Cornelias 'Bulldog Blog' ...
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Montag, Januar 22, 2018

Der Wolf als Spiegel der Seele

und Sinnbild der Kultur


Dem Wolf gebe ich als Stammtier unserer Hunde immer wieder gerne Platz in diesem Blog.

Nach unserer Alma Tod machten Stu und ich 1995 eine längere Reise durch den Westen der USA. Dort begegneten wir der Malerin Maggie M. Roe, die teils indianischer Abstammung war, und deren Bilder und Kultur mich zu einer intensiveren Beschäftigung mit der Bedeutung der Tiere für uns Menschen in seelischer und kultureller Hinsicht inspirierten.

Ich schrieb 1996 - 1997 über viele "Tiere als Spiegel der Seele und als Sinnbild der Kultur". Unten das Kapitel über den Wolf :

Der Wolf als Spiegel der Seele und Sinnbild der Kultur


Wolf und Mensch

Der Wolf ist wie der Mensch ein soziales Wesen, er braucht die Gemeinschaft zum Überleben. Und er ist der Jäger par exellence! Diese Eigenschaften erhöhten ihn für die frühen Menschen zu ihrem Ahnen. Im vorpatriarchalen Alteuropa wurde er zum dunklen Inbegriff von Tod und Wiedergeburt als Begleiter der "Großen Mutter".

In dem Maße, wie der Mensch seßhaft wurde und Ackerbau betrieb, wandelte sich sein Verhältnis zum Wolf: aus dem Göttlichen Jagdlehrer wurde der gefährliche Vieh- und Menschenjäger. Im 19. Jahrhundert war er in Mitteleuropa endgültig ausgerottet.

Der Wolf ist zudem das einzige Säugetier, das der Mensch "singen" hören kann. Wenn der Wolf den Vollmond anheult, dann fühlt der Mensch sich von der Kraft der Imagination, dem Animalischen und Unfaßbaren berührt.


Eltern-Wolf

Die Häufigkeit des Familiennamens Wolf und seiner Ableitungen, sowie die Beliebtheit von Vornamen, die die Silbe wolf/wulf in sich tragen, zeigt deutlich den hohen Stellenwert des Wolfs als Totemtier vieler Clans im heidnischen Europa.

Bedeutende Helden werden der Sage nach von Wolfsmüttern genährt. Die bekanntesten Beispiele dafür sind der persische Religionsstifter Zarathustra, die Gründer Roms Romulus und Remus sowie Siegfried, der einer alten Sagenfassung nach Wolfdietrich hieß. Eine Wölfin hat auch die Stammväter der Türken und der Mongolen gesäugt, wie alte Mythen erzählen. Die Südslawen zogen ein neugeborenes Kind durch ein Wolfsfell und sagten dann, es sei von einer Wölfin geboren worden. Irische Stämme glaubten, daß ein Wolf ihr spiritueller Vater sei. Das Motiv ist bis in unsere Tage erhalten geblieben: Rudyard Kiplings Mogli wächst im „Dschungelbuch" in einem Wolfsrudel auf, als Sohn und Bruder liebevoll beschützt.

Die frühen Menschen erlebten sich als dem Wolf tief verwandt. Er lebt und jagt in einem Rudel, in einer Gruppe und ist somit in seinem Überleben genauso wie sie selbst auf soziale Regeln und Ränge angewiesen. Er wurde von ihnen, ähnlich wie der Bär, als ihr Ahne verehrt.


Initiation

In ihrem Buch „Märchen lösen Lebenskrisen" schält Marcella Schäfer an Hand von verschieden alten Fassungen des Märchens „Rotkäppchen und der böse Wolf" den in diesem Zusammenhang besonders interessanten Aspekt des Wolfes als Totemtier bei Initiationsriten heraus. Bei den alten Jägervölkern Eurasiens wurde der Übergang vom Jugendlichen zum Erwachsenen in einem dramatischen und aus unserer Sicht meist auch grausamem Einweihungsritual vollzogen. Der Junge „starb", um als neuer Mensch, als vollwertiges Stammesmitglied „wiedergeboren" zu werden. Das Totemtier spielte dabei die wichtigste Rolle, da es die Ahnen verkörperte. Es gab die Eigenschaften und die besonderen Jagdkräfte, die der Stamm zum Überleben brauchte, durch diese Riten an den Jungen weiter. Es war der Identifikationskern und der Traditionsgeber des Clans und stellte einen dämonischen Tiergott dar.

Ein Wolfsrudel ist die erfolgreichste Jagdgemeinschaft, die die Natur kennt. Die Verbreitung des Wolfs als Totemtier der alten Jägervölker liegt daher auf der Hand. Diese Initiationsriten wurden abseits des Dorflebens, im Wald vollzogen. Das Verlassen der Kindheit, das „Sterben" als Kind, wurde durch das rituelle Verschlungenwerden von einem Wolf vollzogen. Im Wolfsbauch konnte der Junge, wie in einer zweiten Schwangerschaft, die Qualitäten eines vollwertigen Mitgliedes der Stammesgemeinschaft erlangen und „wiedergeboren", aus dem Wolfsbauch herausgeholt werden. Bei diesen Riten spielte in der Regel eine Schamanin als "Hebamme" des Stammes den Wolf. Sie trug eine Wolfsmaske und ein Wolfsfell. („Großmutter, was hast du für lange Zähne!"...)

Barbara G.Walker betont, daß in „Rotkäppchen und der böse Wolf" noch die ursprüngliche, matristische Ordnung vorherrscht: Drei Frauengenerationen, Großmutter, Mutter und Tochter bestimmen das Geschehen. Diese drei Frauen stehen in jedem alten Märchen für die dreifache Göttin. Die rote Haube galt in England als Kennzeichen einer Priesterin. Sie symbolisierte das Blut, das bei Opfern und Verschlingungsritualen gewöhnlich floß. Das ursprüngliche Initiationsritual wurde an dem noch sehr jugendlichem Jäger vollzogen. Er sollte als vollwertiger „wölfischer" Jäger wiedergeboren werden. Noch heute sagt man in der Jägersprache über einen Jäger aus Leidenschaft: Er ist angewölft! Erst in späteren Zeiten wird dieses Geschehen im Märchen patriarchal umgedeutet und das Mädchen zum Opfer des Jäger-Wolfes.


Werwolf

Das Wort „Wer" (lat.vir, virtus) bedeutet tugendhafter, starker, wehrhafter Mann. Der Werwolf ist also ein Wolf, der eigentlich ein Mann ist. Vergil berichtet, der erste Mann-Wolf sei Moeris, der Gatte der dreifachen Schicksalsgöttin Moire gewesen.

Im klassischen Athen gab es einen Tempel, der dem „Apollo Lycaeus", dem „Wölfischen Apollo", geweiht war. Der Beiname „wölfisch" für Apollo zeigt wieder sehr schön den hohen Stellenwert, den der Wolf einmal gehabt haben muß. In den Vorhallen dieses Tempels lehrte Sokrates. Der Begriff „Lyceum" für Höhere Schule leitet sich davon ab. Wölfische Initiationriten gab es damals in Griechenland schon lange nicht mehr, aber das Lernen birgt mit diesem Tempelnamen, der zum Schulnamen wurde, bis heute die Erinnerung an den Wolf als „Lehrer" in sich.

Der Wolfskult hielt sich lange in Europa. Seit Alters her fanden seine Zeremonien bei Vollmond statt. In italienischen Bergdörfern heißt es noch heute: „Wenn ein Mann an einem Freitag bei Vollmond im Freien schläft, wird ihn entweder ein Werwolf angreifen oder er wird selbst ein Werwolf werden." Der Freitag war der Göttin heilig, ebenso der Vollmond, den der Wolf so gerne ansingt. Dies ist wieder ein Hinweis auf den Ursprung des Wolfskultes in matristischer Frühzeit.

Die Schamanen und Druiden praktizierten - im Verborgenen - Wolfsrituale bis ins Mittelalter hinein. Sie trugen Wolfsmasken und Wolfsfelle; sie tanzten und töteten Opfertiere bei schamanischen Heilungen und anderen Anlässen. Durch diese rituellen Verkleidungen wurden sie Vorbild der heutigen Vorstellung vom Aussehen der Werwölfe.

Die Bezeichnung Geistwolf und Werwolf wurde seit dem 10. Jahrhundert ganz allgemein für die Gegner des Christentums verwandt. Die Inquisition der mittelalterlichen Kirche verfolgte und folterte vermeintliche Werwölfe gleichermaßen wie vermeintliche Hexen. Das ist nicht erstaunlich, denn beide waren - von der Kirche ins Böse verdrehte - letzte Spuren der Religion der Großen Mutter. Der Werwolf wurde erst im frühen Mittelalter zum Symbol des zerstörerischen Außenseiters, des perversen Menschenmonsters. Bis heute lebt er so in Gruselromanen und in Hollywoodproduktionen weiter.


Fressen - Gefressen werden

Der Wolf kann tagelang unbeschadet hungern, wenn er keine Jagdbeute oder kein Aas findet. Andererseits kann er aber auch unmäßig viel auf einmal fressen, auf Vorrat sozusagen, wenn er Beute gerissen hat. Diese Eigenheit hat ihm den Ruf maßloser Gefräßigkeit eingebracht.

Mit dem aufkommendem Patriarchat wurde der Wolf, als der große Fresser und Verschlinger, zum Symboltier menschlicher Gier und Habsucht. „Homo homini lupus." (Der Mensch ist des Menschen Wolf.) Dieser berühmte Satz des Römers Plautus gibt dem Ausdruck. Und die Wölfe Odins, die ihn auf die Kampffelder begleiteten, wurden „Geri", Gier, und „Freki", Fressen genannt. Sie waren Odins Jagdhunde und fraßen die Toten.

In vielen Märchen tritt der Wolf als das „Fresstier" schlechthin auf. Sein großer, geöffneter Schlund wurde Sinnbild all der unbegreiflichen Gefahren, die einen Menschen "verschlingen" können, bis hin zu Dunkelheit, Tod und Teufel.

Die Germanen sagten von Sonnen- und Mondfinsternissen, die sie als furchterregende Vorzeichen verstanden, Sonne und Mond seinen von den Wölfen verschlungen worden, wie es auch beim Weltuntergang geschehen würde. Die Götterdämmerung, das Weltende wird in der Edda davon eingeleitet, daß Fenris, das gefesselte Wolfsuntier und Sohn des Feuergottes Loki (Lohe, leuchten, Licht), sich losreißt und Odin tötet. Jakob Grimm sieht hier Paralellen zu dem Feuer- und Kulturbringer Prometheus: Als Sohn Loki´s sei der Wolf Fenris Loki selbst in wiedergeborener Gestalt, und er sei ebenso an einen Fels gefesselt wie Prometheus es war, der alsdann Zeus töten sollte. Die Entfesselung leitet in beiden Fällen ein neues Zeitalter ein, sie bedeutet tatsächlich wörtlich eine Götterdämmerung.

Bei den frühen Germanen war der Wolf der göttliche Schamane, der das Feuer, das Licht verschlingt, damit die Welt neu geboren werden kann. Genau so wie er bei den Initiationriten der Verschlinger war, durch den jeder Junge als neuer Mensch, nämlich als Erwachsener, wiedergeboren werden konnte. Der Wolf war Sinnbild der Geheimnisses von Leben und Tod: der dunklen Aspekt der Großen Mutter-Göttin war in ihm erhalten geblieben.


Wächter-Wolf

Die achtzehnte Tarot-Karte zeigt den Mond (Bild: Waite-Rider). Der Pfad in sein Reich, ins Land der mildes Licht spendenden Mondgöttin, führt zwischen zwei Türmen hindurch, die von zwei den Mond anheulenden Wölfen bewacht werden. Der Weg führt aus dem Wasser, dessen gefährlich herabziehenden Aspekt der dunkle, spinnenartige Krebs verkörpert, in freie, lichte und weite Höhen.

Wollen wir uns in den archetypischem Bereich der Anima, wie C.G. Jung sie als Inbegriff der Seele nennt, begeben, und den die Mondin in allen alten Kulturen repräsentierte, so müssen wir uns zunächst diese Wölfe in unserer eigenen Seele zum Freund machen.

Der Wolf repräsentiert hier unser animalisches Selbst. Werden wir von unserem Über-Ich, wie Freud es nennt, beherrscht, gelten für uns die Spielregeln der Gesellschaft und der kalte Verstand als Maß aller Dinge, und klammern wir die sanfte Welt des Mondes, die Welt der Gefühle und der Intuitionen für uns aus, dann lebt der Wolf in uns als auch uns selbst gefährdendes Untier. Psychologen würden diesen Prozess die Dynamik von Verdrängung nennen.

Wagen wir es aber unser animalisches Selbst, den "Wolf" in uns in all seiner Ambivalenz zu respektieren und ihm zu vertrauen, so wird er unser Freund und wir können die "Welt des Mondes" betreten. Sie ist das Reich der Imagination, der Phantasie, der Liebe, des Spontanen, der Kreativität, des Unfaßbaren und Numinosen. Der "Wolf" in uns ist der Torwächter zum Reich des Mondes, zu unserer eigenen sowie zur Weltenseele. Ob er uns verschlingen muß, um uns wie in den alten Sagen und Ritualen erneuert wiederzugebären, das hängt individuell und auch kollektiv von uns und unserem Verhältnis zu den wölfischen Anteilen in uns selbst ab.


Ein indianisches Märchen: Die Knochenfrau

Eine alte Frau lebt irgendwo und nirgendwo in der Wüste. Sie sucht dort nach verbleichten Knochen. Alle, die sie findet, legt sie zusammen, Tier für Tier, wie sie zusammengehören. Ganz besonders gerne sucht sie nach Wolfsknochen. Wölfe sind ihre liebsten Geschöpfe. Wenn sie ein Skelett säuberlich und sorgsam zusammengelegt hat, steht sie auf und beginnt über den Knochen zu singen. Sie singt und singt, sie singt das Fleisch, sie singt das Fell, sie singt den Atem herbei. Der Wolf öffnet seine Augen und springt auf. Er läuft dem Horizont entgegen, wie es seine Natur ist. Und am Horizont verwandelt er sich in eine Frau.

Knochen galten immer und in allen Kulturen als die Bewahrer des unzerstörbaren Seins eines Lebewesens. Die Jäger der Steinzeit warfen nie achtlos die Knochen weg, sie sammelten sie nach der Mahlzeit ein und gaben ihnen einen Ehrenplatz. Nur die Bewahrung der Knochen - als Lebensessenz des erlegten Tieres - gab ihnen die Gewissheit, daß es wiedergeboren werden würde und somit der Kreislauf von Leben und Tod nicht verletzt war. Besonders dem Schädel wohnte nach ihrem Glauben die Kraft der Wiedergeburt inne. Die heutige Sitte, Jagdtrophäen mit einem Rest des Schädels stolz an die Wand zu hängen, hat in diesem Glauben an seine Wiedergeburtsmagie ihren Ursprung.

Die alte Frau des Märchen ist die Dunkle Göttin des Neumondes, die Mutter des Todes und der Wiedergeburt. Sie ist „Anima", der Archetyp des Lebendigen. Ihre Lebenskraft in diesem Märchen legt sie ins Singen. Und ihr Lieblingstier ist der Wolf. Es ist das Tier, das den Mond ansingt, und das sie damit selbst ansingt. Der Wolf ist ihr heiliges Tier, er ist eine Verkörperung ihrer selbst. Sie belebt ihn, sie belebt sich selbst in ihm! Singen ist Freude, Singen schafft Raum bis an den Horizont - und darüber hinaus.


Eine Medizinfrau lehrt:

Die Alte Knochenfrau lebt in jedem von Euch. Wenn Ihr das Gefühl habt, am Ende zu sein, dann legt Euch die Knochen Eurer Vergangenheit vor. Ihr habt die Freiheit dies zu verweigern, Euch selbst von Euren Knochen abzuwenden und in Eurer Starre zu verharren.

Aber wendet Ihr Euch der Alten Frau zu, dann wird sie Euch aus Eurer Vergangenheit heraus durch ihren Lebensgesang erwecken, und Eure wölfische Seele wird Euch zu einem neuen Horizont führen. Die Alte Frau kann gar nicht anders als lebendiges Fühlen schaffen, weil sie in jedem von Euch ist, und weil sie das Leben selbst ist.


"Lied der Dämmerung" von Maggie M. Roe

Sonnenuntergang, der Horizont liegt wie ein rosenfarbener Gürtel um die Erde geschmiegt. Die Wölfe werfen große Schatten, es muß Vollmond sein. Die Wölfe singen, sie singen zum Mond. Sie verabschieden den Tag, sie begrüßen die Nacht. Sie singen im Gleichklang. Ihre Aufmerksamkeit gilt nur ihrem Singen, es erfüllt sie ganz. Diese Wölfe sind Grenzgänger. Sie stehen am Ufer eines gefrorenen Wassers, gesäumt von Bäumen. Im Eis spiegelt sich ihre Seele.

Ein Halbkreis, die Erde unterm Himmelsgewölbe, beschreibt ihre innere Welt. Zwei Wölfe sitzen wie zwei Wächter in der Nacht dieses Gewölbes. Das Gebiß des Wolfskopfes in der Mitte ist fest geschlossen; kein Hunger, keine Jagd. Die Augen sind offen, ungerichtet. Seine Ohren lauschen ganz konzentriert nach oben. Aus seinem Scheitel wachsen Fühler: Antennen des Sinns, Antennen der Sehnsucht.


Donnerstag, Januar 18, 2018

Heiliger Wolf --> Unheiliger Wolf -->

einfach nur Wolf


Wie ich im Beitrag vom 22. November 2017 schrieb, beeindruckte mich die Freundlichkeit, ja die Zärtlichkeit von zwei Polarwölfen, mit der sie mich in ihrem Gehege empfingen, tief. Ich bat deshalb unsere Freundin, die Malerin Udalrike Hamelmann, mir diese wunderbare Erfahrung völligen Vertrauens in einem Bild umzusetzen.

Sie wählte dazu das "Rotkäppchen" aus dem traditionnellen Angstmärchen vor dem "Bösen Wolf" als Symbolgestalt gesellschaftlicher Transformation:

"Die emanzipierte Frau und der gute Wolf".

Wunderbar. Alle Wolfsfreunde wird dieser Gedankenansatz erfreuen, kann er doch helfen der immer noch andauernden Diskriminierung des Wolfes entgegen zu wirken.

Typischerweise wird das Märchen "Rotkäppchen und der böse Wolf" moralisch im Verständnis der letzten Jahrhunderte interpretiert: als Warnung vor männlicher Sexualität und vor erwachender weiblicher Sexualität in der Pubertät. Interessanter finde ich kulturhistorische Deutungswege, da sie Blicke auf den Prozess zulassen, dem Märchen wie Mythen in noch schriftlosen Zeiten unterlagen. Als Bodensatz unter späteren Zeitschichten können im "Rotkäppchen" Elemente aus dem schamanischen, animistischen Alteuropa gefunden werden.

Im Zusammenhang mit diesem Bild "Die emanzipierte Frau und der gute Wolf" beschränke ich mich im Folgenden auf die Entwicklung des Beziehungswandels zwischen "Frau und Wolf" auf der einen und der jeweils herrschenden Kultur auf der anderen Seite.

In den alteuropäischen, vorpatriarchalen Zeiten waren Frauen für viele religiös-magische Handlungen und Rituale zuständig. Und diejenigen dieser "Weisen Frauen", wir könnten sie auch Priesterinnen nennen, die Blutopfer vollzogen, trugen ROTE Kappen! (Am Rande: Kardinäle sind an ihrer roten Kappe zu erkennen. Das so genannte Kardinalspurpur soll an das Blut der Martyrer erinnern. Also auch hier noch ein alter Hinweis, ganz allgemein, auf Blutopfer.)

Wie ich mich erinnere wurde in einem Buch, das ich vor Jahren las, aus der uralten, magischen Bedeutung roter Kopfbedeckungen abgeleitet, dass ursprünglich nicht das Mädchen sondern die Großmutter, als Schamanin und Priesterin der "Großen Mutter", die rituelle rote Kappe getragen haben muß. Das Märchen legt in seiner heutigen Fassung nach Ansicht einiger Autoren sogar nahe, dass Menschenopfer, auch kannibalistisches "Gefressen-werden", bei solchen Zeremonien nicht unüblich waren. Im Zuge der späteren kulturellen Entmachtung und Verkindlichung der Frau durch das aufkommende Patriarchat wurde folgerichtig statt der mächtigen Großmutter/Priesterin das Enkelmädchen zur naiven, machtlosen Kappenträgerin.

Der Wolf war im Zeitalter der Großen Mutter Helfer und Ahne der Schamanin/Priesterin bei ihren Ritualen - und den Verkleidungen im Märchen in Umkehrung folgend: sie verkleidete sich für die schamanischen Opferrituale sicherlich als Wolf. (Am Rande: Ähnlich waren die Werwölfe, deren Ursprung im Mittelalter liegt, als Wölfe maskierte und unter Drogen wild agierende Schamanen die Vorbilder dieser Legenden.)

In der Grimmschen Fassung des Märchens zeigen sich, auch in seinen moralisierenden Aspekten, die Machtverhältnisse Mann-Frau gegenüber der Frühzeit gekippt: Im Zuge der Gegnerschaft zur "Mutter"-Natur und der patriarchalen Überhöhung des Männlichen als polarisierendem, allgemeinem Herrscherprinzip (guter Jäger, böser Wolf) war das Weibliche von seiner früheren Kraft als "Große Mutter" auf Altersschwäche (Großmutter) und Kindlichkeit (Rotkäppchen) geschrumpft.

In archaische Zeiten war der Wolf ursprünglich ein heiliges (Totem-)Tier. Gerade als sehr ausgeprägtes Rudeltier und begnadeter Jäger stand er vermutlich den frühen Menschengruppen in ihren Überlebenskämpfen mental sehr nahe. Ich kann das als "Hundemensch" gut nachvollziehen.

Der Wolf erlitt dann durch die Unterdrückung und schließlich das Verschwinden dieser ihn religiös-mystisch erhöhenden archaischen Kultur das Schicksal aller jemals als heilig verehrten Wesen und Dinge: die Träger einer aufkommenden neuen Glaubenskultur verkehren sie in ihr Gegenteil, ins Böse und Unheilige - um die eigenen Götter durchzusetzen.

Im Falle des Wolfes heißt es in den sich dann entwickelnden germanischen Mythen, dass er einst Sonne und Mond sowie alle Götter verschlingen würde. Im Mittelalter später wird geglaubt, dass "Hexen" auf dem Wolf reiten; die Priesterinnen der alten Kulte, meist waren sie nur noch harmlose Hebammen und Kräuterfrauen, wurden zur "Bösen Hexe", und ihr Totemtier Wolf wurde zum "Bösen Wolf". Die Folge war eine kollektive Angstpsychose, die zu den Tötungsexzessen an Frauen während der Inquisition und zur Ausrottung des Wolfes bei uns führte. Diese heute immer noch wirksame, untergründige Angstprägung gegenüber dem "Bösen Wolf" erklärt für mich seine oft schon irrationale Ablehnung oder auch Panik vor ihm ganz gut.

Wir leben wieder in einer Zeit des Wandels: "Mutter"-Natur einschließlich Wolf wird mehr und mehr als Herzensanliegen geschützt, und das Weibliche steigt allgemein weiter in kultureller und auch wirtschaftlich-praktischer Wertschätzung.

Frauen scheinen auch heute noch eine instinktive Verbundenheit, ja Liebe zum Wolf zu spüren: Auf meine Frage an die mich und eine zweite Frau ins Wolfsgehege begleitende Biologin im Wolfcenter Dörveden, ob es so wie an diesem Tag zu beobachten typisch sei, dass die Frauen ins Gehege wollten, die Männer aber sicherheitshalber lieber draußen vor blieben, meinte sie lachend: "Völlig typisch - Männer trauen sich selten, ich führe fast ausschließlich Frauen hinein!"

Die bekannte Wolfsforscherin Elli Radinger formuliert die gleiche Beobachtung so: "Die Wolfswelt ist eine Frauenwelt." Sie bietet auch Erklärungen dazu an.

In diesem Zusammenhang fasziniert es, wie im Bild von Udalrike Hamelmann die uralte Verbundenheit von Frau und Wolf wieder hergestellt ist. Ein goldener Kreis umglänzt und umschützt ihr Sich-nahe-Wissen.

In diesem Kreis schauen sich Wolf und Frau in einem Seelenzustand der Liebe und des Respektes an. Dies ist nur möglich da der Liebe Gegenspieler, die Angst, hier fehlt. Welch wunderbare Perspektive bietet sich an: statt Angst, Opfer und Unterdrückung - Vernunft, Ausgleich und Verständnis.


Montag, Januar 15, 2018

Heute grüßt uns Gastblogger Peter Pongratz

Linus "Fährtenhund" ;-)


Wien, 23. Dezember 2017: Liebe Cornelia, vielen Dank für den netten Weihnachtsgruß!

Unsere Pläne mit einer kleinen Hündin (siehe Archivbeitrag vom 13. Februar 2017) haben wir nicht umgesetzt - es läuft so toll mit Linus (Alltag, mit den Kindern und in den Urlauben) da wollten wir es so beibehalten ...

Heurer waren wir mit Linus in Kroatien zum Sonnenbaden und wieder in den Bergen ... Nächstes Ziel ist wieder den Schiurlaub - Hütte ist gebucht ;-)

Der Familie Savory wünsche ich frohe Weihnachten und ein guten Rutsch ins Jahr 2018! Liebe Grüße Peter


Freitag, Januar 12, 2018

Wieder ein Dritter im Bunde: "Don Vito"


Ein besonderes Weihnachtsgeschenk gab es für Stefan Köhn und Sabrina Schmidt: Ihr alter Fero, der Rudelmeister von Joker und Keeper, starb 2013 (mehr über die Drei im Archiv) - und seitdem wünschten sie sich wieder einen schneeweißen Rüden als Dritten im Bunde. Ihre Geduld zahlte sich aus:

Jetzt fanden sie genau solch einen (fünfmonatigen) Traumkerl als Weihnachtsgeschenk für sich selbst :-) Auch für ihn - er bekam den neuen Namen "Don Vito" - ist es ein Glück: die alten Besitzer stellten sehr schnell fest, dass sie mit Hundehaltung überfordert waren...
(Stu lachte los über den Namen "Don Vito", es ist der Spitzname von Vito Cascio Ferro (1862-1943), der ein italienischer Mafioso war. Sabrina meinte: "Witzig, das wußte ich gar nicht.")

Ich stellte mir seine Begrüßung zuhause von Joker und Keeper aufregend vor; Sabrina meinte nur: "Joker liebt Welpen, und Keeper ist freundlich zu allen Hunden."

Am nächsten Tag erzählte sie, Don sei zunächst etwas schüchtern gewesen. Joker habe ihn als Erstes besteigen wollen, da sei er zu Keeper geflüchtet. Die Beiden waren gleich ein Herz und eine Seele.

Joker ist weltoffen unbekümmert. Keeper ist der defensivere von den Beiden. Vielleicht auch deshalb, weil er als Junghund entführt wurde, das hat ihn traumatisiert. Er ist seitdem überaus vorsichtig und eher abweisend gegenüber der Welt. Nun, Don fühlte sich von Joker zunächst auch in die Defensive gedrängt, und Keeper versteht dieses Gefühl ;-)

Joker ist jetzt 6 1/2 Jahre alt, und als Rudelältester umsorgte er Don Vito nach Klarstellung seiner "Leitwolf"-Position, und dieser drückte sich entspannt an seine Brust :-)

Sabrina und Stefan wünschen uns allen und ebenso unseren Bulldogs ein gutes Neues Jahr. Und wir den Beiden und ihrer nun wieder Dreier-Bulldogbande auch alles Gute, Gesundheit und viel Freude!


Dienstag, Januar 9, 2018

Heute trauert Gastbloggerin Silvia Haupt

So schwerer Abschied von Paula


Berlin, 4.1.2018: Hallo liebe Cornelia, meine Paula ist gestern Abend über die Regenbogenbrücke gegangen. Es ist ein unerträglicher Schmerz.

Am Neujahr wollte Paula nicht mehr ihr Futter fressen, ich habe es ihr als Brei mit Wasser dann geben können, jedoch hat sie alles, was sie zu sich genommen hat, wieder raus gebracht. Es war kein gewöhnliches Erbrechen sondern Regurgitation.

Ich bin am nächsten Tag sofort mit ihr zum Tierarzt, wo gleich geröngt wurde um zu schauen, ob etwas an der Speißeröhre zu sehen sei.

Dann kam der Vorführefekt, dass sie Futter und Banane in der Praxis normal gefressen hat. Ich sollte es mit einem Magenschutz probieren und mich am nächsten Tag, also gestern, melden. Wenn sich nichts bessert sollte endoskopisch geschaut werden, ob oberhalb in der Speißeröhre etwas zu sehen sei.

Sie hatte ganz entsetzliches Hecheln und Zittern in der Nacht.

Gestern früh bin ich mit ihr Gassi, danach wieder das selbe, sie wollte keine Nahrung, obwohl sie versucht hat etwas am Futterbrei zu lecken. Trotz heißgeliebter Leberwurst und Banane mochte sie nicht.

Inzwischen kam dazu, dass sie nicht mehr stehen konnte, mit der Pfote nicht mehr auftreten konnte, und sich an die Wand lehnte, wenn sie sich ein paar wenige Schritte fortbewegen wollte. Sie fiehl über ihre Vorderpfoten und blieb so liegen. Von Stunde an hat sich ihr Zustand dermaßen verschlechtert, dass sie nur noch gelegen hat.

Ich hatte mit der Tierärztin Rücksprache gehalten und Ihr Schmerzmittel gegeben und das Cortison erhöht.

Aber mit jeder Stunde kippte meine Hoffnung auf Besserung, und sie so leiden zu sehen war unerträglich. So dass ich nach erneuter Rücksprache mit der Tierärztin zu dem Entschluß kam, meine Paula gehen zu lassen.

Meine Puppe war immer so tapfer und hat alles ertragen und machen lassen, aber diesmal hat mein Bauchgefühl gesagt, dass sie nicht mehr kann, und ich ihr das schuldig bin Alles zu tun, dass es ihr gut geht.

Ich bin so traurig und verzweifelt, aber ich muß dankbar sein, dass ich trotz der vielen Krankheiten, die meine Prinzessin hatte, mit ihr 13,3 Jahre durchs Leben gehen durfte.

Es ist so ein unerträglicher Schmerz, und ich weiß noch nicht, wie ich es ohne sie schaffe. Aber ich habe mir immer geschworen, wenn der Tag kommt, wo Paula keine Kraft mehr hat, muß ich sie gehen lassen. Ich hoffe, dass es die richtige Entscheidung war, und es ihr dort, wo sie jetzt ist gut geht.

Mein Paulinchen, ich liebe und vermisse dich so sehr, und du bist immer in meinem Herzen.

Liebe Silvia, was können wir sagen, außer dass wir Deinen Schmerz verstehen und voller Anteilnahme und Mitgefühl sind?

Wir wissen, Paula war und ist ein Zentrum in Deinem Herz und in Deinem Leben. (Archiv: Beiträge über Paula) Sie wird es auch auf immer bleiben, aber auf eine andere, akzeptierende und dankbare Art. Wir wissen das hilft Dir jetzt nicht, aber es ist das Licht am Ende des Tunnels. Liebe stirbt nicht. Deine Cornelia


Freitag, Januar 5, 2018

Heute grüßt Gastbloggerin Zsuzsa Feldenkirchen

Neujahrsgrüße aus Budapest


Budapest, 28.12.2017: Liebe Cornelia, wir danken für Deine Weihnachtsgrüsse. ... Es war bestimmt nicht einfach für Euch die ersten Weihnachten ohne Frieda zu erleben, da tröstende Worte doch wenig Heilung bringen können. Schön, dass jetzt Kosmo so sanft mit Euch ist, er sieht wirklich toll aus, und gesundheitlich scheint ihm nichts zu fehlen.

Sherlock gehts gut, gesundheitlich alles ok, aber er hat langsam eine total ergraute Schnauze, na ja, nächstes Jahr wird er 7! Kaum zu glauben. Aber er liebt nach wie vor die langen Spaziergänge bergauf, bergrunter, und mit den Jahren ist er auch ruhiger geworden, er will nicht mehr jeden Rüden gleich killen. :-)

Csöpke (sie wird 8) dagegen hat grosse Probleme mit den Hinterbeinen, sie bekommt Medikamente und einmal in der die Woche Physiotherapie.

Morgen sind es genau zwei Jahre her, dass Csöpke bei uns eingezogen ist, und ich habe es keinesfalls bereut. Sie ist eine sehr aufgeschlossene Dame geworden, die sich von nichts, aber gar nichts aus ihrer stoische Ruhe bringen lässt. (Vom Fressen mal abgesehen, da kennt sie kein Pardon).

Ihre Schüchternheit hat sie längst hinter sich, sie verlangt und verteidigt ihre Position als Dame des Hauses. Ich hoffe sehr, dass sie genauso lange leben wird, wie unsere alte Csöpke. (Mehr darüber siehe HIER)... Ich schicke paar Fotos, da kann man die Veränderung sehr gut sehen. ...

Und wenn Du Lust hast, liebe Cornelia, wir sehen Dich immer wieder gern bei uns.

Wir wünschen Euch einen guten Rutsch und vor allem gute Gesundheit.
Liebe Grüße, Zsuzsa, Martin und die Bulldogbande


Dienstag, Januar 2, 2018

Zum Jahreswechsel


Jahreswechsel lassen uns Menschen meist das Vergangene reflektieren und das Kommende bedenken. Unsere Frieda starb im letzten Juni, und neulich konnte ich erstmalig nicht ausschließlich in Trauer, sondern auch wieder mit Freude an sie denken. So viel Respekt, Lachen, Staunen und Schmunzeln, so viel Liebe verbindet sich für uns mit ihr.

Wir sind sehr froh, mit ihr 2007 einen Wurf gemacht zu haben. Es war eine zwar anstrengende, aber zuerst einmal tief beglückende Erfahrung. (Mehr im Archiv über diese Zeit.) Und ihr Sohn, unser Kosmo, dankt es uns täglich durch Schmuseüberfälle :-)

Weihnachten bescherten uns die Erinnerungen an sie stille Gefühle voller Liebe. Ohne diesen Schatz an Erinnerungen wäre unser Leben ärmer und kälter.

Wir feierten mit Kosmo. Er zerriß wieder erregt das Papier, um an die traditionelle Weihnachtswurst darin zu kommen, und dann tobte er herum. Zu den Weihnachtsliedern wollte er tanzen! Er hat das Zeug 14 Jahre alt zu werden :-)

In früheren Jahren ging ich zum Jahreswechsel auch auf die Situation der Bulldogzucht ein. Dieses Mal nur so viel dazu:

Ausbeuterische, einem die Tränen in die Augen treibende Massenvermehrung gibt es nach wie vor; aber der aktive Tier- und Naturschutz breitet sich, wie uns berichtet wird, auch in den traditionell Tieren (und Frauen) gegenüber gefühlsärmeren Kulturen weiter aus. Solche Wandlungsprozesse entwickeln sich eben langsam.

Insgesamt hat sich die Wertschätzung der Tiere und damit einhergehend die Ächtung solcher ausbeuterischen Lebensmißachtung verstärkt. Die stetigt wachsende Anzahl der Vegetarier allein ist schon ein Indiz dafür.

Mitgefühl, Hilfsbereitschaft auch Tieren gegenüber sowie Naturbezogenheit erfährt eine wachsende Bedeutung, kurzzeitige Rückschläge gehören eben zu jeder Entwicklung dazu. Ich bin überzeugt, dieser Prozess wird sich weiter fortsetzten - aller Gier und allen Egoismen zum Trotz.

Die Bulldogzucht unterliegt auch diesem Wandlungsprozess, Tiere als fühlende Wesen zu respektieren, sie nicht mehr bloß "als Sache" zu nutzen, ja zu quälen. Ein Merkmal dieser Entwicklung ist unserer Einschätzung nach der Bedeutungsverlust der Zuchtvereine, die Zucht wird immer mehr individuell verantwortet.

Nach den Erfahrungen speziell mit dem markt- und gewinnorientiertem Großverband VDH werte ich das als gute Entwicklung. Die vereinstypische Fixierung auf "Linieninzucht" und die damit verbundene "Championzucht" werden längst nicht mehr von jedem Hundefreund als Qualitätsmerkmal verstanden, sondern oft sogar richtigerweise gegenteilig bewertet, nämlich als die Rasse genetisch schädigend und den einzelnen Hund krankmachend.

Liest man die Anzeigen im Internet, so erscheint der Bulldog keine Rasse mehr zu sein, sondern eine Rassengruppe.

Viele Züchter bemühen sich durch unterschiedlichste Kreuzungen mit anderen Rassen ihre Welpen wieder lebenstüchtiger, ja lebenstauglicher werden zu lassen. Sie verkaufen diese Kreuzungen unter den unterschiedlichsten "Bulldog"-Bezeichnungen. Dadurch werden die Züchter des FCI-Standard-Bulldogs weiterhin unter Druck gesetzt, die Gesundheit ihrer "Produkte" zu beachten und endlich genetische Erkenntnisse über die langfristigen Folgen ihrer tradtionell zu schmal gewählten Zuchtbasis zu akzeptieren und massiv innerhalb der Rasse selbst auszukreuzen.

Dieser Trend zu vielen verschiedenen Bulldogartigen verlangt vom Käufer sich intensiv über den Englischen Bulldog zu informieren, um sich so eine gute Entscheidungsbasis zu verschaffen - und nicht auf Werbung herein zu fallen.

Der Welpensucher sollte sich ein breites Bild über die Züchter des Standard-Bulldogs machen und nicht blind "FCI-Papieren" vertrauen. Zudem werden viele Welpen (meist aus Osteuropa) als Standard-Bulldogs angeboten, ohne es zu sein. Große Enttäuschung ist damit vorprogrammiert. Wenn man nicht unglücklich werden will, muß man sich weiträumig umsehen und sich Zeit lassen.

Ich schließe noch die Bitte an, sich auch immer zu überlegen, ob man durch "Adoption" einen Notbulldog glücklich machen will. Er/Sie dankt es unendlich!


Samstag, Dezember 30

Heute schreibt Gastbloggerin Isabelle Borgert

Jahresbrief 2017


Vorbemerkung: Isabelle schreibt in ihrem Jahresbrief über alle ihr wichtigen Ereignisse aus 2017; über ihre inzwischen 5 Pferde, ihren Besuch bei ihrem in Hongkong lebenden Bruder, über ihren Dienst bei der Bundespolizei und trauernd über einen sterbenden Freund. Hier im Bulldogblog gebe ich daraus nur weiter, was sich auf ihre Hunde - speziell auf Dicki-Caligula - bezieht. Cornelia.

Friedrichsaue, 23. 12. 2017: Ihr Lieben in Nah und Fern! Ein ereignisreiches, stressiges, abwechslungreiches, aber doch auch schönes Jahr liegt hinter uns.....

Amiras Horizont ist immer noch die Jagd - wirkt sie im Alltag oft "dusselig", so verbringt sie Meisterleistungen bei der Jagd und wird von allen bewundert - Ich platze natürlich nach wie vor vor Stolz.

Und während es für Amira nur Frauchen und jagen gibt, bezirzt Lotte ihr Herrchen und hat es sogar geschafft, dass Herrchen es am Wochenende morgens aushält, dass Lottchen zur normalen Aufstehzeit um 04 Uhr ins Schlafzimmer kommt und sich zwischen uns kuschelt. Wer hätte das jeh gedacht???

Und Caligula ? Er ist mittlerweile ein kleines Wunder: 12, 1/4 Jahre alt, und seine Sinne sind unverändert wach.

Seine Gelenke lassen keine Meisterleistungen mehr zu, aber er führt das Rudel, einschließlich der Pferde, nach wie vor an.

Die Mädels zeigen großen Respekt vor ihm und wenn ihn die Pferde nerven, dann gibt es schon noch einen zärtlichen Angriff - aber alle passen auf, dass er nicht unter die Hufe kommt: Er gehört unverändert dazu und fährt nach wie vor jeden Tag mit uns zum Dienst.

Und obwohl er uns oft auch tyrannisiert, wenn wir nicht so reagieren, wie er es möchte, bereichert er uns allen mit seiner Art und man sieht ihm an, dass er nicht im Entferntesten daran denkt, uns zu verlassen: Er ist überzeugt davon, dass er unabkömmlich ist. Das hält ihn am Leben...

Nun bleibt uns noch Euch allen wunderschöne, besinnliche und gesegnete Weihnachten zu wünschen. Im neuen Jahr viel Gesundheit und Freude! Euer Willi und Isabelle mit dem ganzen Viehvolk


Mittwoch, Dezember 27, 2017

Bulldoggige Grüße und Wünsche


Wir danken allen Bulldogfreunden für ihre lieben Weihnachts- und Jahresgrüße; einige der guten Wünsche kamen auf mehr oder weniger bearbeiteten eigenen Fotos. Dies gelungene Bild von ihrem 'Steineren' schickte uns Evelyn Riesen :-)

Susanne und Frank Nas mailten uns wieder Tiffy und Muffin als gute Weihnachtsgeister :-)

Friedas Urenkel Stan Lindig wird angemessen verwöhnt, wie unten dokumentiert :-)

Peter Pongratz aus Wien schickt uns dieses - in Bezug auf den (noch) leeren Gabentisch - durchaus humorvolle Bild von seinem Linus ;-)

Frohe, gute Zeiten wünschen Roswitha und Johannes Stahl mit Little und Jack-im-Himmel.


Samstag, Dezember 23, 2017

Kosmo, Stuart und Cornelia wünschen


* Frohe Weihnachten *


Kosmo hat "Lunte gerochen" und schnupert schon auf Geschenksuche herum. Er wünscht sich - und Euch Bulldoggen und Freunden, Bulldogfans, GastbloggerInnen und BlogleserInnen - einen herrlich duftenden Gänse-, Wildschwein-, oder sonstigen Braten. Und strahlende Sonne auf glitzerndem Schnee zum Stöbern und Staunen :-)

Er meint, es sollte auch genug Spaß und Liebe zum Lachen=Schwanzwackeln verteilt werden. Schließlich ist er selbst ein Meister darin :-)

Euch allen eine frohe und erholsame Zeit "zwischen den Jahren".


Mittwoch, Dezember 20, 2017

Heute schreibt Gastbloggerin Silvia Wolf

Weihnachtszeit mit Tyson


Mein Frauchen hat wieder Kisten geschleppt. Wenn sie die Zugtreppe runterlässt, weiß ich ja was los ist. Es weihnachtet. Dort oben lagert sie alles, was sie braucht, um aus unserer Wohnung ein Weihnachtswunderland zu machen. Ich mag diese Zeit.

In diesen herrlichen Tagen liegt auch der Nikolaustag. Zu uns kommt er ja nicht immer. Aber dieses Jahr hieß es, habe er etwas Besonderes auf der Terrasse abgelegt. Ich sollte suchen. Was glaubt ihr, was ich fand?

Dort lag ein Riesenrinderknochen. Ob das das normale Geschenk für einen besonderen Hund wie mich ist (ich bin ja nicht von mir eingenommen, nein), weiß ich nicht. Ich habe mir auch keine Gedanken darüber gemacht, sondern war Tage beschäftigt, dieses Teil zu zerkleinern.

Jetzt machen wir auch meine geliebten Schneespaziergänge. Ich fange Schneeflocken und spiele Schneeschieber, einfach herrlich.

Vor allem gibt es jetzt auch Plätzchen. Mein Frauchen bäckt sie und Herrchen testet. Und wisst ihr was, sie bäckt auch Plätzchen für mich. Mmm superlecker, und weil mein Frauchen ein praktisch denkender Mensch ist, bäckt sie manchmal ein Rezept, das für uns beide gesund und genießbar ist. So stapfen wir manchmal Plätzchen kauend durch die Schneelandschaft. Einfach schön.

Magerquarkröllchen, Rezept:

200 gr Haferflocken - 150 gr Magerquark oder körnigen Frischkäse - 1 Eigelb - 3 El Milch - 3 El Olivenöl
Alle Zutaten mit dem Knethaken verrühren, aus dem Teig fingerlange Röllchen formen. Im Backofen bei 150°C ca. 20-25 Minuten backen und gut auskühlen lassen. Sie sind ganz zart und auch für Menschen geeignet.

-

Auf einem Weihnachtsmarkt waren wir auch schon. Frauchen band mir das rote Weihnachtsnickituch um den Hals.

Es muss mir wirklich sehr gut stehen. Ich wurde fremdgeknuddelt, fremdgeküsst und fotografiert. Leute, das war richtig anstrengend. Ja, und dann kommt das Weihnachtsfest.

Stellt euch vor, was ich letztes Jahr bekam. Ich war nicht amused, um es britisch auszudrücken. Ein Intelligenzspiel für Hunde stand für mich unter dem Baum, - ja bin ich denn doof?

Ich sollte unter bestimmten Gefäßen nach Leckerlis suchen. Schnell habe ich mit meinem ausgeprägten Riechorgan erkannt, wo diese waren, habe die Becher mit meinen Pfoten umgeworfen und die Leckerlis genossen. Als ich das zum vierten Mal machen sollte, streikte ich. Gemäß meinem Motto: Eine englische Bulldogge gehorcht nicht, sie entscheidet. Ich entschied mich, gegen das Intelligenzspiel, da ich ja sowieso erwiesenermaßen clever bin (fragt meine Fangemeinde!), und für meine Leckerlischublade, - ohne Suchspiel.

Hoffentlich bekomme ich dieses Jahr etwas Anständiges und weniger Anstrengendes, lukullisch darf es natürlich sein.

Dieses Weihnachtsfest wollen meine Lieblingsmenschen nicht zu Hause feiern, weil es durch Schicksalsschläge kein großes Familienfest mehr geben kann, und unser Fest vielleicht traurig werden könnte. Deshalb feiern wir fern der Heimat. Ich verspreche euch in meine dicken Pfoten, dass ich bestimmt davon berichten werde.

In diesem Sinne wünsche ich allen Bullyfreunden mit ihren Bullys ein schönes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr. Übrigens erschreckt nicht zu sehr in der Sylvesternacht, mir macht sie nämlich gar nichts aus! Ich bleib da ganz cool. Es grüßt euch euer weiterhin tiefenentspannter Tyson



Archivierung:

Die Bulldog-Blog-Beiträge bleiben circa 4 Wochen auf DIESER Seite. Danach kommen die wichtigen, besonders lustigen und die Gastblogger-Beiträge ins jeweils entsprechende Archiv. Die Links zu den Archiven sind in der grauen Referenzspalte rechts.


Montag, Mai 11, 2015

Zehn Jahre Bulldog-Blog - und:

Die wichtigsten Schritte für das Überleben des Englischen Bulldogs sind getan.


Liebe Leserinnen und Leser, heute feiern wir ein Jubiläum: das zehnjährige Bestehen dieses Bulldog-Blogs. Der 1. Beitrag erschien am 11. Mai 2005.

Es wurde über diese 10 Jahre jeden zweiten Tag ein Beitrag veröffentlicht, das heißt 1815 Beiträge insgesamt - lustige, besinnliche, spannende, warnende, informative und, mir die wichtigsten, aufklärende Beiträge. Aufklärung über den besonderen Zauber des Bulldogwesens, Aufräumen mit Vorurteilen über ihn, das war und ist mir wichtig :-).

Im Blog wurde auch immer wieder über das Elend informiert, welches dem Englischen Bulldog Zucht, Mode und Geldgier antaten und auch noch antun. Die Aufklärung über rasseschädigende, den Genpool ausdünnende Züchtungs-Methoden tut Not, einmal im Sinne der gezüchteten Hunde selbst, aber auch für ihre Käufer ist sie wichtig. Züchter setzten oft wirtschaftliche Zucht-Prioritäten, deshalb ist der "Druck des Marktes" entscheidend.

Und Aufklärung über die sadistische Quälerei, die Massenzüchter ihren "Zuchthunden" antun, ist noch wichtiger. Nicht gerade wenige Menschen entscheiden über den Preis und ahnen nicht, was hinter "Billigwelpen" für ein grausames, verzweifeltes Elend steht.

Zu diesem Jahrestag möchte ich mich bei allen Gastbloggern von Herzen bedanken, denn sie trugen wesentlich dazu bei, dieses Bulldog-online-Magazin, das es der Sache nach ist, abwechslungsreich zu gestalten.

Insbesondere danke ich Isabelle Borgert für ihre spannenden, so informativen wie humorvollen Beiträge. Sie ist unsere aktivste Gastbloggerin: seit September 2007, also schon 7 1/2 Jahre lang, können wir regelmäßig circa zwei Beiträge pro Monat von ihr genießen :-)

Danken möchte ich auch allen Leserinnen und Lesern, die mit oft einzigartigen Fotos, Witzen oder auch Links diesen Blog wesentlich bereichern.

Danke auch an meinen lieben Stu, der mir immer technisch zur Seite steht, und ohne den dieser Blog gar nicht erst begonnen worden wäre.


Die wichtigsten Schritte

für das Überleben des Englischen Bulldogs sind inzwischen getan:

  1. Der Standard wurde (2009) geändert, um ihn wieder "fit for function" werden zu lassen. Der deutsche Zuchtverein ACEB, die hiesige Speerspitzen der Zucht des atmungsbehinderten Extrem-Bulldogs, wurde u.A. als eine Konsequenz dieser Änderungen aufgelöst.
  2. Über ein Dutzend bulldogartiger Rassen wurden neu gezüchtet, und diese erzeugen den nötigen Markt-Druck auf die Züchter des Originals.
  3. Welpenhändler und Welpen-Fabriken werden, auch dank der Medien, gesellschaftlich zunehmend geächtet. Der Gesetzgeber wird dem früher oder später folgen.

Auf diesem Hintergrund nehme ich dies 10-jährige Blog-Jubiläum zum Anlass, ihn in Zukunft nur noch in reduzierter Form weiterzuführen, es wird mittelfristig auf vielleicht 2 Beiträge pro Woche hinauslaufen.

Das Meiste über den Bulldog aktuell und über seine Vergangenheit ist gesagt - und in den Blog-Archiven zu finden :-)

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LINK HIER! --- Auch in diesem Blog finden Sie wundervolle English Bulldogs fit for function :-)


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Cornelia Savory-Deermann Cornelia Savory-Deermann

Cornelia
Savory-Deermann
, geboren 1945 in Wuppertal, hat seit 1971 Englische Bulldoggen und ist Gründungs- und Ehrenmitglied des "Verein der Freunde Englischer Bulldogs e.V. (1980-2009)".

Seit Mai 2005 haben die Bulldogs hier ihr eigenes deutsches Weblog bekommen. Jeder Leser kann Blog-Beiträge an Cornelia schicken, Eure Bulldog-Anekdoten, -Fotos und -Tipps für's Blog sind willkommen. Der jeweilige Autor behält sein Copyright an Bildern und Text, gibt aber Cornelia ein unwiderrufbares Nutzungsrecht für Veröffentlichungen in diesem Blog.



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