(auf der DNS) der Fellfarben.
Eine vollständige Klärung der Fellfärbungen durch die Wissenschaft gibt es noch nicht. Man weiß aber inzwischen,
dass mindestens 10 Gen-Orte, mit meist mehreren Genen besetzt, und jedes Gen wiederum mit jeweils 2
Informationsträgern
(Allele genannt), die Fellfarbe und deren Körper-Verteilung in komplexer Wechselwirkung bestimmen!
Es gibt einen Gen-Ort, "Locus C", mit besonderer Bedeutung für die
Fellfarbe "weiß"; bitte HIER lesen!
Bei reinweißen Bulldogs mit schwarzer Nase und dunklen Augen liegt demnach am "Gen-Ort C"
die Gen-Kombination "C/d" vor, die mit Albinismus nichts zu hat, denn "C/d" sagt, dass das Gen "C",
und damit die Enzyme, die das farbgebende Melanin bilden, vorhanden sind. Daher die schwarze Nase und dunklen Augen -)
Diese reinweißen Bulldogs sind auch nicht taub oder sonstwie geschädigt, wie
die Beschreibung des "Gen-Ort M" zeigt :
Am "Locus M" sitz ein problematisches Gen, welches für ein spezielles Weiß bei einigen Rassen verantwortlich ist,
auch "Merle-Faktor" (Marmorierungsfaktor) genannt. Der Bulldog ist der Literatur nach
davon nicht betroffen.
Bei diesen "marmorierten" Hunden wird ein Haar, welches durch "Locus C" als Farbhaar
angelegt ist, durch dieses Merle-Gen wieder entfärbt, und zwar zu einer Zeit der fötalen
Entwicklung, in der sich auch das "Neuralrohr" und damit der Gehörsinn entwickelt. Dieses Gen am "Lokus M" führt
dann leider oft zu Gehörschäden. Das passiert aber nicht immer und nicht bei allen marmorierten Rassen.
Warum das so ist, das weiß man noch nicht.
Ich vermute inzwischen, dieses "manchmal ja - manchmal nein" hängt mit den Gen-Regulatoren
zusammen, die auf der DNS
zwischen den Genen sitzen und diese, je nach Botenstoff aus dem Körper selbst oder aus der Umwelt,
"ein- oder ausschalten". Bei diesen Gen-Regulator-Prozessen steht die Forschung noch am Anfang.
Man kann genetisch entfärbte weiße Fellpartien gut von naturweißen Fellpartien
unterscheiden :
Naturweiße Felle oder Fellpartien sind in sich durchgehend weiß. Durch das Merle-Gen entfärbte Felle
oder Fellpartien zeigen dagegen mehr oder weniger viele
einzelne weiße Haare innerhalb von Farbpartien.
Ein weißer Hund (;-) ist somit auf Grund seiner Fellfarbe
nicht krankheitsverdächtig!!!
Ein Hund mit genetisch gebleichtem, weiß marmoriertem Fell kann es dagegen sein.
Züchter, die den Unterschied zwischen diesen beiden "Weiß" nicht kennen oder erkennen,
von denen würde ich die Finger beim Welpenkauf lassen : Das ist so, als würden Friseure den Unterschied
zwischen Naturblondinen und per Chemie blondierten "Blondinen" nicht kennen...
Reinweiß kommt selten vor ...
... weiß mit Markierungen, Forellenflecken usw. sehen wir beim Bulldog dagegen häufig. Was steckt
genetisch hinter den Fellfärbungen?
- "Gen-Locus A" : Mehrere Gene an diesem "Gen-Ort A" bewirken sogenannte "Wildfärbungen",
welche eine Tarnung für die jeweiligen Umwelt erzeugt.
- "Gen-Locus B" : An diesem "Gen-Ort B" sitzt ein einzelnes Gen, welches dominant die Fellfarbe schwarz
und rezessiv die Fellfarbe braun erzeugt.
- "Gen-Locus C" : siehe oben.
- "Gen-Locus D" : Die Gene an diesem Gen-Ort sind verantwortlich für die Intensität von Pigmentierungen.
- "Gen-Locus E" : Die Gene an diesem Gen-Ort bewirken starke Ausdehnungen pigmentierter Fellzonen und
eine dunkle Maske.
- "Gen-Locus G" : An diesem "Gen-Ort G" sitzt ein einzelnes Gen, welches dominant ein progressives
Ergrauen bewirkt.
- "Gen-Locus M" : siehe oben.
- "Gen-Locus P" : An diesem "Gen-Ort P" sitzt ein einzelnes Gen, welches eine "rosa Augenausdünnung"
bewirken kann.
- "Gen-Locus S" : Die Gene dieses "Gen-Ortes S" bewirken Scheckungen.
Sie erzeugen die weißen Fellbereiche, die nicht mit den Albinos oder dem durch den Merle-Faktor ausgelösten
Depigmentierungen im Zusammenhang stehen.
- "Gen-Locus T" : An diesem "Gen-Ort T" sitzt ein einzelnes Gen, welches, wenn dominant,
für die sogenannten Tüpfelungen (Forellenflecke) verantwortlich ist.
Ganz schön komplex, ...
... was uns die Wissenschaft inzwischen über Spielregeln der Vererbung
mitteilen kann ;-) - wie wir an diesem einen Beispiel über Fellfarben schon erkennen können.
Mit Mendel (1822-1884) und seiner Grundlagen-Forschung kommt man nur bei Merkmalen weiter, die ausschließlich durch ein
einzelnes Gen bestimmt werden. Und auch dann nur, wenn das "Aus- und Einschalten" dieses Gens keiner
Gen-Regulation durch den Körper selbst oder durch die Umwelt unterliegt. Und diese beiden Vorraussetzung bestehen
nur bei verschwindend wenigen Merkmalen.
Züchter, die heute noch behaupten, allein mit den Mendelschen Grundregeln und der Linien-Inzucht Gesundheit erzüchten
zu können, ja die kommen mir vor wie Kinder, die sagen, mit den 4 Grundrechenarten (+-x:) eine Rakete
zum Mond schießen zu können.
Ich unterstütze nachdrücklich die Aufklärungsarbeit des VDH und der "Gesellschaft für Kynologische Forschung"
bezüglich der Notwendigkeit, die neuen Erkenntnisse der Populationsgenetik zu nutzen, um die Hunderassen
nicht weiter "kaputt zu züchten." Haupthindernis auf diesem Weg sind die kommerziellen Interessen so vieler Züchter,
auch innerhalb des VDH ...
Copyright © Cornelia Savory-Deermann
am 11ten Februar 2008; Email Adresse
Mittwoch, Januar 16, 2008
Züchter-Blindheit, Züchter-Hochmut
Die neueren Erkenntnisse in der Genetik und Biochemie zeigen, dass das Ziel aller Inzucht-Methoden,
nämlich Reinerbigkeit der Gene, nach einigen Generationen zu Schwächen und/oder Schäden bei allen enzymgesteuerten
Lebensprozessen führt. Und Enzyme steuern bekanntlich ALLE Lebensprozesse. (Literaturangaben siehe unten.)
Diese neuen Forschungergebnisse über die langfristigen Schäden von Linien-Inzucht für die Population
einer Rasse bedeuten für traditionelle Linienzuchter einen schwer zu verarbeitenden Paradigmawechsel, nämlich vom Denken
in Generationen zum Denken in Populationen:
"Züchtern wird des Öfteren als 'alte Regel' der Hinweis gegeben, "Züchten bedeutet Denken in Generationen". Aber
das reicht allein nicht mehr aus, um der züchterischen Verantwortung gerecht zu werden." (Krautwurst 2002)
Heute ist zum Erhalt der Rassen ein Denken in Populationen nötig. Welche Konsequenzen das - außer der Notwendigkeit
von Auskreuzungen - nach sich zieht, darauf werde ich in einem späteren Beitrag über "Quantitative Genetik"
eingehen.
Ignoranz und Arroganz
sind die erschreckende Reaktion einiger Züchter auf die Kritik, in welche seit einiger Zeit die Linien-Inzuchtmethode
durch neuere Forschungsergebnisse geraten ist.
Als Beispiel dafür bringe ich hier einige Zitate aus einer Mail, die mir eine Boxerzüchterin,
die in die Bulldogzucht einsteigen will, schrieb. Sie bezieht sich dabei auf meine Berichte über
die Wuff-Artikel des weltweit anerkannten Genetikers Prof. Wachtel. (Siehe weiter unten Beitrag vom 4. Januar.)
Wie schwer diese Frau sich damit tut, neue Erkenntnisse in der Kynologie wahrzunehmen, geschweige denn zu
akzeptieren, zeigt der emotional aufgeladene Anfang ihrer Mail an mich:
"Leider muß ich in letzter Zeit feststellen, dass Sie jetzt viel über Dinge schreiben von denen Sie,
entschuldigen Sie bitte, offensichtlich nicht so viel verstehen.
Die Wirkungsweise von verschiedenen Arten der Zucht sind mir, glaube ich, besser vertraut, da ich da auf
einige Erfahrung zurückblicken kann. Ihre Ausführungen über Linienzucht usw. sind einfach Unsinn."
Diese Züchterin ignoriert in ihrer Aufgebrachtheit völlig, dass ich gar nicht über eigene Forschungen (wie auch? :-)
berichte, sondern über die Forschungsergebnisse anerkannter Wissenschaftler. Dass ihr solch ein starker
Aufmerksamkeits-Fehler passiert zeigt uns, wie
tief bei ihr die Ablehnung neuer Erkenntnisse sitzt, und wie sie sich dagegen zu wehren
versucht mit der hilflosen Argumentation "Erfahrung" zu haben - sowie mit der Abwertung wissenschaftlicher
Ergebnisse als "Unsinn".
(Dazu fällt mir ein Spruch meiner allerersten Lehrerin ein: "Dummheit und
Stolz wachsen auf einem Holz.")
Meine Empfehlung an den Welpensucher: Sollte ein Züchter seine "Erfahrung"
betonen und zugleich deutlich machen, dass er von den neuen Forschungen der Genetiker über den Vitalitätsverlust
durch Linienzucht (Verlust an Mischerbigkeit der Gene) nichts hält, dann kaufen Sie vorsichtshalber dort besser
nicht.
Weiter schriebt mir diese Züchterin:
"Es ist z.B. auch nicht so schön für einen erfahrenen Züchter, der viel Mühe in den Aufbau einer guten Linie gesteckt
hat, wenn dann jemand mit seinen Hunden züchtet, unüberlegt Fehler reinholt, die dann auf die Falschen zurückgeführt
werden, aber auch damit muß er leben."
Hier sind wir bei der züchterischen Eitelkeit angelangt, die auch oft "Zwingerblindheit" genannt wird:
Fehler liegen immer am "Anderen". Wer so denkt, der hat die Komplexität der Vererbungsprozesse nicht verstanden,
oder er leidet an peinlicher Selbstüberschätzung ....
Meine Empfehlung an den Welpensucher: Sollte ein Züchter mögliche Fehler seiner Hunde
nur mit der Einkreuzung fremder Hunde begründen, dann signalisiert dies einen gewissen Realitätsverlust oder
auch Unredlichkeit. Kaufen Sie vorsichtshalber dort besser nicht.
Noch ein Zitat aus der Mail dieser Züchterin, welches einen weiteren Beweggrund anklingen läßt:
"Mit einer kleinen Familienzucht, gegen die natürlich überhaupt
nichts einzuwenden ist, kann niemand eine Rasse weiterbringen."
Ich habe in meinen persönlichen Anmerkungen zu diesen Forschungsergebnissen kleine Familienzuchten empfohlen,
in denen aus natürlichem Empfinden heraus keine
Verwandten miteinander verpaart werden. Und diese Empfehlung ist größeren, kommerziellen Zuchten, die nahezu alle
Linien-Inzucht betreiben, natürlich ein Dorn im Auge, da dies Welpensucher abhalten könnte, bei ihnen zu kaufen.
Wie sollen diese Groß-Züchter dagegen angehen, um gut im Geschäft zu bleiben???
Ihre Zuchtlinie ist sozusagen ihr "Betriebskapital"!
Also stilisieren sie sich und ihre Linien-Inzucht zum Retter der Rasse oder zum Bewahrer der Rasse hoch....
Meine Empfehlung an den Welpensucher: Fragen Sie den Züchter nach den Schwächen, die
in seinen Bulldogs stecken. Sollte er Ihnen antworten, seine
Hunde seien alle rundum vital, typvoll, weder hyperaktiv
noch ängstlich usw. usw., dann klingt das nach Verkaufstaktik, aber nicht nach Ehrlichkeit. Kaufen Sie
vorsichtshalber dort besser nicht.
Ein letztes Zitat aus der Mail dieser Züchterin, welches ihre Unfähigkeit oder ihre Unwilligkeit
zur Sach-Argumentation zeigt.
"In meinen Augen kann es sich niemand, der nie gezüchtet hat (gemeint bin ich), anmaßen über andere
(gemeint sind Züchter) zu urteilen... Auch als Züchter sollte man sich sowas verkneifen und es einfach
besser machen."
Naja, wir kennen den Spruch: "eine Krähe hackt einer anderen kein Auge aus." -
Diese Züchterin nennt journalistische Arbeit (denn die Herausgabe des "Bulldog-Blog" ist journalistische Arbeit)
anmaßend, weil Journalismus ausspricht, was "Krähen" übereinander verschweigen; jedenfalls
öffentlich. Ein Glück, dass die Welt
nicht nur aus "Krähen" besteht, sondern unter Anderem auch aus "Bulldogs" :-)))
Meine Empfehlung an den Welpensucher: Meiden Sie die "Krähen" unter den Züchtern.
Suchen Sie dagegen Züchter, die ihre Bulldogs von Herzen lieben und umsorgen, die Linien-Inzucht lassen
und Zwingerhaltung
(siehe Beitrag 17.12.07) ablehnen :-))
Für Welpensucher: HIER finden Sie weitere wichtige
Tips, um bei Ihrer Züchterwahl die "Spreu vom Weizen" trennen zu können :-)
Literatur-Hinweise für Züchter, die sich weiterbilden möchten,
und für allgemein an Genetik und Kynologie interessierte Leser:
- "Hundezucht 2000", Autor Hellmuth Wachtel, Kynos Verlag, ISBN 978-3-938071-32-8
- "Hundezucht - Erfolgreich züchten auf Gesundheit, Leistung und
Aussehen", Herausgeberin Helga Eichelberg, Kosmos-Verlag, ISBN 3-440-09724-2;
Empfohlen von: "VDH",
"gkf" (Gesellschaft für Kynologische Forschung),
"Partner: Hund" und vom "Hundemagazin WUFF" in einer der letzten Ausgaben.
- "Praktische Genetik für Hundezüchter", Autor Friedmar Krautwurst, Kynos Verlag, ISBN 3-933228-52-2
Copyright © Cornelia Savory-Deermann
am 16ten Januar 2008; Email Adresse
Sonntag, Januar 6, 2008
Betrag entnommen : "Veterinary Focus"
Die Genetik des Hundes, Klinische Aspekte
Unser Freund und Tierarzt Peter Söhl,
der ja auch der Medizinische Beirat des "VdFEB 1980-2009" ist,
gab mir neulich diese abgebildete Zeitschrift, da sich in dieser Ausgabe ausführlich
mit den Problemen der Kurzköpfigkeit beschäftigt wird, (und da ein Bulldog das
Titelbild ziert :-))
Zur Übersicht der Themenspannbreite "Genetik", die in diesem Heft behandelt wird,
zuerst das
Inhaltsverzeichnis.
Die Artikel sind auch für allgemein an der Genetik interessierte Nicht-Mediziner
- zumindest in ihren Kernaussagen - bestimmt informativ.
Die Sprache der Artikel ist kein extremes Fach-Latein, sondern im Großen und
Ganzen ist sie zumindest mir verständlich. Und ggf. kann ja unter Wikipedia nachgesehen werden.
Der im Artikel aufgezeigte statistisch hochsignifikante Zusammenhang zwischen schweren Atemstörungen einerseits und
Magen-, Speiseröhren- und Zwölffingerdarm-Erkrankungen anderseits war mir neu. Ich hörte auch noch nie einen Züchter
etwas darüber berichten.
Aus meiner Beobachtung heraus ist die Halslänge ein Schlüssel dieses Zusammenhanges.
Ein kurzer Hals heißt nämlich nicht zugleich eine kurze Speiseröhre, denn Halslänge und Speiseröhrenlänge werden durch
ganz andere Gen-Kombinationen bestimmt.
Bei extrem kurzem Hals (den viele Schau-Bulldogs haben) ist die Speiseröhre in "Platznot", sie verlagert sich und
bedingt dadurch Druckstress auf den Kehlpopf, Gaumen, Mageneingang und den Magen selbst. Das führt einerseits zu
noch mehr Atemnot und andererseits zu Magenschleimhaut-Entzündungen, Brechreiz, Speichelüberfluß usw....
Hier der Artikel :
"Das Brachycephalen-Syndrom: Obere Atemwege und
Gastrotintestinaltrakt"
Seite 1 ---
Seite 2 ---
Seite 3 ---
Seite 4 ---
Seite 5 ---
Seite 6 ---
Seite 7
Copyright © Cornelia Savory-Deermann
am 6ten Januar 2008; Email Adresse
Freitag, Januar 4, 2008
Lesenswert : "Die Zukunft des Rassehundes"
4-teilge Artikelserie, 4.Teil in "WUFF" Dezember 2007
Im Dezember 2007 erschien der 4. und letzte Teil der Artikelserie des renomierten
Wiener Hundefachmanns und Genetikers Dr. Hellmuth Wachtel
im Hundemagazin WUFF zum Thema :
"Die Zukunft des Rassehundes:"
"Mischling oder Rassehund? Ein Blick in die Zukunft"
Hier noch einmal die Übersicht, welche Schwerpunkte und welche Fragen in den einzelnen
Artikel-Teilen behandelt werden.
Im Beitrag vom 6. September 2007
können Sie die Ausführungen zum 1. Teil: "Gesündere Rassehunde durch natürliche Zucht" nachlesen.
Über den 2. Teil: "Der genetische Sicherheitsgurt" und über den 3. Teil "Gefährliche Klippen umschiffen"
und berichtete ich am
17. und 27. November 2007.
Aus der Einleitung des 4. Teils der Artikelserie:
"Hundert Jahre lang, von der Öffnung der Zuchtbücher bis zum Erscheinen des Buches 'Hundezüchtung in Theorie und
Praxis', war die Populationsgenetik in der Hundezucht so gut wie unbekannt....
Obwohl es eine populationsgenetische
Selbstverständlichkeit ist, wie ich in den vorigen Artikeln dargelegt habe, tun sich Rassehunde-Verbände schwer damit,
die nachweislich bessere Gesundheit der Mischlinge anzuerkennen.....
Anders allerdings bei Krankheiten, an denen mehrere Gene beteiligt sind (zB die HD). Hier könnten bei einem
Mischling sogar mehr Krankheitsgene zusammenkommen, als bei den Eltern möglich wären....
Sonst aber könnten nur Rassehunde - mit sehr niedrigem Inzuchtkoeffizienten durch etwa 10 Generationen -
gesundheitlich mit Mischlingen einigermaßen vergleichbar sein.
"Mischlingskreuzungen"
Dr. Wachtel berichtet von einer großen Nachfrage nach gezielten Mischlingen, zB den Labrador-Pudeln, in Übersee.
Er sagt, bei solchen gezielten Kreuzungen verschiedener Rassen könne man eine Kreuzungsvitalität (Heterosis)
- allerdings nur in der 1. Tochter-Generation - erwarten.
Würden konventionelle Rassehundezuchtvereine die in
seinen 3 früheren Artikeln beschrieben Zuchtvoraussetzungen einführen (zB Verhinderung von Championzucht,
Linienzucht usw), dann könnten sie die gleichen Vorteile solch gezielter Mischungen von Rassen erreichen!
Meine Anmerkung dazu:
Dass es heute viele kleine EnglishBulldog-Mischrassen gibt (siehe Beitrag
3. 8. 2005) zeugt mit vom Versagen der
traditionellen
Bulldog-Zuchtverbände, den Bulldog wieder gesund zu züchten.
Begriffsklärung: Auch Mischlingskreuzungen sind "Auskreuzungen" oder "Auszucht". Und
wie ich gerade auf einer Züchterseite lesen konnte gibt es sogar erfahrene Züchter, die gar nicht genau wissen,
was mit "Auskreuzung" gemeint bzw. nicht gemeint ist. Deshalb hier die in der Genetik
gebräuchliche Definition aus dem zu empfehlenden Buch von Dr. Krautwurst (Kynos Verlag 2002)
"Praktische Genetik für Hundezüchter":
Als AUSZUCHT oder OUT-CROSSING wird die Paarung von Partnern definiert, die mindestens 5 bis 6 Generationen
lang keine gemeinsamen Ahnen aufweisen (WACHTEL 1997).
Diese Form der Auszucht kann die Gesundheit der Nachkommen enorm verbessern. Wenn allerdings der Inzuchtgrad der
betreffenden Rasse
schon zu hoch ist, d.h. wenn nahe Generationen stark verwand sind, müssen von der Zuchtleitung weitere Methoden
der Auszucht eingeführt werden bzw. angeordnet werden.
Dabei geht es um folgende Maßnahmen: Abkehr von Inzucht-Linienzucht, Championzucht und von der Zucht in kleinen,
isolierten Populationen. Erweiterung der effektiven Population durch Begrenzung der Deckakte pro Rüde pro Jahr
in Abhändigkeit vom Inzuchtniveau der Population.
"Der Wert des Rassehundes"
Dr. Wachtel betont den Wert des Rassehundes als Kulturgut und als Träger unersetzbarer, rassespezifischer Fähigkeiten.
Zu der besonders in oft England vertretenen Meinung "besser tot als nicht rasserein" äußert er sich so:
"... ist genetisch nicht aufrecht zu erhalten - und führt konsequent in die
Qualzucht. Hunderassen können nur bleiben was sie sind, wenn kein engherziger Reinheits-Fanatismus die
populationsgenetischen Notwendigkeiten verleugnet und dadurch Generation für Generation wichtige Gene (Allele)
verloren gehen läßt. Oft genügt es, phänotypisch reinrassig erscheinende, aber nicht registrierte Hunde in
der Zucht mit heranzuziehen, wie es jetzt der Englische Kennelclub bei an Nachfrage verlierenden Englischen
Rassen den Zuchtvereinen anzuraten versucht."
Dr. Wachtel schreibt dann betroffen darüber, dass sogar Hunde, die nur noch "Pflegeobjekt" sind, Ausstellungssieger
werden. Er zieht die Schlußfolgerung, dass Linienzucht (da eine Form der Inzucht), wenn sie nicht von den Vereinen
begrenzt wird, zum Untergang von Rassen führen wird. Und das sei ein "Bärendienst" an der Menschheit.
Meine Anmerkung dazu:
Der Bulldog gehört meiner Beobachtung nach (zumindest in Westeuropa) zu den vom Untergang bedrohten Rassen.
Primär dafür
verantwortlich ist die Sturheit (oder Dummheit?) der Englischen Bulldog-Zuchtverbände, die die heutige Interpretation
seines Standards - durch Linieninzucht - ins Extreme verzerrten.
Trotzdem bin ich überzeugt, dass der Bulldog geliebt genug ist, um in Deutschland nicht
unterzugehen. Ich setzte hierbei zunächst auf kleine Familienzuchten, die konsequent nur auskreuzen, (d. h.
keine Linieninzucht betreiben), und die keine
Zwingerhaltung haben, weil sie den Bulldog wirklich kennen und lieben.
Und auch ich hoffe immer noch, dass auch früher oder später (unter dem Druck des VDH und des Marktes)
im ACEB ein Umdenken stattfinden wird : nämlich weg von der Champion- und Linienzucht, weg von den Irrungen der
Extremzucht - wieder hin zu funktional besseren Nasen usw...
"Ausblick"
Dr. Wachtel äußert sich hoffnungsvoll, weil seiner Beobachtung nach seit einigen Jahren ein Umdenken in der
Hundezucht im Gange ist. Er führt dies insbesondere
auf die Forschungsergebnisse und Veröffentlichungen der Genetiker Prof. W.Schleger und Doz. I.Sommerfeld-Stur (beide
Österreich) sowie Prof. P-E.Sundgren (Schweden) zurück, welche die Bedeutung der Populationsgenetik ins Bewußtsein
von an der Zucht interessierten Menschen brachten.
Dr. Wachtel empfiehlt das kürzlich erschienene Buch "Hundezucht" von Dr. Helga Eichelberg (VDH) "... in welchem
erstaunlich ungeschminkt über die bisherigen Fehler und die zu treffenden Gegenmaßnahmen berichtet wird."
Dr. Wachtel schreibt als Abschluß-Statement dieser Artikelserie, er habe inzwischen so viele Menschen kennengelernt,
die aktiv und engagiert die durch Zuchtfehler
bedingten Leiden der Hunde bekämpften - und zwar im Interesse der Hunde selbst, denen wir so viel
verdankten - dass dies ihm Anlaß zur Hoffnung für die Zukunft gäbe.
Meine Anmerkung dazu:
Natürlich haben ich mir dies oben genannte Buch sofort gekauft. Ich werde darüber eine Rezension bringen.
Schon vorab gesagt:
ich bin ganz positiv von der sehr beeindruckenden und offenen Informationsleistung in diesem Buch überrascht! Ein
Kompliment an den VDH! Jeder Züchter,der nicht nur im eigenen, sondern auch im Interesse seiner Hunde züchtet,
sollte sich dieses Buch kaufen!
Konsequenz für den Bulldog-Welpensucher:
Sehen Sie sich vor dem Kauf die Ahnentafel des Welpen (oder die Daten dafür) an :
Es sollte KEIN im Stammbaum aufgeführter Ahne doppelt vorkommen !
Zwei ganz wichtige Gründe für diese Empfehlung:
Die neueren Forschungen in der Populationsgenetik und Biochemie haben unter anderem den Zusammenhang zwischen
einem "Ahnenverlust" und einem Vitalitätsverlust aufgedeckt. "Ahnenverlust" - das heißt weniger Ahnen als möglich -
ist eine Folge der Linienzucht. Auskreuzung dagegen bringt so viele Ahnen wie möglich, und in
der Sprache der Genetiker bedeutet das, so viel Mischerbigkeit (Heterozygotie) wie möglich.
- Bedeutung der Mischerbigkeit (Heterozygotie) für das Immunsystem:
Der Däne Andersen erbrachte den Nachweis, dass die Enzyme der Individuen, die ja bekannlich den gesamten
Stoffwechsel steuern, genetisch kontrolliert werden. Das heißt: ein homozygotes (reinerbiges) Enzym hat nur
1 Möglichkeit, ein heterozygotes (mischerbiges) Enzym hat hingegen 2 Möglichkeiten der biochemischen
Reaktionen auf Umwelteinflüsse jeder Art. Deshalb ist zB auch das Immunsystem bei Mischerbigkeit stabiler und flexibler -
und das allein bedeutet bedeutet schon mehr Leistungskraft und eine höhere Vitalität.
Am Rande eine Hintergrundinfo:
Ein Gen kommt immer doppelt vor, nämlich als Variante (Allel) vom Vater und als Allel von der Mutter.
Und BEIDE Allele sind funktionswichtig für viele
Lebensprozesse, wie zB für die Enzymbildung. Dies war im vorigen Jahrhundert noch unbekannt: damals wußte
man nur von dominanten und unterdrückten (rezessive) Allelen, aber noch nichts von diesen stoffwechselwirksamen
Gesamt-Zusammenhängen.
- Bedeutung der Mischerbigkeit (Heterozygotie) für Krebserkrankungen:
In der Humanmedizin weiß man über einige Krebsarten, dass dafür der Verlust der Mischerbigkeit, also
(meist mutationsbedingte) Reinerbigkeit
eines Gens, verantwortlich ist. Dieser Verlust der Mischerbigkeit des Gens bedingt in diesen Fällen
den Verlust der Fähigkeit, ein tumorunterdrückendes Protein zu produzieren.
Bei Menschen gibt es wenig Reinerbigkeit, für die Veterinärmedizin
liegt die Sache aber ganz anders : Reinerbigkeit gibt es häufig - ganz in der Zucht-Tradition des vorigen Jahrhunderts.
Hier liegt also ein großes Forschungsfeld offen :
Es sterben so extrem viele Hunde an Krebs, besonders auch an Milztumoren, wie zB meine Bulldogs Alma und Wilma,
beide aus
einer Linenzucht. Linienzucht bedeutet einen Verlust an Mischerbigkeit (Heterozygotie) - der Zusammenhang dieses
Heterozygotie-Verlustes mit Krebserkrankungen ist mehr als erschreckend!
Wer sich für diese Themen besonders interessiert, dem empfehle ich die Bücher "Praktische Genetik
für Hundezüchter" von Dr.F.Krautwurst und "Hundezucht 2000" von Prof.H.Wachtel (siehe auch bei Buchempfehlungen
in der grauen Spalte rechts).
Copyright © Cornelia Savory-Deermann
am 4ten Januar 2008; Email Adresse
Mittwoch, Dezember 19, 2007
Bulldogs züchten ohne Zwingerhaltung
Früher dachte ich immer, ein Züchter, der eine größere Zucht betreibt,
kommt nicht ohne Zwinger aus. Diese Zwingerbulldogs taten mir sehr leid,
sie waren die Opfer der Züchterei für mich - aber ich glaubte dies Opfer sei
notwendig. Heute sehe ich das anders! Was brachte mich zum Umdenken?
Zum Umdenken brachte mich Friedas (und Bertas, Willies, Ginos) Züchterin
Dianne Benham. Hierzu eine Mail (Ende November 2007) von
Doris Ehrenstein an Rafaela Schuda,
Züchterin 'vom Georgshof':
Hallo Rafaela,
Cornelia sagte mir, dass Du evtl. mit
Gino (Dream Boy) Deine Wilma decken willst.
Sicherlich weißt Du, dass Gino
Bertas Halbbruder ist. Beide haben den gleichen
Vater und Großvater. Ich kenne diese beiden Hunde, und die sind
außerordentlich lieb und auch schön. Diese beiden
Bilder habe ich gemacht, als ich mit Cornelia bei Dianne war
um Frieda abzuholen. Also keine Profi Fotos.
Ich selbst mag Dianne sehr, aber sie ist gesundheitlich
nicht mehr gut drauf und so züchtet sie auch kaum
noch. Sie hat alle ihre Hunde im Haus, und sie liebt sie
sehr. Sie sagte einmal zu mir (das ist fast 7 Jahre her)
"Ein Bulldogbaby vergißt niemals seine erste Menschen-Mama!"
Sie züchtet seit 34 Jahren und das sehr erfolgreich.
Ihre Hunde werden alt (Macho ist 11 oder 12 Jahre alt,
ich weiss es nicht mehr so genau). Sie hat 5 Rüden im
Haus, 1 schläft mit ihr im Bett, 2 auf der Couch im
Wohnzimmer und zwei im Gästezimmer. Ich weiß
nicht wie sie es macht, dass sie keine Beißerei hat.
Ihre beiden Töchter wohnen nicht weit entfernt und da leben
ihre beiden Hündinnen, und natürlich auch die Enkelkinder.
Ich bin mit Dianne einkaufen gefahren, d.h. wir beide
und 5 Bulldogs im Auto. Absolut kein Problem. Dianne
ist 1/4 Indianerin, vielleicht
geht sie anders mit den Hunden um als ich. Ich wäre zu ängstlich alle
Bulldogs zuammen zu lassen. Aber Dianne sagt, die kennen sich
von klein an, es passiert nichts.
Ich würde jederzeit wieder einen Bulldog
von Dianne kaufen. Und Dream Boy wäre ohne mich niemals aus
USA nach
Deutschland gekommen. Er hat eine so große
Seele. Aber er braucht sehr viel Zuwendung und Liebe.
So für heute wär's das. Solltest Du irgendwelche
Fragen haben, so email sie mir.
Ganz liebe Grüße, Doris mit
Frau Berta und Herrn Willie
Was ich von Dianne Benham lernte:
Man muß als Züchter nicht alle seine Bulldogs im eigenen Kontrollbereich - sprich
im Zwinger - halten! Man kann sie, wenn man sie wirklich liebt und sie bulldoggerecht
halten will, in vertrauenswürdige Familien geben und einen Vertrag über Zuchtmiete
mit diesen abschließen.
Unsere Frieda wurde eine Tagestour von Dianne entfernt bei den Menschen ihrer Mutter
geboren. Sie kam zusammen mit ihren 2 Geschwistern erst
mit 5 Wochen (nach dem Abstillen) zu Dianne, wo dann ihr Großvater
Macho ganz rührend die weiter Erziehung übernahm :-)
Leider lehnen manche Züchter solche oder ähnliche Zuchtmiete-Regelung kategorisch ab.
Sie könnten:
"ja betrogen werden, und die Hündin könnte zB kastriert werden." Dann lieber
Zwingerhaltung :-((
Solch ein Betrug ist Dianne übrigens tatsächlich einmal passiert. Aber sie ärgerte
sich nur kurz: "Hauptsache der Hündin
geht es gut, und das tut es bei diesen Leuten. Alles andere ist dagegen unbedeutend."
So spricht eine Züchterin, die - aus Liebe zum Bulldog - Bulldogs züchtet!
Copyright © Cornelia Savory-Deermann
am 19ten Dezember 2007; Email Adresse
Montag, Dezember 17, 2007
Ein Beispiel der Folgen
von Zwingerhaltung eines Bulldogs
Angus fand als Welpe keinen Käufer, und so kam er in die
Zwingerhaltung seiner Züchterin. Es war zwar ein "Luxuszwinger" mit Auslauffläche,
aber eben doch ein Zwinger mit der Konsequenz, dass Angus Mangel an menschlichem
Kontakt erlitt und auf menschliche Lebensbedingungen ganz allgemein unsozialisiert
blieb.
Als Corinna und Andreas Angus bei einem Züchter-Besuch kennenlernten, beschlossen sie
ihn (inzwischen 9 Monate alt) trotz seiner Ängste vor dem dortigen Wohnhaus (und vor
vielem anderem)
letztendlich doch zu kaufen und ihm zu helfen, da er sich sehr an Andreas anlehnte.
Angus war natürlich nicht stubenrein; es dauerte viele Monate, ihm dies beizubringen. Aber
die Hundefans Corinna und Andreas nahmen das mit Geduld hin, denn Angus hatte schließlich
eine Geschichte, wie sie so mancher Not-Bulldog hat...
Das wirklich Schlimme, wie wir Bulldogger
es auch auf Treffen erlebten, war seine Angst vor Menschen! Er lief vor Jedermann
fort : näher als 3 Meter ließ er
niemanden an sich herankommen. Er rannte - weggeduckt - sofort zu Corinna und versuchte
sich hinter ihr zu verstecken. Wir Bulldogger hielten ihn zunächst nur für scheu,
da sich dies Verhalten aber über viele Monate hinweg nicht änderte, mußten wir es
schließlich als Angst begreifen.
Um Angus zu helfen kauften sich Corinna und Andreas einen weiblichen Welpen dazu.
Und wirklich, diese Hündin half Angus durch ihr Vorbild sehr, die Angst vor Menschen
abzubauen.
Heute, 2 1/2 Jahre später, ist er zwar immer noch scheu, aber er läßt
sich von mir und von anderen streicheln...
Angus verdankt es dem geduldigem und ideenreichem Training, der jahrzehntelangen
Hundeerfahrung sowie der Liebe von Corinna und Andreas, noch in ein
für ihn als Bulldog angemessenes Leben hineingefunden zu haben :-)
Es ist nicht auszuschließen, daß bei Angus´ Angst auch ein genetischer Faktor
mitspielt. Aber wie dem auch sei, die frühe Zwingerhaltung - auch wenn diese im Sinne der
gesetzlichen Mindest-Anforderungen (siehe oben) sehr gut war - spielt meines
Erachtens in jedem Fall eine Rolle.
Copyright © Cornelia Savory-Deermann
am 17ten Dezember 2007; Email Adresse
Mittwoch, Dezember 5, 2007
Verdeckte Erbanlagen
Sabrina Schmidt stellte in ihrem Beitrag
vom 21. April ihren kleinen "Boss", den Sohn ihres
wundervollen Fero vor. Und im letzten Beitrag schrieb sie
über seine gefährliche Herzgefäß-Operation. Ein zusätzliches Herzgeräusch wurde
bei ihm schon mit 3 Monaten festgestellt.
Um diese Störung genauer zu diagnostizieren, fuhren Sabrina und Stefan mit ihrem Boss zu unserem Bulldog-Spezialisten
Peter Söhl.
Peter diagnostizierte eine verengte Herzarterie und riet, falls sich dies nicht in der
nächsten Zeit auswachsen würde, zu einer OP in der Uni Gießen. Dieser Gefäßdefekt
wuchs sich nicht aus, und so überwies Peter Boss an diese Klinik: "weil die Tierärzte dort
die ganze Ausrüstung dafür haben und auch solche Spezial-OP´s häufig machen, d.h. darin
erfahren sind." Der Termin wurde dann von der Uni wegen eines Maschinendefekts
einmal verschoben, und jetzt wurde die Zeit für Boss auch richtig knapp. Gut, wir konnten
in letzten Beitrag lesen, dass alles gut ging.
Boss stammt aus einem Wurf von 6 Welpen.
Einer der Welpen ist ein Zwitter: er hatte Hoden, Eierstöcke, Penis und Scheide.
Nachdem er operiert wurde, ist er nun etwas mehr ein Rüde als eine Hündin. Ein 2.
Welpe aus diesem Wurf hat, wie auf dem Foto zu sehen ist, ein vorquellendes Auge.
Da es kein Tumor war, kann man hier einen zu hohen Hirnwasserdruck (wodurch auch
immer bedingt) vermuten.
Und Boss hat eine lebensbedrohliche Herzgefäß-Anomalie mitbekommen.
"Fero Masahora", der Vater des Wurfes, ist 7 Jahre alt und kerngesund. Die Mutter
des Wurfes, Heidi, ist noch jung, freiatmend und bewegt sich gut. Sie ist
eine schöne, falbenfarbene Erscheinung: blendender Phänotyp, so wie Fero auch.
Aber der jeweilige Genotyp???
Bei Fero und Heidi passten - laienhaft formuliert - die Zuchtlinien
nicht zueinander.
Das heißt, verdeckte (rezessive), defekte Erbanlagen im Genotyp trafen aufeinander, bzw.
konnten dominieren. Dadurch wurden sie im Phänotyp dieser kranken Welpen sichtbar.
Das Risiko solcher tragischer Zucht-Ergebnisse
ist logischerweise höher, wenn die Elterntiere
Linienzuchten entstammen, da die Genvielfalt, das heißt die Gen-Auswahlmöglichkeit
für die DNA-Verbindungen bei der Befruchtung, durch Linienzucht minimiert wird.
Phänotyp: Das äußere Erscheinungsbild eines Tieres.
Genotyp: Die Gesamtheit aller Erbanlagen eines Tieres.
Zum Abschluß noch eine Anmerkung:
Die Fellfarbe "weiß" wird von Laien (auch Züchtern) oft für solche Defekte
verantwortlich gemacht. Das ist eine dumme Verallgemeinerung und stimmt nicht! Auf
die tatsächlichen Zusammenhänge zwischen Fellfarbe
und genetisch damit verbundenen Eigenschaften bzw. Defekten werde ich in einem
späteren Beitrag eingehen.
Copyright © Cornelia Savory-Deermann
am 5ten Dezember 2007; Email Adresse
Donnerstag, November 29, 2007
Wie sich ein Bulldog-Kopf entwickeln sollte
Kosmos Portraits aus seiner Welpenzeit erscheinen ab diesem Monat anzahlmäßig
reduziert in der grauen Spalte rechts, einfach weil es zu viele Bilder wurden.
Deshalb hier jetzt noch einmal diese Gesamtübersicht der bisherigen Entwicklungsphasen
seines schönen Kopfes :-)
Hinweise für den Welpenkäufer
1.) Die Kopfgröße
Der Bulldogkopf ist groß, größer als
der Kopf anderer mittelgroßer Rassen. Der Bulldog-Welpenkopf sollte
aber nicht von Anfang an sehr groß sein, sondern sich langsam auswachsen : das heißt
ein Rüdenkopf kann bis zu 2 1/2 Jahren zur vollen Ausprägung brauchen.
Hier ein Beispiel eines guten Bulldogkopfes.
Großköpfigere Zuchtlinien sollten gemieden werden. Die Gründe :
- Der Bulldog-Schädel ist zwar groß, das Gehirn darin ist aber nicht größer
als bei Hunden vergleichbarer anderer Rassen. Der Rest ist Hirnwasser (Liquor).
- Extreme Großköpfigkeit, also ein Riesenschädel, geht oft mit einem
Teilverlust der gesunden Proportionen einher:
zu enge Gehörgänge
Zu ausgeprägtes Schädelwachstum bewirkt häufig sehr enge -
bis zu enge - Gehörgänge, die dann später
wegen chronischer Entzündungen operativ vergrößert werden müssen.
zu große Augenhöhlen
Und dies gesteigerte Schädelwachstum bedingt oft auch Fehl-Proportionen bei den
Augenhöhlen, die dann der Größe des Augapfels nicht mehr angemessen sind.
Die Folge können z.B. Nickhautprobleme sowie das sogenannte "Cherry-Eye" sein.
2.) Die Nase:
Der Naserücken sollte kurz, aber nicht extrem kurz sein! Außerdem ist eine
übergroße Nasenfalte von Übel.
3.) Der Unterkiefer
Der Unterkiefer des Bullgogs soll hochgewölbt und die unteren Schneidezähne wie
mit dem Lineal gezogen in einer Reihe stehen, so wie beim Wolf.
4.) Die Kopfform insgesamt
Der Welpen-Bulldogschädel sollte länglich sein und noch nicht so quadratisch,
wie der ausgewachsene Bulldogschädel.
nicht kompetent in Geburtshilfe
Ein länglicher Schädel des Bulldogwelpen macht seine
natürliche Geburt
möglich (sofern die Mutterhündin kein unnatürlich enges Becken hat).
Leider ist dies vielen Züchtern gleichgültig : sie sind oft nicht kompetent
genug, um Geburtshilfe leisten zu können, und so befürchten sie, einen "geldwerten" Welpen
durch die eigenen Inkompetenz oder durch Schicksal zu verlieren. Da ist es einfacher
gleich einen Kaiserschnitt zu planen - der Kunde zahlt dann eben mehr...
widernatürliche Qualzucht
Es gibt tatsächlich Züchter, die ihre Kaiserschnitte dumm-dreist so rechtfertigen :
"es ist Tierquälerei, beim Bulldog KEINEN Kaiserschnitt zu machen." Diese Züchter
geben damit zu, dass IHRE PERSÖNLICHE Zucht eine widernatürliche Qualzucht ist....
Diesem Mißbrauch von Hündinnen, denen riesenköpfige Welpen
angetan werden (oder deren enges Becken sie von vornherein gebärunfähig macht), wird
in Österreich z.Z. ein gesetzlicher Riegel vorgeschoben. Deutschland dürfte
früher oder später - im Rahmen der EU-Konvention über die Qualzucht - mit dieser
und/oder ähnlichen Regelungen folgen.
Unter "Neuigkeiten" (November) der Seiten des
VdFEB sind die in Österreich gerade verschärften Gesetze gegen die Qualzucht zusammengefaßt. Züchtern von
Bulldoggen und ähnlich belasteten Rassen
ist eine Anpassungszeit von 10 Jahren gewährt.
-
Kopfform der Eltern und Großeltern
Ob sich der Welpenschädel zum guten, ziegelsteinförmigen Bulldogkopf
entwickeln wird, das kann man nur aus der Kopfform seiner Eltern und Großeltern ableiten.
Also nicht "blind" entscheiden :-)
Diese Welpen konnten natürlich geboren werden :-)
Friedas Züchterin Dianne Benham (USA) behält nur Hündinnen, die nach menschlichem
Ermessen natürlich werfen können. Hier
ein Foto natürlich geborenen Geschwister von Frieda. Ach ja, ihre prächtige
Cousine Berta darf ich hier natürlich
nicht vergessen :-)
Zum Foto links noch ein besonders schönes Foto von Mutter
Wilma mit Tochter Fajita :-) aus dem F-Wurf von Rafaela Schudas Zucht
vom Georgshof.
Und ein besonders schönes Foto aus dem G-Wurf vom Georgshof, auf dem man Vater
Beebob mit Sohn Egon sieht. Auch dieser
Wurf kam ohne Kaiserschnitt zur Welt!
Beebobs Kopf ist ein guter, ziegelsteinförmiger Standard-Rüdenkopf,
sein Sohn hat den noch etwas länglichen Welpenkopf. Wie schön - im Sinne des Standards -
Egons Kopf geworden ist, das können wir HIER sehen :-)
Und dass diese Welpen viel Verstand in ihren Köpfen haben,
das erzählen die Geschichten, die ihre begeisterten Besitzer über sie für diesen
Bulldog-Blog schreiben :-)
Copyright © Cornelia Savory-Deermann
am 29ten November 2007; Email Adresse
Dienstag, November 27, 2007
Lesenswert : "Die Zukunft des Rassehundes"
4-teilge Artikelserie, 3.Teil in "WUFF" November 2007
Jetzt im November erschien der 3. Teil der Artikelserie des renomierten
Wiener Hundefachmanns und Genetikers Dr. Hellmuth Wachtel
im Hundemagazin WUFF zum Thema :
"Die Zukunft des Rassehundes:"
"Gefährliche Klippen umschiffen..."
Hier die Übersicht,
welche Schwerpunkte und welche Fragen in den einzelnen Artikel-Teilen behandelt werden.
Im Beitrag vom
6. September können Sie die Ausführungen zum 1. Teil: "Gesündere Rassehunde durch
natürliche Zucht" nachlesen.
Über den 2. Teil: "Der genetische Sicherheitsgurt" berichtete
ich vor ein paar Tagen, siehe unten.
Aus der Einleitung des 3. Teils der Artikelserie:
"War Inzucht zu Beginn der Hundezucht eine Notwendigkeit, um rassespezifische Merkmale zu
festigen, ... so stellt sie heute eine der großen Geißeln in der Rassehundezucht dar..."
Um Inzuchtschäden zu verhindern, sollte die Inzucht daher zumindest in den letzten zehn
Generationen so gering sein, wie in der Rasse überhaupt möglich ist.... Dies wird
in der Hundezucht aus verschiedenen Gründen vielfach mißachtet..."
"Reduktion genetischer Vielfalt"
Dr. Wachtel erklärt diese Fehlentwicklung zur Gen-Verarmung bei Rassehunden damit, dass
lange Zeit geglaubt wurde, man müsse nur die allerbesten Exemplare (im Sinne von
Ausstellungspreisen) zur Zucht verwenden, um "gute" Nachkommen zu produzieren.
Das war - und ist - naheliegend, hat aber leider dazu geführt, dass verdeckte Schadgene
ebenso vermehrt wurden; bis hin zur Gefährdung der Rasse an sich.
Nur in Einzelfällen
sollte ein Hund mehrfach zur Zucht eingesetzt werden, und zwar dann, wenn seine
genetischen Positivseiten populationsgenetisch die möglichen Nachteile überwiegen.
Gäbe es solch überragend gesunde Genträger gar nicht mehr in einer Rasse, dann sollte
der genetische Verlust in einer Rasse durch wohlüberlegte Einkreuzung einer passenden
anderen Rasse wettgemacht werden.
"Die zweite Gefahr: Extremzüchtung"
Dr. Wachtel zitiert den schwedischen Genetiker Per-Erik Sundgren mit der Feststellung,
dass in der Natur nicht die extremen Individuen einer Art bevorzugt werden, sondern solche
mit durchschnittlichen Eigenschaften. Denn nur diese Tiere sind genetisch noch
anpassungsfähig genug an die verschiedensten Umweltbedingungen. Die ständige Bevorzugung
extremer Individuen ist unnatürlich und gefährdet die Existenz der davon betroffenen
Population.
Dr. Wachtel geht davon aus, dass wir weiter - trotz nationaler (Österreich) und
EU-Qualzuchtparagraphen - mit einer weiteren gesundheitlichen Verschlechterung bei
Extremrassen rechnen müssen.
Meine Anmerkung dazu:
Es ist so traurig wie ehrlich, dass zu diesem Absatz über die Extremzucht ein Bulldog-Foto
gezeigt wird.
Es wäre so leicht die Extremmerkmale wieder herauszuzüchten, denn es gibt auf der Welt
genügend "nicht-extreme" Standard-Bulldogs. Sie müßten
auf Aufstellungen
nur nach vorne statt nach hinten plaziert werden. Auf NICHT-VDH Ausstellungen geschieht
das gottseidank auch oft. Die VDH-Austellungen dagegen sind - zumindest beim
Bulldog - eher Jahrmärkte mit Schaustellern des mehr oder weniger Extremen. Ich erlebe das
in Bezug auf die Schausteller als "peinlich daneben"; und als Tragödie für die Hunde
selbst.
"Arbeit macht und hält gesund!"
Dr. Wachtel führt aus, dass bis vor etwa 100 Jahren fast alle Hunde Gebrauchshunde waren.
Es wurde auf Arbeitsleistung gezüchtet, und nicht auf das äußere Erscheiningsbild des
Hundes. Inzucht und die Überverwendung eines Deckrüden kam selten vor. Es wurde zudem
häufiger experimentell gekreuzt, da es den Wunsch nach absoluter Rassereinheit des
Rassehundes noch nicht gab. Dieser entwickelte sich erst nach der Einführung von
Zuchtbuchregistrierungen.
Nicht wenige Rassehunde-Organisationen widersetzten sich diesen Registrierungen, da
sie befürchteten, dass die Bevorzugung der Schönheitszucht zum Niedergang ihrer Rasse
führen könnte....
Arbeit, Zucht auf Leistung, hat die Hunde jahrtausendlang gesund gehalten. Und diese
fehlt heute. Dr. Wachtel schlägt deshalb vor, rassetypische Leistungskriterien für
die Erteilung eines Championats einzuführen. Er befürchtet aber, dass diese
Leistungskriterien, falls sie überhaupt eingeführt würden, nicht den tatsächlichen
gesundheitlichen Notwendigkeiten angemessen sein würden.
Meine Anmerkung dazu:
Zu Beginn des Ausstellungswesen mußten Bulldogs noch zeigen, dass sie einige Kilometer
weit laufen konnten. An solch einer Hürde würden heute so ziemlich alle
VDH-Ausstellungs-Bulldogs scheitern...
"Hunde 'natürlich' züchten?"
Dr. Wachtel schriebt, dass es unter Umgehung des natürlichen biologischen Gen-Schutzes
in der Zucht zu unvermeidlichem gesundheitlichem Rückgang kommt. Deshalb würden ohne
strenge, zukünftige Zuchtauflagen Rassen bis in ihre Existenz gefährdet.
Die meisten Hunderassen
seien seit circa 150 Jahre mehr oder weniger ingezüchtet. Es wäre daher zum Erhalt der
Rassen dringend erforderlich, diese primär nach gesundheitlichen Kriterien
weiter zu züchten.
Dr. Wachtel empfiehlt dafür die geradezu geniale Zuchtmethode der Eskimos :
Einer ausgesucht gesunden, läufigen Hündin werden mehrere ausgesucht gesunde,
nicht oder kaum verwandte Rüden vorgestellt, die in größerem Abstand voneinander
im Freien angebunden sind. Dann lassen sie die Hündin selbst ihren Partner aussuchen.
Wie in der Natur läuft die "läufige" Hündin dann aufgrund ihrer natürlichen Instinkte
zu dem Rüden, der ihr optimal-gesunden Nachwuchs schenken kann.
17.11.07: Brief eines Kindes zu Überzüchtungen
Wen berührt die Trauer dieses Kindes nicht ?
Guten Tag ! Ich wollte Sie um etwas bitten : viele Hunde sind total überzüchtet !
Das ist dann schon reinste Tier-Produktion ! Ich hatte auch einen überzüchteten Hund,
der schon mit 4 Jahren gestorben ist ! Leider, ich finde das sehr traurig,
die armen Tiere haben Schmerzen wegen Herzfehlern, Gelenkfehlern und so weiter.
Sie könnnen sich bald schon gar nicht mehr bewegen und sterben dann !
Einige sterben auch an Schwäche ! Vielleicht können Sie sich ja gegen so
etwas einsetzen. Ich jedenfalls nicht, denn ich bin noch ein Kind !
Mit freundlichen Grüßen Jil Seifert (12 Jahre alt) und hier
Jils HP
Copyright © Cornelia Savory-Deermann
am 27ten November 2007; Email Adresse
Samstag, November 17, 2007
Lesenswert : "Die Zukunft des Rassehundes"
4-teilge Artikelserie, 2.Teil in "WUFF" Oktober 2007
Im Oktober erschien der 2. Teil der Artikelserie des renomierten
Wiener Hundefachmanns und Genetikers Dr. Hellmuth Wachtel
im Hundemagazin WUFF zum Thema :
"Die Zukunft des Rassehundes:"
"Der genetische Sicherheitsgurt"
Hier die Übersicht,
welche Schwerpunkte und welche Fragen in den einzelnen Artikel-Teilen behandelt werden.
Im Beitrag vom
6. September können Sie die Ausführungen zum 1. Teil, (Zuchtfehler usw.)
nachlesen.
Aus der Einleitung des 2. Teils der Artikelserie:
"Die Natur hat zur Sicherung der genetischen Vielfalt einiges vorgesehen,
dessen Summe Dr. Wachtel als "genetischen Sicherheitsgurt" bezeichnet...
Diese Sicherung der genetischen Vielfalt erfolgt in der Tierwelt auf verschiedenen Ebenen
und beginnt bereits bei der Paarung durch Bevorzugung nicht verwandter Paarungspartner
durch das Weibchen..."
"Eizellen suchen sich ein Spermium aus, die Uteruswand einen
genetisch vielseitigen Embryo"
Die nächste Sicherungsstufe liegt im biochemischen Bereich. Dr. Wachtel führt aus, dass
die Millionen Spermien keineswegs eine Verschwendung der Natur sind, sondern der Eizelle
eine größtmögliche Auswahl an genetischer Vielfalt anbieten. Auch die Eizellen selbst
unterliegen einem Wettbewerb: je weniger sie genetisch dem Phänotyp der Mutter gleichen,
um so eher können sie sich - über biochemische Steuerungen - in der Gebärmutterwand
einnisten. Spezielle Eiweiße im Blut der Mutter schützen zudem diese körperfremden
Föten vor der mütterlichen Immunabwehr; auch hier also ein "Sicherheitsgurt"
zum Schutz der genetischen Vielfalt. Dr. Wachtel erklärt weiter, dass
sogar die Ausbildung der Plazenta durch die genetische Andersartigkeit der Föten
angeregt wird. Bei Inzucht könne dagegen der Stimulus zur Plazentabildung einfach zu
schwach sein.
Eine genetisch vielseitige Mutter sei auch deshalb ein wesentlicher Vorteil für die
Welpen, da diese besser entwickelte Mutterinstinkte und oft auch mehr Milch habe.
"Die Wirkung des Identitäts-Codes"
Jeder Hund hat einen besonderen Genkomplex, MHC genannt, der
einen individuellen Duftstoff erzeugt; (siehe dazu Teil 1 dieser Artikelserie).
Der MHC ist auch dafür verantwortlich, dass eine ungeheure Anzahl von Bakterien, Viren
und Parasiten vom Körper erkannt, und dass die sogenannten Killerzellen des Immunsystems
dagegen aktiviert werden. Diese Abwehrkraft ist aber nur so stark, wie der MHC komplex
angelegt ist.
Vielfalt der Gene bedeutet in diesem Zusammenhang, dass auch der "Identitätscode" (MHC)
vielfältig und nicht simpel angelegt ist : und das
wiederum bedeutet, dass der MHC ein hochwirksames - und nicht eingeschränktes -
Erkenntnismuster gegen Krankheitserreger darstellt.
Das heißt, je geringer die genetische Vielfalt in einem Hund ausgeprägt
ist, um so geringer ist seine Abwehrkraft gegen Krankheitserreger jeder Art.
Hunde aus einer Linienzucht (abgemilderter Inzucht) sind damit Hunden aus
Fremd-Paarungen in ihrem Abwehrsystem unterlegen.
Meine Anmerkung dazu:
Die Risiken der Linienzucht werden in der letzten Zeit mehr und mehr der Allgemeinheit
bekannt gemacht. Hier möchte ich besonders dem Magazin "WUFF" für seine Aufklärungsarbeit
danken. Hunde aus einer Linienzucht (abgemilderte Inzucht) haben alle einen
sehr ähnlichen "Phänotyp", und dadurch alle einen reduzierten "Genotyp".
Auf Grund der neuen Einsichten über die biologischen Konsequenzen eines
verarmten Genotyps empfehle ich heute für den Welpenkauf vorzugsweise kleine
Familienzuchten, bei denen alle Bulldogs mit im Haushalt leben,
wie zB
vom Georgshof. In diesen kleinen Zuchten spielt die Wirtschaftlichkeit der Zucht
selten eine Rolle, und es wird deshalb meist aus natürlichem
Instinkt heraus
fremdverpaart - und damit die Genvielfalt und Immunkraft gefördert.
Phänotyp: Das äußere Erscheinungsbild eines Tieres.
Genotyp: Die Gesamtheit aller Erbanlagen eines Tieres.
"Genetische Drift"
Dr. Wachtel führt aus, dass bei vielen Rassen mit nur wenigen Individuen gezüchtet wird.
Das vermindere unweigerlich die genetische Vielfalt, oft sogar unwiederbringlich. Bei
Rassen mit geriner Individuenanzahl wird diese Entwicklung "Drift" genannt.
Irgendwann sind dann alle Tiere miteinander verwandt.
Wie bei jeder Inzucht wird dadurch der
Identitäts-Code jeden Hundes (siehe oben) immer einfacher und dadurch für Bakterien, Viren
und Parasiten leichter zu knacken.
Die Rasse insgesamt kann durch diese Drift, diese Inzuchtdepression, in ihrem Bestand
gefährdet sein.
Meine Anmerkung dazu:
Linienzucht, Beschränkung auf wenige Champion-Deckrüden, künstliche Besamung und
Kaiserschnitte sind im Milieu der Bulldog-Züchter, die
mehr oder weniger von ihrer Zucht zu leben versuchen, auch heute noch
an der Tagesordnung.
Die Konsequenzen all dieser Praktiken für den Bestand des Bulldogs interessiert in diesem
Milieu nicht wirklich. Hier entscheiden der Absatz, die Kosten und der Gewinn...
Der Bulldog hat in Europa nur eine Überlebens-Chance, wenn sich seine Liebhaber
seiner annehmen und Welpensucher aufklären. Das erzeugt Druck auf seine "Züchter",
sprich Produzenten!
Copyright © Cornelia Savory-Deermann
am 17ten November 2007; Email Adresse
Sonntag, November 11, 2007
Kritische Anmerkungen zum WUFF-Interview mit
Angehrn : Bulldog am Ende ?
Die "Pickwick Bulldogs" von Imelda Angehrn (Schweiz) sind auch heute noch vielen Bulldoggern wenigstens dem
Namen nach bekannt. Sie beendete 2001 - nach 35 Jahren - ihre Zucht Englischer Bulldogs, da diese
für sie am Ende war: zu viele Krankheiten, zu viele Behinderungen, zu geringe Vitalität.
Da sie aber das Züchten an sich nicht lassen wollte, begann Imelda Angehrn 2001 ihre
Bulldogs mit Olde English Bulldogs in der Hoffnung zu kreuzen, auf diesem Weg wieder gesunde Nachkommen zu
erzeugen. Da diese Kreuzungen
aber von keinem Zuchtverband anerkannt wurden, definierten sie und der Schweizer
Dachverband diese als neue Rasse, als die "Continental Bulldogs".
Angehrns Begründung ihrer Abwendung vom Englischen Bulldog:
"in den letzten 20-30 Jahren (wurde) "fast ausschließlich nur noch auf
Schönheit und - man kann sogar sagen Skurrilität - fast zu einer Comicfigur
verzüchtet worden" sei (Wuff 11/07, S.24).
"Die Rasse ist in den letzten 20-30 Jahren fast ausschließlich nur noch auf
Schönheit und - man kann sogar sagen Skurrilität - fast zu einer Comicfigur
verzüchtet worden. Das hat nichts mehr damit zu tun, wie es der Standard
eigentlich beschreibt. So wie sich die Rasse entwickelte, hatte es enorme gesundheitliche
Konsequenzen. Und die haben mich bewogen, etwas Neues zu machen. ... Aber vor
allem die Engländer waren nicht damit einverstanden, dass man an ihrer
Nationalrasse herumbastelt ... Das gab dann für mich den Ausschlag, eine
neue Rasse zu züchten." (Angehrn in WUFF 11/07, S.24)
Ich erlebe Angehrns Begründung als peinlich und beschämend, da diese tragische
Entwicklung des Bulldogs von ihr selbst maßgeblich mitverantwortet wurde!
Angehrn hat nach eigenen Angaben insgesamt 59 internationale
Champions produziert. Bei Aufgabe ihrer Zucht hatte sie allein 11 internationale
Champions stehen. Meines Wissens hat kein anderer Züchter so viele Bulldogs "zu einer
Champion-Comicfigur verzüchtet" wie sie. Und das über 35 Jahre hinweg.
Allerdings fuhr Angehrn zumindest eine Zeitlang zweigleisig:
Ich selbst kaufte 1981 unsere AlmaJoy von ihr - aber mit der Maßgabe, ich würde NUR einen Welpen aus einer
NICHT-Champion-Linie kaufen, da ich einen Bulldog zum "Damit-leben" brauche, und keinen für Shows. Alma
war typvoll und gesund, eben nicht extrem wie die Pickwick-Champion-"Comic-Zucht". Mit einem solchen Welpen
hatten meine Eltern sich leider schon schlimmes Unglück gekauft :-(
Wir unterstützen es unbedingt, wenn offen auf die gesundheitlichen
Probleme in der Bulldogzucht hingewiesen wird. Aber die Feststellung Angehrns,
der Bulldog sei am Ende, schüttet ihr eigenes Kind (nach 35 Jahren) mit dem Bade aus.
Frau Angehrn sagt zur FCI-Schönheitszucht: "Das hat nichts mehr damit zu tun,
wie es der Standard eigentlich beschreibt." (Wuff 11/07, S.24)
Richtig! Der Standard beschreibt einen gesunden Englischen Bulldog! Warum hat sie dann nicht
den Weg "zurück zum Standard" beschritten und gesunde Bulldogs gezüchtet? Weil sie dann keine Titel mehr in der
FCI-Szene gewonnen hätte?
Es gibt immer noch gesunde und lebensfroh-bewegliche Bulldogs. Sie können sie z.B.
in diesem Blog kennenlernen :-)
Leider hat das offizielle VDH Zucht- und Ausstellungswesen
- auch durch dachverbandsbedingte Hilflosigkeit den einzelnen Zuchtvereinen gegenüber -
Extrementwicklungen und damit gesundheitliche Probleme beim Bulldog nicht verhindert.
Während die entsprechenden FCI-Zuchtvereine in der Schweiz
und in Österrreich mittlerweile weniger extrem vorgehen, ist das Thema Gesundheit beim
ACEB eine regelrechtes Tabu-Thema :-(
Es gibt weltweit ein oft noch gesundes Gen-Potenzial des Bulldogs. Wir hoffen, dass sich Züchter
auch in Deutschland finden werden, die dieses Gen-Potenzial nutzen. Unsere Unterstützung hätten sie voll und ganz!
Copyright © Cornelia Savory-Deermann
am 11ten November 2007; Email Adresse
Donnerstag, September 6, 2007
Lesenswert : "Die Zukunft des Rassehundes"
4-teilge Artikelserie, Beginn in "WUFF" September 2007
In diesem Monat beginnt im
Hundemagazin WUFF eine Artikelserie des renomierten
Wiener Hundefachmanns und Genetikers Dr. Hellmuth Wachtel zum Thema :
"Die Zukunft des Rassehundes:"
"Gesündere Rassehunde durch natürliche Zucht"
Es lohnt sich deshalb unbedingt sich die aktuelle Ausgabe und die nächsten 3 zu kaufen!
Hier die Übersicht,
welche Schwerpunkte und welche Fragen in den einzelnen Artikel-Teilen behandelt werden.
Aus der Einleitung des 1. Teils der Artikelserie:
"Während Infektionskrankheiten bei Hunden durch die Fortschritte der Veterinärmedizin
heute weitgehend ihren Schrecken verloren haben, sind die Erbkrankheiten erschreckend
im Zunehmen......
Immer neue schwerwiegende Erbkrankheiten tauchen auf, und der allgemeine Gesundheitszustand
der Rassehunde läßt zu wünschen übrig..."
"Die genetische Falle"
Dr. Wachtel geht hier auf die Probleme der Inzucht ein - auch beim Menschen :
Die Rassehunde-Zucht sei seit circa 150 Jahren vergleichbar mit der Heiratspolitik
früherer Herrschaftshäuser - und die durch Verlust der Gen-Vielfalt bedingten
Krankheitsfolgen ebenso.
Er führt weiter aus, wenn wir gesündere Rassehunde haben wollen, dann
müssten wir ohne Inzucht - auch ohne entferntere Inzucht - züchten.
Helfen würde dabei nur
eine Selektion auf "athletische und mentale Leistung und Wesens-Merkmale."
Er stellt weiter fest, dass das Interesse an solchen Zuchtzielen gering ist,
und dass deren Vernächlässigung oft an "fahrlässige Qualzucht" grenzt.
"Gefahr durch Champions"
Dr. Wachtel betont, daß der hohe Zucht-Einsatz von sogenannten "Champions" einer Rasse
besonders schade, da dadurch die meisten Hunde dieser Rasse miteinander verwandt werden.
Durch Paarung dieser Hund untereinander entsteht dann keine Qualitätsverbesserung, sondern
das genaue Gegenteil, die Zunahme von Erbkrankheiten durch Inzuchtdepression.
Heute würde diese Zunahme der Erbkrankheiten verniedlichend "Rassendisposition"
genannt.
Meine Anmerkung dazu:
Wir kennen diese Züchter-Ignoranz gerade beim Englischen Bulldog.
Bulldoginteressierte erzählen mir immer wieder, dass auch renomierte FCI-Züchter erklären
würden: "Schnaufen und wenig Bewegung, das ist eben beim Bulldog so und überhaupt
nicht schlimm. Tierärtze haben keine Ahnung!"
Da wundert es nicht, dass der Bulldog auf der Qualzuchtliste weit oben steht.
"Ignoranz: Lieber krank als einkreuzen?"
Dr. Wachtel führt am Beispiel der Dalmatiner aus, daß es zur Gen-Auffrischung nötig sein
kann, Angehörige einer verwandten Rasse einzukreuzen. In den USA wurde so ein sehr
schädliche Stoffwechsel-Gen aus einigen Dalamtinern-Zuchten wieder herausgezüchtet,
was der dortige Zuchtverband aber bis vor kurzem noch massiv ablehnte und diese Hunde
als Mischlinge bezeichnete. Gottseidank sei aber dort inzwischen ein Umdenken im Gange.
Meine Anmerkung dazu:
Die frühere English Bulldog Züchtern I. Angehrn versuchte vor
einigen Jahren den gleichen Weg. Aber unter dem üblem, bisweilen bösartigem Widerstand
speziell der Englischen Zuchtverbände scheiterte dieser Versuch. Stattdessen wurde eine
neue Schweizer Rasse für diese Mischlingen definiert, die "Contis" (Continental Bulldogs),
die dem English Bulldog in Standard möglichst wenig ähnlich sein sollen - so die Vorgabe der
Verbände.
Der Einschluß ähnlicher Rassen in Zuchtprogramme sollte nur in wirklichen Notfällen,
wie z.B. bei den Dalmatinern, praktiziert werden.
Schlimm ist allerdings, daß viele
Zuchtverbände sogar die Paarung mit Hunden aus anderen Zuchtverbänden der GLEICHEN
RASSE verbieten! Ein solches Verbot hat nichts mehr mit Zuchtzielen, sondern nur noch mit
Verbandszielen zu tun, und die sind in aller Regel auf Marketing und Verkauf
ausgerichtet! Wer einen gesunden Bulldog sucht, der
sollte dort kaufen, wo Auskreuzung mit ganz und gar unverwandeten Zuchttieren, auch aus
anderen Zuchtverbänden, bewußt zur Gesundheits-Verbesserung eingesetzt wird.
"So erhielt der Wolf seine Gesundheit / So schützt die Natur die
genetische Vielfalt / Der natürliche 'identitätsausweis' des Hundes":
In diesen Abschnitten des Artikels erklärt Dr. Wachtel, wie die Natur und insbesondere der
Wolf Erbkrankheiten vermeidet. Besonders interessant fand ich die
Erklärungen, wie die Wölfin und auch nicht wenige Hündinnen durch Informationen
über Duftstoffe, die ganz individuell einem Hund zugehören, Verwandschaften erkennen und
Paarungen in diesen Fällen nicht vollziehen bzgw. nicht akzeptieren wollen.
Copyright © Cornelia Savory-Deermann
am 6ten September 2007; Email Adresse
Mittwoch, August 15, 2007
Der "Listenhund"
oder Rassismus in der Hundwelt !
In Rassen zu denken - das ist in der Hundewelt (und auch in der Nutztierwelt) in Ordnung, denn es geht
schließlich um die Zucht von Rassen. "Rassismus" dagegen ist (wie jeder andere "Ismus" auch) eine Übertreibung,
eine Verzerrung ins Negative.
Nach dem tödlichen Beißangriff eines Pitbulls auf ein Kind (in Hamburg) überboten sich die Parteien
in politischem Aktionismus. Sie definierten den Rassebegriff "Kampfhund", indem sie willkürlich Hunderassen
als Kampfhunde klassifizierten, wenn diese groß waren und einen breiten Kopf (wie viele "Bull-Varianten") hatten.
Diese "Kampfhunde" wurden in Listen zusammengefaßt.
So überdeckten die Politiker ihre Untätigkeit bis dato (nicht nur in Bezug auf diesen
schrecklichen Beißvorfall in Hamburg): Gesetze und Urteile gab es hinreichend, sie wurden nur nicht angewandt, bzw.
deren Erfüllung nicht überprüft!
Kynologen und viele andere Wissenschaftler wiesen darauf hin, dass diese willkürliche Klassifizierung von
Hunden - als rassebedingt aggressive "Kampfhunde" - mit "Rasse" nichts zu tun hat.
Man kann diese Hunde deshalb höchstens als verwaltungstechnische "Listenhunde" bezeichnen,
die Bezeichnung "Kampfhunde" ist so marktschreierisch wie dumm.
Und: sie zeugt von rassistisch geprägtem Denken!
Es regt mich auf, wie dumm und manipulativ Politik sein kann! Zweifellos gibt es aggressive Hunde (wie auch
aggressive Menschen), aber das hängt nicht von der Rasse ab. Aggressive Linien kann man, wenn man will,
nämlich in jeder Rasse züchten!
Statistisch gesehen kommen die meisten Beißunfälle (auch prozentual) bei Schäferhunden und Dackeln vor.
Aber die haben eine gute Lobby (bis hin zur Polizei), und so werden sie nicht als "Listenhunde" geführt.
Was bedeutet dies alles für unseren Bulldog?
Unsere Bulldogs haben ein "Bull" im Namen, und allein deshalb bekommen ahnungslose Menschen manchmal Angst :-((
"Aber die Kampfunde heißen doch so ähnlich..."
Da hilft nur Aufklärung!
Copyright © Cornelia Savory-Deermann
am 15ten August 2007; Email Adresse
Sonntag, Juli 22, 2007
Vaterschaftstest
In den USA steht in den AKC-Papieren von Welpen aus wirklich guten Zwingern ein Vermerk über den DNA-Test zur
überprüfbaren Feststellung des Vaters des Welpen. Warum?
Zum einen geschieht diese DNA-Bestimmung beim Welpen einfach aus Qualitäts-Bewußtsein. Denn so ist ein Betrug
mit "dazugelegten Welpen" (zumindest über den genannten Vater) beweisbar. Denn: billig aufgekaufte Welpen aus
Hinterhofzuchten zu einem eigenen Wurf "dazuzulegen",
das ist längst nicht so selten, wie man als "Normalbürger" meinen mag. Die Hundezüchter- und Hundehändlerszene
ist vielfach von der gleichen miesen "Gewinn-Methodik" geprägt, wie z.B. mancher Gebrauchtwagenmarkt...
Es gibt aber noch einen weiteren Grund für DNA-Bestimmungen:
In den USA decken oft - vom Züchter gewollt - zwei (mehr oder weniger) gleichwertige Rüden eine läufige Hündin.
Warum?
Decken mehrere Rüden eine Hündin, so wird sich der vitalere Samen durchsetzen; und damit der in mancher
Hinsicht auch vitalere Rüde. Gut für den Fortbestand der Rasse - zumal man heute weiß, dass jahrelange Linieninzucht
Vitalitätsverluste erzeugte, und zwar besonders bezüglich der Fruchtbarkeit der Hunde. In diesen Fällen ist
ein DNA-Vaterschaftstest natürlich zwingend nötig.
Copyright © Cornelia Savory-Deermann
am 22ten Juli 2007; Email Adresse
Freitag, Juli 20, 2007
Heute erzählt Gastbloggerin Anke Teloudis :
"Oh Gott, ein Bulldog !"
OH GOTT, EIN BULLDOG - war mein erster Gedanke, als Ina und Rob, ganz am
Anfang ihrer Suche nach
einem neuen Familienmitglied, von ihrem "Traumhund" schwärmten !
Vor meinem geistigen Auge sah ich die wenigen Bulldogs, die mir in den letzten
paar Jahren begegnet waren: bedauernswerte Geschöpfe, träge - kaum in der Lage
dem anderen Ende der Leine zu folgen und gleichzeitig zu atmen.
Und ich hatte ernste Befürchtungen, dass so ein armer Hund das Spiel mit unseren
3 Golden Retriever Mädels nicht ohne Herzattacken überstehen würde.
Ganz bestimmt habe ich die Beiden genervt mit meinen Fragen und Bedenken,
aber vielleicht hat sich auch mal eine meiner Fragen in den 2 Menschenköpfen
eingenistet.
Sicherlich haben sie dem Einen oder Anderen Züchter mal eine "zu kritische" Frage
gestellt, denn es schlug ihnen auch ein sehr scharfer, kalter Wind von Züchtern entgegen.
Gut, dass die Zwei in Berlin auf das Bulldoggen-Treffen gestossen sind - und
darüber auf diesen Blog !
Gut für mich, denn so konnte ich erfahren, dass gerade echte Liebhaber dieser Rasse
die gleichen Sorgen und Bedenken haben wie ich :-).
Und gut für uns Alle - denn so bahnte sich
CHILLI's Weg in unser Leben an !
CHILLI - ein charmantes, äußerst liebenswertes
Hundekind - schon jetzt eine Fachfrau in der Disziplin "Menschen um den Finger
(die Kralle) wickeln" :-), welpentypisch unverschämt, wenn es darum geht einen Vorteil
herauszuschinden und eine gute Verliererin, wenn das mal nicht gelingt.
Ein Beispiel : Kitty, Ina's Katze, liegt auf dem Kuschelfell. Chilli möchte auch -
hat aber genug Respekt sich nicht anzudrängen - stellt sich dicht davor und bellt,
rennt ein paar Meter weiter, kommt zurück - bellt wieder. Kitty räkelt sich,
putzt sich und ... bleibt liegen ! Chilli tut so, als wäre das Fell völlig
uninteressant, und klettert auf die Couch ;)
Die süsse Maus lebt hier ja einen grossen Teil des Tages im Rudel - und sie
macht das großartig ! Sie
respektiert die großen Mädels - versucht zwar schon die
Grenzen zu erweitern - aber akzeptiert sicher jedes "lass mich in Ruhe" Gebrummel.
Wenn's aber um Rennen und Toben geht - ist
die Kleine mittendrin !
Es wird über die Großen geklettert, runtergerollt, unter den Bäuchen durchgerannt, was
das Zeug hält ! Es ist eine Freude zu sehen, wie geschickt und wendig Chilli ist.
Und genauso wie sie "aufdrehen" kann, ist sie auch ruhig, fast verträumt und sensibel.
Sie liebt es, unter den Rosen zu liegen - besonders, wenn die Blütenblätter herabregnen,
was sie schon ganz alleine verursachen kann, wenn sie an den Ranken spielt :-) !!!
Chilli ist schon ein ganz besonderes Persönchen ! Sie schafft es immer wieder,
uns Tränen lachen zu lassen oder uns zu Tränen zu rühren (wir sind auch Sensibelchen).
Meine 84 jährige, kranke Mutter hat uns für ein paar Tage besucht. Sie ist
gehbehindert und ihre Krücken waren ein "neues Spielzeug" für Chilli !!! Es
würde mich nicht wundern, wenn Chilli irgendwann in einem Berliner Park
dabei erwischt wird, wie sie einem Gehbehinderten die Krücken klaut ;-)
Auf der anderen Seite war Chilli sooo sanft und vorsichtig mit meiner Mutter - nie
stand sie im Weg, und immer wieder hat sie sehr interessiert und, wenn man
ihr Verhalten so deuten darf, besorgt am kranken Bein gerochen und es geleckt;
(es war keine "leckere" Salbe drauf).
Alles in Allem : Chilli hat mich überzeugt !
Es gibt ihn, den gesunden, munteren und pfiffigen Bulldog !!!
Und einer von ihnen lebt nun in unserem großen, verrückten, gemischten Rudel -
umgeben von Liebe, getragen von Hoffnung und Zuversicht auf eine ganz
lange glückliche Zeit !
An dieser Stelle ein grosses DANKESCHÖN an alle, die sich für die Gesundheit
der Bulldogs (und aller anderen Rassen) einsetzen.
Eure Anke Teloudis, (Chilli's Pflegeoma)
Copyright © Anke Teloudis
am 20ten Juli 2007; Email Adresse
Mittwoch, Juli 18, 2007
Kosmo´s und seiner Geschwister Vorfahren
und ein Bericht über "Marinbull´s All The Way"
Kosmo´s Züchterin Birgit Braum mailte mir gerade schöne Fotos von seinem Vater,
Großvater und Urgroßvater.
Kosmo und Käthchen, Vater rechts, Mutter unten,
alle im selben Alter fotographiert.
Erstaunliche Zusammenhänge
Friedas Zucht (Goomba) basiert auf einem Sohn des berühmtesten US-Bulldogs aller Zeiten:
Marinbull´s All The Way.
Und James´Zucht (Floral Garden) ist ebenso stark auf einen
Nachkommen (Rusty)
dieses "Marinbull´s All The Way" ausgerichtet gewesen. Vielleicht passen
deshalb - wie es dieser so ausgeglichene und schöne K-Wurf von Floral Garden zeigt -
die Zuchtlinien von Frieda und James so gut zusammen !
Beide Rüden, oben Robbie von "Floral Garden" (Großvater von James), rechts
Macho von "Goomba" (Großvater von Frieda),
sind Nachkommen des berühmtesten Bulldogs der USA: "Marinbull´s All The Way", genannt
Goober. Er brach alle Rekorde,
wurde von allen wegen seines freudlichen und lustigen Wesens geliebt und neidlos "Ausnahme-Bulldog" genannt. Er zeugte viele
Champions, die so gesund und vital waren wie er selbst, und er wurde 12 Jahre alt.
Sein Nachkomme Robbie starb leider leider vor kurzem 10jährig an Krebs. Sein Nachkomme
Macho ist 10jährig und zeugte gerade - auf natürlichem Weg -
noch einmal ein vitales Sixpack :-)
Wer war "Marinbull´s All The Way" ?
HIER ist Seite 2,
HIER ist Seite 3, und
HIER ist Seite 4 des Berichtes.
Copyright © Cornelia Savory-Deermann
am 16ten Juli 2007; Email Adresse
Freitag, Juli 6, 2007
Das Bulldog-Ohr
Der Rassestandard schreibt das "Rosenohr" als das korrekte Bulldog-Ohr vor. Aber
natürlich gibt es in der Realität Varianten davon.
Das "Button Ear", "Hängeohr", sieht man von allen Varianten am häufigsten,
manchmal auch einseitig, was sehr lustig aussieht, wie ich finde. Welpen haben zunächst
einmal alle solch ein Hängeohr, wie wir bei Kosmo unten sehen. (Übrigens hat er diese
Rose selbst abgepflückt. Er ist überhaupt an
roten Rosen sehr interessiert ;-))
Wie kommt es zu diesen unterschiedlichen Ohrformen?
Die Ohrausbildung hängt einmal davon ab, ob das äußere Ohr fleischig oder fein, groß oder
klein ererbt wurde. Und zum zweiten spielt eine bedeutende Rolle, in welchem Welpenalter
sich der noch weiche Knorpel, der die Faltung zur "Rose" bewirken soll,
zum festen Knorpel verstärkt.
Auf dem unteren Foto sehen wir bei Frieda sehr deutlich die Knorpelleiste, über die sich
der Ohrlappen nach hinten wegfaltet.
Bei Kosmo sehen wir sie auch - aber das Bild täuscht.
Er ist hier gerade 9 Wochen alt, und seine Ohr-Knorpelleiste ist noch zu weich, um
diese Faltung nach hinten aufrecht zu erhalten : nur bei gestrecktem oder gehobenen
Kopf "fällt" der Ohrlappen nach hinten.
Friedas Ohren sind groß und fein. Sie falteten sich mit 12 Wochen zur "Rose". Kosmo´s
Vater James hat dickere, aber kleine Ohrlappen, sie falteten sich mit 8 Wochen.
Kosmo´s Ohren gingen unterschiedliche Wege :
Sein linkes Ohr brauchte 2 ganze Wochen länger als das rechte, bis es stand :-)
Dann hat es sich - wortwörtlich über Nacht - zur Rose gefaltet!
Wachstum läuft oft unsymetrisch ab - auch bei Frieda kam ein Ohr erst 3 Tage
später nach. (Siehe dazu auch BB-Beitrag vom
27. August 2005) Das Ohrenaufrichten kann bis zu 15 Wochen dauern. Mit Beginn des
Zahnwechsels ist die Ohrenentwicklung endgültig beendet.
Zu "Bottom Ears", zu Dauer-Hängeohren, entwickeln sich die Welpenohren, wenn die
Ohrlappen groß und fleischig sind; oder wenn die Knorpelleiste sich nicht genug
verfestigt, um auch einen großen feinen oder kleinen fleischigen Ohrlappen zur Faltung
zu bringen.
Zu "Tulip Ears" und zu "Flying Ears" entwickeln sich die Welpenohren, wenn die
Verfestigung des Ohr-Knoppels zu früh einsetzt, also etwa schon in der
5. oder 6. Lebenswoche. Der Ohransatz bleibt durch diese zu frühe Knorpelverfestigung
zu weit auf dem Oberkopf stehen, er sinkt nicht mehr entsprechend dem
Schädelwachstum etwas seitlich zum Kopf. Der seitliche Stand wird von Standard
als "korrekt" vorgeschrieben, um den insgesamt quadratischen
Kopfeindruck zu unterstützen. Zum "Tulip Ears" werden bei zu früher Knorpelverfestigung
kleine, und zum "Flying Ears" größere Ohrlappen.
Unter DIESER ADRESSE
habe ich die Ohr-Typologie oben gefunden. (Auch Augen- und Rutenbeschreibungen,
Hautprobleme usw. sowie allgemeine Pflegehinweise sind dort zu finden.)
Herausgeber dieser Seite ist die britische "Bulldog in Not Stiftung" :
"The Bulldog Rescue and Rehoming Trust is a not for profit voluntary organisation
Company Number: 5664557. Charity Number: 1115009."
Zum Ohr gilt: Immer sauber halten. Der dunkle Schmier, der sich dort sonst
ansammelt, ist
der ideale Nährboden für Ohrmilben und Bakterien aller Art. Am besten das äußere Ohr 1mal
in der Woche - als Standardbehandlung - mit einem Feuchtpflegetuch auswischen.
Das Hängeohr
ist pflegeintensiver als die anderen Ohrformen, da weniger Luft daran kommt.
Gehörgangs-Probleme
Gelegentlich haben Bulldogs von Geburt an sehr enge Gehörgänge. Besonders betroffen
von diesem Übel
sind die Bulldogs mit übertypisiertem Groß-Kopf. Leider werden gerade die
"Großkopferten" Bulldogs besonders gerne auf VDH-Zuchtschauen prämiert....
Der Gehörgang kann sich auch in Laufe des Lebens durch nicht ausgeheilte
Warzen- Pilz- oder Bakterien-Infektionen extrem verengen. Solches "Nichtausheilen"
liegt in der
Regel aber genau an einem schlecht durchlüftetem, weil von vorn herein
äußerst engem Gehörgang - (oder an
falscher Diagnose/Behandlung - oder an Nachlässigkeit der Besitzer)
... extrem schmerzhaft ...
Der zu enge Gehörgang hat als Konsequenz nahezu immer Innenohr-Entzündungen, da
das Ohrschmalz sozusagen darin "steckenbleibt" und den Gehörgang verstopft. Eine
Selbstreinigung des Ohres ist so nicht möglich. Wird der zu enge Gehörgang nicht
operativ vergrößert, dann verlieren diese Bulldogs oft ihren Hörsinn. Das Trommelfell
wird von den Eiterbakterien zerfressen, und diese Entzündungen sind außerdem
extrem schmerzhaft für den Hund.
Wir im "Verein der Freunde Englischer Bulldogs e.V. (1980-2009)" hatten bislang nur 2 solcher Fälle unter
unseren Bulldogs.
- Im 1. Fall wurde viel zu spät operiert : das Innenohr war im Laufe von Jahren
so von Warzen und Bakterien zerstört, dass es komplett entfernt werden mußte.
Der Gehörgang wurde dann verschlossen, das äußere Ohr war somit nur noch Attrappe...
- Im 2. Fall legte unser
Bulldog-Spezialist Peter Söhl
bei hochinfiziertem Innenohr in einer Not-OP so erfolgreich einen größeren Gehörgang an,
dass jetzt alles abgeheilt ist und Neuinfektionen unwahrscheinlich sind. Allerdings
bleibt der Hörsinn dieses Bulldogs geschädigt, da das Trommelfell schon zerstört war.
Konsequenz :
... operative Gehörgangs-Erweiterung ...
Neigt Ihr Bulldog zu wiederholten Innenohr-Entzündungen, dann ziehen sie eine operative
Gehörgangs-Erweiterung
bitte im Interesse des Hundes ernsthaft in Betracht, denn alles andere
bedeutet in der Regel sich hinschleppendes Schmerzen-Erleiden !
Copyright © Cornelia Savory-Deermann
am 6ten Juli 2007; Email Adresse
Mittwoch, April 25, 2007
Springlebendige Bulldogs !
Schon häufiger schrieb ich hier im BB über die unterschiedlichen Typen beim
Englischen Bulldog und die beim Extrembulldog auftretenden Gesundheitsrisiken.
Ihr findet diese Berichte über das Thematische
Inhaltsverzeichnis (Spalte rechts) unter der Rubrik "Zucht und Zuchtvereine".
Am einen Ende dieser Typus-Bandbreite beim Englischen Bulldog steht der
"Extrembulldog", bei dem Rassemerkmale wie z.B. Kopfgröße, Brustbreite und Gewicht
extrem ausgeprägt gezüchtet wurden. Hier zwei Foto-Beispiele
von Extrembulldogs auf einer FCI-Bulldog-Schau, die mir vor einem Jahr zugemailt
wurden :
Beispiel 1, -
Beispiel 2.
Die Namen dieser 2 zufällig fotografierten Schau-Bulldogs kenne ich leider
nicht. Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, daß irgend jemand solche
Bulldogs "springlebendig" nennen würde!
Diesen Extrembulldog finden wir vorzugsweise unter
den FCI-"Schau-Bulldogs", und er steht in der Schußlinie des allgemeinen gesellschaftlichen
Kampfes gegen die Qualzucht. Aus genau diesen Gründen zog die früher sehr bekannte
English Bulldog- Züchterin I. Angehrn vor 6 Jahren die Konsequenz, ihre Zucht des Englischen
Bulldogs einzustellen.
Das Gutachten, welches die Bundesregierung zum Thema "Qualzucht"
erstellen ließ, nennt explizit den Englischen Bulldog als betroffene Rasse.
In diesem Zusammenhang lohnt es, sich (noch einmal) den
BB-Beitrag über die Atemwegs-Problematik beim Bulldog durchzulesen. Diesen
Beitrag schrieb
Peter Söhl,
Medizinischer Beirat des "VdFEB 1980-2009".
Er erschien am
3. Oktober 2006.
Auch der VDH weiß um die Probleme dieser Extremzucht
Die VDH-Fortbildungsakademie bietet für
Zuchtrichter und Zuchtrichter-Anwärter Wochenend-Kurse zu u.a. der
Problematik "Überinterpretation von Rassestandards"
an. (z.B. am letzten Wochenende 21./22. 4. 07)
Über diese notwendigen (Fort-)Schritte freuen wir uns!
Deshalb sind wir um so gespannter, wie (und ob) diese Erkenntnisse um die
Gesundheits-Probleme bei der Extremzucht (Über-Interpretation des Standards) innerhalb
der dem VDH angeschlossenen Zuchtvereine umgesetzt
werden, insbesonders beim English Bulldog (ACEB).
Aber es gibt sie auch in Deutschland, die normalen, springlebendigen
Standardbulldogs. Allerdings muss man man sie in der Regel außerhalb des
FCI/VDH-Schaugeschäftes und so gut wie immer außerhalb des Hundehandels suchen!
Video eines springlebendigen Agility-Siegers aus den USA
Er heißt Deezel und ist 3 Jahre alt. Danke für
dieses You Tube Link, Xenia :-)
Fotos einer springlebendigen Zuchthündin aus Deutschland
Unten Fotos einer springlebendigen Hündin aus Deutschland.
Warnung für Welpensucher
Doch nicht nur wegen der Gesundheitsrisiken ist beim Bulldog-Kauf Vorsicht geboten.
Gelegentlich treten Bulldog-Händler als scheinbar "solide Züchter" auf. Sie haben
eigene Würfe, UND sie verkaufen ebenso importierte (Osteuropa-)Bulldogs als
selbstgezüchtet weiter. Es geht hier um riesige Gewinnspannen, und deshalb
verwundert uns auch nicht, daß es mafiose Strukturen in diesem Züchter/Händlermilieu
gibt.
... mit Gewalt gedroht wird, wenn ...
Aus mehreren glaubwürdigen Quellen wissen wir, daß in
diesem Milieu mit Gewalt gedroht wird,
wenn Mißstände und Betrug beim Namen genannt werden. Dies ist
inzwischen auch der Polizei bekannt. Also seien Sie im
eigenen Interesse nicht leichtgläubig, denn nicht selten
trügt der Schein speziell im Züchtermilieu - nicht nur der English Bulldogs.
Auch uns selbst wurde schon gedroht, und es wurde versucht unser
Haus zu beschmutzen.
Weder das eine oder das andere minderte unser Engagement für
den leistungsstarken, sich seines Körpers erfreuenden Bulldogs :-) Im Gegenteil,
solch wütende Pöbeleien zeigen nur,
daß unsere Aufklärungsarbeit wirkt, und sie bestärken uns
weiterzumachen.
Wir haben als Unterstützung zudem den gesellschaftlichen Wind im Rücken :-) ...
Und heute auch noch vielen vielen Dank für alle Eure ...
... Glückwünsche zu meinem Geburtstag in der vorigen Woche!
Sie haben mich ganz
persönlich gefreut
und mir zudem den Rücken gestärkt, mich weiter gemeinsam mit Euch
für einen vitalen und lebensfrohen Bulldog stark zu machen; einem Bulldog,
der dem Standard tatsächlich entspricht. Eure Cornelia
Copyright © Cornelia Savory-Deermann
am 25ten April 2007; Email Adresse
Sonntag, Januar 21, 2007
Qualzucht : ein "WUFF"-Interview
mit Deutschlands 'Oberstem Tierschützer'
In seiner Ausgabe November 2006 bringt das sehr empfehlenswerte
Hundemagazin WUFF
unter dem obigen Titel ein Interview mit Thomas Schröder, dem Bundes-Geschäftsführer
des "Deutschen Tierschutzbundes" (DTSchB), dem über 800.000 Mitglieder angehören. Hier eine
kleine Zusammenfassung und auch Auszüge daraus.
Pascal Becker, Redakteur der WUFF, geht zunächst auf das Tierschutzgesetz (TSchG)
ein. Er zitiert den §11b : "Es ist verboten, Wirbeltiere zu züchten, wenn
der Züchter
damit rechnen muß, daß bei der nachzucht aufgrund vererbter Merkmale Körperteile
oder Organe für den artgemäßen Gebrauch fehlen oder untauglich sind oder umgestaltet
sind und hierdurch Schmerzen, Leiden oder Schäden auftreten."
P. Becker führt aus, da die Gesetzes-Formulierungen sehr ungenau, dehn- und deutbar sind,
liess u. A. das zuständige Bundesministerium ein Gutachten dazu verfassen, in dem
konkrete Beispiele genannt werden, welche Rassenmerkmale unter diese Formulierungen
fallen würden. Der DTSchB unterstützte seinerseits die Forderung nach solch einem
Gutachten.
WUFF fragt, was Zuchtverbände, bspw. der VDH, zum
TSchG und dem Gutachten dazu sagt.
- Antwort Th. Schröder:
"... Durch das Gutachten wurde den Zuchtverbänden ermöglicht,
gezielter auf Veränderungen bestimmter Merkmale im Standard der Rassen sowie auf
Eliminierung von Krankheiten, die gehäuft bei bestimmten Rassen auftreten, hinzuarbeiten.
Leider halten bestimmte (VDH-)Zuchtvereine wider besseres Wissen an tierschutzrelevanten
Zuchtzielen fest..."
Andererseits gäbe es aber auch einige Rassen, wie z.B. Retriever und Chow, in deren
VDH-Verbänden Konsequenzen aus diesem Gutachten eingeleitet wurden. Gesundheitliche
Verbesserung bei diesen Rassen würden sich langsam einstellen.
-
Meine Bemerkung dazu:
Wie jeder Besucher einer VDH-Ausstellung selbst feststellen kann,
gehören die Bulldogs, die dort gezeigt werden, fast mehrheitlich in diese
tierschutzrelevante Kategorie : Atemnot, Beweglichkeitseinschränkungen, Kreislaufschwäche...
Wir kennen dies Elend durch Merkmalübertreibung ja zu Genüge.... Es ist berechtigt, dass in der EU-Konvention
gegen die Qualzucht der Bulldog - als betroffen - speziell genannt wird.
WUFF fragt weiter, warum vom DTSchB keine Musterklage
gegen Qualzucht im Sinne des TSchG geführt wird.
-
Th. Schröder führt aus,
daß es im TSchG keine Möglichkeit der Verbandsklage gibt. Das TSchG
gibt dem Amtstierarzt nur die Möglichkeit, im konkreten Einzelfall einzugreifen und einen
bestimmten Hund für die Zucht zu verbieten. Da ein solches Vorgehen aber oft langwierige
Gerichtsverhandlungen nach sich zieht, schrecken viele Amtstierärzte vor einem solchen
Schritt zurück.
Im konkreten Einzelfall hat der DTSchB nur die Möglichkeit eine
Strafanzeige zu erstatten. Und das ist in der Regel wenig erfolgversprechend, da die nötigen
Beweisunterlagen, tierärztlichen Befunde und interne Informationen
dem DTSchB nicht vorliegen. Die Beweislast im Verfahren liegt beim
Kläger : er muß das "Krankseins" des Hundes, um den es geht, beweisen.
Wäre es umgekehrt, müßte der Züchter des "Gesundsein" des Zucht-Hundes, um den es im
Verfahren geht, beweisen, dann wäre viel gewonnen.
Th. Schröder weist weiter darauf hin,
daß weder das TSchG noch das Gutachten die
Möglichkeit eröffnet, die Zucht einzelner Rassen zu verbieten.
Solch pauschale Verbote wären völlig überzogen, es gibt schließlich gesunde und unversehrte
Bulldogs, Möpse usw. Allerdings wäre ein "Zucht-AUS" für den Extrembulldog, wie er heute
meist auf FCI/VDH/ACEB-Austellungen präsentiert wird, in meinem Sinne und auch in dem
von Tierschützern und von Tierärzten.
Der beste Weg zur Sanierung der betroffenen Rassen wären konkrete, gesetzliche
Zuchtauflagen.
Gottseidank verliert dieser
FCI/VDH/ACEB-Extrembulldog meiner Beobachtung nach stetig weiter an Bedeutung.
Entsprechend wird auch dessen Welpenaufkommen von Jahr zu Jahr geringer, 2005 waren es
nur noch 81 Welpen. Heute werden unserer Einschätzungg nach die meisten Bulldogs bei Händlern aus Osteuropa
gekauft - oder
bei "Züchtern" aus der Grauzone zwischen Hundehandel und Hundezucht. Es ist bitter, daß
westeuropäische FCI-Bulldogzüchter so oft "schlechte Qualität" bei hohen Preisen
anbieten. Das treibt die Menschen ja geradezu in den Hundehändlermarkt aus Osteuropa :
diese Bulldogs sind zwar in aller Regel auch nicht gesund und es gibt hohe
Tierarztkosten, dafür aber sind sie zunächst in der Anschaffung wesentlich billiger....
Ich vertraue darauf, daß der Bulldog durch den Druck des Marktes und seiner Fans, in
kleinen Schritten, zu alter Vitalität zurückfinden wird!
Der beste Weg wären gesetzliche Vorschriften dafür!
Copyright © Cornelia Savory-Deermann
am 21ten Februar 2007; Email Adresse
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