Cornelias 'Bulldog Blog' ...
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English Bulldog Netzwerk für Kenner und Freunde
Archiv-Organisation vom 15. Juli 2009:

Archiv Mai 2005 - August 2008 :

Die Beiträge zu diesem Thema - von September 2008 bis heute - erreichen Sie über das Thematische Inhaltsverzeichnis in den jeweiligen Monatsarchiven.


Haltung und Erziehung


Mittwoch, August 27, 2008

Sinn für Seele

Heute noch einmal eine kleine Episode, die einen Blick in Friedas Seele erlaubt :-)

Meistens schlafen Frieda und Kosmo irgendwo auf unserer unteren Betthälfte, zunehmend auch in Körperkontakt miteinander. Jeder von ihnen hat jedoch seine individuellen Einschlaf- und Aufwach-Rituale:

Kosmo kommt abends und morgens kurz hoch zu unseren Köpfen gedonnert, um uns von Herzen begeistert und wild küssend "Gute Nacht" oder "Guten Morgen" zu verkünden. Frieda ist sanfter, sie verteilt abends einen kurzen, aber zärtlichen Gute-Nacht-Kuß, bevor sie sich zum Schlafen zusammenrollt. Morgens ist sie eher eine muffelige Langsamwachwerderin.... es sei denn der Müllwagen kommt : dann ist sie in 0,1 sec von 0 auf 100...:-)

Vor ein paar Nächten nun, es war schon im Morgengrauen, stand Frieda plötzlich vom Fußende auf und begann sich hinter und unter meinem Kopfkissen ein Nest zu graben. Dann steckte sie ihre Nase in meine Haare, atmete tief durch und schlief wieder ein.

Stu war wach geworden und sagte traurig zu mir: "Ich bekomme nichts ab von der Friedaliebe :-("

Da stand Frieda unvermittelt auf, drehte sich zu Stu um und verließ mein Kopfkissen; an seiner Schulter grub sie sich ein neues Nest, steckte ihre Nase unter sein Ohr, atmete tief durch und schlief wieder ein....

Ich meinte zu Stu: "Sie hat Dich tatsächlich verstanden! Sie zeigt Dir, Du bekommst ganz klar auch alle ihre Liebe!"


Juli 2009: Nachtrag zu diesem Beitrag

Warum habe ich den Beitrag oben mit ins Archiv "Haltung und Erziehung" aufgenommen?

Entscheidend bei der Erziehung von Hunden ist eine von Liebe getragene Grundhaltung. Hunde wissen sehr wohl zwischen Liebe und Herrschaft - oft Dominanz genannt - zu unterscheiden. Und sie verhalten sich entsprechend: Liebe erzeugt Gegenliebe - Druck erzeugt Gegendruck... Liebe setzt aber auch Grenzen und kennt ein "nein" - aber keine Willkür der eigenen Dominanz wegen !

2009: Ergebnisse einer Langzeitstudie der "University of Pennsylvania":

Wenn Du aggressiv bist, ist Dein Hund es auch.

Studien-Ergebnis: Wesentliche Ursache aggressiven Verhaltens ist die weit verbreitete konfrontative Trainigsmethode für Hunde. Die Hunde geben ihr aggressives Verhalten erst auf, wenn diese Trainingsmethode aufgegeben wird.

"Diese Studie leuchtet das Risiko dominanz-basierten Trainings aus, welches durch TV, Bücher und Vertretern von straf-orientierten Erzieungsmethoden populär gemacht wurde. Diese Techniken erzeugen Furcht und mögen zu gegen den Besitzer gerichteten Aggressionen führen."
Der ganze Artikel (USA) über diese Studie HIER!

2009: Ergebnisse einer Langzeitstudie der "University of Córdoba (Spanien)":

Schlecht behandelte Hunde werden aggressiv.

Studien-Ergebnis: "Viele Hunde werden getötet oder abgegeben, weil ihre Natur für gewaltätig gehalten wird. Aber entgegen der allgemeinen Überzeugung hat die Rasse wenig mit aggressivem Verhalten zu tun - verglichen mit all den besitzerabhängigen Faktoren. Dies wurde in der Studie belegt, welche Rassen wie Rottweiler und Pit-Bull einbezog, welchen eine aggressive Natur nachgesagt wird."

"Die Zusammenfassung der Studie ist überraschend: primär sind die Hundebesitzer für Attacken ihres Hundes verantwortlich aufgrund von Dominanz- oder Wettbewerbsverhalten zwischen Hunden." Neben zu erwartenden Ursachen wie schlechte Grunderziehung usw. wird in dieser Studie auch als häufiger Auslöser aggressiven Verhaltens genannt: Erst-Hundebesitzerschaft, Verwöhnung, ständiges Futter-zur-Verfügung-stellen, impulsiver Hundekauf oder geschenkte Hunde, dem Hund generell zu wenig Zeit widmen.
Der ganze Artikel (USA) über diese Studie HIER!


Dienstag, Juni 24, 2008

Heute berichtet Gastbloggerin Loritta Drubba

Emma bestand die Begleithundeprüfung!


Liebe Bulldogfreunde,
dass Bulldogs intelligent sind wissen Sie sicher. Hartnäckig hält sich aber die Meinung, dass Bullies schwer zu erziehen seien und sie sehr lange Zeit zum Lernen bräuchten. Dies stimmt so nicht. Als Beispiel möchte ich von unserer Emma berichten, die die Begleithundeprüfung nach dem Augsburger Modell bestanden hat. Darauf sind wir sehr stolz!

Nach dem Tod unseres Katers wollten wir uns einen Hund anschaffen. Irgendwo hatte ich gelesen, Bulldogs seien mutig, loyal, liebenswürdig im Wesen und schnarchten. Ich meinte, das passt zu uns, viel sportlicher Auslauf würde auch nicht benötigt und vom Aussehen fand ich sie toll.

Nach kurzer Suche im Internet und einem Anruf in Priort, saßen wir bei Frau Schuda im Wohnzimmer, mit Beebob auf meinem Schoß und guckten Bulldogwelpen an. Wir baten um Bedenkzeit.

Zu Hause angekommen wollte ich gar keinen Hund mehr, wegen Sauberbekommen, Möbelannagen, Alleinelassen, und, und, und..... Zwei Tage später rief ich an und sagte, dass wir Emma möchten.

So kam Emma zu uns. Vor ihr war erstmal nichts sicher. Sie zog die Tischdecken runter, nagte die Treppenstufe an, zerrte ganz fürchterlich an der Leine und hatte Schuhe zum Fressen gern.

Als unser Sohn, der in Dresden wohnt, zu Besuch kam, zwickte sie ihn dauernd in die Füße. Heute sind die beiden ein Herz und eine Seele.

Von Hundeerziehung hatten wir keinen Schimmer, also ab in die Hundeschule. Auf Anraten einer Bekannten fuhren wir alsbald 2-mal wöchentlich nach Bad Frankenhausen.

Die Hundeschule arbeitet nach dem Augsburger Modell mit viel positiver Bestätigung und Leckerchen. Es hat uns großen Spaß gemacht und Emma und ich haben dort viel gelernt. Sie hat mit den anderen Welpen getobt und genau wie sie in der gleichen Zeit Sitz, Platz, Fuß und Bleib gelernt und geübt. Am längsten hat es gedauert Emma klarzumachen, dass man nicht an der Leine zieht. Nach dem Grundkurs sind wir in den Hundeklub eingetreten und fahren heute noch wöchentlich zum Üben. Wenn wir dort ankommen, dreht Emma hinten im Auto fast durch und kann gar nicht schnell genug hinein.

Vor 10 Wochen verkündete unsere Trainerin, dass sie alle Hunde, die im vorigen Jahr den Grundkurs gemacht haben, zur Prüfung angemeldet hat. Wir bekamen eine Zeichnung mit dem Parcours, 200 Hundefragen zur Theorie und acht Wochen Zeit zum Üben.

Die Prüfung hat 3 Teile: Theorie, Unterordnung und Verkehrsteil. Das Wichtigste ist die Unterordnung. Es gehen immer 2 Hundeführer mit Hund. Einer läuft die Übung auf dem Parcours, und der Andere muss in dieser Zeit abgeleint 30 Schritt von seinem Hundeführer entfernt ruhig liegen bleiben. (Für uns der schwierigste Teil.) Dann wird gewechselt.

Der Parcours ist eine winklige Strecke, die man mit dem Hund abläuft. Zuerst mit der Leine. Der Hund soll bei durchhängender Leine gut mitgehen. Es wird ein Stück schnell und langsam gelaufen, kehrt gemacht und Sitz aus der Bewegung. Zum Schluss geht man mit Hund durch eine Gruppe von mehreren Personen. Dann wird das Ganze ohne Leine wiederholt. Man fängt mit der Gruppe an und läuft wieder die Strecke mit den verschiedenen Winkeln und Geschwindigkeiten ab. Zum Schluss muss der Hund absitzen, man entfernt sich 30 Schritte und geht wieder zurück, nimmt ihn mit, geht 10 Schritte lässt den Hund ins Platz legen, entfernt sich wieder 30 Schritte und ruft den Hund zu sich heran. Er muss dann um den Hundeführer herum gehen und links absitzen.

Danach wird im Verkehrsteil geprüft ob der Hund Fahrräder, Jogger, Autos und fremde Hunde toleriert. Als Emma und ich die Generalprobe eine Woche vorher bestanden haben, habe ich Theorie gebüffelt. Es kann schließlich nicht sein, dass der Hund akkurat läuft und Frauchen fällt in der Theorie durch. Die Bewertung ist bei dieser Prüfung nicht so streng wie bei der Begleithundeprüfung des VDH. Wir sind schließlich Hundefreunde und keine Hundesportler. Sie wurde auch in dieser Form erstmalig in Thüringen durchgeführt und kann von allen Hundenrassen, auch Mischlingen absolviert werden. Wie Sie auf dem Bild sehen waren wir eine bunte Truppe. Die Mitglieder des Schäferhundevereins, die uns ihren Platz freundlicher Weise zur Verfügung stellten, waren positiv überrascht. Auch für den Richter war es Neuland, aber er war nicht lasch, es sind auch 2 Hunde durchgefallen.

Aber wir haben die Prüfung bestanden und sind sehr stolz.

Daher stören wir uns nicht daran, dass in der Urkunde aus dem Englisch Bulldog ein Britisch Bulldog wurde.

Mit Sicherheit wird man einem Bulldog keinen Kadavergehorsam beibringen, aber es ist wichtig, dass der Hund seinen Patz im Rudel kennt und ein bisschen Erziehung und Konsequenz erleichtert das Zusammenleben von Mensch und Hund.

Zum Schluss möchte ich von Emma noch viele Grüße an ihre Wurfgeschwister Elsa in Luxemburg, Egon mit dem Horrorzoo, Dicker und Georgina sowie an Frau Schuda und ihre Bulldogs ausrichten !

Über Mails zwecks Erfahrungsaustausch würden wir uns sehr freuen, Email siehe unten, Loritta Drubba.


Donnerstag, Mai 1, 2008

Wunderbar:

die Haltung eines Bulldog-Pärchens


Das Leben als Paar ist eine menschliche Erfolgsgeschichte; dieser Lebensform war der 1. Mai schon in ganz alten Kulturen gewidmet. Die Tradition des Maibaumaufstellens zeugt bei uns bis heute davon.
Deshalb nehme ich den heutigen 1. Mai zum Anlass einmal über die Freuden zu sprechen, welche die Haltung eines Bulldog-Pärchens schenkt.

Alles, was Doris Ehrenstein mir über ihre Berta und ihren Willie erzählte - und was ich bei meinen Besuchen bei ihr selbst erlebte - das alles verfestigte meinen Wunsch nach einem eigenen Pärchen; einem kastrierten Pärchen, da ich ja nicht züchten will.

Geboren wurde dieser Wunsch nach einem Pärchen schon zu Anbeginn meiner "Bulldog-Zeit", denn meine Ziska und Bully, der Rüde meiner Eltern, liebten sich abgöttisch und jedes ihrer Spiele, jede ihrer "Attacken" (sei es gegen den Donner oder gegen wilde Katzen) wurde in verblüffend kluger Einvernehmlichkeit erledigt!

Berta/Willie und Frieda/Kosmo haben viele Verhaltensweisen ganz gleich entwickelt:

  • Willie und Kosmo sind in der Öffentlichkeit immer die Stars ;-). Sie drängen sich vor, machen sich groß und platzen vor Charme um den Menschen zu zeigen, wie liebenswert und überhaupt großartig sie sind.

    Und Berta und Frieda? Ja, die Hündinnen lassen sich einfach ohne Widerspruch in den Hintergrund drängen.... Das hat besonders bei Klaus und Stu (den Herrchen) zur Folge, daß sie sich ganz speziell und rührend um die "armen Mädchen" bemühen und ihnen "hinterherlaufen", da diese immer so von den "Kerlen" abgedrängt werden! Naja, damit bekommen die Mädchen viel intensive Zuwendung so "von allein", ganz ohne Anstrengung und Aufwand :-))

  • Berta und Frieda sind die Bettlerinnen bei Tisch. Willie und Kosmo dagegen sind die "braven Jungen", die schön geduldig sitzen bleiben und abwarten, denn sie wissen ja, ihre "frechen Mädchen" sorgen für Fleischbrocken für sie mit.... :-))

    Dies Verhalten erinnert mich an die Herren Löwen, die ihre Löwinnen für sich jagen lassen...

  • Berta und Frieda sind die wachsameren. Sie passen auf und warnen zuerst über ungewöhnliche Geräusche oder fremde Besucher. Willie und Kosmo donnern dann mit lautem Getöse heran und schwenken die Kriegsfahne, wenn es ihnen wichtig erscheint. Sie drohen gewaltig und zeigen sich als die Super-Helden ;-)

    Dabei sind Rüden, wie ich in einem kynologischen Fachbuch einmal las, eher bereit einen Kampf zu beenden oder überhaupt zu vermeiden, sobald sie ihre Rangordnung (oft durch Rituale) geklärt haben. Hündinnen dagegen würden, wenn sie einmal zu kämpfen beginnen, oft wirklich todernst kämpfen, da ihr Kampfinstinkt grundsätzlich dem Lebenserhalt ihrer Nachkommen gelte.

Der Zauber des Zusammen-Spiels:

Ein Pärchen hat (in der Regel) kein Dominanzproblem miteinander, hier ist Ergänzung, Respekt, Fürsorge und Kooperation angesagt.
Dazu eine Fotofolge: "Was mein ist ist auch dein!":

Annäherung: Frieda nähert sich interessiert Kosmo und seinem Schatz.
Teilnahme: Frieda möchte auch an diesem Schatz teilhaben.


Dienstag, Februar 19, 2008

Menschliches Armsein - Menschliches Reichsein


Anke Teloudis schickte uns dies Gedicht:

Solche armen Menschen gibt es, gibt es wohl öfter, als wir wahrhaben wollen.

Ich zähle auch "Züchter" dazu, die ihre Hunde kaltherzig in Zwingern oder "Hundehäusern" halten - um Geld mit ihnen zu verdienen oder um "Anerkennung" unter Ihresgleichen zu suchen und doch nicht zu finden....

Ich zähle auch "Tierschützer" dazu, die Hunde aus Welpenfabriken (besonders aus dem östlichen Ausland) importieren, um sie dann hier mit Gewinn "zu vermitteln". Diese Welpen werden nämlich genau für diesen sogenannten "Tierschützer-"Markt unter schlimmsten Bedingungen produziert...

Arme Menschen, die Pflege für lästig und die Spiel für Zeitverschwendung halten...
Arme Menschen, die Liebe auf Sattwerden reduzieren...
Arme Menschen, die Tierliebe zum Geldverdienen mißbrauchen...
Arme Menschen, die ihre innere Kälte und Einsamkeit der Außenwelt dartun und antun!

font color=orange>Diesen Armen kann man nicht helfen. Aber den armen Hunden, die unter solchen Menschen leiden, denen kann man oft helfen! Engagiert Euch im seriösen Tierschutz :-). )


Heute wäre mein Vater 89 Jahre alt geworden.

Mein Vater (er starb im letzten November) war ein innerlich reicher Mensch. Er liebte die Bulldogs, und er spendete sein Leben lang für (Kinder und) Hunde in Not.

Sein letzter Bulldog Dewrie war ein sehr kranker Hund. Er war herzkrank, atmete äußerst schlecht, er hatte Prostata-Probleme, kranke Gelenke, ewig entzündete Zähne, Augen und Ohren.... Dewrie war wörtlich ein "armer Hund".
(Er stammte von einer damals renomierten Züchterin, die aber inzwischen die Bulldog-Zucht aufgab, da im Laufe der Jahre einfach zu viele ihrer Hunde von ihr selbst "kaputt-gezüchtet" waren.)

Bei jeder der traurigen Gedichtszeilen oben kann ich sagen, meine Eltern waren anders:

Mein Vater war 12 Jahre lang Witwer, und er pflegte und liebte seinen letzten, so kranken Hund ganz allein mit Geduld, Hingabe und Liebe. Er war - wie meine Mutter - ein Vorbild, er liebte und er konnte Verantwortung (er)tragen.


Montag, Dezember 31, 2007

Gedanken (und eine Info) zum Tierschutz


Was änderte sich im Tierschutz ?

Wenn wir auf 2007 zurückblicken, so war dies kein schlechtes Jahr für Hunde, zumindest in Österreich. Dort wurde das Tierschutzgesetz verschärft : in Österreich ist es ab 2008 verboten, im "öffentlichen Raum", also auch im Internet, mit Hunden zu handeln. Österreich ist hier ein gutes Vorbild, das hoffentlich in anderen Ländern Schule machen wird.

Unter meist qualvollen Bedingungen werden Welpen als Massenware produziert, ...
In Mitteleuropa hat sich eine ganze Szene etabliert, die gewerbsmäßig Hundehandel betreibt. Unter meist qualvollen Bedingungen werden Welpen massenhaft produziert, um dann über oft tausende Kilometer transportiert und dann in Deutschland vermarktet zu werden.

Die Abnehmer können hiesige Hundehändler sein, aber uns wurde auch berichtet, dass unseriöse Züchter mit solchen Welpen oft ihre Würfe preisgünstig "vergrößern". Besonders infam erscheint es mir, wenn sogenannte "Nothunde-Vereine" regelmäßige als Abnehmer solcher Welpen-Fabriken aktiv sind. Diese Not-Welpen werden über dortige Tierheime importiert und zum persönlichen Gewinn, sprich über "Aufwandsentschädigungen", weitervermittelt. Solche "Nothunde-Vereine" kurbeln damit dies Geschäft mit dem Hunde-Elend überhaupt erst an!

Ich kenne Menschen, die so ihren Bulldog einkauften. Meistens waren diese Leute nur naiv und uninformiert über die betrügerischen Tricks dieses "Gewerbes". Daß hinter diesen Händlern oft Tierquälerei und Ausbeutung der Muttertiere steht, das war ihnen nicht klar. Aufklärung, Aufklärung, das ist im Grunde die Hauptaufgabe auch dieses Blogs.


Es gibt nicht nur "Qualzucht" - es gibt auch "Qualhaltung"

Es gibt aber auch Welpenkäufer, die nicht naiv oder leichtgläubig sind, sondern die einfach für wenig Geld einen Statushund wollen, und die deshalb beim "Schmuddelhändler" kaufen.

Persönlichkeitskrücke Statushund
Solche Menschen kenne ich auch. Es ist ihnen gleichgültig, ob ihr Hund viel oder wenig Bewegung, ob er viel oder wenig Aufmerksamkeit braucht. Sie versuchen nur ihre Bedürfnisse nach Anerkennung über einen "wertvollen" Besitz zu befriedigen : so soll ihnen z.B. ein Bulldog oder ein teures Auto als Persönlichkeits-Krücke dienen. Ist es ein Auto, dann ist das für diesen schmerzfrei. Ist es aber ein Bulldog oder ein anderer "wertvoller" Hund, dann ist die Haltung bei Menschen mit solchen Persönlichkeits-Schwächen oft grenzwertig zur Tierquälerei!

Für 2008 wünschen wir allen Bulldoggen und allen Bulldoggern Gutes und Freude!


Montag, Dezember 17, 2007

Unser English Bulldog ist kein Hund für die

Zwingerhaltung !


Ein Beispiel der Folgen von Zwingerhaltung eines Bulldogs

Angus fand als Welpe keinen Käufer, und so kam er in die Zwingerhaltung seiner Züchterin. Es war zwar ein "Luxuszwinger" mit Auslauffläche, aber eben doch ein Zwinger mit der Konsequenz, dass Angus Mangel an menschlichem Kontakt erlitt und auf menschliche Lebensbedingungen ganz allgemein unsozialisiert blieb.

Als Corinna und Andreas Angus bei einem Züchter-Besuch kennenlernten, beschlossen sie ihn (inzwischen 9 Monate alt) trotz seiner Ängste vor dem dortigen Wohnhaus (und vor vielem anderem) letztendlich doch zu kaufen und ihm zu helfen, da er sich sehr an Andreas anlehnte.

Angus war natürlich nicht stubenrein; es dauerte viele Monate, ihm dies beizubringen. Aber die Hundefans Corinna und Andreas nahmen das mit Geduld hin, denn Angus hatte schließlich eine Geschichte, wie sie so mancher Not-Bulldog hat...

Das wirklich Schlimme, wie wir Bulldogger es auch auf Treffen erlebten, war seine Angst vor Menschen! Er lief vor Jedermann fort : näher als 3 Meter ließ er niemanden an sich herankommen. Er rannte - weggeduckt - sofort zu Corinna und versuchte sich hinter ihr zu verstecken. Wir Bulldogger hielten ihn zunächst nur für scheu, da sich dies Verhalten aber über viele Monate hinweg nicht änderte, mußten wir es schließlich als Angst begreifen.

Um Angus zu helfen kauften sich Corinna und Andreas einen weiblichen Welpen dazu. Und wirklich, diese Hündin half Angus durch ihr Vorbild sehr, die Angst vor Menschen abzubauen.

Heute, 2 1/2 Jahre später, ist er zwar immer noch scheu, aber er läßt sich von mir und von anderen streicheln...

Angus verdankt es dem geduldigem und ideenreichem Training, der jahrzehntelangen Hundeerfahrung sowie der Liebe von Corinna und Andreas, noch in ein für ihn als Bulldog angemessenes Leben hineingefunden zu haben :-)

Es ist nicht auszuschließen, daß bei Angus´ Angst auch ein genetischer Faktor mitspielt. Aber wie dem auch sei, die frühe Zwingerhaltung - auch wenn diese im Sinne der gesetzlichen Mindest-Anforderungen (siehe oben) sehr gut war - spielt meines Erachtens in jedem Fall eine Rolle.


Freitag, September 28, 2007

WUFF 9/07: "Hundeschule - Psycho-Doc" und

"Studie über selektives Verhalten von Hunden"


In der aktuellen "WUFF"-Ausgabe 9/07 sind (neben dem am 6. September schon besprochenen Artikel) zwei weitere, auf die ich hier kurz eingehen möchte:


1.) "Hundeschule - Psycho-Doc?"

Zunächst geht der Autor Jörg Tschentscher, selbst Tierpsychologe, auf die Hemmschwelle ein, die manche Menschen noch immer gegenüber einem "Psyco-Doc" haben. Es würde häufig die Meinung vertreten, ein paar Stunden Unterordnungstraining müßten reichen, damit der Hund funktioniere.... Nun, jeder weiß die Unterordnung der Hunde gelingt nicht immer so einfach, selbst bei gewalttätigen, schmerzhaften Methoden nicht. (Diese Methoden lehnen wir sowieso völlig ab; siehe auch Yasmins Beitrag unten vom 26. September.)

In Bezug auf Fehlverhalten eines Hundes bringt Tschentscher den Unterschied zwischen Hundeschule und Hundetherapie auf den Punkt: "Unterlassung versus Umlernen". Er zeigt am Beispiel des Jagdtriebes eines Hund, wie dieser therapeutisch - auf Dauer - umgeleitet werden kann, wogegen er bei schulischen Unterordnungsübungen nur immer vorübergehend unterdrückt wird.

Weiter geht Tschentscher - leider zu kurz - darauf ein, wie therapeutisch wachsam mit dem Hundehalter umgegangen werden muß, da dieser so oft Teil des Verhaltensproblems ist : "Daher können Kontakte zu Kollegen aus dem Humanbereich sehr hilfreich sein."
Dieser Ansatz gehört meiner Meinung nach unbedingt in die "Kampfhund"-Debatte hinein. Denn oft ist es der neurotische Hundehalter, der "Kampfmensch", der den Hund erst zum "Kampfhund" macht, um seine eigene Aggression über diesen auszuleben! (Siehe auch Yasmins Beitrag zum Thema "Kampfhunde" vom 15. August.)


2.) "Studie über selektives Verhalten von Hunden"

In dieser "WUFF" informiert Dr. Friederike Range vom Department für Neurobiologie und Kognitionsforschung der Universität Wien im Einzelnen über die Versuchsanordnungen und deren Ergebnisse bei Kindern und Hunden:

Bei kleinen Kindern und Hunden sei es "überraschender Weise" gleichermaßen ergebnisrelevant, wenn ihre Zielgerichtetheit durch die Kommunikation mit Menschen gefördert wird: "Unsere Ergebnisse sind vergleichbar zu denen der Kinderstudie, zumindest auf der Verhaltensebene."

Und weiter: "Werden Kleinkinder also in eine Situation gebracht, in der sie darauf aufmerksam gemacht werden, dass etwas Wichtiges passiert und ihnen dann eine Handlung gezeigt wird, die eigentlich nicht die einfachste Methode ist und die nicht durch die Situation geklärt werden kann, ahmen sie trotzdem eine nicht effiziente Methode nach. Bis heute wird angenommen, dass nur Menschen diese Fähigkeit besitzen. Auf der anderen Seite sind auch Hunde ... in der Lage vom Menschen auch kausal nicht begründbare Dinge zu lernen... und auf die menschliche Kommunikation zu achten."

Mein Kommentar: Nun, wir Bulldogger wußten schon immer, dass unser Hund "Menschliches" an sich hat:
denn wie soll man sie sonst nennen, seine Art von uns zu lernen und mit uns zu kommunizieren ? :-))


Samstag, Juli 14, 2007

Gewitterangst, was tun ?


Manche Hunde, auch manch tapfere Bulldoggen :-), entwickeln Gewitterangst.

Von meinen Bulldoggen hatte nur Wilma solche Ängste, und auch das nur im Alter. Es begann mit circa 6 Jahren, daß sie beim Donnerkrachen zitterte und hechelte, als sei der Weltuntergang angesagt. "Sanfte" Medizin nützte dann gar nichts, sie verkroch sich trotzdem wie von Furien gejagt in die Duschecke im Keller. Vielleicht meinte sie, in diese Ecke würde sich der "Himmlische Zerstörer" nicht hinein wagen... Auch Valium-Zäpfchen brachten ihr nicht wirklich Entspannung.

Zwischenbemerkung :
Neulich wurde im Fernsehen (Sender :"Tier-TV") von einer Tierärztin der Wirkstoff Acepromazinum - als "Scheiß-egal-Mittel" (O-Ton) - gegen schwere Angstzustände empfohlen. Im Internet fand ich dann das Mittel Sedalin mit diesem Wirkstoff. (Sinnigerweise lag während dieser "Tier-TV"-Sendung (1. Juli 07) eine Bulldogge auf dem Behandlungstisch und wurde zu ihrer stillen Freude - als "Lehrmodell" - von einer Physiotherapeutin an allen Gelenken massiert :-)) ...

Zurück zu Wilmas Gewitterangst:
Einmal beschlossen wir, der Gewitterwolke über unserem Haus durch Wegfahren zu entgehen, denn ich machte mir wirkliche Sorgen, Wilma könnte einen Herzinfarkt vor Angst erleiden. Und ich glaubte es selbst kaum, als wir mit ihr im Auto starteten, entspannte sie sich fast sofort! Wir fuhren einfach rum, denn die Gewitterwolke war weiträumiger, als wir gedacht hatten. Wilma blieb vergleichsweise entspannt.

Dann verstand ich : ihr natürlicher Reflex auf diese Gewittergefahr war die Flucht. Und indem wir einfach mit ihr rumfuhren, wähnte sie sich auf der Flucht, dem ihrem Instinkt nach einzig angemessenem Verhalten bei Gewitter!

Warum sie und auch andere Hunde erst im Alter Gewitterangst entwickelten, weiß ich nicht. Vielleicht haben sich ihre bisherigen Gewittererfahrungen in ihrem Schrecken so kulminiert, daß irgendwann die Schwelle zu Angst überschritten war?

Juli 2009: Nachtrag

Viel Hunde haben Angst bei Gewittern, Feuerwerk, bei lauten Geräuschen ganz allgemein. Oft wird diese Geräuschempfindlichkeit mit dem Älterwerden stärker, und sie tritt zudem bei allen Rassen auf.

Vorgestern (4.7.09) beschäftigte sich auch die NY Daily News mit diesem Thema. Es wird empfohlen alle Fenster zu schließen und den Hund darüber hinaus in einen isolierten, geschützten Raum zu bringen, z.B. ein fensterloses Badezimmer, und beruhigend auf ihn einzuwirken. Beruhigungsmedizin vom Tierarzt sollte auch auf Vorrat im Haus sein und gegeben werden.


Dienstag, Juli 10, 2007

Monatsbild und: Hilfe, Sommerhitze!!!

Wie helfen wir unserem Bulldog durch die Sommerhitze?


Ein paar Tipps dazu:

  • Genau solchen Urlaub sich unbedingt verkneifen !

  • Ein Urlaub, wie manche Gastblogger ihn von der Nord- oder Ostsee beschreiben, ist dagegen eine Herzensfreude für unseren Bulldog.

  • Längere Spaziergänge, wenn überhaupt, nur in der Morgenfrühe unternehmen.
  • Ein Hund kann sich nicht über die Verdunstungkälte beim Schwitzen abkühlen, da er (anders als z.B. Menschen oder Pferde) keine Schweißzellen in seiner Haut hat. Er kühlt sich nur über seine Zunge, über das Hecheln und über den Luftstrom im Nasen- und Rachenbereich ab. Als kurzköpfige Rasse hat der Bulldog deutlich kürzere Luftwege - zur Abkühlung über den Luftstrom - zur Verfügung als andere Rassen. Das bedeutet, daß er schneller als andere einen Hitzschlag erleiden kann. Deshalb nicht nur Wasser zum Trinken, sondern auch zum Pfotenkühlen oder Plantschen bereit halten. Ein nasser Bauch kühlt den Bulldog gut ab!
  • Dem schon älteren Bulldog sollte man Autofahrten ersparen, denn auch das Aussteigen aus einem klimatisierten Wagen in sengende Hitze ist eine Kreislaufbelastung.
  • Für Extrembulldogs (übertypisierte Bulldogs) sind spezielle Kühl-Unterlagen zu empfehlen. Auch sollte man für sie Rescue-Tropfen und nasse Handtücher bereit halten, sowie jede Aufregung vermeiden.
  • Ansonsten den Bulldog selbst entscheiden lassen, wo er wie lange liegen oder spielen möchte.

HIER noch sinnige Bemerkungen zum Thema Sommerhitze von Henry Tetzlaff in seinem Blog.


Sonntag, April 15, 2007

Knabberzwang beim Bulldog ???


Vor einiger Zeit erhielt ich folgende Anfrage von einem "Erstbulldog"-Besitzer :

Warum knabbert unser lieber Kerl ständig ?

... Durch viele Gespräche mit anderen Bulldogbesitzern und dem Nachschlagen in einigen Fachbüchern wurde uns bestätigt, dass dies eine Eigenart der Englischen Bulldoggen ist. Aber woher kommt dieses Verhalten? Andere Hunderassen knabbern auch, z.B. wenn sie ein Stöckchen finden, aber nach unserem Kenntnisstand nicht so intensiv wie unsere Bulldogs...
Die Frage jedoch bleibt: Warum knabbern unsere Bulldogs so ausdauernd und intensiv?


Meine Antwort in Auszügen und mit Ergänzungen

... viele "Knabberer" aller Rassen tun es aus einer nervösen Veranlagung heraus oder aus Langeweile...
... Das mit dem Knabbern ist unterschiedlich. Ich selbst hatte noch nie einen Knabberer unter meinen 5 Bulldogs.
Allgemein würde ich sagen, viele "Knabberer" aller Rassen tun es aus einer nervösen Veranlagung heraus oder aus Langeweile. Ein 2. Bulldog/Hund wäre vielleicht als Hausgenosse gut, denn dann gibt es Raufspiele und Rumbalgen, was ja mehr Spaß macht als alles andere, einschließlich Knabbern :-)))....
Man sollte bei einem zwanghaften Knabberer aufpassen, dass es nicht zur Sucht wird (so wie z.B. das Rauchen beim Menschen.) Das Beste bei unerwünschtem Verhalten ist immer ABLENKUNG. Ballspielen, spazierengehen usw...
Ansonsten durch strenge :-) Erziehung klarmachen, was er beknabbern darf und was nicht. Diese Knabberlust oder auch Knabberwut läßt übrigens mit dem Älterwerden nach - genau wie eine Ballspiel-Bessenheit, die es gelegentlich auch beim Bulldog gibt. Bis zum Alter von circa 1 Jahr allerdings kann der Bulldog wie ein Kleinkind sein : er geht an alles ran :-))

... diese Knabberwut absolut nicht rassetypisch
Ich halte diese Knabberwut absolut nicht für rassetypisch. Der Bulldog ist vom Typ her eher ein Tagträumer :-)..... Allerdings gibt es in jedem Wurf bei jeder Rasse hochaktive Welpen und auch freundliche "Schlafmützen" :-) In Amerika nennt man diese hochaktiven Welpen, die später "Knabberer, Ballbesessene usw." werden, "hyper", (wir würden sagen hyperaktiv). Und die schmusebedürftigen Ruhigen werden "laid back" genannt. Natürlich gibt es eine große Bandbreite dazwischen :-))

Ich hatte Friedas Züchterin Dianne gleich gesagt, ich möchte Typ 'laid back'. Dianne ist eine wundervolle Züchterin, und sie weiß auch immer schon nach einigen Tagen, in welche Wesensrichtung sich die einzelnen Welpen mit hoher Wahrscheinlichkeit entwickeln werden, und wie klug sie sind ebenfalls :-). Und als wirklich in den Bulldog verliebte Züchterin vermeidet sie es mit Bulldogs Typ "hyper" zu züchten, um den in seiner Gelassenheit so bezaubernden Bulldog-Charakter nicht aus der Zucht zu verlieren.


Kynologische Aussagen zum Bulldog-Temperament :

Im BB-Beitrag vom 3. September 2005 gehe ich auf das Wesen des Bulldogs ein, wie es im Buch "Seele des Hundes; Wesen, Psychologie und Verhaltensweisen des Hundes" des bekannten Kynologen Eric H.W. Aldington als ein Rassemerkmal beschrieben und erklärt wird. Ich zitiere aus diesem Beitrag :

Um die komplizierten Verschachtelungen sichtbar zu machen, die in einer Hunderasse vereinigt sein können, eignet sich ganz besonders die Englische Bulldogge. Wie wir bereits bei den Kreuzungstieren gesehen haben, können ganz gegensätzliche Verhaltensweisen in einem Hund vollständig oder teilweise vereinigt sein. Dies ist generell bei Kreuzungstieren gegensätzlicher Rassen der Fall, jedoch läßt sich dort nicht eine bestimmte "Mixtur" planmäßig erzeugen. Bei der Bulldogge wurde aber erreicht, daß eine derart komplizierte Verschachtelung dauerhaft, d. h. ein Rassemerkmal ist.

... Spannbreite des Bulldog-Temperamentes ...
Aldington geht dann genauer auf diese Spannbreite des Bulldog-Temperamentes ein : einerseits ist er ein bis zur Exstase erregbarer Hund, andererseits ist er aber genauso zu völliger Passivität fähig. Er beschreibt dann u.a. auch Versuche, die zeigten, wie plötzlich der eine in den anderen Zustand umschlagen kann.

Achten Züchter zu wenig auf diese Balance zwischen den emotionalen Polen, die im Bulldog schlummern, dann können sehr leicht Zuchtlinien entstehen, deren Bulldogs entweder nur noch passiv ihre Tage verdösen (Couch Potatos); oder aber es kann der Typ des leicht erregbaren, beschäftigungssüchtigen Bulldogs (Typ Hyper) die Zuchtlinie dominieren.

Züchten ist mehr als vermehren -
Züchten ist eine Kunst aus Instinkt, Verstand und Erfahrung...

Wer sich fürs Züchten interessiert, dem empfehle ich (noch einmal) den BB-Beitrag
"Kleiner Ausflug in die Kunst des Züchtens" vom 6. April 2006 zu lesen.


Freitag, April 13, 2007

Buchrezension aus einem alten (1992) "SPIEGEL"

Von irren Hunden :-)))


Das Buch ist auch in Deutsch erschienen:
"Versteh deinen Hund"
, von Peter Neville, Verlag Müller Rüschlikon (Gebundene Ausgabe - 1992). Siehe auch in der grauen Spalte rechts unter Lese-Tipps.
ABER : alle oben zitierten Fälle fehlen in der deutschen Ausgabe leider :-(((


Samstag, Februar 10, 2007

Heute ein Vorschlag von Gastblogger Murat Karakaya

Bulldog-Games : Hütchenspiel


Winter und ungemütliches Schmuddelwetter. Man wacht lustlos auf und dann, wenn man so etwa im 45Grad Winkel im Bett sitzt, springen einem knapp 30kg pure Bulldogfreude mit Riesennoppenball ins Gesicht, und man weiß sich in seiner morgendlichen Starre kaum dagegen zu wehren. Hat man aber erstmal die Ganzkörper-Trampelmassage seines Bulldogs überstanden, kann der Tag beginnen.

Die Gassirunden sind um diese Jahreszeit bei uns kürzer als sonst. Das ist gesünder für Mensch und Hund. Dafür haben wir aber tolle Spielchen zuhause, um die Zeit sinnvoll zu nutzen. Langeweile? Ein Fremdwort in Ceanu's Vokabelheftchen. Hier eines unserer Bulldoggames: Jeder (Hund) wird sich wünschen, ein Bulldog zu sein.

Es geht los :-)))

Wer kennt nicht die Hütchenspieler auf den Straßen, die einen um ein paar Euro reicher machen, oder einem halt den letzten Nerv rauben? Wer glaubt, das könne er besser, kann ja mit 3 Mini-Blumentöpfchen und einem Leckerlie Hütchenspielen üben. Das ist ein besonderer Gute-Laune-Kick für Mensch und Hund.

Aber Vorsicht. Nichts entgeht einer Hundenase, wenn es was Fressbares ist. Ganz nebenbei fördert dieses Spiel den Geruchssinn und die Konzentrationsfähigkeit des Wauzis.

Und so funktioniert es: Leckerlie in ein Becherchen und losgehts. Sie sind Hütchenchef und drehen die Becher umher, um sie dann in einer Reihe aufzustellen. Ist das Leckerlie gefunden, gibt's ein dickes Lob und weitergehts. Toll, windiges Glückspiel, ohne dass man dafür eingebuchtet wird.


Samstag, Juni 10, 2006

Hunde in Österreich und ...

... ein Besuch in der Konrad Lorenz Stiftung


In Grünau im Almtal liegt das Konrad Lorenz Institut am Rande des Cumberland Wildparks. Ein Fernsehbericht über die Raben im Almtal und diesen wunderschönen, weitläufigen Park - von einem Arm der Alm durchflossen - führte zu unserer kurzfristigen Entscheidung dorthin zu fahren. Diese Reise hat sich SEHR gelohnt; aber darüber hat Frieda ja schon berichtet ;-)

Jeden Dienstagnachmittag gibt einer der Wissenschaftler des Instituts eine öffentliche Besichtigungs- und Infostunde über die Anlagen und die laufenden Forschungsprojekte. Auch über Konrad Lorenz und seine damals bahnbrechenden Arbeiten über das Verhalten von Tieren (Ethologie) wird informiert.

Über sein Verhältnis zu Hunden, speziell dem Bulldog, finden Sie einen Text im Beitrag vom 27. 5. 06.

Das "Konrad Lorenz Institut" hier in Grünau nimmt Hunde als Bestandteil der menschlichen Kultur sehr ernst : neben anderem Info-Material bekam jeder der Besucher eine Info-Schrift über das Buch "FAKTOR HUND". Diese Werbe-Info enthält soviel Wichtiges über den Wert und Sinn der Hundehaltung, daß ich sie hier zitiere (kursive Schrift). Die konkret genannten Zahlen beziehen sich auf Österreich, die allgemeinen Inhalte und Bewertungen sind aber von staatsunabhängiger Aussagekraft.


Zusammenfassung des Buches "Faktor Hund"

"Faktor Hund", eine sozio-ökonomische Bestandsaufnahme der Hundehaltung in Österreich --- Zusammenfassung des gleichnamigen Buchs von K. Kotrschal und B. Föger

  • Hunde und Menschen

ein Menschenrecht auf Hundehaltung
Menschen leben mit Hunden schon seit mindestens 14.000 Jahren zusammen viel länger als mit allen anderen Haustieren. Der Hund begleitete die frühe Ausbreitung des Homo sapiens über den gesamten Globus. Mensch und Hund durchlebten gemeinsam Steinzeit und Eiszeiten, die letzte davon vor 10.000 Jahren. Danach wurden Menschen und ihre Hunde sesshaft und gingen gemeinsam daran, andere Wildtiere zu domestizieren. Schon zu Zeiten der frühen Stadtkulturen in Mesopotamien und Indien, 5000-2000 vor Christus, war der Wolf eindeutig zum Hund gewandelt: Es gab bereits große und kleine Hunde und alle Hundetypen, die wir heute kennen.

Alle menschlichen Kulturen entstanden in Begleitung von Hunden. Daher vermutet man heute, dass dieses lange Zusammenleben auch in den sozialen Veranlagungen des Menschen Spuren hinterlassen hat. Dafür spricht, dass gerade Hunde bei Menschen als "soziale Katalysatoren" wirken. Umgekehrt verdankt der Hund dem Menschen seine Verbreitung über alle Kontinente. Aus diesem neuen Bild der einzigartigen Partnerschaft zwischen Mensch und Hund lässt sich geradezu ein Menschenrecht auf Hundehaltung ableiten: Denn ohne Hunde sind menschliche Gesellschaften unvollständig.

  • Hunde als Wirtschaftsfaktor

Verbesserung der persönlichen Lebensqualität
In praktisch allen Kulturen bedeutet der Besitz eines bestimmten Hundes - materiell wie ideell - einen Wert, der sich sogar auf den gesellschaft-lichen Status des Besitzers auswirken kann. Darüber hinaus erbringen Arbeitshunde, vor allem bei ihren traditionellen Aufgaben im landwirtschaftlichen oder jagdlichen Bereich, eine wirtschaftlich messbare Arbeitsleistung.

In unserer heutigen Gesellschaft werden die meisten Hunde jedoch als Gefährten gehalten, ohne dass eine spezielle Arbeitsleistung von ihnen verlangt wird. Der Nutzen dieser Form der Hundehaltung lässt sich nur schwer in Geld ausdrücken, sondern fällt unter das, was man mit dem modernen Begriff "Wellness" bezeichnet: ein Beitrag zur Verbesserung der persönlichen Lebensqualität. So sind es heute vor allem die mit der Hundehaltung verbundenen Aufwendungen, die den Hund zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor machen.

Nach konservativer Schätzung gibt es in Österreich rund 589.000 Hunde, für die pro Tier rund 1.000 Euro pro Jahr aufgewendet werden. Dazu kommen Einmalausgaben von mindestens 1.500 Euro. Hochgerechnet ergibt das einen jährlichen Gesamtumsatz von 680 Mio. Euro. Das sind rund 0,5% der gesamten Konsumausgaben und über 4 % der Ausgaben für Freizeitaktivitäten in Österreich - eine Wirtschaftsleistung, die nicht nur das Wohlbefinden und die Lebensqualität der Hundebesitzer steigert, sondern auch tausende Arbeitsplätze sichert.

Insgesamt leben etwa 973.000 Österreicher - statistisch gesehen also rund jeder Achte - mit einem Hund im Haushalt. Daraus ergeben sich auch viele indirekte Wirtschafts-effekte: Denn der Hundebesitz hat Auswirkungen auf zahlreiche Konsumentscheidungen, vom Autokauf über die Urlaubsplanung und das Freizeitverhalten bis hin zur gesamten Wohnsituation.

  • Hunde als Helfer

Hunde können wahre Heldentaten vollbringen
Als spezialisierte Helfer des Menschen können Hunde viele verschiedene Aufgaben übernehmen. Ihre leistungsfähigen Sinnesorgane, ihre Aufmerksamkeit, Schnelligkeit und ihr Arbeitswille machen sie zu den verlängerten Augen, Ohren und Armen "ihrer" Menschen: Einsatzhunde unterstützen Exekutivorgane, retten Menschenleben, erschnüffeln Verschüttete, finden Suchtmittel und Sprengstoff. Andere speziell ausgebildete Hunde schützen vor Einbrechern, assistieren Rollstuhlfahrern, hüten Schafe, dienen ihren Besitzern als Jagdhelfer und zunehmend auch als Sportpartner.

Solche Hunde können wahre "Heldentaten" vollbringen oder einfach nur unseren Alltag erleichtern. In Österreich stehen im professionellen Bereich (Exekutive, Heer, Rettungshunde, Jagd, Therapiehunde, Blindenführ- und Assistenzhunde, Sport) rund 11.000 dieser Spezialisten im Einsatz. Jährlich kommen etwa 2.000 Tiere neu dazu; ihre Ausbildung bewegt immerhin geschätzte 9,5 Millionen Euro pro Jahr.

  • Hunde im Dienst der Gesellschaft

In Summe verbessern Hunde in vielfacher Weise das soziale Klima in der Gesellschaft
Hundehaltung ist nicht nur ein bedeutender Wirtschaftsfaktor; auch die gesellschaftliche Bedeutung der "ganz normalen Hunde" wird meist weit unterschätzt. Forschungsergebnisse zeigen klar, wie wichtig Hunde als Gefährten für Menschen jeden Alters sind: Der Hund ist "sozialer Schmierstoff" und "Katalysator" in Gesellschaft und Familie. Hunde sind höchst wirksam als sozialpsychologische Arznei, mit einer langen Liste von Indikationen: Sie fördern die Gesundheit ihrer Besitzer und begünstigen die emotionale, kognitive und körperliche Entwicklung von Kindern - in einem so hohen Ausmaß, dass man hundeloses Aufwachsen sogar als soziale Deprivation bezeichnen könnte.

Hunde stabilisieren und verlängern das Leben alter Menschen, helfen in sich gekehrten Personen, sich zu öffnen, und sind begnadete Co-Therapeuten in fast allen Bereichen psychologischer Betreuung. Das wussten übrigens bereits Sigmund Freud und C.G. Jung, die in schwierigen Fällen die Assistenz ihrer Hunde in Anspruch nahmen. In Summe verbessern Hunde in vielfacher Weise das soziale Klima in der Gesellschaft. Sehr vorsichtig geschätzt entlasten diese psychosozialen Wirkungen von Hunden auf Menschen - durch erhöhte Sozialkompetenz, Entfall von Reibungsverlusten in der Wirtschaft. Einsparungen bei medizinischen Behandlungen und Pflegeleistungen etc. - die Allgemeinheit um insgesamt etwa 600 Millionen Euro pro Jahr.

  • Die andere Seite: Probleme und Schäden

589.000 Hunde in Österreich stellen nicht nur einen unbestrittenen sozialen Nutzen für die Gesellschaft dar, sondern auch einen bislang unterschätzten Wirtschaftsfaktor.
Neben diesen positiven Auswirkungen verursacht Hundehaltung natürlich auch Probleme und Schäden. So schnappen, beißen und kratzen gelegentlich selbst die friedlichsten Hunde in bester Haltung, in Österreich bis zu 8.000 mal pro Jahr. Vor allem ungenügend erzogene und mangelhaft beaufsichtigte Hunde bereiten sich und ihren Haltern Probleme, wenn sie Angst und Ärger auslösen oder durch Bellen Unfrieden stiften.

Hunde können Verkehrsteilnehmer gefährden und städtische Räume verschmutzen. Wie andere Tiere sind sie potenzielle Keimträger und - wenn auch nur selten Allergieauslöser. Unbetreute Hunde landen in Tierheimen, die sich durch Spenden und Zuwendungen aus Steuerleistungen erhalten und damit letztlich der Allgemeinheit zur Last fallen.

Insgesamt belasten die von Hunden verursachten materiellen Schäden die Gesellschaft mit (in diesem Fall bewusst eher hoch) geschätzten 50 Millionen Euro pro Jahr. In einer Gesamtbilanz muss diese Summe der positiven Wirtschaftsleistung und Nutzenstiftung durch Hundehaltung von zusammengerechnet über 1,2 Milliarden Euro gegenübergestellt werden.

589.000 Hunde in Österreich stellen nicht nur einen unbestrittenen sozialen Nutzen für die Gesellschaft dar, sondern auch einen bislang unterschätzten Wirtschaftsfaktor.

  • Institut für interdisziplinäre Erforschung der Mensch-Tier-Beziehung
    Margaretenstraße 70, A 1050 Wien,
    Home Page des Instituts

    "Faktor Hund", ISBN 3-7076-0199-4
    Kurt Kotrschal & Benedikt Föger
    Czernin Verlag


Ein kurzer Kommentar zur Hundesituation in Deutschland

Die Haltung vieler Menschen bei uns - speziell in Nordwestdeutschland - ist gegenüber Hunden oft unfreundlich, angstbelastet und manchmal voller hysterischer Vorurteile - GANZ anders als ich es gerade einmal wieder in Österreich erlebte : Frieda (früher auch Wilma) wurde neugierig, natürlich und oft sogar zärtlich wahrgenommen.

Der Hund IST integraler Bestandteil der menschlichen Kultur, wie es in diesem österreichischen Buch"Faktor Hund" dokumentiert wird.
Wird dieser Fakt(or) kollektiv geleugnet, voran von einer unheilgeilen Presse, so führt das (wie oben thematisch angerissen) zu einem gesellschaftlichen Mangel, der "soziale Deprivation" genannt werden kann. Wollen wir das ???

("Deprivation" ist ein Begriff aus der Soziologie/ Psychologie und meint : Entbehrung/Verarmung mit psychischen Erkrankungen als typischen Folgen)

Vor 20 Jahren, 1986, erschien das hier abgebildete Buch "Mensch und Hund, Psychologie einer Beziehung" mit Datenbasis aus Deutschland. So wie das Titelbild des oben genannten Buches "Faktor Hund" in seiner Symbolik dem Titelbild dieses Buches von 1986 ähnlich ist, so ist es auch inhaltlich ähnlich strukturiert und kommt zu völlig vergleichbaren Ergebnissen. Dies Buch von 1986 ist allerdings eine wissenschaftliche Publikation und damit zwangsläufig tabellenbelastet und sprachlich mehr komplex als leserfreundlich. Deshalb fand es auch nur einen kleinen Leserkreis.

Gerade in der duch die so pauschalen wie dummen "Kampfhunde-Verordnungen" aufgeladenen Stimmung in Deutschland wäre ein mehr populärwissenschaftlich gehaltenes Buch (als dies von 1986) zum Thema "Hund und Gesellschaft - Hund und der Einzelne" eine nötige Aufklärung und damit ein Segen!


Donnerstag, Mai 18, 2006

Probleme mit dem Sauberwerden ???


Ich lese immer wieder einmal, daß speziell Bulldogs viel mehr Zeit als andere Rassen bräuchten, um sauber zu werden. Mich ärgert diese Generalisierung des Phänomens.

Deshalb habe ich mich sehr gefreut, daß in dem neu erschienen Büchlein : "Bulldog, A Kennel Club Book" ausdrücklich drin steht, daß ein Bulldog leicht zur Sauberkeit zu erziehen sei, weil er sehr klug ist. Nebenbei, dies ist ein wirklich sehr zu empfehlender kleiner Bulldog-Führer aus den USA. Alle Kapitel, von Wesentests bis zur Welpenauswahl, vom Aktivbleiben bis zu Gesundheitsproblemen, alle Themen sind konsequent bulldogbezogen behandelt. Es wird auch ausführlich dargelegt, welche Eigenschaften ein Bulldog-Besitzer haben sollte, um mit dieser besonderen Rasse glücklich zu werden. Alles ist einfach und trotzdem solide dargestellt. Ein auch optisch gut gestaltetes Büchlein, das ich mir in Deutsch wünschen würde!

Zurück zum Thema :
Es ist bestimmt wahr, daß manche Bulldogs erstaunlich spät sauber werden. Dies kann an der Dickköpfigkeit oder an der Sensibilität eines einzelnen Bulldogs liegen. Es mag vielleicht in einer speziellen Zuchtlinie verankert sein, oder durch die Haltung, eine individuelle Blasenschwäche oder eine verschleppte Blasenentzündung verursacht sein. Im Einzelfall kann auch eine Lernschwäche durch Riesenköpfigkeit nicht ausgeschlossen werden. Aber die Ausrede : "Es liegt an der Rasse!" gilt nicht!!!

Als ich mit Doris Ehrenstein über dieses Thema telefonierte, da meinte sie sozusagen augenzwinkerd : "Scheint bei Bulldogs wirklich häufiger vorzukommen. Naja, die sind eben mehr Mensch als Hund. Kinder brauchen auch länger :-))!" Lachen ;-)))

Rekordverdächtig ist Doris Ehrensteins "Alaska-Willie I" (Bild) gewesen : er kam mit 8 Wochen zuverlässig stubenrein zu ihr!!!

Bei Rüden fällt das Pinkeln auch immer in die Kategorie "Markieren". Deshalb ist bei Rüden die Stubenreinheit etwas schwieriger zu erreichen - jedenfalls meistens.

Zum Beispiel brauchte der eigensinnige ;-) Dackel meiner Schwester ein halbes Jahr, bis er zuverlässig stubenrein war. Ich hielt sein "im Haus Pinkeln" für eine klare Demonstration seines Selbstbestimmungswillens :-) und seines Markierungswunsches. Bei den Bulldogs dürfte der Dickkopf ähnlich ausgeprägt sein.

Auch der Besuch von oder bei Hündinnen läßt Rüden häufig ihre gute Erziehung vergessen. Dann ist dies "im Haus Pinkeln" eine sexuelle Wunsch-Demonstration.

Alle meine 5 Bulldog-Hündinnen waren mit spätestens 16 Wochen stubenrein (Wilma sogar schon mit 12 Wochen), und sie waren aus ganz verschiedenen Zwingern : Ziska (v.d. Eisenschmelz), Sarah (Pickwick), Alma (Pickwick), Wilma (Floral Garden), Frieda (Goomba).

Und in unserem Bulldog-Freundeskreis gibt es meines Wissens nur 2 Rüden, die circa 6 Monate bis zu zuverlässiger Stubenreinheit brauchten. Aber, wie gesagt, Rüden sind in der Regel etwas schwerer sauber zu bekommen. ((Wie ist das bei Menschen-Jungs ? ;-))

Dies alles belegt aus meiner Sicht, daß ein verzögertes Sauberwerden NICHT die Rasse an sich betrifft, wie leider manchmal speziell Züchter behaupten. Es gibt gewiß bestimmte Zwinger und Zuchtlinien, auf die dieses Problem zutrifft, aber eben längs nicht auf alle!


Mittwoch, Oktober 24, 2007

Ratgeber:

kluge Entgegnungen auf dumme Sprüche


Eine Auswahl kluger (und humorvoller) Entgegnungen :-)

  • "Pah, der sieht ja aus wie ein Schwein!"
    Stu : "Du kennst nur Schweine!"

    Der Knabe wurde, nachdem er die Bedeutung dieses Satzes endlich begriffen hatte, knallrot.
  • "Ein Schweineschwanz!"
    Petra : "Klar, bloß der Rüssel ist nix geworden."
    Oder :
    "Wir haben extra eine Sau eingekreuzt, damit ich nicht immer die Reste von den Kindern essen muß!"
  • "Der Hund ist aber häßlich!"
    Stu : "Gnädige Frau, dieser Hund ist gezüchtet so zu sein! Was ist IHRE Ausrede?"
    Kleinlaute Antwort : "Ich weiß, dass ich häßlich bin!" Betretenes Schweigen der Umstehenden.
  • "Der Hund ist aber fett!"
    Cornelia :"Sie sehen doch wohlerzogen aus. Warum sagen Sie dann etwas so Unhöfliches zu mir?"

    Erschrockene Antwort : "Sie haben Recht. Ich entschuldige mich!"
  • "Der Hund ist aber zu dick!"
    Stu : "Das hat er von mir geerbt."
    Oder : "Der ist auch nur ein Mensch!"
    Dann meist Verlegenheit beim Sprücheklopfer...
  • "Puh, ist der Hund widerlich verfettet!"
    Cornelia : "Aber immer noch weniger als Sie!"

    Da schnappte die dicke Dame nach Luft wie ein fetter Karpfen...
  • "Ist das ein Kampfhund?"
    Jutta : "Nein, aber ich bin eine Kampffrau!"

    Der Mann flüchtete.
    Stu : "Halten Sie Ihre Hand hin. Wenn Finger fehlen, dann ja!" Oder :
    "Keine Angst, er hat gerade schon einen Mann gefressen!"
    Dann wird meistend gelacht.
    Kathrin : "Sogar Internationaler und Deutscher Champion als Kampfhund!"
    Sehr dumm guckende Gesichter! Oder :
    Petra : "Das sind ZWEI Kampfhunde, ein bayerischer Kampfhund (unser Dackel), der beißt aber nur Jungfrauen. Und die andere beißt nur Leute mit einem IQ über hundert. Sie können also ganz beruhigt sein."
    Antwort: "Na dann ist es ja gut." Ich hab mich schwer zusammen reißen müssen...
  • "Beißt der?"
    Cornelia : "Nein, der küßt. Aber das ist bei diesem Maul auch ein Erlebnis!"

    Allgemeines Lachen.
    Oder : "Der beißt nur auf Wunsch!"
    Verlegenes Grinsen...
  • "Das ist ja ein Bulldog. Sie Tierquälerin, der kriegt ja keine Luft!"
    Cornelia : "Sehen Sie hin. Der EINZIGE, der hier sein Maul aufhat, das sind SIE!"

    Antwort : "Oh ja, Entschuldigung. Man hört das eben nur immer..."
  • "Der ist ja mit dem Kopf vor die Wand gelaufen!"
    Cornelia : "Der hat mehr als dumme Sprüche drauf! Was ist denn mit Ihrem Kopf passiert?"
    Oder :
    "Plappern Sie immer dumme Sprüche nach?"
    Oder :
    "Bildungs-Notstand, was ??" Oder :
    "Der einzige, der diesen Spruch noch witzig findet, sind Sie!"
  • "Ist das ein Boxer?"
    Cornelia : "Nein, aber dessen Vetter!"
  • "Ist das ein Mops?"
    Cornelia : "Fast richtig geraten! Noch ein Versuch...:-)"
    Petra : "In diesem Leben nicht mehr !"

Mehr fällt mir jetzt nicht ein. Dazu muß ich anmerken, ob wir humorvoll, scharf oder voller Spott antworten, das hängt vom Tonfall des Gegenübers und auch von seinem Gesamteindruck auf uns ab.

Ich muß jetzt aber auch betonen, Faktor 100mal häufiger bekommen wir freundliche, herzliche und sogar bewundernde Kommentare zu unseren Bulldogs auf der Straße zu hören. Hier Beispiele :


Eine kleine Auswahl bezaubernder Begegnungen

  • "Darf mein Kind (im Kinderwagen) den Hund (Wilma) mal streicheln?"
    "Ja gerne!" "Danke, jetzt wird mein Baby schöne Träume haben!"
  • "Mama, Mama, mein Teddybär ist lebendig geworden!" rief ein Kleinkind, das jubelnd auf Alma zulief und sie fest umarmte und drückte.
  • "Mama, Mama, da ist ein Eisbär-Baby!" rief ein Kleinkind auf der Straße. Mutter und Kind kamen zu uns und streichelten die schneeweiße Ziska liebevoll.
  • "Mamma, die Lollo liebt mich- sie küsst mich!" erzählt Petra. Das sagte ihr 6-jähriger Nachbarjunge, verzückt und mit Sternchen in den Augen zu seiner Mutter, als Lollo gerade 3 Tage dort war. Er war zum "Hundebaby gucken" gekommen, und Lollo war ihm auf den Schoß gekrabbelt und hatte ihn abgeleckt.
  • "Der Hund ist GEIL!" Darf ich ihn küssen?"
    Und der junge Mann warf seine Zigarette weg und küßte Wilmas Maul, bevor wir überhaupt antworten konnten!!!
  • "So ein wunderschöner Hund!"
    Das hören wir oft. Stu antwortet dann gern "Von mir sagt das niemand!" ;-)
  • "Mein Gott, ist dieser Bulldog (Frieda) beweglich und schön! Und er bekommt ja Luft! Von so einem Bulldog träume ich schon lange... Von welchem Züchter haben Sie ihn?"
    So etwas hören wir häufiger. Dann gebe ich diese Blog-Adresse als Orientierungshilfe an.
  • usw usw usw ... Wer kann weitere solch schöne Erfahrungen erzählen?


Montag, Juni 19, 2006

Der Trend zum Zweit-Bulldog :-))


Im Blog-Beitrag vom 9. Mai 2006 erzählte ich Euch, daß Corinna und Andreas Wolf sich zu Angus einen zweiten Bulldog, "Mo" (Morticia), gekauft hatten. Corinna mailte uns 4 Wochen später voller Begeisterung :

Hi ihr Lieben!

Sicher habt ihr euch schon gefragt, wie es meinen beiden Süßen so geht. Es war absolut die richtige Entscheidung sich einen zweiten Hund anzuschaffen. Angus blüht richtig auf und Mo entwickelt sich prächtig. Ich kann gar nicht glauben, daß ich so viele Jahre immer nur einen Hund gehalten habe.

Bei uns zuhause geht es jetzt zwar nicht mehr ganz so beschaulich zu wie sonst, aber die Freude, die es einem macht den Beiden den ganzen Tag beim Spielen zuzuschauen, kann man mit Gold nicht auf-wiegen. Überhaupt hätte ich nicht gedacht, daß es soviel einfacher ist zwei statt einen Hund zu halten. Die beiden hängen sehr aneinander, sie teilen sich alles (auch unser Bett). Angus ist dank seiner guten Erziehung ein vorbildliches Beispiel für Mo, und so hat man viel weniger Probleme bei der Ausbildung der Kleinen.

Sollte sich jemand von euch mal fragen, ob ein zweiter Hund im Haushalt sinnvoll wäre, kann ich nur sagen : JA !!!!!

Viele liebe Grüße von Angus, Mo und Corinna


Der Vorstellungs-Besuch der kleinen Mo(rticia) Wolf :-))

Corinna und Andreas Wolf besuchten uns neulich, um uns (stolz :-) ihre kleine "Mo"(rticia) vorzustellen. Mo hatte noch ihre Milchzähne und ihr Babytemperament ;-) Sie tobte mit Frieda herum und rubbelte sie sogar. Angus machte eine kleine Weile mit, aber dann zog er sich zu Corinna zurück und träumte "Freihaben vom Babysitten ;-)" wie diese lachend meinte.

Frieda ließ sich den ganzen Nachmittag lang von den Milchzähnchen der Kleinen ihre Lefzen, Ohren und Beine "tackern". Sie ist ja selbst noch ein Hunde-Kind mit ihren gerade 12 Monaten - obwohl sie langsam wie ein großer Bulldog ;-) aussieht. Es war wunderschön, Frieda und Mo zuzusehen bei ihrem Spiel im Garten; besser als jedes Kino! Zwei Bulldogs ;-) sind wirklich eine Vollendung der Bulldog-Freude, dachte ich ....

Dann spazierten wir in den Alme-Auen und die Bulldogs übten sich zwischen ihren Balgereien im Wassertreten :-). Anschließend ging es dann zu kulinarischen Sommer-Genüssen .... ;-)


Freitag, Mai 19, 2006

Probleme mit dem Sauberwerden ???


Ich lese immer wieder einmal, daß speziell Bulldogs viel mehr Zeit als andere Rassen bräuchten, um sauber zu werden. Mich ärgert diese Generalisierung des Phänomens.

Deshalb habe ich mich sehr gefreut, daß in dem neu erschienen Büchlein : "Bulldog, A Kennel Club Book" ausdrücklich drin steht, daß ein Bulldog leicht zur Sauberkeit zu erziehen sei, weil er sehr klug ist. Nebenbei, dies ist ein wirklich sehr zu empfehlender kleiner Bulldog-Führer aus den USA. Alle Kapitel, von Wesentests bis zur Welpenauswahl, vom Aktivbleiben bis zu Gesundheitsproblemen, alle Themen sind konsequent bulldogbezogen behandelt. Es wird auch ausführlich dargelegt, welche Eigenschaften ein Bulldog-Besitzer haben sollte, um mit dieser besonderen Rasse glücklich zu werden. Alles ist einfach und trotzdem solide dargestellt. Ein auch optisch gut gestaltetes Büchlein, das ich mir in Deutsch wünschen würde!

Zurück zum Thema :
Es ist bestimmt wahr, daß manche Bulldogs erstaunlich spät sauber werden. Dies kann an der Dickköpfigkeit oder an der Sensibilität eines einzelnen Bulldogs liegen. Es mag vielleicht in einer speziellen Zuchtlinie verankert sein, oder durch die Haltung, eine individuelle Blasenschwäche oder eine verschleppte Blasenentzündung verursacht sein. Im Einzelfall kann auch eine Lernschwäche durch Riesenköpfigkeit nicht ausgeschlossen werden. Aber die Ausrede : "Es liegt an der Rasse!" gilt nicht!!!

Als ich mit Doris Ehrenstein über dieses Thema telefonierte, da meinte sie sozusagen augenzwinkerd : "Scheint bei Bulldogs wirklich häufiger vorzukommen. Naja, die sind eben mehr Mensch als Hund. Kinder brauchen auch länger :-))!" Lachen ;-)))

Rekordverdächtig ist Doris Ehrensteins "Alaska-Willie I" (Bild) gewesen : er kam mit 8 Wochen zuverlässig stubenrein zu ihr!!!

Bei Rüden fällt das Pinkeln auch immer in die Kategorie "Markieren". Deshalb ist bei Rüden die Stubenreinheit etwas schwieriger zu erreichen - jedenfalls meistens.

Zum Beispiel brauchte der eigensinnige ;-) Dackel meiner Schwester ein halbes Jahr, bis er zuverlässig stubenrein war. Ich hielt sein "im Haus Pinkeln" für eine klare Demonstration seines Selbstbestimmungswillens :-) und seines Markierungswunsches. Bei den Bulldogs dürfte der Dickkopf ähnlich ausgeprägt sein.

Auch der Besuch von oder bei Hündinnen läßt Rüden häufig ihre gute Erziehung vergessen. Dann ist dies "im Haus Pinkeln" eine sexuelle Wunsch-Demonstration.

Alle meine 5 Bulldog-Hündinnen waren mit spätestens 16 Wochen stubenrein (Wilma sogar schon mit 12 Wochen), und sie waren aus ganz verschiedenen Zwingern : Ziska (v.d. Eisenschmelz), Sarah (Pickwick), Alma (Pickwick), Wilma (Floral Garden), Frieda (Goomba).

Und in unserem Bulldog-Freundeskreis gibt es meines Wissens nur 2 Rüden, die circa 6 Monate bis zu zuverlässiger Stubenreinheit brauchten. Aber, wie gesagt, Rüden sind in der Regel etwas schwerer sauber zu bekommen. ((Wie ist das bei Menschen-Jungs ? ;-))

Dies alles belegt aus meiner Sicht, daß ein verzögertes Sauberwerden NICHT die Rasse an sich betrifft, wie leider manchmal speziell Züchter behaupten. Es gibt gewiß bestimmte Zwinger und Zuchtlinien, auf die dieses Problem zutrifft, aber eben längs nicht auf alle!


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Cornelia Savory-Deermann Cornelia Savory-Deermann

Cornelia
Savory-Deermann
, geboren 1945 in Wuppertal, hat seit inzwischen 37 Jahren Englische Bulldoggen und ist Gründungs- und Ehrenmitglied des "Verein der Freunde Englischer Bulldogs e.V.".

Jetzt sollen die Bulldogs zusätzlich hier ihr eigenes deutsches Weblog bekommen. Jeder Leser kann Blog-Beiträge an Cornelia schicken, Eure Bulldog-Anekdoten, -Fotos und -Tipps für's Blog sind willkommen. Der jeweilige Autor behielt sein Copyright an Bildern und Text, gab aber Cornelia ein einmaliges, unwiderrufbares Nutzungsrecht für eine Veröffentlichung in diesem Blog.


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Update: 21. 3. 2008

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Cornelia Savory-Deermann


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