Cornelias Bulldog Blog
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English Bulldog Netzwerk für Kenner und Freunde
Mai 2005 bis Mai 2015 jeden 2. Tag ein Beitrag
Ab Mai 2015 Beiträge in unregelmäßigen Abständen

Die Links zu den thematisch sortierten Archiven sind in der Referenzspalte:
Sie finden dort (fast) alles, was Sie über den English Bulldog wissen wollen.


Donnerstag, Juni 13, 2024

Ein neues Bistro, eine einsame Kirche, ein

Feld wie früher und eine Vogelmutter


Stu und ich sind früher immer mal gerne in den Restaurants in unserer Nähe essen gegangen. Die haben aber jetzt nur noch am Wochenende auf. Wir freuten uns, dass es seit Kurzem im Nachbardorf Haaren ein Bistro gibt, dass umgekehrt nur an Wochentagen geöffnet ist. Wir also mit Clara zu einem üppigen Frühstück hin.

Der Weg führt durch den Totengrund. Stu hielt dort an, damit ich zuerst mit Clara zu ihrem "Big Business" in den Wald gehen konnte. Sie erledigte ihre "Pflicht" sofort und rannte zu Stu zurück nach der Devise: "Bloß nichts verpassen!"

Clara hat keine Ruhe spazieren zu gehen, wenn Stu im Auto oder auf einer Bank auf uns wartet. Ihr Rudel muß unbedingt zusammen bleiben. Familiensinn sozusagen :-)

Ich ging nachmittags mit ihr spazieren. Sie weiß - wie auch immer - sofort, wann ich den konkreten Entschluß dazu fasse. Ich höre sie dann oben von ihrem Lieblingssofa im Arbeitszimmer runter springen und die Treppe runter jagen. Dann springt sie zuerst zu Stu auf´s Chaiselongue. Er muß über dieses freudige Vorhaben als allerserstes informiert werden! Vielleicht will sie ihn auch animieren mitzukommen. Nun, an diesem Tag saß Stu ausnahmsweise nicht dort... sie stutze und suchte ihn! Er lag auf der Fernsehliege in einem anderen Zimmer. Erst nachdem sie ihn im Freudenrausch betanzt hatte, kam sie zu mir, um sich das Halsband anlegen zu lassen. Das ist rührend ;.)

Ich fuhr mit ihr zu den teils noch wilden Wäldern zwischen Kleinenberg und Hardehausen. Dort entdeckte ich zum ersten Mal die winzigen "Blutmilchpilze". Die Fingerhüte begannen zu blühen und Vergißmeinicht grüßten.

Auf dem Waldweg neben dem Bachlauf im tiefen Grund des Hardehausener Felsenmeers begegnete uns ein Jogger. Er blieb stehen und sagte spontan "Den (Clara) nehm ich mit!" "Nein, das ist mein Herzenshund" lachte ich zurück. Seine ebenso lachende Antwort: "Ja, ich liebe diese Hunde auch :-)".

Am Ende des Waldweges stand eine kleine, renovierte Wehrkirche in blühenden Talwiesen. Ich mag solche abgelegenen, stillen und schönen Plätze. Stehen Kapellen darauf, so kann man davon ausgehen, dass sie schon heidnische heilige Stätten waren. Sie verführen zur Besinnung auf Himmel, Erde und Herz. Clara findet sie eher langweilig, sie lebt sowieso aus ihrer Seele heraus :-)

Auf unserer Rückfahrt kamen wir zu meiner Riesenfreude an einem Feld voller Mohn- und Kornblumen vorbei. Der Zauber von Fülle und gleichzeitiger Pracht - ein endgültig vergangen geglaubter Anblick!

Wir waren auf einer Bundesstraße und ich sah keinen Weg, um direkt an das Feld heran zu kommen.

Am nächsten Tag zeigten wir Gaby dieses weite Feld und wir fanden einen Feldweg, der direkt daneben verlief. Ein paar Meter gingen wir hinein, um darin zu "baden" und um Nahaufnahmen der Blüten zu machen.

Evelyn Riesen aus Bingen am Rhein und ich schicken uns bei unseren Hundespaziergängen oft Fotos von irgend etwas Besonderem, das wir jeweils entdecken.

Am gleichen Tag hatte sie auch ihr erstes wildes Mohnfeld entdeckt. Aber eine Vogelbegegnung stellte das noch in den Schatten!

Die Vogelmutter im Nest gab ihr mit lautem und heftigem "Singen" (Link zum Video) zu verstehen, daß sie bitte weitergehen solle. Was sie auch tat :-)


Montag, Juni 10, 2024

Kühe und andere Herdentiere


Bis Ende Mai waren manche der Weiden um unsere Dörfer herum wieder von Rindern, Kühen und Kälbern bewohnt. Viele aber blieben leer, die extensive Viehhaltung - oder wohl eher die Viehhaltung allgemein - gehen hier zurück.

Ich mag Kühe, bin ja auch eine Milchtrinkerin. Clara ist eher zurückhaltend. Mit großen Tieren muß man nicht gleich Freund sein ;-)

Im Altenautal hinter unserer Quelle unter der großen Eiche faulenzte eine Herde.

Alle Generationen waren darin vertreten, nur der Bulle fehlte. Die verspielten Kälber mit ihren Muttern als Begleitschutz liefen auf Clara (und mich) zu. Für Clara waren das zu viele, Massenveranstaltungen sind nicht ihr Fall! Sie zog sich an die gegenüber liegende Wegseite zurück.

Das Tal verengte sich so sehr, dass die Weiden endeten. Die Altenau schlängelte sich durch fast mannshohes Brennessel- und anders Gestrüpp. Eine kurze Schauer zog über uns hinweg. Auf unserem Rückweg ignorierte Clara die Herde und die Kälber beschlossen das zu akzeptieren :-).

Bei uns sind Rehe selten geworden. Sie werden stark bejagt, überall hier werden zur Zeit zudem noch neue Jagdkanzeln errichtet. In diesem Jahr begegnete uns nur dreimal eines im Wald. Anders bei Evelyn Riesen aus Bingen am Rhein: ständig sieht sie Rehe im Feld. Ihre Alice muß deshalb an die Leine, sie kennt leider Jagdgelüste :-)

Also fuhr ich mit Clara einmal wieder zum Wildpark nach Willebadessen um kleine Bambis zu bewundern :-)

Nun, Bambis sah ich in diesem riesigen Gehege nicht. Auch Hirsche konnte ich auf die Weite nicht ausmachen. Clara hielt sich fern vom Zaun, sie war mehr an Weiterwandern interessiert. Also spazierten wir weiter zu den Fischteichen.

Unsere Runde führte uns dann zu den Wildschafen. Die waren von völlig anderem Temperament als das Rotwild: nicht auf Flucht, sondern auf Verteidigung gepolt. Einschließlich des Leithammels lief die kleine Herde auf uns zu.

Clara hielt Abstand, da im Herbst 2020 ein Hammel sie hier einmal völlig überraschend mit seinem Gehörn angriff und den Zaun dabei gewaltig ausbeulte, siehe Beitrag 4.12.2020.

Auf der Rückfahrt sah ich kurz hinter dem Tierpark aus dem Augenwinkel riesige dunkle Leiber im Schatten liegen. Im ersten Überraschungsmoment dachte ich an Hippos!

Ich hielt an. Es waren schwarze Kühe am dunklen Bachrand. Sie wollten wohl ans Wasser, kamen aber wegen eines Stacheldrahtzauns nicht dran. Traurig für sie.

Clara freute sich über die Unterbrechung: die Kühe waren egal, aber noch mal kurz in den Wald diesem Bach dort zu folgen war eine gute Idee :-)


Freitag, Juni 7, 2024

Im Wald am Sintfeld Höhenweg


Das Sintfeld ist ein Hochplateau südlich von Paderborn. Sein Karstgestein ist durchzogen von Kastentälern und die Bäche darin verschwinden immer wieder mal in unterirdischen Höhlen und Gängen.

Der Sintfeldhöhenweg umrundet dieses Gebiet, er führt in Schleifen und Falten an seinen schönsten Stellen vorbei. Wir wohnen im Tal an der Altenau, einer dieser schönsten Wegstellen. Der Heggekamm oberhalb unserer Dörfer ist bewaldet. Hier erinnern noch einige tote Fichtenforste an die Sünden der Waldwirtschaft. Sie werden nach und nach durch nicht mehr extrem dicht gepflanzte Buchenforste ersetzt. Auf den Feldern rundherum stehen riesige Windräder mit der Folge, dass ich hier seit vielleicht zwei Jahren keine der seltenen Rotmilane mehr beobachte. Hätten wir noch die Kernkraft, würden nicht durch Windräder Ökosysteme zerstört und weitere Tierarten ausgerottet.

Der Sintfeldhöhenweg führt inzwischen auch lange Strecken durch in Windrad-Industriekomplexe verwandelte Felder. Im Wald sehe ich diese unterkomplex durchdachte "Weltrettungsmaßnahme" nicht...

Zu meiner großen Freude entdecke ich immer wieder wunderschöne Inseln echten, natürlichen Waldes in den Forsten. Und Platz zum Rumtollen findet sich für Clara auch in manchen Forsten.

Rennrunden dreht Clara am liebsten im Wald. Sie ist noch nie über rumliegendes Gehölz gestolpert - im Gegensatz zu mir ;-)

Es erstaunt mich immer wieder, wie sicher und souverain sie sich in der Natur bewegt, und wie unsicher in Städten oder fremden Gebäuden. Sie ist ein wenig wie ein wildes Tier, das frisch gezähmt wurde. Zu meinem Glück fehlt ihr wunderbarerweise dabei jeder Jagdtrieb.

Besonders reizvoll erlebe ich die Wege, die am Waldrand entlang von Feldern oder Wiesen verlaufen. Hier finde ich am Wegrain oft Blumen und Beeren.

Oberhalb von Atteln führt der Sintfeldhöhenweg entlang einer urwüchsig bewaldeten Abbruchkante ins Tal. Wilde Rosenbüsche, manche groß wie Bäume und den Weg überrankend säumen diesen Wegabschnitt auf beiden Seite. Dazwischen wächst Hollunder. Duft erfüllt den Weg.

Das Gras auf dem Weg weiter in Richtung Hochland war noch nicht gemäht worden: Clara versank darin. Sie liebt es nicht keine Sicht zu haben. Wäre auch nicht mein Fall. Also gingen wir den gemähten Weg Richtung Dorf weiter.

Ich habe mir noch nie gezielt Teilstrecken des Sintfeldhöhenweges zum Spazieren ausgesucht. Ich lande nur immer wieder darauf, einfach weil ich nach reizvollen Wegen Ausschau halte oder in der Komoot WanderApp solche suche.


Dienstag, Juni 4, 2024

Scotch und Eva schickten Urlaubsgrüße

vom Darß an der Ostsee


Im September 23 begneten wir im Urlaub Scotch und seiner Familie. Wir hatten ein Ferienhaus in dem alten, zauberhaft schönen Fischerdorf Born am Darß gemietet. Beim Früstück in der Bäckerei gegenüber begegneten wir Eva, sie war mit Familie und Bulldog Scotch auch dort in Urlaub.

Jetzt im Mai genossen sie diese Traumlandschaft wieder; Born hat Heimatwert für sie. Eva schickte uns Fotos und liebe Grüße. Danke Eva :-)

Nicht nur Scotch und Clara fanden sich bezaubernd, auch wir Menschen mochten uns :-) Nachlesen könnt ihr über den Ort, den angrenzenden Nationalpark am einsamen Meer und natürlich Scotch in den Beiträgen vom 13ten, 10ten, 7ten Oktober 23

Scotch ist ein alter Herr; es freut mich zu sehen, wie toll er noch marschiert, an allem teilnimmt und sich keine Freude entgehen läßt :-) In Sand zu laufen ist anstrengend, das merke ich in meinen Fußgelenken.

Die Ostseestrände sind hier am Darß und angrenzenden Fischland wirklich herrlich.

Besonders der im Nationalpark bis ans Meer reichende Wald hat im letzten Spätsommer Stu, mich und Clara in seiner natürlichen, windgezeichneten Schönheit fasziniert. Man erreicht diesen Naturstrand aber nur nach ein paar Kilometern auf dem Rad, zufuß oder in einer Pferdekutsche. Es gibt auch idyllische Seebäder direkt am Strand in Ost wie West an den Nationalpark anschließend.

Stu und ich urlaubten schon zweimal am Darß und im Fischland. Wir übernachteten jeweils im stillen, verträumt schönen Born. Das ist für uns, die wir von Natur aus immer wieder Neues erkunden möchten, schon "oft" zu nennen :-)

Liebe Eva und lieber Scotch, jetzt seid Ihr wieder zuhause in Bayern. Eine schöne Zeit Euch auch dort :-) Und liebe Grüße an Herrchen! Wir denken gerne an Euch :-)


Samstag, Juni 1, 2024

Clara´s 6ter Geburtstag :-)


Am 14. Mai wurde Clara 6 Jahre alt. Wie schnell die Zeit vergeht, staunte ich einmal wieder. Sie ist in der Zeit ihrer besten Jahren.

Ich wanderte mit ihr über den schönen, von Buchen gesäumten Weg durch das Tal der jungen Altenau bis zu einem Zufluß in einem Bärlauch-Feuchtgebiet. Dies ist einer ihrer Lieblingswege, zuletzt gibt es dort aber nicht mal mehr einen Pfad, man muß sich bis zum Bach durchschlagen. Deshalb waren wir ihn vielleicht zwei Jahre nicht mehr gegangen. Ich stolperte auch prompt über einen übergrünten Ast, fiel aber nur auf die Knie. Jedenfalls gibt es dort kein Brombeergestrüpp und keine Sumpflöcher! Sie hielt mich im Blick bis ich wieder auf den Beinen stand :-)

Es war ein sehr warmer Tag. Clara ist allerdings kaum (jedenfalls weniger als ich) hitzeempfindlich. Aber als der Wald zum Auwald wurde die feuchten Bärlauchwiesen begannen, da rannte sie los und verschwand aus meinen Augen - wie ich hörten konnte im Bach. Sie war außer Rand und Band, vielleicht auch weil sie zwei Tage keinen Auslauf gehabt hatte.

Nach ein paar Minuten kamm sie klatschnaß zurück, um mich ans Wasser zu holen. Zurück am Bach ging sie diesmal gemäßigt hinein. Pfoten reichten. Sie war abgekühlt genug :-)

Sie watete ein wenig im Bach herum, auch in einen schlammigen Teil - ein Vollbad nahm sie dort nicht. Nunja, bis zurück zum Parkplatz wäre sie getrocknet und der Schlamm als Puder von ihr abgefallen :-). Ich wartete auf einem Baumstamm sitzend, bis sie genug vom Wasser hatte und weiter wollte.

Es ging zurück, leider ich hatte mir nicht genau gemerkt, zwischen welchen Bäumen wir zum Bach gelangt waren. Clara übernahm souverän die Führung, als sie meinte ich wähle eine leicht falsche Richtung. Sie hatte Recht :-)

Für den nächsten Samstag hatte Clara ihre Wanderfreundin Gaby zu Kaffee und Kuchen eingeladen. Gaby brachte eine große Überraschung mit:

Sie hatte für Mensch und Hund schmackhafte Bulldog-Plätzchen gebacken!

Mit dunkler Lebensmittelfarbe (keine Schokolade!) hatte sie eine Schnauze darauf gemalt, die an ein Herz erinnerte :-))) Die großen Bulldogaugen strahlten uns an und der Kopf züngelte ein wenig vor Aufregung oder auch Appetit :-). Irgendwie ließen die Plätzchen mich aber auch an Schmetterlinge denken, ein Symbol für Lebensfreude. Die Ohren waren aus Papier und deuten an, wie Clara`s feine Ohren bei Tempo stets im Winde fliegen.

Die Plätzchen schmeckten ihr und uns sehr gut! Nicht nur sie ließ keinen Krümel übrig :-). Danke Gaby!


Dienstag, Mai 28, 2024

Schatten im Wald und im Auwald

noch Wasser dazu


Gegen Mitte Mai schien tagelang die Sonne, es wurde sommerlich warm. Das bedeutete für Clara und mich nur im Waldschatten zu spazieren... wir lieben coolness ;-)

Wir fuhren zur Haarener Wanderhütte, denn dort fließt ein kleiner Bach, in dem Clara schon vor ein paar Wochen geplanscht hatte. Die Hütte in diesem schönen Tal hatte aber auch viele Biker aus dem Ruhrpott angelockt: mit Zelten waren sie angereist. Würstchenbude und Eisbus fehlten nicht. Es war Samstag, naja, auch Biker brauchen Natur :-)

Clara ging kurz ins Wasser. Es nässte ihr gerade die Pfoten, mehr war außer Schlamm nicht drin. Um ihre Pfoten herum war er haften geblieben. Es sah lustig aus, wie schwarze Samtschuhe. Wir fuhren weiter ins nahe gelegene Puttenholz.

Es fasziniert mich, wie aus Baumstümpfen ein einzelner Trieb erwächst, der bald als Baum den Platz des alten einnimmt und sich zu einem neuen Riesen entwickelt. Er ernährt sich sogar durch dessen Wurzeln. Es dauert nur ein paar Jahre, dann ist vom Stumpf seines Vorfahrbaumes nichts mehr zu sehen. Genetisch gesehen ist es nicht einmal sein Vorfahre, es ist er selbst.

Immer wieder freut es uns dort neben den Baum-Waldpersönlichkeiten entlang zu gehen. Ach ja, Claras Schlammpfoten waren in Kürze sauber getrocknet.

Am nächsten Tag fuhr ich mit ihr zum Auwaldgebiet der jungen Altenau bei Blankenrode.

Ich erwartete diese noch Wasser führend, aber den Wald entlang ihres Bachbettes weitgehend trocken. Clara würde wieder ihre Pfoten kühlen können.

Aber Clara gefiel das Gelände nicht! Aus purem Gehorsam ging sie zwei Meter in den nassen Wald, aber das Schilf und Unterholz versperrte ihr jede Sicht. Sie stapfte zurück auf den festen Forstweg.

Sie unterbrach ihr Grasfressen um immer wieder mal aufzuschauen, ob ich so langsam zu ihr zurück kommen würde. Natürlich tat ich das sehr bald ;-)

Mitte Mai erwischte Stu und dann mich das Novo-Virus, Gottseidank lagen wir nicht gleichzeitig danieder. Das bedeutete für Clara, drei Tage nicht in Wald und Flur raus zu kommen. Danach war ich war noch so schlapp, dass wir nur abends einen kurzen Weg bei Sonnenuntergang machten.

Aber am dann folgenden Tag fühlte ich mich wieder fit und es zog mich zu unserem Lieblingsweg durch den Frühlingswald :-)

Ich pflückte uns ein blühendes Waldmeistersträußchen. Zuhause würde ich es zum Trocknen in eine Schale legen und mit seinem Duft das Wohnzimmer zum Waldzimmer verwandeln :-)


Samstag, Mai 25, 2024

Zeckenverseuchte und zeckenfreie Wege


Zecken sind DIE Plage für Hunde und auch Menschen. Ich gebe Clara im Sommer alle 5 Wochen eine Tablette Simparica, da Kokosöl bei keinem meiner Hunde die Zecken wirklich abschreckte und die Spot-on Mittel bei ihnen Hautreizungen hervorriefen. Diese Pillen zeigten keine bemerkbaren Nebenwirkungen. Die Zecken vertrocknen unmittelbar nach ihrem Biß in ihrer Chitinhülle.

Die Hündin von Freunden verstarb vor ein paar Jahren elendig an Borreliose, das will ich nicht riskieren. Meine Schwester wurde letzten Sommer auch gebissen. Ihr Arzt schickte die Zecke zur Untersuchzng ein, sie trug 4 verschiedene Borreliensorten in sich - Antibiotika waren zwingend angesagt.

Bis Anfang Mai hatte ich auf Clara keine Zecke bemerkt. Deshalb spazierte ich mit ihr noch auf dem Brombeerweg, obwohl der im Sommer voller Zeckenkolonien ist.

Als wir wieder beim Auto ankamen sah ich schwarze Punkte auf ihr, die Zecken waren also wieder da! Ich sammelte an die 10 aus ihrem Fell heraus. Als sie zuhause ausstieg, sah ich noch mal so viele auf ihr rumkrabbeln, um die beste Zubeißstelle zu finden. Es waren mehr als 20. Sie sind ekelhaft, wenn auch durch die Tabletten nicht mehr gefährlich für sie, wohl aber für mich. Vor November werden wir diesen und einige andere zeckenverseuchte Wege nicht mehr nehmen!

Den nächsten Spaziergang machten wir im NSG Bleikuhlen und dem anschließenden Wald.

Auf den bleihaltigen Böden hat als daran angepasste Pflanze das weltweit nur hier wachsende violette Galmeiveilchen sich entwickelt.

Die bleihaltigen Gesteinsschichten befinden sich hier nur in einem kleineren Gebiet an der Erdoberfläche. Die Felder und Wälder drum herum sind ungiftig und fruchtbar.

Nur eine einzige Zecke saß nach einer Stunde Rumlaufen auf Clara drauf.

Am nächsten Tag fuhr ich mit Clara ins wunderschöne Sauertal am Alten Postweg in Lichtenau. Dort siedeln auch keine Zeckenkolonien, wie wir aus Erfahrung wissen.

Im Bachbett stand das Wasser manchmal noch einen halben Meter hoch. Die Furt bildete eine Wassersperre. Ob sie hineingehen will oder nicht, das überlegte Clara davor stehend. Auf meinen Ruf "Vorsicht" entschied sie es nicht zu wollen :-)


Mittwoch, Mai 22, 2024

Das herrliche Sauertal

nördlich von Ebbinghausen


Durch das Sauertal ab Ebbinghausen bachaufwärts waren Clara und ich bis zur Furt schön häufiger spaziert. Es ist im Frühjahr ein Bärlauchparadies: vom Bachrand bis zur Höhe der steilen Uferkante ist der auch dort oben feuchte Boden mit seinen weißen Sternblüten bedeckt. Und bei Windstille kann man sich an seinem Geruch gesund atmen :-)

Dieses Ereignis wollte ich auch in diesem Mai nicht verpassen. Als wir ein paar Tage später diesen Spaziergang wiederholten, nahmen wir Freundin Gaby mit. Sie staunte nicht schlecht über diesen Vorhang aus weißen Sternen über den Hängen!

An manchen Stellen wurden die weißen Bärlauchblüten von Weißdornbüschen verdeckt - das prächtige, feinblättrige Blütenweiß boten statt dessen nun diese an. Nach der Furt - sie stand nur noch sohlenhoch unter Wasser - hört der Uferwald am Weg auf, und damit auch die Blütenpracht.

Der Weg führt weiter durch weite Wiesen, in denen sich die Sauer schlängelt. Sie war aber weitgehend wieder trocken gefallen, das heißt sie fließt unterirdisch durch Kalkhöhlen weiter, sofern keine Trockenzeit herrscht.

In diesem Wiesen- und Feldbereich des Sauertales waren vorher noch nicht gewesen. Beim zur Zeit nicht wirklich warmen Wetter wollte ich es weiter erkunden. Wir machten das gleich am nächsten Tag.

Insbesondere vor und auf der Brücke konnten wir sehr deutlich sehen, wie hoch das Winterhochwasser der Sauer hier gestiegen war. Jetzt bestand sie nur noch aus kleineren und größeren Lachen in den tieferen Stellen des Bachbettes.

Wir gingen bei der Brücke ans Ufer, Clara witterte mit vibrierender Nasenspitze, entschied dann diesem trüben Wasser fern zu bleiben. Sie schätzt zu meiner Erleichterung - jedenfalls in der Regel - nur frisches Wasser :-)

Nach der Sauerbrücke stieg das Gelände zur anderen Talseite leicht an. Der Landwirtschaftsweg endete, wo der Wald - und der Bärlauch/Knofiduft wieder begann.

Den schmalen Pfad durch den Wald weiter bachaufwärts würden Clara und ich ein anderes Mal erobern, jetzt ging es erst einmal wieder zurück zum Auto.

Ich freute mich über dies stille Tal. Kein Auto war zu hören, und das mechanische Rauschen der Windräder nur gelegentlich ganz leise. Clara widmete sich wieder in mehrfacher Hinsicht dem Gras - sie sprühte vor guter Laune :-))


Sonntag, Mai 19, 2024

Wasserabenteuer: Man kann, was nötig ist.


Passend zum 1. Mai wurde das Wetter trocken und sehr warm. Clara und auch ich hechelten unterwegs sogar ein wenig. Im Totengrund waren die Regenwasserbäche pfützenfrei ausgetrocknet. An den frei gewaschenen Wurzeln der Bäume auf den hohen Uferkanten konnte man erkennen, wie viel Erde die Winterüberschwemmung weggewaschen hatte.

Die Altenau dagegen führte nach wie vor ziemlich viel Wasser mit starker Strömung an den engeren Stellen.

Ich spazierte mit Clara den Weg am meist zugewachenen Ufer entlang zu ihrer Badestelle bei Husen. Die Strömung war erheblich und das Rauschen des Wassers laut. Ich bemerkte ich an mir selbst mit Lachen, dass allein schon dieses Rauschen mental abkühlte :-)

An ihrer gewohnten Badestelle stieg sie gleich runter an den Bach. Sie blieb mit den Beinen im flachen Uferwasser stehen, alles gut so, dachte ich und nahm an, sie würde wie noch im letzten Sommer nicht weiter hineingehen, wenn ihr das Wasser dann bis zum Hals reichen könnte. Deshalb blieb ich oben an der Uferkante stehen.

Aber sie ging ahnungslos ins Tiefe! Und schwamm notgedrungen - zum ersten Mal in ihrem Leben! Sie wollte zum Ufer drehen, aber die Strömung zog sie weiter. Ich brüllte "Zurück!!!" Gerade als ich ins Wasser laufen wollte um sie am Halsband zu packen, gelang ihr die Kurve gegen die Strömung und sie stieg an Land. Zu meinem nächsten Erstaunen war sie ganz gelassen, so als dächte sie: "Die Natur ist eben so. Alles gut!"

Lernen duch Erfahrung, stellte ich fest. Oder besser: man kann, was nötig ist. In der Natur hat sie tatsächlich nie Angst - nur vor fremden Leuten und größeren "Geräten" (von Kinderwagen bis Trecker) hütet sie sich. Dieses erste Schwimmerlebnis scheint ihr sogar Spaß gemacht zu haben, denn sie liebt es ihre Kraft zu fühlen. Sie wollte erneut ins Wasser! Ich wollte das aber nicht! Wir verließen ihre Badestelle.

Am nächsten Tag spazierten Clara und ich am Holtheimer Bach entlang. Das Ufer ist meist zu steil um ans Wasser zu gelangen, nur an einer Stelle war das dort möglich.

Nach ihrer Erfahrung vom Vortag ging Clara bedachtsam vor. Sie besah sich die Strömung in der Bachkurve, an der wir standen.

Das Wetter war kühler als am Vortag. Erste Regentropfen fielen und wir gingen zurück zum Parkplatz. Clara sorgte für Tempo, um ins Trockene zu gelangen. Ich glaube Regennässe ist für sie etwas völlig Anderes als Badenässe - eigentlich auch für mich ;-)


Donnerstag, Mai 16, 2024

Lilo & Toffee: Eine Geburtstagsfeier

und dann ab an die Nordsee :-))


Lilo von Susanne (und Frank) Nas feierte am 3. April ihren 5. Geburtstag. Sie bekam alles, was ein Bulldogherz glücklich macht :-). Wir gratulieren nachträglich von Herzen!

Susanne und Frank fahren gerne und oft zu längeren oder kürzeren Urlauben in die Niederlande an die Nordsee. Sie hatten wieder ein schönes Ferienhaus gefunden, diesmal in Kamperland bei Zieríkzee auf Zeeland.

Für Lilo und Toffee gab es eine Wiese und der Wintergarten gefiel ihnen auch, wie Susanne schrieb. Für den Urlaub mit Hund ist ein naher Auslauf nicht zu unterschätzen ;-)

Viele holländische Kleinstädte strahlen noch Jahrhunderte alten Zauber aus. In den alten Häusern findet man oft gute Kunstgewerbeläden und hervorragende Gasthäuser. Ich selbst liebe die Atmosphäre dieser Städte sehr.

Der April ist noch nicht der wahre Bademonat, das Wandern am Strand in der erfrischenden und gesunden Seeluft sorgt aber allein schon für Erholung.

Urlaub ist herrlich - und am Meer ganz besonders :-)


Montag, Mai 13, 2024

Hain, Himmel und leuchtende Rapsfelder


In den letzten Apriltagen wurde das Wetter frühlingshafter. Es klarte auf, die Sicht reichte weit. Wir fuhren etwa 25 Kilometer nach Altenheerse zum Himmelsberg. In dem ganzen Gebiet sind Clara und ich bislang noch nie spaziert.

Der Himmelsberg liegt am Rand vom Heinholz. Das "Heinholz" verrät durch seinen Namen, dass es ursprünglich bei den Altsächsischen Einheimischen ein Hain war. In diesen meist lichten Buchenwäldern wurden der Überlieferung nach heidnische Kulte gepflegt. Diese Kulte dienten den Natur- Kriegs- und Fruchtbarkeitsgöttern und Göttinnen. Dass der größte Hügel beim Heinholz "Himmelsberg" heißt und dem Christlichen Gott umgewidmet wurde, bestätigt mir seine uralte kultische Bedeutung. Bei Atteln, Luftlinie nur 18 Kilometer entfernt, gibt es auch einen "Himmel" auf der Höhe eines "Hain"berges. (Siehe Beitrag 25. Juni 21)

Die heutige Kapelle auf dem Himmelsberg ist ein Nachkriegsbau von 1948. Sie wurde im Gedenken an die Soldaten der Großen Mutter im Kleid der Maria gewidmet.

Die mit Hecken geschützte Kapelle auf der runden Hügelspitze mit Blick in die Ferne wirkte sehr idyllisch, ja in ihrer sanften Ruhe sogar meditativ. Auch ich gedachte hier der Kriegstoten, besonders derjenigen unserer Zeit.

Die Vermutung liegt nahe, dass in dieser Gegend in alten Zeiten viele Dörfer ihren "Himmel" gehabt zu haben. Vielleicht finde ich noch weitere davon in Geländekarten.

Seltsame Vorstellung: jedes Dorf mit seinem eigenen Himmel und damit sicherlich auch seiner eigenen Hölle. Heute sagt man, jeder Einzelne hat seine eigenen Himmel & Hölle. Die zunehmende Individualisierung - ich kann auch sagen Selbstverantwortung - der Menschen zeigt sich in gewisser Weise auch so.

So wie beim Himmelsberg reflektierten auch bei uns Zuhause um Henglarn herum viele Rapsfelder das Sonnenlicht. Insbesondere aus der Höhe betrachtet schufen sie so eine ungewohnte visuelle Tiefe und Weite.

Die über die scharfen Kanten der schroffen Schluchten hinausragenden Baumkronen verbanden sich für das Auge nicht wie sonst mit dem Wiesengrün auf den Höhen entlang der Steilkanten.

Im Wald hatte ich manchmal den Eindruck, er wachse als Insel aus einem grün/gelben Pflanzenmosaik heraus. Gelber Löwenzahn säumte oft den Weg, und die einsame Tulpe, die ich fand, war "natürlich" eine gelbe :-)

In all dem Gelb war es eine Freude, ein türkisfarbenes Vogelei und eine purpurne Orchidee, das Knabenkraut, zu entdecken. Clara nimmt Farben nicht so wichtig, aber Gerüche. Dieser April bedeutet wohl für sie eher "Immer wieder mal Knofi-Geruch" ;-)


Freitag, Mai 10, 2024

Inmitten von Wiesen: große junge

Buchenwälder und kleine Reste alter Haine


Die Wiesen wuchsen in diesem nasskalten Aprilwetter kräftig hoch. Clara stapfte weltvergessen grasend hindurch. Aber ich erlebte es erstmalig, dass sie nach vielleicht 5 Minuten genug davon hatte und auf dem Weg weiter Richtung Wald ging.

Vielleicht lag das aber auch an Gerüchen in der Wiese: wenige Tage zuvor war eine Bekannte, als sie auf einem dieser Wege im Attelner Riependahl joggte, zwei Bachen mit Frischlingen begegnet. Und Clara hält, wenn sie kann, von Mensch wie Tier gleichermaßen Abstand.

Clara liebt Wälder. Sie bieten den Sinnen viel Untersuchenswertes, zudem in unserer Gegend auch immer wieder mal abenteuerliches Gelände. Außerdem bieten sie einen kleinen Regen- und einen großen Sonnenschutz. Im Fersel, dem Nachbartal vom Riependahl, erfüllt der meist leere Regenbach mitten im jungen Buchenwald solche Wünsche :-)

An einer Stelle kommt man gut an die Bachrinne heran. Sie sprang rein, nur um sich an der anderen Seite wieder hoch zu hieven. Und zurück. Sie liebt diesen Spaß. Ich folgte ihr vorsichtig ins Bachbett - habe ja nur zwei Beine :-)

Vor einem Gesteinsloch im Bachbett kletterten wir wieder hoch. Clara zögerte - und sprang dann wieder runter! Sie spielte unten mit einem Ästchen, Ausdruck großer Lebensfreude :-)

Als dann eine Folge ausgeschemmter und abgeholzter Baumstämme Barrieren bildeten, stiegen wir den Hang zum Waldweg zurück. Clara trottete zuerst deutlich weniger fröhlich neben mir her, dann aber schnupperte sie wieder neugierig am Wegrand rum. Sie lebt im Hier und Jetzt.

Ich hielt die Wegränder im Auge, weil sich da oft Besonderes versteckt. So auch diesmal:

An einem Seitenpfad des Forstweges wuchsen viele der hier selten gewordenen Walderdbeerpfanzen. Sie blüten alle, das wird bald ein Lecker-Erlebnis geben :-)

Am nächsten Tag fuhren wir wieder ins Schwarze Bruch. Dort stehen noch manche alte Buchen beisammen, wirkliche Waldpersönlichkeiten. Sie sind die Überlebenden einer vergangenen Zeit. Sie durften (und dürfen in Naturschtzgebieten) sich frei von forstwirtschaftlichem Denken entfalten.

Ich freue mich immer sehr solchen Gestalten, solcher Vielfalt zu begegnen.


Dienstag, Mai 7, 2024

Kaltes Wetter, Bärlauch und

Knoblauchrauke, Märchenbilder im Holz


Ende April war das Wetter kalt. Alle jungen Triebe unseres Walnußbaumes waren in einer Nacht erfroren. In den Wäldern aber fand ich keine Frostspuren. Die hohen Kronen der alten Buchen grünten nun auch.

Soviel Grün, ich staunte so wie jeden Frühling über diesen gewaltigen, atemberaubend schnellen Wandel in der Natur, ganz besonders im Wald.

Im Bündelwald lagen einige gefällte Stämme alter, mächtiger Buchen am Wegesrand. Erstaunlich, was für Bilder bei der Arbeit mit einer Motorsäge entstehen können!

Es war Vollmond. Bei unserem Abendspaziergang zogen schwarze Wolken wie Kriegsschiffe über den Himmel. Eigentlich ist der April der Regenbogenmonat, da Sonnenschein und Regenschauern so oft abwechseln. In diesem April aber hatte ich hier bei uns noch keinen erlebt.

An meinem Geburtstag wurde wegen der Kälte nichts aus Kaffee & Kuchen im Garten.

Stu, ich und Clara fuhren mittags in das sehr schöne Restaurant "Fischerhütte" zum Forellenessen. Clara bekam natürlich dezent davon ab. Sie liebt Fisch. Ein anschließender Spaziergang um die in Wald eingebettete Teichanlage fiel diesmal wegen Regen leider aus.

Clara kann endlos schlafen. Fällt irgendwann der Zauberspruch "Clara kommt mit", dann ist sie von 0 auf Nichts im Modus Freudentanz :-)


Samstag, Mai 4, 2024

Ein Baumhaus, eine Doline,

Hagel und Schnee


Die Tage um Mitte April waren sehr regnerisch. Ein einziger Tag dieser Woche versprach wenigstens stundenweide Sonnenschein. Clara und ich nahmen Freundin Gaby mit nach Neuenbeken etwas nordöstlich von uns in der Egge. Wir spazierten den Höhenweg oberhalb des Beketalabhanges, weil dort ein Baumhaus als keines Naturmuseum teilweise "in den Bäumen hängt".

Leider wurde das Baumhaus gerade renoviert. Zimmermannsleute sägten bei lauter Schlagermusik gleich daneben dicke Balken zurecht. Clara war "not amused"! Sie wollte partout nicht mit runter zum Baumhaus steigen. Ich blieb also bei ihr und nur Gaby sah stieg den steinen Hang runter, um es sich wenigstens näher von außen anzusehen.

Wir spazierten trotz einsetzendem Nieselregen als nächstes zu einer Doline, dem "Weringer Pohl". Klar, man weiß sofort, daß der Grund des Erdeinbruchs ein "Pool" ist.

Sie hat tatsächlich einen sehr viel größeren Durchmesser als die anderen Dolinen, die wir in unserer Gegend kennen: ein umgekehrter Kegel, weitrandig, aber nicht tief. Im Grund liegt ein schlammumrundeter Teich. Clara pirschte gleich runter.

Etwas weiter würden wir ein noch viel beeindruckenderes "Loch" finden, das wußte ich aus meiner WanderApp. Aber es begann starker zu regnen und der Weg dorthin war ohnehin schon eine Matschpiste. Wir beschlossen diesen Weg einmal im Sommer bei trockenem Wetter zu gehen.

Als wir wieder am Auto ankamen, da begann eine heftige Hagelschauer. Naja, Aprilwetter! Wir fuhren Richtung Zuhause. Als wir am Ellerbach vorbei kamen brach plötzlich die Sonne durch und der halbe Himmel strahlte in Blau.

Wir hielten an und spazierten hier im warmen Sonnenschein. Nach einer Weile regnete es wieder aus einer schwarzen dicken Wolke. Was soll´s, wir fuhren gut gelaunt nach Hause.

Am nächsten Morgen lag zu meiner Überraschung Schnee im Garten! Der war aber so naß, dass er von den jungen Blättern schon wieder in dicken Tropfen herunter fiel.

Clara hatte keine Lust in diese Schneenässe raus zu gehn.... sie wartete bis Mittag, als alles Tauwasser von den Bäumen abgetropft war ;-). Die vielen Blüten an unserem Apfelbaum hatten keinen Frostschaden erlitten.

Schon 100 Meter höher in der Egge sah es anders aus: unsere Freundin Udalrike schickte morgens ein Foto vom Blick über Neuenherse. Die Schneelast war so hoch, dass ihr Pflaumenbaum in Garten gebrochen war.

Ich spazierte nachmittags mit Clara am Quellbach der Altenau entlang, aber bald wurde der Boden uns beiden dort im Tauwasser zu nass.

Deshalb fuhr ich mit ihr noch zu unserem Lieblingspfad hoch ins Puttenholz. Dieser war gerade mit frischen Holzspähnchen trocken gelegt worden. Kleine Schneereste lagen - so gar nicht ins Grün rundherum passend - noch in schattigen Winkeln.

Bei einem stutzte ich, er inspirierte mich spontan zu einem Haiku.

Abends wurde es dann so schön, dass wir rausgingen um den Sonnenuntergang über einem voll erblüten, weithin duftenden Rapsfeld zu genießen. Variationen in Gelb und Gold :-)


Mittwoch, Mai 1, 2024

In nur wenigen Tagen ergrünte der Wald

und erblühten die Wiesen


Gegen Mitte April explodierte im Wald das Blattwachstum und die Apfelbäume an den Wegrändern blühten. Nach nur drei sonnigen Tagen glänzte überall frisches Grün.

Wir fuhren zu unserem Lieblingspfad im Puttenholz. Unter den grünen Buschblättern strahlten die letzten buttergelben Blüten des Scharbockskrauts. Sie bildeten einen auffallenden Farbkontrast zu den vielen Waldveilchen. Das ungewohnt warme Wetter kam mir heiß vor. Auch Clara empfand das so, ihr tropfte es ab und zu aus den Lefzen.

In diesem Sonnenwetter verwandelten sich die Wiesen um unsere Dörfer herum in Löwenzahnweiden :-)

Im Odenbachtal bei Lichtenau entdeckten wir eine phänomenale Buche! Solch einen zerklüfteten, erstaunlich kurzen wie dicken Stamm hatte ich vorher noch nirgendwo in der Welt gesehen!

Sie steht auf einem kleinen Hügel im sanften Tal des Odenheimer Baches, eines Zuflusses zur Sauer. Auf diesem Hügel stand eine frühmittelalterliche Burgkirche, die im 14. Jahrhundert wegen der durch viele Fehden bedingten Landflucht zur Wüstung verfiel. Mehr über diese "Wüstung Kerkdorp" im Blog der LWL-Archäologie.

Clara und ich folgten einem schönen Pfad durch die Feuchtwiesen des Tales.

Der Bach führte noch erstaunlich viel Wasser. Im Winter war er übervoll gewesen, wie man am vertrockneten Gras-Treibgut in den unteren Baumästen erkennen konnte.

Am Wegrand stand das Wiesenschaumkraut in Blüte. Ich pflückte eine Handvoll und freute mich riesig, es in die Salatsauce zu tun. Es schmeckt leicht scharf und würzig, erinnert entfernt an Senf. Und die Blüten geben einen Hauch von Nektarsüße dazu.


Sonntag, April 28, 2024

Aufstieg zur Hünenburg bei Gellinghausen


Im Beitrag vom 16. April (siehe unten) schrieb ich über Claras und meinen Besuch eines Hügelgrabes aus der Bronzezeit am Rande der großen Wallburg bei Gellinghausen. Wir folgten eine Weile dem Archäologischer Wanderpfad, der von dort aus an der einige Hektar großen Wallburg vorbei bis zur deren Felsenspornsitze hoch über der Altenau führt.

Dieser dreieckigen Felsensporn über dem Altenautal war ein natürlicher Schutzwall gen Osten. Die Verteidigungswälle bildeten in einem Bogen von Steilkante zu Steilkante den Schutz nach Osten.

Ich beschloß den Frühmittelalterlichen und den Eisenzeitlichen (Zeitalter ab 750 v.Chr.) Schutzwall demnächst von dort aus zu besichtigen. Mitte April war es bei ausnahmsweise trockenem Wetter soweit. Zuerst stiegen wir von der Straße aus eine Treppe hoch.

Dort stand dann die 1. Infotafel über diese uralte Verteidigungsanlage. Zusätzliche Info: "Wall" hat den gleichen Wortstamm wie "Wehr", "sich wehren", "war" (engl.) und auch wie "vulnus (lat.)", die Wunde. Die "Walküren" suchten die Krieger aus, die als tödlich Verwundete nach "Walhalla" als Helden einziehen durften.)

Von oben erkannten wir erst, wie steil dieser Felssporn tatsächlich hochragt. Das Winterhochwasser hielt immer noch Teile der Talwiesen unter uns überschwemmt. Vor dem mittelalterlichen Wall stand eine 2. Infotafel über die Ausgrabungsergebnisse dieser Epoche der Wallburg.

Von hier aus erkannte ich sehr gut die Dreicksform der Fläche hin zum Sporn. Wir spazierten weiter durch Wald und etwas Wiese bis zur Eisenzeitlichen Wall mit seinem vorgelagerten noch heute tiefen Graben. Infotafel

Clara rannte den Graben vor dem Wall mit Freude rauf und runter. Sie genießt die Wirkung der Schwerkraft, dachte ich schmunzelnd :-)

Ein Stück weit folgte ich mit Clara einem verwilderten Pfad entlang der Innenseite dieses sehr alten Schutzwalls. Aber der Weg führte mir bald zu steil nach unten. Wir machten kehrt zum Hauptpfad und spielten ein bißchen herum.

Dann gingen wir den Weg zurück runter zum Dorf. Clara lief munter vor, sie sprang aber unsicher beiseite, als uns eine Schulklasse von vielleicht 10jährigen laut entgegen kam. Sie bekam ein Kompliment vom Lehrer: "Sooo ein netter Hund!"

Beim Abstieg sahen wir durch die noch weitgehend unbelaubten Buchen immer wieder mal das Auental der Altenau. Welch passenden Namen hat dieser die Menschen seit mindestens 5000 Jahren erfreuende Bach :-)


Donnerstag, April 25, 2024

April: eine erste kleine Hitzwelle


Typisch April: plötzlich wurde das Wetter richtig warm, für uns Sonnenentwöhnte sogar heiß. Also ab mit Clara zum klaren Waldbach bei Hardehausen.

Das sommerliche Wetter blieb, deshalb suchte ich nach uns noch unbekannten kleinen Bächen in der näheren Umgebung. Wir fanden einen im idyllischen, kurzen Tal der Haarener Wanderhütte.

Das Bachbett war trocken, so sah man gut wie steil tief und ganz schmal es ist. Die Winterhochwasser hatten den großen Buchen am Rand viel Erde von ihren Wurzeln weg gespült. An manchen Stellen ragten diese wie ein wirres Netz über das vorher deutlich noch schmalere Bachbett hinaus.

Wir spazierten von der Hütte aus bachaufwärts durch das kleine Tal. Zunächst führte der Bach noch pfotentief Wasser, was Clara kurz genoß. Zu weiteren Wasserfreuden animierte sie das Rinnsal nicht.

Der Hangweg entlang des Bachbettes stieg an. Der Bach verlief immer tiefer neben uns bis er in einer großen, natürlichen Kuhle vor einem U-förmigen Hang im Karstgestein verschwand. Weiter oben auf der Hochebene sahen wir trockene Erdlöcher in einer Viehweide, die den Bach nach Regenfällen als kleine Sammelbecken speisen.

Von den Talhängen herunter speisen zwei weitere Regenwasser-Abflußbäche den Bach, sie treffen sich nah beieinander im tiefsten Talpunkt bei der Wanderhütte. Etwas weiter hinter einem Pferdegehöft versackert der Bach und verläuft unterirdisch weiter. Nach einem erneuten Blick auf die Wanderkarte sah ich erstaunt, dass er im Henglarner Totengrund irgendwo im dortigen Regenbachbett sich dazu mischt - wenn es denn viel geregnet hat.

Am Abend ging ich mit Clara noch mal auf die Höhe hinter unserem Haus. Ich hatte mir auf der Wanderkarte ein Wegstück heraus gesucht, von wo aus der Sonnenuntergang noch ohne die zusätzlich neu errichteten Riesenvarianten von Windradanlagen im Blickfeld zu genießen war. Es war ein Hohlweg, so von unten hoch geschaut waren sie durch den Hang verdeckt.

Der gelbe Raps begann zu blühen. Er refektierte die zarte Stimmung der abendlichen Dämmerungsstunde.


Montag, April 22, 2024

Frühlingsregen, und es gibt wieder

Abendspaziergänge


Der April begann regenreich. Clara und ich wollten in einer Regenpause einmal wieder im Piepenbachtal zur Dicken Eiche wandern. Der Weg führt quer über das Tal und dann an einer bewaldeten Hangböschung entlang weiter. Die gestapelten Baumstämme und aufgehäuften Äste waren mit dichem, weichem Moos zugewachsen.

Ein besonders dicker Eichenstamm dieses Baumfriedhofes war innen schon ein Stück weit verrottet; dieses Loch regte mit seinen vertrockneten Resten die Phantasie an ;-)

Alles war hier im Talgrund nass oder wenigstens feucht. Der Weg war tief verschlammt, das ihn bedeckende Laub war zumeist verfault.

Ich stapfte von Grasbusch zu Grasbusch, was allerdings in dieser völlig durchnäßten Erde nicht viel brachte. Clara machte es genau so, in der Regel vermeidet sie Pfützen.

Sie ging zunächst am Rand zur Hanghöhe entlang, dann faßte sie einen Entschluß: sie sprang einen Meter die Böschung hoch und ging dort trockenen Fußes durch das noch nicht zugewucherte Unterholz weiter. Ich staunte, wie perfekt sie in diesem Herbstlaub getarnt war.

Ich machte kehrt, fotografierte nur noch eine sturmgeschädigte, mit sich selbst verwachsene Buche, die ein großes "Guckloch" zeigte. Wir fuhren heim. "Regen bringt Segen", aber auch davon kann es zu viel geben :-)

Einen Tag hatte es ununterbrochen bis zum Abend geregnet. Die Sonne ging jetzt zur Sommerzeit erst gegen 20 Uhr unter. Also machte ich mit Clara nur eine Abendrunde.

Bei diesem nassen Wetter war es für mich mehr Pflicht als Freude - Clara allerdings freute sich, dass ich überhaupt mit ihr noch raus ging :-)

Am Folgetag konnten wir vormittags eine Sonnenstunde genießen. Auf der an den Nordhang des Altenautals anschließenden Hochebene werden wie überall um uns herum immer noch mehr, immer noch höhere Windradanlagen gebaut. Absurderweise sind die meisten fast nie eingeschaltet, da über den lokalen Bedarf hinaus der Strom weder gespeichert noch weitergeleitet werden kann, wie mir erklärt wurde. Ideologie, Mangel an komplexem Denkvermögen...

Die Hecke am Wegrand direkt an der Talkante verbarg die Anlagen vor unseren Augen. Zum Fotografieren suche ich auch - soweit möglich - Perspektiven ohne sie :-)

Unser kleines Naturparadies Egge ist zu einem gesamtwirtschaftlich unsinnigen Windindustriekomplex ausgebaut worden.

Mit der Kernenergie hätte man nicht das ganze Land verschandelt. Ich muß lernen wegzusehen, denn zum Auswandern sind wir mit angehend 80 zu alt. Wir hätten Kanada (primär ich) oder Neuseeland (primär Stu) im Blick. Jedenfalls dünner besiedelt als Mitteleuropa. Mehr Natur, mehr Landschaft als die hiesigen, oft traurigen Reste....


Freitag, April 19, 2024

Wald und Flur erwachen zu neuem Leben


Ende März, das heißt in diesem Jahr über Ostern, war das Wetter sehr wechselhaft, sogar eine Hagelschauer gab es. Clara und ich machten in den Schönwetterpausen Spaziergänge in unsere alten Mischwälder. Aus dem Boden sprossen Waldmeister, Frühjahrspilze und abgefallene Baumblüten lagen herum.

In den Tälern wuchsen den Bäumen ihre ersten Blätter, entlang der Straßen blüte der Ahorn in hellem Grüngelb. Die Rapsfelder begann grellgelb zu blühen. Die Schwarzdornkecken blüten immer noch, an manchen Feldrainen offenbarten die Wildkirschen gerade ihre weiße Blütenpracht. Viele Gartenhecken hatten sich in einen prächtigen, durchgehend gelben Osterschmuck aus Forsythienblüten verwandelt.

Im höher gelegenen Wald trieben die alten Buchen noch keine Blätter aus, nur die kleinen, jungen wagten es im Schutz vor der Nachtkälte durch die hohen Alten.

Die Wiesen und Weiden waren mir zu matschig, um dort mit Clara rumzuspielen. So grün wie diese strahlte im Wald nur immer noch das Moos. Es war vollgesogen mit Wasser, der Laubboden dagegen war oberflächlich richtig trocken.

Wir fanden im Wald immer eine Stelle, die zu Claras Freude frei genug zum Springen und Sprinten war; und wo Aststücke rumlagen, um die sie mit mir "kämpfen" konnte.

Lustig finde ich, dass sie Stöcke, die ich wegwerfe, zwar sucht und packt, aber nicht zurückbringen will. Für sie heißt das: "Egal wie, ich hab den Stock, also hab ich gewonnen! Der gehört jetzt mir!" Abnehmen läßt sie sich ihn von mir, aber bitte nicht auch noch bringen :-))! Zum weiteren Werf- und Suchspielen nehme ich dann einen anderen Stock, oder auch um darum mit ihr wie beim Tauziehen zu "kämpfen". Es liegen ja genug herum :-)

Am letzten Märztag, es war Ostersonntag, hatte die Sonne bis mittags allen Dunst abgebrannt. Clara und ich fuhren zu unserem Lieblingswaldweg im Puttenholz.

Wir kamen an dem Platz vorbei, wo junge Männer den Holz- und Gestrüppberg für das abendliche Osterfeuer unseres Dorfes aufbauten. Aller Schnitt von Bäumen und Hecken war dafür zusammengetragen worden. Die "Gipfelstürmer" lachten von oben herunter. Alle waren voller Vorfreude auf das abendliche Fest. Ich beschloß es mir dann aus der Nähe anzusehen - aber ohne Clara. Es würde sie nur stressen und sie an meinem Verstand zweifeln lassen ;-)

Im Puttenholz waren an lichten Bodenstellen viele Duftveilcheninseln voll erblüht. Zwei von Liebesfeuer geblendete Käfer kreuzten direkt vor mir den Pfad. Frühlingserwachen :-) Langsam schwärmten auch die Osterspaziergänger aus. Alle wünschten sich lächelnd "Frohe Ostern".

Um 19.30 Uhr war das Osterfeuer unseres Dorfes entzündet werden. Ich ging eine halbe Stunde später hin und war bass erstaunt, wie weit es da schon niedergebrannt war. (Stu endeckte später im Foto den Feuergeist und ich den versteckten Tod :-)

Die Osterfeuer auf den Hängen über unseren Dörfern brannten stundenlang. Nach alter Sitte wurde die Sonne als Göttin aller Fruchtbarheit und Freude so willkommen geheißen.


Dienstag, April 16, 2024

Spuren bis zurück in die Bronzezeit


Über Claras und meinen Besuch zweier hiesiger Steinkistengräber (2500-2000 vor Chr.) schrieb ich im vorletzten Beitrag. An dieses Zeitalter schloß sich die Bronzezeit (in Europa 2200 bis 800 v. Chr.) an: Ein rekonstruiertes Hügelgrab aus dieser Geschichtsepoche findet sich nur circa 1,5 Kilometer vom Kirchenborchener und 2 Kilometer vom Ettelner Steinkistengrab entfernt. Unsere Gegend war wohl damals schon durchgehend besiedelt.

Im an diesem Hügelgrab beginnenden Wald waren Clara und ich noch nie gewandert, da an seinem Rand seit einigen Jahren immer noch mehr Windräder gebaut werden.

Da ich aber gerne mir neue Wege gehe, spazierten Clara und ich dann doch Ende März dort los. Laster fuhren am Hügelgrab an uns vorbei, um Material für die nächsten Windräder unweit abzuladen. Wir fuhren bis zu deren Wendeplatz, parkten dort und gingen am Waldrand weiter.

Bald gab es so etwas wie einen Stichweg durch einen kleinen Graben zwischen den Rändern eines Restwalls in den Wald hinein zu einer Infotafel über die angrenzende, mittelalterliche Wallanlage.

Ich hob einige lange Brombeerranken hoch und Clara rannte freudig drunter durch in den ziemlich wild gelassenen Wald hinein.

Clara spielte Hürdenlauf über Stock und Stamm - und ich stapfte weiträumig umher und versuchte noch mehr vom Burgwall und dem Graben zu erkennen. Es gelang mir nicht. Deren Reste sind hier, wie ich zuhause im Internet nachlas, nur noch aus der Luft identifizierbar.

Ich erfreute mich dann an den ersten Waldblumen. Besonders die weißen, alle lichten Flecken auf dem Boden bedeckenden Anemonen bezauberten mich in ihrer fast durchscheinenden Zartheit. Ihre Blüten waren wegen des meist wolkigen Himmels und der Regenschauern geschlossen.

Ich beschloß diese Wallanlage einmal von Kirchborchen aus zu erkunden. Dort auf dem Felsensporn über dem Altenautal steht ihr ältester Teil.


Samstag, April 13, 2024

Frühlingsanfang: Warten auf die

Krötenwanderungen


Am Tag des Frühlingsanfang fuhr ich schon morgens mit Clara zu den feuchten Kröten- und Salamandergründen am Ufer der Altenau bei unserem Nachbardorf Etteln. Die Krötenschutzzäune waren vor wenigen Tagen angebracht worden.

Zum Laichen wandern die Kröten aus ihren Erdlöchern ans Wasser. Um nicht von Autos, Fahrrädern oder Treckern auf ihrem Weg überfahren zu werden, fangen Naturschützer sie in Eimern hinter den Zäunen ein. Abends dann tragen sie die Tiere über die gefährliche Wegstrecke hinüber. Sie zählen und katalogisieren sie auch.

An diesem Morgen machten mindestens 30 Schulkinder dort ihren Ausflug. Einige hangelten sich den gefährlichen Steilhang zur Altenau mit zwei Lehrern herunter. Sie riefen, warnten, halfen sich dabei in voller Lautstärke - dies Geschrei irritierte Clara ziemlich, besonders wenn die unten auf dem Weg gebliebenen Kinder brüllend antworteten. Clara wollte lieber weg von dort.

Widerstrebend ging sie mit mit eine kurze Strecke den Krötenzaun entlang: in nur einem der Eimer befand sich eine Eidechse. Ich beschloss in ein oder zwei Woche noch mal nachzusehen. Wenn sie kommen, dann meist in Scharen.

Ich dachte, ich könnte mit Clara wenigstens eine Runde um den direkt neben der Altenau gelegenen Fischteich spazieren, der von dieser gespeist wird.

Die Weiden am Teich hatten zu grünen begonnen, eine Idylle. Aber nun begann ein Mann den Rasen dort auf einem Sitz-Motormäher zu schneiden. Ok, Clara hatte Recht, wir sollten uns besser einen anderen Weg suchen.

Wir fuhren zum nahe gelegenen Wald und spazierten gut gelaunt weiter. Osterglocken hatten sich hierhin verirrt - und dahinter eine "Hütte mit Waschgelegenheit"! Wir staunten nicht schlecht :-)

In den nächsten Tagen streiften wir nur durch die Wälder. Irgend etwas Besonderes entdecken wir dort nahezu immer :-)

So wie zum Beispiel eine "Buche mit Bauchnabel". Kommentar meiner Schwester Gunda: "Zweifellos ein weibliches Exemplar" :-)


Mittwoch, April 10, 2024

Steinkistengräber, Schafe und Bärlauch


Mitte März blühten die ersten Kirschbäume an Wegrändern. Eine so zarte Pracht als Ausdruck von explodierender Freude und Fülle. Clara und ich bewunderten sie auf unserem Spazierweg zum Ettelner Steinkistengrab; ( INFOS zur Grabanlage).

Die Steinkistengräber in NRW stammen aus der jüngeren Steinzeit und ihre höchste Dichte (2500-2000 vor Chr.) findet sich im Raum Paderborn. Es waren Gruppengräber von wie auch immer gearteten Siedlungsgemeinschaften.

Entlang der unteren Altenau befindet sich jeweils eines am Rande der Nachbardörfer Atteln, Henglarn, Etteln, Kirchborschen, Nordborchen. Es beeindruckt mich, dass unsere Dörfer hier schon vor circa 5000 Jahren besiedelt waren! Das Steinkistengrab in Kirchborchen liegt mitten in einer Neubausiedlung als Kern eines kleinen Parkes. Ich fuhr mit Clara hin.

Zum Spazierengehen hielten wir auf der Rückfahrt an einem am Weg liegenden Wald an.

Alles war dort noch spätwinterlich. Die Blattsprößlinge der Buchen lugten erst zwei Millimeter als Grün hervor. So sah man noch deutlich an einer ganz alten die Verwachsungen ihrer Äste miteinander, im Volksmund "Feenbrücken" genannt.

Wegen der Überschwemmungen an Altenau und Sauer waren Clara und ich viele Uferwege seit Dezember nicht mehr gegangen. Da die Wasser inzwischen deutlich gesunken waren, hoffte ich dort inzwischen wieder spazieren zu können. So war es:

Unser Weg entlang der Altenau zu Claras Sommerbadestelle war wieder frei. Aber nicht das Wasser, sondern die Wiesenstreifen am anderen Wegrand faszinierten sie vorrangig!

Dieses Gras mußte delikat sein! Sie ignorierte mein Rufen, graste genüßlich weiter! Ich setzte mich auf eine Bank und beobachtete sie wartend... Irgendwann hatte sie genug und kam freudig zu mir gelaufen. Befriedigt zeigte sie nun auch Interesse am Bach :-))

Am nächsten Tag fuhr ich mit Clara an die Sauer bei Ebbinghausen. Der Weg hier runter ins Tal an ihr Ufer war wochenlang überschwemmt gewesen. Am erkannte das noch am Treibgut in Ästen, das den Weg bis zu einem Meter überragte.

Jetzt waren die Hänge von vielen Millionen Sauerampferpplänzchen völlig bedeckt!

Clara fand sie nicht beschnuppernswert :-)


Sonntag, April 7, 2024

Frühjahrsbad in der Almequelle


Mitte März fuhr ich mit Clara einmal wieder zu der Almequelle. Der Quellbereich ist der größte des Sauerlandes - und bestimmt einer der schönster noch darüber hinaus. Die Sonne strahlte - vielleicht eine Badetag für Clara?

Der Wanderweg führt zunächst entlang des Quellbaches. Am Beginn des anschließenden Rundwegs um den großen, oft sprudeligen Quellteich herum stehen neben einer Sitzbank Infotafeln über Flora, Fauna und die Geologie des Quellgebietes.

Der Blick von dieser Stelle aus über den leicht blubbernden, sich verzweigenden Quellteich ist immer eine Betrachtungspause wert.

Clara lief voll konzentriert und sehr aufmerksam vor mir her.

Ein grellgelber Schmetterling kreuzte unseren Weg ein paarmal, für Clara war er uninteressant, sie interessierte sich mehr für das Hämmern eines Spechts. Und für andere Wanderer - alte, rüstige Rentnerinnen mit Wochentagszeit wie ich, aber ohne Hund, begegneten uns gelegentlich. Erstaunlicherweise war der verzweigte Quellteich nicht mehr ganz gefüllt. Frisch erblüte Sumpfdotterblumen und auch vermoderte Wasserpflanzen bedeckten ihn großenteils.

Der Weg macht hinter dem Quellteich bei den ersten kleinen Einzelquellen eine Kehre. Er führte uns nun entlang des Steilhanges mit viel Holzbruch und fast ebenso viel gefällten Holzstämmen direkt neben dem Quellbach am gegenüberliegenden Ufer entlang.

Bevor ich mich versah stieg Clara über den flachen Sumpfrand ins Wasser und marschierte dort bis zum Hals im moorigen Wasser ein paar Meter weiter, bevor sie mich anstrahlend wieder heraus kam - bis zum Hals mit schwarzem Humus überzogen.

Etwas weiter steht eine große Entspannungs-Holzliege an einer besonders schönen und stillen Uferstelle. Sie wurde irgendwann zu einem der Sauerländer "Seelenorte" erklärt. Hier ist der Grund steinig und das Wasser klar. Clara ging gleich hinein - auch für sie ein "Seelenort", schmunzelte ich.

Nachdem sie vom Baden genug hatte, kam sie sich schüttelnd und glücklich zu mir an die Liegebank. Sie war völlig sauber gewaschen! Ich grinste sie an: "ein Seelenort reinigt also nicht nur die Seele :-)".

Die Sonne hatte Clara getrocknet, als wir wieder beim Auto ankamen :-)


Donnerstag, April 4, 2024

In renaturierten Talabschnitten und

auf dem Eggekamm


Die Tage um die Märzmitte herum waren kühl und wechselhaft. Clara und ich spazierten an einem Mittag entlang des Piepenteiches, der immer noch hoch gefüllt ist - und damit seit Monaten ein Futterparadies für Wasservögel.

Über uns in den hohen Bäumen am Hang krächzte es heftig und warnend: im noch laubleeren Geäst sah ich ganz oben vier große Nester, um die sie Graureiher stritten. Für eine Teleaufnahme mit meinem Händy geschah dies leider viel zu hoch.

Auch Clara beobachtete das Treiben. Wie ich ihr ansah, erkannte sie die latente Aggressivität im Geschrei. Ich dachte nur wie schön, sie zeigen mit ihrem Zank um die Nester den Frühling an.

Am nächsten Tag ging ich mit Clara hinab zum Überschwemmungsbereich der Altenau direkt bei unserem Dorf. Das Winterhochwasser war weitgehend versackt, die ziemlich neue Picknickbank am Rande der Sommer-Kuhweiden stand wieder im Trockenen. Eine Infotafel informiert über die Renaturierung dieses Überlauftals zu einem Auental.

An einem der nächsten Tage strahlte der Himmel ab Mittag in Blau. Es zog mich auf die Höhen, um wieder einmal eine weite Sicht über das Land zu genießen.

Wir fuhren zum Fernmeldeturm von Willebadessen, der auf dem höchsten Punkt des Eggekamms steht. Von dort hat man einen weiten Blick nach Osten zum Weserbergland und weiter. Nach Westen überblickt man das Eggegebirge bis zur Paderborner Hochfläche. Besonders der Blick nach Osten war herrlich. Ich glaube wir sahen ganz am Horizont den Harz.

Wir spazierten etwas auf dem Kammweg, aber die frischen Kahlschläge beidseitig des Weges erzeugten den Eindruck purer Verwüstung.

Wir beschlossen zurück zu fahren, und da der Weg sowieso am Schwarzen Bruch vorbei führt, hielten wir dort und spazierten noch durch den ziemlich wilden Wald in seinem ersten Blütenglanz.

Hier an einem ihrer Lieblingsspielplätze genossen wir wieder unsere Schaukämpfe: wer ist stärker und behält den Stock :-) Dann ging es zum Futtern nach Hause.

Dieser Tag war bis zum Abend hin sonnig. Gegen Sonnenuntergang machten wir deshalb noch einen Gang über den Hang hinterm Haus: dieses selten gewordene Himmelsereignis mußten wir genießen :-)


Montag, April 1, 2024

Interaktionen mit Hunden können die

Gehirnwellen erhöhen, die mit Stressabbau

und erhöhter Konzentration einhergehen

Quelle: ScienceDaily (März 13, 2024)


Laut einer Studie, die am 13. März 2024 in der Open-Access-Zeitschrift PLOS ONE von Onyoo Yoo von der Konkuk University, Südkorea, und Kollegen veröffentlicht wurde, reduziert das Verbringen qualifizierter Zeit mit Hunden Stress und erhöht die Kraft der Gehirnwellen, die mit Entspannung und Konzentration verbunden sind.

Tiergestützte Interventionen wie die Hundetherapie werden in Krankenhäusern, Schulen und darüber hinaus häufig eingesetzt, um Ängste und Stress abzubauen und Vertrauensgefühle zu fördern. Studien zum potenziellen Nutzen von Interaktionen mit Tieren basieren oft auf einem ganzheitlichen Ansatz und vergleichen die Stimmung oder den Hormonspiegel von Menschen vor und nach der verbrachten Zeit mit einem Assistenztier. Dieser Ansatz unterscheidet jedoch nicht zwischen Arten von Interaktionen wie Fellpflege, Füttern oder Spielen mit einem Tier, was unser Verständnis davon einschränkt, wie sich jede spezifische Interaktion auf die Gesundheit und das Wohlbefinden einer Person auswirkt.

Um besser zu verstehen, wie solche tierbezogenen Aktivitäten die Stimmung beeinflussen, rekrutierten Yoo und Kollegen eine kleine Stichprobe von 30 erwachsenen Teilnehmern, die jeweils acht verschiedene Aktivitäten mit einem gut erzogenen Hund durchführen sollten, wie zum Beispiel mit einem Handspielzeug spielen, ihm Leckerlis geben, und mit ihr fotografieren. Die Teilnehmer trugen Elektroenzephalographie-Elektroden (EEG), um die elektrische Aktivität des Gehirns aufzuzeichnen, während sie mit dem Hund interagierten, und sie zeichneten ihren subjektiven emotionalen Zustand unmittelbar nach jeder Aktivität auf.

Die relative Stärke der Alphaband-Oszillationen im Gehirn nahm zu, während die Teilnehmer mit dem Hund spielten und mit ihm spazieren gingen, was einen Zustand entspannter Wachsamkeit widerspiegelt. Beim Putzen, sanften Massieren oder Spielen mit dem Hund nahm die relative Stärke der Betaband-Oszillation zu, ein Anstieg, der typischerweise mit einer erhöhten Konzentration einhergeht. Die Teilnehmer berichteten auch, dass sie sich nach allen Aktivitäten rund um den Hund deutlich weniger müde, deprimiert und gestresst fühlten.

Obwohl nicht alle Teilnehmer eigene Haustiere hatten, motivierte ihre Vorliebe für Tiere wahrscheinlich ihre Bereitschaft, an dem Experiment teilzunehmen, was möglicherweise die Ergebnisse verzerrte. Dennoch geben die Autoren an, dass die einzigartigen Beziehungen zwischen bestimmten Aktivitäten und ihren physiologischen Auswirkungen als Referenz für die Planung gezielter tiergestützter Interventionen in der Zukunft dienen könnten.

...Und umgekehrt auch :-)

Leider wurde nicht untersucht, wie das Spielen mit Menschen auf die Hirnwellen bzw. Stimmungslage der Hunde wirkt. Ich gehe aus Erfahrung davon aus: mindestens ebenso positiv :-)

Einige Fotos von Susanne Nass, die Lilo und Toffee beim Auseinanderbasteln von ihnen neuen Schnüffelbällen zeigen. Dass sie bei ihrer Auflösungsarbeit beobachtet, das heißt fotografiert wurden, erhöhte ihren Ehrgeiz und ihre Ausdauer (und damit die Stärke ihrer Hirnwellen) sicherlich noch zusätzlich. Hunde zeigen uns gerne, was sie so drauf haben :-)

Susanne schrieb dazu: "Jede geht anders an das Problem heran." Ja, das zeigen die Fotos!


Donnerstag, März 28, 2024

Frohe Ostern (:-)


Wir, das sind Clara, Stuart und Cornelia Savory, wünschen Menschen und Hunden frohe Ostern und einen sonnigen Frühling .

Frühstücksei mit Schinken :-)

Besonders wünschen wir zudem: Mut zu Neuem, Geduld mit Altem, Freude am Leben und gesunden Humor (auch über sich selbst ;-)

NACHTRAG:
Auch Scotch wünscht allen ein zufriedenes Osterfest :-)

Clara´s alter Urlaubsfreund Scotch genießt seine Ostertage zuhause in Bayern. "Leider weit weg", meint Clara :-)

Und ich sage "Danke Eva, für die schönen Fotos und lieben Grüße :-)"

Johannes und Roswitha, auch aus Bayern, schickten uns ebenso liebe Ostergüße von ihren Jungs Ennio und Isegrim


Montag, März 25, 2024

Erste Blüten und Wandern

an der Alme unter der Wewelsburg


Ende Februar verschönte der Schwarzdorn mit seinen schneeweißen Blüten als erster die Wege in unserem Dorfpark und die tiefgelben Sumpfdotterblumen die Quellteiche.

Aber erst in der zweiten Märzwoche zeigte sich die Sonne wieder gerne, und in ihrem Licht gesellten sich - vorerst nur in den Gärten - erste Frühlingsblumen hinzu.

Am ersten dieser Sonnentage fuhr ich mit Clara nach Wewelsburg, dem Dorf bei der dreieckigen Burg hoch oberhalb der Alme, nachdem unsere Altenau in diese gemündet ist.

Einige Jahre waren wir dort nicht mehr gewesen, da es mich meistens in die Wälder des Sauerlandes nach Osten zieht. Wewelsburg liegt nordwestlich von uns im bevölkerungsstärkeren näheren Umkreis von Paderborn. Zunächst stapften wir durch die Viehweiden ans Ufer ran. Wir konnten den Hochwasserstand des Winters an der blank und steil gewaschenen Uferkante und am verrotteten Gras darüber gut erkennen.

Ich hatte in der WanderApp Komoot einen mir noch unbekannten Weg gefunden, der von der alten Brücke ausgehend entlang der Alme weiter führt.

Es war ein Freitag-Vormittag, Clara und ich waren die einzigen Wanderer hier, nur ein Radfahrer kam uns mal entgegen. Meist ist hier mehr los, es ist für Paderborn ein Naherholungsgebiet: feste Wege und immer wieder Ruhebänke mit Müllkörben daneben.

Je weiter wir gingen, um so stiller und weiträumiger wurde das Tal.

Ein beglückender Vorfrühlingsmorgen. Sonne, Stille, voller Kraft für die Entfaltung :-)

Auf der Rückfahrt kamen wir an einem sehr besonderen Baum vorbei: an einer "Stamm-Mutter" (wörtlich :-)


Freitag, März 22, 2024

Steinsetzungen, Drachenbäume

und Erdlöcher


Der März begann mit eher trübem, ja nebeligem Wetter. Clara und ich fuhren zum Sumpfwald "Schwarzes Bruch" und wanderten ein wenig auf einem uns noch unbekannten Forstweg.

Wir kamen an einem Gedenkstein unter zwei uralten, prächtigen Buchen vorbei. Steinsetzungen sind ein Rituale, die vermutlich noch älter als die Steinzeit sind. Dass sie (und auch Kreuze) so oft unter mächtigen Bäumen aufgestellt wurden und werden, hängt sicherlich mit dem uralten Symbol des Lebensbaumes zusammen.

Als ich näher kam erkannte ich zu meinem Entzücken, dass die beiden Buchen durch eine "Feenbrücke" in Tiergestalt miteinander verwachsen waren. Welch schöne, in ihrer Art irgendwie auch lustige Überraschung :-)

Ich ging um die zwei Riesenbuchen herum, um diese "Feenbrücke" von hinten anzusehen. Grotesk: eine Drachengestalt schaute mich an: "Komm mir nicht zu nah!" ;-)

Dieser Waldteil hat seine ganz eigene Stimmung: etwas bizarr Individuelles, aber nicht Beengendes strahlte er für mich aus. Die diesige Luft verstärkte den Eindruck einer stillen Zwischenwelt.

Am nächsten Tag spazierte ich mit Clara mal wieder auf der Kammhöhe der Hegge nahe bei uns Zuhause. Wir kamen auch hier an einer Steinsetzung vorbei.

Ein Kreuz stand dabei, weil der Mann bei seiner Arbeit im Wald an dieser Stelle zu Tode kam. Dass daneben zwei Steine, natürliche Ewigkeitssymbole alter Zeiten gesetzt worden waren, freute mich. Weniger erfreute mich Clara, als sie sich unweit daneben den Rücken in einer Wildschweinlosung rieb. Ich brüllte sie an und wir gingen zurück! Warum auch immer, sie hatte den Wolf in sich gehört... ihre "Alten Zeiten" in den Genen, dachte ich und mußte dabei widerwillig schmunzeln :-)

Einen weiteren unserer kleinen Ausflüge machten wir - nach Monaten mal wieder - ins nahe Bündeltal bei Atteln.

Die Waldarbeiter hatten dort inzwischen auch die letzten der vor einigen Jahren von einem Tornado abgedrehten und wie Mikadostäbchen gefallenen, dicken Bäume in Stücke zersägt und weggeschaft, (siehe Beitrag 19.4.22.) Nur die dünnen, weniger wertvollen Stämmchen und Äste lagen bemoost noch im Grund. Aber dieser Winterdauerregen hatte die nächsten Bäume entwurzelt: zurück bleiben tiefe neue Erdlöcher.

Clara und ich stapften eine Zeitlang entlang der Hangränder weiter.

Als wir an unserer idyllischen Bank am Waldende ankamen, waren wir enttäuscht: nur Matsch rundherum. Auch die Raben, die wir hier noch letztes Jahr hörten, hatten sich offensichtlich verzogen. Aber wir hörten Werbeliebeslieder von Singvögeln.


Dienstag, März 19, 2024

Ein liebliches Tal von oben und von unten


Gleich Anfang März wanderte ich mit Clara einen uns neuen Weg entlang der Steilkante des Altenautals. Es war ein einsamer, noch ganz winterlich anmutender Forstweg, der irgendwann einfach aufhörte. Hier liegt der Talgrund in Luftlinie nur etwa 60 Meter entfernt, liegt aber circa 20 Meter tiefer! Also wirklich steil - ich nahm Clara trotzdem nicht an die Leine, denn sie ist bedachtsam und nicht tollkühn.

Ich erfreute mich am weiten Blick über das Tal und die sich frei schlängende Altenau. Clara beschnupperte zwar intensiv den hangseitigen Wegrand, ging aber keinen Schritt hinein. Trotzdem achtete ich mehr als sonst auf sie. Man weiß ja nie...

Auf unserem Rückweg dann warf sie sich plötzlich hangseitig auf den Rücken und wälzte sich lustvoll im trockenen Laub. Ich schrie ziemlich schrill "Clara", sie sprang sofort auf. Sie hätte wirklich leicht auf dem Rücken rollend den Hang runter stürzen können. Diesen Weg gehe ich nicht mehr mit ihr!

Der Blick auf das so friedliche Altenautal tief unten hatte mir so gut gefallen, dass ich am nächsten Tag auf der Wanderkarte einen Weg unten in diesem Teil des Tales suchte und fand. Es war wieder ein sonniger, ja sogar warmer Tag. Der Weg führte zunächst an einem Auwald vorbei, der immer noch im Wasser stand. Nach und nach wich der Wald weiten Wiesen.

Die Altenau hatte in diesem Winterhochwasser Neuarme und Inseln gebildet. Ich dachte Clara würde in den Bacharm, der direkt am Weg vorbei führte, hinein spazieren. Aber nein, er lockte sie nicht. Vielleicht mißfiel ihr, dass die Uferwiesen neben der mit Schotter befestigten Furt für Trecker, auf der wir standen, sehr schlammig waren?

Der Forstweg stieg langsam an, je mehr wir uns der Steilwand näherten, auf deren oberer Kante wir am Vortag spazierten.

Der Weg machte einen größeren Bogen, wo aus einem schmalen Seitental ein kleiner Bach mitten im Gestrüpp in die Altenau mündet. Etwas weiter führte er in einen alten Wald. Dort war Platz genug um zwischen den Bäumen rumzuspringen - was Clara aus schierer Lebensfreude auch tat.

Seitlich entdeckten wir einen Steg über das Wildwasser. Clara rannte sogleich darüber.

Dann lief sie etwas weiter oberhalb auf dies klare Bächlein zu - und ging straks hinein!

Im Wasser stehend nahm sie tatsächlich hingebungsvoll ein Sonnenbad! Dann stapfte sie genüßlich ein wenig im Wasser herum. Zufrieden wanderten wir zum Auto zurück.


Samstag, März 16, 2024

Clara´s Frühlingsbad in der Altenbekener

"Max&Moritz Quelle"


Der letzte Februartag, dieses Jahr ein 29ter, strahlte nur so in der Sonne. Clara und ich nahmen unsere Freundin Gaby mit nach Altenbeken und wanderten dort zur so schönen "Max&Moritz Quelle", die ihren Namen zwei alten, kauzigen Eisenbahnern verdankt. Der Weg führt entlang des umwaldeten Quellbaches, der gelegentlich von großen, moorigen Wasserlaachen unterbrochen wird.

Unterwegs begenete uns ein freundlicher Mann mit einem noch freundlicheren Hund. Als der Clara sah, wedelte, wackelte und hüpfte er vor Freude los. Die beiden spielten so begeistert, dass mir von ihrem Spiel kein einziges scharfes Foto gelang.

Vor längerer Zeit war ich mit Clara schon einmal hier gewesen, und sie erinnerte sich genau. Sie rannte gleich über den Steg hoch auf die Felswand zu, aus der das Quellwasser in zwei kleinen Wasserfällen heraus floß. Damals war ich mit ihr gleich dorthin gestiegen.

Als sie bemerkte, dass Gaby und ich ihr nicht gefolgt waren, machte sie abrupt kehrt. Sie rannte runter auf den Wanderweg zum Max&Moritz Gedenkstein, wo wir standen.

Natürlich folgten wir Clara zur Felswand. Gaby stieg so weit es ging hoch, eine glückliche Clara hinter, neben oder vor sich ;-)

Clara kam bald wieder runter.... um in die moorige Wasserlaache unterhalb der Quellwand zu steigen! Sie hörte nicht auf mich, sie fand ihr Bad einfach nur toll!

Ich sagte nichts mehr, denn dieses Wasserloch war nicht tief. Und eingeschlammt sowie nach Moder riechend war sie nun eh schon... Dann sollte sie ihren Spaß haben... Nach einer kurzen Plantschzeit kam sie von sich aus wieder raus.

Ich überlegte wie ich Clara, bevor wir Zuhause wären, sauber gespült bekommen könnte.

Unweit von dieser Quelle liegt bei Bad Driburg die Bollerwienquelle - ihr Wasser fließt nur durch Fels und über Geröll, ist also glasklar. Vielleicht hätte Clara Spaß dort noch mal zu baden. Wir fuhren hin.

Clara gefiel diese Quelle deutlich weniger als die vorige, sie ging nicht mal mit den Pfoten ins Wasser. Der üble Geruch des Sumpfwassers in ihrem Fell hatte sich inzwischen mit dem Trocknen verflogen. Also fuhren wir nach Hause. Über die Außentreppe führte ich sie gleich in die Waschküche zur großen Saunadusche. Stu hielt sie fest, bis ich mich ausgezogen hatte, denn bei dieser Duscherei werde ich auch ziemlich nass. Clara mag diese Prozedur nicht, aber sie akzeptiert sie nach erfolglosen Fluchtversuchen.

In dem Augenblick, als sie wieder nass wurde, stieg aus ihrem Fell ein Fäulnisgestank auf, der den ganzen Raum erfüllte. Ich seifte sie gründlich ein, und sie beschloss in dieser unvermeidlich unangenehmen Lage wenigstens die Massage zu genießen :-)



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Archivierung: Die Bulldog-Blog-Beiträge bleiben circa 4 Wochen auf DIESER Seite. Danach kommen die wichtigen, informativen, besonders lustigen und die Gastblogger-Beiträge ins jeweils entsprechende Archiv.

Die Links zu den Archiven sind oben rechts in der grauen Referenzspalte.

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Montag, Oktober 1, 2018

Redaktionelles: Dieser Blog


Dieser Bulldog-Blog startete 2005 mit underer Hündin "Gombas Happy Miss Frieda" und ist unter Anderem ihr und ihres Sohnes "Kenai Kosmo Floral Garden" Tagebuch geworden.

Nachdem auch Kosmo gestorben ist, überlegte ich zunächst den Blog zu schließen, aber er ist mir selbst und vielen Anderen doch solch eine Freude, dass ich ihn etwas reduziert weiter führen werde.

Er ist nun neben Frieda und Kosmo auch unserer neuen Hündin Clara "Elisa Clara vom Urstromtal" gewidmet :-) Und - GastbloggerInnen sind nach wie vor herzlich willkommen.


Unser Kosmo (2007 - 2018)

Unsere Frieda (2005 - 2017)


Montag, Mai 11, 2015

Zehn Jahre Bulldog-Blog - und:

Die wichtigsten Schritte für das Überleben des Englischen Bulldogs sind getan.


Liebe Leserinnen und Leser, heute feiern wir ein Jubiläum: das zehnjährige Bestehen dieses Bulldog-Blogs. Der 1. Beitrag erschien am 11. Mai 2005.

Es wurde über diese 10 Jahre jeden zweiten Tag ein Beitrag veröffentlicht, das heißt 1815 Beiträge insgesamt - lustige, besinnliche, spannende, warnende, informative und, mir die wichtigsten, aufklärende Beiträge. Aufklärung über den besonderen Zauber des Bulldogwesens, Aufräumen mit Vorurteilen über ihn, das war und ist mir wichtig :-).

Im Blog wurde auch immer wieder über das Elend informiert, welches dem Englischen Bulldog Zucht, Mode und Geldgier antaten und auch noch antun. Die Aufklärung über rasseschädigende, den Genpool ausdünnende Züchtungs-Methoden tut Not, einmal im Sinne der gezüchteten Hunde selbst, aber auch für ihre Käufer ist sie wichtig. Züchter setzten oft wirtschaftliche Zucht-Prioritäten, deshalb ist der "Druck des Marktes" entscheidend.

Und Aufklärung über die sadistische Quälerei, die Massenzüchter ihren "Zuchthunden" antun, ist noch wichtiger. Nicht gerade wenige Menschen entscheiden über den Preis und ahnen nicht, was hinter "Billigwelpen" für ein grausames, verzweifeltes Elend steht.

Zu diesem Jahrestag möchte ich mich bei allen Gastbloggern von Herzen bedanken, denn sie trugen wesentlich dazu bei, dieses Bulldog-online-Magazin, das es der Sache nach ist, abwechslungsreich zu gestalten.

Insbesondere danke ich Isabelle Borgert für ihre spannenden, so informativen wie humorvollen Beiträge. Sie ist unsere aktivste Gastbloggerin: seit September 2007, also schon 7 1/2 Jahre lang, können wir regelmäßig circa zwei Beiträge pro Monat von ihr genießen :-)

Danken möchte ich auch allen Leserinnen und Lesern, die mit oft einzigartigen Fotos, Witzen oder auch Links diesen Blog wesentlich bereichern.

Danke auch an meinen lieben Stu, der mir immer technisch zur Seite steht, und ohne den dieser Blog gar nicht erst begonnen worden wäre.


Die wichtigsten Schritte

für das Überleben des Englischen Bulldogs sind inzwischen getan:

  1. Der Standard wurde (2009) geändert, um ihn wieder "fit for function" werden zu lassen. Der deutsche Zuchtverein ACEB, die hiesige Speerspitzen der Zucht des atmungsbehinderten Extrem-Bulldogs, wurde u.A. als eine Konsequenz dieser Änderungen aufgelöst.
  2. Über ein Dutzend bulldogartiger Rassen wurden neu gezüchtet, und diese erzeugen den nötigen Markt-Druck auf die Züchter des Originals.
  3. Welpenhändler und Welpen-Fabriken werden, auch dank der Medien, gesellschaftlich zunehmend geächtet. Der Gesetzgeber wird dem früher oder später folgen.

Auf diesem Hintergrund nehme ich dies 10-jährige Blog-Jubiläum zum Anlass, ihn in Zukunft nur noch in reduzierter Form weiterzuführen, es wird mittelfristig auf vielleicht 2 Beiträge pro Woche hinauslaufen.

Das Meiste über den Bulldog aktuell und über seine Vergangenheit ist gesagt - und in den Blog-Archiven zu finden :-)

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LINK HIER! --- Auch in diesem Blog finden Sie wundervolle English Bulldogs fit for function :-)


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Cornelia´s Tierbuch:
'Tiere als Spiegel der Seele und Sinnbild der Kultur'



Cornelia
Savory-Deermann
, geboren 1945 in Wuppertal, hat seit über 50 Jahren Englische Bulldoggen und ist Gründungs- und Ehrenmitglied des "Verein der Freunde Englischer Bulldogs e.V. (1980-2009)".

Seit Mai 2005 haben die Bulldogs hier ihr eigenes deutsches Weblog bekommen. Jeder Leser kann Blog-Beiträge an Cornelia schicken, Eure Bulldog-Anekdoten, -Fotos und -Tipps für's Blog sind willkommen. Der jeweilige Autor behält sein Copyright an Bildern und Text, gibt aber Cornelia ein unwiderrufbares Nutzungsrecht für Veröffentlichungen in diesem Blog.



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Cornelia Savory-Deermann


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