Cornelias Bulldog Blog
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English Bulldog Netzwerk für Kenner und Freunde
Mai 2005 bis Mai 2015 jeden 2. Tag ein Beitrag
Ab Mai 2015 Beiträge in unregelmäßigen Abständen

Die Links zu den thematisch sortierten Archiven sind in der Referenzspalte:
Sie finden dort (fast) alles, was Sie über den English Bulldog wissen wollen.


Mittwoch, Juli 17, 2019

Der Besitz eines Hundes

wird durch unser Erbgut beeinflusst

Quelle: ScienceDaily (Juli 24, 2018)


Ein Team schwedischer und britischer Wissenschaftler hat die Heritabilität des Hundebesitzes anhand von Informationen aus 35.035 Zwillingspaaren untersucht. Die neue Studie legt nahe, dass genetische Variationen mehr als die Hälfte der Variationen von Hundebesitzerschaft erklären, was impliziert, dass die Entscheidung einen Hund zu halten stark von der genetischen Ausstattung eines Individuums beeinflusst wird.

Hunde waren das erste domestizierte Tier und haben seit mindestens 15.000 Jahren eine enge Beziehung zum Menschen. Heutzutage sind Hunde in unserer Gesellschaft weit verbreitet und sollen das Wohlbefinden und die Gesundheit ihrer Besitzer verbessern. Das Team verglich die genetische Zusammensetzung von Zwillingen (unter Verwendung des schwedischen Zwillingsregisters - dem größten seiner Art in der Welt) mit dem Besitz von Hunden. Die Ergebnisse werden erstmals in Scientific Reports veröffentlicht. Ziel war es festzustellen, ob Hundebesitz eine vererbbare Komponente hat.

"Wir waren überrascht zu sehen, dass die genetische Ausstattung einer Person einen signifikanten Einfluss darauf zu haben scheint, ob sie einen Hund besitzt. Daher haben diese Ergebnisse erhebliche Auswirkungen auf verschiedene Bereiche, die mit dem Verständnis der Hund-Mensch-Interaktion in der Geschichte und in der Moderne zusammenhängen. Obwohl Hunde und andere Haustiere auf der ganzen Welt normale Haushaltsmitglieder sind, ist nur wenig bekannt, wie sie sich auf unser tägliches Leben und unsere Gesundheit auswirken. Vielleicht haben manche Menschen eine höhere angeborene Neigung, sich um ein Haustier zu kümmern als andere" sagt Tove Fall, Hauptautor der Studie und Professor für Molekulare Epidemiologie am Department of Medical Sciences und am Science for Life Laboratory der Universität Uppsala.

Carri Westgarth, Dozent für Mensch-Tier-Interaktion an der Universität von Liverpool und Mitautor der Studie, fügt hinzu: "Diese Ergebnisse sind wichtig, da sie darauf hindeuten, dass der vermutete gesundheitliche Nutzen des Hundebesitzes, über den in einigen Studien berichtet wurde, teilweise durch unterschiedliche Genetik der untersuchten Menschen erklärt werden kann. "

Das Studium von Zwillingen ist eine bekannte Methode, um die Einflüsse von Umwelt und Genen auf unsere Biologie und unser Verhalten zu entflechten. Da eineiige Zwillinge ihr gesamtes Genom gemeinsam haben und nicht identische Zwillinge im Durchschnitt nur die Hälfte der genetischen Variation, können Vergleiche der paarweisen Übereinstimmung des Besitzes von Hunden zwischen den Gruppen ergeben, ob die Genetik eine Rolle beim Besitz eines Hundes spielt. Die Forscher stellten fest, dass die Übereinstimmungsraten beim Besitz von Hunden bei eineiigen Zwillingen viel höher sind als bei nicht identischen. Dies stützt die Ansicht, dass die Genetik tatsächlich eine wichtige Rolle bei der Entscheidung für den Hundebesitz spielt.

"Diese Art von Zwillingsstudien können uns nicht genau sagen, welche Gene betroffen sind, aber zumindest zum ersten Mal zeigen, dass Genetik und Umwelt bei der Entscheidung für den Hundebesitz eine gleichberechtigte Rolle spielen. Der nächste naheliegende Schritt besteht darin, herauszufinden, welche genetischen Varianten dies beeinflussen und wie sie sich auf Persönlichkeitsmerkmale und andere Faktoren wie Allergien auswirken", sagt Patrik Magnusson, leitender Autor der Studie und außerordentlicher Professor für Epidemiologie am Institut für Medizinische Epidemiologie und Biostatistik des schwedischen Zwillingsregister Karolinska Insitutet und Leiter des schwedischen Zwillingsregisters.

"Die Studie hat große Auswirkungen auf das Verständnis der tiefen und rätselhaften Geschichte der Domestizierung von Hunden", sagt der Zooarchäologe und Co-Autor der Studie Keith Dobney, Lehrstuhl für Paläoökologie des Instituts für Archäologie, Klassik und Ägyptologie der Universität Liverpool. "Jahrzehntelange archäologische Forschungen haben uns geholfen, ein besseres Bild davon zu erstellen, wo und wann Hunde in die menschliche Welt gelangten. Dank moderner und alter genetischer Daten können wir jetzt direkt untersuchen, warum und wie."

ANMERKUNG:
Man weiß heute aus den Forschungen in der Genetik und der Epigenetik, dass die natürliche Umwelt sowie kulturelle Prägungen durchaus Einfluss auf die biologische Vererbung haben. Und es fasziniert mich, dass die Jagdgemeinschaft unserer frühzeitlichen Vorfahren mit domestizierten Wölfen sich offensichtlich genetisch manifestiert hat. Hundeliebe ist demnach nicht nur eine Frge der individuellen Prägung, sondern sie scheint sich diesen Forschungen nach als Zuneigung zu Hunden in vielen Individuen genetisch erhalten zu haben.
Eigentlich ist das nicht so überraschend, denn umgekehrt ist die Menschenliebe im Hund wohl zweifelsfrei genetisch verankert.

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Sonntag, Juli 14, 2019

Mit Clara im "Alternativen Bärenpark"


Im Juni besuchte ich mit Clara und unserer Freundin Gaby den "Alternativen Bärenpark" in Worbis (Thüringen). Dort werden Bären, meist Zirkusbären, aus schlimmer bis elender Haltung übernommen und an ein bärengerechtes Leben gewöhnt.

Sie leben hier in urwaldartigen Freigeländen, in einem Teil davon sogar mit Wölfen zusammen. Als Anschauungsmaterial früherer brutaler und quälerischer Bärenhaltung sind ein alter Bären-Zirkuswagen und die früher typischen Zoo-Käfige auch auf dem Gelände ausgestellt.

Clara ist eine Tierfreundin, sie war interessiert an den Bären, sie gefielen ihr offensichtlich und sie strebte hin, um sie näher kennenlernen.

Welche Enttäuschung, der Bär ignorierte sie!

Die Bären ignorieren allerdings auch die Wölfe um sich herum, wie ich bei einem Besuch mit Kosmo vor drei Jahren beobachten konnte (Beitrag vom 27. April 2016). Kosmo seinerseits ignorierte die Bären - in seinem reifen Alter und mit seiner Lebenserfahrung schätzte er sie gleich richtig als nicht so ohne ein :-)

Die Wölfe sahen wir bei diesem Besuch leider gar nicht. Sie hatten kurz zuvor ihre Futterportionen bekommen und hatten sich mit den Fleischbrocken ins hintere Gelände verzogen. Nun, wir werden wieder einmal hinfahren.

Clara erlebte an diesem Tag noch mehr: Eine kleine Wanderung durch die Wälder bei der Burg Hanstein oberhalb der Werra und einen Besuch in der Mittelalterlichen Herberge Klausenhof.

Der Klausenhof liegt fast genau auf der ehemaligen Zonengrenze zwischen Hessen und Thüringen. Er besteht als Gasthaus schon seit dem 15./16. Jahrhundert. Das Ambiente ist noch weitgehend original, und die feine Wildkräuterküche verzaubert jeden Gaumen. Der Wirt brachte Clara gleich "Hunde-Champagner" (Wasser) und ich teilte mir mit ihr den zarten Ochsenbraten. Von der als köstliches Kunstwerk kreierten Nachspeise bekam sie auch ab :-)

Der Bärenpark und der Klausenhof sind Ausflugziele, die wir unbedingt empfehlen :-)


Mittwoch, Juli 10, 2019

Besuch bei Verwandten "vom Urstromtal"


Meine Schwester Gunda und ich machten Ende Mai eine kleine Reise zum Spreewald und in die Oderauen. Eine Landschaft voll in Grün, ruhig fließenden Wassern, duftgetränkten Brisen und eine Stille, die das Bienensummen und die Unkenrufe laut erschienen ließen. Unerwartetes, ja sogar Bulldoggiges fanden wir auch. Wir freuten uns hier zu sein.

Auf dem Rückweg machten wir ein Stippvisiten bei Claras Züchterin Claudia Pagels in Fürstenwalde. Claudias Anwesen wird zur Zeit vom Kern auf saniert, aber bei dem schönen Wetter war es auch auf den Wiesen beim Haus gemütlich :-)

Gunda und ich freuten uns besonders Clara´s Mutter, genannt Baby, und ihre Schwester Ella wiederzusehen! Thema war ansonsten die Zucht und die Wege, unsere Bulldoggen als Gruppe betrachtet weiterhin mehr weg von den modischen Auswüchsen des letzten Jahrhunderts zu bringen.

Claudia züchtet auch Rennpferde, Englisches Vollblut. Wir fuhren zuletzt noch zu den wirklich geräumigen Ställen und Koppeln am anderen Ende ihres Anwesens. Sie hat zur Zeit vier wunderschöne Fohlen, sie zu beobachten war eine reine Freude :-)

Dann fuhren wir weiter zu ...

... Claras Bruder Percy und Frauchen Constanze Güttler nach Schöneiche bei Berlin. Was für ein goldiger Empfang :-)

Percy hat sich ja schon im Blog vorgestellt (siehe Beitrag vom 28.5.19).

Gunda und ich lachten und staunten viel - wir erlebten Stunden voller Witz und Hundebegeisterung. Percy erkannte in mir den absoluten Bulldogfan und fand es angemessen, von mir so geschätzt und beachtet zu werden. Sein Kumpel Hvb, ein altes Italienisches Windspiel, sorgte aber selbstbewußt auf charmante, sanfte Art dafür, dass er nicht etwa in Percys Schatten verschwand :-)

Insgesamt erlebten Gunda und ich eine richtig gute und bereichernde "Brandenburger Woche" :-)


Sonntag, Juli 7, 2019

Heute ein Beitrag von Gastbloggerin Constanze Güttler

Vom Windhund zur Englischen Bulldogge


Zeit meines Lebens hatte ich "Draht", zu Tieren ... Kaum hatte ich die Fähigkeit des Laufens erlernt, war für mich kein Hund zu groß oder zu fremd. Im Alter von schätzungsweise drei Jahren, spazierte ich mit Cora (Boxer-Hündin), durch das wunderschöne Wolgast. Möglicherweise wurde in dieser Zeit meine Vorliebe für sog. "Knautsch-Nasen", geprägt ...

Zeitgleich pflegte meine Mom Freundschaft zu einer Frau, deren ständige Begleiter zwei Afghanische Windhunde waren. Eines Tages bereitete mein Dad mir eine der größten Freuden meines Lebens, er fuhr mit mir zur Windhundrennbahn Berlin-Karlshorst. Ein Ort, an welchem ich später im Leben viel Zeit verbringen sollte. Zur räumlichen Abtrennung zwischen Trabrenn- & Hunderennbahn wurde dort ein künstlicher Wall angelegt. Bei meinem allerersten Besuch war das Erste, was ich sah, ein Mann mit einem schneeweißen Barsoi auf dem Wall stehen. Dieses Bild vollendeter Schönheit habe ich nie vergessen und es wurde der Grundstock zur Windhund-Liebe gelegt. Dies dauerte jedoch noch Jahre ...

Mein erster Hund war ein Lhasa Apso namens "Chef", da wir in einer kleinen Wohnung lebten, für einen Windhund kein Platz & nicht die Zeit vorhanden war.

Im Alter von knapp 20 Jahren, & nachdem ich an den Stadtrand gezogen war, fand "Monti", mein erster Barsoi, den Weg zu mir. Monti hatte eine wenig erfreuliche Vorgeschichte & entstammte einer renommierten Zucht. So fand ich Gefallen am Ausstellungszirkus und war nahezu jedes Wochenende in Europa unterwegs. Auf diese Weise habe ich Europa kennen und lieben gelernt . (Brüssel ausgenommen)

Auf einer dieser Reisen begegnete mir meine erste Englsiche Bulldogge. In einem Antiquitätengeschäft, aus Porzellan, in Originalgröße & aus den 1920er Jahren, namens "Percy". Bis zum Sommer 2018 war mir nicht bewusst, wenn ich Deko-Hunde kaufte, waren es ausschließlich Englische Bulldoggen. Weihnachten fand ich sogar eine als Baumschmuck in der Kiste.

Stellt man viel aus, trifft man am Ende meistens dieselben Leute. Auf diese Weise entstand über Jahre eine innige & unverändert bestehenden Freundschaft zu Karin & Manfred. Ein Ehepaar, welches Zeit ihres Lebens begeisterte Barsoi- Halter & -Aussteller waren. Mittlerweile sind die beiden Mitte 70. Karin hatte ich "Meinen" Barsoi zu verdanken. Aschchrabat (Bild oben)... Er war für mich "dieser eine Hund". Nach seinem Tod (im Alter von knapp 11 Jahren), stand für mich fest: Das war es zum Thema Hund.

Das hielt exakt 3 Monate... Barsoi kam nicht infrage, da ich keinem Hund antun wollte in diese gigantischen Fußstapfen zu treten ... Zu dieser Zeit kam das erste Mal die ernsthafte Überlegung in Richtung Englische Bulldogge auf... Intensive Nachforschungen ergaben wie krank diese Rasse ist & sie bestenfalls 4, 5 Jahre alt werden. Das war mir zu wenig. So blieb ich den Windhunden treu. Um den größtmöglichen Gegensatz zu wählen, entschied ich mich für ein italienisches Windspiel. "Herr von Boedefeld" zog ein.

Bekanntlich gibt es keine Zufälle. Jahre später war ich bei einem Galeristen-Ehepaar unter Vertrag, die ebenfalls große Hunde-Liebhaber waren. Was hatten sie für Hunde? Bulldoggen ... Erklärten mir, die Rasse sei mittlerweile "gesund" gezüchtet worden, in Form des Continental Bulldog. Die Beiden live zu erleben heilte mich endgültig vom Wunsch nach einer Bulldogge. Erzählungen zufolge hatten sie eine "Waschmaschine" zerlegt & waren sehr, sehr nervig.

Eines morgens im Sommer 2018 schaltete ich den Fernseher an & das erste Bild war beim Sat1-Frühstücks-TV eine weiße Bulldogge auf ´nem Sofa... "Lotte". Eine Bulldogge, die wieder exakt so aussah, wie ich mir eine Englische Bulldogge vorstellte. Obendrein wirkte sie entspannt und zauberhaft schrullig (ich liebe schrullig).

Am darauffolgenden Samstag zog ein lebendiger Percy ein. Es gab nicht einen Tag, eine Stunde, eine Sekunde, in der ich diese Entscheidung bereute. Percy ist die fleischgewordene Liebenswürdigkeit.

Ein altes Sprichwort besagt: "Man bekommt nicht den Hund, den man will... Sondern den, den man braucht..." Das kann ich bestätigen ...


Mittwoch, Juli 3, 2019

Alexandra Bombek fotografierte Clara


Anfang Juni hatten wir Alexandra Bombek zu Gast. Das Wochenende hatte sich für ihren Besuch angeboten, weil sie am Sonntag am Salzkottener Halb-Marathon teilnahm.

Alex nutzte die Gelegenheit viele Fotos von Clara im Garten zu machen und mit ihr dabei auch rumzuspielen.

Später gingen wir im Bad Wünnenberger Park spazieren und dann dort auch essen. Es war ein schöner und lustiger Samstagabend mit dir, liebe Alex :-)

Clara folgte mir ohne zu zögern in den kleinen Bach. Ich glaube, ich genoß das kalte Fußbad mehr als sie... sie fand es jedenfalls nicht besonders aufregend im Wasser zu stehen, nachdem sie dessen Tiefe als unbedenklich eingestuft hatte ;-)


Sonntag, Juni 30, 2019

Der English Bulldog

und die drei Hundehaltertypen


Dr. Silke Wechsung vom Psychologischen Institit der Universität Bonn erstellte 2008 ein Psychogramm der Hundehalter, welches in der Hundeszene oft zitiert wird. Die gesamte Studie gibt es auch als Buch.

Silke Wechsung definiert drei Gruppen von Hundehalter. Dazu sei gleich gesagt, dass Mischformen dieser drei Typen der Normalfall sind: es geht darum, welcher Typus dominiert. Screeshot einer Zusammenfassung:

Das Elend der Extrembulldogs ist aus dieser Typus-Perspektive heraus dem starken Interesse anzulasten, welches "Prestige orientierte Halter" an ihm zeigen. Der Bulldog "macht was her".

Aber nicht nur er, auch viele andere Rassen leiden unter dem Anspruch dieser Käufer, den Hund als Steigerung ihres Prestiges nutzen zu wollen. Prestige kann dabei ganz unterschiedlich verstanden werde: Kraft und Größe sowie sogar das Gegenteil: zum Beispiel Handtaschenkleinheit nach einem Idol wie Paris Hilton. Seltenheit und hoher Preis spielen für diese Menschen auch eine bedeutende Rolle.

Laut dieser Studie gehören 22 % aller Hundehalter zu diesem Prestige orientierten Menschentypus. Dieser Anteil spiegelt die Schatten unserer Wettbewerbsgesellschaft aber auch ein persönlich schwaches Selbstwertgefühl. Glück läßt sich daraus kaum gewinnen.

Solche Menschen fallen auf Surrogate herein, auf mehr Schein als Sein. Der Extrembulldog strotzt vor Bindegewebsmasse statt vor Muskelkraft, und das wird von diesen nicht als trauriges Blendwerk erkannt. Die meisten Züchter von mehr oder weniger extremen Bulldogs erliegen, zumal wenn sie allein von der Hundezucht leben, dem Bedarfsdruck dieser Hundehaltergruppe. Und damit dürfte auch aus dieser psychologischen Sicht heraus klar sein, dass Zuchtverbote wie in den Niederlanden nichts bringen, denn sie ändern die Menschen nicht. Aufklärung und kultureller Wandel helfen hier nur.

Den Bulldogger, dem der Satz "Once a Bulldog, always a Bulldog" aus dem Herzen kommt, sehe ich als dem Typus des "Hundefixierten" zugehörig, welcher einen Anteil von 35% der Hundehalter ausmacht. Meist tragen diese Bulldogger allerdings auch noch innere Anteile von der 43 % ausmachenden Gruppe des Typus "Naturverbunden und sozial orientiert" in sich.

Der Bulldog passt sich aufgrund seiner vergleichweisen hohen Kognitiven Intelligenz und entsprechend niedriger Instinktsteuerung seinen Menschen in ertaunlich hohem Maße an. Er liebt den Menschen in der Regel mehr als seine Artgenossen. Und wir wissen, Liebe erzeugt Gegenliebe :-)

Der Bulldog passt sich aufgrund seiner vergleichweisen hohen Kognitiven Intelligenz und entsprechend niedriger Instinktsteuerung seinen Menschen in ertaunlich hohem Maße an. Er liebt den Menschen in der Regel mehr als seine Artgenossen. Und wir wissen, Liebe erzeugt Gegenliebe :-)

Würde man diese Typologie entsprechend auf die "Menschenhaltung des Hundes" anwenden, dann wäre der Bulldog zweifellos Typus "Menschenfixiert". (Den Typus "Prestige orientiert" würde ich allerdings umwidmen in "Futter/Nutzen orientiert ;-)


Mittwoch, Juni 26, 2019

Bemerkungen zur Zuchtsituation

des English Bulldog in Deutschland


Nach Kosmo´s Tod im letzten Sommer habe ich, um Clara zu finden, ziemlich intensiv im Internet recherchiert. An einem gewissen Punkt freute ich mich, überhaupt noch Welpenanzeigen dieser alten Rasse zwischen all den Angeboten von "Olde Englsh Bulldogs", "Continental Bulldogs", "Modern Bulldogs" und und und... zu finden.

Und von diesen, zu diesem Zeitpunkt vergleichsweise wenigen Angeboten an English Bulldog Welpen, schied die Mehrheit sogleich wieder aus, weil die Welpen unter- oder übertypisiert waren, oder weil alles nach Welpenvermehrung und/oder Welpenhandel "roch".

Ich mailte einige der zumeist deutschen Züchter, deren Anzeigen solide wirkten an, telefonierte, aber am Ende blieben nach meinem durchaus strengem Maßstab nur noch zwei Züchterinnen übrig, deren Bulldogs lebenslustig gesund und gemäßigt in der Merkmalausprägung erschienen, und deren Züchterinnen glaubwürdig strikt auf jede Linienzucht verzichten, weil sie wissen, was ein Genetischer Flaschenhals ist - kurz gesagt, die wissen, was Züchten beim heutigen Zustand der Rasse English Bulldog überhaupt bedeutet und verlangt. Und nur eine dieser beiden Züchterinnen, Claudia Pagels aus Brandenburg, hatte aktuell einen Wurf. Clara war gefunden.

Seit circa Anfang des Jahrtausends steht in Westeuropa die politische Drohung im Raum, den English Bulldog und andere Kurznasen ganz zu verbieten, wenn die Zuchtverbände das Zuchtziel "Fit For Function" nicht in eigener Regie und in absehbarer Zeit erreichen würden. Unter massivem öffentlichem Druck modifizierte 2009 der britische Bulldog-Zuchtverband den Standard so, dass die schlimmsten Merkmalauswüchse zur Zuchtuntauglichkeit eines Bulldogs führen sollten. Ein erster Schritt!

Viele FCI-Zuchtvereine von Engl. Bulldogs, Franz. Bullys und Mops sowie anderen Kurznasen haben leider seit Jahren meiner Beobachtung nach nur unzureichend etwas gegen die Auswüchse der Übertypisierung, das heißt gegen die Qualzucht unternommen - übrigens nicht nur bei den Kurznasen! Dabei gibt es zumindest in Deutschland innerhalb der Tierschutzgesetze die Zuchtwillkür einschränkende Paragraphen schon lange.

Diese Vereine, ich denke jetzt besonders an den VDH, sind mehr oder weniger eine reine Marketingmaschine für solche Zuchtververeine geworden, deren Züchter ihr Kapital, eben ihre bislang preisgekrönten Zuchthunde, optimal weiter gewinnbringend einsetzen wollen. Das ist zum Teil der Satzung des VDH geschuldet - aber die ließe sich ja ändern, wenn die Mehrheit der VDH-Mitgliedsvereine mitspielen würden... (Nur der Vollständigkeit halber: die Gesundheitbetonung bei den VDH-Zuchtvereinen von Leistungs-Hunderassen ist dagegen vernünfig zu nennen.)

Hinzu kommt, dass innerhalb des VDH und seiner ihn tragenden Zuchtvereine die Forschungsergebnisse der Populationsgenetik unbekannt oder unwichtig zu sein scheinen: Bezeichnend dafür ist, dass Nicht-FCI-Hunde aus Geschäftsprinzip bei ihnen nicht zur Zucht zugelassen sind und "Vereins-Fremdgehen" geahndet wird. Gerade für den English Bulldog ist das auf Grund des relativ kleinen Genpools tragisch.

Soweit ich das beurteilen kann, haben sich die fachlich und verantwortlich denkenden Bulldogzüchter vom VDH verabschiedet und leider meistens den KURZEN Weg zu "Fit For Function" gewählt, zu Kreuzungen mit anderen Rassen…. Continentals, Oldie´s & Co sind das Ergebnis. Diese sind aber längst nicht so gesund wie erhofft. Viele Klagen darüber sind von ehemaligen Bulldoggern bei mir gelandet. Aber das Gebiet "Gesundheit von Mischlingen" werde ich später einmal behandeln. Zurück zum Thema: Verantwortungsvolle Bulldogzüchter kann man heute in kleinen, regionalen Zuchtvereinen finden. Und die (deutschen) Mopszüchter, die die Nase von behinderten Welpen voll hatten, haben sich in einem meines Wissens erfolgreichen, unabhängigen neuen Verein gefunden. Ich sehe in den Parks bei uns inzwischen z.B. auch etwas häufiger fitte und dabei immer noch typische (auf Nachfrage: nicht vom VDH) Franz. Bullys als die nasenlosen Röchler.

Warnungen vor weiterer ungebremster Qualzucht gab es wie gesagt politischerseits schon lange. Die Politik setzte zunächst auf Einsicht und auf Regulation durch den Markt. In Deutschland fruchtete das meiner Einschätzung nach, wie man aus dem Markterfolg von Olde Engl.Bulldogs, Continental Bulldogs usw. ableiten kann. Der quantitative Niedergang in die Bedeutungslosigkeit der VDH-Engl.Bulldogs bestätigt dies auch. In den USA - außer in der Schicki-Micki-Welt von Hollywood und seinen Fans - ist dieser Trend zu "Gebrauchbulldogs" auch zu beobachten.

Ich selbst hatte immer Glück mit meiner Bulldogwahl, weil ich schon vor Jahrzehnten explizit nach einem Welpen aus einer Paarung von "Gebrauchbulldogs" fragte. Anders mein Vater. Er fragte die Championzüchter nach einem "guten" Bulldog und hatte zweimal, Dewrie und Billy (Pickwick), solch atmungs- und damit bewegungsbehinderte Bulldogs, dass es zum Weinen war. Mein Vater kam damit klar, weil er selbst von Geburt an gehbehindert war, aber sein Leben trotzdem sehr liebte. Ich glaube so dachte er auch von seinen Hunden. Ich danke dem Himmel, bei der Suche nach Clara auf Claudia gestoßen zu sein, die den LÄNGEREN Weg geht, den Bulldog als Rasse retten zu helfen: sie kreuzt nicht außerhalb der Rasse aus, sondern konsequent innerhalb.

Das niederländische Zuchtverbot betrifft soweit ich weiß konkret Hunde, deren Nasenlänge kürzer als 1/3 der Schädellänge beträgt. Die Nasenlänge ist aber nicht Alleinursache der Atmungsprobleme, es gibt ja tatächlich wenige sehr kurznasige Bulldogs, die gut atmen. Die Sache ist viel komplizierter. Darauf gehe ich in einem nächsten Beitrag ein.

Die heutige Zuchtsituation der Kurznasen in den Niederlanden kenne ich nicht weiter. Ich vermute mal, dass die Selbstregulation des Marktes dort weniger gegriffen hat als hier. Ich weiß allerdings, dass es dort sehr viele "Brotzüchter" gibt, das heißt Züchter, die ausschließlich von ihren Bulldogs leben… und sich allein schon deshalb Unkosten wie Deckgebühren für fremde Rüden usw. ersparen...

Die entscheidende Frage bei Verboten generell ist ihre Sanktionierbarkeit. Und da sehe ich bei Zuchtverboten große Schwierigkeiten: will man in den Niederlanden die Hunde mit äußerst kurzen Nasen töten oder zwangskastrieren?? Die Züchter finanziell belangen?? Wie viele Kontrolleure kann der Staat sich finanziell überhaupt leisten - oder sind Denunzianten willkommen?? Sollen Tierärzte zur Meldepflicht gezwungen werden?? Und so weiter… Dieses Verbot wird meiner Einschätzung nach einen neuen Schwarzmarkt erzeugen und damit alles noch schlimmer für diese Tiere machen….

Ich kenne durch das Netzwerk dieses Blogs reichlich Bulldogfreunde, die nach schlimmen Erfahrungen mit einem sehr behinderten und kranken Bulldog (so wie Evelyn, siehe Beitrag unten) sich nach dem Tod ihres geliebten und mit Hingabe gepflegten Bulldogs für eine andere bulldogartige Rasse entschieden.

Aber ich selbst liebe diese so klugen, selbstbestimmten, oft lustigen und so umwerfend liebevollen Hunde zu sehr, um von ihnen lassen zu können. Ihr kraftvoller Körper, ihre größere Lust klug zu balgen und zu tricksen als dauerzulaufen, ihre spezifischen körperlichen Dispositionen, sofern sie im rechten Maß zu allgemeiner Vitalität stehen, korrespondieren mit ihrem Wesen. Und dies korrespondiert wiederum mit meinem und Stu´s Wesen. Es gibt viele Bulldogfans, die so fühlen wie wir. Ich bin sicher, dass der English Bulldog - allerdings in Bezug auf seine viel zu "aufgeblasenen" Merkmale "gesund geschrumpft" weiter viele Menschen glücklich machen wird.



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Archivierung: Die Bulldog-Blog-Beiträge bleiben circa 4 Wochen auf DIESER Seite. Danach kommen die wichtigen, informativen, besonders lustigen und die Gastblogger-Beiträge ins jeweils entsprechende Archiv.

Die Links zu den Archiven sind oben rechts in der grauen Referenzspalte.

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Montag, Oktober 1, 2018

Redaktionelles: Dieser Blog


Dieser Bulldog-Blog startete 2005 mit underer Hündin "Gombas Happy Miss Frieda" und ist unter Anderem ihr und ihres Sohnes "Kenai Kosmo Floral Garden" Tagebuch geworden.

Nachdem auch Kosmo gestorben ist, überlegte ich zunächst den Blog zu schließen, aber er ist mir selbst und vielen Anderen doch solch eine Freude, dass ich ihn etwas reduziert weiter führen werde.

Er ist nun neben Frieda und Kosmo auch unserer neuen Hündin Clara "Elisa Clara vom Urstromtal" gewidmet :-) Und - GastbloggerInnen sind nach wie vor herzlich willkommen.


Unser Kosmo (2007 - 2018)

Unsere Frieda (2005 - 2017)


Montag, Mai 11, 2015

Zehn Jahre Bulldog-Blog - und:

Die wichtigsten Schritte für das Überleben des Englischen Bulldogs sind getan.


Liebe Leserinnen und Leser, heute feiern wir ein Jubiläum: das zehnjährige Bestehen dieses Bulldog-Blogs. Der 1. Beitrag erschien am 11. Mai 2005.

Es wurde über diese 10 Jahre jeden zweiten Tag ein Beitrag veröffentlicht, das heißt 1815 Beiträge insgesamt - lustige, besinnliche, spannende, warnende, informative und, mir die wichtigsten, aufklärende Beiträge. Aufklärung über den besonderen Zauber des Bulldogwesens, Aufräumen mit Vorurteilen über ihn, das war und ist mir wichtig :-).

Im Blog wurde auch immer wieder über das Elend informiert, welches dem Englischen Bulldog Zucht, Mode und Geldgier antaten und auch noch antun. Die Aufklärung über rasseschädigende, den Genpool ausdünnende Züchtungs-Methoden tut Not, einmal im Sinne der gezüchteten Hunde selbst, aber auch für ihre Käufer ist sie wichtig. Züchter setzten oft wirtschaftliche Zucht-Prioritäten, deshalb ist der "Druck des Marktes" entscheidend.

Und Aufklärung über die sadistische Quälerei, die Massenzüchter ihren "Zuchthunden" antun, ist noch wichtiger. Nicht gerade wenige Menschen entscheiden über den Preis und ahnen nicht, was hinter "Billigwelpen" für ein grausames, verzweifeltes Elend steht.

Zu diesem Jahrestag möchte ich mich bei allen Gastbloggern von Herzen bedanken, denn sie trugen wesentlich dazu bei, dieses Bulldog-online-Magazin, das es der Sache nach ist, abwechslungsreich zu gestalten.

Insbesondere danke ich Isabelle Borgert für ihre spannenden, so informativen wie humorvollen Beiträge. Sie ist unsere aktivste Gastbloggerin: seit September 2007, also schon 7 1/2 Jahre lang, können wir regelmäßig circa zwei Beiträge pro Monat von ihr genießen :-)

Danken möchte ich auch allen Leserinnen und Lesern, die mit oft einzigartigen Fotos, Witzen oder auch Links diesen Blog wesentlich bereichern.

Danke auch an meinen lieben Stu, der mir immer technisch zur Seite steht, und ohne den dieser Blog gar nicht erst begonnen worden wäre.


Die wichtigsten Schritte

für das Überleben des Englischen Bulldogs sind inzwischen getan:

  1. Der Standard wurde (2009) geändert, um ihn wieder "fit for function" werden zu lassen. Der deutsche Zuchtverein ACEB, die hiesige Speerspitzen der Zucht des atmungsbehinderten Extrem-Bulldogs, wurde u.A. als eine Konsequenz dieser Änderungen aufgelöst.
  2. Über ein Dutzend bulldogartiger Rassen wurden neu gezüchtet, und diese erzeugen den nötigen Markt-Druck auf die Züchter des Originals.
  3. Welpenhändler und Welpen-Fabriken werden, auch dank der Medien, gesellschaftlich zunehmend geächtet. Der Gesetzgeber wird dem früher oder später folgen.

Auf diesem Hintergrund nehme ich dies 10-jährige Blog-Jubiläum zum Anlass, ihn in Zukunft nur noch in reduzierter Form weiterzuführen, es wird mittelfristig auf vielleicht 2 Beiträge pro Woche hinauslaufen.

Das Meiste über den Bulldog aktuell und über seine Vergangenheit ist gesagt - und in den Blog-Archiven zu finden :-)

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Cornelia´s Tierbuch:
'Tiere als Spiegel der Seele und Sinnbild der Kultur'


Cornelia Savory-Deermann

Cornelia
Savory-Deermann
, geboren 1945 in Wuppertal, hat seit 1971 Englische Bulldoggen und ist Gründungs- und Ehrenmitglied des "Verein der Freunde Englischer Bulldogs e.V. (1980-2009)".

Seit Mai 2005 haben die Bulldogs hier ihr eigenes deutsches Weblog bekommen. Jeder Leser kann Blog-Beiträge an Cornelia schicken, Eure Bulldog-Anekdoten, -Fotos und -Tipps für's Blog sind willkommen. Der jeweilige Autor behält sein Copyright an Bildern und Text, gibt aber Cornelia ein unwiderrufbares Nutzungsrecht für Veröffentlichungen in diesem Blog.



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