Cornelias 'Bulldog Blog' ...
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English Bulldog Netzwerk für Kenner und Freunde
Archiv-Organisation vom 15. Juli 2009:

Archiv Mai 2005 - August 2008 :

Die Beiträge zu diesem Thema - von September 2008 bis heute - erreichen Sie über das Thematische Inhaltsverzeichnis in den jeweiligen Monatsarchiven.


Medizinische Fragen und


Krankheiten


Freitag, August 29, 2008

Scheiße ...


An einem dieser heißen Tage Anfang August erkundeten wir mit Frieda und Kosmo einen ganz neuen Waldweg. Schon nach vielleicht 50 Metern sprang Kosmo den kleinen Seitenhang am Wegesrand hoch; dort war die einzige brombeerfreien Stelle, und er vergnügte sich eine Weile dort. Ich dachte noch, hoffentlich liegt da kein Aas...

Auf dem Rückweg rannte Kosmo kurz vor dieser interessanten Stelle los und wieder genau dorthin. Jetzt schwante uns Böses. Stu rannte hinterher und verscheuchte ihn von zweien - in verräterischer Art und Weise geknüllten - Stücken der BILD. "Die wurde ihrer wahren Bestimmung zugeführt", grinste Stu.... Kosmo leckte sich die Lippen...

Zwei Tage später setzte das Elend ein: Kosmo hatte schlimmsten Durchfall und erbrach sich die halbe Nacht. Am frühen Morgen erbrach er auch frisches Blut. Wir riefen voller Not um 6.30 Uhr Peter Söhl an und fuhren dann zu ihm nach Hause, weil das näher für uns ist als seine Praxis. Kosmo war inzwischen apathisch und bewegte sich kaum. Er hatte auch starke Bauchschmerzen, wie sein Katzenbuckel zeigte...

Diagnose nach Blutuntersuchung und Röntgen: Entzündung der Magen- und Darmschleimhaut, hervorgerufen durch das Fressen von etwas, das er nicht vertrug...

Da Kosmo auch kein Wasser bei sich behielt, mußte er den Tag über bei Peter in der Klinik bleiben und Infusionen bekommen, damit er nicht austrocknete. Diverse Spritzen bekam er auch : Antibiotika, Schmerzmittel, Antiübelkeitsmittel und ein Kontrastmittel - für Röntgenaufnahmen des ganzen Magen-Darmbereiches am nächsten Morgen - wurde ihm "eingetrichtert". Am nächsten Morgen bekam er eine weitere Infusion, da er nichts essen und nichts trinken durfte, solange die Magen- und Darmschleimhäute so hoch entzündet waren.

Am zweiten Tag durfte er wieder trinken, und am dritten Tag Diätfutter fressen. Seine inneren Schleimhäute heilten gut.
Stu: "das hätte Kosmo nie gedacht, dass ihm zwei Tage NICHTfressen helfen können ;-)"

Und die Moral von der Geschicht: "Befass dich mit menschlicher Scheiße nicht!"


Samstag, Juni 28, 2008

Tierärzte und "Auf ins EM-Finale!"


Rafaela Schuda mailte Emmanuel Müller aus Luxemburg, (der ihre Elsa kaufte), über die Riesenprobleme mit ihrem letzten Wurf, aus dem nur Honky Tonk Hero überlebte.

Eine Tierklinik schickte Rafaela und ihre winzigen, sehr schwachen Welpen - ohne weitere Untersuchungen - mit der Bermerkung wieder nach Hause : "Die Welpen sind ok, warmhalten und dazufüttern."

Dabei hatten die Welpen einen schweren Infekt, an dem sie bis auf den Helden Hero auch leider leider nach und nach verstarben. Wir alle waren tief traurig.... Rafaela hatte vergeblich bis zur völligen Erschöpfung um ihre Welpen gekämpft; sie umsorgte sie Tag und Nacht, verließ sie nahezu nie! Für mich ist auch sie ein Held! Nun bekommt Honky Tonk Hero ihre ganze Liebe alleine ab. Mein Einduck ist, der Kleine wird jetzt durch und durch verwöhnt ;-)


Emmanuel antwortete auf Rafaelas Bericht:

"Hallo!
Was mir an dieser (Rafaelas) Schilderung auffällt ist wieder einmal die Art und Weise, wie man als Tierliebhaber nicht ernst genommen wird. "Alles ok", von wegen. Als könnten sich selbst manche Tierärzte (von denen man ja glauben sollte Tiere wären gerade ihnen wichtig!) nicht vorstellen, dass man es wirklich sehr ernst meint, wenn man sagt man würde gerne etwas für ein Tier tun.

Oft höre ich, dass Leute nicht einmal über Behandlungs-Möglichkeiten informiert werden, weil der Tierarzt der Auffassung ist, diese wären zu teuer oder zu lang oder nicht gleich von Erfolg gekrönt. Da wird der Tierbesitzer einfach übergangen. Später erfährt man dann, was noch drin ist (wenn man Glück hat) oder gewesen wäre (so ging es uns ja mit Bulldog Willy damals).

Meine Schwester erlebt das immer wieder, wenn sie erneut nicht an einem am Straßenrand hungernden oder kranken Hund vorbei gekommen ist. (Sie lebt in Südamerika, da passiert das leider oft). Ein Tierarzt hat sogar schon mal verärgert reagiert als meine Schwester einem Hund helfen wollte, der von einem Parasit befallen war, und sie bereit war die Kosten zu übernehmen!! Dabei sind die Heilungschancen in dem Fall fast 100% gewesen. Unverständlich.

Trotzdem, man sollte sich auf die positiven Dinge konzentrieren und das ist in dem Fall ja der kleine Honky Tonk Hero :-D und seine liebe Familie. Ich drücke ihm auf jeden Fall ganz fest die Daumen.

Ja, dann schick ich dir hier noch frische Fotos von Elsa. Hab sie vorhin gemacht und ihr erzählt, wir würden uns damit bei einen Schönheitswettbewerb bewerben. Da ist sie natürlich auch schön artig stehen geblieben ;-) Normalerweise gibt's keine so schöne Posen...


Auf ins Finale!

Übrigens, seit Deutschland bei der EM Portugal geschlagen hat, identifiziert sich Elsa zunehmend mit Bastian Schweinsteiger: sie rennt ja nicht nur ständig so rum wie er, sie holt sich auch rote Karten beim ständigen Anbellen unserer portugiesischen Nachbarn, und am Tag darauf wird sie dann trotzdem als Lieblingshund in der Nachbarschaft gefeiert ;-)

Der geheime Schnappschuss oben beweist auch endgültig, dass Elsa Schweinis wahre Freundin ist! Tschüüüss, Emmanuel"

Für Sonntag alle Däumchen halten!


Montag, Juni 16, 2008

Zwischenzehengeschwüre


Zwischenzehengeschwüre sind eine sehr üble und schmerzhafte Belastung, der kaum Herr zu werden ist. Sie kehren fast immer wieder zurück. Es gibt verschiedene Ursachen für diese Geschwüre, als häufigste wird allerdings eine ererbte Abwehrschwäche gegen bestimmte Bakterien angenommen.

Ende 2007 bekam ich eine Mail, die ich nun zum Anlaß nehme, mich diesem Übel erneut in einem Beitrag zuzuwenden.

"Sehr geehrte Frau Savory-Deermann,

wir haben einen 2 Jahre alten englischen Bulldogrüden namens Bruno. Seit einigen Monaten macht er uns Sorgen. Am linken Fuss zwischen den beiden mittleren Zehen hatte er immer wieder einen Abzess.

Wir sind mit ihm in die Tierklinik zum Arzt unseres Vertrauens. Antibiotika, Salben, Cortison brachten immer nur kurzzeitig Besserung. Vor ca. 5 Wochen wurde der Abzess dann operativ entfernt und eingeschickt. Es waren Kolibakterien. Er bekam noch ein Langzeitantibiotikum, 14 Tage Verband und Halskrause, da der Schnitt locker vernäht worden war. Enzyme wurden in den Schnitt gesteckt und alles war ok. Die Schwellung der Narbe ist schön zurück gegangen.

Heute Morgen nun der Schreck. An der gleichen Stelle eine dicke Schwellung bläulich rot. Beim Gassi gehen ist sie dann leicht aufgeplatzt und helles Blut kam heraus. Wir sind in die Klinik. Auf Druck platze diese Blutblase auf. Es steckt nichts in der Wunde und es kam auch kein Eiter heraus. Enzyme in die Wunde, Betaisadonaverband, Antibiotikumspritze und für die nächsten 8 Tage täglich eine Antibiotikumtablette. Verbandwechsel ist für Mittwoch vorgesehen.

Da ich im Internet beim Surfen nach Bulldogseiten auf Ihre Homepage gestossen bin und es den Anschein erweckt, dass Sie viel Erfahrung mit dieser Rasse haben, wende ich mich ratsuchend an Sie und hoffe auf einen Tipp, so dass es unserem Bruno und somit auch uns bald wieder gut geht. Zu unserem Haushalt gehören noch unser Mops Carlos und die beiden Hauskatzen Tinka und Garfield.
Herzliche Grüße aus Bayern sendet Ihnen Barbara Kreitmeir"

Meine Antwort

Hallo Barbara,
diese Zwischenzehen-Geschwüre sind übel. Unsere Alma (1981-1994) litt auch daran.

Zunächst würde ich noch mal einen Abstrich machen lassen und auf alle vorhandenen Bakterien und deren Resistenzen untersuchen lassen. Diese Bakterienbesiedlungen sind nie stabil, besonders die Resistenzen können sich bei Antibiotikagaben schnell ändern. Dann entsprechend den Ergebnissen gezielt, eventuell auch eine Antibiotika-Kombination, geben.

Ursache solcher Geschwüre können tiefsitzende Demodex-Milben sein. Auch darauf untersuchen lassen, das heißt aus der Tiefe der Pfotenhaut eine Probe entnehmen.

Oft sind diese Zwischenzehengeschwüre allerdings eine genetisch bedingte Abwehrschwäche, speziell gegen Staphylokokken. Dann hilft eine Kur mit den homöopatischen Mitteln "Cutis Compositum" und "Staphylokokkus forte". Beide Mittel kann man in der Apotheke bestellen; Hersteller : HEEL. Sie werden subcutan gespritzt oder auch ins Maul geträufelt. Anfangs 3 Tage hintereinander jeweils eine Ampulle beider Mittel geben. Dann 1 Tag aussetzten, dann 2 Tage aussetzen usw. "Ausschleichen" wird das genannt. 10 Ampullen pro Mittel müßten erstmal für eine Kur reichen. Diese Kur muß aller Erfahrung nach jährlich wiederholt werden.

Operationen bringen nur in seltenen Fällen Heilung. Die Entzündung kommt meist in der nächsten Talgdrüse wieder. Damit sind wir bei der Fußpflege. Oft sind verstopfte Talgdrüsen, in Kombination mit einer Abwehrschwäche, der Auslöser dieser Entzündungen. Sehen Sie sich die Füße von UNTEN an. Scharze Punkte, das sind verstopfte Talgdrüsen - wie bei Akne. Dann die Füße in heißem Seifenwasser baden, das weicht die Haut sehr ein. Die Talgdrüsen lassen sich dann leicht - von der Fußunterseite aus - ausdrücken.
Also gute Besserung :-), Cornelia Savory

Wichiger Link-Tipp von Sabine Kilgus:
HIER !!! finden Sie umfassende Infos zu den verschiedenen Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten dieser Zwischenzehengeschwüre.


Brunos Pfotenzustand heute, nach einem halbem Jahr

"Hallo Cornelia, die Pfoten sind viel besser geworden.
Es gibt noch eine Stelle, die ab und zu aufgeht. Das schaut dann wie ein Pickel aus, der leicht aufplatzt, es kommt minimal Sekret raus, und ich gebe zusätzlich etwas Zinkpaste darauf und am nächsten Tag ist es wieder zu. Bruno bekommt Homöopathische Medikamente, die ihm helfen:
Calcium carbonicum D 200 und Thuja D 30 (beides Globulis), Dosierung: 2x 10 Kugel pro Tag.

Die Idee von Ihnen mit der Spritzkur habe ich auch noch im Hinterkopf. Ich wollte jetzt erst schauen, wie das mit den Globollis funktioniert und falls der Erfolg ausgeblieben wäre, hätte ich gleich zur Spritzkur gegriffen.

Interessant wird es im Winter werden, wenn Salz und Nässe dazu kommen. Was ich im Winterausklang gemacht habe: von Schlecker die hauseigenen Abschminktücher mit Lotion zum Abwischen der Füsse genommen und über Nacht die Pfoten auch zwischen den Ballen ganz dick mit Vaseline eingecremt. Also Toi Toi Toi seit ca. 3 - 4 Monaten ist alles im grünen Bereich. Und seit den Globolis hat auch das viele Schlecken an den Zehen nachgelassen.
Viele Grüße, Barbara"

Wichtiger Hinweis zu "Calcium carbonicum" und "Thuja"

Nach Rückfrage bei meiner auf Homöopathie spezialisierten Heilpraktikerin Stefanie Erhardt-Eich folgende Infos:

Calcium carbonicum wirkt besonders auf Knochen und Haut und regt das Immunsystem an. Es ist auch indiziert bei "erblicher Veranlagung zu entzündlichen Reaktionen der Haut und der Schleimhäute." (L.P. Huijsen)
Thuja ist ebenfalls hautwirksam und kann ggf. genetische (Fehl-)Programmierungen aufbrechen.

Stefanie sagt: "Die oben genannte Dosierung ist sehr hoch und sollte unter keinen Umständen ohne Rücksprache mit einem im Homöopathie ausgebildeten Tierarzt in dieser Höhe gegeben werden, da die Wirkung bei dieser hohen Dosierung 'kippen' kann."


Donnerstag, Juni 12, 2008

Tierärzte, "solche:-((" und "solche :-))"


Ich höre immer wieder Horrorgeschichten, was Tierärzte alles verbockt haben - sei es durch Inkompetenz oder durch Fahrlässigkeit. Ich empfehle solch geschädigten Bulldoggern mit ihren Bulldoggen zur "Reparatur" und/oder zur Behandlung zum Medizinischer Beirat unseres "VdFEB (1980-2009)", zu Peter Söhl zu gehen.

Nur 3 Beispiele, was "solchen:-((" Tierärzten gelang :
Es gab schwere Verbrennungen, die während der Aufwachpase nach einer OP auf einer Wärmedecke geschahen. Es gab falsche Gelenkoperationen, die die Beschwerden statt zu vermindern nur stabilisierten. Es gab Augenoperationen, die extrem teuer und völlig sinnlos waren....

"Solche:-((" Tierärzte sagen auch oft zum Besitzer eines schwer atembehinderten Bulldogs "Das ist bei Bulldogs eben so, das macht nichts...." und sie machen nichts und überweisen auch nicht an einen Spezialisten...

Die gegenteilige Reaktion gibt es aber auch bei "solchen:-((" Tierärzten - sie verharmlosen nicht aus Ahnungslosigkeit, sondern sie erfinden schlimme Diagnosen aus Inkompetenz. Hier ein Beispiel dafür:

Emma von Familie Drubba (aus Sachsen-Anhalt) humpelte an einer Seite vorne. Ein Tierarzt in der Nähe "diagnostizierte", nachdem er die Schulter geröntgt hatte, "schwere Arthrose". Sein einziger und ihn ebenso kennzeichnender wie deklassifizierender Kommentar dazu: "Das haben alle Bulldoggen...!" (Ach ja, bei einer Diagnose "Schwere Arthrose" kann man bestens ein Hundeleben lang teure Medikamente verkaufen....) Das Röntgenbild weigerte er sich übrigens Familie Drubba auszuhändigen...

Familie Drubba wollte bei ihrer noch so jungen Emma nicht an "Schwere Arthrose" glauben und fuhr mit ihr die 3-Stunden-Strecke zu Peter Söhl, der "solch ein:-))" Tierarzt ist. Sie baten ihn Emma von Kopf bis Fuß gründlich zu untersuchen. Das Ergebnis:

Emma ist HD-frei, ED-frei, Arthrosefrei, Kniescheibe ok, Gaumensegel ok, Nasengänge ok, Herz ok, großes Blutbild ok! Emma ist kerngesund!

Das Humpeln vorne lag an einer Entzündung eines Nerves vom Hals zur Schulter, die Verdickung dort war spürbar. Emmas Angewohnheit, beim Spazierengehen an der Leine ständig stark an dieser zu ziehen, das war die Ursache dieser Nerv-Reizung....

Inzwischen ist alles abgeheilt und Emma hat vor kurzem die Begleithundeprüfung bestanden! Das Ziehen läßt sie nun. (Über Emmas Lernerfahrungen und ihre stolzen Prüfungsergebnisse wird ihr Frauchen Loritta Drubba in einem späteren Beitrag berichten :-)

Ich weiß nicht, was in "solchen:-((" Tierärzten vor sich geht. Wollen sie nichts tun??? Sind ihnen die Tiere egal? Oder sind sie einfach nur faul?... ??? Wollen sie nur Geld kassieren? (Kunstfehlerprozesse wie in der Humanmedizin riskieren sie ja wohl kaum!)

Ich liebe die Bulldogs sehr und Tierärzte sowie Züchter, die sie herzlos als "Goldesel" begreifen, machen mich zornig!


Dienstag, Januar 8, 2008

Tierärzte: manchmal ist es Geldschneiderei


Es geht heute um Tierärzte und um deren häufige Empfehlung, ein CT zur Diagnostik von Gelenkproblemen machen zu lassen.
Ich fange mit einer sehr positiven, persönlichen Erfahrung an:

Unsere Wilma war 8, als sie zu humpeln begann. Sie war HD-frei, wie eine Röntgenaufnahme, die wir bei ihr als Zweijähriger machen ließen, zeigte. Wegen ihrer Humpelei ließen wir sie nun erneut röntgen : im Laufe ihres Lebens hatte sie Arthose entwickelt und eine HD-artige Veränderung einer Hüfte. Zudem waren Kalkablagerungen im Wirbelsäulenbereich erkennbar. Ich fragte unseren Tierarzt und Freund (schon seit 1989) Peter Söhl, ob wir ein CT machen sollen, um einen eventuellen Bandscheibenvorfall erkennen zu können. Seine Antwort:

"Ein CT würde Wilma wegen der dazu nötigen Narkose nur belasten. Lassen wir es. Es ist auch aus therapeuthischer Sicht gar nicht nötig, denn die Behandlung würde sich dadurch nicht ändern. Menschen werden bei Bandscheibenproblemen kaum noch operiert, sie werden konservativ behandelt... und bei Wilma machen wir es genau so.... CT´s und Wirbelsäulen-OP´s in diesen Fällen bringen vor allem dem Tierarzt Geld.. grins.."

Wilma wurde an der geschädigten Hüfte "denerviert", das heißt der entsprechende Schmerzleitungsnerv wurde durchtrennt. Weiter wurde sie wegen der Wirbelsäulenprobleme medikamentös behandelt: sie bekam Rimadyl - mit Unterbrechungen - bis an ihr Lebensende. (Wilma starb mit knapp 11 Jahren an einem Gefäßriss in der Milz.) Nach dieser Denervierungs-OP erlebte sie noch 2 sehr schöne, behinderungsfreie Jahre als alte Hündin :-)

Ich fragte Peter Söhl, was Rimadyl von Metacam, einem ebenfalls hochwirksamen Mittel bei Rheuma, Arthritis usw., unterscheide. Seine Erklärung ist für alle interessant:
"Rimadyl wird über die Leber abgebaut, Metacam über die Nieren. Da ältere Hunde häufig eine Nierenschwäche haben, gibt man ihnen zur Nierenschonung lieber Rimadyl als Metacam."

In Mails und in Foren erfahre ich in letzter Zeit ziemlich oft, daß Tierärzte sehr schnell zu einem CT raten. Ich denke die Gründe sind augenfällig! Ich rate in Antwortmails den Bulldoggern immer zuerst einmal dem Humpeln mit "Vermiculite D6" zu begegnen. Und oft mit großem Erfolg! Hierzu können Sie z.B. im Beitrag vom 26. Juli 07 Näheres nachlesen.

Sollte der Gelenkschaden so groß sein, daß Vermiculite D6 nicht hilft, so gehen Sie zu einem TA, der es gut mit IHNEN meint, und der nicht primär an sein Einkommen oder an die Refinanzierung seiner CT-Investition denkt...

PS: Auch das Problem der Überimpfung passt genau in diesen Zusammenhang!


Sonntag, Januar 6, 2008

Betrag entnommen : "Veterinary Focus"

Die Genetik des Hundes, Klinische Aspekte


Unser Freund und Tierarzt Peter Söhl, der ja auch der Medizinische Beirat des "VdFEB (1980-2009)" ist, gab mir neulich diese abgebildete Zeitschrift, da sich in dieser Ausgabe ausführlich mit den Problemen der Kurzköpfigkeit beschäftigt wird, (und da ein Bulldog das Titelbild ziert :-))

Zur Übersicht der Themenspannbreite "Genetik", die in diesem Heft behandelt wird, zuerst das Inhaltsverzeichnis.

Die Artikel sind auch für allgemein an der Genetik interessierte Nicht-Mediziner - zumindest in ihren Kernaussagen - bestimmt informativ. Die Sprache der Artikel ist kein extremes Fach-Latein, sondern im Großen und Ganzen ist sie zumindest mir verständlich. Und ggf. kann ja unter Wikipedia nachgesehen werden.

Der im Artikel aufgezeigte statistisch hochsignifikante Zusammenhang zwischen schweren Atemstörungen einerseits und Magen-, Speiseröhren- und Zwölffingerdarm-Erkrankungen anderseits war mir neu. Ich hörte auch noch nie einen Züchter etwas darüber berichten.

Aus meiner Beobachtung heraus ist die Halslänge ein Schlüssel dieses Zusammenhanges. Ein kurzer Hals heißt nämlich nicht zugleich eine kurze Speiseröhre, denn Halslänge und Speiseröhrenlänge werden durch ganz andere Gen-Kombinationen bestimmt.

Bei extrem kurzem Hals (den viele Schau-Bulldogs haben) ist die Speiseröhre in "Platznot", sie verlagert sich und bedingt dadurch Druckstress auf den Kehlpopf, Gaumen, Mageneingang und den Magen selbst. Das führt einerseits zu noch mehr Atemnot und andererseits zu Magenschleimhaut-Entzündungen, Brechreiz, Speichelüberfluß usw....

Hier der Artikel :

"Das Brachycephalen-Syndrom: Obere Atemwege und Gastrotintestinaltrakt"
Seite 1 --- Seite 2 --- Seite 3 --- Seite 4 --- Seite 5 --- Seite 6 --- Seite 7


Montag, Dezember 3, 2007

Heute ein Bericht von Gastbloggerin Sabrina Schmidt

Operation gegen den "frühen Herztod"


21. November 07 : Hallo Cornelia, hallo Stu,
hoffe es geht Euch gut. Bei uns geht es jetzt auch wieder besser. Ich habe Dir (Cornelia) ja versprochen über Boss´s OP zu berichten :

Es hätte eigentlich jeden Tag sein können, dass er umfällt.
Am 11.11. 2007 habe ich Boss in die Uni-Klinik Gießen gebracht. Dort wurde erstmal sein Blut untersucht, ob er für die OP stark genug ist. Die ganze Voruntersuchung hat ca. 1 Stunde gedauert. Die Ärztin hat mir ganz genau erklärt, was Boss hat und wie die OP verläuft. Ich habe natürlich gleich nachgefragt, ob bei der OP etwas passieren kann. Die Ärztin war sich eigentlich ziemlich sicher, dass es gut ausgehen wird. Sie sagte zu mir, dass ich mir keine Sorgen machen soll, ich bekomme jeden Tag einen Anruf und werde auf dem Laufenden gehalten. Da war ich ja erstmal beruhigt.

Am 12.11. (um 11.00 Uhr) rief mich dann die Ärztin an, die Boss operierte. Sie klang sehr komisch am Telefon, da habe ich richtig Angst bekommen. Sie sagte zu mir, dass es höchste Eisenbahn war, dass Boss operiert wird. Es hätte eigentlich jeden Tag sein können, dass er umfällt.

Sie hat mir auch nochmal erklärt, was genau Boss hat (aber ich war so aufgeregt, dass ich es natürlich nicht wirklich realisiert habe.) Ich habe nur noch mitbekommen, als Sie meinte, dass es durchaus passieren kann, dass Boss stirbt. Es war wohl eine Chance von nur 5%, dass Boss es schafft.

Es war wohl eine Chance von nur 5%, dass Boss es schafft.
Sein Überleben lag jetzt wohl mehr oder weniger in den Händen der operierenden Ärztin. Wenn die nur eine Sekunde zu langsam wäre, und wenn Boss´s Herz nicht mit genug Sauerstoff versorgt wird, dann war es das. Die Ärztin wollte mich sofort anrufen, wenn die OP vorbei ist. Ich war mit meinen Nerven am Ende. (Und ich hatte noch eine fünfstündige Autofahrt zu Boss nach Gießen vor mir). Ich habe die ganze Zeit darauf gewartet, dass sie mich anruft und mir sagt, was mit Boss ist. Um 17.00 Uhr dann entlich klingelte das Handy, die Uni Klinik war dran. Ich habe die Stimme von Frau Henrich (die Ärztin) gehört und wußte, Boss hat es geschafft. Sie sagte mir, dass sie die OP nicht so ausführen konnten, wie sie es geplant hatten, dass hätte er dann wohl nicht überlebt...

Die nächsten zwölf Stunden waren nun entscheidend, ob er überlebt.
Sie erklärte mir, dass sie bei Boss eine Druckreduktion vorgenommen haben. Mehr konnten Sie leider nicht machen. Das Herz ist wohl schlimmer betroffen als gedacht. Die nächsten zwölf Stunden waren nun entscheidend, ob er überlebt. Er mußte auf der Intensivstation bleiben. Ich konnte die ganze Nacht nicht schlafen, mußte immer dran denken, ob er es schafft oder nicht.

Am nächsten Tag kam dann der Anruf von Frau Henrich. Sie sagte mir, dass es Boss gut geht, er hat alles überstanden. Dann fragte Sie mich noch (mit total gut gelaunter Stimme), wann ich Boss dann wieder abholen möchte. Daruf sagte ich, wenn es geht am Samstag. Da lachte Sie nur und meinte, nein Frau Schmidt, Sie können Boss morgen (Mittwoch) abholen. Ich war total baff, dass Boss schon wieder so fit war.

... dass er es wirklich richtig gut hatte in der Klinik.
Ich bin also Mittwoch früh sofort nach Gießen gefahren, um endlich meinen kleinen Rabauken abzuholen. Ich war so glücklich als ich ihn gesehen habe. Boss war in der Uni schon sehr bekannt geworden (er hat alle um den Finger gewickelt), die Schwestern fanden es alle schade, dass Boss schon wieder nach Hause fährt. Da wußte ich aber, dass er es wirklich richtig gut hatte in der Klinik. Die haben sich alle um ihn gekümmert und mit ihm gespielt. Echt super.

Boss muß jetzt für immer Tabletten nehmen. Ist zwar nicht so schön, aber Hauptsache er lebt. Peter Söhl hat einen Befund von der Uni zugeschickt bekommen, wenn Du magst kannst Du dir den gerne durchlesen. Peter kann Dir dann auch bestimmt alles erklären, ich habe es leider nicht behalten, ich hatte immer nur einen Gedanken im Kopf.

Die OP hat uns ca. 2500 Euro gekostet. Aber die Uni Gießen ist wirklich sehr zu empfehlen, die machen dort richtig gute Arbeit. Wir waren sehr zufrieden.

Im März 2008 muss Boss nochmal zur Untersuchung nach Gießen und dann nach einem Jahr nochmal. Gut, das soll´s erstmal gewesen sein. Grüßt schön, Eure Sabrina


Anmerkung : Über die Vorgeschichte dieser OP berichte ich im nächsten Beitrag. C.S.D.


Donnerstag, Oktober 18, 2007

Prednisolon: Wichtig für die Not-Apotheke


Anfang September, Hochsaison der Pflaumenernte.
Ein Bulldogger rief an rief an und erzählte von seiner und seiner Frau schlimmer Nacht:

Bulldog Hugo fing nachmittags an zu hüsteln, so als hätte er etwas im Hals. Das klang nach einer kleinen Erkältung, aber... Im Laufe des Abends steigerte sich die Not von Hugos bis hin zu Krämpfen am ganzen Leib, die Augen quollen ihm aus dem Kopf, er bekam fast keine Luft mehr. Also sofort zur Notklinik vor Ort. Hugo wurde sogleich Cortison gespritzt und sein Zustand verbesserte sich zusehends. Vermutlich war ihm ein Insekt in den Hals geraten....... Nachmittags von Hugos Unglückstag passierte Chilli fast das Gleiche! Sie hatte sich an all dem "Süßem" unterm Pflaumenbaum vergnügt - und sie lernte dort die Wespen kennen!


Anke Teloudis mailte dem Bulldogger-Paar:

Hallo, ich bin Anke, die Mutter von Ina Tansley und Chilli's "Pflegeoma", d.h. Chilli wohnt mit Ina und Rob in der oberen Etage, wir (mit unseren 3 Golden -Mädels und 3 Katzen) unten, und Chilli ist bei uns, wenn Ina und Rob arbeiten; als fester und geliebter Teil des Rudels.

Gestern stellte ich bei Chilli eine kleine rote Schwellung zwischen Auge und Nase fest, dachte "da haben die Mädels wohl etwas zu wild gespielt"... 2 Minuten später wurde das Auge dick, ich vermutete nun einen Insektenstich und gab ihr eine Kautablette mit 500 mg. Kalzium. Das Gesicht schwoll so schnell weiter an, dass man zusehen konnte !

Anruf beim TA (Landtierarzt mit Passion Kleintiere), der wurde weitergeleitet auf's Handy, er war bei einem Notfall im Kuhstall, wollte aber so schnell wie möglich kommen. Er sagte "Ihr habt doch Prednisolon im Haus (2 unserer Katzen haben ein Autoimmun-Problem und brauchen es ab und an), gib ihr sofort 15mg davon in die Backentasche, wenn es sich nicht bessert gib 10 mg nach, was anderes könnte ich auch nicht geben, würde es aber spritzen."

Hab ich gemacht - und gekühlt wie blöd, Eiswürfel lutschen lassen und damit die Lefzen von innen abgerieben, denn inzwischen war keine Chilli mehr zu erkennen - die Augen fest zugeschwollen, die Lefzen so dick, dass sie nicht mehr durch die Nase atmen konnte und die Zunge schwoll auch an !

Unsere Althündin Ronja beroch sie, legte sich vor sie auf den Boden (Chilli war auf der Couch) und wimmerte nur noch. Es war also wirklich ernst, Ronja hat das erst einmal gemacht: bevor unser Rüde Aron starb.

Chilli war unheimlich ruhig, liess alles mit sich geschehen, nur ihr Herzchen raste (Puls 180) - und dann stand die Schwellung, der Puls normalisierte sich, Ronja stand auf, schnupperte noch mal an Chilli - und ging in die Küche ;) ÜBERSTANDEN !!!

Dann konnte ich fast sehen, wie die Schwellung nachliess - nach 1 Stunde war nur noch die betroffene Lefze dick. Unser TA strahlte, als er sie sah - alles wieder OK !!!

Von der Prednisolon-(Cortison)Gabe bis zum Stillstand der Schwellung waren vielleicht 10-12 Minuten vergangen. Hätte ich es gewusst und ihr sofort gegeben, hätte ich Chilli und mir (und Ronja) die schlimmsten Minuten ersparen können.

Jeder von uns hat jetzt Prednisolon im Geldbeutel - und im Haus ist es auch oben und unten. Die Notfalldosis ist 1bis 2 mg /Kg Körpergewicht. Für den Dauergebrauch von Cortison bin ich nicht, wenn's irgendwie auch anders geht - aber es rettet im Notfall Leben !

Ich hoffe, Higgins hat sich gut erholt und Ihr könnt jetzt auch wieder durchatmen. Wegstecken lässt sich so ein Erlebnis aber nicht so schnell - dazu lieben wir "unsere Kleinen" viel zu sehr. Liebe Grüße, Anke


4 Wochen später : Chilli trifft Käthchen

Wie wir im vorletzten Beitrag erfuhren, lebt Käthchen jetzt bei Rafaela Schuda im Georgshof bei Berlin. Ina und Rob Tansley ließen es sich nicht nehmen, sie dort zu besuchen :-)

Rafaela erzählte mir, dass Spuren dieses schrecklichen Wespenstiches an Chillis Nase immer noch als Rötung zu sehen seien!

Es war wohl ein schöner Nachmittags-Besuch; Chilli fand besonderen Spaß an Rafaelas Wilma ;-) und an eines Nachbarn Schuhen ;-) Und wie wir links sehen, zeigte sie sofort einem Nachbarskind ihren schönen Bauch, um einerseits dem Kind jede Angst zu nehmen - und um andererseits (sehr schlau :-) ihren Bauch gekrabbelt und gestreichelt zu bekommen!


Mittwoch, September 12, 2007

Demodikose : Ausprägungen, Behandlungen

und Konsequenzen für den Welpenkäufer


Der "Notfall Cinderella" (BB-Beitrag 14. Juni von Börney) hat das Thema Demodikose hochgespült, deshalb gehe ich heute einmal etwas genauer darauf ein. Cinderella lebt übrigens seit Ende Juni glücklich bei einer Kölner Familie, und ihr holländischer Züchter hat alle Kosten ihrer Demodikose-Behandlung übernommen.


Was ist eine Demodikose?


Unter Demodikose versteht man den Befall mit Haarbalgmilben, früher einfach Räude genannt. Diese Milben leben in geringer Anzahl in der Haut jeden Hundes. Der Welpe bekommt sie in seinen ersten Lebenstagen von der Brusthaut seiner Mutter mit.
Zum Massenbefall, Demodikose genannt, kommt es immer nur dann, wenn eine Schwächung des Immunsystems - genetisch oder sonstwie bedingt - vorliegt.


Die Demodikose tritt in 3 Erscheinungsformen auf:

  1. Lokale Demodikose

    Darunter versteht man den örtlich begrenzten Befall bei jungen Hunden, der circa zwischen dem 4. und 6. Monat in Form von kleinen kahlen Stellen vorzugsweise im Hals-, Gesicht- und Brustbereich auftritt.

    Mögliche Ursachen :

    • Noch nicht voll entwickeltes Immunsystem bei Junghunden.
    • Temporäre Immunschwäche des Welpen, die weiter keine große Bedeutung hat: Lokale Demodikose als "Kinderkrankheit".
    • Umwelt-Stress im Welpenalter : Welpen aus Massenzuchten haben deshalb sehr häufig diese Krankheit, da sie in aller Regel Stress erleiden mußten (schlechte Haltung, minderwertiges Futter, zu frühe Trennung von Mutter und Geschwistern... usw.) Dieser Stress schwächt das Immunsystem und ermöglicht so den Ausbruch der Demodikose.
    • Zuchtfehler (z.B. Verengungen der Luftwege... usw), da diese Stress für den heranwachsenden Organismus des Hundes bedeutet kann, denn "Extremes" muß vom Körper kompensiert werden (z.B. erhöhte Herzfrequenz wegen Sauerstoffmangels bei zu enger Luftröhre... usw).
    • Vorliegen einer organischen Grunderkrankung, die das Immunsystem schwächt.
    • Vererbung : in einem "autosomal-rezessiven Erbgang wird eine spezifische Abwehrschwäche gegen diese Milben vererbt." (WUFF 9/07). Diese "Lokale Demodikose" generalisiert sich!!!

  2. Generalisierte Demodikose

    So nennt man den Befall mit diesen Milben, wenn diese sich so ausgebreitet haben, daß mehr als 5 Körperstellen davon befallen sind. Früher war dieser generalisierte Befall tödlich, heute gibt es wirksame Mittel dagegen. Trotzdem gibt es aber auch heute noch Fälle, die nie ausheilen. Es gilt die Regel : je jünger der Hund bei Behandlungsbeginn ist, um so aussichtsreicher ist die Behandlung!

    Nicht die Milben selbst sind übrigens die Gefahr für das Leben des Hundes, sondern ihre Ausscheidungen sind toxisch (giftig):

    Von den Milben wird u.A. eine Substanz in deren Serum produziert, welche zu einer generalisierten Unterdrückung der T-Zellen führt, welche Teil des Immunsystems sind (zellvermittelte Immunität). Behandelt man die Milben, normalisieren sich die T-Zellen wieder. (In über 90 % der Fälle schafft das der Körper bei der jugendlichen "Lokalen Demodikose" alleine.)
    Liegt dagegen ein genetisch bedingter Grund-Defekt der T-Zellen vor, wie oft bei der "Generalisierten Demodikose", dann ist die Stituation bedrohlich für den Hund.

    Eitrige oder juckende Hautausschläge an den befallenen Stellen sind bakterielle Sekundär-Infektionen, die mit Antibiotoka behandelt werden müssen.

  3. Mögliche Ursachen :

    • Vererbung : in einem "autosomal-rezessiven Erbgang wird eine spezifische Abwehrschwäche gegen diese Milben vererbt." (WUFF 9/07) Die Lokalisation des erblichen Defekts, der zur Generalisierten Demodikose führt, ist noch nicht abschließend geklärt, man vermutet ihn im Bereich der T- Zellen.
    • Krankheiten, die das Immunsystem schwächen, z.B. Schilddrüsenstörungen, Tumore... usw.
    • Längere Behandlungen (z.B. gegen Allergien) mit Cortison, da Cortison das Immunsystem schwächt.
    • Fehlerhafte Diagnose, oder falsche bzg. inkonsequente Behandlung der "Lokalen Demodikose".
    • Immer wiederkehrender Stress, auch z.B. durch Läufigkeiten und/oder Geburten.
    • Stetiger Stress durch z.B. Leiden an Auswirkungen der Extremzucht. Oder stetiger Stress durch z.B. schlechte Zwingerhaltung.

  4. Demodikose Pododermatitis

    In den Haarbälgen der Zehenbehaarung leben die Demodexmilben besonders gern, manchmal auch ausschließlich. Dies wird dann die "Zehen-Demodikose" genannt. Die Ursachen dieses Zehen- und Zwischenzehenbefalls sind die gleichen wie oben.

    Die Milben sitzen in den Zehen-Haarbälgen oft so tief, daß sie nur durch eine Biopsie nachgewiesen werden können! Manche Zwischenzehengeschwüre, die als "Immunschwäche" abgetan werden, weil bei deren Behandlung einfach nichts wirklich greift, können durch solche tiefsitzenden Demodexmilben verursacht sein. Ich empfehle bei solchen Geschwüren auch auf die Demodexmilben untersuchen zu lassen!
    Übrigens sind die Haarbälge der Zehenbehaarung oft das letzte Rückzugsgebiet der behandelten "Generalisierten Demodikose". Dort überleben diese Milben am hartnäckigsten.


Behandlung

Bei Welpen verschwindet die "Lokale Demodikose" in über 90 % der Fälle von allein. Früher empfahl ich bei "Lokaler Demodikose" immer eine Behandlung, da man als Käufer selten weiß, ob die jugendliche "Lokale Demodikose" duch von Mutter und/oder Vater ererbte Immunschwäche, oder nur durch Stress und/oder Aufzuchtfehler bedingt ist.

Heute weiß man, dass eine "Generalisierte Demodikose" mit einem Defekt der T-Zellen des Immunsystems einhergeht, bzgw. darauf basiert. Deshalb kann man ggf. bei der jugendlichen "Lokalen Demodikose" auf eine Behandlung verzichten, wenn eine Blutuntersuchung ergibt, dass kein Defekt der T-Zellen vorliegt. Das heißt dann auch, es liegt - nach heutigem Wissensstand - keine ererbte Immunschwäche gegenüber diesen Milben vor.

Alle Demodikose-Formen werden mit den gleichen Mitteln behandelt, nur die Dosierung ist sehr unterschiedlich.

  • Großen Erfolg bei der Bekämpfung der Milben erreicht man mit regelmäßigen Ganzkörperbädern - über lange Zeiträume hinweg - mit AMITRAZ (MITABAN). Das Besondere an diesem Mittel ist, daß es die Zugänge zu den Haarbälgen öffnet, sodaß die Milben überhaupt vom Mittel erreicht werden können. Die verordnete Häufigkeit der Bäder schwankt je nach Stärke des Milbenbefalls.
    Warnung: dieses Mittel hat eine leberschädigende Wirkung.

  • Die Tabletten INTERCEPTOR haben sich in den USA und in Europa (außer in Deutschland, da hier nicht offiziell zugelassen) außerordentlich bei der Bekämpfung der Demodikose bewährt. Ursprüglich ist dies Mittel zur Bekämpfung von Herzwürmern verordnet worden. Vor Jahrzehnten zeigte sich aber schon, daß andere Parasiten, wie eben diese Demodex-Milben, daran ebenso zugrunde gehen.
    Die nötige Dosierung schwankt von 1mal pro Monat bis zu 1mal täglich - je nach Schweregrad des Befalls. Diese Pillen sind teuer, aber sie machen das ständige Baden in "Amitraz" in den allermeisten Fällen überflüssig. "Interceptor" kann vom Tierarzt über eine Internationale Apotheke bezogen werden. (Keine gefährlichen Nebenwirkungen.)
  • ADVOCATE (Bayer) ist ein erst 2 Jahre altes Mittel, das erfolgreich bei Lokaler Demodikose, bei Sarcoptes-Milben und Ohrmilben eingesetzt wird. Wie INTERCEPTOR wirkt es auch gegen viel Wurmarten. Die Lösung wird auf den Nacken geträufelt (spot on) und hält 4 Wochen in ihrer Wirkung an. Bei einer voll ausgebrochenen Generalisierten Demodikose allerdings ist dies Mittel in der Regel zu schwach. (Keine gefährlichen Nebenwirkungen)
  • Warnung: Demodikose bzg. die daraufsitzende bakterielle Sekundärinfektion darf nie mit Cortison behandelt werden! Der Grund: Cortison schwächt das Immunsystem, und die Demodexmilben selbst tun das auch schon!
  • Das Mar Vista Animal Medical Center, Los Angeles (CA), Tel. 001 310 391-6741 hat auf seiner Webseite eine sehr gut zusammengefaßte Info über die Demodikose veröffentlicht. HIER der Link dorthin.
  • In der WUFF 9/07 wurde eine sehr gute Übersicht vom international renomierten Veterinär-Hautspezialisten Dr. Ulrich Wendlinger veröffentlicht.

Wie gehen Züchter mit der Demodikose um?

Hunde mit "Generalisierter Demodikose", auch wenn diese ausgeheilt sein sollte, sowie deren Eltern und Geschwister dürfen nicht zur Zucht eingesetzt werden, da das Risiko der Vererbung der speziellen Immunschwäche gegen diese Milben hoch wäre. Solche Hunde werden aber nicht selten aus finanziellen Gründen trotzdem zur Zucht eingesetzt!

Manchen Züchtern ist es egal, ob eine Zuchthündin demodexkrank ist - besonders dann, wenn sie auf Zuchtschauen prämiert wurde. Das gibt es tatsächlich!

Andere Züchter behandeln eine "Lokale Demodikose" bei ihren Junghündinnen (z.B. mit Interceptor) - ohne sie auf einen T-Zellen-Defekt untersuchen zu lassen - um sie in die Zucht zu nehmen.
Konsequenz : Sie wissen ohne diese Untersuchung der T-Zellen nicht, ob es sich bei der Zuchthündin um die von allein ausheilende Form der "Kinderkrankheit" handelte, oder um die vererbbare Form der generellen Abwehrschwäche (defekte T-Zellen) gegenüber diesen Milben.

Es gibt aber auch Züchter, die NUR Hündinnen, die auch keine "Lokale Demodikose" hatten, in die Zucht nehmen.


Konsequenzen für den Welpenkäufer

Wie können Sie beim Welpenkauf das Risiko vermindern, einen Demodex-Welpen zu erhalten?

  • Verzichten Sie darauf, billig bei einem Hundehändler oder aus der Grauzone Händler/Züchter einen Welpen zu kaufen.
  • Seien Sie vorsichtig mit dem Kauf bei einem Züchter von dem sie den Eindruck haben, dass er von seiner Zucht leben will. Finanzielle Zwänge sind ein extrem schlechter Rahmen für eine verantwortungsvolle Zucht.
  • Gestalten Sie den Kaufvertrag so, dass bei Ausbruch einer Demodikose (oder bei Herzkrankheit usw) - im Rahmen des deutschen Gewährleistungsrecht - der Kaufpreis reduziert wird, oder die Behandlungskosten vom Züchter übernommen werden, oder...
    Solch ein Paragraph im Kaufvertrag ist sinnvoll, da die rechtliche Standardregelung die Rückgabe des Hundes gegen Erstattung des Kaufpreises ist. - Und viele Welpenkäufer wollen den Bulldog nicht zurückgeben sondern behalten, da sie ihn liebgewonnen haben. Geht der Welpenverkäufer nicht darauf ein, dann NICHT dort kaufen!

    Bei Käufen im Ausland sollten Sie diese deutsche Gewährleistungsregelung im Kaufvertrag aufnehmen und dann ebenso weiter verfahren wie oben.

  • Informieren Sie sich vor dem Kauf ausgiebig über die verschiedenen Zuchtszenen und Risiken persönlich und im Internet. Und erst dann treffen Sie eine Entscheidung.


Sonntag, August 5, 2007

Yacuma ist tot (und Warnung vor der Leptospirose)


Gastbloggerin Xenia Ramel´s Yacuma ist tot. Sie wurde nur 5 Jahre alt. Vorgestern starb sie ganz plötzlich an Leptospirose.

Xenia schreibt :
"Ich habe die Warnungen nie so ernst genommen... jetzt weiss ich es besser! Ich möchte Euch alle warnen vor der Leptosoirose! HIER ein nützlicher Link dazu."
Und HIER könnt Ihr bei Wikipedia über Leptospirose nachlesen.

Yumi hatte gerade ihren 2. Wurf bei einer mit Xenia befreundeten Züchterin. Und bis auf den kleinen Rüden "Big Boss" starben schon alle ihre Welpen innerhalb von zwei Wochen. Es war tragisch.

Die ganze, so furchtbar traurige Geschichte dieses Wurfes könnt Ihr in Xenias HP unter "Mom zum 2ten" lesen. Dort stehen auch schöne Geschichten aus Yumis glücklichem Leben.

Xenia schreibt : Ohne Dich...

Ich realisiere das alles noch nicht wirklich...
Vor ein paar Tagen habe ich Dich doch noch besucht und Du machtest einen normalen Eindruck und binnen 48 Stunden bricht meine Welt zusammen.

Ich nannte Dich mein drittes Kind, und das warst Du auch. Ein Blick in dein Faltengesicht und ich war glücklich. Du warst die liebeswürdigste und sanfteste Seele, der ich je begegnet bin. Du warst eben mein Yumi.

Eine böse Krankheit - die Leptospirose - hat Dich mir weg genommen. Und es ging so schnell...

Innert 48 Stunden hatte sie Deine Nieren und Leber fast zerstört und auch schon die Lunge in Mitleidenschaft gezogen. Als ich heute Nachmittag ins Tierspital kam, bin ich erschrocken, als ich Dich gesehen habe. Meine liebe, süsse Rünzi war nur noch ein Schatten ihrer selbst. Begleitend der Leptospirose hattest Du auch noch eine Hepatitis (Gelbsucht)... Alle Deine Schleimhäute waren zitronengelb!!! Die Lefzen, Zunge, Augen...sogar durch die weissen Haare an Deiner weichen Schnauze, konnte man das Gelb durchschimmern sehen.

Die Chancen Dir zu helfen waren minim... und ich wollte Dich nicht noch mehr quälen. Also habe ich Dich zu Deinen Baby's auf der anderen Seite des Regenbogens gehen lassen...

Ich bin so traurig und Du fehlst mir so sehr. Ich hatte so sehr gehofft, dass Du auch noch als alte Dame bei mir sein wirst... Ich werde Dich nie vergessen - Du warst einzigartig! ICH LIEBE DICH



Liebe Xenia, das ist ganz schrecklich, was Dir gerade geschehen ist. Wir wissen, wie besonders sanft und liebevoll Yumi gewesen ist, und wir können mitfühlen, wie leer es in Dir aussieht. Sei aber gewiss, die Bulldogliebe ist nicht für Dich gestorben. Sie wird in einem neuen Bulldog-Mädchen, das wieder Dein "3. Kind" sein möchte, zurückkommen.


Donnerstag, Juli 26, 2007

Heute eine Erfolgsmeldung von Gastbloggerin Ilona Tetzlaff

Kein Humpeln dank Homöopathie


Henry wird Ende Oktober 6 Jahre - natürlich hoffen wir, dass noch mindestens ebenso viele folgen. Gesundheitlich ist er gut drauf, abgesehen von Kleinigkeiten wie mal einem eingetretenen Dorn, einer Ohrenentzündung oder einem Zeckenbiss gab es in seinem Leben keine wirklichen Probleme.

Vor einigen Wochen jedoch humpelte er plötzlich vorne rechts. Gewöhnlich hat er sich dann bei seinen wilden Spielen im Garten vertreten oder ist beim (nicht erlaubten!!) eigenmächtigen Herunterspringen vom Sofa falsch aufgekommen. Also haben wir dem leichten Lahmen zunächst wenig Bedeutung beigemessen und ihn lediglich ein wenig gebremst, was das Herumtoben betrifft. Übers Wochenende wurde es nicht besser, im Gegenteil.

Insbesondere morgens nach dem Aufstehen ging er sehr hakelig. Also führte uns der Weg am Montagmorgen gleich zur Tierärztin. Da ein intensives Abtasten von Pfote und Bein keinen Befund brachte, tippte sie ebenso wie wir auf eine Weichteilgeschichte, sprich Zerrung oder ähnliches. Henry bekam zunächst entzündungshemmende Tabletten und "Sofaruhe" verordnet, an die er sich leider nicht immer hielt. Eine Besserung trat jedoch nicht ein, so sehr wir auch schauten und hofften.

Also besuchten wir wieder Dr. Steeb, die Henry sehr mag, was auf Gegenseitigkeit beruht. Sprich: Er knurrt lediglich ab und an, unserem vorherigen Tierarzt hat er regelmäßig seine Abneigung gezeigt.

Ein Röntgenbild von Henrys rechtem Bein brachte zumindest den Aufschluss, dass er keine arthrotischen Veränderungen hat. Leider aber auch keine andere Diagnose, was sein Humpeln betraf. Die Tierärztin vermutete entweder eine heftige Zerrung oder eine sogenannte Verknöcherung des Bizepssehnenansatzes. Letzteres ist eine bei den früher sehr breit gezüchteten Rottweilern verbreitete Krankheit, die vor allem beim Geradeauslaufen auftritt, weil dann genau diese Sehne über die Verknöcherungen schrammt. Da Henry ja auch vorne recht kräftig ist und er sich außer beim Geradeauslaufen offenbar auch ohne Schmerzen bewegen konnte, fürchteten wir das schlimmste.

Henry bekam Athrovet in Tablettenform, eine Arnica-Kur und sollte möglichst oft "Kneippen". Also wanderten wir täglich an der Weser, ich auf dem Sand, Henry im Wasser. Nach drei Tagen wurde das Lahmen besser, aber es verschwand auch noch vier Wochen nie ganz.

Cornelia gab mir dann den Tipp, eine vierwöchige Kur mit "Vermiculite D6" zu machen, ein homöopathisches Mittel, wirksam bei Arthrosen, Gelenksteifheiten usw., dass man über einige Apotheken beziehen kann. Das Mittel wird zwar in Deutschland hergestellt, jedoch nur über die Firma Holomed in den Niederlanden vertrieben. Ich hatte dorthin gemailt, und man hatte mir dann sehr nett die nächste Apotheke genannt, die Vermiculite besorgen kann. (Siehe auch BB-Beitrag vom 18. Juni 07)

Wir sind, was homöopathische Mittel betrifft, nicht unkritisch, wollten aber, da Cormelias Selbstversuche erfolgreich waren, nichts unversucht lassen. Sie wies uns noch daraufhin, dass wir nicht ungeduldig sein sollten und ein Erfolg erst nach etwa zehn Tagen sichtbar würde.

Henry bekam jeweils zwei Tabletten morgens und abends mit ins Futter. Nach einer Woche lahmte er nicht mehr, sondern lief fröhlich herum, von Humpeln keine Spur!

Auch wir können "Vermiculite D6" bei Gelenkproblemen empfehlen. Bitte aber unbedingt die Tabletten "D6" nehmen, nicht das Pulver, dass es in jeder Apotheke gibt. 200 Tabletten kosten rund 23 Euro.

Nebenbei sei noch erwähnt, dass Henry in den letzten Monaten rund 3 Kilo abgenommen hat! Von 32,4 Kilo auf 29,3 Kilo, nun ist die Taille rank und schlank! Geholfen hat neben mehr Bewegung das neue Diätfutter "pd" (prescsription diet) von Hills, das Henry gemischt mit seinem normalen Hills bekommt. Als Alleinfutter würde ich es ihm das "pd" nicht geben, dann müsste er vermutlich sieben mal am Tag ein Häufchen machen, aber in der 50:50-Mischung finde ich es optimal und das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen!


Donnerstag, Juli 12, 2007

Hilfe, Zecken !


Die Zecken können mehrere Infektionskrankheiten übertragen, auch lebensgefährliche. Wie schützen wir unseren Hund - und uns - davor?

Welche Krankheiten werden von Zecken übertragen?

  • Die bekannteste durch Zeckenbisse übertragene Krankheit ist die Borreliose.
    Diese Erreger sind mit den Syphillis-Bakterien verwandt, und sie erzeugen ebensolche schlimmste Spätschäden. HIER alles Nähere zum Nachlesen darüber.

    Borreliose-Impfungen für Menschen gibt es nicht, wohl aber für Hunde. Diese Impfungen sind aber sehr umstritten, da eine Wirkung für Europa so gut wie nicht gegeben ist, denn der Impfstoff wurde in den USA entwickelt und zielt auf dort - aber nicht bei uns - vorkommende Borreliose-Stämme. Wir lassen Frieda und Kosmo deswegen NICHT dagegen impfen. HIER Näheres zur Immunisierungs-Problematik. Und im nächten EBI des VdFEB wird auf die Probleme bei dieser Impfung ausführlich eingegangen werden.

  • Eine durch die Klimaerwärmung bei uns eingeschleppte Krankheit ist die Babesiose.
    Hier handelt es sich nicht um Bakterien, sondern um Parasiten. Der komplizierte Fortpfanzungszyklus dieser Parasiten kann HIER nachgelesen werden. Impungen gibt es dagegen nicht. Die Parasiten zerstören in einer bestimmten Phase ihrer Entwicklung die Blutplättchen und führen so zu Fieber, Anämie und Gelbsucht. Näheres über diese Erreger, und wie man sich dagegen helfen kann, beschreibt Jan Peters sehr gut unter "News" in seiner Homepage.
  • Eine für Menschen sehr - für Hunde weniger - gefährliche Viruserkrankung durch einen Zeckenbiss ist die FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis)
    HIER kann man sich genau darüber informieren. Stu und ich haben uns gegen FSME impfen lassen. Eine Impfung für Hunde gibt es nicht.

    Dieser Virus tritt nur bei Zecken in bestimmten Risiko-Gebieten auf. HIER Näheres dazu.

Vorbeugungsmaßnahmen

Das Beste ist zweifellos, die Zecke beißt garnicht erst zu! Dabei helfen 2 Möglichkeiten:

  • Chemische Hilfe
    Es gibt chemische Zeckenabweiser, die alle 4 Wochen auf die Rückenhaut des Hundes gegeben werden müssen. Diese Stoffe gehen in sein Blut über. Sie vertreiben die Zecken durch einen Geruchsstoff; sollten diese aber doch einmal zubeißen, so werden sie abgetötet durch diese Mittel im Blut.

    Gängige Mittel sind "Frontline" und "Exspot". Beide Mittel wehren übrigens auch Flöhe ab. Speziell gegen Zecken soll "Exspot" etwas wirksamer sein.

  • Vermeidungsstrategie und Flohkamm
    Wir haben im Sommer immer einen Flohkamm bei uns, um nach jedem Spaziergang eventuelle Zecken herauszukämmen. Das funktioniert gut, da Zecken immer zuerst einmal langsam und langdauernd durch und über das Fell krabbeln, um eine für sie optimale Biss-Stelle zu suchen. Außerdem vermeiden wir im Sommer Wanderwege, von denen wir aus Erfahrung wissen, daß sie ein "Nest" für Zecken sind.

    Mit den "Chemischen Keulen" gehen wir behutsam um, da sie immerhin Gift sind und den Hundeorganismus belasten. Wir geben sie nur, wenn wir mit den Hunden in uns unbekannte Gegenden Richtung Süden oder Osten verreisen. Kosmo bekommt jetzt als Welpe noch in keinem Fall diese Mittel auf seinen Pelz :-).


Freitag, Juli 6, 2007

Das Bulldog-Ohr


Der Rassestandard schreibt das "Rosenohr" als das korrekte Bulldog-Ohr vor. Aber natürlich gibt es in der Realität Varianten davon.

Das "Button Ear", "Hängeohr", sieht man von allen Varianten am häufigsten, manchmal auch einseitig, was sehr lustig aussieht, wie ich finde. Welpen haben zunächst einmal alle solch ein Hängeohr, wie wir bei Kosmo unten sehen. (Übrigens hat er diese Rose selbst abgepflückt. Er ist überhaupt an roten Rosen sehr interessiert ;-))

Wie kommt es zu diesen unterschiedlichen Ohrformen?

Die Ohrausbildung hängt einmal davon ab, ob das äußere Ohr fleischig oder fein, groß oder klein ererbt wurde. Und zum zweiten spielt eine bedeutende Rolle, in welchem Welpenalter sich der noch weiche Knorpel, der die Faltung zur "Rose" bewirken soll, zum festen Knorpel verstärkt.

Auf dem unteren Foto sehen wir bei Frieda sehr deutlich die Knorpelleiste, über die sich der Ohrlappen nach hinten wegfaltet. Bei Kosmo sehen wir sie auch - aber das Bild täuscht. Er ist hier gerade 9 Wochen alt, und seine Ohr-Knorpelleiste ist noch zu weich, um diese Faltung nach hinten aufrecht zu erhalten : nur bei gestrecktem oder gehobenen Kopf "fällt" der Ohrlappen nach hinten.

Friedas Ohren sind groß und fein. Sie falteten sich mit 12 Wochen zur "Rose". Kosmo´s Vater James hat dickere, aber kleine Ohrlappen, sie falteten sich mit 8 Wochen. Kosmo´s Ohren gingen unterschiedliche Wege : Sein linkes Ohr brauchte 2 ganze Wochen länger als das rechte, bis es stand :-) Dann hat es sich - wortwörtlich über Nacht - zur Rose gefaltet! Wachstum läuft oft unsymetrisch ab - auch bei Frieda kam ein Ohr erst 3 Tage später nach. (Siehe dazu auch BB-Beitrag vom 27. August 2005) Das Ohrenaufrichten kann bis zu 15 Wochen dauern. Mit Beginn des Zahnwechsels ist die Ohrenentwicklung endgültig beendet.

Zu "Bottom Ears", zu Dauer-Hängeohren, entwickeln sich die Welpenohren, wenn die Ohrlappen groß und fleischig sind; oder wenn die Knorpelleiste sich nicht genug verfestigt, um auch einen großen feinen oder kleinen fleischigen Ohrlappen zur Faltung zu bringen.

Zu "Tulip Ears" und zu "Flying Ears" entwickeln sich die Welpenohren, wenn die Verfestigung des Ohr-Knoppels zu früh einsetzt, also etwa schon in der 5. oder 6. Lebenswoche. Der Ohransatz bleibt durch diese zu frühe Knorpelverfestigung zu weit auf dem Oberkopf stehen, er sinkt nicht mehr entsprechend dem Schädelwachstum etwas seitlich zum Kopf. Der seitliche Stand wird von Standard als "korrekt" vorgeschrieben, um den insgesamt quadratischen Kopfeindruck zu unterstützen. Zum "Tulip Ears" werden bei zu früher Knorpelverfestigung kleine, und zum "Flying Ears" größere Ohrlappen.

Unter DIESER ADRESSE habe ich die Ohr-Typologie oben gefunden. (Auch Augen- und Rutenbeschreibungen, Hautprobleme usw. sowie allgemeine Pflegehinweise sind dort zu finden.) Herausgeber dieser Seite ist die britische "Bulldog in Not Stiftung" :
"The Bulldog Rescue and Rehoming Trust is a not for profit voluntary organisation Company Number: 5664557. Charity Number: 1115009."

Zum Ohr gilt: Immer sauber halten. Der dunkle Schmier, der sich dort sonst ansammelt, ist der ideale Nährboden für Ohrmilben und Bakterien aller Art. Am besten das äußere Ohr 1mal in der Woche - als Standardbehandlung - mit einem Feuchtpflegetuch auswischen. Das Hängeohr ist pflegeintensiver als die anderen Ohrformen, da weniger Luft daran kommt.


Gehörgangs-Probleme

Gelegentlich haben Bulldogs von Geburt an sehr enge Gehörgänge. Besonders betroffen von diesem Übel sind die Bulldogs mit übertypisiertem Groß-Kopf. Leider werden gerade die "Großkopferten" Bulldogs besonders gerne auf VDH-Zuchtschauen prämiert....

Der Gehörgang kann sich auch in Laufe des Lebens durch nicht ausgeheilte Warzen- Pilz- oder Bakterien-Infektionen extrem verengen. Solches "Nichtausheilen" liegt in der Regel aber genau an einem schlecht durchlüftetem, weil von vorn herein äußerst engem Gehörgang - (oder an falscher Diagnose/Behandlung - oder an Nachlässigkeit der Besitzer)

... extrem schmerzhaft ...
Der zu enge Gehörgang hat als Konsequenz nahezu immer Innenohr-Entzündungen, da das Ohrschmalz sozusagen darin "steckenbleibt" und den Gehörgang verstopft. Eine Selbstreinigung des Ohres ist so nicht möglich. Wird der zu enge Gehörgang nicht operativ vergrößert, dann verlieren diese Bulldogs oft ihren Hörsinn. Das Trommelfell wird von den Eiterbakterien zerfressen, und diese Entzündungen sind außerdem extrem schmerzhaft für den Hund.

Wir im "Verein der Freunde Englischer Bulldogs e.V. (1980-2009)" hatten bislang nur 2 solcher Fälle unter unseren Bulldogs.

  • Im 1. Fall wurde viel zu spät operiert : das Innenohr war im Laufe von Jahren so von Warzen und Bakterien zerstört, dass es komplett entfernt werden mußte. Der Gehörgang wurde dann verschlossen, das äußere Ohr war somit nur noch Attrappe...

  • Im 2. Fall legte unser Bulldog-Spezialist Peter Söhl bei hochinfiziertem Innenohr in einer Not-OP so erfolgreich einen größeren Gehörgang an, dass jetzt alles abgeheilt ist und Neuinfektionen unwahrscheinlich sind. Allerdings bleibt der Hörsinn dieses Bulldogs geschädigt, da das Trommelfell schon zerstört war.

Konsequenz :

... operative Gehörgangs-Erweiterung ...
Neigt Ihr Bulldog zu wiederholten Innenohr-Entzündungen, dann ziehen sie eine operative Gehörgangs-Erweiterung bitte im Interesse des Hundes ernsthaft in Betracht, denn alles andere bedeutet in der Regel sich hinschleppendes Schmerzen-Erleiden !


Montag, Juni 18, 2007

Welpengewicht,

Gelenkprobleme und Hilfe durch VERMICULITE D6


In letzter Zeit kamen wiederholt Anfragen nach dem richtigen Welpengewicht bei uns an. Die Fragesteller waren Neu-Bulldogger, denen der Tierarzt oder der eigenen Instinkt gesagt hatte, ihr Welpe sei zu schwer.

Im Durchschnitt sollte ein Rüde mit 8 Wochen (wenn er in der Regel vom Züchter abgegeben wird) zwischen 5 und 6 kg wiegen, und eine Hündin zwischen 4 und 5 kg.

... vermindert sich die Gewichtszunahme ...
Dann sollte der Welpe - bis zur 15en Woche - bis zu 1kg pro Woche zunehmen. Nicht mehr! Das heißt ein Rüde sollte mit 15 Wochen circa 12 bis 13 kg wiegen, und eine Hündin 11 bis 12 kg.
Circa ab der 16. Woche vermindert sich die Gewichtszunahme in der Regel von alleine.

Das Standard-Endgewicht liegt beim Rüden so um die 25 kg, und bei der Hündin so um die 23 kg.

Entsprechen die Elterntiere in punkto Körperbau nicht dem Standard, sondern sind deutlich größer und/oder breiter und damit schwerer als ein Standard-Bulldog, so können deren Welpen entsprechend auch schwerer sein. Bei bloß zu fetten Eltern gilt dies natürlich nicht :-)

Kosmo ist auf diesen Fotos 10 Wochen alt und wiegt 8 kg. Seine Mutter Frieda wog mit 10 Wochen 6 kg. Frieda ist von relativ zierlichem Körperbau, so wie die Bulldogs es in der Nachkriegszeit noch waren. Sie lag als Welpe gewichtsmäßig an der Unterkante der Wunschgewichts-Bandbreite. Kosmo wird dagegen ein "prächtiger Brocken" werden, so wie es aussieht. Warten wir es ab :-) Er liegt gewichtsmäßig an der Oberkante der Wunschgewichts-Bandbreite.

Wachstumsstörung ...
Nehmen Welpen zu viel zu und wachsen sie zu schnell, so hat das negative Entwicklungsfolgen für die Gelenke. Manchmal humpeln Welpen etwas. Liegt kein genetischer Defekt vor, so ist dieses Humpeln meist eine Wachstumsstörung, die eben auch durch Übergewicht ausgelöst sein kann. Genausogut kann sich aber ein Welpe auch mal vertreten, und wegen seiner noch weiten, dem Wachstum Raum lassenden Gelenkspalten kann er dann schnell eine kleine Sehnenzerrung davontragen.


VERMICULITE D6

Wachstumsstörungen werden ganz hervorragend mit dem homöopathischen Mittel VERMICULITE D6 behandelt. Das Humpeln verschwindet dann sehr schnell, ein Gelenkproblem manifestiert sich bei dieser Behandlung so gut wie nie.

Wichtig : nicht das Pulver ist gemeint, sondern die Homöopatischen (D6) Tabletten!

... auch ... bei Gelenkproblemen im Alter.
VERMICULITE D6 ist auch ein unverzichtbares Mittel bei Gelenkproblemen im Alter!!! Und zwar für Hund wie Mensch gleichermaßen, wie ich es am eigenen Leib erfahren habe. Man sollte es als erwachsener Mensch oder Hund kurweise anwenden.

Dies Mittel wird zwar in Deutschland (Staufen Pharma) produziert, aber über Holland vertrieben. Man kann es in jeder Apotheke rezeptfrei bestellen. 200 Tabletten kosten circa 20 Euro.


Freitag, Juni 8, 2007

HUNDE - impfen mit Verstand

Ein hervorragendes Sachbuch zur Impfdiskussion


Soviel steht heutzutage fest : unsere Hunde werden bei jährlicher Wiederholungsimpfung zuviel geimpft. Das kostet Gesundheit. Und das kostet Geld.

Zunächst wird von der Autorin kurz und präzise das Immunsystem und seine Untersysteme in ihren Wirkungsweisen erklärt. Diese Systeme sind nichts Statisches, sondern hochdynamische Regelkreise, die sich je nach Anforderung und Impfstress verändern. Allein schon aufgrund dieser systematischen und übersichtlichen Aufschlüsselung der Immunprozesse im Körper lohnt sich aus meiner Sicht der Kauf (nur 12.80 Euro) dieses Buches.
Dann wird in den Folgekapiteln die Hauptfrage behandelt:

Wieviele und welche Impfungen sind wirklich sinnvoll, nötig und gesundheitssichernd? Und welche und wieviele sind gesundheitsschädigend?

Dies Sachbuch ist außerordentlich solide recherchiert : es gibt ausführlich begründete Antworten auf diese Frage. Jede Impfung wird einzeln behandelt, auf Risiken usw. wird hingewiesen, und das alles anhand veröffentlichter wissenschaftlicher Studien. Eine Tabelle gibt die erwiesene Wirkungsdauer der wichtigsten Impfungen wieder. Ich meine es lohnt sich sie auszudrucken und in den Impfpass zu legen.

Das Problem der heute so üblichen Kombi-Impfungen wird in seinen Nebenwirkungen (Schwächung des Immunsystems usw.) beschrieben. Erschreckt hat mich auch, welche Träger- und Nebensubstanzen in manchen Impfstoffen stecken - bis hin zu Antibiotika.

Dies Buch ist gut lesbar, "medizinischer Slogan" wird zugunsten von Allgemeinverständlichkeit vermieden. Nicht vergessen werden Hinweise zur Rechtslage z.B. bei der Tollwutimpfung. Hervorragend finde ich auch, daß die Kapitel zu den Einzelimpfungen mit einen Fazit beendet werden, in dem in ein paar Sätzen Empfehlungen und Warnungen zusammengefaßt sind. HIER das Inhaltsverzeichnis. Und HIER die Infos des Verlages zum Buch und zur Autorin Monika Peichl.
HIER kann man das Buch online bestellen.


Dienstag, Januar 23, 2007

Ach du dicker Hund ...


Anmerkung zu "Abnehmpillen für den Hund" :

Vor ein paar Tagen gingen Berichte über "Abnehmpillen für den Hund" durch die Presse. Ich habe einen Kommentar aus der 'FAZ' für Euch dazu; und einen Bericht aus dem 'Westfalenblatt', mit einem Bulldog als Beispiel eines "Dicken Hundes".
Ich selbst würde diese Pillen niemals meinem Hund geben. Langzeitstudien fehlen, und man weiß ja schließlich auch, welche unkalkulierbaren Nebenwirkungen Eingriffe in die Stoffwechselsysteme haben können. Traditionell ist sicherer und billiger : "FDH" :-)

Anmerkung zu "Hund überfüttern als Straftatbestand" :

Der "VdFEB" berichtet über die Verurteilung eines Mannes wegen Überfütterung seines Hundes. HIER eine Kopie davon.

The new trend is "Bulldog light" ...

... HIER klicken ;-)


Dienstag, Oktober 3, 2006

Heute informiert unser Freund und Tierarzt Peter Söhl über:

Neues zur Verbesserung des Atemstromes

bei kurzköpfgen (brachyzephalen) Hunderassen


52. Jahreskongress der DGK-DVG (Deutsche Gesellschaft für Kleintiermedizin) in Düsseldorf am 23.09.2006

Anatomische Grundlagen:

Durch die Zucht kurzköpfiger Hunde- bzw. Katzenrassen wurde der Schädel so verändert, dass er eine Rotation nach oben und dadurch eine Stauchung der gesamten Nase erfuhr. D.h. die gesamten Anteile der Nase müssen in einem kurzköpfigen Hund vergleichsweise zu einem normalköpfigen Hund auf ca. ein fünftel des sonst vorhandenen Platzes auskommen.

Vergleich: Man zieht mit seinem kompletten Mobiliar von einer 200 qm Wohnung in eine 40 qm Wohnung um, dann steht der Flur (Atmungsgang der Nase) voll.

Die Abbildung (oberes Bild) eines langköpfigen Hundeschädels, eines mittellangköpfigen Hundeschädel (Bild darunter) und die Abbildungen eines Bulldogschädel von 1920 (unteres Bild links) und eines Bulldogschädels von 1980 (unteres Bild rechts) zeigt, daß durch diesen Verkürzungsprozess eine Stauchung der inneren Nasenorgane zwangsläufige Folge war.

Ziel der neuen Operationsmethode der Uni Leipzig:

1. Schaffung einer besseren Atemsituation vom Nasengang bis zum Rachen.
2. Verbesserung der Gehirnkühlung durch Abkühlung des Blutes (im Nasenbereich), das das Gehirn versorgt.
3. Verminderung von Spätfolgen der schlechten Ventilation wie Kehlkopfkollaps, Luftröhrenkollaps, Lungen- und Herzprobleme, Kreislaufprobleme bei Hitze (Kühlung des Gehirns).

Funktionsverlust post OP?

Da nur geringgradig Riechschleimhaut entfernt wird, sondern hauptsächlich Atmungsschleimhaut, erfolgt durch den verbesserten Luftstrom auch eine Verbesserung der Geruchswahrmehmung.


Operations Methode:

OP Kosten: ca 2.000 - 4.000 Euro
Nach eingehender Untersuchung der anatomischen Verhältnisse erfolgt die Entfernung der den Atemstrom ungünstig beeinflussenden Hindernisse unter Endoskopie mit einem Diodenlaser. Kontrolle und Nachoperation nach ca 6 Monaten. OP Kosten: ca 2.000 - 4.000 Euro

Vorbeugende Maßnahme zur Erfassung der Atemsituation:
Untersuchung der Atemwege per Endoskopie. Beratung über die Operation und deren Umfang, sowie Durchführung der OP bei Ihrem Tierarzt (apparative Ausstattung vorausgesetzt).


Konsequenzen

Wie vermeidet man die Zucht weiterer krankhaft veränderter Bulldogs, und wie fördert man die Zucht gesunder Bulldogs?

Dringend erforderlich ist die Aufklärung der Käufer ...
Dringend erforderlich ist die Aufklärung der Käufer hinsichtlich der Problematik, dadurch wird eine Veränderung des Kaufverhaltens bewirkt.
Dem Käufer muß klar gemacht werden, daß beim Kauf eines Tieres bei unseriösen Züchtern (eine Vereinszugehörigkeit sagt zunächst gar nichts über Seriosität aus) oder aus Zuchtanlagen zwar das Tier günstiger erworben werden kann; er darf jedoch nicht vergessen, daß dem Welpenpreis oft noch Operationskosten (bis zu 4.000 Euro) folgen. Der kranke Hund verursacht natürlich zusätzlich hohe Folgekosten!

Nicht zu vergessen ist der Tierschutzgedanke (Qualzucht?)

Bei den Zuchtschauen dürfen nur noch seriöse, unabhängige Richter ...
Eine Verbesserung der Situation kann nur durch einen Boykott der unseriösen Züchter und kommerziellen Vermehrer stattfinden!!
Verändert sich der Anspruch der Käufer, kann eine Änderung des Zuchtzieles der Züchter bewirkt werden.
Daraus wird sich zwangsläufig auch eine Änderung der Auslegung des Rassestandards einstellen müssen. Bei den Zuchtschauen dürfen nur noch seriöse, unabhängige Richter eingesetzt werden.
Nur so gehen wir in kleinen Schritten in Richtung "Zucht gesunder Bulldogs"...


Sonntag, Oktober 1, 2006

Heute informiert uns Gastblogger Jan Peters

Prof. Oechtering verhalf Oskar zu einem neuen Leben

Oder: Das brachyzephale Syndrom


Hallo liebe Vereinsmitglieder (VdFEB), Bulldog Freunde und Bulldog-Blog Leser !

Viele von euch kennen unseren Oskar bereits und wissen, dass er zwar ein sehr dynamischer und fröhlicher, aber auf der anderen Seite auch oft kränklicher Bulldog ist. Die kleineren "Probleme", die Oskar bisher hatte (Schnupfen, Milben, Hautentzündungen, etc.) haben wir alle gut überstanden. Was uns jedoch seit geraumer Zeit als scheinbar unlösbare Aufgabe erschien, waren seine starken Atemprobleme.

Oskar hat keine große Nasenfalte und ist mit 22,5 Kilo ein sehr sportlicher Rüde, der mit 2 Jahren auch noch nicht das Alter hat, um solche Krankheiten aufzuweisen. Er verlor in manchen Momenten (viel Bewegung, hohe Temperaturen, etc.) durch die Verengung seiner Atemwege das Bewusstsein und brach zusammen. Er fiel auf den Boden und urinierte. Nur durch einen Würgreflex konnten wir ein Erbrechen erzwingen und ihn mit kühlem Wasser zum Bewusstsein verhelfen.

Wir waren bei vielen Tierärzten, die uns zwar oft Tipps gaben, welche aber nicht die Genesung brachten, die wir uns für Oskar erhofften. Dr. Harnisch, ein sehr netter Arzt aus der Potsdamer Klinik, stellte bei Oskar sehr starke Atemprobleme fest und empfahl uns eine sofortige Operation bei Prof. Oechtering, einem Speziallisten auf diesem Gebiet von der Uni Leipzig.

Nachdem ich Prof. Oechtering die Symptome von Oskar genannt hatte, empfahl er mir einen sofortigen Eingriff in der Universitätsklinik Leipzig. Er räumte uns einen Termin zum 05.09.2006 ein, an dem Oskar operiert werden sollte. Wir hätten sicherlich Bedenken gehabt, ob Oskar diese Zeit alleine in der Klinik aushält, wenn wir nicht auf der anderen Seite genau gewusst hätten, dass Oskar in den Händen von Prof. Oechtering und seinem Team gut aufgehoben ist.

Der Tag, an dem wir Oskar in der Klinik abgaben, war trotzdem sehr schwierig für uns, weil wir noch nie so lange von ihm getrennt waren. Prof. Oechtering erleichterte uns die Zeit, in dem er immer wieder anrief, um uns über den genauen Gesundheitszustand zu informieren. Wir waren sehr dankbar darüber, dass Prof. Oechtering persönlich bei uns anrief und sich die Zeit nahm uns immer wieder über alle Dinge zu unterrichten. So brachten wir schließlich die knapp 2 Wochen hinter uns und freuten uns immer mehr auf den Tag des Wiedersehens.

Wir fuhren so früh als möglich los, um Oskar abzuholen. Als wir ankamen waren die Erwartungen riesig. Als Oskar dann endlich durch die Tür auf uns zu kam, waren alle überglücklich. Als wir uns dann abschließend von der Klinik verabschiedet hatten, war es wie eine Fahrt in ein neues Leben. Sophie drehte sich auf der Fahrt ständig nach Oskar um, um zu gucken, ob er noch lebt, da keine Atemgeräusche zu hören waren.

Seit Oskar jetzt wieder bei uns ist, sind auch wir als "Eltern" glücklicher. Wir lieben unseren Oskar über alles und sind nun optimistisch, nie wieder solche Momente durchleben zu müssen.

Wir wollen natürlich nicht vergessen uns bei allen, die uns beigestanden haben, zu bedanken. Es hat uns viel Auftrieb gegeben diese zwei Wochen durchzustehen. Außerdem wollen wir uns ganz herzlich bei Prof. Oechtering und seinem Team bedanken. Dieser kurzfristige OP Termin war nicht selbstverständlich, und auch die Betreuung über diese Zeit war unbeschreiblich. Wir sind froh und stolz, dass wir die Möglichkeit hatten so schnell etwas gegen Oskars Leiden zu unternehmen.
Wir bedanken uns von ganzem Herzen bei Prof. Oechtering für ein neues Leben.
Kontakt: Prof. Dr. Gerhard Oechtering, Telefon: 0341 97-38700, Uni Leipzig


Mail vom 20. 9. 2006

Hallo Cornelia,
Oskar ist ganz anders als vorher. Er hat kaum Ruhepausen. Wir haben uns gestern mit Murat das erste Mal nach der OP getroffen und die beiden Dicken zusammen spielen lassen. Oskar hat ein wirklich dominanteres Auftreten als vorher. Wir haben sogar noch "Krümel", eine Bulldog-Hündin getroffen, die den Beiden ganz schön den Kopf verdreht hat. :>)

Als wir relativ lange unterwegs und danach wieder zu Hause waren, da rannte er immer noch die ganze Zeit von einem Zimmer zum anderen. Er schnappte sich ein Spielzeug und legte es uns ständig vor die Füße. :>)

Auch Nachts sind keine Schnarchgeräusche zu hören. Er atmet ganz leise und ruhig. Sophie ist heute extra zu Hause geblieben, um ihn auch am Tag mal richtig fordern zu können. Man merkt, dass er jetzt mehr Beschäftigung benötigt als vorher. Ihr habt ja das Glück, es nicht anders zu kennen. :>))
Liebe Grüße auch an Frieda, Jan


Freitag, September 29, 2006

"Du hast es schwer bei anderen Hunden."


Anfang des Monats machten Stu und ich mit Frieda einen Tagesausflug auf einem Weserschiff - hin zu einem mittelalterlichen Jahrmarkt im Schlosshof von Fürstenberg.

Beim üppigen Frühstück in Bad Karlshafen saß ein sehr hundefreundliches, älteres Ehepaar an unserem Nachbartisch. Der Herr streichelte Frieda mit großer Freude und meinte dann :

"Du hast es schwer bei anderen Hunden. Bei deinem Eckzahn und deiner krausen Nase glauben die bestimmt, du würdest die Zähne fletschen. Dabei bist du der liebste Hund überhaupt!" - Der Herr war ein Hundekenner!
Für einen Bulldog ist es wegen seines "mißverständlichen" Gesichtsausdrucks wichtig, Beschwichtigungssignale gegenüber (dumm-dreisten) Artgenossen zu lernen.

Dieser Tagesausflug war Friedas erste Schiffsreise. Sie benahm sich wohlerzogen und versuchte meist nur bei uns, sich Streicheleinheiten einzuheimsen :-) Frieda zeigte sich zudem geduldig entspannt - wir waren immerhin insgesamt 5 Stunden auf dem Schiff. Dabei waren wir voller Freude, schließlich feierten Stu und ich unseren Hochzeitstag nach! Und das Wetter war nach der spätsommerlichen Regenzeit wieder himmlisch : viel Sonne, aber keine Hitze! Wir bräunten sogar und wurden Frieda somit ein wenig ähnlicher :-))


Jahreszeitlich typische Halsentzündungen beim Bulldog

Frieda hatte sich bei diesem wechselhaften Wetter eine Hals- und Mandelentzündung geholt, (so wie ich auch). Sie konnte plötzlich nicht mehr schlucken. Zunächst gaben wir ihr das hömopathische Mittel "Angin Heel". Nach 2 Tagen schluckte sie dann ihr Futter zwar unbehindert fröhlich wieder herunter, aber sie blieb verschleimt und schniefte ziemlich. Also zu Freund und Tierarzt Peter. Er gab ihr sofort Breitband- Antibiotika.

Halsentzündungen haben, wie Peter erklärte, oft die Neigung chronisch zu werden, wenn man sie nicht gleich zu Beginn sehr energisch, das heißt antibiotisch kappt. Und bei chronischer Halsentzündung bleiben die Mandeln stark vergrößert, und es verdicken sich die Schleimhäute einschließlich des Gaumensegels deutlich. Zudem sondern sie vermehrt zähflüssigen weißen Schleim ab im Versuch, sich selbst von der Entzündung zu befreien.

Für viele Bulldogs bedeutet eine chronische Mandelvergrößerung und Schleimhaut-verdickung mit entsprechender Verschleimung Atemnot! Also sollte man unter keinen Umständen beim Bulldog eine Halsentzündung als Kleinigkeit auf die leichte Schulter nehmen, sondern sofort mit allen Mitteln der Kunst verhindern, daß sie chronisch wird!


Sonntag, August 20, 2006

Heute berät uns Gastblogger Murat Karakaya ;-)

Das magische Kraut : Gänseblümchen


Draußen herrschen Temperaturen wie im Wasserkocher (Ende Juli 2006). Ich komme ja aus dem Süden und bin eigentlich ziemlich resistent gegen warme Temperaturen, sollte man meinen. Aber bei DEM Wetter schwitzen selbst wir schon nur vom "in der Gegend rumschauen".

Was unsere Couch-Kojoten durchmachen muss man nicht weiter ansprechen -
aber was man dagegen für sie tun kann, DAS kann man ansprechen.

Ceanu bekommt das volle Programm. Zuhause liegt er die meiste Zeit im Bad auf den kühlen Fliesen. Wenn ich dort auftauche um "was auch immer zu erledigen" bin ich schon lange zu spät : der Boden ist superwarm und Ceanu ist nicht einen Zentimer von der Stelle zu bewegen. Die Badewanne ist etwa 15cm tief mit kaltem Wasser gefüllt. Dann und wann schlittert Ceanu mal rein um sich etwas Abkühlung zu verschaffen.

Ab und zu sind wir auch in der Küche und sitzen vor geöffneter Kühlschranktür. Ich muss aufpassen, dass Ceanu nichts klaut - und Serpil achtet darauf, dass ich darauf achte, dass Ceanu nichts klaut. Er hypnotisiert uns ja ständig mit seinem Futterblick. Wir gehen NOTFALLS auch bei Wüstentemperaturen Gassi, aber dann auch ohne zu toben, gemütlich im Schatten und in Wassernähe. Für alle Fälle haben wir auch Wasservorräte "am Mann".

Das Beste was man seinem Bulldog jedoch tun kann ist, ihm Gänseblümchenköpfe mit ins Essen zu mischen. 6-10 pro Tag. Die kleinen Pflanzen wirken Wunder, sie wachsen nahezu überall, fast das ganze Jahr über vom April bis September, und sie kosten nichts.

Ceanu hat zuvor immer ein bronchienerweiterndes Medikament bekommen. Wir sind auf das natürliche Multitalent Gänseblümchen umgestiegen und sein Rachen ist frei von Verschleimungen, er ist vitaler und sein Stoffwechsel läuft auf Hochtouren. Auch die Schmerzen in den Ellenbogen und der Hüfte scheinen gemildert zu sein, denn er tobt ruppiger als sonst.

Man sagt dem Pflänchen Schmerz- und Wundheilende Wirkung bei Schürfwunden, Prellungen, Verstauchungen, Muskelschmerzen und allgemein bei Hautleiden nach. Außerdem soll es bei Gicht und Rheuma eingesetzt werden. (Siehe auch Blog-Beitrag 1. Juni 2005 und in der Spalte rechts unter Buchempfehlungen.) Für die Winterzeit vergrößern wir regelmäßig unseren Vorrat.

Mittlerweile brauche ich Ceanu nur die Gänseblümchen zu zeigen, und er grast sie gierig ab wie eine professionelle Vollzeitberufskuh. Ach ja : Wie ich gehört habe, können dank der Gänseblümchen auch Alaska Willie (Siehe auch Blog-Beitrag 1. Juni 2005) und Big Jim mit ganz unverschleimtem Rachen perfekt durch diesen heißen Sommer laufen und rumtoben !

Aber Vorsicht! Einem Zigeunerbrauch nach bleiben alle diejenigen, die Gänseblümchen essen, für immer klein ?! ;-))


Donnerstag, Juli 13, 2006

Disposition zu Herzkrankheiten


In den letzten Jahren mehren sich nach Aussage von Tierärzten beim Bulldog die Fälle von "Kugelherzen". Die Hunde mit dieser Herzanomalie werden nur circa 2-4 Jahre alt.

Woher kommt dieser Trend? Vereinfacht und allgemeinverständlich erklärt :
Das Herz schlägt im Brustraum und ist somit von dessen Ausprägung beeinflußt. Ist der Brustraum im Verhältnis zur Gesamtgröße eines Tieres, und damit auch im Verhältnis zur Größe seiner Brust-Organe unverhältnismäßig groß, so "wuchern" die Organe sozusagen in diesen Freiraum hinein. Für das Herz heißt dies, daß es sich in solch einem übergroßen Brustraum (kugelförmig) vergrößert und seine Muskulatur sich in diesem Zusammenhang nach und nach verhärtet. Dies führt zum frühen Herztod.

Vergleichen Sie Kopf, Vorderfront und Vorderbeine der beiden Bulldogs unten :

Der linke Bulldog ist "Dewrie Drummer Boy". Er lebte in den 70er Jahren, war "FCI-World Champion" und "Floral Garden" basiert auf einer Urenkelin von ihm. Er ist der perfekteste Bulldog, den ich je sah : vergleichen Sie ihn mit der Zeichnung des Standard-Bulldogs in der Spalte rechts oben!

Der übertypisierte Extrembulldog rechts ist ein heutiger Europäischer FCI-Champion; er wirkt fast wie eine Karikatur des Standards. Aber er ist keine Ausnahme:
Sie können Verkaufseiten von Bulldogzwingern von Holland über Deutschland bis Polen durchblättern wie Sie wollen : sehen Sie auf die Champions dort, mit denen gezüchtet wird, und Sie werden erkennen, wie viel näher diese mit ihrer Vorderfront dem Extrembulldog rechts kommen, als dem perfekten Bulldog links.
Anders in den USA, wie ich im nächsten Blog-Beitrag (Sonntag) zeigen werde.

Die von uns wieder und wieder kritisierten Extrembulldogs mit ihren zum Teil monströs verbreiterten und tiefhängenden Brustkästen sind typischerweise nicht nur die Leidtragenden früher arthrotischer Gelenk- und Wirbelkörperveränderungen, sondern auch Opfer von Herzkrankheiten!
Es macht mich fassungslos, wie naiv oder rücksichtslos diese sogenannten Züchter und Richter sind, die solche Abnormitäten auch noch für züchterisch zweckgeeignet erklären! Und das zieht sich durch alle Zuchtverbände.

Diese Extrembulldogs erinnern mich ans alte China, wo den Frauen aus "Schönheitsgründen" die Füße gebunden und verkrüppelt wurden. Aber sie starben wenigstens nicht daran, wie es immer mehr dieser armen Extrembulldogs mit ihren kranken Herzen tun ...


Montag, April 3, 2006

Tollwut-Impfung

Es gibt eine wichtige Änderung der Vorschriften


In der Kindermedizin und in der Tiermedizin wird in zunehmendem Maße vor einer Überimpfung gewarnt. Die Vielfachimpfungen stehen besonders in der Kritik, denn das Immunsystem könne dadurch überlastet und geschädigt werden. Da die Milz Teil des Immunsystems ist, werden auch die vielen Milztumore bei Hunden zunehmend von Tiermedizinern auf Überimpfung - zumindest als Mitverursachung - zurückgeführt.

Die Wissenschaft ist sich nicht einig. Aber für mich heißt das : Vorsicht ist geboten. (Alma starb mit knapp 13 Jahren an einem Milz-Lebertumor. Wilma starb mit knapp 11 Jahren an zwei geplatzten Blutgefäßen in der Milz.)

Wir lassen Frieda nicht mehr in einer Impfung gegen Tollwut und gleichzeitig gegen andere Krankheiten impfen, sondern sie bekommt nur noch zeitlich versetzte Einzel-Impfungen.

Bislang galt in Deutschland rechtlich die Tollwut-Impfung nur für jeweils 1 Jahr. Und das, obwohl medizinisch längst klar war, daß die Immunisierungswirkung für mindestens 3 Jahre anhält. Möglicherweise steckten auch wirtschaftliche Interessen der Pharmaindustrie hinter dieser Rechtsregelung, möglicherweise auch einfach nur wieder einmal Überregulierung.

Das hat sich seit Anfang 2006 - dank Europäischem Recht - geändert:
In Anpassung an EU-Recht gilt auch für Deutschland seit Anfang 2006 eine Tollwut-Impfung rechtlich so lange, wie der Hersteller des jeweiligen Impfstoffes - auf dem Beipackzettel - die medizinische Wirksamkeit bescheinigt.

Jetzt kann jeder Tierarzt in Deutschland Tollwut-Impstoff bestellen, für den eine maximale dreijährige Wirkungsdauer im Beipackzettel bescheinigt ist :
Die Pharma-Firma "Pfitzer" hat diese Zulassung bereits von den Behörden erhalten. Die neuen Chargen (ab Mai/Juni 2006 im Handel) werden diese dreijährige Wirkungsdauer im Beipackzettel vermerkt haben.

Wir empfehlen jedem von Euch Euren Hund - nach dieser Änderung der Gesetzeslage - nur noch alle 3 Jahre gegen Tollwut impfen zu lassen. Das ist gut für Euren Geldbeutel ;-) und gut für die Milz Eures Hundes :-))

Für Hunde-Einreisen nach Großbrittanien und nach Skandinavien gilt allerdings noch nach wie vor, daß die Tollwut-Impfung nicht länger als 1 Jahr zurückliegen darf. Wir planen unsere Reisen in diese Länder deshalb so, daß sie in das jeweils 1. Jahr nach der Dreijahres-Impfung fallen. ;-))

Unsere reise- und abenteuerlustige Frieda kann es kaum abwarten, wie ihre Augen oben sagen, daß es losgeht :"Egal wohin! Das Leben ist spannend ! Und wenn man dabei einmal naß werden sollte - schließlich kann man sich trockenschütteln, wie Ihr seht ;-)))"

Freitag, Februar 10, 2006

Jeder weiß um die Atemprobleme ...


Dies Foto links ist das Bild des Monats Februar 2006 der lesenswerten Zeitschrift "Partner Hund". Der Beitext macht klar:

Wohl jeder weiß um die Atemprobleme des Bulldogs. Traurig, meint man dort zurecht !

Aber welcher deutsche Bulldog-Zuchtverein tut etwas gegen diese Extremausprägung ?

Der Zuchtverein des VDH (ACEB) jedenfalls winkt nur ab und leugnet diesen Tatbestand zumindest in der Öffentlichkeit. Es scheint, dort ist nur ein gutes Hüftgelenk wichtig. Aber was nützt ein Bulldog, der zwar nicht humpelt, aber wegen Atemnot sowieso nicht laufen kann???

Um den Bulldog vor einem Zuchtverbot wegen Qualzucht zu retten, müssen ALLE Probleme in Abwägung zueinander in ein Zuchtkonzept einfließen. Dazu gehört viel Wissen über genetische Wahrscheinlichkeiten. Haben die Extrembulldog-Züchter das? Ich glaube nein.

Dazu gehört auch LIEBE zum Bulldog, denn es ist teuer und aufwendig nur Paarungen vorzunehmen, die konsequent der Gesundheit der Nachkommen dienen. LIEBEN die Extrembulldog-Züchter den Bulldog? Ich glaube wieder nein : sie reden nur davon.

Hier eine Adresse, wo wirklich umfassend über die Atemproblematik der kurznasigen Hunde informiert wird. Diese Seite wurde von einem Verein für Boxer herausgegeben. Die Erstveröffentlichung geschah in einem Magazin für Französische Bulldoggen. Beide Rassen sind weniger (Boxer) oder mehr (Bullies) betroffen. Der Engliche Bulldog ist jedenfalls sehr stark betroffen ...


Warnung !

Auf die Frage nach der Gesundheit mancher Bulldogs, die auf den Ausstellungen von ACEB/VDH gezeigt werden antwortet Gisela Klan, Offizielle des ACEB für die Welpenvermittlung:
"Na welche Ausstellungen haben Sie denn besucht wo ein English Bulldog Probleme hatte? In den letzen Jahren war kein Bulldog auffällig geworden. Wenn man natürlich die Bulldogs im Ausland kauft, ist es schon möglich daß der Bulldog auffällig werden könnte. Wie können Sie einen Richter kritisieren ?"

(30.01.2006, gesehen auf der Homepage des ACEB)

Bei so einem Umgang mit der berechtigten Sorge um die Gesundheit in der Englischen Bulldog Zucht sollte man auf DIESE Welpenvermittlung verzichten - im Interesse der Hunde, aber auch im eigenen Interesse.

Umgehen Sie diese Welpenvermittlung und wenden Sie sich direkt an die Züchter, deren Bulldogs auf Sie einen vitalen Eindruck machen. Nach meinem Eindruck empfehlen sich die Züchter, die ich in der Spalte rechts genannt habe. Birgit Braum züchtet KEINE Extrembulldogs, und soweit ich es beurteilen kann, die 2 genannten ACEB-Züchter auch nicht.


Montag, Oktober 4, 2005

Medizinische Werbung mit Bulldog


Sonntag, September 18, 2005

Probleme mit den Augen


Heute etwas Medizinisches. Viele Hunde, auch viele Bulldogs, haben chronische Hornhaut- oder Bindehautzündungen. In den allermeisten Fällen steckt als Ursache eine mechanische Dauer-Reizung dahinter. Akute Hilfe bringen Antibiotika - aber um das Auge auf Dauer zu sanieren, muß die genaue Ursache gefunden und behoben werden.

eingerollte Lidleiste
1. So eine Dauerreizung kann eine nach innen gerollte Lidleiste (Enthropium) sein, die ein genetischer Defekt ist und operiert werden muß. Fragen Sie beim Welpenkauf den Züchter, ob solch eine Mißbildung in den Zuchtlinien des Welpen vorgekommen ist. Nicht jeder Züchter wird Ihnen ehrlich antworten! Wie dem auch sei, nach dem Produkthaftungsgesetz muß der Züchter innerhalb von 2 Jahren für die Kosten solch einer Operation aufkommen.

einzelnes Härchen
2. Auslöser kann auch ein einzelnes Härchen sein, das im inneren Lid, oder am Lidrand im Laufe eines Bulldoglebens plötzlich und zufällig erscheint. Auch solch ein einzelnes Härchen kann chronische Entzündungen hervorrufen, wenn es am Auge regelmäßig entlangreibt. Solch ein Härchen wird schnell vom Arzt übersehen. Unter einem Speziallicht kann es mit einer Spezialbrille aber gut erkannt werden. Bei unklarer Entzündungsursache empfehle ich, die inneren Augenlider unter diesem Speziallicht zu untersuchen. Einzelne Härchen können mit einer Laserbehandlung leicht entfernt werden.

Narben am Auge
3. Weiter kann Entzündungsauslöser eine Narbe am Auge sein - die sich nach einer Verletzung z.B. durch einen Zweig - auf der Hornhaut oder an der Bindehaut gebildet hat. Solch eine Narbe kann sehr oft abgeschliffen werden.

Allergien
4. Viele Hunde sind heutzutage von Allergien geplagt. Die Schleimhäute des Auges schwellen dann in der Regel sehr an und jucken. Der Hund verschlimmert den Zustand dann meist noch selbst durch kratzen und reiben mit der Pfote. Hier hilft u.a. eine Cortisongabe als Injektion und auch als Salbe.

Pöckchen im Lid
5. Abgeheilte, akute Bindehautentzündungen hinterlassen fast immer ganz kleine Pöckchen im inneren Lid, sozusagen Narbengewebe. Diese Pöckchen bilden nun einen Dauerreiz, der sich fast immer zu einer chronischen oder rezidierenden Bindehautentzündung entwickelt. Der Arzt kann diese winzigen Schleimhaut-Pöckchen unter der oben genannten Speziallampe erkennen. Die Lidleiste muß dann ausgeschabt werden, damit auf Dauer Heilung erfolgen kann. Diese Ausschabung ist eine sehr kleine und sehr kurze Behandlung unter Narkose, da sich der Hund nicht dabei bewegen darf, weil sonst das Auge selbst durch das scharfe Ausschabungsinstrument verletzt werden könnte.

Auto-Immunstörung
6. Selten sind dagegen Entzündungen oder Eintrübungen, die auf einer Auto-Immunstörung beruhen. Ich kenne nur einen solchen Fall. Der Bulldog wurde von inkompetenten Tierärzten (in Norddeutschland) sinnlos, das heißt erfolglos operiert, da diese versäumten, die nötigen Laboruntersuchungen zu machen, um die Entzündungsursache zu diagnostizieren. Unser Freund und Tierarzt vor Ort, Peter Söhl, den wir außerordentlich schätzen, behandelte diesen Bulldog nur einmal - und der Spuk war weg. Die lange Anreise hatte sich für Herr und Hund wirklich gelohnt!

trockene Augen
7. Besonders ältere Hunde leiden häufig an einer zu geringen Produk-tion von Tränenflüssigkeit. Ist das Auge zu trocken, dann reizt jeder Lidschlag und führt früher oder später zu Entzündungen. Hier ist Hilfe sehr leicht zu finden : mehrmals täglich künstliche Tränenflüssigkeit (oder z.B. ein harmloses Mittel wie Berberil) ins Auge geben.

Cherry Eye
8. Besonders bei jungen Hunden tritt gelegentlich das sogenannte 'Cherry-Eye' auf. Die etwa bohnengroße Nickhautdrüse tritt dann im inneren Winkel des Unterlides nach außen. Auf der hier eingelinkten und schon einmal erwähnten sehr informativen Webseite aus England ist ein Bild davon zu sehen. Ich empfehle JUNGE Hunde nicht gleich zu operieren, sondern diese Drüse einfach wieder nach innen zu drücken und abzuwarten, bis der Kopf sich voll entwickelt hat. Bei jungen Hunden kann während des Schädelwachstums der Abstand zwischen Augapfel und Schädel-Augenhöhle etwas weit sein, sodaß diese Drüse nach oben wandern kann. Sehr oft reguliert sich der Abstand zwischen dem Augapfel und dem Rand der Augenhöhle mit dem Abschluß des Schädelwachstums von ganz alleine. Geduld ist hier der beste Arzt :-).


Vom Auge zum Blick ;-)


Bulldogs haben wunderschöne große, runde Augen. Wie ein Seehund, wie ein Mensch :-)

Ich glaube diese Augen, diese Bulldogblicke, diese so ganz besonderen "Bulldogaugenblicke" sind auch ein Grund für den Fakt:


Once a Bulldog, always a Bulldog.


Donnerstagtag, Juli 14, 2005

Eine mögliche Ursache für

Harnleiter- und Blasenentzündungen


Wilmas Leibarzt:-) Peter Söhl gab uns für das „Bulldog-Blatt" einen Artikel aus „Der Prak- tische Tierarzt" von 6/2002: „Rekto-urtehrale Fistel bei einer Englischen Bulldogge mit persistierender bakterieller Zystitis". Ich übernehme diesen Artikel wegen der vielen Fachausdrücke darin nicht so wie er ist, sondern fasse ihn zusammen:

Für uns ist dieses Thema interessant weil gesagt wird: "In der Fachliteratur ist das Auftreten rekto-urtehraler Fisteln bereits bei mehreren Englischen Bulldoggen beschrieben."; - damit handelt es sich bei dem in diesem Artikel beschriebenen konkreten Fall aus den USA nicht um eine Einzelerscheinung. Solche „rekto-urtehraler Fisteln" sind Durchlässe vom Harnleiter zum Darm, die oft angeboren sind. Diese Fisteln müssen nicht immer durchgängig für Sektrete oder Harn sein, sie sind es aber für Darmbakterien. Behandlungsresistente Entzündungen des harnabführenden Bereichs, Ausscheidung von roten Blutkörperchen und Harnzwang können hier ihre Ursache haben.

Entzündungen sind die mit Abstand häufigste Ursache für Blasensteine, und diese wiederum können zu Fistelbildungen führen. In diesen Fällen hilft nur eine chirurgische Entfernung der Fistel und anschließende Antibiotikabehandlung.

Im beschriebenen Fall wurde die richtige Diagnose erst gestellt, als der Harn schließlich aus dem Darm herauslief. Der Bulldog war zu diesem Zeitpunkt schon 8,5 Jahre alt. Bis dahin wurde bei Untersuchungen im Alter von 15 und von 25 Monaten nur eine „bakterielle Zystitis" diagnostiziert. „Das diagnostische Vorgehen beinhaltete die wiederholte Anfertigung von Doppelkontrast Zystogrammen, Blutbildern inklusive klinischer Chemie, die Funktionsüberprüfung des Immunsystems sowie Harnuntersuchungen inklusive bakteriologischen Untersuchungen." Die Feststellung solcher Fisteln ist also sehr schwierig!


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Cornelia Savory-Deermann Cornelia Savory-Deermann

Cornelia
Savory-Deermann
, geboren 1945 in Wuppertal, hat seit inzwischen 37 Jahren Englische Bulldoggen und ist Gründungs- und Ehrenmitglied des "Verein der Freunde Englischer Bulldogs e.V.".

Jetzt sollen die Bulldogs zusätzlich hier ihr eigenes deutsches Weblog bekommen. Jeder Leser kann Blog-Beiträge an Cornelia schicken, Eure Bulldog-Anekdoten, -Fotos und -Tipps für's Blog sind willkommen. Der jeweilige Autor behielt sein Copyright an Bildern und Text, gabt aber Cornelia ein einmaliges, unwiderrufbares Nutzungsrecht für eine Veröffentlichung in diesem Blog.


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Lichtenau/Paderborn




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Update: 21. 3. 2008

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Cornelia Savory-Deermann


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