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Archiv: Beiträge 2019 bis 2017 zum Thema

Zuchtfragen und Genetik


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Mittwoch, August 21, 2019

Mischlinge sind nicht gesünder, nur weil

sie Mischlinge sind!


In der Tierklinik Bielefeld begegnete uns ein Mann mit einem Bulldog an der Leine, der aber irgendwie nicht "wirklich richtig" wie ein Bulldog aussah. "Ja, er ist ein halber Olde English Bulldog", sagte der Mann. "Ich habe ihn gekauft, um nicht ständig wie mit einem "echten" zum Tierarzt zu müssen. Aber das muß ich trotzdem mit ihm!"
(Wir waren mit Clara wegen Distichien in der Klinik, zu diesem Thema gibt es einen späteren Beitrag.)

Zunächst eine kurze Erklärung, wie es überhaupt bei so sehr vielen Rassen zu der Situation kam, dass sie als "krank gezüchtet" gelten:
Das Problem ist die Überzüchtung, dass heißt die genetische Variantenverarmung mehr oder weniger aller Rassehunde durch jahrzehntelange Linieninzucht, die durch das Ausstellungswesen speziell der FCI gefördert wurde. Die Ausstellungsrichter waren und sind in aller Regel selber Züchter: in der Wirtschaft würde solch eine "Qualitätskontrolle" schon längst in den Ruin geführt haben und Korruptonsverfahren wären im Gange!

Unser verstorbener Freund, Tierarzt und Bulldogspezialist Peter Söhl sagte immer, ein Mischling sei benau so belastet und krank wie ein reinrassiger Hund, wenn seine jeweiligen Eltern es waren. Es käme nicht darauf an schlicht Rassen zu mixen, sondern die jeweilige individuelle Gesundheitssituation der Eltern, egal ob gleichrassig oder nicht, entscheide über die gesundheitliche Disposition und Situation der Nachkommen. "Die pauschale Aussage, 'Mischlinge sind gesünder', ist falsch!"

Viele Züchter von Bulldog-Mixrassen hatten sich wie viele Welpensucher der Illusion hingegeben, wenn man z.B. einen Linieninzucht English Bulldog (weil man ihn nun mal hat) mit einem Linieninzucht Pudel/Terrier/Olde EB/... (weil er sich z.B. in der Nähe anbietet) kreuzt, dass sich das dann schon "von alleine" ausgleicht zu gesünderen und vitaleren Welpen. Welcher Irrtum!

Plakativ und sehr verkürzt erklärt: humpelt die Mutter z. B. wegen einer Hüftproblematik, der Vater dagegen wegen Ellebogenproblemen, dann humpelt auch die Mehrheit der Welpen! Rein statistisch betrachtet humpelt dann nur 1/4 der Welpen nicht, aber 1/4 vorne, 1/4 hinten und 1/4 vorne UND hinten. Die armen, enttäuschten Käufer dieser Welpen.... Würde dagegen keiner der Eltern humpeln, wohl aber zum Beispiel ein einzelnes Geschwister oder ein Großvater, dann würde vorraussichtlich, wenn überhaupt, nur eine kleine Minderheit im Wurf ebenfalls humpeln.

Verantwortungsvolle Züchter wählen ihre Zuchthunde immer danach aus, wie gesund und vital auch deren engere Verwandten sind. Auskreuzungen - gleich ob innerhalb oder außerhalb der Rasse - sind per se keine Lösung, sondern nur wenn dazu der Aufwand und die Kosten auf sich genommen werden, Phäno- und genotypisch gesunde Elterntiere zu suchen, (so wie bei Lotte, siehe Fotos).

Ein interessanter Artikel dazu: LINK


Samstag, August 10, 2019

Konkret: die typischen Leiden

der Extrembulldogs


Atmungsprobleme

Sie treten bei extrem kurzer Nase und extrem kurzem Hals auf.

In den Niederlanden wurde (2019) die Zucht von Hunden verboten, deren Naselänge kürzer als 1/3 der Schädellänge ist, denn dies gilt dort als Qualzucht. Nun, die Sache ist viel komplexer, als Aktivisten und in deren Folge Politiker sie begreifen.

Eine kurze knöcherne Nase allein macht noch keinen Röchler, sonst wären wir mit unseren kurzen Menschennasen alle solche armen Röchler. Es kommt vielmehr auf die Größe der Schleimhäute IN der Nase an.
Wir Menschen riechen im Vergleich mit Hunden nur wenig, weil mit unserer kurzen Nase auch die sie auskleidenden Nasenschleimhäute mit den Riechzellen entsprechend kleinflächiger geworden sind. Und das ist meistens beim English Bulldog und anderen Kurznasen anders:

Die Größe der Nasenschleimhaut hat sich in der Regel nicht entsprechend der Nasenknochen verkleinert.

Bei den Kurznasenrassen falten sich oder verdicken miteinander die nach wie vor großflächig angelegten Schleimhäute in Nase, Rachen und Gaumen, um Platz zu finden. Damit bleibt zwangsläufig etwas weniger Platz für den Atemstrom frei. Die Frage ist, wann der Punkt der Qualzucht erreicht ist, dass heißt wann zu wenig Platz für die Atemluft da ist, um Lebensfreude zu erfahren. Ja, der English Bulldog darf nicht durch solche Luftwegsverengung zum "Steifftier" verkümmern, egal ob manche Kunden das lieben - aber er muß auch kein typischer Langlaufhund sein wie ein Jagdhund.

Die Größe der äußeren Gesichtsfalten entspricht in der Regel der der inneren Schleimhautfalten.

Die äußere Haut um Kiefer und im Gesicht der Kurznasenhunde hat ebenso wie die inneren Schleimhäute den Verkürzungsprozess der Nasenknochen in der Regel nicht mitgemacht. Der English Bulldog schnüffelt und riecht nach wie vor ziemlich gut. Es gibt aber tatsächlich einige wirklich sehr kurznasige English Bulldogs, die gut atmen können - das geht dann zu Lasten von deren Riechvermögen, denn die Riechfäche in der Nase ist dann auch kleiner, das heißt weniger raumfordernd gefaltet. Dies ist aber die große Ausnahme!

Fatal ist zudem, dass unwissende Züchter die Faltenbildung auf des English Bulldogs Nase ZUSÄTZLICH - und gegen den Standard! - größer gezüchtet haben. Die feine Doppelfalte auf der Nase wurde zum dicken Fleischlappen, der sie oft bis zur Spitze bedeckt. Und innen in der Nase sieht es dann mehr oder weniger entsprechend aus :-(

Die Länge des Halses ist mit entscheidend.

Die Atmung wird bei manchen English Bulldogs auch durch einen zu kurzen Hals beeinträchtigt. Die Luftröhre wird dadurch gestaucht, gebogen oder bildet sich von vorne herein leicht degeneriert. Die Bedeutung der Halslänge wird tragischer Weise oft übersehen, solange der English Bulldog nur ja extrem "kompakt und kurz gebaut" sein soll.


Gehirnprobleme

Sie hängen mit einem extrem großem Kopf zusammen.

Der English Bulldog hat in Relation zu seinem Körper einen großen Kopf mit großen runden Augen. Wir Fans lieben das. Aber auch hier gilt es Maß zu wahren.

Manche English Bulldogs haben einen regelrechten "Melonenkopf" - von innen ist der das, was man bei Menschen einen Wasserkopf nennt, denn das Gehirn vergrößert sich ja nicht entsprechend mit dem Schädel. In solchen Riesenschädeln kann es manchmal zu einer Störung der Balance zwischen Zu- und Ablauf des Hirnwassers kommen, Epilepsie ist dann eine typische Folge.


Augenprobleme

Sie hängen mit einem zu breiten Schädel sowie übertrieben lockerer Befaltelung zusammen, sind aber vergleichsweise harmlos.

Bei Junghunden kommt das "Cherry Eye" vor. Was wie eine Kirsche im Auge aussieht ist die Nickhautdrüse, die aus der eher flachen Augenhöhle herausrutschen kann. Oft löst sich das Problem mit dem Schädelwachstum. Ansonsten wird die Drüse in einer Mini-OP festgenäht.

Eine zu lockere Befaltelung im Gesicht kann zu einem Extropium oder Entropium führen. Im ersten Fall ist typischer Weise das Unterlid wegen zu geringer Gewebespannung nach außen mehr oder weniger offen; im zweiten Fall ist es aus dem gleichen Grund nach innen eingerollt. Das kann zu Entzündungen führen und sollte dann in einer kleinen OP behoben werden, um sie nicht chronisch werden zu lassen.


Gelenk- und Herzprobleme

Sie hängen oft mit einem zu breitem und zu tiefem Brustkasten zusammen.

Ist der Brustkasten im Verhältnis zum Gesamtkörper extrem breit, so werden Schultern und Hüften über Gebühr belastet. Das bedeutet eine frühe Entwicklung arthotrischischer Beschwerden.

Auch das Herz ist betroffen: Hier muß speziell das sogenannte Kugelherz und das vergrößerte Herz erwähnt werden. Das Herz vergrößert sich in den Freiraum des Brustraumes hinein. Seine Pumpleistung sinkt dadurch! Hunde mit solchen Herzen sterben jung. Es muß beachtet werden, dass der Rippenbogen in Herzhöhe nicht zu tief nach unten gewölbt ist, das heißt "durchhängt" und das Herz so nicht "in Form gehalten" wird. Mehr darüber im Archiv, Beitrag vom 13, Juli 2006.


Ein Zuviel ist nie gut

Ein English Bulldog soll typvoll sein, aber nicht übertypisiert bis zur Karrikatur. Eine stärkere Merkmaleauspägung als im Bild oben ist fatal. Es ist wie mit dem Schminken: zuviel ist "dämlich" und zieht nur bei simplen Naturen...


Mittwoch, August 7, 2019

Der English Bulldog und der Zeiten Geist

im ewigen Wandel, Teil III


Das niederländische Zuchtverbot für alle Hunde, deren Nase kürzer als 1/3 der Schädellänge ist - und dazu gehört der English Bulldog - hat die "Modestandard" gewordene Merkmalübertreibung ins Extreme hinein auch in Deutschland wieder zum heißen Thema gemacht. Vor 5 Jahren, 2014, schrieb ich zwei Beiträge zu diesem Thema: LINK HIER.

Was hat sich seitdem geändert?


Tierschutz in der Zucht wird ernster genommen

Leider seitens der FCI und ihrer nationalen Engl.-Bulldog-Zuchtverbände hat sich nichts wirklich Ernsthaftes zur Rückführung der extremen Merkmal-Ausbildung geändert.
ABER: Geändert hat sich die Toleranz der Gesellschaft und damit auch der Politik gegenüber unnatürlichen, modebezogenen Zuchtauswüchsen, die den Hunden das Leben zur Qual machen. Natur- und Tierschutz ist ein mächtiger Main-Stream geworden!

Ein großes Übel ist das bisherige Ausstellungswesen, denn in aller Regel spielen Züchter hier den Richter: so wird der Bock zum Gärtner gemacht! Wir kritisieren diese Praxis vehement schon seit Anbeginn dieses Blogs vor 14 Jahren.

Die deutsche Politik greift diesen Punkt jetzt auf, indem sie Ausstellungen solcher Hunderassen, die Qualzuchtelemente trotz eines entsprechenden Verbotes in den Tierschutzgesetzen zeigen, verbieten will. Rechtlich ist das zwar schwierig, da sich nicht jeder Hund einer qualzuchtverdächtigen Rasse tatsächlich durch sein Leben quält; wir müssen abwarten, ob jetzt als Überreaktion versucht wird, das "Kind mit dem Bade" auszuschütten...

Quelle NTV, 5.8.19: "Viele Hundezüchter nehmen bei ihren Tieren gesundheitliche Probleme in Kauf, um auf Ausstellungen Preise zu erhalten. Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner will gegen diese Praxis nun vorgehen, räumt bei dem Vorhaben aber Schwierigkeiten ein.

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner will Ausstellungen von Hunden mit Merkmalen verbotener Qualzuchten untersagen, wie sie etwa bei Mops und Bulldogge vorkommen. "Tierärzte berichten von vielen Tieren mit gesundheitlichen Problemen aufgrund von Qualzuchtmerkmalen", sagte Klöckner der "Rheinischen Post". "Das lässt darauf schließen, dass viele Züchter gegen das Verbot verstoßen."

Die Kontrolle solcher Gesetzesverstöße sei schwierig. Der Ministerin zufolge muss das zuständige Veterinäramt im Einzelfall feststellen, ob bei der Zucht zu erwarten war, dass Welpen Körperteile oder Organe fehlen oder sie kein gesundes Hundeleben zu erwarten hätten.

"Wir werden deshalb die Ausstellung solcher Tiere verbieten und damit auch den Anreiz für solche Züchtungen nehmen - es ist doch absurd, dass diese Tiere auch noch prämiert werden, obwohl ihre Zucht gesetzeswidrig ist", sagte die CDU-Politikerin.

Es sei nicht vertretbar, dass ein Tier leiden müsse, "um den ästhetischen Ansprüchen seines Herrchens oder Frauchens zu entsprechen". Manche betroffene Hunde könnten nur schwer atmen. "Das geht bis zum Kreislaufkollaps mit Ohnmacht."

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Für den English Bulldog heißt das Alles zumindest auf Europa bezogen:

die Beharrer auf dem Extrembulldog werden ihn dadurch langfristig im Zuge der sich ausbreitenden "Grüne Welle", die auch den Tierschutz in der Zucht einschließt, genau so zum Verschwinden bringen (siehe die Niederlande) wie die "Erneuerer", die die Welt mit Bulldog-Mischungen überschwemmen.


Wachsendes Verantwortungsgefühl

Die Schattenseiten der menschenabhängigen Existenz letztendlich aller Tiere sind mehr und mehr ins menschliche Bewußtsein gedrungen. Und diese Bürde der Verantwortung wird - weltweit betrachtet zwar langsam - von der Menschheit wieder angenommen.

Die Geringachtung der Natur im Vorderen Orient und Westen wird von Kulturwissenschaflern im Wesentlichen zurück geführt auf die Aufforderung des Mosaischen Gottes: "Machet euch die Erde untertan" (Gen 1,28). Der Hebräische Urtext benutzt das Wort "Kabasch", es kann aber auch mit "Fürsorge ausüben" statt mit "Herrschaft ausüben" übersetzt werden.

Übersetzungen sind immer auch Ausdruck des jeweiligen Zeitgeistes: im Lateinischen, das heißt im späten Rom wurde dieser Satz mit "Dominium Terrae" übersetzt; der Römische Zeitgeist war (wie der Kleinasiatische) erfüllt vom Herrschafts- und Unterdrückungsdenken, und er wirkt noch bis heute nach.

Unser heutiger westlicher Zeitgeist sieht Macht unabdingbar mit Verantwortung verknüpft: "... meine Schöpfung in eure Obhut..." wäre eine heutige, zeitgemäße Übersetzung, die sogar wieder der ganz ursprünglichen Aufforderung Gottes gleicht.

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Zunehmend im Fokus: Qualität statt Quantität

Ein dritter Trend: "Qualität statt Quantität" hat sich meiner Beobachtung nach in allen wichtigen Lebensbereichen verstärkt.

In der Welt polarisieren sich ganz allgemein immer ausgeprägter diejenigen, die VIEL (für wenig Geld) wollen, und diejenigen, die GUTES wichtiger nehmen. Als Beispiel nenne ich nur die Nahrungsmittel, den Energieverbrauch und den gestiegenen Wert freier Zeit. Noch sind die VIEL-WOLLER in der Mehrheit. Aber die Verknappung aller Recourcen wird dies zwangsläufig (zur Not mit Gewalt und Krieg) verändern.

Auf den Bulldog bezogen hießt das: Immer MEHR Falten im Gesicht, immer MEHR Brustbreite, immer MEHR Wamme, immer MEHR Kopf... Heute wird gottseidank dieses "immer mehr" von verantwortungsvollen Züchtern wieder zurückgefahren hin zu Lebensqualität und Lebensfreude. Seht Euch zum Beispiel unsere Clara (Elisa vom Urstromtal) an :-)

Einige der Gastblogger/regelmäßigen Leser seit nun 14 Jahren - und vorher der Leser des "Bulldog Blatt" vom alten Verein - haben sich vom Bulldog abgewandt: wegen der gesundheitlichen Einschränkungen durch die immer extremer werdenden Merkmal-Ausprägung und die Genpoolverarmung durch über 100 Jahre Linieninzucht. Der alte Satz "Once a Bulldog, always a Bulldog" ist nicht mehr die Regel. Und das alles macht mich traurig und läßt mich seit Jahren um diese so einzigartige Rasse in ihrem Fortbestand bangen. Und ich will mir ein Leben ohne solch ein liebes Gesicht an der Seite gar nicht erst vorstellen….

Ein Appell: Klärt in Eurer Umgebung über Zuchtmißstände und die Qualfolgen der Extremzucht und Linieninzucht auf! Es liegt an der Nachfrage der Welpensucher, ob der English Bulldog sich revitalisiert oder untergeht...

Auf spezielle Überzüchtungsprobleme in Bezug auf den Bulldogkopf gehe ich in einem nächsten Beitrag ein. Über dieses Inhaltsverzeichnis kommen Sie zu ALLEN Beiträgen zum Thema "Zucht und Genetik".


Sonntag, Juni 30, 2019

Der English Bulldog

und die drei Hundehaltertypen


Dr. Silke Wechsung vom Psychologischen Institit der Universität Bonn erstellte 2008 ein Psychogramm der Hundehalter, welches in der Hundeszene oft zitiert wird. Die gesamte Studie gibt es auch als Buch.

Silke Wechsung definiert drei Gruppen von Hundehalter. Dazu sei gleich gesagt, dass Mischformen dieser drei Typen der Normalfall sind: es geht darum, welcher Typus dominiert. Screeshot einer Zusammenfassung:

Das Elend der Extrembulldogs ist aus dieser Typus-Perspektive heraus dem starken Interesse anzulasten, welches "Prestige orientierte Halter" an ihm zeigen. Der Bulldog "macht was her".

Aber nicht nur er, auch viele andere Rassen leiden unter dem Anspruch dieser Käufer, den Hund als Steigerung ihres Prestiges nutzen zu wollen. Prestige kann dabei ganz unterschiedlich verstanden werde: Kraft und Größe sowie sogar das Gegenteil: zum Beispiel Handtaschenkleinheit nach einem Idol wie Paris Hilton. Seltenheit und hoher Preis spielen für diese Menschen auch eine bedeutende Rolle.

Laut dieser Studie gehören 22 % aller Hundehalter zu diesem Prestige orientierten Menschentypus. Dieser Anteil spiegelt die Schatten unserer Wettbewerbsgesellschaft aber auch ein persönlich schwaches Selbstwertgefühl. Glück läßt sich daraus kaum gewinnen.

Solche Menschen fallen auf Surrogate herein, auf mehr Schein als Sein. Der Extrembulldog strotzt vor Bindegewebsmasse statt vor Muskelkraft, und das wird von diesen nicht als trauriges Blendwerk erkannt. Die meisten Züchter von mehr oder weniger extremen Bulldogs erliegen, zumal wenn sie allein von der Hundezucht leben, dem Bedarfsdruck dieser Hundehaltergruppe. Und damit dürfte auch aus dieser psychologischen Sicht heraus klar sein, dass Zuchtverbote wie in den Niederlanden nichts bringen, denn sie ändern die Menschen nicht. Aufklärung und kultureller Wandel helfen hier nur.

Den Bulldogger, dem der Satz "Once a Bulldog, always a Bulldog" aus dem Herzen kommt, sehe ich als dem Typus des "Hundefixierten" zugehörig, welcher einen Anteil von 35% der Hundehalter ausmacht. Meist tragen diese Bulldogger allerdings auch noch innere Anteile von der 43 % ausmachenden Gruppe des Typus "Naturverbunden und sozial orientiert" in sich.

Der Bulldog passt sich aufgrund seiner vergleichweisen hohen Kognitiven Intelligenz und entsprechend niedriger Instinktsteuerung seinen Menschen in ertaunlich hohem Maße an. Er liebt den Menschen in der Regel mehr als seine Artgenossen. Und wir wissen, Liebe erzeugt Gegenliebe :-)

Würde man diese Typologie entsprechend auf die "Menschenhaltung des Hundes" anwenden, dann wäre der Bulldog zweifellos Typus "Menschenfixiert". (Den Typus "Prestige orientiert" würde ich allerdings umwidmen in "Futter/Nutzen orientiert ;-)


Mittwoch, Juni 26, 2019

Bemerkungen zur Zuchtsituation

des English Bulldog in Deutschland


Nach Kosmo´s Tod im letzten Sommer habe ich, um Clara zu finden, ziemlich intensiv im Internet recherchiert. An einem gewissen Punkt freute ich mich, überhaupt noch Welpenanzeigen dieser alten Rasse zwischen all den Angeboten von "Olde Englsh Bulldogs", "Continental Bulldogs", "Modern Bulldogs" und und und... zu finden.

Und von diesen, zu diesem Zeitpunkt vergleichsweise wenigen Angeboten an English Bulldog Welpen, schied die Mehrheit sogleich wieder aus, weil die Welpen unter- oder übertypisiert waren, oder weil alles nach Welpenvermehrung und/oder Welpenhandel "roch".

Ich mailte einige der zumeist deutschen Züchter, deren Anzeigen solide wirkten an, telefonierte, aber am Ende blieben nach meinem durchaus strengem Maßstab nur noch zwei Züchterinnen übrig, deren Bulldogs lebenslustig gesund und gemäßigt in der Merkmalausprägung erschienen, und deren Züchterinnen glaubwürdig strikt auf jede Linienzucht verzichten, weil sie wissen, was ein Genetischer Flaschenhals ist - kurz gesagt, die wissen, was Züchten beim heutigen Zustand der Rasse English Bulldog überhaupt bedeutet und verlangt. Und nur eine dieser beiden Züchterinnen, Claudia Pagels aus Brandenburg, hatte aktuell einen Wurf. Clara war gefunden.

Seit circa Anfang des Jahrtausends steht in Westeuropa die politische Drohung im Raum, den English Bulldog und andere Kurznasen ganz zu verbieten, wenn die Zuchtverbände das Zuchtziel "Fit For Function" nicht in eigener Regie und in absehbarer Zeit erreichen würden. Unter massivem öffentlichem Druck modifizierte 2009 der britische Bulldog-Zuchtverband den Standard so, dass die schlimmsten Merkmalauswüchse zur Zuchtuntauglichkeit eines Bulldogs führen sollten. Ein erster Schritt!

Viele FCI-Zuchtvereine von Engl. Bulldogs, Franz. Bullys und Mops sowie anderen Kurznasen haben leider seit Jahren meiner Beobachtung nach nur unzureichend etwas gegen die Auswüchse der Übertypisierung, das heißt gegen die Qualzucht unternommen - übrigens nicht nur bei den Kurznasen! Dabei gibt es zumindest in Deutschland innerhalb der Tierschutzgesetze die Zuchtwillkür einschränkende Paragraphen schon lange.

Diese Vereine, ich denke jetzt besonders an den VDH, sind mehr oder weniger eine reine Marketingmaschine für solche Zuchtververeine geworden, deren Züchter ihr Kapital, eben ihre bislang preisgekrönten Zuchthunde, optimal weiter gewinnbringend einsetzen wollen. Das ist zum Teil der Satzung des VDH geschuldet - aber die ließe sich ja ändern, wenn die Mehrheit der VDH-Mitgliedsvereine mitspielen würden... (Nur der Vollständigkeit halber: die Gesundheitbetonung bei den VDH-Zuchtvereinen von Leistungs-Hunderassen ist dagegen vernünfig zu nennen.)

Hinzu kommt, dass innerhalb des VDH und seiner ihn tragenden Zuchtvereine die Forschungsergebnisse der Populationsgenetik unbekannt oder unwichtig zu sein scheinen: Bezeichnend dafür ist, dass Nicht-FCI-Hunde aus Geschäftsprinzip bei ihnen nicht zur Zucht zugelassen sind und "Vereins-Fremdgehen" geahndet wird. Gerade für den English Bulldog ist das auf Grund des relativ kleinen Genpools tragisch.

Soweit ich das beurteilen kann, haben sich die fachlich und verantwortlich denkenden Bulldogzüchter vom VDH verabschiedet und leider meistens den KURZEN Weg zu "Fit For Function" gewählt, zu Kreuzungen mit anderen Rassen…. Continentals, Oldie´s & Co sind das Ergebnis. Diese sind aber längst nicht so gesund wie erhofft. Viele Klagen darüber sind von ehemaligen Bulldoggern bei mir gelandet. Aber das Gebiet "Gesundheit von Mischlingen" werde ich später einmal behandeln. Zurück zum Thema: Verantwortungsvolle Bulldogzüchter kann man heute in kleinen, regionalen Zuchtvereinen finden. Und die (deutschen) Mopszüchter, die die Nase von behinderten Welpen voll hatten, haben sich in einem meines Wissens erfolgreichen, unabhängigen neuen Verein gefunden. Ich sehe in den Parks bei uns inzwischen z.B. auch etwas häufiger fitte und dabei immer noch typische (auf Nachfrage: nicht vom VDH) Franz. Bullys als die nasenlosen Röchler.

Warnungen vor weiterer ungebremster Qualzucht gab es wie gesagt politischerseits schon lange. Die Politik setzte zunächst auf Einsicht und auf Regulation durch den Markt. In Deutschland fruchtete das meiner Einschätzung nach, wie man aus dem Markterfolg von Olde Engl.Bulldogs, Continental Bulldogs usw. ableiten kann. Der quantitative Niedergang in die Bedeutungslosigkeit der VDH-Engl.Bulldogs bestätigt dies auch. In den USA - außer in der Schicki-Micki-Welt von Hollywood und seinen Fans - ist dieser Trend zu "Gebrauchbulldogs" auch zu beobachten.

Ich selbst hatte immer Glück mit meiner Bulldogwahl, weil ich schon vor Jahrzehnten explizit nach einem Welpen aus einer Paarung von "Gebrauchbulldogs" fragte. Anders mein Vater. Er fragte die Championzüchter nach einem "guten" Bulldog und hatte zweimal, Dewrie und Billy (Pickwick), solch atmungs- und damit bewegungsbehinderte Bulldogs, dass es zum Weinen war. Mein Vater kam damit klar, weil er selbst von Geburt an gehbehindert war, aber sein Leben trotzdem sehr liebte. Ich glaube so dachte er auch von seinen Hunden. Ich danke dem Himmel, bei der Suche nach Clara auf Claudia gestoßen zu sein, die den LÄNGEREN Weg geht, den Bulldog als Rasse retten zu helfen: sie kreuzt nicht außerhalb der Rasse aus, sondern konsequent innerhalb.

Das niederländische Zuchtverbot betrifft soweit ich weiß konkret Hunde, deren Nasenlänge kürzer als 1/3 der Schädellänge beträgt. Die Nasenlänge ist aber nicht Alleinursache der Atmungsprobleme, es gibt ja tatächlich wenige sehr kurznasige Bulldogs, die gut atmen. Die Sache ist viel komplizierter. Darauf gehe ich in einem nächsten Beitrag ein.

Die heutige Zuchtsituation der Kurznasen in den Niederlanden kenne ich nicht weiter. Ich vermute mal, dass die Selbstregulation des Marktes dort weniger gegriffen hat als hier. Ich weiß allerdings, dass es dort sehr viele "Brotzüchter" gibt, das heißt Züchter, die ausschließlich von ihren Bulldogs leben… und sich allein schon deshalb Unkosten wie Deckgebühren für fremde Rüden usw. ersparen...

Die entscheidende Frage bei Verboten generell ist ihre Sanktionierbarkeit. Und da sehe ich bei Zuchtverboten große Schwierigkeiten: will man in den Niederlanden die Hunde mit äußerst kurzen Nasen töten oder zwangskastrieren?? Die Züchter finanziell belangen?? Wie viele Kontrolleure kann der Staat sich finanziell überhaupt leisten - oder sind Denunzianten willkommen?? Sollen Tierärzte zur Meldepflicht gezwungen werden?? Und so weiter… Dieses Verbot wird meiner Einschätzung nach einen neuen Schwarzmarkt erzeugen und damit alles noch schlimmer für diese Tiere machen….

Ich kenne durch das Netzwerk dieses Blogs reichlich Bulldogfreunde, die nach schlimmen Erfahrungen mit einem sehr behinderten und kranken Bulldog (so wie Evelyn, siehe Beitrag unten) sich nach dem Tod ihres geliebten und mit Hingabe gepflegten Bulldogs für eine andere bulldogartige Rasse entschieden.

Aber ich selbst liebe diese so klugen, selbstbestimmten, oft lustigen und so umwerfend liebevollen Hunde zu sehr, um von ihnen lassen zu können. Ihr kraftvoller Körper, ihre größere Lust klug zu balgen und zu tricksen als dauerzulaufen, ihre spezifischen körperlichen Dispositionen, sofern sie im rechten Maß zu allgemeiner Vitalität stehen, korrespondieren mit ihrem Wesen. Und dies korrespondiert wiederum mit meinem und Stu´s Wesen. Es gibt viele Bulldogfans, die so fühlen wie wir. Ich bin sicher, dass der English Bulldog - allerdings in Bezug auf seine viel zu "aufgeblasenen" Merkmale "gesund geschrumpft" weiter viele Menschen glücklich machen wird.


Donnerstag, Februar 9, 2017

Kurznachrichten aus der Genetik


Erbkrankheiten sind weit verbreitet
Quelle: ScienceDaily (Aug. 22, 2016)

"Wir haben festgestellt, dass überraschenderweise viele Hundeerbkrankungen weiter verbreitet sind, als die ursprünglichen Krankheitsstudien annahmen..." erklärt Senior-Autor Dr. Hannes Lohi von der Universität Helsinki, Forschungsgruppe Hundegenetik. "Das technologische Potential, einen Hund auf multiple Erbkrankheiten auf einmal zu testen, existiert seit mehreren Jahren. Die Herausforderung besteht darin, dieses Potenzial für die praktische Anwendung in der Diagnostik, der nachhaltigen Zuchtwahl, der personalisierten Tierpflege und der Hundegenetikforschung zu nutzen", so der leitende Autor Dr. Jonas Donner von Genoscoper Laboratories. Genoscoper Ltd. ist ein finnisches Unternehmen, spezialisiert auf Tiergenetik und Gentests.

Es wurden fast 7000 Hunden, die etwa 230 verschiedene Rassen repräsentierten, auf die Veranlagung zu fast 100 genetischen Störungen getestet. Das Forschungsteam stellte fest, dass 1 von 6 Hunden mindestens eine prädisponierende genetische Variante der getesteten Krankheiten in ihrem Genom trug. Darüber hinaus wurde 1 von 6 der getesteten genetischen Varianten auch bei einer Hunderasse entdeckt, in der es in der wissenschaftlichen Literatur bisher keine Berichte darüber gab. Durch die klinische Nachverfolgung von genetisch gefährdeten Hunden konnte das Forscherteam bestätigen, dass mehrere dieser Erbkrankheiten die gleichen Krankheitszeichen auch in diesen Rassen verursachen.

Genetisches Panel-Screening liefert Ergebnisse: Die Studie kommt zu dem Schluss, dass ein umfassendes Screening über Hundeerbkrankheiten ein effizientes und leistungsstarkes Diagnose-und Forschungs-Werkzeug ist, das eine Reihe von Anwendungsmöglichkeiten in der Tiermedizin, Krankheitsforschung und in der Hundezucht hat. Die Autoren betonen, dass die Verfügbarkeit von komplexen DNA-basierten Informationen wichtige Fortschritte für die Verbesserung der Gesundheit von reinrassigen Hunden ist, aber es sollte in Kombination mit anderen etablierten Ansätzen genutzt werden, die nachhaltig die Gesundheit in der Zucht der Rasse fördern.

Kooperation ist der Schlüssel zu gesünderen Hunden: Unsere Studie zeigt die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Mitwirkenden - Wissenschaftler, Industrie und Hundezüchter -, um neue Ressourcen zu eröffnen, die nicht nur ein besseres Verständnis der genetischen Gesundheit von Hunden, sondern auch brauchbare Lösungen zur Verbesserung der Gesundheit ermöglichen. "Die veröffentlichte Studie liefert auch ein hervorragendes Beispiel für den Mehrwert der Forschungskooperationen zwischen Hochschule und Industrie in einer Form, die zu einer kraftvollen Innovation führt, die die alltägliche Praxis in der Tiermedizin ändert und das Wohlergehen unserer Hunde verbessert", so Lohi.


Hunde wurden zweimal domestiziert
Quelle: ScienceDaily (Jun. 16, 2016)

Die Frage "Woher kommen Haushunde?" hat die Gelehrten schon lange geärgert. Einige argumentieren, dass die Menschen zuerst Wölfe in Europa domestizierten, während andere behaupten, dies geschah in Zentralasien oder China. In einem neuen Papier, veröffentlicht in Science, legt nahe, dass alle diese Aussagen richtig sein können. Mit Unterstützung des Europäischen Forschungsrates und des Forschungsrates für die Umweltforschung hat ein großes internationales Wissenschaftlerteam die genetischen Daten mit den vorhandenen archäologischen Fakten verglichen und zeigt, dass der beste Freund des Menschen unabhängig von zwei getrennten (möglicherweise ausgestorbenen) Wolfspopulationen entstanden sein könnten - auf gegenüberliegenden Seiten des eurasischen Kontinents. Dies bedeutet, dass Hunde nicht einmal, wie allgemein geglaubt, sondern zweimal domestiziert worden sind.

Ein großes internationales Forschungsprojekt zur Hundedomestizierung unter der Leitung der University of Oxford hat die Evolution der Hunde rekonstruiert, indem sie zunächst das Genom (im Trinity College Dublin) eines 4.800 Jahre alten mittelgroßen Hundes aus Knochen, die aus dem neolithischen Ganggrab von Newgrange, Irland, ausgegraben wurde, sequenzierten. Das Team fand auch mitochondriale DNA aus 59 Hunden, die vor 14.000 bis 3.000 Jahren lebten. Sie verglichen diese dann mit den genetischen Signaturen von mehr als 2.500 modernen Hunden.

Die Ergebnisse ihrer Analysen zeigen eine genetische Trennung von modernen Hundenpopulationen, die derzeit in Ostasien und Europa leben. Seltsamer Weise scheint diese Populationsspaltung erst nach den frühesten archäologischen Beweisen für Hunde in Europa stattgefunden zu haben. Der neue genetische Beweis zeigt auch einen Populationswechsel in Europa, durch den anscheinend die früheste einheimische Hundepopulation dort weitgehend ersetzt wurde, was den Beweis dafür unterstützt, dass es eine spätere Ansiedlung von Hunden von anderswo her gab. Schließlich zeigt eine Überprüfung der archäologischen Aufzeichnungen, dass frühe Hunde sowohl im Osten als auch im Westen vor mehr als 12.000 Jahren, aber in Zentralasien vor nicht mehr als 8.000 Jahren auftraten.

Kombiniert deuten diese neuen Erkenntnisse darauf hin, dass Hunde in geographisch getrennten Wolf-Populationen auf gegenüberliegenden Seiten des eurasischen Kontinents domestiziert wurden. Irgendwann nach ihrer Domestikation verteilten sich die östlichen Hunde mit wandernden Menschen in Europa, wo sie sich mit den europäischen Hunden vermischten und meist ersetzten. Die meisten Hunde heute sind eine Mischung aus östlichen und westlichen Hunden - ein Grund, warum frühere genetische Studien schwierig zu interpretieren waren. Das internationale Projekt, in dem antike und moderne genetische Daten mit detaillierter morphologischer und archäologischer Forschung kombiniert wurden, analysiert derzeit Tausende von alten Hunden- und Wolfsknochen, um diese neue Perspektive zu erhärten und den Zeitpunkt und Ort der Entstehung unseres ältesten Haustiers zu bestimmen.


Sonntag, Januar 15, 2017

Sinkende Fruchtbarkeit bei Zuchtrüden

Quelle: ScienceDaily (Aug. 9, 2016)


Eine Studie unter der Leitung von Forschern an der University of Nottingham zeigt, dass die Fruchtbarkeit von Rüden in den letzten drei Jahrzehnten einen starken Rückgang erlitten hat. Die Spermienqualität in einer Population von Zuchthunden war über einen Zeitraum von 26 Jahren deutlich gesunken. Die Arbeit stellte eine potenzielle Verbindung zu Umwelt-Kontaminanten her. Chemikalien fanden sich in den Spermien, Hoden und in einigen handelsüblichen Tiernahrungen. In der gefundenen Konzentration hatten sie eine nachteilige Wirkung auf die Spermienfunktion.

Als "besten Freund des Menschen" und engsten Tierbegleiter glauben die Forscher, dass die neuesten Ergebnisse Aufschluß geben können über den signifikanten Rückgang der menschlichen Samen-Qualität. Die Arbeit konzentrierte sich auf fünf Rassen - Labrador Retriever, Golden Retriever, Curly Coat Retriever, Border Collie und Deutscher Schäferhund - mit 42 bis 97 untersuchten Hunden pro Jahr. Über die 26 Jahre der Studie fanden die Forscher eine markante Abnahme im Prozentsatz der normalen beweglichen Spermien. Zwischen 1988 und 1998 sank die Spermienmotilität um 2,5 Prozent pro Jahr, und nach kurzer Zeit, als die Hunde mit beeinträchtigter Fruchtbarkeit aus der Studie ausgesondert wurden, sank die Spermienmotilität von 2002 bis 2014 mit einer Rate von 1,2% pro Jahr weiter.

Darüber hinaus entdeckte das Team, dass die männlichen Jungtiere, die von den Zuchthunden mit sinkender Samenqualität erzeugt wurden, eine erhöhte Inzidenz von Kryptorchismus hatten, d. h. die Hoden von Jungtieren stiegen nicht korrekt in den Hodensack hinab. Die gleichen Chemikalien, die die Spermienqualität beeinträchtigten, wurden auch in einer Reihe von handelsüblichem Welpen-Hundefutter entdeckt.


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Cornelia Savory-Deermann Cornelia Savory-Deermann

Cornelia
Savory-Deermann
, geboren 1945 in Wuppertal, hat seit inzwischen 37 Jahren Englische Bulldoggen und ist Gründungs- und Ehrenmitglied des "Verein der Freunde Englischer Bulldogs e.V.".

Jetzt sollen die Bulldogs zusätzlich hier ihr eigenes deutsches Weblog bekommen. Jeder Leser kann Blog-Beiträge an Cornelia schicken, Eure Bulldog-Anekdoten, -Fotos und -Tipps für's Blog sind willkommen. Der jeweilige Autor behielt sein Copyright an Bildern und Text, gab aber Cornelia ein einmaliges, unwiderrufbares Nutzungsrecht für eine Veröffentlichung in diesem Blog.


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Cornelia Savory-Deermann


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