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Archiv: Beiträge 2024

Clara


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Freitag, Juni 28, 2024

Fasziniernde Buchen und Fingerhüte


Weil um die Junimitte herum immer noch riesige Mähmaschinen auf den Wiesen unterwegs waren, fuhr ich mit Clara in den Wald. Im Urwaldstreifen nahe dem Eselsbett-Moor waren wir ein paar Wochen nicht mehr gewesen - also los.

Der Waldrand war ziemlich zugewuchert von Hollunder, Wildrosen, blühendem Himbeergebüsch und mehr. Die andere Wegseite zum offenen Land hin bezauberte mit wilden Wiesenblumen.

Ich fand einen einigermaßen dornenfreien Durchschlupf in den urigen Buchenwald hinein. Wir gingen aufmerksam den Boden checkend vorwärts, denn unter dem Grün und auch dem Laub sieht man die Stolperfallen aus Bruchholz manchmal nicht.

Manche Buchen waren wie Riesenbüsche gewachsen, andere wie Zwillinge, mache gebogen, und wir fanden wieder eine Buche, die über "Feenbrücken" in der Krone mit sich selbst verwachsen war.

Hinter dem Urwaldstreifen ist ein gerodetes und dahinter ein noch stehendes, totes Fichtenforstgebiet. Wir stapften durch das Unterhoz und die Farne zum und dann durch den herrlichen Fingerhutwald.

Die Fingerhüte hatten von dem lichtdurchfluteten Rodungsteil Besitz ergriffen. Clara folgte mir, aber so recht begeistert war sie nicht von diesem Unternehmen. Sie liebt, wie ich schon häufiger erwähnte, die freie Sicht.

Welche Lebenspracht, ja Lebenslust vor der Totenstarre dahinter! Ich war fasziniert. Clara schien eher an die Mühsal des Vorwärtskommens zu denken ;-)

Dann kamen wir zu einem gestürtzten Stamm, keinem gefällten. In seinem Wurzeltellergezweig hatte sich ein wilder Himbeerbusch hochgerankt. Er blühte in voller Fülle sozusahen vor Freude es so weit nach oben ins Licht geschafft zu haben :-))

Clara und ich beschlossen hier den Rückzug zum Wanderweg. Sie fröhlich voran!

Unsere Rückfahrt führte am Weg im Schwarzen Bruch vorbei, den wir vor ein paar Tagen trotz Sprengwarnung gegangen waren (siehe letzten Beitrag).

Das war zumindest für einen Kurzbeiner wie Clara nun nicht mehr möglich: ein großer Kastanienbaum war am Weganfang aus dem Boden gesprengt (?) worden und versperrte mit ihrer Krone den Zugang wirkungsvoll!


Dienstag, Juni 25, 2024

Heumahd und Wurzelsprengungen


Ich fuhr mit Clara wieder zum so prächtigen Mohn- und Kornblumenfeld bei Kleinenberg. Unsere gehbehinderte Freundin Hanni nahm ich einmal mit, sie sollte diese Pracht auch erleben können :-). Unter das Rot und Blau hatte sich inzwischen das Weiß der Kamillen- und der Fenchelblüten gemischt.

Auf einem dicken Grashalm entdeckte ich zwei Marienkäfer, die sich gerade satt an schwarzen kleinen Läusen fraßen.

Clara ist kein Fan von dicht zugewachsenen Feldern und Wiesen, in denen sie sozusagen versinkt. Sie folgt mir nicht hinein nach, sondern wartet brav am Rand. Die Heumahd hatte gerade begonnen, auf vielen Wiesen waren die Mäher unterwegs, die mit ihren ausladenden Aufwirbeler wie riesige Insekten aussahen. Clara hielt sie auch von weiter weg im Auge: man weiß ja nie.... ;-) Nur das Mohnfeld wurde noch gemäht, es sollte alle Vorbeifahrenden weiter erfreuen :-)

Solange die Mahd andauerte würde ich mit ihr zu unseren Wäldern rund herum fahren. Das Wetter Anfang Juni war naß und kühl. Das heißt unsere Spaziergänge waren wegen der knappen Regenpausen oft kurz, dafür aber häufiger.

An den zwei folgenden richtig nassen Tagen spazierte ich mit ihr nur durch den Waldstreifen fast direkt hinter unserem Haus. Sie findet es angemessen, dann auch mal nur 10 Minuten unterwegs zu sein ;-)

Dann wurde das Wetter sonniger und wärmer. Ich fuhr mit Clara ins Schwarze Bruch zu einem uns noch unbekannten Wanderweg. Am Parkplatz war eine Sprengwarnung angebracht.

Nun, gesprengt werden große Wurzelballen. An diesem Weg zwischen Bruchwald und Weidewiesen gab es nichts zu sprengen. Einen Sprengwumms hörten wir, er unterschied sich deutlich von einem Schußknall. Clara war nicht alamiert - der war zu weit weg, um relevant zu sein :-)

Am Wegesrand blühte es auch hier in Lila, Gelb und Weiß. Das sind vermutlich die Farben, die von Insekten bevorzugt angeflogen werden.

Unser Weg führte durch dichtes Unterholz, Dornengestrüpp und wilde Blumen. Eine grüne Undurchdringlichkeit, es sei denn man ist ein Wolf, Wisent oder Soldat....Der tote Fichtenwald war hier vor ein paar Jahren schon gerodet worden, die neue Lichtfülle brachte all dies zum Wachsen.

Zum Much, einen Tal bei Husen, fuhren wir am nächsten Nachmittag auch einmal wieder. Hier war die Mahd vorbei - das bringt auch den Vorteil, dass mit dem Heu die meisten Zecken abtransportiert wurden! Nur eine einzige mußte ich von ihr entfernen.

Zu Stu´s 80. Geburtstag am 8. Juni schien die Sonne den ganzen Tag, und zur Feier am nächsten Tag, einem Sonntag, auch noch :-)


Samstag, Juni 22, 2024

Vier Wettervarianten an einem Tag


Der Juni begann mit sehr wechselhaftem Wetter: es reichte von Sonnenschein bis zu Unwetter. An einem Tag hatten wir 4 verschiedene Wetterphasen: vormittags dichter Nebel, dann Starkregen, nachmittags heiter-bis-wolkig mit anschließendem, auch kleine Hagelkörner regnendem Gewitter.

Am späten Vormittag ging ich auf dem Hochplateau der Hegge mit Clara durch den Nebelwald. Er wirkte so von Nebel durchschleiert fast märchenträchtig gespensterhaft.

Nachmittags klarte das Wetter nach einem Starkregen auf. Wir fuhren hoch auf die Egge bei Blankenrode um dort zu spazieren. In den Waldlichtungen hatten sich die ersten Blüten vieler Fingerhutpflanzen geöffnet. Und entlang der Wegränder strahlten die weißen Blüten des Wiesenkerbels.

Vor einigen Jahren war rechts und links dieses Weges viel abgeholzt und gelagert worden. Die meisten Stämme sind jetzt abtransportiert und sowohl ihre Lagerplätze als auch viele er damaligen Transportwege sind inzwischen zu Wiesen geworden.

Hier findet man jetzt hin und wider bizarre, die Phantasie anregende Baumskulpturen.

Dieser Weg trifft bald auf den großen Waldwanderweg von Blankenrode bis Hardehausen. Dort ist die neue Wanderhütte nach zwei Jahren nun fertig gestellt! Der Wagen der Bauarbeiter stand noch daneben.

Wir sahen uns die Hütte mit dem wohl durchdachten Vorplatz von allen Seiten an. Sogar die Fahrradständer waren aus einem Stamm gefertigt! Und innen gab nicht nur Bänke, sondern auch Tische zum Picknicken.

Die Sonne schien noch herrlich, aber Clara strebte zum Weg zurück zum Auto.

Nach kurzer Zeit hörte ich einen Donner hinter mir... der Himmel wurde ganz plötzlich dunkel. Clara hatte das wohl erwartet, warum sonst strebte sie energisch von der Hütte aus zurück?

Wir erreichten unser Auto ein paar Minuten bevor der Regen losbrach. Sogar kleine Hagelkörner prasselten wenig später gegen unsere Windschutzscheibe!


Mittwoch, Juni 19, 2024

Das herrliche Sauertal

nördlich von Ebbinghausen, Teil II


Ende Mai, es war ein sonniger aber eher kühler Frühlingstag, fuhr ich mit Clara wieder zum Wanderweg durch´s Sauertals zwischen Ebbinghausen und Grundsteinheim. Den Wegabschnitt durch den weit sich öffnenden Talbereich beschrieb ich im Beitrag vom 22. Mai 24 weiter unten.

Das frische Grün der Gerstenfelder war inzwischen schon etwas gelblicher geworden. Die Gerste reifte langsam. Wir wollten diesmal weiter bachaufwärts den ganz schmalen Talabschnitt erkunden.

Die Sauer war inzwischen komplett trocken gefallen. Das Geröll lag bloß, weil hier die Strömung mehr Gefälle hatte und die Erde wegspülte.

Der Geruch von Knoblauch beherrschte das Tal. Die herrliche, weiße Sternenblüte des Bärlauchs war vorbei, erste vergilbte Blätter zeigten sich oberhalb von den Abhängen. Der Verwelkungsprozess steigert die Geruchsbildung. Am flachen Waldufer strahlten uns statt seiner der Wiesenfenschel in Weiß und die Lichtnelke in Pink entgegen.

Als der Pfad den Talgrund erreichte, mußte das Bachbett feucht und erdig sein, denn es war überwuchert von Schildblattpflanzen. Bald veränderte sich die Vegetation im Bachbett wieder: das noch mehr Wasser beanspruchende Sumpfgras dominierte. Es zeugt von sumpfigen Grund. Je enger das Tal wurde, das heißt je näher der Wald auch auf der gegenüberliegenden Talseite dem Bachbett kam, um so nasser wurde sein Grund.

Hier erlebte ich ein anschauliches Beispiel, wie Wald im Boden Wasser zurück hält. Im breiten Talabschnitt hinter Ebbinghausen, wo der Bach durch weite Getreidefelder oder Weiden gesäumt wird, war der Bachgrund völlig trocken gefallen.

Der Weg stieg dann wieder an und das Tal verbreiterte sich. Entsprechend wurde im Tal Landwirtschaft betrieben und Kühe weideten im Grund. Wir gingen zurück und genossen den wilden Teil des Pfades erneut :-)


Sonntag, Juni 16, 2024

Wald und Wiesen auf den Höhen um

Henglarn und seine Nachbardörfer herum


Der verträumte Grenzpfad zwischen Feldern und dem Puttenholz ist mein Lieblingsweg. Ihn gehe ich auch dann noch, wenn nasses Wetter oder Rückenschmerzen nicht nach draußen locken. Wegen der Vielfalt, durch die er führt, liebt Clara ihn auch.

Und mich inspiriert diese menschliche Normen sprengende Vielfalt immer wieder mal zu Haikus :-)

Auf den Höhen bei Husen entdeckten wir in Waldlichtungen einige wilde Wiesen. Der wundervolle Duft von Hollunderblüten umwehte uns.

Die vielen filigranen, so verschiedenen Grashalme, manche mannshoch, bezauberten mich. Clara versuchte erst gar nicht den komplett dicht bewachsenen Wiesenboden zu untersuchen. Sie beschränkte ihre Schnüffelei auf den Wegrand.

An einem anderen Tag, es herrschte weiter wechselhaftes Wetter, spazierten wir auf der Kahlen Platte oberhalb von Atteln, bei den Einheimischen auch Himmel genannt.

Der steile Abhang runter zur Altenau bei Atteln ist dicht bewaldet, aber die Hochebene ist "kahl", das heißt es gibt dort nur Felder, Wiesen und Windräder.

Clara fraß auf der Wiese am Picknickplatz kaum Gras - entweder hier wuchs wenig Quecke, oder sie war von einer Tierspur fasziniert. Sie war auf Pirsch!

Unweit der Kahlen Platte oberhalb von Husen entdeckte ich ein Gerstenfeld, in dem in einem Streifen entlang des Wegrandes der Mohn blüte. Es sah aus, als wäre diese Streifen beim Verteilen von "Unkraut"-Vertilgern übersehen worden. Wie schön!

An einem der nächsten Nachmittage gingen Clara und ich in einer Regenpause auf der nördlichen Höhe oberhalb unseres Zuhauses spazieren. Ich wollte einmal wieder die Weite des Landes erfahren - trotz der Windräder überall rundum.

Die Wege führten durch Weizen- und Gerstenfelder - aber sobald der Abhang ins Altenautal begann, waren wir von naturbelassenen Wiesen umgeben. Und die Wege waren nicht mehr heckenfrei landwirtschaftlich-funktional, sondern zur Freude von Vögeln, Kaninchen, Igeln und anderen Kleintieren (und mir) von Rosen- und Hollundersträuchern gesäumt.

Wollen wir wenigstens einen Teil des Horizontes ohne Windräder erleben, müssen wir mindestens 25 Kilometer ins Eggegebirge oder Sauerland fahren. Was wir ja auch oft tun.


Donnerstag, Juni 13, 2024

Ein neues Bistro, eine einsame Kirche, ein

Feld wie früher und eine Vogelmutter


Stu und ich sind früher immer mal gerne in den Restaurants in unserer Nähe essen gegangen. Die haben aber jetzt nur noch am Wochenende auf. Wir freuten uns, dass es seit Kurzem im Nachbardorf Haaren ein Bistro gibt, dass umgekehrt nur an Wochentagen geöffnet ist. Wir also mit Clara zu einem üppigen Frühstück hin.

Der Weg führt durch den Totengrund. Stu hielt dort an, damit ich zuerst mit Clara zu ihrem "Big Business" in den Wald gehen konnte. Sie erledigte ihre "Pflicht" sofort und rannte zu Stu zurück nach der Devise: "Bloß nichts verpassen!"

Clara hat keine Ruhe spazieren zu gehen, wenn Stu im Auto oder auf einer Bank auf uns wartet. Ihr Rudel muß unbedingt zusammen bleiben. Familiensinn sozusagen :-)

Ich ging nachmittags mit ihr spazieren. Sie weiß - wie auch immer - sofort, wann ich den konkreten Entschluß dazu fasse. Ich höre sie dann oben von ihrem Lieblingssofa im Arbeitszimmer runter springen und die Treppe runter jagen. Dann springt sie zuerst zu Stu auf´s Chaiselongue. Er muß über dieses freudige Vorhaben als allerserstes informiert werden! Vielleicht will sie ihn auch animieren mitzukommen. Nun, an diesem Tag saß Stu ausnahmsweise nicht dort... sie stutze und suchte ihn! Er lag auf der Fernsehliege in einem anderen Zimmer. Erst nachdem sie ihn im Freudenrausch betanzt hatte, kam sie zu mir, um sich das Halsband anlegen zu lassen. Das ist rührend ;.)

Ich fuhr mit ihr zu den teils noch wilden Wäldern zwischen Kleinenberg und Hardehausen. Dort entdeckte ich zum ersten Mal die winzigen "Blutmilchpilze". Die Fingerhüte begannen zu blühen und Vergißmeinicht grüßten.

Auf dem Waldweg neben dem Bachlauf im tiefen Grund des Hardehausener Felsenmeers begegnete uns ein Jogger. Er blieb stehen und sagte spontan "Den (Clara) nehm ich mit!" "Nein, das ist mein Herzenshund" lachte ich zurück. Seine ebenso lachende Antwort: "Ja, ich liebe diese Hunde auch :-)".

Am Ende des Waldweges stand eine kleine, renovierte Wehrkirche in blühenden Talwiesen. Ich mag solche abgelegenen, stillen und schönen Plätze. Stehen Kapellen darauf, so kann man davon ausgehen, dass sie schon heidnische heilige Stätten waren. Sie verführen zur Besinnung auf Himmel, Erde und Herz. Clara findet sie eher langweilig, sie lebt sowieso aus ihrer Seele heraus :-)

Auf unserer Rückfahrt kamen wir zu meiner Riesenfreude an einem Feld voller Mohn- und Kornblumen vorbei. Der Zauber von Fülle und gleichzeitiger Pracht - ein endgültig vergangen geglaubter Anblick!

Wir waren auf einer Bundesstraße und ich sah keinen Weg, um direkt an das Feld heran zu kommen.

Am nächsten Tag zeigten wir Gaby dieses weite Feld und wir fanden einen Feldweg, der direkt daneben verlief. Ein paar Meter gingen wir hinein, um darin zu "baden" und um Nahaufnahmen der Blüten zu machen.

Evelyn Riesen aus Bingen am Rhein und ich schicken uns bei unseren Hundespaziergängen oft Fotos von irgend etwas Besonderem, das wir jeweils entdecken.

Am gleichen Tag hatte sie auch ihr erstes wildes Mohnfeld entdeckt. Aber eine Vogelbegegnung stellte das noch in den Schatten!

Die Vogelmutter im Nest gab ihr mit lautem und heftigem "Singen" (Link zum Video) zu verstehen, daß sie bitte weitergehen solle. Was sie auch tat :-)


Montag, Juni 10, 2024

Kühe und andere Herdentiere


Bis Ende Mai waren manche der Weiden um unsere Dörfer herum wieder von Rindern, Kühen und Kälbern bewohnt. Viele aber blieben leer, die extensive Viehhaltung - oder wohl eher die Viehhaltung allgemein - gehen hier zurück.

Ich mag Kühe, bin ja auch eine Milchtrinkerin. Clara ist eher zurückhaltend. Mit großen Tieren muß man nicht gleich Freund sein ;-)

Im Altenautal hinter unserer Quelle unter der großen Eiche faulenzte eine Herde.

Alle Generationen waren darin vertreten, nur der Bulle fehlte. Die verspielten Kälber mit ihren Muttern als Begleitschutz liefen auf Clara (und mich) zu. Für Clara waren das zu viele, Massenveranstaltungen sind nicht ihr Fall! Sie zog sich an die gegenüber liegende Wegseite zurück.

Das Tal verengte sich so sehr, dass die Weiden endeten. Die Altenau schlängelte sich durch fast mannshohes Brennessel- und anders Gestrüpp. Eine kurze Schauer zog über uns hinweg. Auf unserem Rückweg ignorierte Clara die Herde und die Kälber beschlossen das zu akzeptieren :-).

Bei uns sind Rehe selten geworden. Sie werden stark bejagt, überall hier werden zur Zeit zudem noch neue Jagdkanzeln errichtet. In diesem Jahr begegnete uns nur dreimal eines im Wald. Anders bei Evelyn Riesen aus Bingen am Rhein: ständig sieht sie Rehe im Feld. Ihre Alice muß deshalb an die Leine, sie kennt leider Jagdgelüste :-)

Also fuhr ich mit Clara einmal wieder zum Wildpark nach Willebadessen um kleine Bambis zu bewundern :-)

Nun, Bambis sah ich in diesem riesigen Gehege nicht. Auch Hirsche konnte ich auf die Weite nicht ausmachen. Clara hielt sich fern vom Zaun, sie war mehr an Weiterwandern interessiert. Also spazierten wir weiter zu den Fischteichen.

Unsere Runde führte uns dann zu den Wildschafen. Die waren von völlig anderem Temperament als das Rotwild: nicht auf Flucht, sondern auf Verteidigung gepolt. Einschließlich des Leithammels lief die kleine Herde auf uns zu.

Clara hielt Abstand, da im Herbst 2020 ein Hammel sie hier einmal völlig überraschend mit seinem Gehörn angriff und den Zaun dabei gewaltig ausbeulte, siehe Beitrag 4.12.2020.

Auf der Rückfahrt sah ich kurz hinter dem Tierpark aus dem Augenwinkel riesige dunkle Leiber im Schatten liegen. Im ersten Überraschungsmoment dachte ich an Hippos!

Ich hielt an. Es waren schwarze Kühe am dunklen Bachrand. Sie wollten wohl ans Wasser, kamen aber wegen eines Stacheldrahtzauns nicht dran. Traurig für sie.

Clara freute sich über die Unterbrechung: die Kühe waren egal, aber noch mal kurz in den Wald diesem Bach dort zu folgen war eine gute Idee :-)


Freitag, Juni 7, 2024

Im Wald am Sintfeld Höhenweg


Das Sintfeld ist ein Hochplateau südlich von Paderborn. Sein Karstgestein ist durchzogen von Kastentälern und die Bäche darin verschwinden immer wieder mal in unterirdischen Höhlen und Gängen.

Der Sintfeldhöhenweg umrundet dieses Gebiet, er führt in Schleifen und Falten an seinen schönsten Stellen vorbei. Wir wohnen im Tal an der Altenau, einer dieser schönsten Wegstellen. Der Heggekamm oberhalb unserer Dörfer ist bewaldet. Hier erinnern noch einige tote Fichtenforste an die Sünden der Waldwirtschaft. Sie werden nach und nach durch nicht mehr extrem dicht gepflanzte Buchenforste ersetzt. Auf den Feldern rundherum stehen riesige Windräder mit der Folge, dass ich hier seit vielleicht zwei Jahren keine der seltenen Rotmilane mehr beobachte. Hätten wir noch die Kernkraft, würden nicht durch Windräder Ökosysteme zerstört und weitere Tierarten ausgerottet.

Der Sintfeldhöhenweg führt inzwischen auch lange Strecken durch in Windrad-Industriekomplexe verwandelte Felder. Im Wald sehe ich diese unterkomplex durchdachte "Weltrettungsmaßnahme" nicht...

Zu meiner großen Freude entdecke ich immer wieder wunderschöne Inseln echten, natürlichen Waldes in den Forsten. Und Platz zum Rumtollen findet sich für Clara auch in manchen Forsten.

Rennrunden dreht Clara am liebsten im Wald. Sie ist noch nie über rumliegendes Gehölz gestolpert - im Gegensatz zu mir ;-)

Es erstaunt mich immer wieder, wie sicher und souverain sie sich in der Natur bewegt, und wie unsicher in Städten oder fremden Gebäuden. Sie ist ein wenig wie ein wildes Tier, das frisch gezähmt wurde. Zu meinem Glück fehlt ihr wunderbarerweise dabei jeder Jagdtrieb.

Besonders reizvoll erlebe ich die Wege, die am Waldrand entlang von Feldern oder Wiesen verlaufen. Hier finde ich am Wegrain oft Blumen und Beeren.

Oberhalb von Atteln führt der Sintfeldhöhenweg entlang einer urwüchsig bewaldeten Abbruchkante ins Tal. Wilde Rosenbüsche, manche groß wie Bäume und den Weg überrankend säumen diesen Wegabschnitt auf beiden Seite. Dazwischen wächst Hollunder. Duft erfüllt den Weg.

Das Gras auf dem Weg weiter in Richtung Hochland war noch nicht gemäht worden: Clara versank darin. Sie liebt es nicht keine Sicht zu haben. Wäre auch nicht mein Fall. Also gingen wir den gemähten Weg Richtung Dorf weiter.

Ich habe mir noch nie gezielt Teilstrecken des Sintfeldhöhenweges zum Spazieren ausgesucht. Ich lande nur immer wieder darauf, einfach weil ich nach reizvollen Wegen Ausschau halte oder in der Komoot WanderApp solche suche.


Samstag, Juni 1, 2024

Clara´s 6ter Geburtstag :-)


Am 14. Mai wurde Clara 6 Jahre alt. Wie schnell die Zeit vergeht, staunte ich einmal wieder. Sie ist in der Zeit ihrer besten Jahren.

Ich wanderte mit ihr über den schönen, von Buchen gesäumten Weg durch das Tal der jungen Altenau bis zu einem Zufluß in einem Bärlauch-Feuchtgebiet. Dies ist einer ihrer Lieblingswege, zuletzt gibt es dort aber nicht mal mehr einen Pfad, man muß sich bis zum Bach durchschlagen. Deshalb waren wir ihn vielleicht zwei Jahre nicht mehr gegangen. Ich stolperte auch prompt über einen übergrünten Ast, fiel aber nur auf die Knie. Jedenfalls gibt es dort kein Brombeergestrüpp und keine Sumpflöcher! Sie hielt mich im Blick bis ich wieder auf den Beinen stand :-)

Es war ein sehr warmer Tag. Clara ist allerdings kaum (jedenfalls weniger als ich) hitzeempfindlich. Aber als der Wald zum Auwald wurde die feuchten Bärlauchwiesen begannen, da rannte sie los und verschwand aus meinen Augen - wie ich hörten konnte im Bach. Sie war außer Rand und Band, vielleicht auch weil sie zwei Tage keinen Auslauf gehabt hatte.

Nach ein paar Minuten kamm sie klatschnaß zurück, um mich ans Wasser zu holen. Zurück am Bach ging sie diesmal gemäßigt hinein. Pfoten reichten. Sie war abgekühlt genug :-)

Sie watete ein wenig im Bach herum, auch in einen schlammigen Teil - ein Vollbad nahm sie dort nicht. Nunja, bis zurück zum Parkplatz wäre sie getrocknet und der Schlamm als Puder von ihr abgefallen :-). Ich wartete auf einem Baumstamm sitzend, bis sie genug vom Wasser hatte und weiter wollte.

Es ging zurück, leider ich hatte mir nicht genau gemerkt, zwischen welchen Bäumen wir zum Bach gelangt waren. Clara übernahm souverän die Führung, als sie meinte ich wähle eine leicht falsche Richtung. Sie hatte Recht :-)

Für den nächsten Samstag hatte Clara ihre Wanderfreundin Gaby zu Kaffee und Kuchen eingeladen. Gaby brachte eine große Überraschung mit:

Sie hatte für Mensch und Hund schmackhafte Bulldog-Plätzchen gebacken!

Mit dunkler Lebensmittelfarbe (keine Schokolade!) hatte sie eine Schnauze darauf gemalt, die an ein Herz erinnerte :-))) Die großen Bulldogaugen strahlten uns an und der Kopf züngelte ein wenig vor Aufregung oder auch Appetit :-). Irgendwie ließen die Plätzchen mich aber auch an Schmetterlinge denken, ein Symbol für Lebensfreude. Die Ohren waren aus Papier und deuten an, wie Clara`s feine Ohren bei Tempo stets im Winde fliegen.

Die Plätzchen schmeckten ihr und uns sehr gut! Nicht nur sie ließ keinen Krümel übrig :-). Danke Gaby!


Dienstag, Mai 28, 2024

Schatten im Wald und im Auwald

noch Wasser dazu


Gegen Mitte Mai schien tagelang die Sonne, es wurde sommerlich warm. Das bedeutete für Clara und mich nur im Waldschatten zu spazieren... wir lieben coolness ;-)

Wir fuhren zur Haarener Wanderhütte, denn dort fließt ein kleiner Bach, in dem Clara schon vor ein paar Wochen geplanscht hatte. Die Hütte in diesem schönen Tal hatte aber auch viele Biker aus dem Ruhrpott angelockt: mit Zelten waren sie angereist. Würstchenbude und Eisbus fehlten nicht. Es war Samstag, naja, auch Biker brauchen Natur :-)

Clara ging kurz ins Wasser. Es nässte ihr gerade die Pfoten, mehr war außer Schlamm nicht drin. Um ihre Pfoten herum war er haften geblieben. Es sah lustig aus, wie schwarze Samtschuhe. Wir fuhren weiter ins nahe gelegene Puttenholz.

Es fasziniert mich, wie aus Baumstümpfen ein einzelner Trieb erwächst, der bald als Baum den Platz des alten einnimmt und sich zu einem neuen Riesen entwickelt. Er ernährt sich sogar durch dessen Wurzeln. Es dauert nur ein paar Jahre, dann ist vom Stumpf seines Vorfahrbaumes nichts mehr zu sehen. Genetisch gesehen ist es nicht einmal sein Vorfahre, es ist er selbst.

Immer wieder freut es uns dort neben den Baum-Waldpersönlichkeiten entlang zu gehen. Ach ja, Claras Schlammpfoten waren in Kürze sauber getrocknet.

Am nächsten Tag fuhr ich mit ihr zum Auwaldgebiet der jungen Altenau bei Blankenrode.

Ich erwartete diese noch Wasser führend, aber den Wald entlang ihres Bachbettes weitgehend trocken. Clara würde wieder ihre Pfoten kühlen können.

Aber Clara gefiel das Gelände nicht! Aus purem Gehorsam ging sie zwei Meter in den nassen Wald, aber das Schilf und Unterholz versperrte ihr jede Sicht. Sie stapfte zurück auf den festen Forstweg.

Sie unterbrach ihr Grasfressen um immer wieder mal aufzuschauen, ob ich so langsam zu ihr zurück kommen würde. Natürlich tat ich das sehr bald ;-)

Mitte Mai erwischte Stu und dann mich das Novo-Virus, Gottseidank lagen wir nicht gleichzeitig danieder. Das bedeutete für Clara, drei Tage nicht in Wald und Flur raus zu kommen. Danach war ich war noch so schlapp, dass wir nur abends einen kurzen Weg bei Sonnenuntergang machten.

Aber am dann folgenden Tag fühlte ich mich wieder fit und es zog mich zu unserem Lieblingsweg durch den Frühlingswald :-)

Ich pflückte uns ein blühendes Waldmeistersträußchen. Zuhause würde ich es zum Trocknen in eine Schale legen und mit seinem Duft das Wohnzimmer zum Waldzimmer verwandeln :-)


Samstag, Mai 25, 2024

Zeckenverseuchte und zeckenfreie Wege


Zecken sind DIE Plage für Hunde und auch Menschen. Ich gebe Clara im Sommer alle 5 Wochen eine Tablette Simparica, da Kokosöl bei keinem meiner Hunde die Zecken wirklich abschreckte und die Spot-on Mittel bei ihnen Hautreizungen hervorriefen. Diese Pillen zeigten keine bemerkbaren Nebenwirkungen. Die Zecken vertrocknen unmittelbar nach ihrem Biß in ihrer Chitinhülle.

Die Hündin von Freunden verstarb vor ein paar Jahren elendig an Borreliose, das will ich nicht riskieren. Meine Schwester wurde letzten Sommer auch gebissen. Ihr Arzt schickte die Zecke zur Untersuchzng ein, sie trug 4 verschiedene Borreliensorten in sich - Antibiotika waren zwingend angesagt.

Bis Anfang Mai hatte ich auf Clara keine Zecke bemerkt. Deshalb spazierte ich mit ihr noch auf dem Brombeerweg, obwohl der im Sommer voller Zeckenkolonien ist.

Als wir wieder beim Auto ankamen sah ich schwarze Punkte auf ihr, die Zecken waren also wieder da! Ich sammelte an die 10 aus ihrem Fell heraus. Als sie zuhause ausstieg, sah ich noch mal so viele auf ihr rumkrabbeln, um die beste Zubeißstelle zu finden. Es waren mehr als 20. Sie sind ekelhaft, wenn auch durch die Tabletten nicht mehr gefährlich für sie, wohl aber für mich. Vor November werden wir diesen und einige andere zeckenverseuchte Wege nicht mehr nehmen!

Den nächsten Spaziergang machten wir im NSG Bleikuhlen und dem anschließenden Wald.

Auf den bleihaltigen Böden hat als daran angepasste Pflanze das weltweit nur hier wachsende violette Galmeiveilchen sich entwickelt.

Die bleihaltigen Gesteinsschichten befinden sich hier nur in einem kleineren Gebiet an der Erdoberfläche. Die Felder und Wälder drum herum sind ungiftig und fruchtbar.

Nur eine einzige Zecke saß nach einer Stunde Rumlaufen auf Clara drauf.

Am nächsten Tag fuhr ich mit Clara ins wunderschöne Sauertal am Alten Postweg in Lichtenau. Dort siedeln auch keine Zeckenkolonien, wie wir aus Erfahrung wissen.

Im Bachbett stand das Wasser manchmal noch einen halben Meter hoch. Die Furt bildete eine Wassersperre. Ob sie hineingehen will oder nicht, das überlegte Clara davor stehend. Auf meinen Ruf "Vorsicht" entschied sie es nicht zu wollen :-)


Mittwoch, Mai 22, 2024

Das herrliche Sauertal

nördlich von Ebbinghausen, Teil I


Durch das Sauertal ab Ebbinghausen bachaufwärts waren Clara und ich bis zur Furt schön häufiger spaziert. Es ist im Frühjahr ein Bärlauchparadies: vom Bachrand bis zur Höhe der steilen Uferkante ist der auch dort oben feuchte Boden mit seinen weißen Sternblüten bedeckt. Und bei Windstille kann man sich an seinem Geruch gesund atmen :-)

Dieses Ereignis wollte ich auch in diesem Mai nicht verpassen. Als wir ein paar Tage später diesen Spaziergang wiederholten, nahmen wir Freundin Gaby mit. Sie staunte nicht schlecht über diesen Vorhang aus weißen Sternen über den Hängen!

An manchen Stellen wurden die weißen Bärlauchblüten von Weißdornbüschen verdeckt - das prächtige, feinblättrige Blütenweiß boten statt dessen nun diese an. Nach der Furt - sie stand nur noch sohlenhoch unter Wasser - hört der Uferwald am Weg auf, und damit auch die Blütenpracht.

Der Weg führt weiter durch weite Wiesen, in denen sich die Sauer schlängelt. Sie war aber weitgehend wieder trocken gefallen, das heißt sie fließt unterirdisch durch Kalkhöhlen weiter, sofern keine Trockenzeit herrscht.

In diesem Wiesen- und Feldbereich des Sauertales waren vorher noch nicht gewesen. Beim zur Zeit nicht wirklich warmen Wetter wollte ich es weiter erkunden. Wir machten das gleich am nächsten Tag.

Insbesondere vor und auf der Brücke konnten wir sehr deutlich sehen, wie hoch das Winterhochwasser der Sauer hier gestiegen war. Jetzt bestand sie nur noch aus kleineren und größeren Lachen in den tieferen Stellen des Bachbettes.

Wir gingen bei der Brücke ans Ufer, Clara witterte mit vibrierender Nasenspitze, entschied dann diesem trüben Wasser fern zu bleiben. Sie schätzt zu meiner Erleichterung - jedenfalls in der Regel - nur frisches Wasser :-)

Nach der Sauerbrücke stieg das Gelände zur anderen Talseite leicht an. Der Landwirtschaftsweg endete, wo der Wald - und der Bärlauch/Knofiduft wieder begann.

Den schmalen Pfad durch den Wald weiter bachaufwärts würden Clara und ich ein anderes Mal erobern, jetzt ging es erst einmal wieder zurück zum Auto.

Ich freute mich über dies stille Tal. Kein Auto war zu hören, und das mechanische Rauschen der Windräder nur gelegentlich ganz leise. Clara widmete sich wieder in mehrfacher Hinsicht dem Gras - sie sprühte vor guter Laune :-))


Sonntag, Mai 19, 2024

Wasserabenteuer: Man kann, was nötig ist.


Passend zum 1. Mai wurde das Wetter trocken und sehr warm. Clara und auch ich hechelten unterwegs sogar ein wenig. Im Totengrund waren die Regenwasserbäche pfützenfrei ausgetrocknet. An den frei gewaschenen Wurzeln der Bäume auf den hohen Uferkanten konnte man erkennen, wie viel Erde die Winterüberschwemmung weggewaschen hatte.

Die Altenau dagegen führte nach wie vor ziemlich viel Wasser mit starker Strömung an den engeren Stellen.

Ich spazierte mit Clara den Weg am meist zugewachenen Ufer entlang zu ihrer Badestelle bei Husen. Die Strömung war erheblich und das Rauschen des Wassers laut. Ich bemerkte ich an mir selbst mit Lachen, dass allein schon dieses Rauschen mental abkühlte :-)

An ihrer gewohnten Badestelle stieg sie gleich runter an den Bach. Sie blieb mit den Beinen im flachen Uferwasser stehen, alles gut so, dachte ich und nahm an, sie würde wie noch im letzten Sommer nicht weiter hineingehen, wenn ihr das Wasser dann bis zum Hals reichen könnte. Deshalb blieb ich oben an der Uferkante stehen.

Aber sie ging ahnungslos ins Tiefe! Und schwamm notgedrungen - zum ersten Mal in ihrem Leben! Sie wollte zum Ufer drehen, aber die Strömung zog sie weiter. Ich brüllte "Zurück!!!" Gerade als ich ins Wasser laufen wollte um sie am Halsband zu packen, gelang ihr die Kurve gegen die Strömung und sie stieg an Land. Zu meinem nächsten Erstaunen war sie ganz gelassen, so als dächte sie: "Die Natur ist eben so. Alles gut!"

Lernen duch Erfahrung, stellte ich fest. Oder besser: man kann, was nötig ist. In der Natur hat sie tatsächlich nie Angst - nur vor fremden Leuten und größeren "Geräten" (von Kinderwagen bis Trecker) hütet sie sich. Dieses erste Schwimmerlebnis scheint ihr sogar Spaß gemacht zu haben, denn sie liebt es ihre Kraft zu fühlen. Sie wollte erneut ins Wasser! Ich wollte das aber nicht! Wir verließen ihre Badestelle.

Am nächsten Tag spazierten Clara und ich am Holtheimer Bach entlang. Das Ufer ist meist zu steil um ans Wasser zu gelangen, nur an einer Stelle war das dort möglich.

Nach ihrer Erfahrung vom Vortag ging Clara bedachtsam vor. Sie besah sich die Strömung in der Bachkurve, an der wir standen.

Das Wetter war kühler als am Vortag. Erste Regentropfen fielen und wir gingen zurück zum Parkplatz. Clara sorgte für Tempo, um ins Trockene zu gelangen. Ich glaube Regennässe ist für sie etwas völlig Anderes als Badenässe - eigentlich auch für mich ;-)


Montag, Mai 13, 2024

Hain, Himmel und leuchtende Rapsfelder


In den letzten Apriltagen wurde das Wetter frühlingshafter. Es klarte auf, die Sicht reichte weit. Wir fuhren etwa 25 Kilometer nach Altenheerse zum Himmelsberg. In dem ganzen Gebiet sind Clara und ich bislang noch nie spaziert.

Der Himmelsberg liegt am Rand vom Heinholz. Das "Heinholz" verrät durch seinen Namen, dass es ursprünglich bei den Altsächsischen Einheimischen ein Hain war. In diesen meist lichten Buchenwäldern wurden der Überlieferung nach heidnische Kulte gepflegt. Diese Kulte dienten den Natur- Kriegs- und Fruchtbarkeitsgöttern und Göttinnen. Dass der größte Hügel beim Heinholz "Himmelsberg" heißt und dem Christlichen Gott umgewidmet wurde, bestätigt mir seine uralte kultische Bedeutung. Bei Atteln, Luftlinie nur 18 Kilometer entfernt, gibt es auch einen "Himmel" auf der Höhe eines "Hain"berges. (Siehe Beitrag 25. Juni 21)

Die heutige Kapelle auf dem Himmelsberg ist ein Nachkriegsbau von 1948. Sie wurde im Gedenken an die Soldaten der Großen Mutter im Kleid der Maria gewidmet.

Die mit Hecken geschützte Kapelle auf der runden Hügelspitze mit Blick in die Ferne wirkte sehr idyllisch, ja in ihrer sanften Ruhe sogar meditativ. Auch ich gedachte hier der Kriegstoten, besonders derjenigen unserer Zeit.

Die Vermutung liegt nahe, dass in dieser Gegend in alten Zeiten viele Dörfer ihren "Himmel" gehabt zu haben. Vielleicht finde ich noch weitere davon in Geländekarten.

Seltsame Vorstellung: jedes Dorf mit seinem eigenen Himmel und damit sicherlich auch seiner eigenen Hölle. Heute sagt man, jeder Einzelne hat seine eigenen Himmel & Hölle. Die zunehmende Individualisierung - ich kann auch sagen Selbstverantwortung - der Menschen zeigt sich in gewisser Weise auch so.

So wie beim Himmelsberg reflektierten auch bei uns Zuhause um Henglarn herum viele Rapsfelder das Sonnenlicht. Insbesondere aus der Höhe betrachtet schufen sie so eine ungewohnte visuelle Tiefe und Weite.

Die über die scharfen Kanten der schroffen Schluchten hinausragenden Baumkronen verbanden sich für das Auge nicht wie sonst mit dem Wiesengrün auf den Höhen. Das Gelb grenzte sie ab.

Im Wald hatte ich manchmal den Eindruck, er wachse als Insel aus einem grün/gelben Pflanzenmosaik heraus. Gelber Löwenzahn säumte oft den Weg, und die einsame Tulpe, die ich fand, war "natürlich" eine gelbe :-)

In all dem Gelb war es eine Freude, ein türkisfarbenes Vogelei und eine purpurne Orchidee, das Knabenkraut, zu entdecken. Clara nimmt Farben nicht so wichtig, aber Gerüche. Dieser April bedeutet wohl für sie eher "Immer wieder mal Knofi-Geruch" ;-)


Freitag, Mai 10, 2024

Inmitten von Wiesen: große junge

Buchenwälder und kleine Reste alter Haine


Die Wiesen wuchsen in diesem nasskalten Aprilwetter kräftig hoch. Clara stapfte weltvergessen grasend hindurch. Aber ich erlebte es erstmalig, dass sie nach vielleicht 5 Minuten genug davon hatte und auf dem Weg weiter Richtung Wald ging.

Vielleicht lag das aber auch an Gerüchen in der Wiese: wenige Tage zuvor war eine Bekannte, als sie auf einem dieser Wege im Attelner Riependahl joggte, zwei Bachen mit Frischlingen begegnet. Und Clara hält, wenn sie kann, von Mensch wie Tier gleichermaßen Abstand.

Clara liebt Wälder. Sie bieten den Sinnen viel Untersuchenswertes, zudem in unserer Gegend auch immer wieder mal abenteuerliches Gelände. Außerdem bieten sie einen kleinen Regen- und einen großen Sonnenschutz. Im Fersel, dem Nachbartal vom Riependahl, erfüllt der meist leere Regenbach mitten im jungen Buchenwald solche Wünsche :-)

An einer Stelle kommt man gut an die Bachrinne heran. Sie sprang rein, nur um sich an der anderen Seite wieder hoch zu hieven. Und zurück. Sie liebt diesen Spaß. Ich folgte ihr vorsichtig ins Bachbett - habe ja nur zwei Beine :-)

Vor einem Gesteinsloch im Bachbett kletterten wir wieder hoch. Clara zögerte - und sprang dann wieder runter! Sie spielte unten mit einem Ästchen, Ausdruck großer Lebensfreude :-)

Als dann eine Folge ausgeschemmter und abgeholzter Baumstämme Barrieren bildeten, stiegen wir den Hang zum Waldweg zurück. Clara trottete zuerst deutlich weniger fröhlich neben mir her, dann aber schnupperte sie wieder neugierig am Wegrand rum. Sie lebt im Hier und Jetzt.

Ich hielt die Wegränder im Auge, weil sich da oft Besonderes versteckt. So auch diesmal:

An einem Seitenpfad des Forstweges wuchsen viele der hier selten gewordenen Walderdbeerpfanzen. Sie blüten alle, das wird bald ein Lecker-Erlebnis geben :-)

Am nächsten Tag fuhren wir wieder ins Schwarze Bruch. Dort stehen noch manche alte Buchen beisammen, wirkliche Waldpersönlichkeiten. Sie sind die Überlebenden einer vergangenen Zeit. Sie durften (und dürfen in Naturschtzgebieten) sich frei von forstwirtschaftlichem Denken entfalten.

Ich freue mich immer sehr solchen Gestalten, solcher Vielfalt zu begegnen.


Dienstag, Mai 7, 2024

Kaltes Wetter, Bärlauch und

Knoblauchrauke, Märchenbilder im Holz


Ende April war das Wetter kalt. Alle jungen Triebe unseres Walnußbaumes waren in einer Nacht erfroren. In den Wäldern aber fand ich keine Frostspuren. Die hohen Kronen der alten Buchen grünten nun auch.

Soviel Grün, ich staunte so wie jeden Frühling über diesen gewaltigen, atemberaubend schnellen Wandel in der Natur, ganz besonders im Wald.

Im Bündelwald lagen einige gefällte Stämme alter, mächtiger Buchen am Wegesrand. Erstaunlich, was für Bilder bei der Arbeit mit einer Motorsäge entstehen können!

Es war Vollmond. Schwarze Wolken zogen wie Kriegsschiffe über den Himmel. Eigentlich ist der April der Regenbogenmonat, da Sonnenschein und Regenschauern so oft abwechseln. In diesem April aber hatte ich hier bei uns noch keinen erlebt.

An meinem Geburtstag war an Kaffee & Kuchen im Garten nicht zu denken. Es war zu kalt.

Stu, ich und Clara fuhren mittags in das sehr schöne Restaurant "Fischerhütte" zum Forellenessen. Clara bekam natürlich dezent davon ab. Sie liebt Fisch. Ein anschließender Spaziergang um die in Wald eingebettete Teichanlage fiel diesmal wegen Regen leider aus.

Clara kann endlos schlafen. Fällt irgendwann der Zauberspruch "Clara kommt mit", dann ist sie von 0 auf Nichts im Modus Freudentanz :-)


Samstag, Mai 4, 2024

Ein Baumhaus, eine Doline,

Hagel und Schnee


Die Tage um Mitte April waren sehr regnerisch. Ein einziger Tag dieser Woche versprach wenigstens stundenweide Sonnenschein. Clara und ich nahmen Freundin Gaby mit nach Neuenbeken etwas nordöstlich von uns in der Egge. Wir spazierten den Höhenweg oberhalb des Beketalabhanges, weil dort ein Baumhaus als keines Naturmuseum teilweise "in den Bäumen hängt".

Leider wurde das Baumhaus gerade renoviert. Zimmermannsleute sägten bei lauter Schlagermusik gleich daneben dicke Balken zurecht. Clara war "not amused"! Sie wollte partout nicht mit runter zum Baumhaus steigen. Ich blieb also bei ihr und nur Gaby sah stieg den steinen Hang runter, um es sich wenigstens näher von außen anzusehen.

Wir spazierten trotz einsetzendem Nieselregen als nächstes zu einer Doline, dem "Weringer Pohl". Klar, man weiß sofort, daß der Grund des Erdeinbruchs ein "Pool" ist.

Sie hat tatsächlich einen sehr viel größeren Durchmesser als die anderen Dolinen, die wir in unserer Gegend kennen: ein umgekehrter Kegel, weitrandig, aber nicht tief. Im Grund liegt ein schlammumrundeter Teich. Clara pirschte gleich runter.

Etwas weiter würden wir ein noch viel beeindruckenderes "Loch" finden, das wußte ich aus meiner WanderApp. Aber es begann starker zu regnen und der Weg dorthin war ohnehin schon eine Matschpiste. Wir beschlossen diesen Weg einmal im Sommer bei trockenem Wetter zu gehen.

Als wir wieder am Auto ankamen, da begann eine heftige Hagelschauer. Naja, Aprilwetter! Wir fuhren Richtung Zuhause. Als wir am Ellerbach vorbei kamen brach plötzlich die Sonne durch und der halbe Himmel strahlte in Blau.

Wir hielten an und spazierten hier im warmen Sonnenschein. Nach einer Weile regnete es wieder aus einer schwarzen dicken Wolke. Was soll´s, wir fuhren gut gelaunt nach Hause.

Am nächsten Morgen lag zu meiner Überraschung Schnee im Garten! Der war aber so naß, dass er von den jungen Blättern schon wieder in dicken Tropfen herunter fiel.

Clara hatte keine Lust in diese Schneenässe raus zu gehn.... sie wartete bis Mittag, als alles Tauwasser von den Bäumen abgetropft war ;-). Die vielen Blüten an unserem Apfelbaum hatten keinen Frostschaden erlitten.

Schon 100 Meter höher in der Egge sah es anders aus: unsere Freundin Udalrike schickte morgens ein Foto vom Blick über Neuenherse. Die Schneelast war so hoch, dass ihr Pflaumenbaum in Garten gebrochen war.

Ich spazierte nachmittags mit Clara am Quellbach der Altenau entlang, aber bald wurde der Boden uns beiden dort im Tauwasser zu nass.

Deshalb fuhr ich mit ihr noch zu unserem Lieblingspfad hoch ins Puttenholz. Dieser war gerade mit frischen Holzspähnchen trocken gelegt worden. Kleine Schneereste lagen - so gar nicht ins Grün rundherum passend - noch in schattigen Winkeln.

Bei einem stutzte ich, er inspirierte mich spontan zu einem Haiku.

Abends wurde es dann so schön, dass wir rausgingen um den Sonnenuntergang über einem voll erblüten, weithin duftenden Rapsfeld zu genießen. Variationen in Gelb und Gold :-)


Mittwoch, Mai 1, 2024

In nur wenigen Tagen ergrünte der Wald

und erblühten die Wiesen


Gegen Mitte April explodierte im Wald das Blattwachstum und die Apfelbäume an den Wegrändern blühten. Nach nur drei sonnigen Tagen glänzte überall frisches Grün.

Wir fuhren zu unserem Lieblingspfad im Puttenholz. Unter den grünen Buschblättern strahlten die letzten buttergelben Blüten des Scharbockskrauts. Sie bildeten einen auffallenden Farbkontrast zu den vielen Waldveilchen. Das ungewohnt warme Wetter kam mir heiß vor. Auch Clara empfand das so, ihr tropfte es ab und zu aus den Lefzen.

In diesem Sonnenwetter verwandelten sich die Wiesen um unsere Dörfer herum in Löwenzahnweiden :-)

Im Odenbachtal bei Lichtenau entdeckten wir eine phänomenale Buche! Solch einen zerklüfteten, erstaunlich kurzen wie dicken Stamm hatte ich vorher noch nirgendwo in der Welt gesehen!

Sie steht auf einem kleinen Hügel im sanften Tal des Odenheimer Baches, eines Zuflusses zur Sauer. Auf diesem Hügel stand eine frühmittelalterliche Burgkirche, die im 14. Jahrhundert wegen der durch viele Fehden bedingten Landflucht zur Wüstung verfiel. Mehr über diese "Wüstung Kerkdorp" im Blog der LWL-Archäologie.

Clara und ich folgten einem schönen Pfad durch die Feuchtwiesen des Tales.

Der Bach führte noch erstaunlich viel Wasser. Im Winter war er übervoll gewesen, wie man am vertrockneten Gras-Treibgut in den unteren Baumästen erkennen konnte.

Am Wegrand stand das Wiesenschaumkraut in Blüte. Ich pflückte eine Handvoll und freute mich riesig, es in die Salatsauce zu tun. Es schmeckt leicht scharf und würzig, erinnert entfernt an Senf. Und die Blüten geben einen Hauch von Nektarsüße dazu.


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, geboren 1945 in Wuppertal, hat seit inzwischen mehr als 50 Jahren Englische Bulldoggen und ist Gründungs- und Ehrenmitglied des "Verein der Freunde Englischer Bulldogs e.V. (1980-2009)"

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