Cornelias Bulldog Blog
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Mittwoch, Februar 1, 2023

Lustlose Regenstimmung


Anfang Januar stiegen die Temperaturen auf über 10 Grad an und es regnete, schauerte, nieselte ins verrottete Laub und füllte die Pfützen. Man konnte nicht von Sonnenstunden zwischendurch sprechen, sondern nur von auflichtenden Minuten.

Ich fuhr mit Clara an einem solchen Tag auf das Plateau oberhalb von Quellbach der Altenau. Dort gibt es laut Wanderkarten lange Wanderwege ganz durch Wald bis nach Hardehausen. Der Höhenunterschied zum Altenau- und Schwarzbachtal liegt um die 100 Meter (circa 300 m.ü.M. bis 400 m.ü.M.) und die Hänge gehen mancherorts fast senkrecht ab.

In diesem Waldteil waren wir noch nie gewesen, das heißt Clara stürmte nicht vor, sondern ging wie immer auf neuen Wegen besonnen voraus wie ein gewissenhafter Scout.

Fichtenkahlschlag wechselt sich dort oben mit Buchenwald ab, und es gibt dazwischen Naturschutzinseln. An einer einsamen Wegkreuzung trafen wir auf eine im Bau befindliche Wanderhütte im Loghouse-Stil. Die Wandervereine pflegen die Wege hier in der Egge wirklich gut - aber die Forstarbeiter verschlammen sie zur Zeit wieder mit ihren großem, weit hörbarem Gerät.

Von Winter war nichts zu spüren, es herrschte nasse Spätherbststimmung. Ich beschloß erst wieder bei (aus menschlicher Sicht) freundlicherem Wetter hier auf die Höhe zu fahren. Clara war meiner Meinung, wie sie durch eine gewisse Lustlosigkeit zeigte.

Am nächsten Tag fuhr ich mit ihr wegen dieses anhaltend grauen, wasserschwangeren Himmels nur zum Totental am Dorfende. Der namengebende alte Pferdefriedhof am Talende passte zur (auch politischen) Wetterlage : "trübe Aussichten".

Clara war noch lustloser, vielleicht lag das aber auch mit an mir, denn ich empfand diesen Spaziergang - ebenfalls aus Lustlosigkeit - mehr als Pflicht denn als Freude. Um ihre Stimmung aufzuhellen ging ich mit ihr an den Rand des leeren Bachbettes und forderte sie zweimal auf "Lauf runter". Schließlich liebt sie es sich so auszupowern. Einen dritten Versuch, sie so aufzumuntern, unterließ ich einsichtig.

Sie gehorchte, mehr nicht. Also hat sie auch so ihre Stimmungen, das ist sympathisch menschlich ... ;-)


Samstag, Januar 28, 2023

Ein schöner Weg mit Hindernissen

und vorbei an Steilkanten


Der Januar begann bei trüben Himmel, aber die Waldbäche hatten begonnen sich durch den Regen zu füllen und plätscherten in die Täler. Ich beschloß mit Clara seit langer Zeit mal wieder den Hangweg entlang der Altenau hochzusteigen, der durch ein kleines Naturschutzgebiet führt.

Der Weg war noch wilder, als ich ihn in Erinnerung hatte: viele den Hang im Sturm entwurzelte und runter gestürzte Baumstämme mußten zu Clara´s Freude umrannt, unterwandert oder übersprungen werden.

Sie liebt solche Herausforderungen! Und sie zeigt das neben "Zooming" durch begeistertes Zupacken und Brechen von Ästen oder auch durch Vorwärtszerren an meinen Stiefeln; am liebsten würde sie mit mir einen wilden Tanz aufführen. So ganz schnell kann sie in solch "echter" Natur ihre leidenschaftliche Freude daran nicht mäßigen :-)

Unter dem Laub war der Weg etwas matschig; auch das mag Clara, denn das gibt Grip. Sie ist ein Kraftpaket und liebt es, dies zu sein :-)

Ich kann ihr aber nicht viele solcher aufgegebenen und jetzt verwilderten Forstwege in unserer Gegend bieten... Am nächsten Tag erkundeten wir in einer Sonnenstunde diesen schönen Waldweg vom selben Ausgangspunkt aus, diesmal aber in Richtung Süden bachaufwärts. Er führt auf halber Höhe des Abhanges entlang. Durch die kahlen Bäume hindurch wirkte der Quellbach der Altenau in den Wiesen wie ein vom Gras verdecktes Rinnsal.

Der horizontal gelagerte Kalkstein zeigt von hier aus sehr deutlich einige seiner steilen, nackten Bruchkanten. In einer weitläufigen und großflächigen Kurve fanden wir bei einem Gedenkstein vor "Ottos Eiche" einen Rastplatz.

Hier spielte ich mit Clara "Hölzer werfen, Hölzer schnappen". Sie hatte sich auf diesem ihr bislang fremden Teil des Altenautalweges nämlich nicht ausgetobt. Sowas tut sie nur in ihr bekanntem oder weit übersichtlichem Gelände. Kluges Verhalten, finde ich :-)


Mittwoch, Januar 25, 2023

Nasses Wechselwetter...


Die Tage "zwischen den Jahren" wurden zunächst von Dauerregen und dann von Schauern beherrscht. Für Clara hieß das, einige Tage zuhause zu bleiben. Sie war sehr damit einverstanden, wollte sogar erst dann in den Garten raus, wenn einzuhalten nicht mehr möglich war!

Aber sie freute sich auch bei Regen, wenn wir ABENDS sagten "Clara kommt mit", denn sie weiß, um diese Tageszeit geht es in ein Restaurant. Und das wiederum bedeutet "Clara BEkommt mit" :-)

Das trübe Weihnachtswetter machte mich mehr trübsinnig als sie! Als sich irgendwann Regenpausen bildeten war die Devise "Komm, raus aus dem Haus!". Claras gute Laune steckte mich draußen sofort an!

Die altbekannten Wege lockten mich in diesen nassen Wintertagen wenig. Wir fanden zu meiner Freude neue Wege im nahe gelegenen Waldgebiet "Marschallhagen".

Zu meinem Erstaunen gab es dort neben Kahlschlagflächen auch einige gesunde Fichten-Monokulturen; vielleicht hatten diese Fichten der Borkenkäferepidemie widerstanden, weil sie noch relativ jung waren, das heißt sie reichten höchstens um die 6/7 Meter hoch.

Vom Wanderparkplatz aus gehen 6 Wege ab. Am nächsten Tag spazierten wir in einer regenfreien Stunde den Weg zu einem "Baumpark" bei einer Waldhütte mit Spielplatz.

Der "Baumpark" wurde angelegt als Dokumentation der heimischen Baumarten: seit 1989 wird jedes Jahr der "Baum des Jahres" dazu gepflanzt und das abgegrenzte Areal als kleiner Erholungspark gepflegt. Eine gute Idee!

Öde wurde es, als wir den Weg weiter gingen. Frischer Kahlschlag weit und breit. Mit schweren Baggern waren alle Wurzelteller rausgerissen und sorgfältig in ordentlichen Reihen aufgeworfen worden. Wir kehrten um!

An Silvester regnete es nicht. Wir fuhren nach langer Zeit mal wieder in den Borchener Buchenforst, den wir wegen seiner Zeckenkolonien von Frühling bis Herbst strikt meiden.

Hier war in den letzten Jahren kein Baum gefällt worden, das heißt: weder der Waldboden noch die Wege waren von schwerem Gerät durchfurcht und auch nicht von Stammstapeln gesäumt. Es handelt sich hier um keinen Wald, sondern um einen Forst, dem typischerweise Gestrüpp und Unterholz fehlt. Die Buchen stehen eng in Reih und Glied, sie sind noch zu jung und dünn, um mit Gewinn geerntet zu werden... Ich finde solche gleichförmigen Forste wenig anregend.

Nun, aber Clara hatte großen Spaß im getrocknetem Laub rumzurennen. Vor guter Laune versuchte sie mich zum Mitrennen zu animieren - indem sie mich (erfolglos) an den Stiefelschnürriemen (wie an einer Leine) vorwärts zu ziehen versuchte :-)


Sonntag, Januar 22, 2023

"Das Verhalten Ihres Hundes ist ein Produkt

seiner Gene"

Quelle: ScienceDaily (Dec. 8, 2022)


Vom aufgeregten Schäferhund bis zum distanzierten Shiba Inu und allen Rassen dazwischen haben Hunde einzigartige und vielfältige Verhaltensmerkmale. Durch die Analyse von DNA-Proben von über 200 Hunderassen zusammen mit fast 50.000 Befragungen von Haustierbesitzern haben Forscher der National Institutes of Health (USA) viele der Gene identifiziert, die mit dem Verhalten bestimmter Hunderassen verbunden sind. Ihre Arbeit erschien am 8. Dezember in der Zeitschrift Cell.

ANMERKUNG

Wir kennen alle die Eigenschaften, welche dem English Bulldog - kollektiv betrachtet - zugeschrieben werden: Mut, Kognitive Intelligenz, dickköpfig, kinderlieb, Temperamentspanne von träge bis wild. Das ist genetisch durch die Zuchtauswahl gegeben.

ABER: Individuell betrachtet gibt es hohe Abweichungen von diesem Eigenschaften-Tableau. Und das liegt an der Epigenetik.

Vereinfacht gesagt: Zwischen den Gensträngen der DNA liegen Proteinstränge, durch welche je nach inneren oder äußeren Einflüssen die Gene "ein- oder ausgeschaltet" werden. Und das kann irreversibel sein. Deshalb sind sich z.B. auch eineiige Zwillinge nie gleich, sondern nur sehr ähnlich. Und dieser Zustand des "on" oder "off" wird oft vererbt. Die Genkombination z.B. für Mut kann durch diesen Mechanismus in Ängstlichkeit umschlagen.

„Das größte und erfolgreichste genetische Experiment, das Menschen je durchgeführt haben, ist die Erschaffung von 350 Hunderassen“, sagt Seniorautorin Elaine Ostrander, Gründerin des Dog Genome Project am National Human Genome Research Institute. „Wir brauchten Hunde zum Hüten, wir brauchten sie zum Bewachen, wir brauchten sie, um uns beim Jagen zu helfen, und unser Überleben hing eng davon ab."

„Die Identifizierung der Gene hinter dem Verhalten von Hunden war in der Vergangenheit eine Herausforderung“, sagt Erstautorin Emily Dutrow, Postdoktorandin am National Human Genome Research Institute. „Die inhärente Komplexität der Hundepopulationsdynamik weist einen unterschiedlichen Grad an Selektionsdruck für ästhetische und morphologische Merkmale auf, von denen einige mit Verhaltensmerkmalen in Verbindung gebracht werden können, sodass die genaue Bestimmung der Genetik des Hundeverhaltens kompliziert sein kann.“

Kennel Clubs kategorisieren Hunderassen im Allgemeinen auf der Grundlage der Jobs, für die sie am besten geeignet sind. Um die genetischen Treiber der Verhaltenstendenzen zu finden, die Hunde bei bestimmten Aufgaben gut machen, sammelten die Forscher Gesamtgenomdaten von über 4.000 reinrassigen, Mischlings- und halbwilden Hunden sowie wilden Caniden. Durch die Anwendung von Computerwerkzeugen, die ursprünglich für die Untersuchung einzelner Zellen und nicht ganzer Organismen entwickelt wurden, identifizierten Dutrow und sein Team 10 wichtige genetische Abstammungslinien unter Hunderten von Hunderassen, ausschließlich auf der Grundlage von DNA-Daten. Die Forscher fanden heraus, dass jede Abstammungslinie einer bestimmten Kategorie von Rassen entsprach, die in der Vergangenheit für Aufgaben wie Jagd nach Geruch oder Sicht oder Hüten und Schützen von Nutztieren verwendet wurden, was darauf hindeutet, dass gemeinsame Gensätze für das Verhalten von Hunderassen verantwortlich sind, die für ähnliche Aufgaben gut geeignet sind.

Um die Natur dieser Verhaltensweisen zu verstehen, wandten sich die Forscher an einzelne Hundeexperten: Haustierbesitzer. Unter Verwendung von 46.000 Umfragen zur Verhaltensbewertung, die an Besitzer von reinrassigen Hunden gesendet wurden, identifizierten die Forscher einzigartige Gruppen von Verhaltenstendenzen unter den 10 Hundelinien. Zum Beispiel wurden Verhaltensweisen, die mit einem erhöhten Beutetrieb verbunden sind, mit der Terrier-Linie in Verbindung gebracht, die Rassen enthält, die historisch zum Fangen und Töten von Beute verwendet wurden.

„Nachdem wir signifikante Verhaltenstendenzen festgestellt hatten, die mit den wichtigsten Hundelinien korrelierten, identifizierten wir dann genetische Treiber dieser Verhaltensweisen, indem wir eine genomweite Assoziationsstudie an den DNA-Proben durchführten“, sagt Dutrow. „Wir waren besonders an Viehhütehunden interessiert, die eines der am einfachsten zu definierenden rassetypischen Verhaltensweisen zeigen, gekennzeichnet durch einen instinktiven Hütetrieb, gepaart mit einzigartigen motorischen Mustern, die Herden auf komplexe Weise bewegen.“

Die Suche der Forscher führte sie zu bestimmten Genen, die an der Gehirnverdrahtung von Hütehunden beteiligt sind. Sie fanden heraus, dass Varianten in der Nähe von Genen, die an der Axonführung beteiligt sind, einem Prozess, der die Schaltkreise des Gehirns formt, stark angereichert erschienen. Sie sahen auch eine Anreicherung von Genen, die für die Entwicklung von Bereichen des Gehirns wichtig sind, die an sozialer Kognition und erlernten Angstreaktionen beteiligt sind.

„Wenn Sie einen bestimmten Input oder Stimulus erhalten, prägt das Ausmaß, in dem dies eine Reaktion in verschiedenen Teilen des Gehirns auslöst, unser Verhalten“, sagt Ostrander. „Wenn also Nerven innerhalb und zwischen Gehirnregionen nicht auf bestimmte Weise kommunizieren, tritt das Verhalten nicht auf, und hier kommen Axon-Führungsgene ins Spiel.“

Mit Schäferhunden assoziierte genetische Varianten befinden sich häufig in der Nähe von Genen, die an der Ephrin-Signalübertragung beteiligt sind, einem Axon-Führungsprozess, der an der Gehirnentwicklung beteiligt ist und am Verhalten anderer Arten, einschließlich des Menschen, beteiligt ist. Beispielsweise wurde das mit Schäferhunden assoziierte Gen EPHA5 auch mit der Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) des Menschen und angstähnlichen Verhaltensweisen bei anderen Säugetieren in Verbindung gebracht. Diese Ergebnisse könnten uns dabei helfen, den hohen Energiebedarf von Schäferhunden und ihren Hyperfokus bei einer Aufgabe zu verstehen.

"Die gleichen Wege, die an der menschlichen Neurodiversität beteiligt sind, sind an Verhaltensunterschieden zwischen Hundelinien beteiligt, was darauf hindeutet, dass das gleiche genetische Toolkit bei Menschen und Hunden gleichermaßen verwendet werden kann", sagt Dutrow.

„Emilys Methodik ermöglichte es ihr, die verschiedenen Geschichten der Hundezucht auf der ganzen Welt mit einem Ansatz, einem Experiment und ohne vorherige Annahmen zu erfassen“, sagt Ostrander. „Nachdem wir 30 Jahre lang versucht haben, die Genetik zu verstehen, warum Hütehunde in der Herde leben, fangen wir endlich an, das Geheimnis zu lüften.“


Donnerstag, Januar 19, 2023

(Vorläufiges ?) Winterende


Vierter Adventsonntag: Laut Wettervorhersage sollte dies der letzte Schneetag sein. Der Himmel war schon wolkig und der Wind zeigte erste Böen, die den Schnee wie Puder von den Ästen fegten. Eine Warmfront zog auf.

Ich fuhr mit Clara zum Wanderweg durch´s Schwarzbachtal. Der Wald dort wird weitgehend von alten Eichen geprägt - und das bedeutet für Clara es gibt unter denen Platz zum Rumrennen.

Clara schoß unten den majestätischen Eichen wie eine Gewehrkugel los durch´s mit Schnee nur bestäubte Laub. Als ich sie fast nicht mehr sehen konnte machte sie im gleichen Tempo kehrt, stellte kurz fest, dass ich einverstanden mit ihrer Aktion war - und erneut ab ins Weite!

Als das Tauwetter in der Nacht und in den folgenden Tagen in solides Regenwetter überging und die Wanderwege zu Wasserpfaden geworden waren, neigte sich Claras Outdoor-Begeisterung einem deutlich niederen Level zu. Nun, die breiteren Forst- und Feldwege sind meist als Dammwege angelegt. Also ging´s in Regenpausen raus!

Jäger waren im Gelände um unsere Dörfer herum unterwegs. Ein lauter Knall aus einem großkalibrigen Gewehr ließ Clara beim Spaziergang verschreckt hochspringen. Sie sah mich fragend an, ich antwortete ihr: "Das ist weiter weg, keine Sorge!" Bein nächsten Schuß streckte sie nur noch ihren Kopf hoch.

Schließlich war kein knallendes Ungeheuer auf uns zu gekommen. Außerdem glaubt sie mir in der Regel, es sei denn sie weiß - was auch immer - durch ihre Nase und Ohren besser. Wenn sie warnt, dann glaube ich ihr :-)


Montag, Januar 16, 2023

Tiefgefrorener Schnee


Mitte Dezember: Neuschnee war nicht mehr gefallen, die auf den Ästen und auf dem Grund liegenden Schneeflocken hatten sich in den letzten Tagen in der Kälte zu wunderschönen Eiskristallen verdichtet. Auf der nackten Höhe hinter unserem Dorf waren sie Wind und Wetter ausgesetzt und knubbelig geformt.

Es wehte ein kalter Wind, und als uns dann auch noch zweimal ein Trecker entgegen kam, beschloß ich in den Wald Richtung Blankenrode zu fahren und dort weiter zu spazieren.

Dort, im windgeschützten Tal der erst 5 Kilometer alten Altenau zeigte der tiefgefrorene "Altschnee" Ähnlichkeit mit feinem Gefieder oder auch rauhem Fell. Es wunderte mich nicht, dass die Eskimos acht verschiedene Worte für acht verschiedene Formen von Schnee nutzen.

Der Himmel strahlte den ganzen Tag tiefblau, und der Schnee reflektierte sein Licht in Gletscherblau. Stille lag über dem Land, nur der Schnee knirschte unter unseren Schritten.

Der Schnee bildete mit den Zweigen von Sträuchern als Gebälk warme Höhlen für kleinere Wildtiere. Clara schnupperte dort oft besonders intensiv vorsichtig hinein. Sie ist neugierig, aber nicht am Jagen interessiert - eher an freudlicher Kontaktaufnahme, was ihr aber bislang nur eingeschränkt bei einem Igel gelang, denn der rannte wenigstens nicht weg. Sie stupste ihn vorsichtig mit der Pfote an seinem Stachelrücken an, als er darauf nicht reagierte ging sie enttäuscht weiter ;-)

Die Bachwiesen sind hier voller Sumpflöcher, aber die waren komplett fest zugefroren. Clara stapfte viel vorsichtiger als ich zum kleinen Quellbach hindurch - nun, sie hat auch kürzere Beine als ich und die vereisten Löcher waren unter dem Schnee nicht zu erkennen. Ihren Bauch hält sie nämlich gerne trocken und somit warm - und deshalb aus allem Schnee heraus.

Clara ist eine vernünftige, tierliebende, sozusagen kultivierte Bulldogge ;-)


Freitag, Januar 13, 2023

Im Tierpark Hardehausen


Schnee und Frost blieben über eine Woche bis in die Täler hinein bei uns! Ich fuhr mit Clara über die schöne Hochstraße zum Hardehausener Tierpark um die Bisons, Wildpferde und Wildschweine einmal im Schnee zu erleben. Der Tierpark liegt im Hammerbachtal, ein wenig Schnee lag bis zum Grund am Bachufer.

Der vom Bach abgeleitete Fischteich war komplett zugefroren.

Der Wanderweg führt nach einer Weile an den Weidegründen der Tarpane (Wildpferde) vorbei. Die meisten hatten sich um das Heu am Stall geschart, sie beachteten das Geschehen auf dem Weg garnicht. Clara ihrerseits schenkte ihnen auch kein Interesse :-)

Anders die Wildschweine: sie sind neugierig, die Jährlinge kamen bis knapp an den Elektrozaun heran. Clara reagierte zunächst mißtrauisch, aber nach einer kleinen Weile sprang sie spielerisch auf sie zu und zurück, und dann wiede das Gleiche. Leider gelang mir kein scharfes Bild davon.

Wir begegneten vielen Menschen im Park - aber keiner hatte einen Hund dabei. Ein Paar meinte zu mir "unserem Kleinen ist der Weg zu kalt für seine Pfoten." Naja, eine Bulldogge ist eben robust :-)

Claras Verhalten fremden Menschen gegenüber hat sich über die Jahre geändert. Früher machte sie einen Bogen um Leute, wirkte unsicher, in jedem Fall möglichen Stress vermeidend. Inzwischen umkreist sie Fremde unterwegs, beobachtet sie - auf diese Art testend - genau: "Bist du rudelgeeignet, willst du mit uns gehen?" Der Kommentar der Leute früher war oft: "Ist sie ängstlich?" Jetzt wird gestaunt und oft gelacht: "Die ist neugierig!" Auch eine alte Dame mit zwei Wanderstöcken begenete uns, die Angst vor Clara zeigte: "Diese Rasse kann man leicht scharf machen, nicht wahr?" Ich antwortete: "Wenn Sie mit ihren Stöcken auf mich einschlagen und ich schreie, dann hoffe ich dass sie scharf ist ;-)" Die Dame lachte los: "Das hoffe ich für Sie auch!"

Nun, leider waren weder die kleineren Waldbisons noch die großen Flachlandbisons vom Weg aus zu sehen.... sie haben jeweils weite Gelände zur Verfügung, die sie eben gerne durchstreifen. Also fuhr ich mit Clara am nächsten Tag wieder hin. Wir hatten Glück!

Während ich viele Fotos dieser gewaltigen Freunde machte, beobachtete Clara etwas unterhalb den Weg und unterhielt ein paar Vorbeigehende mit ihrem zurückhaltenden "Anflirten" ;-) Berühren läßt sie sich allerdings nie. Solchen Versuchen weicht sie durch sofortigen Rückzug aus. Auch Leckerli nimmt sie von Fremden erst mal nicht an.

Zufrieden wanderten wir zum Parkplatz zurück. Ich hatte meine Freude an den Tieren, und Clara an den Menschen gehabt :-)


Dienstag, Januar 10, 2023

Schöner geht fast nicht :-)


Mitte Dezember - und noch immer lag Schnee! Und es wurde richtig kalt! Entlang der Altenau war die weiße Decke in den Dörfern sehr dünn. Aber der Bach selbst in der Dorfmitte, wo er nicht in Kalhhöhlen versickert war, feine Inseln von Eis mit herrlichen Kristallborden an den Rändern.

Aber der Altenautalweg war nicht so attraktiv wie der Kammweg der Hegge oberhalb unserer Dörfer. Ich fuhr mit Clara dorthin hoch, weil sie dort frei im Gelände laufen kann und ich den winterliche Waldzauber so liebe.

Die Sonne stieg die ganze Woche lang jeden Mittag aus dem Frühdunst empor, alles strahlte unter ihr und der tiefblaue Himmel ließ den Schnee noch gleißender scheinen. Am späteneren Nachmittag versank sie vor ihrem Untergang wieder sanft in weißem Dunst.

Schneeballwerfen spiele ich nicht mit Clara, weil sie es nicht sonderlich mag. Ich traf sie als Welpen mal mit einem weich-nassen Schneelball - sie sah mich an, als hätte ich sie mit Regen beworfen.... ;-)

Aber "Neli suchen" ist ein Lieblingsspiel. Einmal hatte ich mich, während sie genüßlich Gras fraß, hinter einem Brombeerstrauch klein gemacht, sie sah mich nicht gleich, auch mit lang gestrecktem Hals nicht - und rannte nach einer Denkpause entschlossen Richtung Auto. Sie dachte richtig, dass ich dort schon wieder früher oder später auftauchen würde. Das Auto war noch weit weg, deshalb lief ich sofort zum Weg zurück und sie begeistert auf mich zu. Sie freute sich, mich aus meinem Versteck rausgetrieben zu haben. Das ist ein "mit Trick finden" ;-)

Die Temperaturen sanken auf tagsüber -8 Grad, das macht die Luft trockener und die Kälte ist dadurch nicht mehr unangenehm. Clara rennt rum, als Bulldogge macht ihr bekannterweise nur Hitze was aus. So gesehen gehöre ich zu ihrer Spezies ;-)


Samstag, Januar 7, 2023

Der Winter blieb eine Weile bei uns :-)


Die Schneedecke von Anfang Dezember hielt einige Tage, dann wieder ein kurzes Tauwetter-Intermezzo mit viel Nebel und nassen Pfoten.

Clara vermied die Wegpfützen, indem sie auf den schneebedeckten Wegrändern lief, rannte, lachte und hüpfte :-)

Kaum zu glauben nach all den warmen Wintern, der Schnee kam schon nachts am selben Tag mit Väterchen Frost als seinem Unterstützer zurück!

Ich fuhr mit Clara zum renaturieren Teil der Altenau bei Husen, auf die Höhen brauchte ich gar nicht zu fahren, schon hier war jeder Baum und jedes Ästchen bis in seine Spitzen weiß und glitzernd ummantelt. Die schmelzenden Schneekristalle waren an den Ästen wie zu Glas gefroren. Eine Verzauberung, die in solcher Pracht auch in schneesicheren Gebieten nicht Alltag ist.

Wir spazierten bachaufwärts. Dies ist eine beliebte Wanderstrecke, aber uns begegnete, obwohl es Freitagnachmittag war, nur ein alter Mann mit seinem Jagdhund.

Wir wanderten entlang der sich wieder durch das Tal schlängelnde Altenau auf einer ehemaligen Straße am Rande der Talwand. Um den Bach selbst herum beginnt ein Auwald sich stellenweise in feuchten Mulden neu zu entwickeln. Das Tal wird wieder schön!

Meistens ärgert sich Clara hier über den Stacheldraht zum Bach hin, weil ich das Explorieren dort nicht erlaube - zumal in den anderen Jahreszeiten vereinzelt kleine Herden urig aussehender Rinder dort rumstreifen.

Diesmal aber versuchte sie erst gar nicht unter dem Zaun durchzuhuschen - dort schien es ihr offensichtlich etwas unwegsam - und am Wegrand gab es genug neue Infos zu erschnuppern ;-)

Zum vollkommenen Bilderbuchwinter fehlt nur eine strahlende Sonne und etwas mehr Kälte, damit der so zarte, kristallene Baumschmuck unter ihr nicht taut. Nun, diese Hoffnung sollte sich auch noch erfüllen :-)


Mittwoch, Januar 4, 2023

Schneien ist fast wie Regnen :-)


Anfang Dezember: Nur für einen Tag hatte sich Tauwetter durchgesetzt, dann wurde es wieder kälter. Ich jubelte, als ich frühmorgens in den Garten sah: völlig unerwartet war er dick in Weiß gepackt. Clara lag noch bei Stu auf dem Bett :-)

Als die Beiden später herunter kamen und ich Clara in den Garten rausließ, da zeigte sie wenig Lust sich beschneien zu lassen. Sie ging schnurstraks zu ihrem meist trockenen Pippi-Platz unter den Tannen.

Ihr bevorzugter Potti-Platz liegt im hintersten Gartenwinkel. Den Weg dorthin brach sie ab, zu ungemütlich!

Sie ging zurück zur schneefreien Stelle in der anderen Gartenhälfte und beschnupperte einen Apfel. Also war Wurfspielen mit Äpfeln angesagt! Der Baum trug noch reichlich Vorrat :-)

Ich warf ihr einen Apfel zu, aber als der unsichbar für sie im Schnee verschwand, blieb sie verdutzt regungslos stehen. Sie dachte wohl nach, denn beim zweiten Apfel verstand sie was los war, lief hin und scharrte ihn frei :-)

Es schneite bis in den Nachmittag weiter. Autofahren wollte ich nicht, vormittags hatten schon drei LKW im Dorf quer auf der Straße gestanden.... Als es kaum noch schneite ging ich deshalb mit Clara nur runter in unseren Dorfpark an die zur Zeit wasserlose, dafür mit Schnee gefüllte Altenau.

Am nächsten Tag begann die Pracht langsam zu schmelzen, aber so viel Schnee taut nicht in drei Tagen auf :-)



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Archivierung: Die Bulldog-Blog-Beiträge bleiben circa 4 Wochen auf DIESER Seite. Danach kommen die wichtigen, informativen, besonders lustigen und die Gastblogger-Beiträge ins jeweils entsprechende Archiv.

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Montag, Oktober 1, 2018

Redaktionelles: Dieser Blog


Dieser Bulldog-Blog startete 2005 mit underer Hündin "Gombas Happy Miss Frieda" und ist unter Anderem ihr und ihres Sohnes "Kenai Kosmo Floral Garden" Tagebuch geworden.

Nachdem auch Kosmo gestorben ist, überlegte ich zunächst den Blog zu schließen, aber er ist mir selbst und vielen Anderen doch solch eine Freude, dass ich ihn etwas reduziert weiter führen werde.

Er ist nun neben Frieda und Kosmo auch unserer neuen Hündin Clara "Elisa Clara vom Urstromtal" gewidmet :-) Und - GastbloggerInnen sind nach wie vor herzlich willkommen.


Unser Kosmo (2007 - 2018)

Unsere Frieda (2005 - 2017)


Montag, Mai 11, 2015

Zehn Jahre Bulldog-Blog - und:

Die wichtigsten Schritte für das Überleben des Englischen Bulldogs sind getan.


Liebe Leserinnen und Leser, heute feiern wir ein Jubiläum: das zehnjährige Bestehen dieses Bulldog-Blogs. Der 1. Beitrag erschien am 11. Mai 2005.

Es wurde über diese 10 Jahre jeden zweiten Tag ein Beitrag veröffentlicht, das heißt 1815 Beiträge insgesamt - lustige, besinnliche, spannende, warnende, informative und, mir die wichtigsten, aufklärende Beiträge. Aufklärung über den besonderen Zauber des Bulldogwesens, Aufräumen mit Vorurteilen über ihn, das war und ist mir wichtig :-).

Im Blog wurde auch immer wieder über das Elend informiert, welches dem Englischen Bulldog Zucht, Mode und Geldgier antaten und auch noch antun. Die Aufklärung über rasseschädigende, den Genpool ausdünnende Züchtungs-Methoden tut Not, einmal im Sinne der gezüchteten Hunde selbst, aber auch für ihre Käufer ist sie wichtig. Züchter setzten oft wirtschaftliche Zucht-Prioritäten, deshalb ist der "Druck des Marktes" entscheidend.

Und Aufklärung über die sadistische Quälerei, die Massenzüchter ihren "Zuchthunden" antun, ist noch wichtiger. Nicht gerade wenige Menschen entscheiden über den Preis und ahnen nicht, was hinter "Billigwelpen" für ein grausames, verzweifeltes Elend steht.

Zu diesem Jahrestag möchte ich mich bei allen Gastbloggern von Herzen bedanken, denn sie trugen wesentlich dazu bei, dieses Bulldog-online-Magazin, das es der Sache nach ist, abwechslungsreich zu gestalten.

Insbesondere danke ich Isabelle Borgert für ihre spannenden, so informativen wie humorvollen Beiträge. Sie ist unsere aktivste Gastbloggerin: seit September 2007, also schon 7 1/2 Jahre lang, können wir regelmäßig circa zwei Beiträge pro Monat von ihr genießen :-)

Danken möchte ich auch allen Leserinnen und Lesern, die mit oft einzigartigen Fotos, Witzen oder auch Links diesen Blog wesentlich bereichern.

Danke auch an meinen lieben Stu, der mir immer technisch zur Seite steht, und ohne den dieser Blog gar nicht erst begonnen worden wäre.


Die wichtigsten Schritte

für das Überleben des Englischen Bulldogs sind inzwischen getan:

  1. Der Standard wurde (2009) geändert, um ihn wieder "fit for function" werden zu lassen. Der deutsche Zuchtverein ACEB, die hiesige Speerspitzen der Zucht des atmungsbehinderten Extrem-Bulldogs, wurde u.A. als eine Konsequenz dieser Änderungen aufgelöst.
  2. Über ein Dutzend bulldogartiger Rassen wurden neu gezüchtet, und diese erzeugen den nötigen Markt-Druck auf die Züchter des Originals.
  3. Welpenhändler und Welpen-Fabriken werden, auch dank der Medien, gesellschaftlich zunehmend geächtet. Der Gesetzgeber wird dem früher oder später folgen.

Auf diesem Hintergrund nehme ich dies 10-jährige Blog-Jubiläum zum Anlass, ihn in Zukunft nur noch in reduzierter Form weiterzuführen, es wird mittelfristig auf vielleicht 2 Beiträge pro Woche hinauslaufen.

Das Meiste über den Bulldog aktuell und über seine Vergangenheit ist gesagt - und in den Blog-Archiven zu finden :-)

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'Tiere als Spiegel der Seele und Sinnbild der Kultur'



Cornelia
Savory-Deermann
, geboren 1945 in Wuppertal, hat seit 1971 Englische Bulldoggen und ist Gründungs- und Ehrenmitglied des "Verein der Freunde Englischer Bulldogs e.V. (1980-2009)".

Seit Mai 2005 haben die Bulldogs hier ihr eigenes deutsches Weblog bekommen. Jeder Leser kann Blog-Beiträge an Cornelia schicken, Eure Bulldog-Anekdoten, -Fotos und -Tipps für's Blog sind willkommen. Der jeweilige Autor behält sein Copyright an Bildern und Text, gibt aber Cornelia ein unwiderrufbares Nutzungsrecht für Veröffentlichungen in diesem Blog.



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