Tiere als Spiegel der Seele und Sinnbild der Kultur
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Eule


Zum Symbol, zum Sinnbild gewordene Eigenschaften

  • Dunkelheit löste zu allen Zeiten Ängste im Menschen aus. Sie macht orientierungs- und hilfloslos. Der Mond als Licht in der Dunkelheit tröstete und half den frühen Menschen, so wie eine Mutter ihr Kind leitet und tröstet. Deshalb wurde er in den meisten alten Kulturen als weiblich, als die "Dreifache Große Mutter" verehrt. Und als Vertraute der Nacht war die Eule ihr Totemtier.
  • Wer sich in Dunkelheit zurecht findet, der muß über geheimes Wissen verfügen, der muß wahrnehmen können, was im Verborgenen lebt. Die riesigen Augen der Eule bestätigten den Menschen diesen Glauben. Sie versinnbildlichte ihnen den Zugang zu Wissen, besonders zum geheimen weiblichen Wissens um das Leben. Im später aufkommendem Patriarchat bemächtigten sich die Götter der Eule. Der Kopf wurde bei Zeus zur Gebärmutter, und die Eule zum Symbol männlicher, geistiger Schöpfungskraft. Die christliche Kirche degradierte sie dann zum Hexentier, aber ohne ihre mütterliche Sinnkraft ausrotten zu können.
  • Die Eule ist die stille Jägerin im Dunklen, deshalb glaubten die Menschen auch, sie verkünde drohendes Unglück und Gefahr. Ihr unheimliches Rufen machte sie sogar zur Ankündigerin des Todes, denn der Tod scheint die tiefste aller Dunkelheiten.


Eule, Mond, Kreislauf des Lebens

Bevor die patriarchalen Kulturen entstanden, war die Eule in ganz Eurasien für die Menschen die Verkörperung der eulenäugigen "Augengöttin", der "dreifachen Göttin", der Großen Mutter als Mondgöttin. Auf Steinfunden aus der Jungzeitzeit findet man Abbildungen von ihr, mit den typischen großen Eulenaugen eingeritzt. Dieser Kult ging vermutlich von Syrien aus. Die Eule war bildgebend für sie, war ihr Totemtier, war ihr göttliches Gesicht.

Die Dreifaltigkeitsvorstellung der Urmutter, die später auf den christlichen Gott übertragen wurde, wird auf die drei Erscheinungsformen von Sonne und Mond zurückgeführt. Dreifach erscheint der Mond: zunehmend bis zum Vollmond - vom Vollmond abnehmend bis zum Neumond - und sein Verschwinden als Neumond. Ähnlich die drei Sonnenerscheinungen: als Tagesonne mit Weiß assoziiert, mit Schwarz nachts auf ihrer Nachtmeerfahrt, und mit Rot in ihren Übergangsphase morgens und abends. Diese wurden mit ihrer Wiedergeburt und ihrem Tod gleichgesetzt. Geburt und Tod sind auch beim Menschen mit Rot verbunden, mit dem oft dabei fließendem Blut. Rot als Farbe der Transformation.

Entsprechend den Mondphasen wurde die Mondgöttin in drei Aspekten gedacht: als lebenspendend und voller Erotik (Zunehmender Mond, Vollmond), als mütterlich und voller Weisheit (Vollmond, Abnehmender Mond) und als Zerstörerin und Erneuerin, als Hüterin des Geheimnisses von Tod und Wiedergeburt (Neumond). Es liegt nahe, daß der Vollmond als Vollendung sowohl des erotischen als auch des mütterlichen Aspektes der Großen Mutter, also ihrer beiden lichten Erscheinungsformen, als Mond höchster Wirksamkeit geliebt und angebetet wurde. Und dass der Neumond den beängstigenden Aspekt dieses Kreislaufes darstellte.

Manche Frauennamen verraten noch etwas über die ursprüngliche Bedeutung der eulenäugigen "Augengöttin", der Großen Mutter und ihren Kult: - Ambeth/Elisabeth (Die Worte beten/bitten/Beet und Bett haben den gleichen Ursprung wie diese Namen.) Ein Gebet war damals immer die Bitte um Fruchtbarkeit im Beet und im Bett. - Freya (Freya/frei/freien/froh und Frau entstanden gleicher Wortwurzel.) Jemanden zu freien hieß, ihn lieben zu wollen. Erotik, Fraulichkeit wurde als göttliche Freiheit, als Freude erlebt.

Jehwa war eine palestinensische Muttergottheit. Der hebräische Gott Jehova/Jahwe entstand im Zuge des aufkommenden Patriarchats aus ihr und entheiligte sie selbst zur biblischen Eva. Im Hebräischen werden die Vokale nicht aufgeschrieben. Sie können variieren. Vermutlich verbietet das Alte Testament den Namen Jahwe auszusprechen, da er phonetisch seine weibliche Herkunft (Jehwa) so deutlich verrät.


Eule und weibliche Schöpfungsmacht

Die Eule repräsentierte insbesondere die dunkle Seite der Großen Mutter, den Neumond: Tod und Nacht als Vorbereitung, als "Schwangerschaft" von neuem Sein, als Werden im dunklen "Uterus" der Welt. Dunkelheit wird in diesen Mythologien als die Schöpfungskraft an sich verstanden und der Tod war deshalb nicht in unserem heutigen Sinn schrecklich. Die Farbe der Trauer war weiß, so wie die Farbe der Gebeine. Schwarz, als die Farbe der Erde, symbolisierte neues Leben, also Freude. Die Dunkelheit war Sinnbild für die unbegreifliche, die "dunkle" Tatsache, daß aus Tod Nahrung, Wachstum, Leben entsteht.

Die Eule als Verkörperung undurchblickbarer Nacht fällt ausgerechnet durch ihre riesigen Augen auf. Augen wurden (und werden) immer als der göttliche Funken eines Wesens erlebt. In der "Augengöttin" mit ihren alles dominierenden Eulenaugen wird so die alles dominierende göttliche Schöpfungskraft der Nacht bildlich ausgestaltet. In Babylon schützten sich die Frauen bei der Niederkunft durch Eulenamulette und im alten China hielt man eine Eule für die Seele einer Frau, die bei der Entbindung gestorben war. Bei den australischen Aborigines gehört die Eule noch heute zu den Frauen. Tötet ein Mann eine Eule, so reagieren sie so, als wäre eine ihrer Töchter oder Schwestern getötet worden.

Mit der Antike hatte sich das Patriarchat in Europa vollständig etabliert. Die Große Mutter war Zeus gewichen. Die Eule aber war immer noch heilig. Sie symbolisierte jedoch nicht mehr die "mütterliche" Schöpfungskraft, sondern Wissenschaft, Forschungsgeist, Klugheit und Weisheit. Auch im Enneagramm ist sie Symbol für Wissenschaft und Weitblick. Sie wurde das Symboltier Athenes. Lilith, die alte palistinensische Eulengöttin, galt als die erste Menschenmutter noch vor Eva. Athene dagegen war jungfräulich und nicht von einer Frau geboren, sondern dem Kopf Zeus' entsprungen. Ein ungeheurer kultureller Wandel wird hier zum Ausdruck gebracht: Die Schöpfungskraft, die Geburt aus der Dunkelheit, wird nicht mehr mit dem Bauch und der Liebe assoziiert, sondern mit dem Kopf und dem Geist.


Tod

Konfuzius schreibt: "Dichte Dornenhecken wachsen um die Gräber, nur wer sich selbst den Weg freischlägt, gelangt hierhin. Und auf einem nahen Pflaumenbaum hat die Eule ihre Wohnstatt gefunden." Bei Sterbe- und Begräbnisritualen spielte die Eule sehr oft eine Rolle. Zwei Beispiele mögen genügen: Bei einigen Indianerstämmen wurden den Sterbenden Eulenfedern gegeben, damit sie leichter zu der Eule gelangen können, die ihre Seele erwartet, um sie in die andere Welt zu tragen. In Südost-Europa fanden Archäologen aus der Zeit 7000 bis 5ooo v.Ch. überwiegend Urnen in Eulenform. Diese Urnen symbolisierten das die Wiedergeburt bringende Geheimnis der Großen Mutter. Im arabischen Kulturkreis hielt man Eulen für die Seelen Ermordeter, die noch auf ihre Rache warteten.

Die Eule wurde in ganz unterschiedlichen Gebieten der Erde von Kriegsherren genutzt, ihren Feinden den Tod zu bringen: Agathokles, Tyrann von Syrakus, hat vor der Schlacht gegen Karthago Eulen über das Schlachtfeld fliegen lassen. Sie sollten die Kampfkraft der eigenen Krieger stärken, den Feinden aber Furcht einjagen. Frank Russel schrieb 1908, wie der Häuptling der Pima-Indianer vor einer Schlacht gegen die Apachen die Eule zu Hilfe anrief: "...(die Eule) schaute sich um und erkannte meinen Plan... Sie schwächte die Macht der Feinde, ihre Quellen, ihre Bäume, ihre Träume..." Auch als großartige Jägerin bringt die Eule den Tod. Bei Völkern, die überwiegend von der Jagd leben, wie einige Indianerstämme und die Ureinwohner Sibiriens, wurde sie zum Symbol für Mut und Stärke. Die Ainu sahen den Uhu als ihren göttlichen Ahnherren an und tranken nach jeder erfolgreichen Jagd auf ihn.

Viele Menschen glauben, sogar heute noch, als Seelenjägerin der Nacht würde die Eule den Tod bringen. Der Schrei eines Käutzchen wird abergläubisch und mit Schaudern als Ankündigung eines Todes verstanden. Das Wort "heulen" hat den gleichen Wortstamm wie "Eule".


Seelenmutter

In Träumen erscheint die Eule auch heute noch oft als Seelenmutter, obwohl viele Menschen sie in der Natur nie erlebt haben. Sie ist als Sinnbild des Todes - als die Mutter der Nacht - tief in unsere Kultur und damit in uns eingeprägt.

Dazu der Traum, es ist Jahre her, einer Freundin. Sie hatte eine Verhärtung in ihrer Brust entdeckt und träumte in der Nacht darauf: Sie stand auf einer wundervollen blühenden Wiese, eine menschengroße, liebevoll blickende Eule vor sich. Die Eule breitete ihre Schwingen wie Arme aus, die Träumerin schmiegte sich an sie und fühlte sich geliebt, geschützt und angenommen wie nie zuvor in ihrem Leben.

In den nächsten Tagen hatte sie voller Angst vor einem Krebsgeschwür zum Arzt gehen wollen. Nach diesem Traum ging sie in ganz anderer Stimmung hin, sie war angstfrei, ja fröhlich. Es wurde Krebs im fortgeschrittenem Stadium diagnostiziert. Sie kam sofort in eine Klinik, zwei Monate später starb sie. Das Erstaunliche war, dass sie in diesen zwei Monaten ganz angstfrei vor dem Tod war, ja gelegentlich sogar heiter gestimmt. Sie sagte: "Die Eule hat mich willkommen geheißen, das ist wichtig und wunderbar."


Im Patriarchat wird das Eulengesicht zum Hexengesicht

Nach der christlichen Legende war die Eule eine der "drei ungehorsamen Schwestern". Sie widersetzte sich dem christlichen Gott und wurde in einen Vogel verwandelt, der niemals die Sonne sah. In den "drei Schwestern" erkennen wir die Dreifache Mondgöttin, die Große Mutter. In dieser Legende wird der Kampf deutlich, den das Christentum zugunsten seines Dreifachen männlichen Gottes gegen die Dreifache Muttergöttin, und damit gegen die Weiblichkeit an sich, führte.

Dem lebenspendenden Aspekt des Zunehmenden Mondes, der jungen und erotischen Göttin, wurde der asketische Gottsohn entgegen gestellt; den mütterlichen Aspekt des Abnehmenden Mondes, die alte und weise Göttin, vertrat nun der allwissende Gottvater; den Aspekt der Erneuerung, des Neumondes, übernahm der Heilige Geist.

Erotik wurde verdammt, Askese war heilig. Dogmatisches Wissen sollte Weisheit ersetzen. Abstrakter Geist erhielt Vorrang vor dem Wert und dem Glück konkreten Erdendaseins. Der Keim für sehr viele Probleme unserer heutigen westlichen Kultur war damit gepflanzt. Die Menschen entfremdeten sich von der Natur innerhalb und damit auch zwangsläufig außerhalb ihrer selbst. Dieser Kampf der Christlichen Kirche gipfelte in dem ungeheuren Frauenhaß, den die Hexenverbrennungen des späten Mittelalters zeigen. Daß die Kirchenführer einen solchen Vernichtungskampf für nötig hielten, zeigt aber auch, daß das alte, geheime Wissen der Frauen um Geburt, Heilkunde und Spiritualität nie untergegangen war. Die Kirchenführer sahen dadurch ihren Anspruch, sie allein würden die "absolute Wahrheit" wissen und verkünden, gefährdet.

Shakespeare läßt den Hexenchor in MacBeth sprechen: "Fair is foul and foul is fair." ("Gut/richtig ist schlecht/falsch und schlecht/falsch ist gut/richtig") Dies Wissen um die Relativität jeder Wirklichkeit und um die Fragwürdigkeit aller Dogmen wird heute erst langsam Teil des westlichen Massenbewußtseins. Die Ergebnisse der Quantenphysik gaben hierzu wohl wichtige Anstöße.

"Nachthexe" war einer der Namen der Eule in jener Zeit. In Deutschland erzählten die Gebrüder Grimm in ihrer Märchensammlung von einer Eule, die sich in eine böse Hexe verwandelte. Die Hexe behielt von der Eule Ihr Aussehen: kreisrunde Augen und eine scharfe Nase bis zum Kinn. Noch heute sehen Hexen wie Eulen aus: Wir sehen das an Halloween, Karneval und in den Märchenbüchern. Im Lateinischen heißt Eule "strix", dies Wort bedeutete ebenso Hexe. Man kann sagen, die Hexe ist eine vermenschlichte Eule. Als Hexe symbolisiert die Eule im Mittelalter Sexualität, Schwarze Magie, Zaubereien der Nacht, Hölle, Tod und Teufel - einfach das "Böse Wissen" im christlichen Sinn. Aber für die Hebammen, kräuterkundigen und weisen Frauen, die von den Christen als Hexen verfolgt wurden, war die Eule das uralte Symbol weiblichen Wissens und weiblicher Schöpfungskraft.

Die Eule ist aber auch in der gleichen Zeit das Sinnbild des Till "Eulen"spiegels. Er zog im dunklen Mittelalter als Narr und Spielmann durch Deutschland. Aberglauben, Vorurteile, Dummheit und Grausamkeit der Zeit spiegelte er den Menschen in Späßen und Spielen vor. Hier ist die Eule Symbol aufgeklärten Wissens, man kann sogar sagen im Sinne Athenes.

In Deutschland entstand im 19. Jahrhundert die Tradition, Buchstützen mit einer geschnitzten Eule zu schmücken. Wer liest, galt und gilt als gebildet. Wissen wurde, langsam aber sicher, moralisch wertfrei: die Aufteilung in "gutes" (männliches/christliches/wissenschaftliches) und "böses" (weibliches/esoterisches/alternatives) Wissen ist inzwischen (fast) überwunden. Die Eule ist durch alle kulturellen Wandlungen hindurch bis heute das Symboltier für Wissen, sogar für Weisheit geblieben.


Teufels Großmutter - Große Mutter

Ein Märchen aus der Sammlung der Gebr. Grimm, der Inhalt: Drei Soldaten waren ausgerissen, da der König keinen Sold mehr zahlen konnte. In ihrer Not und aus Angst vor dem Galgen ließen sie sich auf einen Handel mit dem Teufel ein. Er gab ihnen ein Peitschchen, mit dem sie so viel Geld peitschen konnten, wie immer sie wollten. Im Tausch dafür versprachen sie, ihm ihre Seelen nach sieben Jahren zu überlassen. Der Teufel kündigte ihnen an, am Ende der sieben Jahre hätten sie noch ein Rätsel zu lösen. Gelänge ihnen das, lachte er, wären sie von ihrer Bezahlung des Handels befreit.

Die drei Soldaten genossen die Zeit, aber als das siebte Jahr fast abgelaufen war, brach in ihnen die Angst vor der Hölle aus. Eine alte Frau riet ihnen, sich an des Teufels Großmutter um Hilfe zu wenden. Der jüngste Soldat machte sich zu ihr auf. Sie war ein steinaltes Weib. Da der Soldat so schön aussah, gefiel er ihr und sie versprach ihm zu helfen. Sie versteckte ihn unter einem Stein.

Als der Teufel nach Hause kam, entlockte sie ihm die Rätselfrage, die er den Soldaten nach den verabredeten 7 Jahren stellen würde: "Welche Mahlzeit gibt es in der Hölle?" Die Lösung der Frage verriet er ihr ebenso: "Die Mahlzeit in der Hölle ist ein Meerkatzenbraten, der mit einem Löffel aus Walfischrippe gegessen wird, und aus einem Pferdefußweinglas wird dazu getrunken." Der Soldat hörte alles. Er dankte des Teufels Großmutter und lief zu seinen Kameraden. Der Teufel stellte ihnen später seine Rätselfrage. Aber da sie die Antwort wußten, hatte er keine Gewalt mehr über sie. Er flog weg. Das Peitschchen aber ließ er ihnen.

Als seine "Großmutter" vertritt die Hexe (Eule) eine sehr viel ältere Kultur als der Teufel. Er ist eine jüdisch/christliche Erfindung. Psychologisch gesehen ist er der in die Unterwelt, ins Unter-Bewußtsein verdrängte "Schatten" Gottes.

Der kollektive "Schatten", den der Teufel repräsentiert, wird von C.G. Jung definiert als der Ausgleich eines einseitigen Ichbewußtseins, damit die Ganzheit der Psyche erhalten bleibt. Diese "teuflischen Schattenseiten" eines Menschen, die er an sich nicht mag, die er als ausschließlich negativ bewertet und deshalb nicht wahrhaben will, drängt er ins Unbewußte ab, zwingt sie zu einem "Schattendasein".

Das Rätsel des Teufels im Märchen ist die Frage nach der Art genau dieser verdrängten Persönlichkeitsaspekte, dem "Schatten" Gottes und damit der ganzen christlichen Kultur: "Meerkatzen-Fleisch", "Walfischrippen-Löffel" und "Pferdefuß-Weinglas" symbolisieren so etwas wie "Weiblichkeit-Erotik", "Tiefenwissen-Nutzung" und "Zauber-Ekstase".

Die Erlösung vor der Hölle im eigenen Inneren heißt also einfach, diese vom Christentum tabuisierten Eigenschaften und Wünsche aus ihrem "Schattendasein" herauszuholen, sie zu erkennen und sie zu akzeptieren! Die Rettung vor der Verdammnis im eigenen Kopf und im eigenem Herzen erfolgt durch die Befreiung von konventionellen, nur kulturell bedingten, künstlichen Schuldgefühlen. Aber nicht allein die "Hölle" bleibt dem Menschen dann erspart, er wird darüber hinaus noch im Diesseits belohnt: Freude und Fülle an irdischen Gütern (sie behalten das Peitschchen).

Die drei Rätselantworten, diese in der christlichen Kultur verdrängten und verteufelten Talente und Wünsche, sind nun genau die drei göttlichen Aspekte der steinalten, der "Steinzeitalten" Dreifachen Mondgöttin: "Weiblichkeit-Erotik" zeichnet die Junge Göttin der Zunehmenden Mondes aus. "Tiefenwissen-Nutzung" ist die Weisheit der Alten Göttin des Abnehmenden Mondes. "Zauber-Ekstase" versinnbildlicht das Geheimnis der Dunklen Göttin der ewigen Erneuerung, des Neumondes.

Das Auffallende an der Figur der "Teufelsgroßmutter" ist: sie ist nicht böse wie der Teufel, sie ist gut, hilfreich, klug und hat Sinn für das körperlich Schöne (der Soldat gefällt ihr). In dieser Figur lebt die Große Mutter zwar versteckt, aber in ihrem Wesen unverfälscht weiter. Sie hilft dem, der bis zu ihr hin gelangt. Sie heilt ihn von den Verdrängungen und Schuldgefühlen der mittelalterlich-christlichen Moral, die den "Teufel" zum böse verzerrten Inbegriff ihres Reiches gemacht hat.

Mit der Rätselfrage stellt der Teufel die Frage nach sich selbst, mit der Rätselantwort beantwortet er sie selbst. Teufelsgroßmutter hilft dem Menschen zu der Erkenntnis, wer der "Teufel" in Wirklichkeit ist. Sie läßt ihn dem "Teufel" zuhören, das heißt der eigenen tiefen Inneren Stimme zuhören. Sie hilft ihm damit, seinen Defekt zu erfahren, seine natürlichen Triebe in sein Bewußtsein zu integrieren und seine innere Ganzheit zu gewinnen. Schmunzelnd könnte man sagen, Siegmund Freud war ihr Meisterschüler.

Die große Mutter: In den Matristischen Zeiten wurden ihre Augen als Sinnbild ihrer Schöpfungskraft betont. In der folgenden patriarchal beherrschten Zeit bestimmte ihre raubtierschnabelartige Nase ihren Ausdruck als gefährlich und todbringend. Aber ihr Gesicht ist immer das einer Eule geblieben.


Hellsichtigkeit
Eine Medizinfrau lehrt:

Die Eule bringt euch Erkenntnis und Hellsichtigkeit, denn sie kann auch da noch sehen, wo alle anderen nichts mehr erkennen. Sie ist das Totemtier vieler Schamanen, weil sie sich von der Dunkelheit nicht schrecken läßt. Sie findet Weg und Ziel in der Nacht mit den Augen der Seele. Kein Dämon vermag sie zu ängstigen oder zu täuschen, Gespenster und Gespinste der Dunkelheit durchschaut sie sogleich. Eule hilft euch, die dem Verstand verdunkelt erscheinenden Dimensionen der Wirklichkeit zu entdecken.


"Unheimliche Rufe in alter Stille" von Maggie M. Roe
Augen in der Nacht. Rufe in der Nacht. Diese Eule hat gerufen. Ihr Ruf schwebt noch immer hinter ihr im schemenhaften Dämmerlicht der Nacht. Ihr Ruf scheint das einzig Wirkliche in dieser Gräue. Die Maske des Rufes starrt blicklos wie die Maske unseres Schreckens, den die Todesangst in uns auslöst. Die große Eule selbst blickt uns mit fast hypnotischer Kraft direkt in die Augen. Wir sollen in ihre Augen sehen: Schwärze - aber Schwärze als Kern von Licht.


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Cornelia Savory-Deermann Cornelia Savory-Deermann

Cornelia
Savory-Deermann
, geboren 1945 in Wuppertal, hat seit 1971 Englische Bulldoggen. Seit Mai 2005 haben die Bulldogs hier ihr eigenes deutsches Weblog bekommen:

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Die Buchkapitel:

Inhalt

Einleitung

Tiere als Spiegel der Seele

Tiere als Sinnbild der Kultur

Bilder von Maggie M. Roe

1. Adler
2. Bär, Bärin
3. Biber
4. Biene
5. Delphin
6. Esel
7. Eule
8. Falke
9. Fisch
10. Fledermaus
11. Frosch, Kröte
12. Fuchs
13. Gans
14. Hase
15. Hirsch
16. Huhn, Hahn
17. Hund
18. Katze, Kater
19. Krebs
20. Kuh, Stier
21. Maus
22. Möwe
23. Mücke
24. Muschel
25. Otter
26. Pferd
27. Rabe
28. Ratte
29. Reh
30. Schaf, Widder
31. Schildkröte
32. Schlange
33. Schmetterling
34. Schwan
35. Schwein, Eber
36. Seehund
37. Spinne
38. Storch
39. Taube
40. Wal
41. Wolf
42. Ziege, Z-Bock

Literatur-Verzeichnis




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